Viel bemüht, wenig bekannt: Befragung soll Licht in den Extremismus bringen

Kennen Sie den Spruch, „Wenn Ihr etwas zu kritisieren habt, dann macht es doch besser“? Man hört ihn zuweilen von den Gefrusteten, die gerade einsehen mussten, dass Kritik gerechtfertigt ist und ihr Vorgehen, ihre Meinung, Überzeugung oder Behauptung schlicht falsch oder nicht haltbar ist.

Nun, wir haben uns den Spruch dennoch zu Herzen genommen und machen nun auch empirische Sozialforschung besser als dies z.B. Meinungsforschungsinstitute machen, deren Vorgehen häufig repräsentativ für das ist, was man die Schlangengruben der Sozialforschung nennen könnte.

Seit heute gibt es deshalb unsere niegelnagelneue Befragungsseite: SurveyNET.

SurveyNETshot

Dort machen wir unsere eigenen Umfragen, große und kleine, lange und kurze, und wir berichten von Ergebnissen der Befragungen auf ScienceFiles und SurveyNet.

Die erste Befragung, die seit heute online ist, ist aufgrund aktueller Ereignisse eine Befragung zum Thema

Politischer EXTREMISMUS.

Da derzeit viele Extremismus in welcher Ausprägung auch immer im Munde führen, wenige wissen, was sie damit meinen, und kaum jemand weiß, welche Einschätzungen und Einstellungen zu Extremismus es in Deutschland gibt, haben wir eine entsprechende Umfrage konzipiert und Online gestellt.

Wir hoffen, dass sich viele an dieser Fact-Finding-Mission beteiligen und dazu beitragen, dass wir in Zukunft auf informiertere Weise darüber diskutieren können, welche Einstellungen, Bewertungen und Ausprägungen von Extremismus es in Deutschland gibt.

Die Befragung findet sich unter diesem Link.

Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme.

Über Michael Klein
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41 Responses to Viel bemüht, wenig bekannt: Befragung soll Licht in den Extremismus bringen

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  2. corvusalbusberlin sagt:

    Ich kann diesem Artikel voll und ganz beipflichten. Vor Lichtjahren, als ich Studentin war, habe ich mir mal für einige Zeit mit Befragungen meine Brötchen verdient.
    Schon toll, was bei diesen Befragungen herauskam – und nicht zu vergessen, wie diese Befragungen oft geführt wurden.
    So, jetzt werde ich mir Ihren Link ansehen.

  3. corvusalbusberlin sagt:

    Also, ich habe mir eben den „Befragunslink“ heruntergeladen und auch beantwortet.

    Eine Frage, die letzte: „Und welcher Schicht fühlen sie sich verbunden?“ hat mich irritiert.

    Ich würde gerne wissen, ob der Verfasser damit auf die geistige oder die materielle Schicht ansprechen will. Das ist mir nicht klar oder will mir nicht klar sein.

    Die materielle Oberschicht ist nämlich oft die geistige Unterschicht. Und ein Arbeiter, der 800,00 € verdient, kann zur geistigen Oberschicht gehören.

    2007 hat sich Beck bereits um die „wachsende Unterschicht“ gesorgt.

    In diesem Fall wohl um die materielle, die nach seinen Aussagen wohl mit der geistigen Unterschicht einhergeht. Ich weiss es nicht.

    Unterschicht fehlt leider in der Befragung. Schade.
    Vielleicht wird „dieses Klientel“ automatisch der Arbeiterschicht zugeordnet.

    • corvusalbusberlin sagt:

      Was ist denn mit meiner Freischaltung. War mein Kommentar nicht brav genug?

    • @corvusalbusberlin

      Zur Frage

      „Und welcher Schicht fühlen sie sich verbunden?”:

      Wir dachten, dass es aufgrund der Reihenfolge der beiden Fragen zur Schicht klar sei, dass wir mit der ersten auf „objeektive“ Zugehörigkeit abstellen, also auf das, was üblicherweise mit „Schichtzugehörigkeit“ gemessen wird, die catch-all-Variable zur Beschreibung der Position in der Ungleichheitsstruktur der Gesellschaft, die gewöhnlich hauptsächlich an „objektiven“ Variablen wie Beruf und Einkommen festgemacht wird (inklusive dessen, was einem beides ermöglicht: Wohnung oder Haus, Skoda oder BMW, was auch immer).

      Die zweite Frage stellt u.E. schon aufgrund der Formulierung „fühlen Sie sich verbunden“ auf Identifikation, Identität, vielleicht Solidarität ab. Ich z.B. gehöre „objektiv“ der Mittelschicht an, vermute ich, aber ich komme aus der Arbeiterschicht und fühle mich dieser in vieler Hinsicht stärker verbunden als der Mittelschicht.

      Der Idee, diese beiden Größen zu unterscheiden, liegt nicht nur unsere eigene Erfahrung zugrunde, sondern auch die Auseinandersetzung mit Bourdieu und dem Habitus-Konzept. Das alles zu erläutern, würde jetzt zu weit führen, aber wenn Sie Soziologie studiert haben, kennen Sie es wahrscheinlich sowieso.

      Jedenfalls verbinden wir mit diesen Fragen keinerlei Wertungen, von wegen: „geistige Oberschicht“ und so. Und uns ist auch nicht ersichtlich, auf welche empirischen Daten Sie Ihre Feststellung gründen, nach der „[d]ie materielle Oberschicht … oft die geistige Unterschicht“ ist. Man müsste „geistige Oberschicht“ erst einmal definieren und operationaliseren. Das könnte man ja durchaus, aber ich vermute, das liefe auf ein Maß dafür hinaus, was man für einen anständigen Menschen hält. Dazu haben wir durchaus unsere Vorstellungen, aber wir sind Sozialwissenchaftler und Liberale. Als solche sind wir zunächst einmal an der Feststellung von Tatsachen interessiert und dann an einem für alle möglichst befriedigenden Zusammenleben der Menschen (so, wie sie sind).

      A propos „möglichst befriedigendes Zusammenleben der Menschen“:

      Wir sind ein weblog, das privat und nebenbei als Hobby betrieben wird. Es stößt anscheinend auf relativ großes öffentliches Interesse. Aber das macht uns nicht zu einem der Medien, die Ideologien verbreiten oder bestimmte Meinungen unterdrücken wollen. Wir haben klar formuliert, dass wir Kommentare dann nicht veröffentlichen, wenn Sie Beleidigungen enthalten – uns gegenüber oder irgend jemand anderem gegenüber.

      Wir schätzen es daher nicht, wenn uns jemand unterstellt, wir würden seinen Kommentar aus irgendwelchen seltsamen Geschmacksgründen nicht veröffentlichen, nur, weil jemand den Anspruch hat, dass sein Kommentar möglichst sofort der Welt mitgeteilt werden müsse, und er erwartet, dass wir in unserem Leben nichts anderes zu tun haben als darauf zu lauern, ob jemand einen Kommentar zu einem Text auf ScienceFiles schickt. Wie gesagt: Dies ist ein weblog, für das wir uns hobbymäßig engagieren. Wir tun, was wir können, um es zu „bedienen“, aber wir haben keine ständig besetzte Redaktion samt Büroräumen oder spezieller technischer Ausstattung oder so etwas. Und weil das so ist, dauert es manchmal ein bisschen, bis wir Kommentare freischalten können; und außerdem kommt es durchaus vor, dass Leute von Proxy-servern aus schreiben, was gewöhnlich bedeutet, dass ihre Kommentare als SPAM identifiziert werden, u.ä.m.

      Mit Unterstellungen uns gegenüber bitten wir daher Sie und jede andere Person, etwas sparsamer zu sein.

      Wir tun alles selbst, wir tun es so gut, wie es uns möglich ist, und so schnell bzw. wann immer wir können. Wenn Sie unser Engagement schätzen, dann nutzen Sie es, und wir freuen uns, wenn Sie sich Ihrerseits bei uns auf dem blog engagieren, aber bitte nicht in der negativen Form von grundlosen Unterstellungen!

      • corvusalbusberlin sagt:

        Sehr geehrte Frau Dr. Diefenbach,

        vielen Dank für die Zeit , die sich sich genommen haben, auf meinen Kommentar einzugehen.
        Wenn einige Äußerungen als „Unterstellungen“ bei Ihnen angekommen sind, entschuldige ich mich sehr dafür.
        So und jetzt der Reihe nach.

        Ich habe vor langer Zeit mal einen Bericht eines Soziologen gelesen, der den Begriff „Oberschicht“ auseinandergenommen hat in geistige und materielle Oberschicht.

        Aber ich kann mich nicht erinnern, wer das war. Es ist ziemlich lange her.
        Ich könnte meinen gesch. Mann fragen, der unter anderem Soziologie studiert hat, aber dessen Gedächtnis ist weitaus schlechter als meines.

        Wenn ich den Begriff Oberschicht höre, denke ich an jeden Fall an die gut Situierten, die in erster Linie Geld haben. Der Beruf ist meiner Ansicht nicht so entscheidend.
        Die geistige Oberschicht sind für mich Menschen, die sehr oft über geringe Geldmittel verfügen und wie Sie schon sagen anständige Menschen ein sollten.

        Im 2. Absatz bekennen Sie, sich der Arbeiterschicht mehr verbunden zu fühlen , als der Mittelschicht, der Sie heute zugehören, weil Sie wahrscheinlich aus einer Arbeiterfamilie stammen.
        Ich fühle mich ebenfalls stark zur Arbeiterschicht hingezogen, obwohl ich „geburtsmäßig“ -mit einem ungewöhnlichen Vater – eher zur Mittelschicht, gehöre.

        Ich habe viele Jahr in Paris gelebt, als Phonetikerin gearbeitet, dort auch geheiratet und mich nie in ein System eingefügt – bezeichne mich als Nonkonformisten allen gesellschaftlichen und religiösen Einrichtungen gegenüber und das bis zum heutigen Tage.

        Ich will zum Ende kommen, um Ihre Geduld nicht zu sehr zu strapazieren.
        Zu meiner Frage: „War mein Kommentar nicht brav genug?“ – folgende Erklärung: Es hat mich irritiert, dass die nach mir ankommenden Kommentare bereits frei geschaltet wurden.

        Es war also auch eine Frage, die eher meinem ungezügeltem Wesen zuzuschreiben ist, denn eine „Unterstellung “ Entschuldigen Sie bitte nochmals.

        Ich schätze diesen Block sehr , denn die Vielfalt der Themen ist unerschöpflich.
        Vielen Dank und Grüße aus Berlin

        • … danke für die Aufklärung, aber Sie müssen sich nicht rechtfertigen – alles kein Problem!

          • corvusalbusberlin sagt:

            Sehr geehrte Frau Dr. Diefenbach,
            es ging mir in meiner Antwort nicht um Rechtfertigung, sondern wie Sie auch schreiben, nur um Aufklärung bzw. Richtigstellung. Auch wenn wir dieselbe Sprache sprechen bzw. schreiben, schützt uns das nicht vor Missverständnissen.

            • Ich dachte, wenn man versucht, ein Missverständnis aufzuklären und seine Position zu erläutern, dann sei das eine Rechtfertigung der eigenen Position, aber vielleicht bin ich zu lange weg aus Deutschland, um die derzeitigen Konnotationen von bestimmten Begriffen angemessen in Rechnung stellen zu können.

              Soviel zu meiner Rechtfertigung der Wahl des Begriffs „Rechtfertigung“🙂

              • corvusalbusberlin sagt:

                @ Dr.Heike Diefenbach,
                ich würde gerne wissen, warum auch mein verkürzter Kommentar ohne jede Erklärung verschwunden ist. Er enthielt weder eine Beleidigung noch wurde er zur „Erleichterung“geschrieben.

                • Vermutlich hat sich der Server insofern eine Erleichterung verschafft, als er Ihren Kommentar nicht gespeichert hat. Jedenfalls ist keiner bei uns angekommen.

                  • corvusalbusberlin sagt:

                    Der wichtigste Teil des Satzes fehlt. „….um die derzeitigen Konnotationen von bestimmten Begriffen
                    Ist dies ein soziologischer Fachbegriff? Das würde mich interessieren.

                  • corvusalbusberlin sagt:

                    Irgendwas klappt mit der Wiedergabe nicht. Der letze Teil des Satzes wird auch beim 2. Mal nicht wiedergegeben. Dies ist der 3. Versuch: „… um die derzeitigen Konnotationen von bestimmten Begriffen angemessen in Rechnung stellen zu können.“
                    Ich habe – angemessen in Rechnung zu stellen – geklammert. Kann sein, dass es daran lag.

                • waldbaer sagt:

                  @corvusalbusberlin
                  Ich bin von Beruf Softwareentwickler, und möchte hier eine der aus meiner Sicht wahrscheinlichsten Begründungen nennen: „Scheiß Technik“. ;o)
                  Ich habe Ihre Kommentare mit großem Interesse gelesen, und würde es bedauern, wenn einer davon verloren ginge.
                  Bitte entschuldigen Sie meine rabiate Wortwahl, aber beruflich verbringe ich einen Teil meiner Zeit damit, dieser „Scheiß Technik“ hinterherzurennen, anstatt endlich mal dazu zu kommen, was vernünftiges Neues zu programmieren. Was ja eigentlich mein Job wäre.. *zornigguck*
                  Bitte lassen Sie sich nicht entmutigen! Einfach nochmal absenden, bitte ;o)
                  Liebe Grüße aus dem Taunus,
                  waldbaer

                  • corvusalbusberlin sagt:

                    @ waldbaer Vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich habe mich sehr darüber gefreut, vor allem auch darum, weil Ihnen meine Kommentare gefallen haben.
                    Ich habe gestern 2 Kommentare an Sie geschrieben, aber wahrscheinlich sind sie zu lang ausgefallen und standen erst gar nicht zur Diskussion – also es lag dafür erst gar nicht eine Freischaltung vor. Jetzt versuche ich es noch einmal mit einem kurzen Kommentar, in der Hoffnung, dass er akzeptiert wird.
                    Die Pfeilklammern, die ich verwendet habe und die verschwunden sind, werden vor allem in der Html-Sprache verwendet.

                  • corvusalbusberlin sagt:

                    @waldbaer So, ich versuche jetzt nochmals zu Ihnen durchzukommen.Doch erst einmal herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Es freut mich, dass er Ihnen gefallen hat. Gestern habe ich 2 Kommentare an Sie gesendet aber die waren wohl zu lang und sind erst gar nicht freigeschaltet worden. Ich hoffe, dass ich jetzt mehr Glück habe.
                    Die Pfeilklammern, die ich verwendet haben, werden in der Html-Sprache verwendet.
                    Viele Grüße aus Berlin.

  4. Martin Dornera sagt:

    Äußert ihr als Soziologen auch Kritik an der Extremismustheorie?

  5. rote_pille sagt:

    Was ich kritisieren muss ist die künstliche Einengung des politischen Spektrums in links und rechts, die nur manchen Kriterien nach einen Gegenpol bilden. Viele Menschen können sich dort nicht einordnen. Das ist so als wollten Sie die Farbwelt auf einer Grauskala ausdrücken. Eine „Weiß nicht“-Option wäre sehr angebracht.

    • @rote_pille

      Ja, wir sind selbst nicht der Auffassung, dass das Rechts-Links-Schema dieselbe Aussagekraft hat wie das früher einmal der Fall war. Nur – erstens muss einem erst einmal etwas Besseres einfallen (wir arbeiten daran …), und zweitens nehmen immer noch sehr viele, mir scheint: die Mehrheit von Leuten, Einordnungen politischer Orientierungen nach diesem Schema vor.

      Wenn Sie etwas fragen, das unüblich ist, oder in einer Form fragen, die unüblich ist, ist die Gefahr groß, dass Leute irritiert sind oder nicht wissen, was damit jetzt gemeint sein soll. Man darf nicht vergessen, dass die Leute ziemlich klare Vorstellungen davon haben, was in einer sozialwissenschaftlichen Befragung gefragt wird und wie es gefragt wird; das ist so etwas wie ein Code, den sie kennen und mit den Befragern teilen.

      Die Kommentatorin „corvusalbusberlin“ hat netterweise bei uns zurückgefragt, was wir mit unserer – ungewohnten – zweiten Schichtfrage meinen, und bietet deshalb dankenswerterweise ein Beispiel hierfür.

      Wenn man vergleichbare Daten generieren will, muss man deshalb etwas zurückhaltend mit Neuerungen sein, auch wenn alte Formen keineswegs voll befriedigen.

      Wir vermuten, dass zumindest die regelmäßigen Leser unseres blogs insofern eine selektive Stichprobe sind als gerade sie mit dem Rechts-Links-Schema nicht mehr viel anfangen können. Wir vermuten auch, dass die Bedeutung dieses Schemas für immer mehr Leute immer mehr erodieren wird, aber uns scheint wie gesagt, dass immer noch eine Mehrheit von Leuten mit diesem Schema zumindest etwas anfangen kann.

      Wir stimmen Ihnen in jedem Fall darin zu, dass das Schema in näherer Zukunft durch ein anderes Maß abgelöst werden muss, vermutlich durch ein Liberalismus-Totalitarismus-Schema, das aber so nicht heißen darf, weil die Begriffe stark konnotiert und emotional besetzt sind. Wie gesagt: wir arbeiten daran ….

  6. waldbaer sagt:

    Ich habe mich mal nur so aus Spass durch die Befragung durchgeklickt.
    Die Fragen sind ja alle richtig, aber die auswählbaren Antworten sind alle falsch.
    WTF!?!

    • Vielleicht sind nicht die Antworten falsch, sondern Sie weichen zu sehr von dem ab, was wir uns noch vorstellen können🙂

      • waldbaer sagt:

        Das könnte so sein, ja.
        Ich fühle mich manchmal etwas inkompatibel zum Rest der Welt..
        ;o)
        Ich bin definitiv nicht representativ.

        • corvusalbusberlin sagt:

          @ waldbaer Da sind wir vielleicht verwandte Seelen?
          Ich fühle mich generell inkompatibel zum Rest der Welt und daher auch nicht geeignet für Umfragen. Aber ich habe mich auch daran beteiligt und bin über das Ergebnis doch sehr erstaunt. Ich habe dazu auch einen kurzen Kommentar geschrieben.

      • Es fehlt: „Dazu KANN ich keine Angabe machen.“ In Sinne von: „Ich habe die Frage nicht verstanden.“ Oder eine Frage offen lassen.

        Die Vorstellungen des Fragestellers sind entscheidend. Beide müssen das gleiche verstehen. Und die Auswertung muß was leisten. Trotzdem sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen.

        Vielleicht könnte man diese Probleme in den Griff bekommen, indem man NUR Zweiervergleiche abfragt, welche Partei ist extremer, die FPX oder die XPF? Damit erreicht man eine erzwungene Normierung.

        Carsten

        Wer schweigt hat verloren

        • waldbaer sagt:

          Oder einfach eine Möglichkeit, „Other reasons“ anzuklicken, und dann da ein Textfeld für eine Begründung zur Verfügung zu stellen.
          Ich weiss nicht, ob die verwendete Software das hergibt, aber.. Alleine schon, wieviele Leute „Other“ anklicken würden, wenn es denn verfügbar wäre, wäre schon interressant. Noch interessanter wären die Argumente dafür.
          Wie gesagt, ich hab mich da nur spaßeshalber durchgeklickt, und jeweils das meiner Meinung nach Naheligendste gewählt.
          Wenn es die Option „Other“ gegeben hätte, hätte ich diese fast immer gewählt. Mit Begründung.
          Aber – wie Paule schon richtig bemerkt hat – man kann an dieser Umfrage nur einmal teilnehmen, sonst beissen einen die Cookies, oder andere fiese Biester. Wobei das, nebenbei bemerkt, ein ziemlich simpler Hack wäre, das zu.. aber wer will das schon. Ich jedenfalls nicht. ;o)
          Und ich teile Paules Paranoia: Hier (im „Neuland“ *g*) wird alles getrackt und gespeichert.
          Man sollte also nix machen, wozu man auch in 30 Jahren nicht noch dazu stehen könnte.

        • @Carsten Thumulla

          „Vielleicht könnte man diese Probleme in den Griff bekommen, indem man NUR Zweiervergleiche abfragt, welche Partei ist extremer, die FPX oder die XPF? Damit erreicht man eine erzwungene Normierung.“

          Eine solche Abfarge könnte man durchaus einmal ausprobieren – keine schlechte Idee! Aber gerade WEIL man damit eine „erzwungene Normierung“ erreicht, würde selbstverständlich auch diese Fragevariante Ihre Kritiker finden, die meinen würden, dass man „die Ergebnisse mit Vorsicht … genießen“ müsste.

          Trotzdem: Eine solche Frageform kann man durchaus einmal ausprobieren und sehen, was dabei herauskommt, d.h. wie sie sich zur Frageform verhält, die wir in unserem jetzigen Fragebogen gewählt haben.

          • Ich denke darüber schon länger nach, ob man so Umfragen machen könnte. Aber die Auswertung ist mir nicht klar. Sie würde wesentlich weniger Information hergeben, hätte aber den Vorteil, daß der Befragte selbst normieren muß, indem er sagt, welche von zwei Sachen ihm lieber ist.
            Der Markt macht ja schon eine solche Befragung, die kostet sogar noch Geld. Das unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Antwort.

            Gut ist, mal zwischen freiheitlich und etatistisch zu unterscheiden.(las ich eben) Lechts und rinks ist sowas von ausgelutscht. Irgendwo habe ich das mal geschrieben, ist auch egal. Entscheidend ist die Freiheitlichkeit auf der einen Seite und die Gesellschaftsbildung auf der anderen Seite. Die Entwicklung läuft in Richtung Gesellschaft, wird aber immer durch deren totalitären Anspruch gebremst und zurückgeworfen. Es scheint mir ein ständiges Schwingen zu sein. Wäre der Anspruch der Gesellschaft nicht total, dann wäre das Zusammenleben verträglicher und es würde keine Rückschläge in der Gesellschaftsbildung geben, weil die Freiheit der Individuen nicht so stark eingeschränkt würde.

            Carsten

            Hitlers Fahrrad:
            http://t2.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcSihloXFTww44o7EVWO56BPnpU6bPQLiu8brqaPzxe92YT8Eem2

            • … ich glaube, „freiheitlich und etatistisch“ ist für eine Befragung nicht so gut geeignet. Man müsste. glaube ich, auf jeden Fall den Begriff „etatistisch“ vermeiden, weil damit wohl die meisten Menschen wenig oder gar nichts anfangen können.

              Auf der konzeptionellen Ebene wäre auch einiges zu klären:
              „Etatistisch“ ist ja nicht auf „Gesellschaft“ bezogen, sondern auf den Staat. Und man müsste überlegen, ob man „freiheitlich“ wirklich als etwas rein individuelles dem Staatlichen entgegensetzen will. Es gibt ja schon so etwas wie freiheitliche Verfassungen, auch, wenn dieselben sich vorrangig dadurch auszeichnen (sollten), dass sie Individualrechte garantieren. Und das Verhältnis „Bürger-Staat“ ist nicht identich mit dem Verhältnis „Bürger-Gesellschaft“….

              Je länger ich darüber nachdenke, was ein den aktuellen Verhältnissen, aber auch den theoretichen Ansprüchen angemessener Nachfolger des Rechts-Links-Schemas sein kann, desto anspruchsvoller erscheint mir die Aufgabe, ein Nachfolge-Instrument zu entwicklen.

              Aber gut – dann muss man eben etwas mehr Denkaufwand betreiben, um am Ende ein tragfähiges Nachfolge-Instrument zu entwicklen, und man wird einige Alternativen ausprobieren müssen, um zu sehen, welche davon valide und reliable Ergebnisse erbringen. Ein Stück weit wird das also auch eine methodische Frage sein.

              Jetzt müssen wir erst einmal solche Alternativen entwickeln, die auf klaren konzeptionellen Entscheidungen basieren ….

  7. Paule sagt:

    Hallo Herr Klein,
    ich finde ihr Unterfangen sehr gut und würde das durch Teilnahme gerne Unterstützen.

    Aber wenn sie an ehrliche Antworten interessiert sind sollte sie den Teilnehmern noch einmal erklären wie sie es mit der Privatsphäre ihrer Teilnehmer halten.

    Werden die IP-Adressen notiert? Und warum ist das keine gesicherte Verbindung? (https)
    Was machen die Tracker auf der Seite? Insbesondre Gravatar.com und addtoany.com von dem Rest spreche ich nicht auch wenn sie überflüssig sind…

    Wenn sie also schon mein Einkommen, meine Extremismusneigung, mein politische Tätigkeit erfragen, brauchen sie dann auch noch mein Aufenthaltsort, meine Bankverbindung und was ich sonst noch so treibe? (Beruf, Arbeitgeber, Kinder, Frau, Familie, Urlaubspläne, Krankheiten, wann die Wohnung Leersteht usw.)

    Ich glaube nicht, dass sie das wollen, also bitte noch einmal ein Auge auf die Dinge werfen.
    Sie laden sonst alle Gangster, Gauner, Horch- und Gucks dieser Welt zum Mitlesen/schreiben ein. Ich glaube nicht dass sie das wollen, oder etwa doch?

    Mit freundlichen Grüßen Paule

    • Die IP-Adressen werden genauso notiert, wie sie es werden, wenn Sie hier kommentieren, um Mehrfachabstimmung zu verhindern. Die Verbindung ist sicher, auch wenn es derzeit „nur“ eine http Verbindung ist. Gravatar ist schon deshalb auf der Seite, weil ich einen Gravatar habe und ansonsten frage ich mich, wie Sie auf die seltsame Idee kommen, dass wir ausgerechnet an der Höhe Ihres Einkommens interessiert sind. Nehmen Sie sich nicht ein bischen arg wichtig?

  8. Emil Kriemler sagt:

    Ob eine „other“-Antwort sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln, da vielfach mangels Entschlussfreudigkeit diese gewählt wird. Wenn dazu ein Kommentar erfragt wird, erhöht sich Ihr Arbeitsaufwand erheblich. Denke nicht dass Sie ein Programm haben, das Kommentare sinnvoll verarbeiten kann.

    Bez. Links vs. Rechts erlebe ich die Problematik dass Linke, Rote, Grüne und sonstiges Gesocks (Entschuldigung, ich kann diese Figuren mittlerweile nicht mehr ausstehen)
    möglichst viel Staat wollen und alles und jedes mit Gesetzen und Vorschriften „absichern“ wollen, die Rechten (zumal hier in der Schweiz) möchten den Staat am liebsten demontieren und natürlich möglichst wenig bis keine Steuern abführen – Regen oder Traufe?

    • In einer der nächsten Befragungen werden wir versuchen, einen Ersatz für das Links-Rechts-Schema, das nun einmal ein Standardinstrument der Sozialforschung ist und das die meisten Befragten auch nach wie vor problemlos anwenden können, zu finden. Was Ihren Hinweis auf die „other“-Kategorie angeht,so verstehe ich ihn nicht. Wenn Sie damit auf die Kategorie „andere“ bei den Fragen nach der letzten Wahlentscheidung und der Wahlabsicht anspielen, so ist es derzeit so, dass kaum jemand „andere Partei“ angibt.

      • waldbaer sagt:

        Wie wäre es denn mal mit der Mitte, anstelle von links/rechts?
        Ich habe in den letzten Jahren die Verwendung der Begriffe „Ethik“ und „Politik“ im gleichen Satz für ein (begrenzt) lustiges Oxymoron gehalten. ;o)
        Die AfD ist doch nur auch ein Haufen derselben empathiebefreiten Neocons..
        Und dann kommt ein mutiger Christoph Hörstel herbei, und macht auf einmal sowas:
        http://www.deutsche-mitte.de/deutsche-mitte/
        Ich hab mir das mal durchgelesen und auch angesehen/angehört, und .. wenn die das an den Start kriegen, werde ich vom überzeugten Nichtwähler („ist doch eh alles die selbe Mischpoke, bloß in anderen Farben“) wieder zum Wähler.
        Also ausprobieren könnte man das ja schon mal. Das halte ich für sinnvoll.
        Ethik in der Politik..
        Mir kommt das vor wie eine völlig neue Idee. Oder gab es das schon mal? ;o)

        DM ist eine sehr schöne Utopie, und da würde ich gerne dabei sein. Aber ich selber habe leider keine Ahnung, wie man das hinkriegt. Außer „einfach mal mitmachen“ fällt mir nix besseres ein. Vielleicht isses das ja schon..
        Ich geh jetzt mal weiter träumen..

        • corvusalbusberlin sagt:

          @waldbaer Die AfD, die man ja immer in die rechte Ecke stellt – und von ihr behauptet wird – extremistisch zu sein, wird nach dieser Umfrage als weit weniger extremistisch eingeordnet als Linke und Grüne.
          Ich selbst halte die AfD für eine durchaus konservative Partei wie alle anderen auch. Da nimmt sich keiner was weg. Aber wenn diese Partei für uns die DM wieder „erobern“ würde – was natürlich eine Fata-Morgana bleibt, würde ich sie sofort wählen.

    • Hosenmatz sagt:

      Ein weiteres Problem ist doch, dass ich mich z.B. bis vor einigen Jahren mit meiner Einstellung (eher konservativ, Familie ist „Vater, Mutter Kind“, etwas Stolz auf Deutschland, sonst aber doch liberal) eigentlich in der Mitte eingeordnet habe. Durch den gewaltigen Linksruck der großen Parteien stehe ich inzwischen rechts, obwohl ich meine Ansichten gar nicht geändert habe.

      • @Hosenmatz

        Es geht in der Frage darum, wie SIE sich einordnen. Dass aus der Perspektive von Leuten, die weit links stehen, so ziemlich jeder rechts ist, liegt in der Natur der Sache. Aber das ist doch sicherlich kein Grund für Sie, SICH SELBST anders einzuordnen als Sie es für richtig halten.

        Wäre es einer, so würde es bedeuten, dass Sie bereit sind, Ihr Selbstverständnis der Fremdzuschreibung von Linken zu unterwerfen, und warum sollten Sie das tun wollen?

        • Hosenmatz sagt:

          Ich selbst sehe mich immer noch in der Mitte, allerdings war es vor einigen Jahren noch einfacher bei den etablierten Parteien eine zu finden, von der man sich wenigstens zum Teil repräsentiert fühlen konnte und die man daher auch wählen wollte. Dies wird immer schwerer – und was bleibt dann als „Alternative“?🙂

          Eine Partei, die in ihr Wahlprogramm schreibt „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden“, sollte eigentlich von männlichen Wahlberechtigten gar nicht mehr gewählt werden.

          • Ja, ich verstehe voll und ganz und sehe das genauso.

            Ich wollte nur klarstellen, dass wir mit unserer Frage tatsächlich die eigene Verortung erfragen wollten.

            Und ansonsten wollte ich darauf hinweisen, wie wichtig es ist, dass Leute sich die Maßstäbe für ihre Verortung nicht von außen aufoktroyieren lassen: wenn Leute, die sich selbst in der Mitte verorten, aber angesichts der Auffassungen anderer Leute überlegen, ob sie nicht aus der Perspektive dieser Leute betrachtet eher rechts wären, dann kreuzen sie nicht nur in Fragebögen „Rechts“ an (tendenziell zumindest) und geben damit denjenigen (rein statistisch) Recht, die meinen, die gesellschaftliche Mitte sei gar nicht Mitte, sondern Rechts; das ließe sich ja dann anhand der entsprechenden Statsitiken „belegen“.

            Darüber hinaus erlauben sie es diesen Leuten, eine neue Normalität durchzusetzen, in der die Mitte als tatsächlich irgendwie schon Rechts wahrgenommen wird – eben die Realität dieser Leute, die aber nicht diejenige ist, in der wir (sicherlich Sie und ich) leben.

            Ein Beispiel dafür ist das, das Sie gegeben haben. Wenn eine Parole wie “Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden“ nicht mehr zumindest die Frage aufwirft, was genau damit gemeint sein soll und wie der Stellenwert von Menschen männlichen Geschlechts in der Gesellschaft von den Vertretern dieser Parole gesehen wird, wenn sie also „normal“ geworden ist, dann wird es zunehmend akzeptabel, fragwürdige Aussagen über ganze Bevölkerungsgruppen und deren Wichtigkeit oder „Wert“ für eine Gesellschaft zu machen, und das interpretiert dann jeder, wie er möchte, aber man gewöhnt sich an diese Sprache und an die latente Verachtung für bestimmte Bevölkerungsgruppen …
            Das hatten wir ja alles schon in Deutschland – mit den entsprechenden grausigen Folgen.

            Es ist deshalb wichtig, dass wir die Realität sozusagen einklagen: nicht die Menschen werden immer „rechter“, so dass die Parteien sie nicht mehr auffangen können, sondern die Parteien werden immer „linker“, so dass sie die Mehrheit der Menschen, inklusive der Mitte der Gesellschaft, regelrecht abschrecken.

            Wenn die(se) Realität beleg- und mitteilbar sein soll, dann ist es wirklich wichtig, dass Leute Fragebögen allein gemäß ihrer eigenen Einschätzungen und ihrer eigenen Wahrnehmung ausfüllen.

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