AfD-Erfolg „erschreckt“ SPD und CDU, so titel die ARD. Politiker von CDU und SPD seien alarmiert, so heißt es im zugehörigen Text, alarmiert ob der Tatsache, dass die AfD in Hessen aus dem Stand drittstärkste Partei geworden ist. Eine Eva Högl sagt dazu dem „ARD-Hauptstadtstudio“: „Es ist sehr erschreckend.“
Wo, um aller Götter Willen, lebt Frau Högl? Wo leben diejenigen Politiker von CDU und SPD, die über das gute Abschneiden der AfD erschreckt sind? Leben Politiker tatsächlich in ihrer eigenen Seifenblase, die sie hermetisch von der Außenwelt abschließt. Das wäre eine Erklärung dafür, dass Politiker etablierter Parteien denken, sie können sich alles erlauben, ohne dafür einen Denkzettel bei Wahlen zu erhalten.
Nach Hessen scheint diese Seifenblase geplatzt zu sein. Nach derzeitigem Stand kommt die CDU auf 28,2% landesweit, verliert 5,5%. Die SPD verliert 3,5% und landet bei 28%, die Grünen werden um 6,7% dezimiert und sind damit in einem ihrer Stammländer, wenn nicht dem Stammland nur noch viertstärkste Partei, denn die AfD hat es aus dem Stand auf 13,2% der Stimmen geschafft. Auch die FDP hat Zugewinne und kommt auf 6,3% ein vergleichsweise bescheidenes Plus von 2,4%.
Und was ist nun, da die Seifenblase, in der manche Politiker zu leben scheinen, geplatzt ist? Nun sind sie erschreckt und befürchten wie jene oben bereits zitierte Eva Högl, dass sich „in unserer Gesellschaft sehr viel zum Negativen verändert“. Was genau sich zum Negativen verändert, weiß Frau Högl offensichtlich nicht. Etwas halt.
Irgendwie müssen wir wohl einsehen, dass viele Politiker ein Problem mit der Wahrnehmung der Realität haben. Als Politiker Mitte der 1990er Jahre den demographischen Wandel entdeckt haben, der zu diesem Zeitpunkt seit ca. 30 Jahren in der Wissenschaft diskutiert worden war, da haben wir gedacht, manches braucht eben seine Zeit, bis es bei Politikern ankommt. Als die Nachteile von Jungen im Bildungssystem von Politikern kurz entdeckt wurden, es war im Jahr 2012 oder so, im Jahr 10 nach der Veröffentlichung von Bringing Boys Back In, dem Beitrag, in dem wir deutlich gezeigt haben, wie groß die Nachteile von Jungen im deutschen Bildungssystem sind, da haben wir gedacht, es dauert eben, bis sich die ideologische Verklärung von den rosaroten Augen mancher Politiker gelichtet hat.
Nun, da es tatsächlich Politiker gibt, die erschreckt und überrascht sind, weil die AfD bei den Kommunalwahlen in Hessen erfolgreich ist, nun sind wir überzeugt, dass Politiker gar nicht im Diesseits, gar nicht in der realen Welt leben. Sie halten sich offensichtlich in einer ideologischen Twilight Zone auf, in der man ideologische Phantasien ausleben kann, wie in Second Life, gänzlich ungestört von der Realität, die einem umgibt.
Um ein wenig Tuchfühlung mit der Realität zu bekommen, müssen Politiker nur ScienceFiles lesen und die Ergebnisse zur Kenntnis nehmen, die wir nun seit Wochen auf SurveyNet sammeln und in der Vergangenheit bereits veröffentlicht haben.
Am 4. Februar haben wir auf Grundlage der Angaben von 542 Befragten gezeigt, dass die ideologische Distanz zwischen Wählern und etablierten Parteien immer größer wird, so dass die AfD die einzige wählbare Alternative für diejenigen ist, die im Parteiensystem über keine ideologische Repräsentanz mehr verfügen. Auch dieses Ergebnis hat sich auf Grundlage von zwischenzeitlich gut 4.000 Befragten stabilisiert.
Schließlich haben wir am 2. März und basierend auf den Angaben von 1.574 Befragten gezeigt, dass die politischen Dienstleistungen und das politische Personal der etablierten Parteien miserable Noten ausgestellt bekommen. Wenn Frau Högl also erschrecken will, dann sollte sie darüber erschrecken, wie Wähler die Fähigkeiten, Kompetenzen, die Qualifikationen von etablierten Parteien und ihrem Personal bewerten: miserabel nämlich.
Jeder Politikwissenschaftler, der sich über Jahre mit empirischer Wahlforschung beschäftigt hat, kann die Zeichen der Zeit erkennen, die z.B. in unseren Daten sichtbar sind: Das Berliner Parteiensystem geht seinem Ende zu. Die etablierten Parteien haben abgewirtschaftet und für einen derart großen Unmut in der Bevölkerung gesorgt, dass derzeit jede Partei gewählt würde, die sich in Opposition zu allen etablierten Parteien befindet. Derzeit gibt es vor allem die AfD, die sich als wählbare Alternative für den gesammelten Unmut in der Bevölkerung anbietet, der mitnichten nur oder gar überwiegend die Flüchtlingspolitik zum Gegenstand hat, sondern sich gegen die etablierten Parteien als solche richtet. Dagegen, dass sie regieren, als seien sie Könige von Deutschland. Dagegen, dass das politische Personal sich einerseits anmaßt, Bürger zu erziehen, dies andererseits auf einer Basis von Kompetenz und Qualifikation tut, die unterirdisch ist. Dagegen, dass Bürger, die anderer Meinung sind, verunglimpft, verfolgt, beleidigt oder belehrt werden.
Kurz: Viele Deutsche haben die Nase von ihren etablierten Parteien und von ihrem politischen Personal gestrichen voll. Falls diese Meldung in weiterhin existierende Seifenblasen, die die politischen Zentralen der etablierten Parteien vor dem Zugriff der Wirklichkeit schützen, dennoch Eingang finden sollte, dann sollte sich das Erschrecken den richtigen Gegenstand suchen. Nicht die Tatsache, dass die AfD eine wählbare Alternative ist, ist erschreckend, das ist lange bekannt. Erschrecken müssen Politiker etablierter Parteien darüber, dass die Zahl der Bürger, die sie weder ernstnehmen noch in welcher Funktion auch immer sehen wollen, immer größer wird.
Wir sitzen bei SurveyNET auf einem Schatz von Daten, den einzigen Daten in Deutschland, die es erlauben, die Ursachen dafür, dass die AfD so erfolgreich ist, zu bestimmen. Wer einen Einblick in diesen Datenschatz gewinnen will, der kann sich an uns wenden.
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[…] “Irgendwie müssen wir wohl einsehen, dass viele Politiker ein Problem mit der Wahrnehmung der Realität haben. Als Politiker Mitte der 1990er Jahre den demographischen Wandel entdeckt haben, der zu diesem Zeitpunkt seit ca. 30 Jahren in der Wissenschaft diskutiert worden war, da haben wir gedacht, manches braucht eben seine Zeit, bis es bei Politikern ankommt. Als die Nachteile von Jungen im Bildungssystem von Politikern kurz entdeckt wurden, es war im Jahr 2012 oder so, im Jahr 10 nach der Veröffentlichung von Bringing Boys Back In, dem Beitrag, in dem wir deutlich gezeigt haben, wie groß die Nachteile von Jungen im deutschen Bildungssystem sind, da haben wir gedacht, es dauert eben, bis sich die ideologische Verklärung von den rosaroten Augen mancher Politiker gelichtet hat. Nun, da es tatsächlich Politiker gibt, die erschreckt und überrascht sind, weil die AfD bei den Kommunalwahlen in Hessen erfolgreich ist, nun sind wir überzeugt, dass Politiker gar nicht im Diesseits, gar nicht in der realen Welt leben. Sie halten sich offensichtlich in einer ideologischen Twilight Zone auf, in der man ideologische Phantasien ausleben kann, wie in Second Life, gänzlich ungestört von der Realität, die einem umgibt.” Erschrecken(d) vorhersehbar: AfD-Erfolg in Hessen -Von Michael Klein 07-03-2016 […]
Wer ist Frau Högl ? Hatte keine Ahnung. Jetzt weiß ich es. Es ist eine SPD Politikerin.
Wäre gut gewesen, in dem Artikel, der, wie so oft ins Schwarze trifft, darauf hinzuweisen.
Frau Högl scheint auf einem SPD Planeten zu leben, der wahrscheinlich von der Partei aufgekauft wurde. Politiker anderer Couleur leben jeweils auf ihren eigenen Planeten.
Für alle,die Frau Högl ihr Beileid zum Erschrecken mitteilen wollen nachfolgend die Mehlanschrift.
Frau Högl war auch so freundlich für den Kriegseinsatz der BW in Syrien zu stimmen
„Erschrecken“ werde als Verb transitiv oder intransitiv je nach Zielrichtung verwendet! Das Wahlergebnis hat die Frau Högl erschreckt – über das Wahlergebnis war Fr H. erschrocken.
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Das wahre Ergebnis:
Nichtwähler: 63 %
CDU: 9,1%
SPD: 8,7%
Grüne: 5,6%
FDP: 2,9%
AFD: 3,8 %
Linke: 2,9 %
So langsam werden die Schafe von den Wölfen gefressen.
63% Nichtwähler gilt für Frankfurt!
In Hessen waren es immerhin ca. 52,3%.
Stand: 2016-03-06 22:06:00.0
Quelle: http://mobil.n-tv.de/politik/AfD-bei-Kommunalwahl-vielerorts-zweistellig-article17155801.html
Beste Grüße, Tobias
[…] “Irgendwie müssen wir wohl einsehen, dass viele Politiker ein Problem mit der Wahrnehmung der Realität haben. Als Politiker Mitte der 1990er Jahre den demographischen Wandel entdeckt haben, der zu diesem Zeitpunkt seit ca. 30 Jahren in der Wissenschaft diskutiert worden war, da haben wir gedacht, manches braucht eben seine Zeit, bis es bei Politikern ankommt. Als die Nachteile von Jungen im Bildungssystem von Politikern kurz entdeckt wurden, es war im Jahr 2012 oder so, im Jahr 10 nach der Veröffentlichung von Bringing Boys Back In, dem Beitrag, in dem wir deutlich gezeigt haben, wie groß die Nachteile von Jungen im deutschen Bildungssystem sind, da haben wir gedacht, es dauert eben, bis sich die ideologische Verklärung von den rosaroten Augen mancher Politiker gelichtet hat. Nun, da es tatsächlich Politiker gibt, die erschreckt und überrascht sind, weil die AfD bei den Kommunalwahlen in Hessen erfolgreich ist, nun sind wir überzeugt, dass Politiker gar nicht im Diesseits, gar nicht in der realen Welt leben. Sie halten sich offensichtlich in einer ideologischen Twilight Zone auf, in der man ideologische Phantasien ausleben kann, wie in Second Life, gänzlich ungestört von der Realität, die einem umgibt.” Erschrecken(d) vorhersehbar: AfD-Erfolg in Hessen -Von Michael Klein 07-03-2016 […]
Wer ist Frau Högl ? Hatte keine Ahnung. Jetzt weiß ich es. Es ist eine SPD Politikerin.
Wäre gut gewesen, in dem Artikel, der, wie so oft ins Schwarze trifft, darauf hinzuweisen.
Frau Högl scheint auf einem SPD Planeten zu leben, der wahrscheinlich von der Partei aufgekauft wurde. Politiker anderer Couleur leben jeweils auf ihren eigenen Planeten.
Zutritt für den Bürger: Verboten!
Für alle,die Frau Högl ihr Beileid zum Erschrecken mitteilen wollen nachfolgend die Mehlanschrift.
Frau Högl war auch so freundlich für den Kriegseinsatz der BW in Syrien zu stimmen
eva.hoegl@bundestag.de
„Erschrecken“ werde als Verb transitiv oder intransitiv je nach Zielrichtung verwendet! Das Wahlergebnis hat die Frau Högl erschreckt – über das Wahlergebnis war Fr H. erschrocken.