Spannende Fragen zeichnen sich derzeit vornehmlich dadurch aus, dass sie nicht diskutiert werden.
Spannende Fragen sind häufig ethische Fragen, wie sie sich z.B. damit verbinden, dass Lebewesen zu Fress-Objekten reduziert werden, damit, dass Personen sich dazu berufen fühlen, z.B. weil sie in einer Nichtregierungsorganisation tätig sind, anderen Vorschriften darüber zu machen, wie sie zu leben haben, faktisch also danach streben, diese anderen zu entmündigen, oder ethische Fragen, die sich damit verbinden, dass sich Erwachsene das Recht nehmen, Kinder in jedem Alter zum Verfügungsobjekt oder Empfangsobjekt dessen zu machen, was sie gerade als wichtigste Zutat einer erfolgreichen Sozialisation ansehen.
Eine der spannendsten ethischen Fragen, die kaum gestellt und schon gar nicht diskutiert wird, ist die Frage: Nach welchen Kriterien werden eigentlich Spenderorgane vergeben?
Eigentlich sollte man denken, dass eine solche Frage öffentlich diskutiert wird, schon weil regelmäßig in großangelegten Werbeaktionen versucht wird, an Spender-Organe heranzukommen.
Bekannt ist lediglich, dass es möglich ist, die Vergabe von Spenderorganen zu beeinflussen und sich ein nettes Nebeneinkommen durch die Manipulation von Wartelisten zu verschaffen. Daraus kann man wiederum schließen, dass es Wartelisten gibt, auf denen Personen gesammelt werden, die warten, auf ein Spender-Organ warten.
Wer oben auf der Liste steht, der erhält wohl ein Spenderorgan.
Was die Frage aufwirft: Wer steht oben? Und diese Frage ist nichts anderes als die Frage danach, welche Kriterien angelegt werden, um Spender-Organe zu vergeben.
Ein wenig Information dazu findet sich auf der Seite von Eurotransplant, einem Zusammenschluss, an dem Österreich, Belgien, Kroatien, Deutschland, Ungarn, Luxembourg, die Niederlande und Slowenien beteiligt sind. Eurotransplant ist im Wesentlichen eine Datenbank, in der alle Personen, die sich in den teilnehmenden Nationen auf einer Warteliste befinden, geführt werden. Wird in einem der teilnehmenden Länder ein Organ entnommen, dann wird auf Grundlage der Datenbank von Eurotransplant und unter Verwendung nicht näher spezifizierter Kriterien eine „Treffer-Liste“ von Patienten auf der Warteliste erstellt, die für die Aufnahme des entnommenen Organs in Frage kommen:
„Eurotransplant generates a so-called match list for each donor organ. The match list is generated by a complicated computer algorithm that takes into account all medical and ethical criteria.“
Den Zuschlag erhält derjenige, der die nicht angegebenen ethischen und medizinischen Kriterien am besten erfüllt und auf der Warteliste am weitesten oben steht (Vor allem die ethischen Kriterien, also die Bewertung bestimmter Eigenschaften der Wartenden, z.B. ihr Alter oder die Frage, ob sie rauchen, wären eigentlich zu diskutieren).
Wir sind zurück auf Los und fragen abermals: Wer steht auf der Warteliste oben?
Nähere Informationen finden sich z.B. im Zusammenhang mit der Zuteilung von Spenderlebern oder Spenderlungen. Erstere werden nach MELD (Model for End-stage Liver Disease) vergeben. In aller Kürze bedeutet dies: der Wartende, dem es am schlechtesten geht, der erhält die Spenderleber – ein eher seltsames System, denn der Wartende, dem es am schlechtesten geht, der hat auch mit Transplantation die geringste Überlebenswahrscheinlichkeit und zudem die geringste Wahrscheinlichkeit, das neue Organ auch anzunehmen. Dessen ungeachtet wird eine gespendete Leber nach MELD vergeben.
Bei Lungen ist es anders.
Lungen werden nach LAS (Lung Allocation Score) vergeben. LAS berücksichtigt eine Vielzahl von Variablen, darunter die Dringlichkeit der Lungentransplantation und die Erfolgsaussichten nach der Durchführung der Transplantation. Der High-Score in LAS beträgt 100. In die Berechnung von LAS gehen auch die Art der Lungenerkrankung, Gewicht und Größe sowie das Alter des auf eine Lunge Wartenden ein. So ist das für Wartende über 12 Jahren. Wartende unter 12 Jahren erhalten automatisch einen LAS-Score von 100.
Nun ist die Frage, nach welchen Kriterien ein Spender-Organ zugewiesen wird, eine ethische Frage, denn die Entscheidung, Lunge X an Y zu vergeben, bedeutet, sie an alle anderen nicht zu vergeben. Entsprechend entscheiden die Kriterien, die zum Einsatz kommen, wenn es darum geht, eine Leber, Niere oder Lunge zu verteilen, häufig über Leben und Tod.
Um so erstaunlicher, dass die Kriterien von Ärzten und anderen, die mit Organtransplantationen ihr Geld verdienen, bestimmt werden und keiner öffentlichen Diskussion zugänglich sind.
Folglich bleiben Fragen wie die folgenden bislang unbeantwortet:
Sollen Spender-Organe generell nach Bedürftigkeit vergeben werden? Wer z.B. eine Niere anhand medizinischer Indikatoren am nötigsten hat, der soll sie vordringlich erhalten? Problem damit: Wer ein Spender-Organ am nötigsten hat, ist häufig bereits so krank, dass die Transplantation mit einem hohen Risiko des Scheiterns verbunden ist.
Sollen Spender-Organe generell nach Erfolgswahrscheinlichkeit vergeben werden? Entsprechend erhalten Patienten, bei denen die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Organismus das transplantierte Organ auch annimmt, am höchsten ist, das entsprechende Spender-Organ.
Sollen Spender-Organe nach Leistung vergeben werden, z.B. indem die Zuteilung nach Steuerleistung erfolgt? Wer mehr Steuern bezahlt, erhält bevorzugt ein Spender-Organ.
Sollen Spender-Organe nach einem Quoten-System vergeben werden, das die sexuelle Orientierung, den Migrationsstatus, das Geschlecht und vorhandene Behinderungen berücksichtigt, was bedeutet, dass z.B. bisexuelle, behinderte Frauen mit Migrationshintergrund bei der Zuteilung von Spender-Organen bevorzugt werden?
Oder sollen Spender-Organe per bindender Verfügung verteilt werden, z.B. dadurch, dass ein Spender verfügt, dass seine Leber oder seine Lunge nur an einen Mann, der nicht älter als 38 Jahre ist und der Single ist, vergeben werden darf?
Wie die fünf Möglichkeiten zeigen, verbinden sich mit der Zuteilung von Spender-Organen eine Vielzahl von ethischen Fragen. Ethische Fragen sind immer Fragen der Bewertung, schon deshalb werden sie in Deutschland in der Regel nicht diskutiert, denn würde man sie diskutieren, es würde deutlich, dass die Meinungen auseinander gehen und dass es keine Ideallösung gibt. Das wiederum wäre ein Horror für Verwalter und all diejenigen, die mit Organhandel ihr Geld verdienen – man nennt es übrigens Pluralismus, und Pluralismus, das zeigt sich regelmäßig, ist in Deutschland nicht gerne gesehen, weder als politischer Pluralismus noch als Meinungsvielfalt.
Bei ScienceFiles ist das anders. Wir lassen unsere Leser darüber abstimmen, nach welchen Kriterien die Vergabe von Organen erfolgen soll.
Vergabekriterien bei Organspenden
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In meinem Bekanntenkreis gibt es einen mit transplantiertem Organ. Er nimmt dreimal täglich 17 Tabletten ein. Ohne die könnte er wahrscheinlich nicht überleben. Aber: Es wird noch schlimmer kommen, denn angekündigt wurde von einem italienischen Arzt, dass er spätestens 2017 soweit sei, dass er Kopftransplantationen ausführen könnte:
Da zum Glück nur wenige Menschen durch Unfälle den „Hirntod“ sterben, wird es nie genügend Spenderorgane geben, daher sollten die wenigen die zur Verfügung stehen so vergeben werden, dass daraus die meisten zusätzlichen Lebensjahre für einen Empfänger generiert werden.
Meiner Meinung nach wäre daher eine Mischung von Erfolgswahrscheinlichkeit und Bedürftigkeit das sinnvollste.
Aber wenn es nur ein Kriterium gibt dann den würde ich den Erfolg wählen.
Besser wäre aber mehr medizinische Forschung unter dem Stichwort „Organe züchten“
„The match list is generated by a complicated computer algorithm that takes into account all medical and ethical criteria.”
Da hier behauptet wird, daß ALLE medizinische und ethische Kriterien berücksichtigt werden, kann es sich bei dem komplizierten Computer Algorithmus nur um GOTT handeln; und Gottes Ratschluss ist nun mal unergründlich und steht über aller Kritik.
Was zu diesem Artikel zu ergänzen wäre:
Jeder Mensch der sich selbst zum Spender erklärt ist plötzlich 2 Millionen Euro wert.
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[…] http://sciencefiles.org/2015/04/11/organspende-wer-bekommt-wann-ein-spender-organ/ […]
Hat dies auf Oberhessische Nachrichten rebloggt.
In meinem Bekanntenkreis gibt es einen mit transplantiertem Organ. Er nimmt dreimal täglich 17 Tabletten ein. Ohne die könnte er wahrscheinlich nicht überleben. Aber: Es wird noch schlimmer kommen, denn angekündigt wurde von einem italienischen Arzt, dass er spätestens 2017 soweit sei, dass er Kopftransplantationen ausführen könnte:
Da zum Glück nur wenige Menschen durch Unfälle den „Hirntod“ sterben, wird es nie genügend Spenderorgane geben, daher sollten die wenigen die zur Verfügung stehen so vergeben werden, dass daraus die meisten zusätzlichen Lebensjahre für einen Empfänger generiert werden.
Meiner Meinung nach wäre daher eine Mischung von Erfolgswahrscheinlichkeit und Bedürftigkeit das sinnvollste.
Aber wenn es nur ein Kriterium gibt dann den würde ich den Erfolg wählen.
Besser wäre aber mehr medizinische Forschung unter dem Stichwort „Organe züchten“
Egal welches Kriterium entscheiden soll…Es ist und bleibt Euthanasie, autorisiert vom Staat und praktiziert die damit am meisten Verdienen..
„The match list is generated by a complicated computer algorithm that takes into account all medical and ethical criteria.”
Da hier behauptet wird, daß ALLE medizinische und ethische Kriterien berücksichtigt werden, kann es sich bei dem komplizierten Computer Algorithmus nur um GOTT handeln; und Gottes Ratschluss ist nun mal unergründlich und steht über aller Kritik.
Was zu diesem Artikel zu ergänzen wäre:
Jeder Mensch der sich selbst zum Spender erklärt ist plötzlich 2 Millionen Euro wert.
Das hat mir mal ein Krankenpfleger geflüstert, nachdem ich fragte, warum man einen alten Menschen im Krankenhaus auf Teufel komm raus wiederbelebt und er nicht einfach sterben durfte.
[…] Wer bekommt wann ein Spenderorgan? […]
1. Entscheidungspflicht „vorher“, Zentralregister
2. Wer nicht spenden will, bekommt auch keine Organe.