Ride on! Grundlagenforschung zu AC/DC

Was hat AC/DC mit Wissenschaft zu tun?

Viel! Denn am Beispiel von AC/DC (Angus Young, Malcolm Young, Phil Rudd, Brian Johnson, Cliff Williams) lassen sich eine Unzahl interessanter Forschungsprojekte formulieren, quasi die Grundlagenforschung des Rock’n Roll.

Gerontonlogie:

Wie man seinen Lebensabend sinnvoll verbringt. Angus Young und die anderen Rentner von AC/DC.

Neurologie:

Führt Rock’n Roll zu Demenz? Malcolm Young hat Demenz, musste ganze Lieder neu lernen, um mit-touren zu können – ein Schicksal, das ihm ohne Rock’n Roll erspart geblieben wäre. Dann hätte er in Ruhe dement werden und sich ordentlich im Dreibettzimmer seines Pflegeheims einfinden können.

Kriminologie:

Werden ehemalige AC/DC-Schlagzeuger kriminell? Eine Fallstudie am Beispiel von Phil Rudd.

Jugendforschung:

Bewegt sich die heutige Jugend überhaupt? Wie kann man erklären, dass Rocker im Rentenalter zu Stars von Jugendlichen werden?

oder

Haben Sie als Jugendlicher auch Fritz Wunderlich verehrt? Die seltsame Rückwärtsgewandheit der heutigen Jugendlichen.

Soziologie:

Wutbürger auf der Bühne? Wie die Youngs ihr Publikum aufhetzen.

Politikwissenschaft:

Problembürger auf der Bühne? Wie die Youngs den demokratischen Grundkonsens gefährden.

Medienwissenschaft:

Pöbeln, Schreien und Krächzen: Was Brian Johnson und Lutz Bachmann gemeinsam haben.

Genderismus:

Maskulin, Laut, Hart: Der intersektionale Männlichkeistwahn der materiellen Maskulinität des weißen Mannes.

Soziale Arbeit:

Das Saufen an der Quelle verhindern. Bon Scott könnte noch leben, wenn er nicht gelebt hätte, wie es ihm gefiel!

Aber lassen wir das.

Nein, einer geht noch: Robert Oxoby hat untersucht ob Bon Scott oder Brian Johnson sich günstiger auf effiziente Entscheidungen auswirken. Das Ergebnis: Brian Johnson führt zu effizienteren Entscheidungen. Grundlage ist ein Experiment mit 38 Kanadischen Studenten, die einmal “It’s a long way to the top” und einmal “Shoot to Thrill” anhören durften, während Sie Entscheidungen in einem Ultimatum Game treffen sollten. Das ist ein Spiel, bei dem man, sagen wir 10 Euro erhält. Man muss sich nun entscheiden, wieviel von den 10 Euro man behält und wie viel man einem Mitspieler gibt. Der Mitspieler muss entscheiden, ob er das Angebot annimmt. Nimmt er es an, wird das Geld geteilt wie ursprünglich entschieden. Nimmt er es nicht an, bekommen beide nichts. Wer Shoot to Thrill von Brian Johnson hört, während er sich entscheidet, der entscheidet rationaler und effizienter.

Nun weiß ein Redaktionsmitglied, warum AC/DC sich so positiv auf sein Studium ausgewirkt hat.

get wellAusgerechnet Brian Johnson droht, zum Beethoven der Rockmusik zu werden und sein Gehör zu verlieren. Ergebnis: Generationen von Teenagern werden sich mit der Konserve anstelle des real acts begnügen müssen. So wie es diejenigen, die Bon Scott für den besseren Sänger halten, schon seit 1980 tun müssen.

Grund genug für die Redaktion von ScienceFiles, Brian Johnson, der unsere Jugend begleitet hat (der Mann ist jetzt 68, ups, sind wir wirklich schon so alt?), gute Besserung und einen schnellen Weg zurück auf die Bühne zu wünschen.

Ride on – von Bon Scott

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... concerned with and about science

3 Responses to Ride on! Grundlagenforschung zu AC/DC

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Ride on! Grundlagenforschung zu AC/DC

  2. rote_pille says:

    Das Zitat des Tages: “Bon Scott könnte noch leben, wenn er nicht gelebt hätte, wie es ihm gefiel!”

  3. Eloman says:

    Theologie

    Führt das häufige Hören von “Highway to Hell” zu Satanismus?

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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