DIW will Notenungleichheit abschaffen [Unsinn der Woche]

Kein Witz.
Keine Satire.
Kein Fake.

Abstrakt – ungekürzt:

„Prüfungsleistungen in vielen Hochschulfächern werden heutzutage fast ausschließlich mit den Noten „sehr gut“ oder „gut“ bewertet. Die Verbesserung der Prüfungsnoten wird als Noteninflation bezeichnet – ein Begriff, der in der Regel negativ konnotiert ist. Er kann aber auch als eine Entwicklung hin zu weniger ausdifferenzierten Benotungssystemen betrachtet werden. Die Ausgestaltung eines Benotungssystems beeinflusst Lernanreize von AbsolventInnen und legt fest, wie viele Informationen an Dritte, wie zum Beispiel ArbeitgeberInnen oder Hochschulen, weitergegeben werden. In der vorliegenden Modellstudie des DIW Berlin wird der Einfluss von Noten auf Lernanreize untersucht. Ein sehr fein ausgestaltetes Benotungssystem kann zu einem ineffizient hohen Lerneinsatz und in der Folge zu Frust und Krankheit führen, wenn Studierende bei ihrer Entscheidung, wie viel Lernaufwand zu leisten ist, einer weit verbreiteten Wahrnehmungsverzerrung, entsprechend der Theorie der auffälligen Auszahlungen, unterliegen. Obwohl die Weitergabe von Informationen wichtig ist, sollte bei der Ausgestaltung eines Benotungssystems auch das Wohlergehen der AbsolventInnen in Betracht gezogen werden, welches letztlich auch ArbeitgeberInnen zugutekommt. In diesem Sinne ist eine Noteninflation nicht notwendigerweise negativ zu bewerten.“

Dieser Unsinn stammt von Lilo Wagner, die wiederum am DIW ungehindert ihr Modell-Unwesen treibt. Wer dem Abstract nicht glaubt, dem können wir gerne noch die Schlussfolgerungen aus dem Artikel nachliefern:

„Wie die vorgestellte Modellstudie zeigt, kann sich ein wenig ausdifferenziertes Benotungssystem positiv auf das Wohlergehen von Studierenden auswirken. Gerade in Hinblick auf die Umstellungen im Rahmen des Bologna-Prozesses, der häufig mit einem erhöhten Leistungsdruck in Verbindung gebracht wird, hat die Noteninflation daher auch Vorteile. Diese Vorteile bieten sich nicht nur den Studierenden selbst, auch zukünftige ArbeitgeberInnen und Krankenkassen profitieren von deren Gesundheit und Motivation.“

Wir fassen die Rabulistik aus dem, was einst ein wissenschaftliches Institut in Berlin war, noch einmal zusammen:

Derzeit gibt es an deutschen Hochschulen eine Noteninflation.
• Es werden nur noch gute oder sehr gute Noten vergeben.
• Anders formuliert: Jeder Dödel erhält eine gute Note.
• Dadurch verlieren Noten ihren Aussagegehalt und ihren differenzierenden Charakter.
• Das, so Lilo Wagner, ist nicht schlecht, denn:
• Dadurch, dass Noten nicht mehr so differenziert sind und nur noch zwischen gut und sehr gut unterschieden wird, fühlen sich Studenten besser.
• Sie behaupten, gesünder zu sein.
• Sie behaupten, nicht so gestresst zu sein.
• Und das ist gut.
• Nein sehr gut.
• In jedem Fall nicht ausreichend oder gar befriedigend.

Es gibt keine Grenze des politisch-korrekten Wahnsinns mehr. Nun haben die Gutmenschen die Notenungleichheit entdeckt und in der Tat ist derjenige, der sein Studium nur mit einer vier bestanden hat, bei der Suche nach einem Arbeitsplatz, zumindest pro forma demjenigen gegenüber benachteiligt, der sein Studium mit einer eins abgeschlossen hat. Um diese Ungleichheit zu beseitigen, vergeben Hochschullehrer schon kaum mehr andere Noten als gut oder sehr gut, vermutlich auch, um nicht in den Ruch zu kommen, Studenten zu diskriminieren, mit Noten zu diskriminieren oder am Ende zu stigmatisieren, als dumm oder nicht in der Lage, ein Studium mit Erfolg zu absolvieren. Entsprechend herrscht die große Gleichmacherei: alle sind gut oder sehr gut. Und das findet Lilo Wagner gut bis sehr gut, weil die Studenten dadurch, dass sie gute Noten weitgehend unabhängig von Leistung erhalten, gesünder sind, sich besser fühlen, nicht so oft zum Psychiater laufen, nicht dahin schmelzen, wie es der Generation Schneeflocke eigentlich ansteht.

Also lassen wir die Differenzierung durch Noten doch weitgehend sein, so die Empfehlung aus dem DIW. Streichen wir die Notenungleichheit. Schaffen wir Ergebnisgleichheit: Jeder, vom dümmsten Hans bis zum Genie hat die gleiche Note. Dass durch die fehlende Differenzierung die Motivation von Hochleistern flöten geht, dass sie nun keinerlei Anlass mehr sehen, besser zu sein als der gute bis sehr gute Durchschnitt, dass ist der Kollateralschaden dieses gesellschaftlichen Wahnsinns, bei dem Mittelmäßige der Mittelmäßigkeit das Wort reden und das Feiern der Mittelmäßigkeit damit begründen, dass sich die Mittelmäßigen dann, wenn sie sich, obwohl sie weiterhin mittelmäßig sind, besser oder gar gut bis sehr gut wähnen, einfach besser fühlen, gesünder sind. Dass sich die Guten und sehr Guten dadurch, dass sie ins Mittelmaß gestülpt, mit dem Mittelmaß gleichgesetzt werden, entsprechend schlecht fühlen und vielleicht krank werden, dass kommt denen, die das Mittelmaß, zu dem sie selbst gehören, aufwerten wollen, nicht in den Sinn. Sie, die noch nie eine Idee, geschweige denn eine innovative Idee hatten, sie wissen einfach nicht, dass man diejenigen, die die entsprechenden Ideen haben, anreizen muss, sie mit den Mittelmäßigen zu teilen. Deshalb schaffen sie die Anreize ab und freuen sich schon auf das Race to the bottom, das immer da beginnt, wo eine Gesellschaft nicht mehr anerkennt, dass es Gesellschaftsmitglieder gibt, die (in bestimmten Bereichen) einfach besser, intelligenter, leistungsfähiger sind als andere.

Aber was soll‘s: Wir rauschen zwar in den Niedergang, aber wir fühlen uns wohl dabei, haben alle ein Studium mit gut oder sehr gut absolviert. Nach welchen Kriterien sucht man eigentlich beim DIW die Mitarbeiter aus?

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Universität Flensburg: Die Germanistik rettet Europa – Kein Witz!

Manche Pressemeldungen sind einfach zu köstlich, als dass wir sie unseren Lesern vorenthalten könnten:

„Die Zeit ist reif, sich dem zuzuwenden, was allzu oft vergessen oder gar verleugnet wird: Europa ist eine literarische, an Bildung und Dialog, Verständnis und Solidarität gebundene Idee, deren Verwirklichung nicht allein davon abhängt, dass man die Kräfte des freien Marktes entfesselt und ihnen alles Weitere überlässt“, sagt Iulia Patrut. „Wenn eines aus der Literatur- und Kulturgeschichte Europas klar wird, dann ist es dies: ‘Rettung’ kann es nur durch kritische Selbstreflexion und achtsame Auseinandersetzung mit dem Gegenüber geben. Beides gehört lange schon in die Domäne der Literatur, die schon transeuropäische und kolonialismuskritische Züge hatte, als es noch starre politische und religiöse Grenzen gab.“

Die reife Zeit soll auf der diesjährigen Tagung der Gesellschaft für interkulturelle Germanistik (GiG), die vom 9. bis 15. September 2017 an der Europa-Universität Flensburg stattfindet, ausgenutzt werden. Dort soll Europa gerettet werden, und zwar durch Selbstreflexion, kritische versteht sich, nicht etwa durch den freien Markt, denn der Mensch lebt nicht vom Brot alleine, auch wenn er ohne Brot nur kurz lebt.

Das kurze selbstreflexive und kritische Leben, wie es sich in der Literatur- und Kunstgeschichte Europas findet, es ist allein im Stande, Europa zu retten. Julia Patrut, die in Flensburg als Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft geführt wird, meint natürlich die EU, nicht Europa. Aber mit derartigen Winzigkeiten von ein paar Tausend Kilometern können wir uns nicht befassen, wenn es um die Achtsamkeit und vor allem die Rettung von, egal, von etwas Europäischem geht.

Dann heißt es, Selbstreflexion und Achtsamkeit sind aller Rettung Anfang. Wir haben daher eine kleine Leseliste der Selbstreflexion zur Rettung der EU oder Europas oder von was auch immer zusammengestellt. Rette sich, wer kann:

Anleitung zur ultimativen Rettung findet sich in „Die Leiden des jungen Werther“, von Johann Wolfgang von Goethe. Wer es gerne wissenschaftlicher hat und sich eher ködern als retten lassen will, der lese den (nicht die) Faust, selbstreflexiv natürlich. Habe nun, ach Goethe, Schiller und Lessing und leider auch Böll selbstreflexiv studiert, in heißem Bemühen, Europa (oder war es die EU?) zu retten. Da steh‘ ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.

Jedem, der mehr an der romantischen Selbstreflexion zur Rettung Europas, vielleicht auch der EU interessiert ist, dem empfehlen wir den blonden Eckbert <7a>von Ludwig Tieck. Wer diese Lektüre unbeschadet überstanden hat, dem empfehlen wir die Selbstreflexion mit der Deutschstunde von Siegfried Lenz. Das hat noch jedem den Rest gegeben.

Natürlich haben wir auch Literatur für diejenigen im Angebot, die die EU oder Europa oder welchen Teil des Kontinents, den man Europa nennt, auch immer, selbstreflexiv retten wollen: In den Stahlgewittern von Ernst Jünger, ist die Selbstreflexion besonders genehm und wer lieber agiert als sich im Graben zu ducken, dem empfehlen wir das Strategiebuch von Erwin Rommel „Infantrie greift“ an.

Nun ist Europa ja international. Also müssen auch Bücher nichtdeutscher Literaten – in deutscher Übersetzung, versteht sich, die Selbstreflexion anleiten. Retten wir die europäische Erde zunächst mit Leo Tolstoj, der in Krieg und Frieden viel verbrannte Erde und den misslungenen Versuch, Russland an das europäische Festland anzuschließen, beschreibt. Ähnlich vergeblich sind auch die selbstreflexiven Versuche einer Phantasiewelt-Rettung, die Miguel de Cervantes für seinen Helden (Don Quijote) <7a>beschreibt. Die Wonnen des europäischen Miteinanders reflektiert Charles Dickens in seiner Geschichte zweier Städte und wem die europäische Idee, die man aus der Literaturgeschichte entnehmen kann, immer noch nicht reicht, um Europa zu retten, der kann gerne bei Moliere nachlesen, warum er besser zum Misanthrop denn zum Weltenretter geworden wäre.

Die Erfahrungen, die unsere Leser bei ihrem Versuch, die europäische Welt selbstreflexiv zu retten machen, bitten wir, uns mitzuteilen. Falls jemand bei diesem Versuch zu dem Geheimnis eines Lebens ohne ständiges Aufsuchen der Stätten marktwirtschaftlicher Völlerei und Konsums, also Lidl oder Aldi, vordringt, so darf er die Kunst der Askese gerne mitteilen und weitere Leser vor den Fängen der Milliardäre, die mit ihren marktwirtschaftlichen Netzen verirrte Seelen einfangen, retten – selbstreflexiv und kritisch versteht sich.

Und natürlich haben wir auch aus der Kunstgeschichte Europas ein Werk entnommen, das den Zustand, den kläglichen Zustand, in dem sich die kontinentaleuropäischen Hochschulen trotz aller Selbstreflexion oder wegen all der Selbstreflexion befinden, anschaulich und sehr grafisch beschreibt:

Deutsche Welle: Journalisten sind Killer

Berlin, 1. September 2017.
Deutsche Welle.
Themen: Wissen und Umwelt
Psychologie.

Journalisten sind Killer – Journalism kills!
Wir zitieren aus dem Beitrag der Deutschen Welle:

“Das Ergebnis der Studie ist eindeutig: Wir Journalisten haben mit unserer Berichterstattung die Macht, über das Leben von Menschen zu entscheiden. Genauer: Unsere Beiträge können töten. Und zwar dann, wenn es sich um Berichte über Terroranschläge handelt, mit Aufmacher auf der Titelseite“.

Wir wissen nicht, mit welchem Journalisten der Deutschen Welle hier seine Phantasie durchgegangen ist, aber wir wissen: Dieses Ausmaß an selbstzugeschriebener Grandeur, an Realitätsverlust und an Projektion eigener Wünsche und Begierden, ist erschreckend und nicht normal. Insofern wäre der Artikel besser in der Kategorie „Psychiatrie“ anstelle von „Psychologie“ aufgehoben.

Die Erkenntnis, dass Journalisten mit ihren Beiträgen zu Killern werden (können) und die Hoffnung, dass man in Zukunft Terroranschläge verschweigen kann, sie werden von einem Beitrag ausgelöst, den Michael Jetter gerade im Journal of Public Economics veröffentlicht hat: „The effect of media attention on terrorism“. In diesem Beitrag kommt Jetter zu der Einschätzung, dass „media coverage may encourage further terrorist attacks“ (46). Dieses Ergebnis basiert auf der Analyse von 43 Jahren terroristischer Aktivität in 201 Ländern der Erde.

Das Ergebnis ist offenkundig der Stoff, aus dem die Träume von so manchem Redaktionshocker bei der Deutschen Welle sind. Aber ist es auch fundiert? Im Gegensatz zum Träumer der Deutschen Welle haben wir uns die Daten und die Methode angesehen, die Jetter zu seinem Ergebnis führen.

Terroranschläge werden höchst akribisch in der Global Terrorism Database (GTD) gesammelt. Jetter benutzt diese Daten. Seine Fragestellung zielt auf die Anschläge, die in Folge eines Anschlages verübt werden. Die GTB zeigt, dass in der Woche direkt nach einem Anschlag im Durchschnitt weitere 5,01 Anschläge verübt werden. Ob diese Nachfolgeanschläge in geographischer Nähe, in ideologischer Näher oder in irgendeinem anderen Zusammenhang mit dem Ausgangsanschlag stehen, das zeigt die GTD nicht und Jetter untersucht es auch nicht.

Um einen Zusammenhang zwischen der Medienberichterstattung und Terroranschlägen untersuchen zu können, benötigt man auch Daten zur Medienberichterstattung. Jetter entnimmt die Daten, mit denen er internationale Aufmerksamkeit für Terroranschläge operationalisieren will, der Publikationsdatenbank der New York Times. Er berücksichtigt also nur Beiträge, die in der New York Times erschienen sind und begründet dies damit, dass die New York Times von 4imn an erster Stelle gerankt wird, und zwar mit Blick auf die weltweite Leserschaft (unter der sich hoffentlich auch des Englischen mächtige Terroristen befinden, aber dazu kommen wir noch), außerdem, so Jetter, hätten auch andere Forscher die New York Times benutzt, um Medieneinflüsse zu messen.

Eine mehr als lahme Begründung, schon weil man damit, dass es andere bereits vorher gemacht haben, vom Mord bis zum Abendessen im Dorchester in London alles begründen kann.

Wie dem auch sei. Jetter benutzt die Berichterstattung der New York Times, um die Intensität der internationalen Berichterstattung über Terroranschläge zu operationalisieren und die Daten der GTD, in denen die Terroranschläge von 1970 bis 2012 aufgeschlüsselt sind. Und dann berechnet er eine Regression, um den Einfluss von Ersterem auf Letzteres herauszufinden. Und?

Nichts.
Keine Korrelation.
Die Intensität der Berichterstattung in der New York Times hat keinen Effekt auf die Häufigkeit von Terroranschlägen, die dem Terroranschlag, über den berichtet wird, nachfolgen.

Bad Luck.
Was tun?
Nun, hat sich Jetter gedacht, es könnte doch sein, dass da beide, also die Anzahl der Anschläge nach einer Berichterstattung und die Intensität der Berichterstattung über einen Anschlag, da sie endogene Variablen sind, mit einander so konfundiert sind, dass nichts herauskommt, wenn man eine Regression rechnet. Deshalb rechnet Jetter mit der Berichterstattung über Naturkatastrophen in den USA.

Diese Berichterstattung, so seine Überlegung, wenn sie gleichzeitig erfolgt, wird die Intensität der Berichterstattung über Terroranschläge reduzieren, so dass dann, wenn trotz Berichterstattung über Katastrophen in den USA dennoch eine erhöhte Berichterstattung über Terrorismus vorhanden ist und daraus ein Effekt auf die Nachfolgeanschläge ausgeht, er als Forscher davon ausgehen könne, dass es einen Effekt der Berichterstattung auf die Anschläge, die dem Anschlag, über den berichtet wird, nachfolgen, gebe. Potzblitz, der Effekt stellt sich ein. Und weil sich dieser Effekt einstellt, deshalb kommt Jetter zu dem Schluss, dass die Intensität der Medienberichterstattung sich auf die Häufigkeit von Nachfolgeanschlägen auswirkt.

Welche Phantasien dies bei einem Redakteur der Deutschen Welle ausgelöst hat, das wissen wir bereits.

Kommen wir daher zur Kritik:
Eine Anzahl von Terrorismusforschern ist der Ansicht, dass Terrorismus eine Kommunikationsstrategie ist. Nicht die Opfer sind das Ziel von Terrorismus, vielmehr wollen Terroristen eine Message transportieren, sie wollen eine Regierung unter Druck setzen oder sie wollen eine Verunsicherung der Öffentlichkeit herbeiführen, um eine Regierung zu bestimmten Handlungen zu zwingen. Insofern macht es Sinn anzunehmen, dass Terroristen darauf aus sind, in der New York Times und der London Times Schlagzeilen zu machen.

Damit endet der Sinn bereits, denn: Aus dieser Annahme lässt sich zum einen Ableiten, dass Terroristen über erfolgte Berichterstattung zufrieden sind und Nachfolge-Anschläge aus Zufriedenheit entstehen oder man kann ableiten, dass Terroristen über eine NICHT erfolgte Berichterstattung oder eine zu geringe Berichterstattung erbost sind und nachfolgende Anschläge die Reaktion darauf sind.

Damit ist die Studie von Jetter bereits zerstört, denn er ist nicht einmal auf die Idee gekommen, danach zu prüfen, ob sein ursprüngliches Ergebnis, das keinen Zusammenhang zwischen Intensität der Berichterstattung und Häufigkeit von Nachfolgeanschlägen zeigte auf den zuletzt genannten Effekt zurückzuführen ist. Er hat also etwas finden wollen.

Zudem gibt es bei Zeitreihen, die irgendwo anfangen, das Problem, die Richtung des Zusammenhangs zu bestimmen. Einerseits können Terroranschläge eine Reaktion auf Berichterstattung sein, andererseits ist Berichterstattung über Terroranschläge immer eine Reaktion auf erfolgte Terroranschläge. Die Terroranschläge können aber vollkommen unabhängig voneinander sein. In der Tat legt der Datensatz von Jetter, der den Zeitraum von 1970 bis 2012 umfasst und in dem somit Anschläge der IRA und der RAF, neben denen von FARC, ISIL und Al-Kaida oder von Timothy McVeigh enthalten sind, den Schluss nahe, dass hier ein Ergebnis herbei gerechnet wurde, das keiner näheren Betrachtung standhält, weil man selbst die Idee, dass Terrorismus eine Kommunikationsstrategie darstellt, weit dehnen muss, um einen Zusammenhang zwischen der Berichterstattung über das Oklahoma Bombing am 19. April 1995 und dem Abschuss einer Regierungsmaschine durch die Tamil Tigers in Sri Lanka am 22. April 1995 oder dem Bombenanschlag vom 7. Juni in Ankara herzustellen.

Kurz: Die Ereignisse, die Jetter in der Datenbank alle als homogene Ereignisse behandelt, zeichnen sich dadurch aus, dass sie alles andere als homogen sind. Deshalb muss er annehmen, dass kolumbianische Terroristen oder Terroristen in Sri Lanka oder in den USA alle durch die Berichterstattung der New York Times motiviert wurden. Eine Annahme, die sehr weit hergeholt, ja fast lächerlich ist.

Aber nichts ist so lächerlich, als dass die Lächerlichkeit nicht von denen, die bei der Deutschen Welle ausgerechnet die Kategorie „Wissen“ bestücken wollen, übertroffen werden könnte:

“Es gibt erste Untersuchungen, die darauf schließen lassen, dass auch Terroranschläge imitiert werden. Wenn in den Medien also intensiv über Terroranschläge oder auch Amokläufe berichtet wird, führt das zu weiteren Anschlägen”, sagt Till. Wie beim Suizid auch, können Medienberichte für bereits radikalisierte, aber bisher ambivalente Menschen der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt.“

Der zitierte Till, heißt mit vollem Namen Benedikt Till und soll Psychologe an der Medizinischen Universität in Wien sein. Wiener haben es auch nicht leicht.

Wir haben somit einen Bogen von einem Anschlag in, sagen wir London am 7. Juli 2005, über die Berichterstattung in der New York Times zu einem Anschlag am 12. Juli in Natanya in Israel geschlagen. Letzterer ist nach Ansicht der sorry: Spinner bei der Deutschen Welle eine Imitation von ersterem, denn, wie wir alle wissen, gibt es eine Vielzahl von Terroristen, die mit Rucksäcken voller Sprengstoff unterwegs sind und nur darauf warten, dass sie in der New York Times von einem Anschlag lesen, der sich wo auch immer, mit welcher Motivation, welcher Zielsetzung und welchem Erfolg auch immer ereignet hat, um sich selbst und möglichst viele andere in die Luft zu sprengen. Oder, um den Irrsinn auf die Spitze zu treiben: Hätten die Medien nicht über den Anschlag auf das Federal Building in Oklahoma berichtet, dann hätten die Tamil Tigers kein Flugzeug abgeschossen und einen Monat später kein Massaker unter der Zivilbevölkerung angerichtet, die IRA hätte ihre Waffen schon vor 2000 abgegeben, al-Kaida hätte sich aufgelöst und Osama bin Laden könnte heute noch leben.

Die schöne neue Welt der Deutschen Welle. Es geht das Gerücht, dass Menschen mit Intelligenz begabte Wesen sein sollen. Wir haben begründete und ernsthafte Zweifel, dass diese Aussage in dieser Allgemeinheit zutrifft.

Jetter, Michael (2017). The Effect of Media Attention on Terrorism. Journal of Public Economics 153(1): 32-48.

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Endlich: MLPD macht Ressourcen der Erde unendlich

Das folgende Wahlplakat ist keine Fälschung und kein Fake. Wir haben es geprüft. Es findet sich unter den Vorlagen, die die MLPD/Internationalistische Liste zu 45.000 Stück allein in Nordrhein-Westfalen verteilen will. Es zeigt, wie Dummheit und Marxismus-Leninismus eine symbiotische Beziehung zueinander unterhalten:

Wenn Sie bislang nicht gewusst haben, warum sozialistische und kommunistische Systeme (der Unterschied zwischen beiden ist, trotz aller Anstrengungen derer, die ihn gerne herbeireden wollen, minimal bis nicht vorhanden und letztlich ist die Unterscheidung nur einer Laune von Stalin geschuldet) bislang immer gescheitert sind, warum am Ende jeden Versuches, die proletarische Herrschaft zu etablieren, also die Herrschaft einer kleinen Clique, die von sich behauptet, sie würde für die Proletarier sprechen, ein verarmtes und heruntergewirtschaftetes Land stand, dann wissen Sie es jetzt:

Erzeugerpreise rauf,
Verbraucherpreise runter

Weil es so schön dumm ist …

So einfach ist die sozialistische bzw. kommunistische Welt. Nun ist beides ja nicht unabhängig voneinander. Wenn der Erzeugerpreis für Kartoffeln angehoben wird, sagen wir um einen Euro, dann muss irgendwer diesen einen Euro aufbringen. In der sozialistisch-kommunistischen Traumwelt, in der sich die MLPD und die Internationalistische Liste befinden, sind es aber nicht die Verbraucher, die den Preisanstieg angeblich zu schultern haben. Im Gegenteil: Die Verbraucher sollen weniger bezahlen, obwohl die Kartoffeln teurer werden. Sagen wir Erzeuger erhalten einen Euro pro Zentner mehr, Verbraucher müssen einen Euro pro Zentner weniger berappen. Fehlen 2 Euro in der Rechnung, die von irgendwo herkommen.

Wer ist der sozialistisch-kommunistische Gönner, der Verbrauer um einen Euro entlastet, Erzeugern einen Euro mehr bezahlt (jedesmal pro Zentner), der also 2 Euro pro Zentner Kartoffeln aufbringt?

Schwierig?
Nein!
Natürlich der Staat, jenes heilige Gebilde, das von Sozialisten und Kommunisten in gleich hingebungsvoller Weise angebetet wird. Er schultert die zwei Euro.

Nur, wo hat der Staat in sozialistischen und kommunistischen Staaten sein Geld her?
Aus der Besteuerung von Bürgern.

Um die 2 Euro Mehrausgaben pro Zentner Kartoffeln zu finanzieren, wird man also die Steuer auf die Nutzung von Grund und Boden durch Bauern erhöhen, sagen wir um einen Euro plus Verwaltungsgebühren von 20 Cent. Und um die Preisentlastung für Verbraucher gegen zu finanzieren, erhöhen wir die Mehrwertsteuer um einen Prozentpunkt, das hat den Vorteil, dass nicht nur Kartoffeln höher besteuert werden, sondern alle Güter, die Verbraucher kaufen.

Die Verteilung von sozialistisch-kommunistischen Wohltaten kennt immer nur einen Gewinner: Den Staat und diejenigen, die direkt von ihm leben, die Parteimitglieder, die Funktionäre, die Helfer und Helfershelfer, alle diejenigen, die keinerlei produktiven Beitrag zu einer Gesellschaft leisten. Ihr Anteil am Sozialprodukt einer Wirtschaft steigt unaufhörlich, während der Anteil derer, die das Sozialprodukt erarbeiten, immer geringer wird. Und während die Funktionäre in Saus und Braus leben, verarmt die Bevölkerung.

Aber auch hier weiß die MLPD Rat:

Revolution ist kein Verbrechen!
Richtig: Weg mit den sozialistisch-kommunistisch, marxistisch-leninistischen Funktionären, die an der Produktivkraft der Proletarier schmarotzen!

Auch schön:
Für das Recht auf Flucht.

Wäre dieses Recht schon in der DDR durchgesetzt worden, dann könnten wir heute sehen, was passiert, wenn Parteifunktionäre von ihrer Bevölkerung alleine gelassen werden. Leider ist uns dieses sicher sehr amüsante Erlebnis erspart geblieben.

MLPD:

Main Levelheadedness Perishing Device – Insanity Unites

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Doing Schwachsinn: Münchner Soziologen verwischen Grenze zwischen Vernunft und Wahnsinn

Es sind Texte wie der folgende, die dazu beitragen, Soziologen einen schlechten Leumund zu verschaffen und in der Öffentlichkeit das Bild des akademischen Spinners entstehen zu lassen, eines Spinners, der in seiner Selbstwichtigkeit gar nicht merkt, welchen Unsinn er gerade von sich gibt.

Den Text haben wir von der Seite der DGS (Deutsche Gesellschaft für Soziologie) gefischt. Er steht dort unter der Überschrift „DGS goes public: Ist die Wirklichkeit veränderbar“. Falls jemand aus diesem Text Sinn machen kann, so ist er herzlich dazu eingeladen, dies entweder im Forum oder in Form eines Kommentars hier zu tun. Im Anschluss an die nun folgende Ansammlung von Worten geben wir noch ein paar kleine Interpretationshilfen…

„Soziologie trifft auf Theater. Am 28. Juli findet im Rationaltheater in München ab 20 Uhr eine performative Vernissage zum Abschluss eines an der LMU durchgeführten Seminars statt. Ausgangspunkt ist die Frage, wie sich soziale Ordnungen performativ reproduzieren und verändern lassen. Im Zentrum stehen Performativitäts- und Alteritätstheorien, sowie kunstphilosophische und theaterwissenschaftliche Ansätze, die das erfahrende Subjekt und seine subversive Widerstandskraft in den Mittelpunkt stellen. Den Abend einleitend, wird einem öffentlichen Publikum vermittelnd ein Überblick über die im Seminar behandelten Themen und Texte gegeben. Diese reichen von Autoren wie Helmuth Plessner, Victor Turner, Erika Fischer-Lichte und Thomas Düllo bis hin zu Jill Dolan, Chantal Mouffe und Jacques Rancière. Anschließend wird eine Performance der vom Shadow-Yoga inspirierten Bewegungskünstlerin invisible movements den theoretischen Rahmen mit einer leiblichen Erfahrung anreichern. Dabei scheint im Performativen das Andere auf, die Zuschauer*innen fühlen sich in eine andere Zeitstruktur versetzt und erleben subtile Metamorphosen durch die unmerklichen Bewegungen. Ausklingen soll der Abend im Dialog mit den Studierenden und der Künstlerin in einer Durchwanderung des Raumes, in dem Flipcharts die Arbeiten der Studierenden präsentieren. Einzelne Seminarinhalte wurden hier nochmals verdichtet und können an ein interessiertes Publikum vermittelt werden. So wollen wir im dialogischen Austausch ergründen: Ist eine andere Wirklichkeit möglich?“

Alles klar?
Hier die versprochenen Interpretationshilfen:

Performativitätstheorien im hier verstandenen Sinne sind formulierte Trivialitäten, die letztlich besagen, dass es etwas gibt, dass dieses etwas einen Niederschlag findet und dass der Niederschlag, den es findet, von Menschen beeinflusst werden kann. Vermutlich hatten die Neanderthaler bereits, ohne es zu wissen, ein Konzept von Performativität.

Alteritätstheorien sind eine Ausgeburt der Psychoanalyse. Sie beschreiben letztlich Wechselbeziehungen nach innen und außen und können die herausragende Erkenntnis reklamieren, dass man nach innen das Selbstverhältnis reflexiv überdenken solle und nach außen mit anderen konfrontiert sein kann. Als der Neanderthaler vor seinem Feuer saß, hat es sich bestimmt gefragt, warum das Feuer so wenig wärmt und warum sein Nebenmann, der näher am Feuer sitzt, die Wärme blockt. Die Alteritätstheorie war geboren.

Nun, da Sie die grundlegenden Erkenntnisse aus dem Text oben reflexiv und in Innenansicht mit sich erörtert haben, wird es ihnen sicher auch ohne Shadow-Yoga möglich sein, eine Manifestation, es muss keine leibliche Manifestation der Gedanken, die ihre Innenansicht mit sich gebracht hat, an uns als ihre virtuellen Gegenüber quasi in gelebter Außensicht weiterzugeben. Bitte seien sie in Ihrem Urteil nicht zu performativ, denn es könnte sein, dass wir bestreiten wollen, was sie behaupten, dass ist. Sollten Sie diesen Außenrat performativer Entität nicht berücksichtigen, werden wir sie mit der subversiven Kraft individuellen Widerstands konfrontieren.

Doing Schwachsinn!

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