KANALEquality: Gleichstellung auch unterirdisch

KANALEquality ist ernst gemeint!

Aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen scheinen einige Leser der Ansicht zu sein, es handle sich dabei um eine Satire oder einen Spaß.

Wer versichern hiermit: We are perfectly serious!

Warum sollte KANALEquality ein Spaß sein und Chefsache ernst gemeint, also kein Spaß?

ChefsacheZur Erinnerung: Chefsache ist eine Initiative unter der Schirmherrschaft von Angela Merkel, deren Ziel darin besteht, einen gesellschaftlichen und kulturellen Wandel zu erreichen. Der kulturelle und gesellschaftliche Wandel ist erreicht, wenn mehr Frauen in Führungspositionen gelangen.

KANALEquality Jetzt ist eine Initiative, deren Ziel darin besteht, einen gesellschaftlichen und kulturellen Wandel zu erreichen. Der kulturelle und gesellschaftliche Wandel ist erreicht, wenn mehr Frauen eine Anstellung als Kanalarbeiter annehmen.

Stellen wir beide Initiativen gegenüber, dann wird deutlich, dass KANALEquality zudem einen höheren gesellschaftlichen Nutzen erbringt als Chefsache.

KANALEquality Chefsache
Kanäle spielen eine eminent wichtige Rolle im Hinblick auf die Versorgung mit Trinkwasser, den Abtransport von Fäkalien, und somit im Hinblick auf die Gesundheit der Bevölkerung. Ob Führungspositionen einen Effekt auf die Volkswirtschaft bzw. den Gewinn eines Unternehmens haben, ist in der Literatur umstritten. So ist z.B. Joe Bain (1968) der Ansicht, der Erfolg eines Unternehmens sei unabhängig von der Führung des Unternehmens, das Management könne man entsprechend beseitigen.
Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice ist ein anerkannter Ausbildungsberuf mit festem Lehr- und Lernkorpus. Man weiß demnach, was eine solche Fachkraft kann oder können sollte. Manager ist kein Ausbildungsberuf. CEO, CFO oder Vorstandsmitglied ebensowenig. Vorstandsmitglied kann nahezu jeder werden, selbst Gewerkschaftsfunktionäre. Eine spezielle Ausbildung zur Führungskraft gibt es nicht.
Es gibt keinen berichteten Fall von Korruption oder Bestechlichkeit unter Fachkräften für Rohr-, Kanal- und Industrieservice. Es gibt eine Vielzahl von Berichten über korrupte Manager, gekaufte Vorstände und bestechliche CEOs. Am bekanntesten ist wohl Nick Leeson (Rogue Trader), der als Manager der Barings Bank den Konkures derselben zu verantworten hat.
Der gesellschaftliche Nutzen von Kanalarbeitern oder Fachkräften für Rohr-, Kanal- und Industrieservice ist höher als der von Managern. Streiken die entsprechenden Fachkräfte wegen zu geringer Bezahlung, die gesellschaftliche Atmosphäre ist durch dicke Luft sofort vergiftet. Der gesellschaftliche Nutzen von Managern ist geringer als der einer Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice. Ob sich ein Manager 2, 3 oder 10 Millionen Jahresgehalt genehmigt, ob Vorstandsmitglieder nach der beschwerlichen Abnicksitzung ein oder zwei Dutzend Kaviar-Canapes essen, hat nur indirekt Folgen für die Gesellschaft, nämlich dann, wenn die nachfolgende Verdauung die vorhanden Kanäle über-beansprucht. Was abermals zeigt: Kanalarbeiter sind wichtiger als Manager.

Vor diesem Hintergrund können wir es nur als gesellschaftliche Katastrophe betrachten, dass zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen eine Kampagne nach der nächsten ins Leben gerufen wird, während es bislang nur unsere Kampagne für mehr Frauen unter Kanalarbeitern gibt. Ein Kommentator der Kampagne hat die Notwendigkeit, den Anteil von Frauen an den Kanalarbeitern zu erhöhen, auf den Punkt gebracht:

„Endlich. Ich bin froh das in diese wissenschaftliche Lücke gestoßen wird. Wie wir ja wissen, haben Frauen besondere Fähigkeiten und daher kann kein Bereich darauf verzichten. Und gerade beim Abfall ist beonderes Einfühlungsvermögen absolut nötig und notwendig. Es ist klar, das können Männer allein nicht leisten.“

In diesem Sinen hoffe wir, dass das wichtige Anliegen von KANALEquality nun erkannt worden ist und sich die Zahl der Unterstützer verdoppelt, verdreifacht, verzehnfacht, also vermehrt.

Deutschland kann es sich nicht länger leisten, das große Potential weiblicher Kanalarbeiter links liegen zu lassen. Wir brauchen weibliche Expertise auch sub-terran.

Deshalb: KANALEquality JETZT!

Kanalequality

Unsere Gründungsmitglieder:

Dr. habil. Heike Diefenbach, ScienceFiles, international bekannte, strickende und katzenliebhabende Wissenschaftlerin, die die Wichtigkeit einer ausgewogenen Kanalarbeit nicht nur aus weiblicher, sozialwissenschaftlicher, stricktechnischer und katzenliebender Perspektive, sondern aus noch viel mehr Perspektiven argumentieren kann.

Michael Klein, ScienceFiles, international unbekannter, nicht strickender, aber katzenliebhabender Unternehmer, dem sich die Wichtigkeit der ausgewogenen Kanalarbeit erschlossen hat, als er zum ersten Mal mit einem verstopften Abfluss konfrontiert war, von wegen: „… was ist denn schon dabei, da nimmt man Abfluss-Frei, das macht den Abfluss frei“ und so… Ha!

Enrico, erfahrener 50:50-Aktivist, der sich seit Jahren für die Belange auch in der Kanalarbeit nicht berücksichtigter gesellschaftlicher Gruppen stark macht. Seine Erfahrung in der Quotierung von allem und jedem ist für KANALEquality JETZT von großer Wichtigkeit, und: Enrico kann stricken.

Wir bedanken uns bei Enrico für sein Engagement.

Sie wollen auch Gründungsmitglied sein?

Sie wollen gesellschaftlichen Wandel gestalten, dabei sein, wenn die Kultur verändert wird?

Dann schreiben Sie uns eine eMail mit einer kurzen Selbstbeschreibung, warum sie besonders geeignet sind. Wir ergänzen die Liste der Gründungsmitglieder fortlaufend.

Mehr zu KANALEquality, zu unserem Anspruch und unseren Aktivitäten.

Über Michael Klein
... concerned with and about science

8 Responses to KANALEquality: Gleichstellung auch unterirdisch

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] KANALEquality: Gleichstellung auch unterirdisch

  2. PP says:

    Ich glaube, KANALEquality ist ein patriarchalischer Versuch, die berufliche Situation von Frauen auf ein geradezu unterirdisches Niveau zu zu senken, von dem aus sie aufgrund der gläsernen Erdoberfläche nicht mehr aufsteigen können. Pfui!

  3. interessierter says:

    Bravo, denn Gleichberechtigung sollte dann ja auch überall und allerorts gelten!

  4. Uranus says:

    Frau Bundeskanzler Merkel sollte außerordentlich erfreut darüber sein, daß ihr Anliegen, einen kulturellen und gesellschaftlichen Wandel zu befördern, nun auch von wissenschaftlicher Seite unterstützt wird, indem sich die Initiative „KANALEquality Jetzt!“ mit großem Engagement dafür einsetzt, mehr Frauen nicht nur in Führung, sondern auch und gerade in den Kanal zu bringen. Ich sehe diese Initiative aus dem Bereich der Wissenschaft jedenfalls als eine erfolgversprechende Ergänzung zu den Bemühungen aus dem Bereich der Politik. Es scheint mir nicht unmöglich, daß durch die Unterstützung aus der Wissenschaft der Turbo des kuturellen und gesellschaftlichen Wandels erst so richtig gezündet wird.

    Leider kann ich selbst nicht zu den Gründungsmitgliedern der Initiative „KANALEquality Jetzt!“ gehören, da ich nach eigener realistischer Einschätzung nicht über das dazu erforderliche Mindestmaß an Qualifikation und Fähigkeiten verfüge. Unterstützen werde ich das Anliegen trotzdem, indem ich für eine weitreichende Verbreitung desselben in meinem persönlichen Lebensumfeld sorge. Auf diese Weise beteilige ich mich direkt und unmittelbar am kulturellen und gesellschaftlichen Wandel, denn wer sonst, wenn nicht einzelne lebende Menschen, sollte einen Wandel bewerkstelligen?

  5. Baur says:

    …gerne schließe ich mich den Erstunterzeichnern an. Der Grund: Immer schon war ich ein Verfechter der Geschlechterparität in allen Berufssparten und Branchen. Zwar ist die sinnvolle, sich frei entwickelnde Arbeitsteilung seit jeher Motor für Wirtschaftlichkeit und Fortschritt – aber was heißt das schon, geht es doch bei der Frage der Geschlechterparität weder um Wirtschaftlichkeit, noch um Fortschritt. Vielmehr geht es hier um das höchste aller Güter, es geht um die Gleichheit, um die „égalité“ – wie Maximilien de Robespierre bereits vermerkte. Der Gleichheit muss zum tatsächlichen und endgültigen Durchbruch verholfen werden, notfalls mit staatlichen Zwangsmitteln.

    Die Gleichheit ist nun allerdings seit 1789 nur sehr mühsam vorangekommen, ganz im Gegensatz zur Gleichberechtigung, die zumindest im zivilisierten Teil des Globus keinerlei Anfechtungen mehr erfährt. Zurück also zur Gleichheit bzw. Gleichverteilung bzw. Parität – die ist in den meisten Berufen weit, sehr weit von ihrer Verwirklichung entfernt. Die gilt insbesondere vom Beruf des Kanalarbeiters, hierunter zählen aber auch die Gerüstbauer, die Bergleute, die Pflasterer, Sprengmeister, Stauer, Tiefbauer, Steinbrecher, Betonbauer, Eisenbieger, Rangierer, Scharfschützen, Straßenbauer und viele andere mehr, nicht zuletzt auch die Müllmänner.

    Diese Schieflage zu beseitigen, muss unser aller Ziel sein. Darin liegt der tiefe, schöne und staatstragende Grund für meine hiermit nochmal bekräftigte Bereitschaft zur Erstunterzeichnung des Vorhabens der KANALEquality.

    Herzliche Grüße
    Baur

  6. Pingback: KANALEquality: 100% mehr Gründungsmitglieder | ScienceFiles; Kritische Wissenschaft - Critical Science

  7. Der Wolf says:

    Ich unterstütze ihr Anliegen voll und ganz. Wir können und dürfen auf die unterirdische Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Frauen nicht verzichten!

    Der Wolf

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