„Menschen nicht-akademischer Herkunft“: An der Uni Marburg sind kognitiv Gehandicapte los

Ein für alle Mal, wir Kinder aus Arbeiterfamilien wollen und benötigen keinerlei Patronage von gelangweilten Kindern aus Familien der unteren Mittelschicht, die kognitiv so deklassiert sind, dass sie meinen, es gäbe jemanden, dem ausgerechnet sie unter die Arme greifen könnten. Als wären sie dazu fähig.

Als Kind aus einer Familie der unteren Mittelschicht, das sehen wir ein, hat man es heutzutage schwer. Es an eine Hochschule zu schaffen ist nicht mehr die große Leistung. Fast jeder schafft es an eine Hochschule. Gender Studies, Queer Studies, Theaterwissenschaften oder sonstigen Unfug zu studieren, ist auch nicht mehr das, was bei anderen Status anzeigt, eher das, was bei anderen, die nicht studieren, Kopfschütteln ob der damit verbundenen Sinnlosigkeit hervorruft.

Wir verstehen, dass Kinder aus Familien der unteren Mittelschicht panisch auf der Suche nach einer Gruppe in der Bevölkerung sind, die sie paternalisieren, auf die sie heruntersehen können. Wir sehen auch, dass die Gruppen, die man paternalisieren kann, immer seltener werden: Frauen, Homosexuelle, Schwarze, Asiaten, Menschen mit Migrationshintergrund, Behinderte, sie alle sind schon besetzt von anderen Kindern aus der unteren Mittelschicht und deren Eltern, die ihren sozialen Status darauf gründen wollen, dass sie einer Bevölkerungsgruppe helfen, von der sie behaupten, dass sie ohne ihre Hilfe nicht vorankäme und auf die sie natürlich herunterschauen. Das ist der ganze Sinn, dieses Paternalismus. Die untere Mittelschicht lebt zunehmend in prekären Verhältnissen und benötigt eine Bevölkerungsgruppe, die sie noch unterhalb von sich selbst ansiedeln können, um den eigenen sozialen Status darüber einklagen zu können. Abstiegsängste hat Paul Nolte dies einmal im Hinblick auf das Unterschichtenfernsehen genannt.

Aber was genug ist, ist genug.

Wenn nun Studenten, die so deklassiert sind, dass sie aus sich heraus keinen sozialen Status reklamieren können, auf die Idee kommen, sich zum Anwalt von „Studierenden aus der Arbeiter*innenklasse“ machen zu wollen, dann ist Schluss mit lustig. Sucht Euch ein anderes Objekt, an dem ihr Euren „Klassismuswahn“ abfeiern könnt.

Klassismus, das ist die Variante von Diskriminierung, die die Marburger Studenten, die Anlass für diesen Post sind, entdeckt haben. Nun ist Klassismus nicht neu. Vielmehr ist Klassismus ein Ladenhüter, den sich z.B. Andreas Kemper schon seit Jahrzehnten an den Mann zu bringen abmüht. Ohne Erfolg. Vielleicht müsste man den Re-Launch dieses Ladenhüters an der Universität Marburg vor diesem Hintergrund sehen und milde belächeln, aber das können wir nicht, denn wenn wir, Arbeiterkinder, die wir nun einmal alle sind, die den Kern der ScienceFiles-Redaktion bilden, haben wir eine heilige Wut auf all die „condescending assh….“, die tatsächlich denken, ausgerechnet sie könnten den von ihnen auserwählten armen „Kindern aus der Arbeiter*innenschicht“ helfen. Angesichts der vielen Fehler und Irrtümer, denen die Marbugrer Gutstudenten aufsitzen, ist es eher so, dass sie der Hilfe der Arbeiterkinder von ScienceFiles bedürfen.

Nehmen wir die Definition der Marburger, was Klassismus für sie sein soll:

„Klassismus ist die Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft. Menschen sind von Klassismus betroffen, wenn sie bspw. aufgrund ihres Berufs, ihres Gehalts, ihres Stils, ihrer Hobbies oder etwa ihres Dialektes wegen benachteiligt werden. Diese Benachteiligung findet auf individueller, gesellschaftlicher und institutioneller Ebene statt. Hier von ist strukturell die Arbeiter*innenklasse (Menschen einer Nicht-Akademischen Herkunft) betroffen. […] In diesem Bildungskontext wirkt auch die Hochschule Marburg klassistisch.”

Offensichtlich haben die Studenten, die so gerne paternalisieren wollen, keinerlei Ahnung von der wissenschaftlichen Welt, die sie umgibt.
In dieser Welt gibt es seit rund 100 Jahren Forschung zum Thema „soziale Ungleichheit“. Das umfasst Unterschiede in Zugang zu Schulbildung, Berufskarrieren u.v.m. Und diese Forschung erbringt für Deutschland seit 1960 in schöner Regelmäßigkeit, dass Kinder aus der Arbeiterschicht im deutschen Bildungssystem Nachteile haben. Das Bildungssystem segregiert nach sozialen Kriterien. Das wissen wir bereits. Dazu brauchen wir keine Neunmalklugen, die einen absurden Begriff wie „Klassismus“ nutzen wollen, um sich zum Anwalt der armen Menschen aus der Arbeiterklasse zu machen. Diejenigen, die es aus der Arbeiterklasse an die Universität Marburg geschafft haben, stecken Euch dreimal in Tasche, falten Euch durch und ziehen Euch wieder heraus.

Schon weil die wenigsten von ihnen einen genetischen Fehlschluss begehen werden, wie er nur halbgebildeten der unteren Mittelschicht unterlaufen kann: „nicht-akademischer Herkunft“! Akademiker ja oder nein ist also bereits ein Geburtsmerkmal, das sich in die Persönlichkeit des Geborenen überträgt, dort einen genetischen Niederschlag findet und dazu führt, dass der Träger des akademischen Gens andere Hobbies hat, einen anderen Stil pflegt und eine andere Sprache spricht, als diejenigen, die nicht-akademischen Geblüts sind.

Man weiß gar nicht ob man lachen oder weinen soll, wenn man derartigen Unsinn zu lesen bekommt, wie ihn angebliche Studenten von der Universität Marburg absondern.

Aber was soll man erwarten, von Studenten die Sternchen in harmlose Worte streuen und „Innen“ anhängen, was, außer einem kognitiven Handicap, das sie einerseits dazu bringt, ihr Anliegen unter sozialistischer Symbolik zu verfolgen (siehe Abbildung), andererseits dazu führen muss, dass sich in Marburg eine AK-sozial Deklassierte bildet, die diesen traurigen Gestalten von der Klassismus-Front dabei hilft, die Behinderungen, die sie mit sich herumtragen, in Psyche und Geist zu überwinden, einmal durch regelmäßige Sitzungen beim Psychiater, einmal durch Nachhilfe.

Wir bedanken uns bei unserem Mann in Marburg für den Hinweis und hoffen, seine Uni-Mailbox wird in Zukunft weniger mit derartigem Unsinn zugemüllt.

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Gesinnungsterrorismus: Die Ideologisierung des Privaten

Dieser Post hat zwei Anfänge (weil wir uns manchmal nicht entscheiden können):

Anfang 1
Gesellschaften basieren auf Kooperation. Kooperation setzt `Vertrauen voraus. Vertrauen kann man als guten Willen vorstrecken oder auf gute Erfahrung gründen. In der deutschen Gesellschaft haben Sozialisten aller Stadien geistiger Demenz dafür gesorgt, dass gute Erfahrungen als Handlungsgrundlage beseitigt wurden, und sie haben es nachhaltig geschafft, den guten Willen aus der menschlichen Interaktion zu entfernen. Wer früher noch so gutmütig war, sich anzuhören, was Genderisten meinen zu sagen zu haben, der hat diesen guten Willen schnell aufgegeben als er gemerkt hat, dass ein Entgegenkommen nicht goutiert, sondern ausgenutzt wird.

Anfang 2
Erinnern Sie sich?
Einst in den 1970er und 80er Jahren:

  • Iron Maiden wird wegen Kulturapprobation kritisiert, Anlass ist das Lied „Run to the Hills“, in dem Indianer aufgefordert werden, wegzulaufen.
  • Roy Black wird als Rassist nicht mehr von deutschen Radiosendern gespielt. Anlass ist sein Lied „Ganz in weiß“, in dem er die Überlegenheit der Farbe „weiß“ besingt.
  • Konzerte der Pet Shop Boys werden boykottiert, weil die beiden Sänger schwul sind.
  • Marvin Gay wird auf Druck der Ärzteschaft nicht mehr nach Deutschland eingeladen, weil er eine neue Form der Quacksalberei mit seinem Titel „Sexual Healing“ vertreibt.
  • Modern Talking Konzerte werden von schreienden Gender-Groupies gestört, die Anstoß am nicht zeitgemäßen Frauenbild von Dieter Bohlen und Thomas Anders nehmen.

Platz eins der deutschen Single-Hitparade Weihnachten 1970: Black Sabbath: “Paranoid”

Nun, erinnern Sie sich?
Nein.
Kein Wunder, dass sie sich nicht erinneren.
Das gab es alles nicht.

Das, was man heutzutage für normal hält, hätte in den 1970er und 1980er Jahren erheblichen Widerstand erfahren, denn damals ist es denen, die immer genau wissen, was für andere das richtige Verhalten ist, den politischen Verhaltenskommissaren, die es sicher auch damals schon gab, nicht gelungen, sich noch in den letzten Winkel menschlichen Lebens hineinzuzwängen.

Dass die Pet Shop Boys schwul waren, das hat niemanden interessiert. Sie haben gute Musik gemacht. Die Texte von Liedern waren Texte von Liedern, ob darin eine politische Nachricht oder keine politische Nachricht zum Ausdruck kam, ob man eine politische Nachricht hineingeheimnissen konnte, ob man gar aus den Texten schließen konnte, dass der oder die Sänger nicht die eigene Weltanschauung teilen, das war damals weitgehend egal. Fast jeder hatte genug Abstand zu sich, um auch abweichende Meinungen zu akzeptieren, und fast jeder war in seiner Persönlichkeit so gefestigt, dass er auch abweichende Meinungen tolerieren konnte. Wie oft konnte man hören: Schei .. Text, aber die Musik und das Arrangement sind gut?

Heute ist das anders.

Heute haben es Gesinnungsterroristen geschafft, bis in den letzten Winkel des menschlichen Daseins mit ihrer Vorstellung vom Richtigen und Guten einzudringen und ohne Gewalt wird man sie von dort vermutlich nicht mehr entfernen können. Als Konsequenz ist die Privatheit durchideologisiert. Während in den 1980er Jahren niemand auf die Idee gekommen wäre, eine Verbindung zwischen Liedern der Pet Shop Boys und deren Homosexualität und nicht etwa ihrer sozialen Herkunft herzustellen, wenn die Sänger ihn nicht selbst hergestellt haben, muss heutzutage jeder Sänger durch die politisch korrekte Zensur.

Xavier Naidoo kann ein Lied davon singen.

Zwei aktuelle Beispiele zeigen, wie der genetische Fehlschluss, der im Dritten Reich geblüht hat, heute von politischen Aktivisten zur Maxime erhoben und zum Anlass genommen wird, um Gesinnungsterrorismus zu betreiben.

Der britische Sänger Morrissey hat Konzerte abgesagt. Offiziell, weil es logistische Probleme gegeben habe. Eine ziemlich lahme Erklärung und wohl nicht die Wahrheit, denn anscheinend wird Morrissey von Linksextremen bedroht:

„Morrissey hatte zuvor in einem Interview mit der islamkritischen Politikerin Anne Marie Waters und ihrer Partei For Britain sympathisiert und die Verhaftung von Tommy Robinson heftig kritisiert.“

Das jemand eine Meinung äußert, die Absolutisten, die der Ansicht sind, sie hätten die allein richtige Meinung, nicht in den Kram passt, reicht heute, um bekämpft zu werden. Wo Menschen früher wussten, dass Bier, Bier und Schnaps, Schnaps ist, dass die politische Einstellung eines Menschen das eine ist, sein Beruf oder seine Musik das andere und dass, wenn dies nicht der Fall ist und man den entsprechenden Musiker überhaupt nicht verknusen kann, man schlicht seine Lieder nicht anhören muss und ansonsten die Strategie des Leben-und-Lebenlassens zur Anwendung bringt, ist heute ideologischer Krieg.
Menschen, deren Gehirn so begrenzt zu sein scheint, dass selbst der homo floresiensis Probleme hätte, seines darin unterzubringen, können es nicht ertragen, dass andere einer anderen Meinung sind.

Nächstes Beispiel:

Young Fathers – Rapper aus Schottland, die den Fehler gemacht haben, öffentlich für BDS, Boycott, Divestment and Sanctions einzutreten, also für die Bewegung, die für einen Boykott israelischer Waren wirbt, um gegen die Behandlung der Palästinenser zu protestieren.

Die Young Fathers wurden zunächst zur Ruhr Trienale eingeladen, dann wieder ausgeladen, dann, weil andere Künstler den Veranstaltern der Trienale mitteilen ließen, dass sie wegen der Art und Weise, wie in Deutschland die Meinungsfreiheit mit Füßen getreten wird, nicht auftreten werden und als sich vor allem Top-Acts mit einer entsprechenden Drohung an die Veranstalter gewandt haben, wurden die Young Fathers wieder eingeladen, haben der Posse aber durch ihre Absage ein Ende gesetzt.

Die New York Times berichtet genüsslich über diese Form der öffentlich-finanzierten deutschen Idiotie, deren Ursache in der Finanzierung der Ruhr-Trienale durch das Land Nordrhein-Westfalen gesucht und die generös mit einem althergebrachten Schuldkomplex erklärt wird, ansonsten aber darauf zurückgeführt wird, dass man in Deutschland nicht mehr zwischen dem unterscheiden könne, was noch in den 1980er Jahren kein Problem war: Dem Menschen auf der einen Seite und seiner Meinung auf der anderen.

Im angeblich aufgeklärten Deutschland werden Menschen nur noch akzeptiert und toleriert, wenn sie die Meinung vertreten, die durch die Gesinnungsterroristen zur richtigen erklärt wurde. Das gab es schon einmal und dass der heutige Gesinnungsterrorismus damit begründet wird, dass man den 1000jährigen Gesinnungsterrorismus nicht wieder haben wolle, das muss man dann als Ironie der Geschichte oder Ausbund von Dummheit bezeichnen.

Dessen ungeachtet sind die Gedanken in Deutschland nur noch frei, wenn sie nicht geäußert werden. Werden sie geäußert und entsprechen sie nicht der vorgegebenen Norm, dann wird dies zum Anlass genommen, um die Meinung auf den Menschen zu übertragen und den Falschmeiner zum Unmenschen zu erklären, den man in Deutschland nicht toleriere und akzeptiere.

Dass die deutsche Gesellschaft eher der Parzellierung in einer Kolonie der Schrebergärtner entspricht als einer Gesellschaft, deren Mitglieder auch über die Grenzen ihres Bewusstseins hinaus mit anderen kooperieren, dass es in Deutschland keinen guten Willen mehr gibt, mit dem man anderen gegenüber tritt selbst dann, wenn man diese anderen nicht kennt oder noch schlimmer, wenn man weiß, die anderen sind nicht nur anders, sie haben auch eine andere Meinung, ist nicht verwunderlich. Jahre der sozialistischen Indoktrination, die mit einer Invasion des Privaten, einer Entrechtung des Individuums und dessen Kollektivierung in ideologischen Internierungslagern einher gingen, bleiben nicht spurlos. Sozialismus und friedliches Zusammenleben schließen sich aus. So wie sich wirtschaftliche Prosperität und Sozialismus gegenseitig ausschließen. Deutschland ist wieder einmal dabei, diesen Zusammenhang, der nun schon seit einem Jahrhundert geprüft und bestätigt wird, einmal mehr zu bestätigen.

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Der Souverän wurde entmündigt: Dressierte Bürger machen Männchen

In unserer Jugend gab es das Bonmot der „normativen Kraft des Faktischen“. Die Idee dahinter: Man stelle Bürger vor vollendete Tatsachen, wettere den Sturm der Entrüstung – oder sitze ihn aus, wie später Helmut Kohl – und dann hat man, was man wollte. Gewohnheit holt auch die intensivste Erregung irgendwann ein. Niemand kann sich fortwährend über ein und denselben Gegenstand ärgern. Und ehe man sich versieht, ist aus dem Ärgernis eine Normalität geworden oder aus dem zeitlich befristeten Solidaritätszuschlag eine dauerhafte Steuer.

Nun kann man diese Vorgehensweise auch auf eine Meta-Ebene heben: Je häufiger man Bürger vor vollendete Tatsachen stellt, desto flauer werden die Stürme der Entrüstung, desto schneller ebben sie ab, desto schneller werden die Ärgernisse von der Gewohnheit zur Normalität erklärt.

Spätestens wenn dann eine Generation von Bürgern herangewachsen ist, die es normal findet, von Parteien vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, die nichts dabei findet, entmündigt zu werden, kein Problem damit hat, Freiheit für Regulation aufzugeben, dann ist der dressierte Bürger, der nickt und gute Miene zu allem macht, was ihm seine Parteien vorsetzen oder zumuten, Wirklichkeit geworden. Bis dann die nächste Generation kommt, die die larmoyante Generation vor ihnen zum K… findet und einen Lebensstil darauf gründet gegen alles zu sein, was vom Staat kommt (Manche von uns gehören zu einer solchen Generation und sind es noch … Wer erinnert sich?).

Einer, der schon im Jahre 2005 vom dressierten Bürger geschrieben hat, ist Reinhard K. Sprenger. Auch wenn wir die Konsequenzen, die Sprenger in seinem Buch aus einer gut zu lesenden und recht umfassenden Bestandsaufnahme der Dressurmaßnahmen, mit denen deutsche Parteien und ihre Helfershelfer versuchen, sich den Bürger nach ihrem Idealbild zu dressieren, in weiten Teilen für zu zahm halten und der Ansicht sind, Sprenger hätte den Mut, den er für weniger Staat und mehr Verantwortung der Bürger fordert, ruhig selbst beweisen können, ist sein Buch ein interessantes Zeitzeugnis. So schlimm war es zu Beginn der 2000er als Sprenger’s Buch erschienen ist. Heute sind wir 18 Jahre weiter, oder wie Helmut Kohl gesagt hätte. „Gestern standen wir am Abgrund. Heute sind wir einen Schritt weiter“.

„In diesem Buch will ich zeigen, wie sich die Deutschen unter dem lenkenden Einfluss des Staates in den letzten Jahrzehnten verändert haben. Mein Hauptergebnis: Der Souverän hat abgedankt. Die Deutschen sind so unbeweglich, weil sie sich daran gewöhnt haben, bewegt zu werden. Der Verlust des Selbstvertrauens ist die Spätfolge staatlicher Dressur. ‚Ich? Dressiert? Niemals!‘ – so mögen Sie reagieren. Meine Beobachtung ist: Wir haben uns schon so an staatliche Entmündigung gewöhnt, dass sie uns kaum noch auffällt. Sie ist zur ‚Selbstverständlichkeit‘ geworden, unsere Sensoren sind mittlerweile abgestumpft. So wie die meisten Menschen zugeben, dass Werbung wirkt. Nur nicht auf sie.

Der Staat glaubt, das Problem seien Sie und ich; in Wahrheit ist er es. Die notwendigen Entscheidungen werden nicht getroffen, weil sie auf Selbstentmachtung des Staates hinausliefen. Das heißt aber auch: Es gibt keine Lösung ohne Entmachtung des Staates. Und auch diese Konsequenz wird einigen von ihnen nicht gefallen. Schnell kommen wir da in Zonen reflexhafter Abwehr, in verminte Wortfelder. Ist es denn nicht Aufgabe des Staates, das Verhalten der Menschen zu steuern? Für das Gemeinwohl zu sorgen? Für Recht und Ordnung? Bestätigen wir uns gleich am Anfang das Selbstverständliche: Ja, es gibt Menschen, die sich nicht selber helfen können. Ja, wir sind als Menschen auf die Gemeinschaft angewiesen. Ja, wir brauchen den Staat als Ordnungsmacht. Was wir nicht brauchen, ist ein Staat, der sich auf der einen Seite immer weiter vom Bürger entfernt, auf der anderen Seite immer tiefer in seine Lebenswelt hineinregiert, nach gut und schlecht sortiert, vorsorglich entmündigt und fürsorglich entschädigt. Wenn Deutschland wieder ein zuversichtliches, erfolgreiches, ein kraftvolles Land werden will, dann nur, wenn seine Bürger Zuversicht aus eigener Kraft und Leistung gewinnen. Wir dürfen uns selbst was zutrauen!“

Wie gesagt, Sprenger hat ein Zeitzeugnis verfasst, das wir für zu zahm halten, schon weil sich Sprenger um die spannenden Fragen herumdrückt.

Hier ein paar Herausforderungen:
Braucht man wirklichen einen Staat als Ordnungsmacht? Nein. Ordnungsmacht und Staat sind nicht synonym und waren es Jahrtausende lang auch nicht.

Sind wir als Menschen auf die Gemeinschaft angewiesen? Nein. Kooperation braucht keine Gemeinschaft, lediglich andere Menschen, die ein Interesse an einem Tausch haben.

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Wie die Regierungen ihre Bevölkerung zensieren/schützen: YOUTUBE Löschdaten

Die Regierungen in Europa nehmen ihre Aufgabe, die eigene Bevölkerung vor Inhalten zu schützen, die sie nichts angehen oder die aus anderen Gründen zensiert werden, sehr ernst. Dies zeigt die neueste Statistik (euphorisch als “transparency report” bezeichnet) von YOUTUBE, die die Forderungen nach Löschung, die Regierungen an YOUTUBE gestellt haben, zusammenstellt. Schon das erste Datum zeigt, wie sehr Regierungen um unser aller Wohl besorgt sind. Die Anzahl der von Regierungen gestellten Forderungen, dass Inhalte auf YOUTUBE gelöscht werden sollen, die im zweiten Halbjahr 2009 noch 1.031 betragen hat, ist im ersten Halbjahr 2017 auf 19.176 angeschwollen. Waren es im zweiten Halbjahr 2009 noch 41.772 Clips oder Videos, die gelöscht werden sollten, waren es im ersten Halbjahr 2017 schon 76.714. Die häufigsten Gründe, die für die Löschung angegeben werden, gehören in die Bereiche von „Privatheit und Sicherheit“ bzw. „Nationaler Sicherheit“. In ca. 80% der Fälle kommt YOUTUBE den Forderungen der Regierungen auch nach.

Um welche Forderungen es sich dabei u.a. handelt, zeigen die folgenden Beispiele aus Deutschland, die ebenso zeigen, wie private Motive über Regierungen transportiert werden, wie sie zeigen, dass das Jugendrecht in Deutschland eine optimale Grundlage der Zensur bietet.

Request
The German government requested that we restrict a YouTube video for violating local youth protection laws. The video’s soundtrack is a rap song that contains violent imagery and implicitly glorifies Al Qaeda and the Charlie Hebdo attack.
Outcome
We restricted access to 3 videos on YouTube in Germany.

Request
We received a request from the Minister of Justice of the Federal State Rheinland Pfalz to remove an image from Image Search on google.de depicting him as a supporter of Islamic Sharia law in Germany.
Outcome
We did not remove content.

Request
We received a request to remove 70 YouTube videos for allegedly violating the German Children and Young Persons Act.
Outcome
We restricted some of the videos from view in Germany in accordance with local laws.

Betrachtet man die Gründe, aus denen die deutsche Regierung (oder Gerichte) die Löschung von Posts auf YOUTUBE verlangen, dann stehen an erster Stelle “Privatheit und Sicherheit” (39%), gefolgt von diffamierenden Inhalten (28%). Hate Speech, um die so viel Aufhebens unter Heiko Maas gemacht wurde, schlägt mit genau 4% der Forderungen auf Löschung zu Buche, in einem Fall wurde von der deutschen Regierung verlangt einen Beitrag zu löschen, in dem die deutsche Regierung kritisiert wird.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland in der Spitzengruppe der Lösch- und Zensierwütigen. Gemessen an der Anzahl der Forderungen auf Löschung, die YOUTUBE seit 2009 erhalten hat, rangiert Deutschland an sechster Stelle. Gemessen an der Anzahl der Clips oder Videos, auf die sich die Löschforderung bezogen hat, liegt Deutschland an siebter Stelle. Die Abbildungen zeigen, dass Russland und das Vereinigte Königreich, in denen zu 81% bzw. 71% Löschungen wegen „Nationaler Sicherheit“ verlangt werden, Spitzenreiter mit Bezug auf die Anzahl der Löschforderungen (Russland) oder die Anzahl der zu löschenden Clips/Videos (Vereinigtes Königreich) sind. Sie werden gefolgt von der Türkei bzw. Spanien, an dritter Stelle haben sich die USA festgesetzt.

Insgesamt zeigen die Daten wie normal es mittlerweile geworden ist, dass Regierungen das, was ihre Bürger im Internet zu sehen bekommen, zensiert bzw. aus dem Netz entfernt sehen wollen.

Wie gut, dass Regierungen auf ihre Bürger aufpassen und dafür sorgen, dass sie nichts zu Gesicht bekommen, das ihre Kenntnisse in einer ungewünschten und (für Regierungen?) schädlichen Weise erweitern könnte. Wie gut, dass Regierungen bereit sind, für ihre Bürger zu entscheiden, was gut für sie ist. Und wie gut, dass es das deutsche Jugendrecht gibt, das es erlaubt, den Jugendschutz zum Vorwand zu nehmen, um allen, Jugendlichen wie Erwachsenen, den Zugang zu dem, was die Regierung für unangemessen hält, vorzuenthalten.

Neger! Revolution postponed

Unter Genderisten und anderen Halbgebildeten herrscht die Ansicht, wenn man die Sprache von Menschen beherrsche, ihnen die Begriffe, die sie sagen dürfen, vorschreibe und die Begriffe, die sie nicht sagen dürfen, verbiete, dann könne man über diese Gängelung das Denken der entsprechenden Menschen verändern.

Nehmen wir z.B. das Wort Neger.

Neger soll ein rassistisches Wort sein, eines, das genutzt werde, so die Anti-Neger, um schwarze Mitmenschen (Menschen, die man gönnerhaft behandeln will, sind immer „Mitmenschen“) zu degradieren.

Neger sei schlicht ein rassistisches Wort, wer es benutze, sei ein Rassist, der auf Neger herabsehe, sie womöglich für Menschen zweiter Klasse halte.

So kann man den Fehlschluss von der Wortverwendung auf das Denken zusammenfassen.

Ausgehend von diesem Fehlschluss sitzen die besagten angeblichen Weltverbesserer dem Irrtum auf, wenn man Menschen Begriffe verbiete, dann verschwänden mit den Begriffen, die schlimmen Einstellungen, denn es handelt sich um Einstellungen, die mit ihnen zum Ausdruck gebracht werden.

Nehmen wir X.

X ist ein Anti-Y.

Er mag keine Ypsilons.

Ypsilons sind für X Z.

Z wiederum darf nach Ansicht von Pro-Ypsilons nicht mehr gesagt werden.

Wird X, weil er zu Y nicht mehr Z sagen darf, nun zum Pro-Y, der Ypsilons mag?

Sicher nicht.

Er wird zum extrem-Anti-Y, weil er nicht mehr sagen darf, dass Ypsilons Z sind.

Und was ist mit A bis D, die bislang noch nicht dadurch aufgefallen sind, dass sie Z zu Y gesagt haben?

Wenn man ihnen verbietet, Z zu Y zu sagen, mögen sie dann alle Ypsilons?

Sicher nicht.

Wenn nun A bis D ihre Abneigung gegenüber Y zum Ausdruck bringen wollen, dann werden sie nicht mehr Z sagen, denn Z ist verboten, sondern Z‘, solange bis Z‘ auch verboten wird, dann sagen sie Z‘‘.

Der Versuch, Menschen über die Sprache, die man ihnen zugesteht, umzuerziehen, ist das sprichwörtliche Rennen zwischen Hase und Igel. Igel sind stachelig, behalten sich vor, Vorlieben und Abneigungen zu haben und nach beidem auch zu handeln.

Wollten die Weltverbesserer also die Welt in ihrem Sinne verändern, dann müssten Sie Menschen verbieten, andere Menschen nicht zu mögen, müssten ihnen verordnen, alle anderen Menschen lieb zu haben, gleich lieb.

Und dann beginnt das Hase-und-Igel-Rennen auf einem ganz anderen Niveau.

Das kleine Beispiel zeigt, wie sinnlos die Versuche der Halbgebildeten, die Welt an ihrem Wesen genesen zu lassen, doch sind. Dass dem so ist, hat eine einfach benennbare Ursache: Es gibt andere Menschen, mit anderen Meinungen, Vorlieben, Abneigungen usw.

Dumm, aber nicht zu ändern.

So wenig zu ändern wie die Tatsache, dass Schwarze nicht darauf gewartet haben, von halbgebildeten Lobsters oder Marshmallows beschützt und paternalisiert zu werden. Schwarze benötigen gar niemanden, um ihre Sache zu vertreten.

Und so enden wir mit einem Lied aus den 1990er Jahren, das ein Black singt und dessen Text, würde er von einem Weißen gesungen, die Schwarzen-Schützer in Orgien der Entrüstungen und Bestürzung versetzen würde.

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