Der Unsinnsticker hat schon wieder getickt: 10 auf der nach oben offenen Unsinnsskala.
Urheber: Dradio Wissen! Ja: Wissen!
Veröffentlichung vom heutigen Tag mit der Überschrift, „Wenn die Angst bleibt„.
Gegenstand: Ein Einbruch, ein Wohnungseinbruch.
„Der Psychologe Karl Theobald erklärt, dass wir [also wir alle] durch einen Einbruch extrem verunsichert werden. Wir rechnen nicht damit, blenden es aus, genauso wie wir nicht mit einem Autounfall rechnen“.
Was „es“ ist, wissen wir nicht. Vermutlich ist es das Freudsche-Es, das vom Über-Ich erst eingeblendet werden muss. Ungeachtet dessen, wer oder was „es“ zum rechnen bringt, sind „wir“ schockiert und extrem verunsichert.
Wir alle sind schockiert und extrem verunsichert, wenn bei uns eingebrochen wird.
Vermutlich sind es Leute wie wir, die Karl Theobald, Psychologe, dazu bringen, die extreme Verunsicherung, die er gerade noch für uns alle konstatiert hat, auf 10% von uns allen zu reduzieren und diesen eine Trauma-Folge-Störung zu attestiert.
Um so stärker ist die Trauma-Folge-Störung, je größer die Verletzung der Intimsphäre: Wenn die Täter die Unterwäsche durchwühlt haben, dann ist die Trauma-Folge-Störung groß, größer noch, wenn das Bild von Onkel Walter mitgenommen wurde und besonders schlimm ist das:
Wohnungseinbruch – und dann beschleicht einen die Angst, dass die Einbrecher wieder kommen. https://t.co/HKJDg1Cw94 pic.twitter.com/cP2qupyAtE
— DRadio Wissen (@DRadioWissen) December 20, 2015
Je unbekannter der Täter, desto größer die Horrorfantasien.
Wie hat man sich einen Täter vorzustellen, der noch unbekannter als unbekannt ist, als ganz unbekannt oder besonders unbekannt oder unglaublich unbekannt?
Tücke der deutschen Sprache, die Adjektive umfasst, die man schlicht nicht steigern kann, denn mehr als unbekannt, kann etwas nicht sein, nicht einmal ein Täter oder ein Theobald, Psychologe.
Oder, in Psychologendeutsch:
Je unbekannter der Psychologe, desto größer der Unsinn, den er von sich gibt.
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