Beginnend mit dem Konzil von Trient (1545–1563) stand der Schutz „der Gläubigen“ vor Texten, die Zweifel an Dogmen, Hierarchie und Moral, Zweifel am Klerus und der katholischen Kirche säen konnten, ganz oben auf der Liste. In der Folge wurden Schriften auf einen Index gesetzt und verboten, darunter „Decamerone“ von Giovanni Boccaccio. In seinem um 1350 geschriebenen Buch unterhält Boccaccio seine Leser mit allerlei Schwänken aus dem richtigen Leben und Wirken des Klerus: Viele Novellen nehmen Priester, Mönche, Nonnen und kirchliche Praktiken aufs Korn: gefälschte Reliquien, erfundenen Wunder, Ablasshandel, Beichtmissbrauch, Heuchelei, all das, was die Angehörigen des Klerus zu Normalsterblichen, vielleicht zu einer besonders miesen Auswahl aus Normalsterblichen gemacht hat, es findet sich im Buch von Boccaccio in sehr deutlicher Form.
Ergo wurde das Buch 1559 dem päpstlichen Index librorum prohibitorum (dem Verzeichnis der verbotenen Bücher) hinzugefügt. Im ersten römischen Index unter Papst Paul IV. wurde es ausdrücklich wegen „intolerabler Irrtümer“ verboten. Die Kritik und der Spott, mit dem Bocchaccio in seinem Buch den Mitgliedern des Klerus entgegentritt, waren in einer Zeit der Gegenreformation, also einer Zeit, in der die Pfründe des institutionalisierten Klerus durch „religiöse Newcomer“ bedroht wurden, nicht willkommen.
Man kann daraus und aus vielen gleichartigen Fällen eine Art Gesetz ableiten, das Zensur und Unterdrückung von Schriften, heute eher den ungehinderten Zugang zu Information mit dem Bedürfnis einer zunehmend de-legitimierten und lächerlichen Schicht von Pseudo-Führern in Zusammenhang bringt, ihren Status dadurch zu sichern, dass alles, was ihn gefährdet, vor allem die Offenlegung ihrer Fehler, Unzulänglichkeiten, ihres Betrugs, ihrer Perversion, all dessen, was ihre nach außen inszenierte „reine Weste“ als den Schmutzlappen ausweist, der sie nun einmal ist, verboten wird.
Das allgemeine Gesetz lautet: Je lächerlicher und dümmer und vor allem psychpathischer vermeintliche Führer, desto restriktiver die Art und Weise, in der sie ihre „Macht“ über andere, besser: das, was sie dafür halten, schützen bzw. hermetisch gegen Kritik abriegeln wollen.
Zwangsläufig degeneriert jede Herrschaft der Mittelmäßigen, wenn nicht Minderbemittelten in eine Abwärtsspirale aus Unterdrückung, Zwang, Gewalt und schließlich Chaos bis Bürgerkrieg. Das Maß an Zensur, das in einem System im Niedergang geübt wird, ist ein guter Indikator für die Entfernung, die noch zum Chaos vorhanden ist.
Stefan Magnet hat gerade bekannt gemacht, dass sein Buch, „Transhumanismus – Krieg gegen die Menschheit“ wegen, Achtung: jetzt kommt’s „JUGENDGEFÄHRDUNG“ indiziert werden soll. Das ist de-facto ein Verkaufsverbot, denn durch die Indizierung ist jede Form der öffentliche Auslage, geschweige denn Werbung für das Buch fortan verboten. In einer Videonachricht, die wir unten verlinkt haben, gibt Stefan Magnet zwei Beispiele für Stellen, die angeblich jugendgefährdend sein sollen, darunter eine Stelle, in der er dem Transhumanismus drei Ziele zuschreibt: (1) die Zerstörung einer freien Gesellschaft durch Beseitigung der dazu notwendigen wirtschaftlichen Grundlagen, durch Enteignung, Umverteilung und zentralistische Kontrolle; (2) durch Kontrolle, Strafen und Lockdowns, mit denen freie Entfaltung von Bürgern unterbunden werden soll und (3) durch die Kontrolle der „Menschheitsschöpfung“, wie Magnet das nennt.
Was daran jugendgefährdend sein soll, ist mir nicht klar. Aber es ist auch nicht notwendig, das nachvollziehen zu wollen, denn: Wie wir schon vor Jahren geschrieben haben, wird Jugendschutz instrumentalisiert um politische Gegner loszuwerden und den Einheitsraum der Einheitsgedanken vor einem abweichenden Neuron zu sichern:
„Die vielen Gesetze und Bestimmungen, die in Deutschland unter dem Vorwand des Kinder- und Jugendschutzes, unter dem Vorwand, man müsse gegen Hate Speech vorgehen oder unter dem Vorwand von Paragraph 130 Strafgesetzbuch „Volksverhetzung“ die Meinungsfreiheit einschränken und damit zerstören, schaffen ein Meinungs-Monopol für die Parteien, die die Kontrolle über Gesetzgebung ausüben und dieses Monopol ausnutzen, um ihren Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen vor Konkurrenz zu sichern.
Fragen Sie sich doch einmal, auf welcher Grundlage sich ein Hanswurst in einer Partei, der Ihnen intellektuell mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht das Wasser reichen kann, das Recht nimmt, zu bestimmen, welchen Meinungen Sie sich aussetzen dürfen und welchen nicht? Fragen Sie sich, wo ein Politdarsteller die Frechheit hernimmt, Ihnen ihre Freiheit, Meinungen selbst zu beurteilen, Meinungen selbst für unterirdisch oder bedenkenswert einzuordnen, zu beschneiden.“
Im Fall von Stefan Magnet wird die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz tätig, eine Vorfeldorganisation im Netzwerk der organisierten Zensur, und sie wird auf politische Weisung tätig, denn das Magnet denunzierende Bundesamt für Verfassungsschutz untersteht direkt dem Bundesinnenminsterium und kann entsprechend und sehr leicht instrumentalisiert werden, um alles zu zensieren, was den politisch Mittelmäßigen, die sich als Herren aufspielen, nicht passt:
Magnets Fall ist ein eklatantes Beispiel dafür, wie angeblicher Jugendschutz instrumentalisiert wird, um oppositionelle Meinungen zu unterdrücken, um angeblich Jugendliche zu schützen, von denen die meisten das Buch von Magnet ohnehin nicht lesen werden. Deutschland ist auf dem Niveau päpstlicher Indexierung unliebsamer Schriften angekommen. „Unsere Demokratie“ hat in etwa soviel mit Demokratie zu tun, wie Oumuamua mit unserem Sonnensystem. Gemessen am Ausmaß von Zensur, das die sich bedroht fühlende Klasse anwenden muss, um das, was sie für „Macht“ hält, zu sichern, ist das Chaos, das das Ende totalitärer Systeme auszeichnet, nicht mehr weit.
Das Buch von Stefan Magnet wird derzeit noch gebraucht über Amazon verkauft.
Der Inhalt, der angeblich jugendgefährdend sein soll, eine Lächerlichkeit sondersgleichen in einem Land, in dem ein paar Minuten Shitfernsehen, jeder Fernsehfilm mit Görenkommissar und bösem weißen Mann mehr Gefährdung von Jugend mit sich bringen als mehrfache Lektüre des Buches von Magnet, wird im Klappentext wie folgt beschrieben:
Der Plan ist durchschaut!
Stefan Magnet zeigt Punkt für Punkt, was die Transhumanisten anstreben, wann und wie sie die Menschheit abschaffen wollen und was an unsere Stelle treten soll. Und wie wenig Zeit zur Gegenwehr bleibt! Die Corona-Panik war der Startschuss zur rasanten Transformation, die Covid19-Spritze der Einstieg in den Transhumanismus. Was geplant und vielfach in Umsetzung ist: Nanoroboter im Blut, Mikrochips unter der Haut, Gedanken mittels Elektroden lenken, Mensch und Maschine verschmelzen, Cyborgs züchten und Gehirne mit der Cloud koppeln.
Doch die bedrohlichste Aussicht: Die Menschheit wird unfruchtbar, stattdessen entstehen Babys künstlich im Labor. Für Transhumanisten haben Menschen keine Seele und keinen freien Willen. Dafür wollen sich die wenigen milliardenschweren Auserwählten selbst zu Göttern erheben. Sie reißen das Monopol der Schöpfung an sich. Totale Kontrolle!
Man muss Magnet nicht zustimmen, nicht einmal mögen, was er schreibt, aber wenn man den Anschein einer Demokratie aufrecht erhalten will, dann kann man Bücher, generell Bücher nicht zensieren, auch nicht aus Gründen des „Jugendschutzes“. In einer Demokratie setzt man sich mit Argumenten auseinander. Wer das nicht will, vermutlich nicht kann, deshalb Zensur übt, der hat längst den Boden eines demokratischen Regierungssystems verlassen.
Und ich muss es noch einmal schreiben: Was denken diese Kleingeister eigentlich, wer sie sind, welche außergewöhnliche Fähigkeit sie dazu legitimiert, anderen den Zugang zu Information abzuschneiden?
Abgesehen davon weiß ich nicht, ob ich die Tatsache, dass Mitarbeiter des Verfassungsschutzes Bücher offenkundig dahingehend durchlesen, Material zu finden, das genutzt werden kann, um diese Bücher zu indizieren, lächerlich oder in einer Weise totalitär finde, die mir Väterchen Stalin als kleines Licht im amelodischen Konzert des Totalitarismus erscheinen lässt. Ich weiß nur, dass Ernst dann, wenn eine dieser Figuren vom „Schutz „Unserer Demokratie““ faselt, keine Option mehr ist.
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@“Indizierungsanregung“:
Stefan Magnet, Trans-Humanismus,
Krieg gegen die Menschheit. Die Spritze war nur der Anfang…, 571 Seiten
Danke für den Buchhinweis.
Autor des „Pojekt Lightspeed“ hingegen erhält das Bundesverdienstkreuz !…!
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Stefan Magnet, Trans-Humanismus,
Krieg gegen die Menschheit. Die Spritze war nur der Anfang…, 571 Seiten
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