Der Fake-News Trick: Die Politische Klasse bekämpft den freien Diskurs

Welche Informationen dürfen Bürger erreichen?

Eigentlich ist schon die Frage eine Unverschämtheit, und doch steht diese Frage im Kern dessen, was sich derzeit im Hinblick auf Fake News in Deutschland ereignet. Der mündige Bürger, den Politiker immer dann begrüßen, wenn er ihnen gerade seine Stimme gegeben hat, er ist gar nicht mehr so mündig und wird schon gar nicht mehr begrüßt, wenn er sich Informationen aus nicht von Parteien autorisierten Quellen verschafft, wenn er sich eine eigene Meinung aufgrund unabhängiger Informationen bilden will, wenn er abseits vom direkten Weg, auf dessen Wirksamkeit Politiker und ihre öffentlich-rechtlichen Medien seit der Volksempfänger obsolet geworden ist, vertraut haben, seine Informationen beschafft.

Denn unabhängige Informationen können zu unabhängigen (Wahl-)entscheidungen führen und dann passiert, was das britische Magazin „Spiked“ wie folgt beschreibt:

“The ‘fake news’ panic is essentially a response to the democratic revolt against Western political elites. It could not be the case that millions made a rational decision to vote to Leave the EU or elect Donald Trump. It could not be that the Remainers here or the Democrats in the US simply lost the argument to their despised opponents.
No, those ‘low-information’ gullible voters must clearly have been duped by ‘Brexit lies’, Russian ‘fake news’ and other sorts of ‘post-truth politics’. The solution must be to control public debate and edit out the bits you don’t like or can’t deal with, to place guiding hands over the public’s eyes and ears.”

Wähler wählen anders als diejenigen, die sich aus welchen Gründen auch immer für die Elite halten, es wollen. Damit diese unsachgemäße Nutzung demokratischer Freiheit nicht um sich greift, haben Politiker die Fake News Debatte erfunden. Wenn man das Gegenüber der Fake News bezichtigt, ob das nun stimmt oder nicht, hat man, so das Kalkül, die Definitionhoheit, kann die Gegenposition in Frage stellen ohne die eigene Position argumentieren oder begründen zu müssen, und da der Ruf „Fake News“ den öffentlich-rechtlichen Mob auf diejenigen, denen er entgegen geschleudert wird, loslässt, hat man auch dafür gesorgt, dass das Gegenüber mundtot gemacht, in jedem Fall damit beschäftigt ist, sich gegen den Vorwurf zu verteidigen.

Viele Vorwürfe jemand, besonders gerne wird Donald Trump in diesen Platzhalter eingesetzt, habe Fake News verbreitet, lösen sich nach kurzer Zeit bereits in Luft auf, aber das nutzt demjenigen, der entsprechend verleumdet wurde, in der Regel nichts mehr. Nachrichten sind kurzlebig und Sender, die die Fake News Denunziation verbreitet haben, sind in der Regel nicht bereit, eine Gegendarstellung zu bringen, lieber bringen sie eine weitere Fake News Beschuldigung. Der Wahn den z.B. Hadmut Danisch im Hinblick auf die Berichterstattung über Donald Trump in deutschen Medien grassieren sieht, er hat seine Ursache darin: Wer ständig neue Vorwürfe anhäuft, muss sich nicht für die vergangenen und falschen Vorwürfe verantworten, so das einfach Kalkül.

Tatsächlich wachsen derzeit die politisch-korrekten Fake News Bekämpfer wie Pilze aus dem Boden. Was sie zum Bekämpfen von Fake News qualifiziert, ist indes ein Rätsel, denn diejenigen, die vermeintliche FakeNews bekämpfen sollen, sie werden der Öffentlichkeit einfach präsentiert. Ob sie irgendwelche Kompetenzen besitzen und wenn ja, welche, das ist offensichtlich belanglos. Allein die Tatsache, dass keiner der FakeNewsbekämpfer jemals seine Qualifikationen, die ihn gerade zum Bekämpfen von FakeNews qualifizieren, offengelegt hat, nicht einmal die Notwendigkeit dazu verspürt hat, belegt, dass es nicht darum geht, tatsächliche FakeNews richtig zu stellen, sondern neue Formen von Propaganda zu entwickeln, dies es ermöglichen, den öffentlichen Diskurs, der dem politischen Establishment und seinen öffentlich-rechtlichen Helfershelfern aus den Fingern geglitten ist, wieder in den Griff zu bekommen. Flankierende Maßnahmen dazu bilden die Zensur von Inhalten, die angeblich Hass beinhalten oder gegen Strafgesetze verstoßen.

Hat irgendjemand einen Zweifel daran, dass es nicht darum geht, die Bürger vor falschen Informationen zu schützen, sondern darum, den Bürgern alternative Quellen der Information nicht nur madig zu machen, sondern vollständig zu verschließen?

Wenn jemand daran Zweifel hat, dann haben wir ein paar Fragen:

1) Auf welcher Grundlage sind Politiker und Journalisten der Ansicht, sie könnten besser als ihre Leser, als die Richter, Wissenschaftler, Bäckermeister, Ärzte, Lehrer oder Dachdecker richtige von falschen Informationen unterscheiden? Auf Grundlage welcher Qualifikation kommen Politiker und Journalisten zu dieser Selbstüberschätzung?
2) Wie kommen Politiker und Journalisten überhaupt dazu, sich anzumaßen, Bürgern Informationen vorzuenthalten bzw. Informationen nur in von ihnen bereits bewerteter Weise zugänglich zu machen?
3) Wieso sind die vermeintlichen FakeNews, die von den weshalb auch immer dazu qualifizierten angeblichen FakeNewsenttarnern bekämpft werden, ausschließlich Themen, die für das politische Establishment kritisch sind?

Wir haben uns einmal die Mühe gemacht, die Themen zu kategorisieren, die die ARD-Faktenfinder in den letzten eineinhalb Monaten bearbeitet haben. Hier das Ergebnis:

In der Karikatur Die gute Presse von 1847 aus unbekannter Feder steht der Krebs für Rückschritt, der Spiegel des Krebses für die Rückwärtsgewandtheit, der Maulwurf für Blindheit, Kerzenlöscher für Dunkelheit, die Schere und Stift für Zensur, die Rute für Drangsal, die Augen für Überwachung, die Kinder für den bevormundeten Bürger, der Schafskopfspolizist für die Dummheit der Staatsmacht und der Spitz für die Spitzelei. Die Karikatur erschien in der Zeitschrift Leuchtturm10 Beiträge, die vermeintlich falsche Informationen über Flüchtlinge bzw. Zuwanderung aufklären wollen;
7 Beiträge, die Donald Trump bei Lügen oder der Verbreitung von FakeNews zeigen sollen;
5 Beiträge, die die AfD als Quelle von FakeNews offenbaren wollen;
5 Beiträge, die zeigen sollen, wie Kapitalismus in Form der Automobilindustrie Deutschland schadet;
3 Beiträge, die zeigen sollen, wie FakeNews von Rußland aus verbreitet werden und ein Beitrag, der die Verflechtungen zwischen Rußland und Donald Trump offenlegen soll;
3 Beiträge, die sich mit falschen Behauptungen von Rechten und Rechstextremisten befassen und zeigen sollen, wie Rechtsextremisten FakeNews gezielt einsetzen;
1 Beitrag, in dem eine nachweislich falsche Rechtsextremismus-Studie exonoriert werden soll.
1 Beitrag, der Fehler bei der Berichterstattung über eine Terrorattacke zum Gegenstand hat;
1 Beitrag, in dem die Gefahr, die von Linksextremismus ausgeht, verharmlos wird;
1 Beitrag, der auf FakeNews hinweist, die Martin Schulz im Wahlkampf verbreitet;

Zu sagen, die Faktenfinder der ARD würden eine eindeutige ideologische Ausrichtung an den Tag legen, ist eine Untertreibung. In jedem Fall zeigen die thematischen Schwerpunkte, worum es den angeblichen Faktenfindern tatsächlich geht: Darum öffentliche Debatten zu unterbinden, bestimmte Meinungen zu unterdrücken und letztlich das, was eine Demokratie auszeichnet, abzuschaffen: den freien Diskurs, den freien Wettbewerb der Meinungen.

Oder, um das letzte Wort abermals Mick Hume zu überlassen, der den Beitrag in Spiked verfasst hat, aus dem wir bereits oben zitiert haben:

The panic about ‘fake news’ is itself a largely fake, disingenuous affair, used to pursue political agendas in the name of ‘truth’ and fairness. People have been arguing the toss about what’s real and fake since long before Pontius Pilate (allegedly) asked Jesus ‘Quid Est Veritas?’ – What Is Truth? The answer still lies in hard no-opinions-barred public debate ….

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Junk Science: Medien entdecken den gewalttätigen Ausländer als “Angstfigur”

Schade, dass man Junk Science nicht steigern kann.

Die angebliche Studie, die Thomas Hestermann von der „[FACH]Hochschule Macromedia“ durchgeführt hat, sie verlangt geradezu danach, vom anderen Junk Studien abgehoben zu werden – als besonderer Junk, Mega-Junk oder Junk XXL.

Hestermann verbreitet seinen Junk vorab. Noch bevor die angebliche Studie veröffentlicht ist, veröffentlicht er eine Pressemeldung, die die Ergebnisse der Junk Studie zusammenfasst. Das ist nicht nur schlechter Stil, das ist unlauter, denn der Journalist Hestermann weiß natürlich, dass seine Kollegen nur zu willig auf Pressemeldungen springen und in der Regel gar nicht auf die Idee kommen, auch nur das Deckblatt der zugrunde liegenden Studie zu betrachten. Angesichts der Widersprüche und Idiotien, die sich bereits in der Pressemeldung finden, könnte man auch auf die Idee kommen, Hestermann habe die Studie nicht gleichzeitig veröffentlicht, um sie der Kritik zu entziehen, die unweigerlich kommen muss.

Warum?
Darum:

„Die Studie untersucht 283 Artikel im überregionalen redaktionellen Teil von Süddeutscher Zeitung, Frankfurter Allgemeine, Bild und taz im Zeitraum von Januar bis April 2017 sowie 67 TV-Beiträge aus den Hauptnachrichten von ARD, ZDF, RTL, RTL2, Sat1, ProSieben, kabel eins und Vox zu Nichtdeutschen in Deutschland“.

Wie die 283 Artikel im überregionalen redaktionellen Teil der vier Zeitungen (warum diese vier Zeitungen?) ausgewählt wurden, warum sie ausgewählt wurden, ist ebenso unklar wie die Antwort auf dieselbe Frage mit Bezug auf die acht Fernsehsender. Fakt ist: In einem Zeitraum von drei oder vier Monaten (es ist unklar, ob der April noch zum Untersuchungszeitraum gehört) fallen in acht Sendern mehr als 67 TV-Beiträge mit Bezug zu „Nichtdeutschen“ an.

Der Begriff „Nichtdeutsche“ wird in der Pressemeldung synonym mit den Begriffen „Ausländer“, Flüchtling und Zuwanderer verwendet. Indes gilt: Nicht alle Zuwanderer sind Flüchtlinge. Nicht alle Ausländer sind Flüchtlinge oder Zuwanderer, und nicht alle Nichtdeutschen sind Ausländer. Derart grundlegende Schnitzer in einem so kurzen Text wie der Pressemeldung, auf die wir uns beziehen, geben einen Einblick in die geistige Verfassung dessen, der für diese Studie verantwortlich ist. Um diesen Eindruck zu belegen, hier ein direktes Zitat des Verfassers:

„Seit der Kölner Silvesternacht 2015/2016 hat sich der mediale Blick auf Flüchtlinge und Zuwanderer deutlich verändert: Sie geraten vor allem als mutmaßliche Gewalttäter in den Fokus der Berichterstattung, während die wachsende Gewalt gegen Flüchtlinge kaum thematisiert wird. Das belegt eine aktuelle Studie. “Die deutschen Medien haben den gewalttätigen Einwanderer als Angstfigur neu entdeckt”, resümiert Thomas Hestermann. Der Medienwissenschaftler ist Journalismus-Professor an der Hochschule Macromedia”

Nun hat der vermeintliche Medienwissenschaftler gar keine Daten, auf die die gemachten Behauptungen gestützt werden könnten. Er hat Daten für den kurzen Zeitraum von Januar bis April 2017 (ob in- oder exklusive April ist wie gesagt unklar) und diese Daten nur für einige ausgewählte Zeitungen und ein paar TV-Nachrichten. Mehr nicht. Er kann auf Grundlage dieser Daten keinerlei Aussagen über den “Blick auf Flüchtlinge” wie er sich heute im Vergleich zu 2015/2016 darstellt, machen.

Dass die Medien den „gewalttätigen Einwanderer als Angstfigur neu entdeckt haben“, setzt voraus, dass es ihn schon einmal gegeben hätte. Ob und wenn ja, wann es ihn gegeben hat, kann der Medienwissenschaftler nicht angeben, mit Sicherheit nicht auf Grundlage seiner Daten. Denn: Er hat 283 Zeitungs- und 67 TV-Beiträge über „Ausländer“ oder „Nichtdeutsche“ untersucht, also nicht über Einwanderer und die untersuchten Beiträge in zwei Gruppen zu solchen geteilt, die positiv und solche, die negativ über Ausländer berichtet haben. Im Ergebnis haber er gefunden, so sagt er, dass von Januar bis April 2017 in „64,3 Prozent der Berichte“ in der Bild-Zeitung, 39,5 Prozent der Berichte in der Süddeutschen Zeitung, 38,2 Prozent der Berichte in der FAZ und 18,6 Prozent der Berichte in der taz negativ über Ausländer, nein Nichtdeutsche berichtet wurde.

Das ist das Ergebnis.

Mehr gibt es nicht zu sagen.
Mehr als dass, z.B. die taz in 18,6% der Artikel aus der taz, in denen Nichtdeutsche vorgekommen sind und die im untersuchten, kurzen Zeitraum wie auch immer ausgewählt wurden, negativ über Nichtdeutsche berichtet hat, kann man nicht sagen.

Aber natürlich begnügt sich Herrn Hestermann von der „Hochschule Macromedia“, die eine Fachhochschule ist, nicht mit diesen Fakten, er beginnt zu phantasieren.

Er sieht eine Vervielfachung der Berichte seit 2014, „in denen Gewalt nichtdeutscher Tatverdächtiger“ thematisiert wird. Der Vergleich mit 2014 ist auf Grundlage von Daten, die im Frühjahr 2017 gesammelt wurden, natürlich nicht möglich. Ebenso wenig wie ein Vergleich mit der Polizeilichen Kriminalstatistik möglich ist: Diese verzeichne, so heißt es in der Pressemeldung, nur einen Anstieg von einem Drittel bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen.

Offensichtlich hat Herr Hestermann nicht nur Phantasie, er kann auch in die Zukunft sehen, denn bislang gibt es die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2017 noch nicht. Er hat aber Daten aus dem Frühjahr von 2017. Abgesehen davon sind die Straftaten, über die in Medien z.B. 2016 berichtet wurde, nicht notwendigerweise die Straftaten, die 2016 in der PKS erfasst wurden. Nächster Lapsus.

Zurück zu Hestermann:
„Medien haben gewalttätigen Ausländer als Angstfigur entdeckt“, so sein „Resümee“. Um dieses Resümee ziehen zu können, benötigt man:

  1. Verlaufsdaten
  2. Eine Vergleichsgruppe,
  3. Vor allem: einen Abgleich mit der Realität

Man benötigt Verlaufsdaten, da die Entdeckung einer Veränderung zum Zeitpunkt X im Vergleich zum Zeitpunkt Y impliziert, dass sich im Vergleich von Zeitpunkten etwas verändert hat. Hestermann hat keine Verlaufsdaten, er hat nicht einmal Querschnittsdaten zu zwei Zeitpunkten. Er kann entsprechend keinen Vergleich über Zeit anstellen.

Man benötigt eine Vergleichsgruppe, da ein hoher Anteil einer negativen Berichterstattung über die Gruppe der Ausländer mit einem ebensolchen bei Berichten über Deutschen einhergehen kann. Entsprechend wäre der Anteil der Berichterstattung über Ausländer nichts besonderes.
Hestermann hat keine Vergleichsgruppe.

Man benötigt einen Abgleich mit der Realität, weil eine Zunahme von Berichten über Straftaten von Ausländern (ein Datum, das Hestermann nicht erhoben hat), mit einer Zunahme der Straftaten, die von Ausländern begangen werden, einhergehen kann (auch diese Daten hat Hestermann nicht erhoben).
Hestermann macht keinen Abgleich mit der Realität.

Hestermann erwartet von seinen Lesern, dass sie seine Phantasie teilen, nach der die „deutschen Medien“ (Es sei nur angemerkt, dass es mehr als 4 Tageszeitungen in Deutschland gibt, auch mehr als 4 überregionale Tageszeitungen) den gewalttätigen Einwanderer als Angstfigur entdeckt haben, auch wenn er keinerlei Daten hat, die seine Behauptung stützen und nicht einmal sicher ist, ob er nun Ausländer, Nichtdeutsche, Zuwanderer oder Flüchtlinge untersucht hat.

Nie war es angemessener von Stümperei zu sprechen.
Hestermann hat Junk Science auf ein neues Niveau gesenkt, so sehr, dass wir uns entschlossen haben, den Hestermann-Junk als neues Tiefstmaß für Junk-Science einzuführen.

Aber das ganze hat auch seine positiven Seiten, denn es verweist abermals darauf, dass die heute verbreitete Vorstellung, man könne auch ohne entsprechende Kenntnisse und Ausbildung einfach darauf losforschen, nicht weit bringt. Der Junk wird über kurz oder lang als solcher entlarvt werden, der Autor als junkfähig identifiziert.

„Dr. Thomas Hestermann lehrt Journalismus an den Campus Hamburg und Berlin der Hochschule Macromedia. Gelernt hat er den Journalismus von der Pike auf. Er fuhr als Reporter in den Schacht von Gorleben hinunter, war unterwegs mit gewalttätigen Skinheads und führte Interviews auf dem Gipfel des Montblanc. Er arbeitete als Sprecher eines Umweltverbandes, moderierte beim Norddeutschen Rundfunk und leitet heute die Redaktion der Fernsehreihe „Tacheles – Talk am roten Tisch“, die er 1999 entwickelte und die Phoenix seitdem ausstrahlt. Der Fernsehmacher, Buchautor, Online- und Hörfunkjournalist Thomas Hestermann sieht die Zukunft des Journalismus in crossmedialer Verknüpfung.“ (Quelle: FACHhochschule Macromedia)

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Attac! “erpresst” Epoch Times zu genehmer Berichterstattung

Manche Leser werden sich noch an den Attac!-Protestreader erinnern, den uns ein Leser zugeschickt hat. Den Protestreader, in dem unverhohlen zur Gewalt aufgerufen wurde, haben wir aus einer Reihe von Informationsmaterialien, die unser Leser am Stand von Attac! in Hamburg und während des G20 gesammelt hat, zusammengestellt. Es handelt sich also um Material, das mit Billigung von Attac! durch Mitarbeiter von Attac! verbreitet wurde. Da das Gesetz der Transitivität auch für Attac! gilt und sich unter dem Material solches befand, in dem zur Gewalt aufgerufen wurde, folgt daraus, dass Attac! Gewalt während der Proteste gegen den G20 billigend in Kauf genommen hat.

Dass sich Attac! mit einer Presseerklärung von der Gewalt während des G20 distanziert hat, ist somit nichts anderes als die Arbeit an der Fassade, hinter der Materialien verteilt werden, die Gewalt befürworten.

Wie gesagt, wir haben darüber berichtet und Epoch Times hat auch darüber berichtet. Rosemary Frühauf und Nancy McDonnell haben dort die Aufgabe übernommen, Attac! reinzuwaschen und haben dies damit versucht, dass Sie fälschlicherweise behauptet haben, wir hätten den Attac!-Protestreader gefälscht. Das ist nachweislich falsch.

Nun wurde uns anonym eine eMail zugespielt, die wir zwischenzeitlich geprüft haben. Sie ist authentisch und zeigt, wieso Frühauf und McDonnell über ScienceFiles Lügen verbreitet haben.

Ursprünglich scheinen beide nämlich unseren Beitrag mehr oder weniger übernommen und Attac! als eine der Organisationen identifziert zu haben, die hinter der Gewalt in Hamburg anlässlich des G20 in Hamburg steckt. Daraufhin hat sich Attac! bei Epoch Times gemeldet und gedroht, mit dem Anwalt, einer Unterlassungsklage, so sehr, dass sich die Pflänzchen bei der Epoch Times dazu erpresst gefühlt haben, einen Artikel zu veröffentlichen, der nun nicht mehr Attac! in korrekter Weise als die Organisation darstellt, die Gewalt billigend dadurch in Kauf nimmt, dass sie Flugblätter, die zu Gewalt aufrufen, verteilt, sondern einen Artikel, in dem wir beschuldigt werden, FakeNews zu verbreiten und den Attac!-Protestreader gefälscht zu haben.

Die entsprechende eMail, die von Rosemarie Frühauf stammt, haben wir unten veröffentlicht. Sie zeigt, zum einen, wie Attac!, durch Drohungen mit Anwalt und Unterlassungsklage die Berichterstattung in der Epoch Times im eigenen Interesse bestimmt hat, wie Attac! Epoch Times „erpresst“ hat. Angesichts der Leichtigkeit, mit der die entsprechenden Drohungen von Attac! ausgesprochen zu werden scheinen, kann man wohl davon ausgehen, dass der Fall der Epoch Times kein Einzelfall ist.

Zum anderen zeigt sich, dass vermeintliche Journalisten in Deutschland denen nach dem Maul schreiben, von denen sie am wenigsten Ärger erwarten, dass sie sich anbiedern und erpressen lassen, anstatt das eigene Medium zu nutzen, um die Erpressung öffentlich zu machen, dass sie lieber den vermeintlich kleineren in die Pfanne hauen, als dass sie wahrheitsgemäß berichten. Das Ganze ist ein Armutszeugnis für den unabhängigen Journalismus und zeigt einmal mehr, warum in Deutschland kritische Berichterstattung kaum mehr möglich ist, denn: Wenn man einen kritischen Bericht über z.B. Attac! schreibt, dann kann man wohl auf 21 zählen und warten bis das Telefon klingelt, an dem dann ein Mitarbeiter von Attac! mit Anwalt und Unterlassungsklage droht. Und wie viele Journalisten, die noch Rückgrat haben, würden wohl ein derartiges Szenario in Kauf nehmen?

Nun zur eMail (inklusive Tippfehler):
“…
vielen lieben Dank für Ihre Zuschrift zu Attac, den den Fall wunderbar klärt: Attac hat offensichtlich die Flugblätter gemeinsam verteilt, aber nur auf dem einen Flugblatt stand Attac drauf und das war der Trick.

Zuerst hatten wir auch den Inhalt und die Botschaft von Sciencefiles. Dann hat Attac uns angerufen und mit Anwalt Unterlassung etc gedroht, falls wir nicht sofort den Artikel runternehmen und ein Gegenstatement veröffentlichten: Der Protest Reader sei überhaupt nicht von ihnen, nur ein Flugblatt sei von ihnen und das ganze sei gebastelt und eine Unterstellung. Aha.

Dann musste ich erstmal nachdenken, wie wir den Fall lösen. Wir können ja nicht einfach schreiben, “Liebe Leser, Attac erpresst uns gerade”. Trotzdem habe ich versucht, in dem Artikel noch auf die Dubiosität der Interventionistischen Linken einzugehen.

Wir werden jetzt versuchen, einen Satz einzubauen, der dem aufmerksamen Leser zeigt, dass wir von Attac angerufen wurden … Aber größere Änderungen werde ich an dem Artikel nicht mehr vornehmen, da ich froh war, das Attac den Artikel akzeptiert hat und das Problem von uns abgewendet war. Die Passage über den “linken Aktivismus” mochten sie jedoch nicht, konnte ich herauslesen.
Was wir von Attac halten, dürfte Ihnen nach dieser Email klar sein.

Leider sind wir ein sehr kleines Team, sonst hätten wir bei solchen Großereignissen Leute vor Ort, die diesen Merkwürdigkeiten persönlich nachgehen.

Entschuldigen Sie bitte, falls meine Antwort etwas ruppig ausgefallen sein sollte.

Beste Grüße

Rosemarie Frühauf
The Epoch Times Deutschland
Redaktion”

Anwälte unter unseren Lesern bitte bei uns melden: Wir wollen Drohpotential aufbauen, um Waffengleichheit herzustellen.

Beschwerde beim Presserat

Den folgenden Text haben wir als Begründung unserer Beschwerde beim Presserat gegen die Berichterstattung von Epoch Times, in der Rosemarie Frühauf und Nancy McDonnell uns diffamieren zu können glauben, beigefügt.

Wir sind gespannt, was nun passiert.

Der Beitrag auf Epoch Times (Fake News zu G20-Gewalt enttarnt: ‘Pläne und Verhaltenstipps’ kamen nicht von Attac”, verantwortlich: Rosemarie Frühauf und Nancy McDonnell) unterstellt den Betreibern von ScienceFiles.org die Verbreitung von Fake News bzw. die Fälschung eines Attac Protestreaders. Zudem wird die Unwahrheit verbreitet, wir würden Attac beschuldigen, die Gewalttäter in Hamburg finanziert zu haben.

“Der Beitrag in Epoch Times bezieht sich aufdiesen Beitrag auf ScienceFiles.org:

Darin ist an keiner Stelle die Rede davon, dass Attac die Gewalttäter finanziert hat. Auch die Behauptung, der von uns verbreitete Attac Protestreader sei eine Fälschung, die im Beitrag der Epoch Times gemacht wird, ist falsch. Erstens setzt eine Fälschung ein Original voraus, dessen Existenz von den Epoch Times Schreibern gerade bestritten wird. Zweitens stammen die von uns veröffentlichten Materialien ausschließlich und in Gänze von einem Infostand von Attac in Hamburg. Falls notwendig können wir dazu eine eidesstattliche Versicherung unseres Informanten liefern.

Entsprechend kann es sich, da die Materialien, die von uns als Attac Protestreader veröffentlicht wurden, alle von Attac stammen, nicht um Fake News handeln.

Der Beitrag auf Epoch Times ist somit ein Verstoß gegen die Ziffern 1, 2, 11 und 13 des Pressecodex. Es wird nicht wahrheitsgemäß berichtet (Ziffer 1), es wird (Ziffer 2) keinerlei Sorgfalt bei der Recherche (sofern eine stattgefunden hat) walten gelassen. Vielmehr geht es ausschließlich darum, in sensationsheischender Manier (Ziffer 11) ScienceFiles zu diskreditieren. Ginge es nicht darum, die Schreiber hätten sicherlich Ziffer 13 beherzigt und wären zunächst einmal und auf Grundlage ihrer mangelhaften Recherche von der Vermutung eines Versehens auf unserer Seite ausgegangen. Dass sie das nicht getan haben, spricht dafür, dass das alleinige Motiv der Verfassung des Beitrags darin bestanden hat, ScienceFiles zu diskreditieren und Attac zu rehabilitieren.”

Hintergründe zur Beschwerde gibt es hier.

G20-Krawalle und Attac! Attac? Nein: Flucht vor Verantwortung

Die autoritäre Persönlichkeit, die Adorno et al. mit Blick auf Rechtsextremisten beschrieben haben und die – wie die derzeitige wissenschaftliche Analyse von Dr. habil. Heike Diefenbach auf ScienceFiles zeigt – sich auch bei Linken findet, sie muss im Fall von Linken um einen Faktor ergänzt werden: Die Angst vor Verantwortung.

Wenn Linke und ihre Extremisten etwas auszeichnet, dann ist es die Angst, ja die panische Flucht vor Verantwortung. St. Ralf Stegner, der gute linke Mensch aus Schleswig-Holstein, er dokumentiert diese Unfähigkeit zur Übernahme von Verantwortung derzeit wohl am besten, wenn er dauerhaft versucht, die Linke trotz aller Linken, die in der Vergangenheit und Gegenwart Gewalt als Mittel im politischen Kampf ausdrücklich begrüßt haben (Die SPD übrigens bis 1959. Erst mit dem Godesberger Programm hat die SPD Abstand von einem revolutionären Umsturz in Deutschland genommen), als Vereinigung von Friedensengeln und Linke-Backen-Hinhaltern darzustellen.

Generell sieht man derzeit im linken politischen Lager und in den zugehörigen Medien ein heftiges Flügelschlagen und zugehörige Fluchtbewegungen, mit denen versucht werden soll, den Schmutz der Ausschreitungen in Hamburg von der linken weißen Weste zu wischen. Wer in Hamburg friedlich demonstriert hat, so das, was wenn es gelänge ein Meisterwerk linker Propaganda wäre, der war ein Linker. Wer nicht friedlich demonstriert hat, der war kein Linker.

Auch Attac! ist auf der Flucht.
Auf der Flucht vor der Verantwortung.
Seit wir den Protest-Reader von Attac! veröffentlicht haben, scheint die Luft für Attac! dünner zu werden.
Die dünne Luft hat nun dazu geführt, dass in der EpochTimes von Rosemarie Frühauf und Nancy McDonnell „Fake News zu G20 enttarnt“ wurde. „Pläne und Verhaltenstipps“, so heißt es weiter, „kamen nicht von Attac“.

Nun, Rosemarie und Nancy, man denkt unwillkürlich an Grillparties mit Kinderprogramm und Clowns, behaupten, wir hätten Fake News verbreitet und einen gefälschten Protestreader ins Internet gestellt.

„Der Blog [das Blog – bitte] ‚sciencefiles.org‘ veröffentlichte einen Artikel, der Attac beschuldigte, die Krawallmacher von Hamburg finanziert, koordiniert und mit Kartenmaterial versorgt zu haben. Dazu wurde ein gefälschter ‚Protestreader‘ als PDF veröffentlicht, indem [in dem] Flugblätter verschiedener Gruppierungen zu einem Dokument zusammengebastelt waren.“

Hartmut Esser hat in seinen Veranstaltungen die Figur von Lieschen Müller immer dann bemüht, wenn es um Statistik und Mathematik ging, um Felder, die Lieschen Müller nicht versteht, nie verstehen wird. Bei Rosemarie und Nancy kommt die deutsche Sprache, mit der sie erfolglos kämpfen, dazu.

Es beginnt mit der Unfähigkeit, die deutsche Sprache zu verstehen, denn: Wir haben Attac nicht beschuldigt, die Randalierer finanziert zu haben, wir haben geschrieben:

„Gestern haben wir in einem Post noch gefragt, wer die Berufsdemonstranten in Hamburg finanziert, wer sie koordiniert, wer sie mit Kartenmaterial und sonstigen Informationen versorgt.
Heute hat uns ein Leser aus Hamburg auf die Sprünge geholfen und uns den Attac-Protestreader zugeschickt, der eine Reihe der Fragen danach beantwortet, wer hinter den Demonstrationen, den gewalttätigen Demonstrationen und den Ausschreitungen von Kriminellen zumindest insoweit steckt, dass er sie billigend in Kauf genommen (und unterstützt) hat, um seine ideologischen Ziele zu erreichen.“

Zwischen der Behauptung, Attac habe die Randalierer finanziert, die Rosemarie und Nancy bei uns gelesen haben wollen und unserer Aussage, Attac habe die Krawalle billigend in Kauf genommen, vermittelt nur die schmutzige Phantasie von Rosemarie und Nancy.

Die Probleme mit der Benutzung der deutschen Sprache setzen sich mit dem Vorwurf fort, wir hätten einen „gefälschten Protestreader“ veröffentlicht.

Der Witz an Fälschungen besteht darin, dass sie versuchen, ein Original zu imitieren, und zwar so, dass es niemand merkt, ein Original wie einen Rembrandt oder Nike-Schuhe. Wenn uns Rosemarie und Nancy also vorwerfen, wir hätten einen Reader gefälscht, dann werfen sie uns vor, wir hätten ein Original imitiert, dann bestätigen sie damit implizit, dass es den Protestreader von Attac! gegeben hat, denn hätte es ihn nicht gegeben, dann hätten wir ihn nicht fälschen können.

Rosemarie und Nancy sind aber angetreten (oder werden von Attac! dafür finanziert, was bedeuten würde, dass man bei Attac! finanziell sehr klamm sein muss, sich keine Journalisten mehr leisten kann), um zu belegen, dass der ProtestReader NICHT von Attac! stammt, dass unsere dahingehende Meldung FakeNews war.

You can’t have it both ways.
Entweder der Protestreader ist von Attac! und wir haben ihn gefälscht, versucht, ihn originalgetreu nachzumachen oder es gibt keinen Protestreader von Attac! dann können wir auch keinen Protestreader gefälscht haben.

Der Vorwurf der Fälschung erfüllt somit entweder den Tatbestand einer üblen Nachrede (von dem wir uns noch überlegen, ob wir ihn strafrechtlich prüfen lassen) oder er ist auf geistige Verwirrung zurückzuführen, was dazu führen sollte, dass sich die Verantwortlichen der Epoch Times fragen, ob sie die Verantwortung für geistig verwirrte Schreiber übernehmen wollen [Im übrigen erwarten wir eine Entschuldigung].

Damit sind wir wieder bei der Flucht, der von Attac! und vor der Verantwortung. Denn was nun im Text von Rosemarie und Nancy folgt, ist eine ellenlange Darstellung darüber, dass im Attac! Protestreader Material von der „Interventionistischen Linken“ enthalten ist. Das Material der interventionistischen Linken ist natürlich das, das die Aufforderung zur Gewalt enthält. Attac!, also die richtigen, nicht die interventionistischen Linken, Attac!, die gewaltfreien Linken, die nie Gewalt unterstützen oder selbst begehen würden, und sich nur aus welchen Gründen auch immer Attac! nennen und nicht etwa Defense oder Reflection oder Reason, sie haben damit natürlich gar nicht zu tun. So der Bär, den Rosemarie und Nancy ihren Lesern aufbinden wollen.

Abermals soll der Bär mit einem sprachlichen Unvermögen gebunden werden, das ernsthafte Zweifel an der Befähigung des Chefredakteurs der Epoch Times weckt:

„Das Flugblatt war außerdem der Ansicht, dass man „bunt und friedlich“ die kapitalistischen Systeme nicht überwinden könne, es brauche den zivilen Widerstand“, das schreiben Rosemarie und Nancy mit Blick auf das böse Flugblatt, das von der interventionistischen Linken kommt, nicht von Attac! und das wir Attac! angeblich unterschieben wollen.

Eine Zeile weiter schreiben dieselbe Rosemarie und dieselbe Nancy:

„Attac hatte am 7. Juli zusammen mit dem Bündnis BlockG20 unter dem Motto „colour the red zone – die rote Zone bunt machen“ zu Aktionen ‚des kreativen Zivilen Ungehorsams und des bunten Widerstands“ gegen den G20-Gipfel aufgerufen.“

Aus der Logik der Darstellung lässt sich kein anderer Schluss ziehen als der, dass Attac! sowohl friedliche Formen des Demonstrierens unterstützt hat als auch gewaltsame Formen, denn der zivile Widerstand, der oben explizit als Alternative zu friedlichem und buntem Widerstand dargestellt wird, also als gewaltsamer Widerstand, findet sich im Textteil, das Attac! entlasten soll, nunmehr als kreativer ziviler Ungehorsam. Das sicherste, was man aus beiden Aussagen elaborieren kann ist, dass Attac! Gewalt in Hamburg billigend in Kauf genommen hat. Genau das haben wir Attac! vorgeworfen.

Wir sehen heute einmal darüber hinweg, dass Rosemarie und Nancy die Dreistigkeit besitzen, bei uns Daten über Attac! abzuschreiben, ohne Quellenangabe. Dass sie abgeschrieben haben, das wissen wir wegen Lieschen Müller und den Zahlen, so wie wir wissen, dass Rosemarie und Nancy keine Bilanz lesen können und entsprechend den Jahresetat von Attac! nicht kennen würden, hätten sie ihn nicht bei uns erfahren.

Wie dem auch sei. Es ist an der Zeit, die Belege auf den Tisch zu legen, die wir zurückgehalten haben, in Antizipation der linken Angst vor Verantwortung, der linken Verleumdungsbereitschaft , der Feigheit und damit einhergehenden Fluchtinstinkte, die sich nun Bahn brechen. Der Attac-Protestreader, den wir zusammengestellt haben, besteht ausschließlich aus Material, das ein Leser von ScienceFiles von einem INFOSTAND VON Attac! gesammelt hat. Da Attac! die Informationen im Reader bereitgestellt hat, muss man davon ausgehen, dass Attac! die Verantwortung für die Informationen vom eigenen Infostand auch übernimmt.

Hier die Worte, in denen unser Leser sein Sammeln von Informationen für uns beschrieben hat:

“Heute, am Freitag, bin ich ganz normal zur Arbeit gefahren. Dabei muß ich am Hamburger Hauptbahnhof umsteigen und sah am Ausgang einen Stand von Attac. Da ich noch ein paar Minuten Zeit hatte, bin ich da mal hingeschlendert und sprach die drei Leute dort so an, daß ich sie nach Infos über ihre Ziele fragte. Da zeigte sich das erste Mal die Dämlichkeit dieser Leute: Man antwortete mir, daß die Infos, welche hier ausliegen würden, nur für Demonstranten seien. Auf meine Antwort, daß sie ja gar nicht wüßten, ob ich nicht auch ein Demonstrant sei, wußten sie dann erst einmal nichts zu sagen und ich bediente mich daraufhin systematisch an allem, was der Stand zu bieten hatte.”

Alle Materialien im Protestreader stammen demnach von Attac!. Attac! muss sie sich zurechnen lassen. Zu dumm!

Offensichtlich haben wir es hier mit dem zu tun, was Erving Goffman ein Backstage display nennt. Letzteres weicht von dem, was man Zuschauern als Fassade präsentiert, ab. Die Fassade von Attac! ist eine auf friedliche Aktion getrimmte Fassade, von der die Gesichter von Konstantin Wecker und Sven Giegold grinsen. Backstage wird Material verbreitet, das Gewalt billigend in Kauf nimmt, zu Gewalt aufruft. Es ist so ähnlich, wie in manchen Krimis von Agatha Christie, in denen eine kriminelle Organisation sich z.B. hinter einem Meinungsforschungsinstitut verbirgt, um ihren dunklen Geschäften in aller Ruhe nachgehen zu können.

Unser Leser aus Hamburg, von dem die Information stammt, hat zwischenzeitlich eine ausführliche Stellungnahme geschrieben, die wir hier als PDF bereitstellen. Wer danach noch Zweifel daran hat, dass Attac! die Gewalt in Hamburg billigend in Kauf genommen hat bzw. mit zu verantworten hat, dem können wir nur einen Deutschkurs im Goethe-Institut empfehlen. Wer den PDF liest, stellt fest, dass es sich dabei gleichzeitig um einen Kommentar handelt, den unser Leser bei Epoch Times hinterlassen hat.

Der Kommentar wurde vor 11 Stunden veröffentlicht und zwischenzeitlich gelöscht. Das zeigt deutlich, welchen Umgang mit Wahrheit die Epoch Times pflegt (Ein Screenshot, der das belegt, liegt uns vor.)

Und was Nancy und Rosemarie oder umgekehrt angeht, so haben wir beim Presserat eine formelle Beschwerde erhoben. Langsam muss man anfangen, die Redaktionen von denen zu bereinigen, die systematisch Fake News verbreiten – früher hat man von Verleumdung oder schlichten Lügen gesprochen, von Personen, die dort nun gar nichts zu suchen haben: Aus allen Gründen die mit Fähigkeit, Ethik und Verantwortung zu tun haben!

Abschließend verlangen wir noch ein paar Antworten von Rosemarie und Nancy, denn es ist schon interessant, mit welcher Boshaftigkeit gleich Fake News unterstellt wird, wenn es sich offensichtlich auch um ein Versehen handeln könnte. Derartige Boshaftigkeit wendet sich zu einer naiven Vertrauensseligkeit, wenn der einzige Beleg dafür, dass die Materialien nicht von Attac stammen, darin zu finden sein soll, dass Attac! sich von der Gewalt in der Nacht des 7. auf den 8. Juli distanziert hat. Im Einklang mit dieser Logik müsste man vor Gericht jeden Straftäter, der seine Unschuld beteuert, freisprechen. Aber vielleicht haben Rosemarie und Nancy ja recherchiert und sämtliche Materialien von Attac gelesen, um sicherzugehen, dass Attac! und Gewalt zwei paar Schuhe sind. Wenn dem so sein sollte, dann fordern wir Rosemarie und Nancy auf, eine komplette Liste der gelesenen Materialien zur Nachprüfung durch uns vorzulegen. Last but not least spricht die Tatsache, dass sich Materialien, die angeblich von der Interventionistischen Linken stammen, von einem Attac!-Infostand vertrieben werden, zum einen dafür, dass die Linke gut vernetzt ist und die Materialien zentral erstellt und dezentral verteilt werden, was zum anderen den Schluss nahelegt, dass Attac! an der Finanzierung auch der Materialien, die von der Interventionistischen Linken stammen sollen, beteiligt ist. Warum sonst sollten die Materialien von Attac! verbreitet werden?

Anregungen? Kontaktieren Sie ScienceFiles

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