Neger! Revolution postponed

Unter Genderisten und anderen Halbgebildeten herrscht die Ansicht, wenn man die Sprache von Menschen beherrsche, ihnen die Begriffe, die sie sagen dürfen, vorschreibe und die Begriffe, die sie nicht sagen dürfen, verbiete, dann könne man über diese Gängelung das Denken der entsprechenden Menschen verändern.

Nehmen wir z.B. das Wort Neger.

Neger soll ein rassistisches Wort sein, eines, das genutzt werde, so die Anti-Neger, um schwarze Mitmenschen (Menschen, die man gönnerhaft behandeln will, sind immer „Mitmenschen“) zu degradieren.

Neger sei schlicht ein rassistisches Wort, wer es benutze, sei ein Rassist, der auf Neger herabsehe, sie womöglich für Menschen zweiter Klasse halte.

So kann man den Fehlschluss von der Wortverwendung auf das Denken zusammenfassen.

Ausgehend von diesem Fehlschluss sitzen die besagten angeblichen Weltverbesserer dem Irrtum auf, wenn man Menschen Begriffe verbiete, dann verschwänden mit den Begriffen, die schlimmen Einstellungen, denn es handelt sich um Einstellungen, die mit ihnen zum Ausdruck gebracht werden.

Nehmen wir X.

X ist ein Anti-Y.

Er mag keine Ypsilons.

Ypsilons sind für X Z.

Z wiederum darf nach Ansicht von Pro-Ypsilons nicht mehr gesagt werden.

Wird X, weil er zu Y nicht mehr Z sagen darf, nun zum Pro-Y, der Ypsilons mag?

Sicher nicht.

Er wird zum extrem-Anti-Y, weil er nicht mehr sagen darf, dass Ypsilons Z sind.

Und was ist mit A bis D, die bislang noch nicht dadurch aufgefallen sind, dass sie Z zu Y gesagt haben?

Wenn man ihnen verbietet, Z zu Y zu sagen, mögen sie dann alle Ypsilons?

Sicher nicht.

Wenn nun A bis D ihre Abneigung gegenüber Y zum Ausdruck bringen wollen, dann werden sie nicht mehr Z sagen, denn Z ist verboten, sondern Z‘, solange bis Z‘ auch verboten wird, dann sagen sie Z‘‘.

Der Versuch, Menschen über die Sprache, die man ihnen zugesteht, umzuerziehen, ist das sprichwörtliche Rennen zwischen Hase und Igel. Igel sind stachelig, behalten sich vor, Vorlieben und Abneigungen zu haben und nach beidem auch zu handeln.

Wollten die Weltverbesserer also die Welt in ihrem Sinne verändern, dann müssten Sie Menschen verbieten, andere Menschen nicht zu mögen, müssten ihnen verordnen, alle anderen Menschen lieb zu haben, gleich lieb.

Und dann beginnt das Hase-und-Igel-Rennen auf einem ganz anderen Niveau.

Das kleine Beispiel zeigt, wie sinnlos die Versuche der Halbgebildeten, die Welt an ihrem Wesen genesen zu lassen, doch sind. Dass dem so ist, hat eine einfach benennbare Ursache: Es gibt andere Menschen, mit anderen Meinungen, Vorlieben, Abneigungen usw.

Dumm, aber nicht zu ändern.

So wenig zu ändern wie die Tatsache, dass Schwarze nicht darauf gewartet haben, von halbgebildeten Lobsters oder Marshmallows beschützt und paternalisiert zu werden. Schwarze benötigen gar niemanden, um ihre Sache zu vertreten.

Und so enden wir mit einem Lied aus den 1990er Jahren, das ein Black singt und dessen Text, würde er von einem Weißen gesungen, die Schwarzen-Schützer in Orgien der Entrüstungen und Bestürzung versetzen würde.

Pauschale Herabwürdigung von Flüchtlingen: Ist der Werberat noch logisch vertretbar?

Kennen Sie eigentlich den Roman „Berge des Wahnsinns“ von HP Lovecraft? Nein? Dann sollten Sie ihn lesen. Er ist nicht nur spannend, er enthält auch eine der besten Beschreibungen kultureller Degeneration einer Gesellschaft, die wir kennen und somit eine der besten Darstellungen des Zyklus von Gesellschaften, wie ihn Ibn Khaldun beschrieben hat.

Berge des WahnsinnsDas Bild, das Lovecraft für die Degeneration einer Gesellschaft findet, kann man am besten damit zusammenfassen, dass im Zeitverlauf die Mitglieder einer Gesellschaft nicht mehr in der Lage sind, die Leistungen, die ihre Vorgängergenerationen ganz selbstverständlich erbracht haben, zu erbringen. War es z.B. noch in den 1970er und 1980er Jahren an deutschen Hochschulen undenkbar, dass ein Student der Sozialwissenschaften nicht weiß, was Methode, Erkenntnisinteresse und wissenschaftstheoretische Grundlage seines Faches sind, so hat sich das mit dem Einzug der Gender Studies geändert. Nunmehr wird an Hochschulen etwas gemacht, das deshalb Wissenschaft sein soll, weil es an Hochschulen gemacht wird, wenn auch niemand weiß, warum und wozu es gemacht wird.

Das selbe Phänomen findet sich im Hinblick auf die deutsche Sprache, die eine Form der Bedeutungs-Entkernung erlebt. Im Ergebnis kennen Deutschsprecher, obwohl sie das deutsche Schulsystem durchlaufen haben, die Bedeutung von Worten nicht mehr (zeichnen eine Kurve in ein Koordinatenkreuz, obwohl die Aufgabe darin bestand, den ungefähren Verlauf der RegressionsGERADEN anzugeben) und sind insgesamt mit der Verwendung ihrer eigenen Sprache in Sätzen, die aus mehr als drei Worten bestehen (Ich will …, Ich habe… ) überfordert.

So überfordert wie der deutsche Werberat, der gerade eine Werbung der Sicherheitsfirma EEG Wermann aus Leipzig beanstandet hat. EEG Wermann wirbt für die eigenen Alarmanlagen unter anderen mit dem folgenden Hinweis:

EEG Wermann“Schützen Sie Ihr Heim! Ihre Sicherheit ist unser Anspruch! Viele neue Mitbürger reisen in unser Land und leider werden uns nicht alle wohlgesonnen sein, darum sollten auch Sie nicht zögern, ihr Eigentum, Gesundheit oder gar ihr Leben zu schützen. Wir bieten Ihnen eine preiswerte, komfortable und effiziente Alarmanlage“.

Deutsche Verbraucher sind ja, wie Sie vielleicht wissen, aus Sicht derer, die sich als Edel-Verbraucher oder Ober-Verbraucher oder besondere Verbraucher ansehen, ziemlich dumm, weshalb man sie schützen muss, vor „diskriminierender und angsterregender Werbung“ zum Beispiel. Und das haben die 15 Hanseln vom Werberat, der auf Denunziationsbasis tätigt wird, dann im Hinblick auf die soeben dargestellte Werbung aus Leipzig auch getan. Damit Leipziger nicht hinter den Flötentönen der Alarmanlagenkäufer-Fänger von EEG Wermann herlaufen, wurde die Werbung gerügt, und zwar mit folgendem Wortlaut:

“‘Die Werbung suggeriert absichtlich, dass Flüchtlinge kriminell und gefährlich sind. Solche Firmenpropaganda würdigt Flüchtlinge pauschal herab und stellt einen eklatanten Verstoß gegen die Standesregeln der Werbewirtschaft dar‘“, sagte eine Sprecherin des 15-köpfigen Expertengremiums, das als Beschwerdeinstanz für Bürger gegen unangemessene Werbung vorgeht.“

Offensichtlich sind weder die Sprecherin noch die 15-köpfige-Expertenhydra der deutschen Sprache mächtig. Denn im Werbetext heißt es ausdrücklich: „leider werden uns nicht alle wohlgesonnen sein“. Nicht alle sind nicht alle. Und weil nicht alle nicht alle sind, deshalb gibt es auch weder die Aussage, „dass Flüchtlinge kriminell und gefährlich sind“ noch werden „Flüchtlinge pauschal herab“gewürdigt, wie die Experten für logische Fehlschlüsse mit ihren 15 Köpfen behaupten.

Die Rüge des Werberates ist somit ein Beispiel für die Degeneration einer Gesellschaft in der es offensichtlich passieren kann, dass ein Stadion bis zum letzten Platz gefüllt ist und dennoch als halb leer bezeichnet wird, und es ist ein Beispiel für die Infantilität der 15-Köpfigen-Werbewächterhydra, die sich trotz ihrer 15 Köpfe nicht vorstellen kann, dass Flüchtlinge nicht die edlen Wilden sind, die schon Karl May verherrlicht hat, sondern ganz normale Menschen. Sie sind nicht besser und nicht schlechter als der Durchschnitt der Deutschen, und da es unter den Deutschen doch tatsächlich Kriminelle gibt, gibt es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch unter Flüchtlingen Kriminelle oder wie EEG Wermann werbend schreibt: „leider werden uns nicht alle wohlgesonnen sein“. Nicht alle!

Das einzige rügenswerte Pauschalurteil, das Flüchtlinge dadurch herabwürdigt, dass es ihnen menschliche Normalität verweigert, in dem sie zu edlen Wilden, die gar nicht wissen, was Kriminalität ist, gemacht werden, stammt aus den 15-Köpfen der Werbewächter-Hydra, so dass man sagen kann: Nicht alle dieser 15 Köpfe haben nicht alle Tassen im Schrank. Ob das ein Kopf der Hydra versteht?

Ansonsten wird EEG Wermann vorgeworden, dass durch die Aussagen der Werbung „bei den Umworbenen Angst erzeugt“ werde. Die 15-köpfige Hydra des Werberats ist also der Meinung, wer das liest bekommt Angst. Einmal davon abgesehen, dass die Werbewirkungsforschung wenn es darum geht, die Wirkung von Werbung zu bestimmen, eher bescheidene Ergebnisse zu Tage fördert und gar keine Ergebnisse, die eine derartige Stimulus-Response-Wirkung zeigen würden, wie man sie beim Werberat phantasiert, ist die Aussage schlicht falsch, denn die Angst muss nicht erzeugt werden, sie ist bereits vorhanden. Das zeigt eine eine Umfrage von Infratest Dimap, bei der 59% der Befragten angeben, sie würden eine Zunahme der Kriminalität durch den Zuzug von Flüchtlingen befürchten und je 53% angeben, vor einem Taschendiebstahl oder einem Einbruch in ihre Wohnung Angst haben. Vielleicht sollte die 15-köpfige Werbewächter-Hydra sich etwas mit der Realität befassen und Nachhilfe in Deutsch und in Logik nehmen. Vielleicht führt dies ja in einem der 15 Köpfe zu einer nachhaltigen Einsicht.

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Vorabdruck: “Mein Kampf”

Seit Wochen steigert sich anscheinend die Vorfreude bei all denen, die auf das Erlöschen eines bestimmten Urheberrechts warten, jenes Urheberrecht, das der Bayerisches Freistaat seit 70 Jahren anwendet, um begierige Leser vom Bestseller nationalsozialistischer Propaganda fernzuhalten.

Nun ist es bald soweit: Ab 2016 darf “Mein Kampf” in Deutschland wieder gedruckt werden. Schlimmer noch: Ab 2016 kann sich in Deutschland (theoretisch) jeder Bürger ein eigenes Urteil über den Hitlerschen Kampf oder Krampf, je nach Auffassung, bilden: Seinen “Werdegang zum Antisemiten” nachvollziehen, nachdem ihm nach eigener Aussage bis zum zarten Alter von 14 Jahren, das Wort “Jude” unbekannt war und seine seltsamen Ausführungen über die “weiße Rasse” lesen (und vielleicht mit den ebenso seltsamen Ausführungen über “weiße Männer” vergleichen, die heute aus Ecken kommen, die sich für emanzipiert halten).

Kurz: in wenigen Tagen könnten Deutsche tatsächlich der Ansicht sein, sie würden wie mündige Bürger behandelt.

Könnten!
Konjunktiv!

Denn das werden sie natürlich nicht.

Getreu dem Motto: Deutsche darf man mit “Mein Kampf” nicht alleine lassen, “haben im Münchener Institut für Zeitgeschichte ein gutes Dutzend Historiker mehr als drei Jahre an einer wissenschaftlich kommentierten Ausgabe von ‘Mein Kampf’ gearbeitet.” Vermutlich haben sie sich dieser Mühsal nicht ohne pekuniäre Gegenleistung oder im Schwange altruistischer Hingabe zur Volkserziehung unterzogen. Eine Mühsal muss es gewesen sein, denn die nunmehr “kommentierte Version” von “Mein Kampf” hat die 781 teilweise nur mit Mühe lesbaren Seiten vom originalen “Mein Kampf” zu nicht mehr lesbaren 1.948 Seiten aufgebläht.

1.167 Seiten haben die Historiker aus München zu den 781 ursprünglichen Seiten ergänzt, um deutlich zu machen, was sowieso offensichtlich ist: Hitler war ein Rassist, ein Antisemit, ein sozialistischer Nationalist und darüber hinaus ein wenig begabter Autor, der es nicht schafft, seine Leser in den Bann seiner Worte zu schlagen.

Wieso sind 1.167 Seiten notwendig, um 781 Seiten zu kommentieren, die Offensichtlichkeiten, persönliche Betrachtungen und Ansichten beinhalten?

Zwei Antworten drängen sich auf:

  1. Die Finanzierung des Münchner Instituts für Zeitgeschichte musste für drei Jahre sichergestellt werden.
  2. Unter Historikern hält sich ein irrationaler Glaube an die mystische Wirkung von “Mein Kampf”, eine Wirkung, die darin zu bestehen scheint, dass ein Leser vom eben noch Demokraten per Lektüre von “Mein Kampf” zum Rassisten und Anti-Demokraten mutiert, allein, aufgrund der mystischen Wirkung dieses deutschen Schriftgutes.

Wenn (1) der Fall ist, dann wurde diese Finanzierung damit erkauft, dass einem Buch, das seine Bedeutung vornehmlich aus der Zuschreibung von Symbolik entnimmt, einer Symbolik, die das Buch zum Alpha und Omega Nationalsozialistischer Verbrechen, zum Ausgangspunkt allen Übels macht, weitere Bedeutung verliehen wird.

Wenn (2) der Fall ist, dann sollten sich die entsprechenden Historiker in ärztliche Behandlung begeben, denn sie glauben daran, dass Menschen von Büchern gesteuert werden können – andere Menschen natürlich, nicht die Historiker. Menschen wie Sie und wir, denen bislang “Mein Kampf” vorenthalten wurde, um uns zu schützen, zu schützen vor der magischen Wirkung jenes Werkes, das der Teufel mit den magischen Augen, wie ihn Albert Speer beschrieben hat, geschrieben hat.

Nicht, dass man diesen Historikern, ob der Art und Weise, in der sie Bürger zu Menschen ohne Urteilsvermögen erklären, ihre Weltsicht gerade rücken müsste …

Denn selbstverständlich kann man dem tumben Volk, diesen vom mystischen “Mein Kampf” Verführbaren, dieses Werk nicht unkommentiert zugänglich machen. Am Ende lesen sie Passagen wie die folgende vollkommen unkritisch, bar jeder Einordnung und bar jeglichen Hinweises auf deren historische Abartigkeit und Einmaligkeit:

mein kampf(aus Mein Kampf, S.410-413): “So treten die Kommissionen zusammen und “revidieren” das alte Programm und verfassen ein neues (die Herrschaften wechseln dabei ihre Überzeugungen wie der Soldat im Felde das Hemd, nämlich immer dann, wenn das alte verlaust ist!), in dem jedem das Seine gegeben wird. Der Bauer erhält den Schutz seiner Landwirtschaft, der Industrielle den Schutz seiner Ware, der Konsument den Schutz seines Einkaufs, den Lehrern werden die Gehälter erhöht, den Beamten die Pensionen aufgebessert, Witwen und Waisen soll in reichlichstem Umfang der Staat versorgen, der Verkehr wird gefördert, die Tarife (…) sollen erniedrigt und gar die Steuern, wenn auch nicht ganz, aber doch so ziemlich abgeschafft werden.

Manches Mal passiert es, daß man doch einen Stand vergessen oder von einer im Volk umlaufenden Forderung nichts gehört hat. Dann wird in letzter Eile noch hineingeflickt, was Platz hat, so lange, bis man mit gutem Gewissen hoffen darf, das Heer der normalen Spießer samt ihren Weibern wieder beruhigt zu haben und hochbefriedigt zu sehen. So kann man innerlich also gerüstet im Vertrauen auf den lieben Gott und die unerschütterliche Dummheit der wahlberechtigten Bürger den Kampf um die “neue Gestaltung” des Reiches, wie man sagt, beginnen.

Wenn dann der Wahltag vorbei ist, die Parlamentarier für fünf Jahre ihre legte Volksversammlung abgehalten haben, um sich von der Dressur des Plebs hinweg zur Erfüllung ihrer höheren und angenehmeren Aufgaben zu begeben, löst sich die Programm-Kommission wieder auf, und der Kampf um die Neugestaltung der Dinge erhält wieder die Formen des Ringens um das liebe tägliche Brot: Dieses heißt aber beim Parlamentarier Diäten.

Jeden Morgen begibt sich der Herr Volksvertreter in das Hohe Haus, und wenn schon nicht ganz hinein, so doch wenigstens bis in den Vorraum, in dem die Anwesenheitslisten auf liegen. Im angreifenden Dienste für das Volk trägt er dort seinen Namen ein und nimmt als wohlverdienten Lohn eine kleine Entschädigung für diese fortgesetzten zermürbenden Anstrengungen entgegen.

Nach vier Jahren oder in sonstigen kritischen Wochen, wenn die Auflösung der parlamentarischen Körperschaften wieder näher und näher zu rücken beginnt, beschleicht die Herren plötzlich ein unbezähmbarer Drang. So wie der Engerling nicht anders kann, als sich zum Maikäfer zu verwandeln, so verlassen diese parlamentarischen Raupen das große gemeinsame Puppenhaus und flattern flügelbegabt hinaus zum lieben Volk.

Sie reden wieder zu ihren Wählern, erzählen von der eigenen
enormen Arbeit und der böswilligen Verstocktheit der anderen, bekommen aber von der unverständigen Masse statt dankbaren Beifalls manches Mal rohe, ja gehässige Ausdrücke an den Kopf geworfen. Wenn sich diese Undankbarkeit des Volkes bis zu einem gewissen Grade steigert, kann nur ein einziges Mittel helfen: der Glanz der Partei muß wieder aufgebügelt werden, das Programm ist verbesserungsbedürftig, die Kommission tritt erneut ins Leben, und der Schwindel beginnt von vorne.

Bei der granitenen Dummheit unserer Menschheit wundere man sich nicht über den Erfolg. Geleitet durch seine Presse und geblendet vom neuen verlockenden Programm, kehrt das ‘bürgerliche’ wie das Äproletarische’ Stimmvieh wieder in den gemeinsamen Stall zurück und wählt seine alten Betrüger.

Damit verwandelt sich der Volksmann und Kandidat der schaffenden Stände wieder in die parlamentarische Raupe und frißt sich am Gezweig des staatlichen Lebens weiter dick und fett, um sich nach vier Jahren wieder in den schillernden Schmetterling zu verwandeln.

Es gibt kaum etwas Deprimierenderes, als diesen ganzen Vorgang in der nüchternen Wirklichkeit zu beobachten, diesem sich immer wiederholenden Betrug zusehen zu müssen. Aus solchem geistigen Nährboden schöpft man im bürgerlichen Lager freilich nicht die Kraft, den Kampf mit der organisierten Macht des Marxismus auszufechten.
Ernstlich denken die Herrschaften auch nie daran. Bei aller zugegebenen Beschränktheit und geistigen Inferiorität dieser parlamentarischen Medizinmänner der weißen Rasse können sie selber sich nicht im Ernste einbilden, auf dem Wege einer westlichen Demokratie gegen eine Lehre anzukämpfen, für welche die Demokratie samt allem, was drum und dran hängt, im besten Falle ein Mittel zum Zweck ist, das man anwendet, um den Gegner zu lähmen und dem eigenen Handeln freie Bahn zu schaffen. Wenn nämlich ein Teil des Marxismus zur Zeit auch in äußerst kluger Weise die unzertrennliche Verbindung mit den Grundsätzen der Demokratie vorzutäuschen versucht, dann möge man doch gefälligst nicht vergessen, daß in der kritischen Stunde diese Herrschaften sich um eine Majoritätsentscheidung nach westlich-demokratischer Auffassung einen Pfifferling kümmerten!”

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Kaufnix-Tag: Noch ein Paternalismus

Als Deutscher hat man es nicht leicht.

Immer gibt es einen, dem nicht passt, was man tut, einen, der sagt, wie es eigentlich und richtig geht.

Dickens_ScroogeZeigt man ziviles Engagement und geht zu Demonstrationen, z.B. in Dresden, ist es nicht recht, dann sind es die falschen Demonstrationen.

Hört man auf zu rauchen, der eigenen Gesundheit zuliebe und geht auseinander, wie ein Hefeklops, dann, weil man das falsche Substitut für Nikotin eingesetzt hat und sich nicht genug bewegt.

Setzt man sich ins Auto, um ins nächstgelegene Jogging-Reservat zu fahren, dann gibt es bestimmt einen, der darauf hinweist, dass öffentlicher Nahverkehr oder das Fahrrad besser für die Umwelt sind.

Kauft man nur noch Fair Trade und grüne Produkte, der Umwelt zuliebe, dann gibt es bestimmt einen Schlaumeier, der den Konsum als solchen verurteilt.

Was man auch tut, immer macht man etwas falsch.

Das bringt uns zur neuesten paternalistischen Intervention, dem Kaufnix-Tag. Was klingt, wie ein Festtag zu Ehren des Gallischen Pendant von Ebenezer Scrooge, ist eine ernstgemeinte paternalistische Intervention, mit der uns u.a. der Umweltökonom Niko Paech von der Universität Oldenburg dazu bringen wollen, “eine neue Balance zu finden”.

Der Kaufnix-Tag, er dümpelt schon seit Jahren unbemerkt als Gegenentwurf zum Black Friday vor sich hin, dem Tag, an dem man im angelsächsischen Ausland einen Deal macht, 30% off oder 75% off vom Ladenpreis.

kaufnixtagUnd dieses Jahr haben sich die deutschen Mainstream-Medien entschieden, das zu ändern. Welt, Spiegel oder n-tv bringen einen weitgehend gleichlautenden Beitrag, der mit “Konsumkritiker werben für Kauf-nix-Tag“, “Schoppen oder verzichten? Der Kauf-nix-Tag ist umstritten” bzw. “Pause vom Einkaufsterror. Das Schnäppchenfest mal ignorieren“, überschrieben sind (So viel zur Frage, ob deutsche Medien gleichgeschaltet sind oder nicht.).

Und sie sind voller weiser Einsichten diese Beiträge.

Etwa:

“Wir sind so reizüberflutet, wir leiden unter Konsumverstopfung und Konsum-Burn-out” sagt Umweltökonom Niko Paech von der Universität Oldenburg” im online Spiegel.

Oder:

“Wir sind so reizüberflutet, wir leiden unter Konsumverstopfung und Konsum-Burn-Out”, sagt er [Paech]. Ladenöffnungszeiten zu verringern bedeute ja nicht die Abschaffung des Konsums. “Man fängt sogar an, den Konsum wieder zu genießen”, meint Paech in der Welt.

Und:

“‘Wir leben brutal über unseren Verhältnisse, vor allem ökologisch’, sagt der Umweltökonom Niko Paech von der Uni Oldenburg” bei n-tv und legt dann los:
“Die Konsum-Kritiker wissen, dass sie gegen Windmühlen kämpfen. Umweltökonom Paech ist realistisch. Es gehe ihm nicht darum, Konsum abzuschaffen. Gestresste Verbraucher lockt er vielmehr mit dem Versprechen, sie würden profitieren, wenn die Ladenöffnungszeiten reduziert, verkaufsoffene Adventssonntage zum Beispiel abgeschafft würden. Der Käufer fange dann wieder an, Konsum zu genießen, wirbt Paech. “Wir sind so reizüberflutet, wir leiden unter Konsumverstopfung und Konsum-Burn-Out.” Wovon er dringend abrät, ist Konsum einfach einen Tag zu verschieben, das sei keine Lösung. Dadurch könnte der Einkaufsstress tags drauf sogar noch größer werden.”

Fassen wir die Einsichten, die der Umweltökonomen Paech über uns hat, zusammen:

  1. Wir leben brutal über unsere Verhältnisse.
  2. Wir sind reizüberflutet.
  3. Wir würden profitieren, wenn verkaufsoffene Adventssonntage abgeschafft würden.
  4. Wir leiden unter Konsumverstopfung und Konsum-Burn-Out.

Prüfen wir, ob zutrifft, was Paech über uns sagt.

  1. black fridayStimmt. Wir leisten uns immer noch Umweltökonomen, wie Niko Paech. Eine Konsumausgabe, denn Konsum ist definiert als Verbrauch von Ressourcen ohne Mehrwert, die man überdenken sollte. Das mag brutal klingen, aber Zeiten wie diese, die Paech zeichnet, erfordern brutale Maßnahmen, z.B. die Entfernung von Umweltökonomen wie Paech von Universitäten.
  2. Stimmt. Wir bekommen viel zu viel Unsinn zugemutet, Unsinn, der z.B. darin besteht, dass irgendein Umweltökonom meint, er könne Aussagen über uns machen, darüber, was wir sind. Seinsaussagen über Dritte machen zu wollen, ist etwas verwegen, zumal das einzige, was derartige Seins-Aussagen hervorrufen andere Seins-Aussagen sind, wie z.B.: Ich bin ärgerlich über Leute, die denken, sie könnten mir sagen, was und wie ich bin.
  3. Wir würden mitnichten profitieren, wenn wir uns an noch weniger Tagen mit noch mehr anderen durch die Innenstädte drücken und dort um die letzten Schnäppchen schlagen müssten. Es mag sein, dass sich Umweltökonomen wie Herr Paech, einfach während der Arbeitszeit in die Innenstadt von Oldenburg absetzen, und dort in Ruhe einkaufen können, weil die meisten anderen bei der Arbeit sind. Schön für ihn, aber nicht schön für uns.
  4. Wenn wir an Konsum-Verstopfung leiden und uns ein Konsum-Burn-Out plagt, was ist dann Paechs Problem? Wenn dem so wäre, dann würden wir ja gerade nicht in Massen durch Innenstädte wandern, immer auf der Suche nach dem Deal, dem Schnäppchen oder Stunden gebannt vor dem Rechner sitzen und warten, dass der Amazon-Deal endlich aktiv wird.

Uns scheint, der Herr Paech hat nicht so richtig durchdacht, was er hier behauptet. Insofern sich Herr Paech diametral widerspricht, wenn er Konsumwut anprangert und Konsum-Burn-Out feststellt, scheint er zu der Garde von Paternalisten zu gehören, die Gefallen daran finden, anderen etwas vorzuschreiben, zu denen, deren Selbstwert nur dann intakt ist, wenn sie kopfschüttelnd über das Verhalten anderer sinnieren und Verbesserungsvorschläge machen können. Das hat mehr mit Psychopathologie als mit Umweltökonomie zu tun.

Deshalb schlagen wir Herrn Paech vor, dass er andere in Ruhe lässt und dafür sein eigenes Verhalten zum Gegenstand seiner Betrachtungen macht. Wie wäre es, er spendet sein Dezembergehalt an die Flüchtlingshilfe, gibt seine Arbeit auf und zieht sich in eine Hütte in den bayerischen Bergen zurück, um dort zu meditieren und zu versuchen, seinen Carbon Imprint auf Null zu reduzieren, z.B. dadurch, dass er nicht heizt und sich auch andere Formen des verzichtbaren Konsums verkneift, der Umwelt zuliebe und um seinen Konsum-Burn-Out zu kurieren.

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Feminisierung der Politik: Aufschwung für Paternalismus – Abschwung für Freiheit

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Politiker nach dem 2. Weltkrieg entdeckt haben, dass Bürger prinzipiell Unfähige sind, denen Politiker das richtige Leben beibringen müssen?

lebensrisikoMan muss sie bereits im Kindergarten vom Rechtsextremismus entwöhnen, in der Schule an die Homosexualität gewöhnen, ihnen den richtigen Beruf suchen, sie nach Geschlecht und sexueller Orientierung steuern, damit sie nicht aus Versehen die falsche Toilette aufsuchen. Sie brauchen Unterstützung in Arbeitslosigkeit, man muss ihnen beibringen, was sie essen und trinken und was sie nicht essen und trinken sollen. Rauchen muss man ihnen abgewöhnen, Zucker vorenthalten, die Fetten zum Dauerlauf abordnen und die Schlanken zur stetigen Fitness ermahnen. Zur Investition in staatliche Kassen muss man sie verpflichten, nur um ihretwillen versteht sich, die zusätzliche Alterssicherung ihnen förmlich aufzwingen, sie von der Wiege bis zur Bahre begleiten, damit sie nicht aus dem vorgesehenen Mainstream herausfallen.

Nun, wir haben uns diese Lust an der Bevormundung, am Paternalismus und der Übernahme von Verantwortung für Hinz und Kunz zu erklären versucht. Z.B. damit, haben wir sie zu erklären versucht, dass Politikern kaum etwas an Möglichkeit bleibt, sich zu profilieren. Von Wirtschaft verstehen sie nichts. Politik macht das Bundesverfassungsgericht. Krieg und Verteidigung sind schlecht angesehen und Umweltschutz hat sich verbraucht, es sei denn, man kann Packungsgrößen verordnen und Bürgern den richtigen Umgang mit Müll beibringen. Alle Wege der Selbstwirksamkeit von Politikern scheinen auf die Bevormundung ihrer Bürger hinauszulaufen. Ist die Bevormundung, der Paternalismus somit der Kern aller Politik?`

Offensichtlich nicht. Früher gab es andere politische Inhalte, Gestaltungsspielräume, Visionen, selbst umgesetzte Visionen wie die von Wilhelm Marx, der dachte, man könne Deutschland, die Weimarer Republik, wie man damals gesagt hat, zu einem prosperierenden und friedlichen Land machen: Vom 30. November 1923 bis zum 29. Juni 1928, mit einer kurzen Unterbrechung, hielt die Vision.

Wenn es also früher Politiker gab, die gestaltet haben, Politiker, die Entscheidungen getroffen hatten, die nicht die Menge von Softdrinks, die ein Bürger ungestraft zu sich nehmen darf, zum Gegenstand hatten, dann stellt sich die Frage, wo dieser politische Hang zum Bevormunden, zu Paternalisierung, zum Bemuttern heute herkommt.

Bemuttern, das ist es, das ist der Durchbruch!

Mit der Zunahme des Bemutterns, geht eine Zunahme der weiblichen Politiker, eine Feminisierung der Politik einher. Wie ein Virus greift das Bemuttern um sich, erfasst selbst biologisch der männlichen Seite der Geschlechtsverteilung Zuzuordnende und feiert täglich neue Feste in Abstrusität.

Die Hypothese, dass die Zunahme an Bevormundung und Paternalismus tatsächlich eine Zunahme von Bemutterung ist, die durch den weiblichen Zulauf in die Reihen der Politiker ausgelöst wurde (und durch die Tatsache, dass Politiker kein Ausbildungsberuf ist, sondern allen und somit auch im wirklichen Leben gescheiterten Existenzen offensteht, befördert wird), wir stellen sie hiermit in den Raum und unterfüttern sie damit, dass die Verbindung zwischen weiblichem Busybody und Bemutterung bzw. Bevormundung der Umgebung ein Phänomen ist, das sich in der Weltliteratur regelmäßig und wiederkehrend findet, z.B. in Gestalt von Mrs. Jellyby, einem “telescopic philanthropist” aus Charles Dickens’ Bleak House.

Der weibliche Busybody, der Bevormunder und Paternalist, dessen Lebenszweck darin besteht, andere zu bemuttern, ob sie es nun wollen oder nicht, er findet sich auch bei Agatha Christie und hier in Reinkultur:

Halloween Party“All these things – women’s institutes and teas and various societies and all the rest of it. Runs a lot of things, she does. Runs a bit too many for some people. Bossy, you know. Bossy and interfering, some people say. But the vicar relies on her. She starts things. Women’s activities and all the rest of it. Gets up tours and outings. Ah yes. Often thought myself, though I wouldn’t like to say it to my wife, that all these good works that ladies does, doesn’t make you any fonder of the ladies themselves. Always know best, they do. Always telling you what you should do and what you shouldn’t do. No freedom. Not much freedom anywhere nowadays. (Agatha Christie, 2001, Hallowe’en Party, S.210).

Die Hypothese, sie steht zur Prüfung bereit:

Der Rückgang der Freiheit, die Zunahme des Paternalismus, die Bevormundung der Bürger durch Politiker, sie ist eine Folge der Feminisierung der Politik, der steigenden Anzahl weiblicher Politiker.

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