Über die letzten Jahre haben wir über eine Vielzahl von neuen Süchten, z.B. die Internetsucht, nun die Arbeitssucht berichtet. Wir haben unzählige Versuche der Paternalisierung beschrieben, Versuche, Menschen ihr Nutella zu vergällen, sie vom Rauchen abzuhalten, vom Alkohol zu entwöhnen, sie in die richtige Richtung zu schubsen, wobei die angeblich richtige Richtung immer die Richtung ist, die andere für die entsprechend Geschubsten als richtig ansehen, nie die Richtung, die die Geschubsten selbst für richtig halten.
Schließlich haben wir über eine Vielzahl von Versuchen berichtet, Arme, Armut zu instrumentalisieren oder mit der angeblich bildungsfernen Schicht eine Personengruppe aufzubauen, die für die diffusesten Maßnahmen als Legitimation herhalten muss, Maßnahmen, die allesamt darauf abzielen, eine Transferexistenz zu begründen oder Eingriffe in bislang von staatlichen Häschern unberührte Bereiche der Gesellschaft zu ermöglichen, Eingriffe, die zum Ziel haben, den neuen, den modernen Menschen zu schaffen, den Menschen, der für Sozialismus 2.0 tauglich ist.
Insofern alle Varianten des Sozialismus davon träumen, einen neuen Menschentypus, eine Art Drohne des kommunitaristischen Lebens zu schaffen, ist dies nichts Neues.
Neu ist die Art des Angriffs.
An die Stelle von Zwang, Drohung und Elimination sind subtilere Formen des Übergriffs auf die individuelle Existenz getreten, Übergriffe, die das Ziel verfolgen, die unabhängige, autonome und freie Existenz von Individuen zu beenden und sie in Abhängigkeit vom Staat zu bringen, sie zu Drohnen 2.0 zu machen, die nur leben können, weil ihr Staat, der große und gute Pater Familias für sie sorgt.
Instrumentell dabei ist der Feminismus, der es als Errungenschaft oder gar Emanzipation verkaufen will, dass Menschen am Tropf des Staates hängen, sich in eine geförderte Daseinsform überführen lassen, die ihre Staatsdienlichkeit mit allerlei Subventionen belohnt, sei es die Bezuschussung der eigenen Parzelle, auf der das Standardhaus steht, sei es die steuerliche Begünstigung des staatlich erwünschten Lebensstils, sei es die direkte Prämie dafür, dass Menschen, die bislang zumindest die Möglichkeit hatten, ein unabhängiges Leben zu führen, sich fertil verhalten, sich dafür bezahlen lassen und fortan ein Leben in kompletter Abhängigkeit von staatlichen Vorgaben führen.
Instrumentell sind ferner Lehrpläne in Schulen, die mit allerlei ideologischem Ballast überladen werden, so dass Schüler von der ersten Klasse an lernen, wie man ein guter Staatsdiener ist, wie man sich zu einem Gemeinschaftsmenschen entwickelt, der keine Fragen stellt und vor allem eines nicht tut: ein Leben unabhängig vom Staat und seinen Alimenten führen.
Instrumentell dabei ist schließlich ein großangelegter Angriff auf die Arbeit, die Möglichkeit für Menschen, eine Unabhängigkeit zu erreichen und ein Leben zu führen, das nicht vom Staat abhängig ist. Deshalb wird Arbeit verteufelt, derjenige, der gerne arbeitet, zum Süchtigen erklärt. Deshalb wird Arbeit dadurch entwertet, dass jeder Unsinn plötzlich als Arbeit, als Care-Arbeit anerkannt werden soll. Die Überzeugung von Menschen, dass Arbeit zum Leben notwendig ist, wird systematisch untergraben, systematisch durch die Verlockung einer „Work-Life-Balance“, die angeblich Menschen eher zuträglich ist und ihnen mehr Zeit für sich geben soll (was immer das auch bedeuten mag) als Arbeitszeit versüßt und mit der Teilzeitarbeit gekrönt, jenem letzten Steinchen im Versuch, den sozialistischen, vollumfänglich abhängigen Menschen zu schaffen.
Und am Ende sehen wir ihn, den sozialistischen Menschen.
Die neue sozialistische Drohne ist lenkbar, einsetzbar, bewegbar, verfügbar und willfährig, denn sie hat in der Schule gelernt, dass das, was ein sozialistischer Mensch sein will, nicht kritisiert, nicht hinterfragt und vor allem eines nicht tut, nach mehr verlangen, als ihm sein Staat zu geben bereit oder fähig ist.
Willkommen im Sozialismus 2.0.
