Neue Nutzlosigkeit: Schleswig-Ho(h)lstein fördert nach eigenen Angaben nutzlose Forschung

Erstaunlich Dummes gibt es heute aus Schleswig-Ho(h)lstein, einem Land, in dem es ein Wissenschaftsministerium gibt. Und weil im Etat für ein Ministerium auch eine Stelle für einen Minister vorgesehen ist, als eine Art Gallionsfigur, deshalb hat man auch in Schleswig-Ho(h)lstein, einen Darsteller geheuert, der sich als „Wissenschaftsminister“ verdingt. Kristin Alheit heißt der Darsteller, dem unbekannte Scherzbolde oder eigene kognitive Mängel die folgenden Sätze in den Mund gelegt haben:

nutzlose-forschung„Das neue Forschungszentrum passt in das Profil der Universität: Es ist ein Zentrum, das kritische Bildungsforschung betreibt, das sich nicht an Nützlichkeitsmaßstäben messen lassen will, sondern das vielmehr Grenzen im Denken überwinden und neue Horizonte eröffnen will. Ich bin gespannt, was wir in Zukunft vom ZeBUSS hören werden“, würdigte Wissenschaftsministerin Kristin Alheit die Neugründung.“

Die Bildungsforschung, die man mit jährlich 50.000 Euro aus Landesmitteln in Flensburg am dortigen „Zentrum für Bildungs-, Unterrichts, Schul- und Sozialisationsforschung“ finanziert, zeichnet sich also dadurch aus, nutzlos zu sein, denn sie kann und will nicht an Nützlichkeitsmaßstäben gemessen werden. Und als wäre das nicht schon genug der ministerialen Dummheit, setzt Alheit noch einen faux pas auf den bereits gelandeten und attestiert der Universität Flensburg, dass das neue und nutzlose Zentrum in das „Profil der Universität“ passe.

Double facepalmDas Gesetz der Transitivität besagt, dass wenn B aus A folgt und C aus B, C auch aus A folgen muss. Transitivität führt also dazu, dass dann, wenn das neue Zentrum nutzlos ist und gut in das Profil der Universität Flensburg passt, auch die Universität nutzlos sein muss. Nicht nur die jährlich 50.000 Euro für das neue Zentrum werden also verschleudert, die gesamte Universität Flensburg ist eine nutzlose Einrichtung – finanziert aus Landesmitteln. Das sagt die Schleswig-Ho(h)lsteiner Darstellerin des Wissenschaftsministers.

Und weil eine Dummheit selten allein bleibt, hat sich Sandra Rademacher, „Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Kindheits- und Jugendforschung“ gleich auch noch zu Wort gemeldet und gesagt:

„Schule, so die allgemeine Forderung, soll Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit ermöglichen. Aber wieso wird in einer sozial ungerecht verfassten Gesellschaft ausgerechnet vom Bildungssystem erwartet, die Norm sozialer Gerechtigkeit umzusetzen? Unter anderem mit dieser Fragestellung wird Schule am ZeBUSS nicht nur als Teil des Bildungssystems Gegenstand einer wissenschaftlichen Betrachtung, sondern als eine Institution mit bestimmten Funktionen im gesellschaftlichen Ganzen.“

Nach der Transitivität folgt die Implikation, die da lautet: Schule muss ihren Versuch, Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit herzustellen, aufgeben. Da die Gesellschaft sozial ungerecht verfasst sei und die Schule eine „Institution mit bestimmten Funktionen im gesellschaftlichen Ganzen“ sei, könne man von der Schule nicht erwarten, Kriterien der Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit umzusetzen. Rademacher weiß, wovon sie spricht – oder?

Eine treffendere Beschreibung der neuen Nutzlosigkeit universitärer Einrichtungen, haben wir selten gelesen.

Manifester Unsinn von Heiko Maas: Ökonomen stehen die Haare zu Berge

Unsinn zu erzählen, ist eines, sagen wir temporäre Dummheit. Unsinn nicht nur zu erzählen, sondern auch noch stolz darauf zu sein, ist etwas anderes, sagen wir eine latente Dummheit. Diesen Unsinn, den man erzählt hat und auf den man stolz ist, in die Welt hinauszuposaunen ist manifeste Dummheit, Dummheit, die man früher nicht für möglich gehalten hätte und die man heute fast schon als Normalität hinnimmt.

Nehmen wir das neue ökonomische Gesetz der Unbegrenztheit der Ressourcen, das Heiko Maas gerade aufgestellt hat und über das die SPD nicht etwa den Schleier des Vergessens hüllt, nein, das die SPD in die Welt hinausschreit, damit jeder sieht: Wir stehen hinter dem Unsinn, den der Heiko erzählt.

Das ganze Problem, das Menschen und menschliche Gesellschaften mit den Bedingungen ihrer Existenz haben, lässt sich als Ressourcenproblem beschreiben, denn Letztere sind begrenzt, nicht nur das, sie sind umstritten. Der Zugang zu Erdöl ist Gegenstand von Kriegen, der Zugang zu Steuermitteln Gegenstand von Korruption, der Zugang zu Wasser in manchen Gebieten ein Machtmittel und der Zugang zu Waffen etwas, was man in Deutschland Bürgern weitgehend verwehren will – vermutlich deshalb, weil einige angesichts des Unsinns, der täglich von Amtsträgern die sie repräsentieren sollen/wollen, geäußert wird, wild um sich schießen würden – weil der menschliche Intellekt nur ein bestimmtes Maß an Dummheit verkraften kann. Noch so eine begrenzte Ressource.

Nur für Heiko Maas sind Ressourcen unbeschränkt und mehr noch: sie sind nicht ausschließlich. Alles was in Deutschland erwirtschaftet wurde, ist für ihn ein kollektives Gut, das niemandem weggenommen wird, wenn es anderen gegeben wird. Entsprechend sollte man erwarten, wenn das erste (und hoffentlich letzte) Gesetz der Ökonomie, das Heiko Maas je aufgestellt hat und aufstellen wird, zutrifft, dass die Milliarden, die für Flüchtlinge aufgewendet werden, auch allen anderen Bürgern in Deutschland zur Verfügung stehen. Das tun sie natürlich nicht. Die Aussage von Maas ist Blödsinn.

Double facepalmAber sie endet nicht bei diesem Blödsinn, der in Frage stellt, dass Ressourcen, die man für X aufwendet, nicht mehr für Y zur Verfügung stehen. Nein, Heiko setzt noch einen drauf und behauptet, dass die Ressourcen, die Y zur Verfügung gestellt wurden, irgendwie in Deutschland erwirtschaftet wurden, also irgendwo herkommen.

Was man mit Sicherheit weiß ist, dass Ressourcen nicht einfach so vom Himmel fallen, sondern von Menschen erwirtschaftet werden. Der Strom kommt nämlich nicht nur aus der Steckdose, er muss auch irgendwie in die Steckdose kommen. Das vergessen Brachialsozialisten wie Heiko Maas gerne. Die, die dafür sorgen, dass Strom in Steckdosen kommt, nennt man gewöhnlich Arbeiter. Diese Arbeiter arbeiten und produzieren im Prozesse des Arbeitens etwas, Strom zum Beispiel. Wenn nun der Strom, den sie produziert haben, von Heiko Maas genommen wird, ohne dass er die Arbeiter dafür bezahlt, dann haben die Arbeiter umsonst gearbeitet, sie wurden um den Lohn für ihre Arbeit betrogen. Es wurde ihnen etwas weggenommen.

So ist das mit dem Geld, das für Flüchtlinge ausgegeben wird, auch. Es wird denen weggenommen, die es produziert haben. Aber nicht nur das Geld, das für Flüchtlinge ausgegeben wird, auch das Geld, das zur Finanzierung von Heiko Maas verschwendet wird, damit Maas Unsinn in die Welt bringen kann, den man nach der Aufklärung im 18. Jahrhundert nicht mehr für möglich gehalten hätte.


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Heiko Maas und Philosophie: Zwei Welten, nichts Gemeinsames

Heiko Maas twittert wieder. Dieses Mal hat er eine philosophische Erkenntnis getwittert, die ihm wohl auf der Toilette gekommen ist:

 

Wir sind zwar nicht alle gleich.
Aber wir sind alle gleich viel wert.

Wir haben schon die mannigfaltigsten Verwirrungen über Gleichheit gelesen, aber Heiko Maas schafft es, noch die letzte Normalität aus dem Fenster zu werfen, denn: Wir sind alle gleich, aber wir sind nicht alle gleich viel wert: Das ist die Crux der philosophischen Geschichte des Abendlandes, die mehrere tausend Jahre zurückreicht. Nein, das war die Crux, denn jetzt gibt es ja Heiko Maas, den Philosophen aus dem Saarland.

Halten wir uns dennoch an den Standard, der vorhanden war, bevor die Maassche Verwirrung eine Verständigung über Grundlegendes zerstört hat.

sciencefiles-rationaler-widerstand-vorlageEntsprechend sind wir alle bei Geburt gleich. Liest man z.B. bei Thomas Hobbes nach, dann geht die Gleichheit noch weiter und erstreckt sich auf alle Rechte, die man als Mensch von Natur aus so haben kann. Von Naturrechten ist entsprechend die Rede. Die umfassen z.B. das Recht auf Freiheit und finden bei Hobbes gar kein Ende, denn bei ihm gibt es keine Instanz außer dem jeweiligen Menschen selbst, die das Recht auf alles, das ein Mensch hat (und das umfasst ausdrücklich das Recht, Leben und Besitz eines anderen zu nehmen) einschränken kann. Und weil Menschen neben Rechten auch mit Verstand ausgestattet sind, vertraut Hobbes darauf, dass sie zu einer Übereinkunft dahingehend kommen, dass es besser ist, sein Recht auf alles, einzuschränken, weil man, wenn man z.B. das Recht, anderer Leben zu nehmen, abgibt und einen Leviathan einsetzt, um zu überwachen, dass auch andere das entsprechende Recht nicht mehr nutzen, zwar nicht mehr Leben nehmen kann, aber in der Gewissheit Leben kann, das eigene Leben nicht genommen zu bekommen. An dieser Übereinkunft sind alle Menschen in gleicher Weise beteiligt, mit den gleichen Rechten, denn von Natur aus sind alle Menschen gleich.

Da kommt so ein Mensch also auf die Welt, wächst und entwickelt sich, und ein anderer Mensch kommt auf die Welt, wächst und entwickelt sich anders. Der eine wird Erfinder, der nächste wird Maurer, wieder ein anderer wird Politiker und alle drei sind sie nicht dasselbe wert, denn der Wert, den Heiko Maas im Munde führt, er ist nicht von Geburt an vorhanden, wie die Gleichheit, von der oben die Rede war, der Wert wird zugewiesen.

In einem Markt erfolgt die Zuweisung durch die Nachfrage. Wir alle wollen ein Dach über dem Kopf. Der Maurer wird entsprechend gewertschätzt, hat einen angegbaren Wert. Der Erfinder, der den Mörtel und die Ytongsteine erfunden hat, ohne ihn hätte der Maurer nichts zu mauern oder nichts so Schönes zu mauern, entsprechend hat der Erfinder auch einen Wert, einen, der vielleicht höher geschätzt wird, als der des Maurers. In Kriegszeiten wird der Wert von Soldaten hoch geschätzt. Wer einen Unfall hat, kann den Wert des Feuerwehrmannes, der ihn aus dem Auto schneidet, gar nicht hoch genug einschätzen.

Je nach Situation und Motiv der Zuschreibung von Wert, variiert der Wert von Menschen. Für die Gesellschaft sind Menschen, die arbeiten und einen Nutzen erwirtschaften, mehr wert als Menschen, die nur konsumieren und keinen Finger krumm machen. Wir sind entsprechend nicht alle dasselbe Wert. Um das zu sehen, muss man sich einfach nur überlegen, was passieren würde, wenn man einen bestimmten Menschen einfach streichen würde. Streichen wir Howard W. Florey, Ernst B. Chain und Norman Heatley aus der Geschichte und wir haben damit Penicillin gestrichen, Antibiotika ade, denn Florey, Chain und Heatley sind für die Erfindung des Penicillin verantwortlich (und Ian Fleming war später auch dabei). Der Beitrag, den Florey, Chain und Heatley zur Wohlfahrt der Menschheit geleistet haben ist viel mehr wert als z.B. der Beitrag von Wladimir Iljitsch Lenin, der hauptsächlich darin bestand, Marxens Ausgangspunkt zu einer totalitären Philosophie weiter zu entwickeln und einen blutigen Bürgerkrieg vom Zaun zu brechen. Oder nehmen wir Heiko Maas, wer würde, wenn er sich entscheiden müsste, zwischen seinem Müllfahrer und Heiko Maas, auf den Müllfahrer verzichten und Heiko Maas wählen?

Eben.
Deshalb sind wir nicht alle gleich viel wert.

P.S.

Die Behauptunug, wir seien alle gleich viel wert, ist Ergebnis eines Essentialismus, der sich aus der Maaschen Formel der Ungleicheit ableitet: Wir sind nicht alle gleich, was bedeutet: schon bei Geburt verschieden. Diese Aussage macht nur Sinn, wenn man Menschen Eigenschaften unterstellt, die sie definierren, und zwar so, dass sie nicht gleich sein können, Eigenschafen wie Geschlecht, sexuelle Orientierung, ethnische Abstammung usw. Diese Eigenschaften müssen für Heiko Maas essentiell, also unveränderlich sein, und sie müssen auf alles durchschlagen, was den entsprechenden Menschen ausmacht. Damit löst Maas die Gemeinsamkeit zwischen Menschen auf, ersetzt sie durch essentielle Unterschiede und stellt sich auf eine Stufe mit den Nationalsozialisten, die auch der Meinung waren, es gäbe Eigenschaften, die Menschen qua Geburt und unwiderruflich so definieren, dass sie nicht gleich sind, dass die einen zu Unter-, die anderen zu Herrenmenschen geboren sind. Ob Heiko Maas diese Konsequenz seiner Philosophie bedacht hat?


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Und hier über den traditionellen Weg:

Wo all die rechtsextremen Straftaten herkommen: SPD und Linke fälschen Statistik

Ein Leser von ScienceFiles hat uns auf Folgendes hingewiesen:

In Bezug auf die Statistik erklärte Woidke [Ministerpräsident des Landes „Brandenburg“] im Inforadio des rbb, in Brandenburg habe es hinsichtlich der Erhebung rechtsextremer Straftaten Änderungen gegeben. „Bei der Polizei wird jeder Übergriff, bei dem nicht erwiesen ist, dass er keine rechtsextreme Motivation hat, in die Statistik hineingezählt.“ [Hervorhebung durch SF]

So berichtet es der rbb.

Logik f dummiesDie Art und Weise, Straftaten in der Statistik als bestimmte Fälle zu erfassen, die die SPD geführte Landesregierung in Brandburg praktizieren lässt, kann zwar eine gewisse Originalität für sich reklamieren, stellt aber dennoch Datenfälschung dar. Warum wird leicht deutlich, wenn man zunächst einmal abstrahiert und sagt:

Straftaten, die nicht eindeutig als nicht rechtsextrem eingeordnet werden können, werden ab sofort als rechtsextrem gezählt.

Abstrahieren wir noch etwas:

Wenn eine Straftat nicht nicht rechtsextrem ist, dann ist sie rechtsextrem.

Machen wir daraus eine logische Regel:

Wenn X nicht nicht-Y ist, dann ist X Y.

Das ist die generalisierte Form eines Fehlschlusses, der in der Logik als Fehlschluss der Bejahung des Konsequens bekannt ist. In Brandenburg ist er die Grundlage der Erfassung statistischer Daten. Kein Wunder, dass manche von einer flächendeckenden Verblödung in Deutschland reden und schreiben.

Um deutlich zu machen, wo der Fehlschluss liegt, hier ein paar Anwendungen der logischen Regel:

Ab sofort werden bei Wahlen in Brandenburg alle Stimmzettel, auf denen nicht eindeutig nicht die SPD gewählt wurde, als Stimme für die SPD gezählt, also alle ungültigen Stimmzettel und alle Stimmzettel, auf denen einer der beiden Kreise für Erst- oder Zweitstimme leer geblieben ist.

Ab sofort werden alle Angeklagten denen vor Gericht nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte, dass sie die Straftat(en) nicht begangen haben, die ihnen zur Last gelegt wurden, verurteilt.

Ab sofort werden alle Autofahrer, für die nicht eindeutig nicht bestimmt werden konnte, dass sie am 21. September auf der A9 zwischen Ingolstadt und München nicht nicht zu schnell gefahren sind, wegen Geschwindigkeitsüberschreitung verwarnt und erhalten drei Punkte in Flensburg.

Ab sofort werden alle Linken, für die nicht eindeutig nicht bestimmt werden kann, dass sie Steine auf Polizisten geworfen haben, in Gewahrsam genommen.

Ab sofort werden alle Politiker, für die nicht eindeutig nicht bestimmt werden kann, dass ihr IQ unterhalb des Durchschnitts der Normalverteilung liegt, generell zu Ministerpräsidenten erklärt und sofort verrentet – wegen Demenz.


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NoHateSpeech.DE ist QuatschSpeech

Es gibt sie noch, die No-Hate-Speech Deutschland Kampagne, die offensichtlich die besten Nicht-Denker aus Deutschland versammelt hat, und die sagen von sich, dass sie mit dem Herzen und nicht mit dem Gehirn denken, was einiges erklären mag.

Und wenn die NoHateSpeecher mit dem Herzen denken, dann kommt Unsinn wie der folgende dabei heraus:

„Wer empathisch ist, verzichtet auf Hate Speech. Für mehr Kommentare, die mit dem Herzen gedacht wurden!“

Empathie und Hate Speech schließen sich demnach aus, was, nimmt man den zweiten zitierten Satz hinzu, zur Konsequenz hat, dass Empathie im Herzen „gedacht“ wird, während Hate Speech vom Gehirn erdacht werden muss.

mit-dem-herz-denkenNun sollte man eigentlich denken, dass die menschliche Anatomie und die Tatsache, dass Neuronen im Gehirn, nicht aber im Herzen zu finden ist, dass Letzteres nicht mehr und nicht weniger als ein überdimensionierter Schließmuskel ist, der auf elektrische Impulse reagiert, also ein Reiz-Reaktions-Gewächs, das nach allem, was uns die Neurologie so lehrt, vom daumengroßen Hirnstamm gesteuert wird, sei auch NoHateSpeecher seit der fünften Klasse bekannt. Wenn Empathie also im Herzen angesiedelt ist, kann sie nicht gedacht werden, sondern nur ein Ergebnis eines elektrischen Impulses sein, der vom Hirnstamm ausgeht.

Wie viel überlegener erscheint doch die Hate Speech, die selbst für die Un-Anatomie-Begabten des NoHateSpeech Projekts im Gehirn geformt werden muss, in rationaler Weise und unter Einsatz von Neuronen.

Blödsinn, wie der, dass alles Gute aus dem Herzen kommt, während die bösen rationalen Gedanken im Gehirn angesiedelt sind, ist dafür verantwortlich, dass Deutschland einen vergleichsweise großen Stamm von kognitiv Minderbegabten beherbergt, die der alten romantischen Liebe an das organische Einssein mit der Gutheit anhängen und sich dann für besonders gut halten, wenn sie ihrer Meinung nach nicht mit ihrem Gehirn denken, jenem Organ, das kalte, rationale und unempathische Gedanken erst möglich macht.

Wenn NoHateSpeech bedeutet, sich einzureden, man würde Gutes mit dem Herzen und Schlechtes mit dem Gehirn denken, also zu verdummen, dann können wir nur hoffen, dass rationale HateSpeech und begründete Empathie sich als überlegen erweisen werden.

Die Arbeitswelt: Unbekannte Weiten für LINKE

Bei ScienceFiles haben wir, unter anderem zwei Maximen:

1. Was jemand von etwas weiß, kann man auf Basis der Irrtümer erschließen, die er begeht, wenn er über dieses „etwas“ redet.
2. Themen, die in einer Gesellschaft besonders brisant sind, sind die Themen, über die nicht oder nur sehr ungern gesprochen wird (die Nachteile von Jungen in der Schulbildung zum Beispiel).

Dieser Post basiert auf ersterer Maxim und hat einen Beitrag im Neuen Deutschland zum Gegenstand, der wiederum die Welt der Arbeit zum Gegenstand hat, jene Arbeit, die vielen Linken so große Probleme zu bereiten scheint, weil sie sie schlicht nicht kennen. Besonders problematisch wird die Beziehung zur Arbeit dann, wenn Linke Arbeit zum Gegenstand ihrer politischen Propaganda machen wollen, wie dies Katja Kipping, die Co-Vorsitzende der Linkspartei gerade gegenüber dem Neuen Deutschland getan hat.

“Solange die 90-Stunden-Woche“, so hat Kipping gesagt, „solange die 90 Stunden-Woche als Standard in Führungsämtern gilt, geht ein Führungsamt für Frauen in der Regel mit Verlusten im Familienleben einher.“

Oh No!Potzblitz haben wir uns gedacht: Die 90-Stunden-Woche herrscht bei Managern, also in Führungspositionen, 90 Stunden Arbeit in der Woche, bei einer fünf Tage Woche sind das 18 Stunden am Tag, die der arme Tropf da in Führungsposition zubringt. Arbeitet er sechs Tage in der Woche, dann bleiben dem Manager immerhin noch 9 Stunden des Tages, um zu schlafen und zu essen. Eine Verbesserung gegenüber den 6 Stunden der 5-Tage-Woche. Und am siebten Tage wollen wir selbst den deutschen Managern einen Ruhetag gönnen.

Kein Wunder, dass Manager keine Zeit für Familie und Muse haben, wie sie es haben sollten, wenn es nach der Co-Vorsitzenden der Linkspartei geht, und kein Wunder, dass das Familienleben leidet, bei Frauen, nicht bei Männern. Männer können sich offensichtlich auch mit 90-Stunden-Woche noch um alles kümmern, was von ihnen erwartet wird. Aber lassen wir den Gender-Unsinn und wenden uns dem zu, was der Linkspartei und ihrer Co-Vorsitzenden so fremd ist und den Redakteuren des Neuen Deutschlands, die die Standard-90-Stunden-Woche gleich noch zur Schlagzeile gemacht haben, auf dass auch jeder diesen Unsinn mit Sicherheit zur Kenntnis nimmt: Die Arbeit. Denn Unsinn ist es. Manager haben nämlich gar keine 90-Stunden-Woche.

Die 90-Stunden-Woche ist nämlich gar kein Standard. Nicht einmal in Führungspositionen.

Die 90-Stunden-Woche ist eine Phantasie von Kipping, die offensichtlich keinerlei Ahnung hat, wie viele Stunden in einer Woche man arbeiten kann und wie viele Stunden in der Woche andere arbeiten, in Führungspositionen. Also phantasiert sie 90 Stunden.

Denn:
„Deutsche Manager arbeiten im Durchschnitt 70 Stunden pro Woche, so titelte die WELT im Jahre 2000.

infografik-manager-arbeitszeitEtwas detaillierter hat man die Arbeitszeit bei der FAZ im Jahre 2007: „80 Prozent aller deutschen Manager arbeiten mehr als 50 Stunden die Woche, das zeigt eine Kienbaum-Studie zum Thema Work-Life-Balance.“ Aber kaum einer der Manager arbeitet mehr als 70 Stunden die Woche. Selbst die Intensivtäter unter den arbeitenden Führungspersonen, schaffen es nicht auf die 90-Stunden-Woche, die Kipping in ihrer (Wahn-)Vorstellung zum Standard erhoben hat (siehe die Grafik).

Selbst beim Berufsverband der deutschen Führungskräfte kennt man die Standard-90-Stunden Woche, die Kipping, so hat es den Anschein, frei erfunden hat, nicht, das zeigen Daten für das Jahr 2015:

“In Krisenzeiten sind Führungskräfte besonders gefordert. Deshalb ist es wenig überraschend, dass die Arbeitszeit der Manager noch einmal angestiegen ist und jetzt bei durchschnittlich 54 Wochenstunden liegt.
Dies hat der Berufsverband „die Führungskräfte“ (DFK) in seiner aktuellen Studie ermittelt. 25% der Manager arbeiten laut DFK sogar mehr als 56 Stunden in der Woche.

Und zu guter letzt belegt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung mit seinen Daten, wie groß der Unsinn ist, den Kipping geredet hat: 1.550 Führungskräfte haben die DIWler im Rahmen des SOEP befragt, unter anderem zu ihrer Arbeitszeit, ganze 7% der Männer und 5% der Frauen in Führungspositionen gaben im Jahr 2013 an, 60 oder mehr Wochenstunden zu arbeiten. Für beide, Männer wie Frauen, liegt der Modus der Arbeitszeit zwischen 41 und 50 Wochenstunden. Der Standard liegt somit bei der Hälfte der Kippingschen Phantasie.

Man soll eben nicht über Dinge reden, von denen man keine Ahnung hat. Und Kipping hat nachweislich keine Ahnung davon, wie viele Stunden Führungskräfte im Durchschnitt arbeiten und aus der Tatsache, dass sie eine 90-Stunden-Woche zum Standard erhebt, kann man schließen, dass sie auch ansonsten von Arbeit nicht allzu viel Ahnung hat.


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AfD: Partei der Frauenmörder – Die SPD-Intelligentia in voller Fahrt

„G – what BS,“ das war unsere unmittelbare Reaktion auf den Hinweis, den wir der Muppet-Version von Jesus verdanken – einem treuen Leser von ScienceFiles. Eine Martina Tegtmeier, die irgendwo für die SPD kandidiert und für die SPD-Intelligentia (wir mögen den Begriff der Intelligentia, er erinnert so an [geistige] Incontinentia) repräsentativ ist, sie verlautbart das folgende:

tegtmeier

Zur AfD kommen wir gleich.

Halten wir uns zunächst mit der Behauptung auf, die Geschlechterforschung, also Gender Studies, hätte irgendetwas mit dem medizinischen Fortschritt auf dem Gebiet der Erforschung des Herzinfarktes zu tun, sei gar ursächlich für das Erkennen von Unterschieden in den Symptomen die Männer oder Frauen zeigen, wenn ein Herzinfarkt sich ankündigt.

Zunächst zu den Symptomen. Bereits im Jahre 1992 hat der Berliner Arzt, Stefan N. Willich, der zu diesem Zeitpunkt am Klinikum in Steglitz beschäftigt war, ein Buch mit dem Titel „Der Herzinfarkt“ veröffentlicht, in dem er auf Unterschiede in den Symptomen eines sich ankündigenden Herzinfarktes hinweist, die zwischen Männern und Frauen bestehen, z.B. auf Seite 32 seines Buches, auf deren Daten die folgende Abbildung basiert.

Infarkt Symptome.jpg

Frauen haben also häufiger Schmerzen in Hals und Schulter als Männer, häufiger Übelkeit, Erbrechen und Dyspnoe (Atemnot) im Vorfeld eines Herzinfarkts als Männer. Das sind die einzigen signifikanten Unterschiede in der Symptomatik zwischen den Geschlechtern, denn Frauen zeigen ansonsten alle Symptome, die Männer auch zeigen, wenn sich ein Herzinfarkt ankündigt. Da alle Symptome, die Frauen häufiger zeigen als Männer dennoch auch von Männern gezeigt werden, besteht einerseits keine Gefahr, dass ein Herzinfarkt von einem Arzt, der nicht so geschlechtsteilversessen ist wie Martina Tegtmeier, übersehen wird, andererseits spielt Geschlecht im Hinblick auf die Symptomatik schlicht keine Rolle, da es keine Symptome gibt, die nur Männer oder nur Frauen zeigen. Tegtmeier erzählt Unsinn.

facepalm-GodzillaAber sie erzählt nicht nur Unsinn erster Ordnung, wenn Sie behauptet, die Diagnose eines Herzinfarktes sei geschlechtsspezifisch unterschiedlich, sie erzählt auch Unsinn zweiter Ordnung, wenn sie behauptet, ausgerechnet die Gender Studies hätten etwas dazu beigetragen, die Symptomatik des Herzinfarkts bei Männern und Frauen herauszuarbeiten. Man hat den Eindruck, dass Genderista, ob der immer häufiger werdenden Fragen nach dem Nutzen von Gender Studies und nach dem gesellschaftlichen Mehrwert, der davon ausgeht, immer verzweifelter werden und entsprechend immer absurdere Behauptungen aufstellen. Zwischenzeitlich scheinen sie alle Unterschiede, die es zwischen den beiden Geschlechtern im Hinblick auf was auch immer gibt, als Ergebnis der Gender Studies zu reklamieren. Für einen Bereich der Pseudo-Wissenschaft, von dem wir bis heute noch eine wissenschaftlich fundierte empirische Studie zu sehen hätten, ist das mehr als dreist.

Tatsächlich sind die Unterschiede in der Häufigkeit der Symptome eines sich ankündigenden Herzinfarktes zwischen Männern und Frauen schon so lange Gemeingut, dass die Aussage von Frau Tegtmeier der Aussage gleichkommt, dass wir den Gender Studies die Erkenntnis verdanken, dass Männer mehr Muskelmasse im Körper haben als Frauen. Vielleicht sind Genderista ja wahrnehmungsgestört. Die ersten speziell gynäkologischen Behandlungsinstrumente kann man übrigens in Museen besichtigen. Sie stammen in der Regal aus dem Mittelalter und wurden von Männern entwickelt.

Doch zurück zu den Symptomen. Das bereits zitierte Buch von Stefan Willich, der schon aufgrund zeitlicher Diskrepanz in keiner Gefahr steht, als Genderist angesehen zu werden, stammt aus dem Jahr 1992, aus einer Zeit also, als die Gender Studies erst noch von Ministerien etabliert werden mussten. So wenig wie man Kinder für die Straftaten ihrer Eltern verurteilen kann, kann man den Gender Studies die Forschungsergebnisse zuschreiben, die lange vor ihrer Erfindung produziert wurden. Das genau ist übrigens der Grund dafür, dass Dr. habil. Heike Diefenbach argumentiert hat, dass wir Gender Studies nicht brauchen. Alles, was in Gender Studies von den dort beschäftigten Gendersita als Ergebnis ihrer Forschung behauptet wird, ist entweder schon seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten Gemeingut der Wissenschaft oder derart trivial, dass man es nur unter Anwendung massiver Dosen von Schamlosigkeit als wissenschaftliches Ergebnis verkaufen kann. Beides zeigt indes nur die Unbildung von Genderista, womit wir wieder bei Martina Tegtmeier und ihrer Behauptung, den Gender Studies sei die Kenntnis des (weitgehend irrelevanten) Geschlechtsunterschieds in der Symptomatik eines sich ankündigenden Herzinfarktes zu verdanken.

Diese Behauptung ist frei erfunden, wie schon der Verweis auf Stefan Willich zeigt. Aber damit wollen wir es nicht bewenden lassen. Wir finden den Hinweis auf die etwas unterschiedliche Symptomatik im Kongresszentralblatt für die gesamte Innere Medizin und ihre Grenzgebiete aus dem Jahre 1938, im Handwörterbuch der praktischen Medizin, mit besonderer Berücksichtigung der inneren Medizin der Kinderheilkunde und ihrer Grenzgebiete (Neue deutsche Klinik) aus dem Jahre 1931 sowie im Handbuch der Neurologie aus dem Jahre 1935.

Wenn Tegtmeier nicht auch behaupten will, dass die Gender Studies eine Erfindung der Nazis sind, wird sie wohl oder übel einsehen müssen, dass der Unsinn, den sie behauptet, eben Unsinn ist oder sie wird zugeben müssen, dass sie den Unsinn frei erfunden hat. Beides wirft ein Schlaglicht auf den Charakter von Tegtmeier.

Um diesen Charakter zu bewerten, ist es demnach gar nicht notwendig, die Frage zu Beginn des gesammelten Unsinns von Tegtmeier zu berücksichtigen. Tun wir es dennoch, dann um unseren Eindruck vom Charakter zu prüfen, so wie das Prüfen (anstelle des bloßen Behauptens) von Annahmen eben in der Wissenschaft üblich ist, es unterscheidet Wissenschaft von Ideologie.

„Sollen Frauen sterben, weil ihre Symptome einer Erkrankung nicht erkannt werden?“, so fragt Tegtmeier.

Wir denken, der Schluss auf das, was wir auch bei Frau Tegtmeier, Charakter nennen wollen, zumal „Charakter“ ja positive und negative Ausprägungen annehmen kann, ist damit bestätigt. Wir wollen deshalb nur auf die absurden Prämissen dieser Frage hinweisen. Hier die Kaskade des Tegtmeierschen Unsinns:

Nuts in BedlamPrämisse 1: Symptome unterteilen sich in männliche und weibliche Symptome. Prämisse 2: Werden die Symptome einer Krankheit untersucht, dann werden vornehmlich oder ausschließlich männliche Symptome gefunden. Prämisse 3: Frauen müssen entsprechend sterben, weil ihre Symptome nicht gefunden werden. Warum? Prämisse 4: Weil Frauen eine abweichende Spezies sind, die mit Männern nichts teilt, nicht einmal die Symptome des Herzinfarkts oder die Notwendigkeit, den eigenen Organismus mit Nahrung zu unterhalten. Prämisse 5: Erst die Erfindung der Gender Studies hat dazu geführt, dass auch weibliche Symptome entdeckt wurden. Prämisse 6: Seither überleben Frauen. Vorher sind sie gestorben. Prämisse 7: Werden Gender Studies abgeschafft, dann werden auch keine weiblichen Symptome mehr entdeckt und Frauen werden wieder sterben. Prämisse 8: Die AfD will Gender Studies abschaffen und ist deshalb eine Partei der Frauenmörder.

Wie sich die Tatsache, dass die meisten Ärzte heute weiblich sind, zu diesen Prämissen verhält, ist eine Frage, zu der wohl nur Tegtmeier etwas einfällt – wie zu befürchten steht. Und wie es sein kann, dass Frauen und Männer mit denselben Medikamenten und Verfahren gegen Herzinfarkt behandelt werden, wo sie doch so unterschiedlich sind, ist eine weitere Frage, die man nur in Einklang mit den Prämissen bringen kann, wenn man eine geistige Verfassung inne hat, wie Tegtmeier sie zu haben scheint.

Arbeitet die SPD eigentlich daran, die Bevölkerung in Deutschland zu verdummen? Oder soll hier eine intellektuelle Niveauabsenkung, der Bevölkerung auf das Niveau der SPD vorgenommen werden?

Und kennt jemand eine gute Klinik, in der derart anscheinend weibliche Symptome, wie sie Tegtmeier zeigt, behandelt oder doch zumindest beaufsichtigt werden können?

Willich, Stefan N. (1992). Der Herzinfarkt. Darmstadt: Steinkopff.


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Pilgern gegen Straftaten (Unsinn der Woche)

Man muss es Sozialpädagogen lassen: Wenn es darum geht, an das Geld von Steuerzahlern zu kommen, dann sind sie findig, wie sonst kaum jemand. Was Sozialpädagogen alles an Therapien und Maßnahmen in öffentlich finanzierte Programme eingeschleust haben, vom betreuten Wohnen auf dem Bauernhof bis zum Antigewaltkurs, bei dem aus dem notorischen Schläger der liebende Nächste werden soll … Respekt.

Findig wie sie sind, haben sie sich eine neue Masche einfallen lassen, um denjenigen ein Auskommen zu verschaffen, die von Universitäten und Fachhochschulen in immer größerer Zahl auf den Markt der Sozialpädagogik drängen:

Lamnek_abweichendes VerhaltenPilgern mit Straftätern, nein mit „Menschen … die an sich oder der Gesellschaft verzweifelt sind, denen Arbeitslosigkeit, Armut oder Gefängnis drohen“. Denn siehe, wenn Ede in Dein Haus einsteigt und Deinen Mammon mit nimmt, dann liegt das nicht daran, dass Ede ein Einbrecher ist, nein, es ist ein Akt der Verzweiflung. Überhaupt ist delinquentes Verhalten nicht dem zuzurechnen, der es zeigt, sondern der Gesellschaft. Linke randalieren durch Berlin: Die Gesellschaft ist schuld. Jugendliche schlagen einen noch jugendlicheren krankenhausreif: Die Gesellschaft ist schuld. Ein Angestellter im Finanzdienstleistungsgewerbe überweist das Geld seiner Kunden auf sein eigenes Konto: Er ist an sich verzweifelt oder es drohte ihm die Armut, wer weiß. Ein Nazi schlägt einen Asylbewerber: auch ein Verzweifelter der Gesellschaft, dem nun Gefängnis droht.

Oder schlimmer noch: Es droht ihm und allen, die aus Verzweiflung strafrechtlich in Erscheinung getreten sind, also Omas Handtasche gestohlen oder Polizisten mit Pflastersteinen beworfen haben, das Pilgern. Das betreute Andächtigsein auf dem Weg nach Santiago de Compostella oder Lourdes oder nach Jerusalem (oder nach Mekka?).

Gottfredson crimeDas macht sicher Spaß. Vor allem denen, die betreuend mitlaufen, wenn die Straftäter sich auf die Pilgerschaft machen.
Einst hat ein Leipziger Landrichter eine Geschichte zum Besten gegeben, die aus einer Zeit stammt, als er fast, aber noch nicht ganz Landrichter war. Er war zum Urlaub in Neuseeland, hat sein Erspartes dafür aufgebraucht, um die atemberaubende Natur von Neuseeland zu sehen und zu bewundern. Er war dort nicht allein. Ein Sozialarbeiter mit einem jugendlichen Straftäter hat seinen Pfad gekreuzt. Steuerzahler hatten beiden die Reise und den vierwöchigen Aufenthalten bezahlt. Und beide waren bemüht, in Zukunft ein straffreies Leben zu führen, Neuseeland soll dabei irgendwie helfen. Das hat auf den angehenden Landrichter abschreckend gewirkt. Anschließend wollte er um keinen Preis mit jugendlichen Straftätern etwas zu tun haben. Er sei nach der Erfahrung einfach nicht mehr neutral, so hat er gerne gesagt.

So wie die vierwöchige Reise nach Neuseeland beim Versuch, nicht an sich zu verzweifeln und in Zukunft keine Straftaten mehr zu begehen, vielleicht helfen kann, so kann vielleicht auch die Pilgerschaft nach Lourdes, Mekka, oder Jerusalem helfen. Vielleicht. Vielleicht wird der Schläger aus Berlin zu einem heiligen Mann, wenn er in Lourdes angekommen ist, geht in ein Kloster und verprügelt fortan nur noch sich selbst: Selbstkasteiung. Vielleicht wird der Serieneinbrecher zu einem ehrbaren Menschen, wenn er die (Pilger-)Reise nach Jerusalem erfolgreich bestanden und mit dem Leben davon gekommen ist. Manche Erfahrungen sollen Menschen ja verändern.

Manche, vielleicht. Und genau hier liegt das Problem der sozialpädagogischen Ansätze: Es gibt keinerlei Hinweis darauf, dass Straftäter, die auf Pilgerschaft gehen oder irgend einer anderen sozialpädagogischen Maßnahme unterzogen werden, deshalb nicht mehr straffällig sind bzw. werden. Es gibt keine Untersuchung, die den Erfolg von sozialpädagogischen Interventionen evaluiert: Es gibt keine Untersuchung, die sich dafür interessiert, wie die Jugendlichen, die man durch den Erlebnispark in Haßloch gescheucht hat, ihre Erfahrung in ihrem täglichen Leben umsetzen. Denn niemand interessiert sich für die Jugendlichen, die verzweifelt an der Gesellschaft oder sich selbst, ihr Heil im blauen Auge des Gegenüber suchen. Die meisten Sozialpädagogen sind eher daran interessiert, Maßnahmen durchzuführen, eher nicht daran, die Maßnahmen dahingehend zu evaluieren, ob sie außer Sozialpädagogen auch anderen etwas bringen.

Es geht um rent seeking, darum, sich ein Auskommen auf Kosten der Allgemeinheit zu verschaffen, mit Programmen, Maßnahmen und Aktionen, die Steuerzahler Geld in einer Höhe kosten, die vermutlich in keinem Verhältnis zum Erfolg steht.

Cornish Clarke crimeAber vielleicht tun wir den Sozialpädagogen, die am 15. September in Dresden über die Nutzung der Pilgerschaft zur Bekämpfung von Delinquenz diskutieren wollen, ja unrecht. Vielleicht sind sie ja gar nicht der Meinung, dass die Pilgerschaft etwas bringt, sondern die Drohung, dass man, wenn man eine Straftat begeht, auf eine Pilgerschaft geschickt werden kann. Das wäre dann im Einklang mit der am besten empirisch bewährten Theorie, die die Kriminologie zu bieten hat: Abschreckung. Je wahrscheinlicher eine Bestrafung für delinquentes Verhalten, je höher bzw. empfindlicher die Strafe und je schneller sie die Straftäter trifft, desto geringer die Gefahr einer Wiederholung delinquenten Verhaltens.

Aber hier sind wir wieder beim vielleicht, vielleicht kennen Sozialpädagogen kriminologische Theorien, vielleicht auch nicht. Wir tendieren dazu Letzteres zu vermuten und empfehlen daher eine Pilgerschaft in die nächste Universitätsbibliothek: Siegfried Lamnek ist ein guter Anfang, Gottfredson und Hirschi eine gute Fortsetzung und Cornish und Clarke ein guter Abschluss.


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Sind alle Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung dumm? Ein Erklärungsversuch

Alle Heteros sind homophob“, so schreibt Fabian Goldmann auf den Internetseiten der von Steuerzahlern finanzierten Heinrich-Böll-Stiftung und produziert damit eine jener Aussagen, bei denen man, werden sie getroffen, schon weiß, dass man es sich bei dem, der sie trifft, um niemanden handeln kann, der übermäßig intelligent ist. Wäre er es, die Problematik von Allaussagen, sie wäre ihm geläufig.

  • Logik f dummiesAlle Mainzer sind Narren.
  • Alle Staaten haben einen Präsidenten
  • Alle Kartoffelkäfer leben im Acker.
  • Alle Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung sind dumm.

Bereits eine Beobachtung des Gegenteils des Behaupteten, sie reicht, um die Falschheit des Behaupteten darzulegen. Ein nicht-dummer Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung, ein Kartoffelkäfer im Supermarkt, ein König und ein nicht närrischer Mainzer, sie reichen aus, um die entsprechende Allaussage als Unsinn zu entlarven.

Warum macht man sie trotzdem?

Man will ein Gesetz aufstellen: Alle Körper fallen zu Boden, ein Gesetz, das man testen kann, indem man z-B. auf der ISS einen Körper, z.B. eine Zahnpastatube fallen lässt und beobachtet, wie die Tube nicht zu Boden fällt. Das will Fabian Goldmann aber nicht.

Man ist eine autoritäre Persönlichkeit, die keinerlei Ausnahme von ihrer dogmatischen Regel zulässt, und entsprechend ist man entweder nicht an der Realität, sondern an deren Travestie interessiert, oder dumm.

Fabian Goldmann ist … entscheiden Sie selbst:

“Heterosexuelle sind homophob. Nein, nicht nur jene 25 Prozent, die laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage Homosexualität für „unmoralisch“ halten. Auch nicht nur die 40 Prozent, die es „ekelhaft“ finden, wenn sich Schwule und Lesben in der Öffentlichkeit küssen. Nein, alle Heteros sind homophob. Alle! Und das nicht nur, weil sie in einer homophoben Gesellschaft aufwachsen. Heteros sind homophob, weil sie Heteros sind. Oder besser: Weil sie zu Heteros gemacht wurden.“

Fabian Goldmann hat seine eigene Idee des falschen Bewusstseins. Alle Heterosexuellen haben ein falsches Bewusstsein. Ihnen wurde eingeredet, dass Heterosexuellsein prima ist und alles andere un-prima. Dabei ist Heterosexualität, wie Goldmann ganz sicher weiß, „ein kulturelles Konzept, das erst durch die Abwertung gleichgeschlechtlicher Liebe, Sex und Zuneigung entstanden ist“.

Denn merke: Am Anfang war die Gleichgeschlechtlichkeit. Homosexualität ist aller Anfang und Heterosexualität ist der Einfall des Bösen, der Kultur, die so des Weges kommt und den homosexuellen Frieden stört. Diese Kultur, sie kommt als Kirche im 13. Jahrhundert daher oder als Psychiater 600 Jahre später, so weiß Goldmann, und sie stigmatisieren gleichgeschlechtliche Sexualpraktiken und erklären die Heterosexualität zur Normalität, zur normalen Zweiteilung obwohl diese Zweiteilung doch eine „kulturelle und soziale, keine biologische ist“.

scully facepalmDie Zweiteilung, von der Goldmann hier fabuliert, es ist die Zweiteilung in Mann und Frau. Diese Zweiteilung ist nach seiner Ansicht, ein kultureller Machtakt, denn es gibt diese Zweiteilung nicht. Es gibt nur Männer und Männer und … hm, Nicht-Männer und Nicht-Männer, diese anderen eben, die das homosexuelle Paradies der Männer durch ihre Anwesenheit zerstören. Alles machen sie kaputt, diese anderen, diese Nicht-Männer, denn sie ermöglichen es der katholischen Kirche im 13. Jahrhundert eine Zweiteilung, Heterosexualität genannt, einzuführen. Gäbe es diese anderen nicht, die katholische Kirche wäre nie auf die Idee gekommen, die Zweiteilung der Geschlechter einzuführen und die Gott gegebene und ursprüngliche homosexuelle Eintracht der Männer zu zerstören. Aber dummerweise gibt es diese anderen, diese Nicht-Männer, diese Frauen und das Patriarchat der katholischen Kirche des 13. Jahrhunderts, vom homosexuellen Ideal entfremdete Männer also, sie haben die Existenz der Nicht-Männer genutzt und die Heterosexualität erfunden, kulturell konstruiert.

Ob Goldmanns Text als Sexismus durchgeht? Wir wissen es nicht. Ob er ob seines immanenten Frauenhasses als HateSpeech gewertet wird? Wir wissen es nicht.

Was wir wissen ist, dass Intelligenz zugegebener Maßen ein kulturelles Konstrukt ist, denn Intelligenz gibt es nicht wirklich. Intelligenz ist eine latente Variable, die man in Bezug auf bestimmte Ereignisse und Begebenheiten in der Wirklichkeit zu fassen versucht. Wenn jemand mehrfach hintereinander mit dem Kopf gegen eine Wand läuft, weil er denkt, die Wand gibt nach, dann hat er offensichtlich etwas am Kopf und kann nicht als intelligent bezeichnet werden. Wenn jemand meint, bei jeder unpassenden Gelegenheit könne er eine Verbindung zwischen Computerspielen und Gewalt herstellen, dann kann er nicht intelligent sein, schon weil er seine Zuhörer oder Leser unterschätzt. Und wenn jemand nicht merkt, dass eine kulturelle Konstruktion eine empirische Grundlage benötigt, dass man also für die kulturelle Konstruktion von Heterosexualität die entsprechende Beobachtung von Heterosexualität benötigt, dann kann dieser jemand nicht intelligent sein. Wenn dieser jemand, in unserem Fall Fabian Goldmann, dann noch weiter geht und behauptet, die kulturelle Konstruktion von Heterosexualität basiere auf keiner empirischen Entsprechung, die kulturelle Konstruktion von Homosexualität dagegen auf der einen, reinen Wahrheit des homosexuellen Ursprungs des Menschengeschlechts, dann kann man nicht anders als festzustellen, dass dieser Fabian Goldmann nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Aber das sind natürlich kulturelle Konstruktionen, Tassen, Schränke …

P.S.

Wenn jemand denkt, Unsinn, wie der von Fabian Goldmann, sei für ihn irrelevant, dann können wir dies einerseits verstehen, andererseits aber nicht umhin festzustellen, dass dem nicht so ist, denn Sie, Herr Jemand, Sie finanzieren mit ihren Steuern die Heinrich-Böll-Stiftung, die den entsprechenden Unsinn veröffentlicht.


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Vorsicht: Deutschlandfahnen machen nationalistisch – es geht immer noch dümmer

In der Neuen Osnabrücker Zeitung warnt eine Osnabrücker Psychologin vor Jubel in Schwarz-Rot-Gold. Vor allem beim Public Viewing, „bei dem sehr viel schwarz-rot-goldene Fahnen im Spiel seien, könne die Vaterlandsliebe bei manchen Menschen in Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit umschlagen“. Das hat Julia Becker, die Sozialpsychologin sein soll, dem evangelischen Pressedienst erzählt. Dort fand man es opportun, das Gerücht weiter zu verbreiten, und so ist es auch einem Mitarbeiter der Neuen Osnabrücker Zeitung zu Ohren gekommen.

Von Gerüchten ist bekannt, dass sie sich in Windeseile verbreiten. Sie verbreiten sich umso schneller, wenn es mit den Gerüchten möglich ist, anderen zu schaden. Jeder kennt die innerörtliche Gerüchteküche, in der die neusten Halbwahrheiten mit Lügen verrührt werden. Das Kommunikationsmodell der Klatschweiber, es hat sich zwischenzeitlich und offensichtlich auch regional und überregional etabliert.

Deshalb wissen Leser der NOZ nun, dass Julia Weber davor warnt, Fahnen zu schwenken, schwarz-rot-goldene Fahnen, keine anderen. Fahnen der Antifa gelten ihr vermutlich als im Hinblick auf Nationalismus unbedenklich. Doch der Reihe nach.

German flag

Deutsche Fahne mit Gegenwind

Becker will nach eigener Aussage, niemandem das Public Viewing vermiesen, es sei denn, die Niemande bringen Fahnen mit zum Public Viewing (schwarz-rot-goldene), denn erstens kann man auch „ohne schwarz-rot-goldene Fahnen feiern“ und zweites können schwarz-rot-goldene Fahnen bei sehr „nationalstolzen Personen Ressentiments gegenüber Migranten erhöhen“ (nicht etwa schaffen, was zeigt, dass für Becker Nationalstolz und Ressentiments gegen Migranten ein und dasselbe sind. Nicht unbedingt eine wissenschaftliche Ansicht, aber bei den Grünen wird sie damit sicher offene Türen einrennen, vor allem bei den Kindern der Grünen in Rheinland-Pfalz.).

Woher weiß Becker, was sie so ohne Zweifel und im Ton inbrünstiger Überzeugung, ja fast könnte man von einem Überzeugungssstolz gepaart mit einem tiefen Ressentiment gegen schwarz-rot-goldene Fahnen sprechen, verkündet? Aus der eigenen Forschung, die Becker „gemeinsam mit Studierenden bereits seit der Fußball-WM 2006“ ausführen will. 2006, so Becker, „wurde erstmals Flagge gezeigt“ und 2006 habe sich gezeigt, dass „Menschen mit einem ausgeprägten Nationalstolz eher Vorurteile gegen Ausländer hätten“. Die Forschung von Becker, sie folgt dem Muster, Kaffeekanne, Latzhose, grüne Wahlentscheidung: Irgend etwas wird willkürlich in Zusammenhang gebracht. Es gibt keinerlei theoretische Fundierung dafür, was denn Kaffeekanne, Latzhose und grüne Wahlentscheidung mit einander zu tun haben sollen, aber dennoch warnen Forscher wie Becker vor dem Genuss von Kaffee, denn er ist dem Tragen von Latzhosen und der grünen Wahlentscheidung nicht förderlich, jedenfalls dann, wenn er in Tassen genossen wird, die mehr als 250 ml Inhalt zulassen.

Über all dem Spaß den man aus der Tatsache ableiten kann, dass hier wieder ein vermeintlicher Wissenschaftler durch öffentliche Medien wandert, der keinerlei Idee vom Unterschied zwischen Kausalität und Korrelation hat, darf man nicht vergessen, dass Becker mit Konzepten hantiert, die man nicht direkt messen kann. Nationalismus kann man nicht abwiegen: „Wie viel Kilo Nationalismus dürfen es den sein?“ und für Fremdenfeindlichkeit gilt dasselbe. Beide Konzepte muss man operationalisieren.

Wie operationalisiert Becker „Nationalismus“? So; „Politiker sollen aufhören, immer wieder die negative deutsche Geschichte auszupacken“ und „Deutschland ist das beste Land der Welt“. Wer beiden Aussagen zustimmt, der ist Nationalist. Und unter Fahnenträgern (schwarz-rot-goldenen) finden sich etwas mehr, die diesen Aussagen zustimmen. Und weil dem so ist, deshalb besteht die Gefahr, dass beim Public Viewing der Virus des Nationalismus überspringt. Denn einen Virus des Nationalismus muss man annehmen, wenn man das, was Becker von sich gibt, nicht gleich als Monster-Unsinn bezeichnen will.

Aber das wollen wir (noch) nicht.

Deshalb stellen wir uns vor, Karl, Frank und Peter gehen zum Public Viewing. Peter hat eine Fahne dabei (vermutlich weil er seine Zugehörigkeit ausdrücken will, denn Fahnen sind in erster Linie ein Mittel, Zugehörigkeit auszudrücken). Die deutsche Nationalmannschaft, sie schießt ein Tor. Peter schwenkt die Fahne. Peter ist sowieso schon ein Nationalist, sonst hätte er keine Fahne dabei. Karl und Frank sind mit Peter unterwegs und somit in unmittelbarer Gefahr vom Nationalismus inkubiert zu werden. Peter schwenkt und Karl und Frank fallen dem Nationalismus anheim. Die Fahne ist der Träger des Virus. Mehr noch, Peter schwenkt sich in einen Schwenkrausch, einen Fahnenschwenkrausch in Schwarz-Rot-Gold und wird zum Fremdenfeind, vor allem nach dem Ausgleichstor der Polen wird er zu einem Fremdenfeind, der auf Polen schimpft.

Monster-Unsinn eben.

facepalm-GodzillaJetzt kommt wieder der Es-ist-Satz: Es ist erschreckend, was derzeit in Deutschland als Wissenschaft verkauft werden soll. Hanebüchene Operationalisierungen, theorielose Forschung (Warum führen Fahnen zu Nationalismus?), keinerlei Idee vom Unterschied zwischen Kausalität und Korrelation usw. So wäre es naheliegend, wenn man schon Fahnen als Untersuchungsgegenstand wählt, anzunehmen, dass diejenigen, die Fahnen mitnehmen, dies auf Basis von Nationalstolz tun. Die Fahnen wären entsprechend Ausdruck, nicht Verbreiter von Nationalstolz. Aber auf derart komplexe Ideen kommt eine Psychologin, die offensichtlich in einem geistigen Tunnel unterwegs ist, nicht. Dass sie in einem Tunnel unterwegs sein muss, zeigt sich schon daran, dass ihr die zweite naheliegende Idee, dass nämlich Fahnen nichts mit Nationalismus, sondern mit Gruppenzugehörigkeit zu tun haben, nicht einmal einfällt. Dabei will sie Sozialpsychologin sein. Nun, Sozialpsychologie beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Gruppenprozessen. Die Gruppenidentität und die Bildung von „temporären Gruppen“, der Ausdruck von Zugehörigkeit zu temporären Gruppen, sie sind Forschungsgegenstände, die schon Legionen sozialpsychologischer Bücher zum Ergebnis hatten. Entsprechend hätte ein Sozialpsychologe, der sein Fach kennt, auf die Idee kommen können, dass Fahnen eine Zugehörigkeit ausdrücken sollen, ein gemeinsames Happening und nicht mehr, etwa in der Weise, wie die Fahnen, die bei Gewerkschaftsstreiks mitgenommen werden oder die Fahnen, die die LGBTI-Bewegung durch die Lande hisst (Ob Becker als nächstes untersucht, wie die LGBTI-Fahnen sich auf die Diskriminierung Herterosexueller auswirken? Wir haben dahingehend eine (netzwerk-)theoretisch begründbare und eindeutige Erwartung.), ein Zugehörigkeitsgefühl und darüber hinaus einen Marker darstellen: Hier bin ich: Seht Ihr mich!. Mit Nationalstolz oder Fremdenfeindlichkeit hat das überhaupt nichts zu tun. Und dass es etwas mit dem einen oder dem anderen zu tun hat, das wäre erst noch zu belegen. Julia Becker belegt es mit Sicherheit nicht, schon deshalb nicht, weil sie keinerlei Theorie anzubieten hat, die die Verbreitung des Virus „Nationalismus“, der sich in schwarz-rot-goldenen Fahnen eingenistet hat, erklären könnte. Somit muss man wohl feststellen, dass Becker ein Miespeter, sorry, eine Mieseliesel ist, die nicht mit ansehen kann, dass sich Menschen beim Public Viewing verhalten, als wäre es der Kölner Karneval und einfach nur Spaß haben.

Womit wir zur letzten Frage kommen, die sich stellt: Wie kommt man überhaupt auf die Idee, den Zusammenhang zwischen bestimmten Fahnen und Nationalstolz und Fremdenfeindlichkeit zu untersuchen. Die Fragestellung ist nicht unbedingt naheliegend, denn eine schwarz-rot-goldene Fahne ist ein Hoheitszeichen von Deutschland, nicht mehr. Sie hängt in manchen Gerichten, vor Ministerien, vor diplomatischen Vertretungen im Ausland, ja selbst im Bundestag. Hängt sie dort, um den Virus des deutschen Nationalismus zu verbreiten? Sicher nicht.

social psychology for dummiesWie also kommt man auf diese abwegige Forschungsidee. Man muss, so die erste Annahme, in einem Netzwerk unterwegs sein, in dem schwarz-rot-goldene Fahnen negativ konnotiert sind, in dem ihnen vielleicht sogar Verachtung entgegengebracht wird. Die grüne Jugend in Rheinland-Pfalz scheint auch in diesem Netzwerk zu sein. Darüber hinaus muss die Vorstellung herrschen, dass Forschung eine ideologische, keine wissenschaftliche Tätigkeit ist. Schließlich muss man sich zum Wasserträger von denen machen, denen plötzlich eingefallen ist, man könne die deutsche Fahne als nationalistisches Ungetüm lancieren, das den Virus des Nationalismus verbreitet, von dem im übrigen auch noch zu zeigen wäre, dass er sich negativ auswirkt, worauf auch immer. Einstellungen und Überzeugungen sind übrigens bislang gesetzlich noch nicht verboten. Und ob nationalistische Einstellungen zu Handlungen führen und zu welchen Handlungen sie führen, wenn sie zu Handlungen führen, ist eine weitere Frage, die man noch stellen und beantworten müsste – jedenfalls dann, wenn man Wissenschaftler sein und nicht nur markieren will.


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