Mit Korbflechten zurück auf den Arbeitsmarkt: Wie Bildungsträger Langzeitarbeitslose missbrauchen

Arbeitslosigkeit ist teuer, kostet Steuerzahler viel Geld. 20,1 Milliarden Euro sind im Haushalt von 2015 für Ausgaben im Rahmen der Erstattung von Arbeitslosengeld II vorgesehen. 19,2 Milliarden Euro waren es im Haushalt 2014, 18,9 Milliarden im Jahr davor. Die Tendenz ist demnach steigend. Um die Kosten der Arbeitslosigkeit dadurch zu senken, dass Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden, gibt es sogenannte „Maßnahmen im Rahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik“.

Statistik ArbeitsloseDabei handelt es sich im Wesentlichen um Maßnahmen, die sogenannte Bildungsträger anbieten. Deren Ziel besteht darin, Langzeitarbeitslose in eine Anstellung und aus der Arbeitslosigkeit zu bringen. Entsprechend entstehen im Bemühen, die Kosten der Langezeitarbeitslosigkeit zu reduzieren, zunächst weitere Kosten: 7,2 Milliarden Euro waren im Haushalt 2012 für damals „Arbeitsförderung“ vorgesehen. Seit 2013 stehen jährlich 3,9 Milliarden für nunmehr „Eingliederung in Arbeit“ bereit.

Ob diese jährlich 3,9 Milliarden Euro sinnvoll eingesetzt sind, daran gibt es erhebliche Zweifel. So kommt eine Untersuchung von Mitarbeitern des IAB in Nürnberg zu dem Ergebnis, dass Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik nur dann einen positiven Effekt auf die Arbeitsmarktchancen von Langzeitarbeitslosen haben, wenn das Klima auf dem Arbeitsmarkt positiv ist und wenn die Langzeitarbeitslosen es schaffen, eine Weiterbildung in Unternehmen oder in Anbindung an ein Unternehmen zu erreichen (betriebliche Weiterbildung).

Das Gros der Bildungsmaßnahmen, die von sogenannten Bildungsträgern angeboten werden, hat dagegen keinen bzw. einen negativen Effekt auf die Arbeitsmarktchancen von Langzeitarbeitslosen.

Überträgt man die vorsichtigen Formulierungen, die Mitarbeiter des IAB in der Regel wählen, in Klartext, dann folgt aus dem Ergebnis, dass die meisten Maßnahmen zur Weiterbildung bzw. zur beruflichen Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen nicht dazu dienen, die Langzeitarbeitslosen wieder in „Lohn und Arbeit“ zu bringen, sondern den Anbietern der entsprechenden Maßnahmen und ihren Beschäftigten üppigen Lohn und Arbeit zu verschaffen. Anders formuliert, die gut 19 Milliarden Euro, die seit 2012 ausgegeben wurden, um Maßnahmen von Bildungsträgern zu finanzieren, wurden vornehmlich dafür ausgegeben, die Bildungsträger zu finanzieren. Wollte man demnach die Kosten von Arbeitslosigkeit senken oder Hartz-IV-Empfänger finanziell besser stellen, dann wäre die erste Maßnahme: Die Finanzierung von Maßnahmen durch Bildungsträger, die der Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt diesen sollen, zu streichen.

Dann wäre auch gewährleistet, dass Maßnahmen, wie die folgende, nicht von Steuerzahlern finanziert werden müssen.

FAB-LogoVorab: Was nun kommt, ist keine Satire. Die FAB gGmbH, die „Kompetenz aus Leidenschaft“ sucht, bietet oder schätzt, was auch immer, die FAB, die einen Geschäftsbericht vorlegt, bei dem man denkt, es handle sich um ein Kinderbuch, das keinerlei Inhalt, dafür ganz viel heile Welt vorführt, sie hatte 2013, wie der einzigen verwertbaren Seite des Geschäftsberichts entnommen werden kann, 252 Mitarbeiter und 5 Auszubildende. Im Bereich Bildung bietet die FAB 30 „zertifizierte Maßnahmen“ und 27 Kurse mit 831 Teilnehmern. 4 erfolgreiche „Abschlüsse Ausbildung“ sind im Jahr 2013 Frucht der Bemühungen der FAB, 53 erfolgreiche Vermittlungen aus Kursen (wohin auch immer) und 105 erfolgreich abgelegte Prüfungen „Deutsch für Zuwanderer“.

Informationen dazu, welchen Umsatz das Unternehmen generiert, welche Mittel eingesetzt werden, um Bildungsangebote zu machen, sucht man im Geschäftsbericht 2013 vergeblich. Die gGmbH ist eben eine Ansammlung guter Menschen, und die sprechen bekanntlich nicht über Geld, sie kassieren es nur – gemeinnütziges Kassieren ohne Rechenschaftspflicht.

Eine der zertifizierten Maßnahmen, deren Ziel darin besteht, Langzeitarbeitslose wieder auf den Arbeitsmarkt zu bringen, nennt sich:

Abenteuer Korbflechten:

FAB korbflechtenDas Projekt „Men Fit For Work“ bei FAB gGmbH für Frauen Arbeit Bildung (FAB) ist ein gemeinsames Projekt mit dem Jobcenter Wetterau für langzeitarbeitslose Männer im Alter über 50 Jahre.

Damit werden seit Beginn des Jahres 2014 neue Akzente gesetzt: In diesem Projekt sind „Männer unter sich“. Sie planen und organisieren weitestgehend eigenständig die Themen und setzen ihre individuellen und unterschiedlichen Ressourcen ein: Jeder Teilnehmer bringt das ein, was er kann und will. Die Männer aktivieren verborgene Kompetenzen und steigern mit ihrem Können und „Know how“ ihr Selbstwertgefühl.“

Die Maßnahme ist also eine Form der Tiefenpsychotherapie, deren Ziel nicht etwa darin besteht, denn langzeitarbeitslosen Männern Kompetenzen zu vermitteln, die sie auf dem Arbeitsmarkt benötigen, sondern darin, sie etwas bei sich entdecken zu lassen und ihr Selbstwertgefühl zu steigern. Und wie könnte man das Selbstwertgefühl besser steigern als mit einem „Werkserlebnis“?

„Das wichtigste Element dieses Projektes ist ein Werkserlebnis, das die Kursteilnehmer durch eine selbstbestimmte Arbeitsweise wieder näher an den Arbeitsmarkt bringen soll. So haben die Teilnehmer bereits mit Kreativität und Freude das Gelände der Kinderfarm Jimbala in Friedberg baulich gestaltet.

Nun wurde ein weiteres Werkserlebnis von der FAB-Projektleiterin, Monika Schamberger organisiert, einen Besuch der staatlich geprüften Korbmacherin Katja Schyrer aus Ranstadt. Sie stellte den Teilnehmern ein traditionelles, heute rar gewordenes Handwerk vor.

Schyrer brachte Bündel ungeschälter, eingeweichter Weide in den Kurs mit. Jeder in der Gruppe war eingeladen mitzumachen und sich an etwas so Neues und Komplexes wie das Flechten eines Korbes heranzuwagen. Das Flechten von Weiden war für die Gruppe eine interessante und anspruchsvolle Aufgabe. Einige Teilnehmer beschwerten sich über „zwei linke Daumen“. Schyrer übernahm nun die fachliche Anleitung und gab Unterstützung beim Flechten, die gern angenommen wurden. [Fehler im Original]“

Ist es nicht erstaunlich, dass die „weitestgehende“, „eigenständige“ Planung der Männer dennoch organisatorischer Unterstützung durch die „FAB-Projektleiterin“ benötigt?

To be fair, auf die Idee, der staatlich geprüften Korbmacherin Katja Schyrer, vermutlich eine Bekannte der FAB-Projektleiterin Monika Schamberger, einen Besuch abzustatten, vermutlich einen kostenpflichtigen Besuch, was zeigt wie breit der Kreis derer ist, die an „Maßnahmen zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt“ profitieren, wären die Männer über 50, die an der Maßnahme teilnehmen, vermutlich nicht gekommen.

Wer kommt auf eine solche Idee, wenn es darum geht, einem Langzeitarbeitslosen der mehr als 12 Monate arbeitslos ist, dabei zu helfen, einen Arbeitsplatz zu finden? Beim FAB kommt Monika Schamberger auf die Idee, einen Korb zu flechten und die Vermittlungschancen der Männer ab 50, die nunmehr in ihre Bewerbungen schreiben können, sie hätten schon einmal in ihrem Leben einen Korb geflochten, damit zu erhöhen.

Wie gesagt, das ist keine Satire.

Es ist vielmehr Alltag deutscher Bildungsträger, die sich mit mehr oder weniger sinnlosen Angeboten, mit mehr oder weniger Häme oder Zynismus auf dem Rücken von Langzeitarbeitlosen ein üppiges Auskommen verschaffen.

Die FAB gGmbH ist hier nur ein Beispiel unter vielen.

Aber, wir wollen die folgende Meldung nicht unterschlagen:

„Das Konzept von Men Fit For Work hat sich auch als „Türöffner zum ersten Arbeitsmarkt“ bewährt. Jüngstes Beispiel: Einer der Teilnehmer hat aus dem Kurs heraus eine 3-monatige Qualifizierung zum Lageristen aufgenommen und ist inzwischen in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis übernommen worden.“

Vielleicht haben die Kurse bei der FAB gGmbH ja den Effekt, dass die Teilnehmer die entwürdigende Art und Weise, in der sie gezwungen werden, auch noch den letzten Unsinn, der in diesem Fall Monika Schamberger eingefallen ist, mitzumachen, sich flux nach einer Arbeit umsehen, schon um dem Kurs „Men Fit For Work“ zu entkommen und wieder in der normalen Welt, der Welt sinnvoller Betätigung, Fuss zu fassen.

Über Michael Klein
... concerned with and about science

31 Responses to Mit Korbflechten zurück auf den Arbeitsmarkt: Wie Bildungsträger Langzeitarbeitslose missbrauchen

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Mit Korbflechten zurück auf den Arbeitsmarkt: Wie Bildungsträger Langzeitarbeitslose missbrauchen

  2. palina says:

    bestelle schon mal einen Brotkorb für meine Tochter als Weihnachtsgeschenk. Der Artikel kommt zu meiner Sammlung. Damit kann ich meinen Enkeln später zeigen, mit welchen Entscheidungen wir heutzutage zu tun hatten. Vermute fast, dass solche Meldungen zunehmen werden. Und damit meine Sammlung immer umfangreicher. Habe aber auch noch solche, als Deutschland noch ein Sozialstaat war. Die lesen sich besser.

  3. aranxo says:

    Schon ziemlich abstrus. Aber vielleicht ist es ja auch gerade Sinn und Zweck des Kurses, gezwungen zu werden, auch noch den letzten Unsinn mitzumachen. Dieses klaglos hinzunehmen, ist eine nicht zu unterschätzende Kompetenz auf dem Arbeitsmarkt. In vielen Unternehmen soll man ja gar nicht nach dem Sinn fragen, wofür das gut ist, was man da machen soll.

    Und ob es mehr Sinn hat, Arbeitslose immer wieder in dieselben Word- und Excel-Kurse zu stecken, in denen sie jetzt aber ganz bestimmt lernen, wie man eine vernünftige Bewerbung schreibt, wage ich auch zu bezweifeln.

    • palina says:

      eine Bekannte von mir, Analphabetin, musste an einem Kurs teilnehmen um zu lernen wie man Bewerbungen schreibt.

      • aranxo says:

        Ich habe selbst mal so einen Kurs geleitet. Von den 18 angemeldeten kamen sowieso nur immer ungefähr die Hälfte. Vom Rest hatte ca. ein Drittel das, was man da lernen sollte, eh schon drauf. Einer hatte sogar ein entsprechendes Microsoft-Zertifikat. Beim zweiten Drittel war Hopfen und Malz verloren. Die waren nicht in der Lage irgendwas zu verstehen. Nur für die restlichen drei hat es sich gelohnt, die waren interessiert und lernten auch etwas dazu. Die wurden aber oft von den anderen abgelenkt, die einfach keine Lust hatten und die Zeit absaßen. Und dann war da noch ein 55jähriger Fernfahrer, der eh nur zweimal da war. Der sagte gradheraus, dass er nur Laster fahren und so etwas nicht mehr lernen will. Auf meinen halbherzigen Einwand, er müsse doch dazu auch eine Bewerbung schreiben, meinte er nur, da gehe er dann zu einem Nachbarn, ein Kumpel von ihm, und dann mache man das zusammen. Da konnte ich dann auch nichts mehr erwidern. Wo er recht hat, hat er recht.

  4. mikeondoor says:

    Bleiben wir aber bei dem “Wahnsinn”, bei der Angst der “Hartzer”. Verweilen wir kurz sinnierend – und denken etwas nach. Wie nennt man nochmal Staaten, deren Bürger in Angst leben – in Angst vor dem Staat und seinen Aktionen? DIKTATUREN – schon mal gehört? Das sind jene Regierungsformen, die ihren Bürgern detalliert Verhalten, Meinung und Benehmen diktieren, ihre Reisefreiheit einschränken, ihre Bewegungsfreiheit einschränken, ihre Vermögen einziehen, ihre Grundversorgung bei Befehlsverweigerung abschneiden und auch ihre Kinder mit Gewalt bedrohen: all das ist Alltagswirklichkeit der “Hartzer” … und all jener, die mangels Erbschaft beständig mit einem Bein im Jobcenter stehen.
    Byung-Chul Han nennt auch die Gewinner:
    Sie sind zwischen 26 und 45 Jahre alt, dynamisch, stehen zum Joggen früh auf, haben keine Kinder, sind aber vielleicht verheiratet und pflegen einen veganen Lebensstil, reisen gern, schauen die Fernsehserie Seinfeld. So lässt Big Data eine neue, digitale Klassengesellschaft entstehen.
    Was nicht erwähnt wird: mit 45 Jahren steigen die Selbstmordraten rapide an … und die Chance, einen neuen Arbeitsplatz zu bekommen, sinkt ebenso schnell, während die Chance, vogelfreier Langzeitarbeitsloser zu werden, TÄGLICH steigt.
    Die Agenda 2010 – “Hartz IV” genannt – ist … politisch gesehen … die Errichtung der ersten Diktatur auf bundesdeutschem Boden…

    ganzer bericht:
    http://grilleau.blog.de/2014/09/11/hartz-diktatur-deutschland-ursachen-auswirkungen-ausblicke-19376837/

    …die frage sollte gestellt werden, wie lange sich in einer demokratie die mehrheit von einer kleinen, weltfremden (dann müsste man von dummheit sprechen) oder gar gekauften, manipulierten und geldgeilen „elite“ weiter schikanieren lässt:

    Die Hartz-IV-Gesetze sind die Arbeitshäuser des 21. Jahrhunderts
    Zum 1. April 2015 soll das Hartz-IV-Gesetz verschärft werden. Armut soll damit weiterhin als abschreckendes Beispiel dienen
    http://www.heise.de/tp/artikel/42/42717/1.html

    • rote_pille says:

      Die Bürger haben inmer noch die Wahl ob sie überhaupt Hartz 4 beziehen. Selbstverständlich ist es im Interesse der Gesellschaft dass das so wenige Leute wie möglich machen, also sollten denen dabei möglichst viele Steine in den Weg gelegt werden, wenn schon kein Politiker den Mut hat die Stütze auf Null zusammenzustreichen.

      • Natascha says:

        Die Kinder des Teufels erkennt man sofort am mörderischen Gift ihrer Worte.

        • rote_pille says:

          Ich sehe definitiv nicht ein, wieso jeder Bürger gezwungen sein sollte Arbeitslosen den Lebensunterhalt zu bezahlen. Das ist purer Raub, begangen vom Staat. Wenn es für sie teuflisch ist, sich gegen Zwang zu wehren, dann bezahlen Sie denen den doppelten Anteil und lassen mich damit in Ruhe!

  5. falcepalms intesify says:

    I literally can’t even anymore … :l

  6. Michaela says:

    Diese Art der Arbeitslosen-„Förderung“ = Irrsinn ist aber doch nicht neu. In den 80-er Jahren wurde mein Mann, tätig in der Baubranche, arbeitslos. Er sollte dann einen Kurs zum Betonbauer machen. Ganz im Ernst: Man hat ihn an eine Betonwand gestellt, und er musste mit einem Glätter über die Wand reiben, um ein Gefühl für „geglätteten Beton“ zu bekommen *kopfklatsch. Er hat das einen Tag lang mitgemacht und sich dann selbst eine neue Arbeitsstelle gesucht.

    • Florian Geyer says:

      Freundin meiner Mutter, Anfang 60, gelernte Hauswirtschafterin, durfte 30 km zu einem Kochkurs fahren!

  7. Hartzer says:

    Der Gipfel ist, wenn jemand eine Maßnahme verläßt, weil er durch eigenes Engagement eine Arbeit gefunden hat, wird das trotzdem als Erfolg der Maßnahme verbucht.

  8. wahrheit says:

    Arbeitslosigkeit ist teuer, kostet Steuerzahler viel Geld. 20,1 Milliarden Euro sind im Haushalt von 2015 !

    Ja wen wir nur an Eytnichen Deutschen.als Volksangehörigen zahlen würden
    dan häten wir genug geld über.Aber mann muß ja das Weltsozialamt spielen
    Also immer weiter die Blokflöten wählen.

    • rote_pille says:

      Jetzt würde ich nur zu gerne das Prinzip verstehen, nachdem „wahrheit“s Kommentar durchgelassen wurde, und meiner gestern, wo ich meinte, dass die Duldung der Asylflut der Selbsterhaltung widerspricht, hingegen nicht.

      • Das Prinzip nennt sich Akismet … und ist ein selbsttätiger Spam-Filter.

        • … und wir brauchen solche Filter, weil wir keine Chance haben, ohne ihre Hilfe der Masse von Kommentaren, die wir erhalten, in irgendeiner Weise Herr zu werden.

          Wie gesagt: ScienceFiles ist ein privates Engagement einer Gruppe von Wissenschaftlern, die das blog nebenher betreiben, und wir können und wollen (!) nicht mehr in die Verwaltungsaspekte des blogs investieren als unbedingt nötig. Uns sind die Inhalte wichtiger.

          Manchmal mag die automatische Verwaltung die Falschen treffen, was wir bedauern, aber nach rationaler Abwägung aller Interessen und angesichts der verfügbaren Ressourcen in Kauf nehmen müssen.

  9. Olli says:

    Beim obligatorischen Bewerbungstraining in der Maßnahme wird mitunter darauf hingewiesen, den Begriff „Maßnahme“ nicht zu verwenden, da er in den Ohren von Arbeitgebern naturgemäß einen schlechten Klang haben könnte.

  10. Ralle says:

    Ich habe mal den Link zu dem „Geschäftsbericht“ geöffnet. Auf der ersten Seite wird auch die Internetadresse mit http://www.fab-wetterau.de angegeben. Aus lauter Jux und Dollerei habe ich die Seite mal geöffnet.

    Da steht dann als erstes:

    Die Schuldnerberatungsstelle

    ???

    Hmmm. Langzeitarbeitslose, Schuldnerberater …

  11. Christoph says:

    Guter Artikel ueber die traurige Wahrheit – Arbeit ist zur Religion geworden, s. der Film „Frohes Schaffen“. Arbeit hat einen Wert an sich bekommen und dient nicht nur einfach dem Broterwerb. Deswegen waere es auch ein Super-Geschaeft wenn Firmen den Arbeitslosen anbieten wuerden unentgeltlich „angestellt“ zu werden. M.w.n. gibt es das bisher nur bei der UN und bei Lehrlingsausbildung.

    • Sven H. Schillings says:

      „Arbeit hat einen Wert an sich bekommen und dient nicht nur einfach dem Broterwerb.“
      Arbeit kann auch Sinn stiften, das Gefühl geben, etwas geschaffen zu haben oder anderen geholfen zu haben oder schlicht vermitteln, daß man gebraucht wird. Arbeit kann vieles mehr als nur Broterwerb sein!

  12. Hat dies auf In Dir muß brennen… rebloggt und kommentierte:
    „Deren Ziel besteht darin, Langzeitarbeitslose … aus der Arbeitslosigkeit zu bringen.“
    Aus der ArbeitslosenSTATISTIK genau genommen – denn daß es hier tatsächlich darum geht, die Kosten zu senken, glaube ich weniger…

  13. Florian Geyer says:

    Da ist es wieder, das Perpetuum Mobile des Sozial-Industriellen Komplexes!
    Kein Zufall, daß „Deutsch für „Zuwanderer““ Einnahmequelle Nummer 1 zu sein scheint!

  14. Heike says:

    Unser TV berichtete einmal:
    Ein Arbeitsloser beim Amt der vom Amt einen PC Kurs bemam“Ich hab jetzt einen Interner Führerschein“ die Alte vom Arbeitsamt:Und damit können sie LKW fahren?

    Eine bekannte mit Frisör Ausbildung wurde zu eine Umschulung gezwungen-jetzt kommts ALS FRISÖRIN!!!Nein die Ausbildung wart noch nicht lange her…

  15. Da gab’s doch in den öffentlich-rechtlichen Medien mal einen Bericht darüber, daß Langzeitarbeitslose in „Qualifizierungsmaßnahmen“ gespendete Puzzles auf Vollständigkeit überprüften, damit man sie an Kindergärten und Schulen weitergeben konnte. D.h. die Leute haben den ganzen Tag nix anderes gemacht, als gebrauchte Puzzles gelegt.

    Meiner Meinung nach kommt man wesentlich billiger, wenn man die Puzzles einfach neu kauft. Aber so wird Geld verbrannt. Kann man die Personen am Arbeitsamt, die solch einen Unsinn durchlassen eigentlich persönlich haftbar machen?

  16. drjensromba says:

    Hier kann ich, promovierter Diplom-Chemiker und seit Abschluß meiner Promotion Ende 2004 mehr oder weniger auf Hartz-4 angewiesen, mittlerweile auch aus Erfahrung sprechen. Denn es trifft, trotz angeblichem „Fachkräftemangels“ seit längerem auch schon Fachkräfte, Ingenieure und Akademiker. Seit ich Anfang 2009 mit der „Deutschlandweiten Initiative Akademiker und Arbeitswelt (DIAA)“ in Kontakt kam und so erfuhr, daß die Mähr vom Fachkräftemangel eine einzige Lüge ist, um Löhne und Gehälter zu drücken und sich aus einem großen Pool von kompetenten Leuten die billigsten und formbarsten herauszusuchen, engagiere ich mich im Internet in Form von Leserartikeln und Kommentaren, um derartige Lügen und Desinformationen aufzudecken.

    Was diesbezüglich am akademischen Arbeitsmarkt wirklich läuft, kann ein jeder unter

    https://propagandaschau.wordpress.com/2014/09/04/gastbeitrag-die-mar-vom-fachkraftemangel/

    lesen. In diesem Beitrag, habe ich einmal eine sehr interessante ARD-Reportage zusammengefaßt, wobei der geneigte Leser den Link zu dieser Reportage ebenfalls in diesem Beitrag finden kann.

    Natürlich habe ich mich dann im Internet auch weiterinformiert. Wohin der Langzeitarbeitslose, ganz gleich ob Akademiker oder weniger gehobenes Niveau dann kommt, ist in den nachfolgenden Links zu sehen.

    ARD-Exklusiv Alt, arm, arbeitslos

    Die Hartz-4-Maschine Geschäfte mit der Arbeitslosigkeit


    Die Weiterbildungsindustrie


    Die Informationen in diesen Links decken sich zudem mit meinen eigenen Erfahrungen sowie auch den Informationen des vorliegenden Artikels.

    Ich habe auch schon oft versucht, Leute zu aktivieren, um gegen derartige Praktiken aufzustehen. Leider aber ist selbst der gehobene Durchschnitt (Fachkraft, Akademiker, Ingenieur) mehrheitlich noch viel zu träge, um sich für weitergehende Proteste und Aktionen sowie eine umfassende Organisation zu begeistern. Und solange das nicht geschieht, können wir uns in Zukunft wohl nur noch auf weitaus Schlimmeres gefaßt machen.

    Trotzdem viel „Spaß?!“ beim Anschauen.

    Dr. Jens Romba

    • palina says:

      meiner Meinung nach ist dies alles gewollt. Es zeigt auch denen, die noch Arbeit haben, schaut so ergeht es euch, wenn ihr aufmuckt.
      Nach meiner Erfahrung, bringt es nichts das System verändern zu wollen. Reine Energieverschwendung. Hier ist angesagt neue Wege zu beschreiten.

  17. rote_pille says:

    Wundert sich bei diesen Massnahmen noch jemand über die relativ hohe Selbstmordrate bei arbeitslosen Männern?

  18. Samarkand says:

    An dieser Stelle ein Hinweis: Hartz-IV-Empfänger können von den Jobcentern zugewiesene Maßnahmen unter bestimmten Voraussetzungen ablehnen oder abbrechen. Aus einem dem Urteil des Landessozialgericht Berlin-Brandenburg:
    „Einem erwerbsfähigen Hilfebedürftigen ist die Teilnahme nur an solchen Maßnahmen zuzumuten, die geeignet sind, seine Eingliederung in das Erwerbsleben zu befördern. Die Maßnahmen müssen Kenntnisse vermitteln, deren Erwerb für den Arbeitsuchenden in seiner konkreten Situation sinnvoll ist.“

    Im Fall des Korbflechtens dürfte das zweifelsohne so sein.

Bevor Sie hier kommentieren, lesen Sie bitte unser Grundsatzprogramm. Kommentare, die Beleidigungen enthalten oder lediglich gepostet wurden, um sich zu erleichtern, wandern direkt in den virtuellen Mülleimer

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s