Equal Fools Day – Tag des Jammers und des Mitleids

„Die Einfalt und Gnügsamkeit der Natur fordert und bildet an dem Menschen nur gemeine Begriffe und eine plumpe Redlichkeit, der künstliche Zwang und die Üppigkeit der bürgerlichen Verfassung heckt Witzlinge und Vernünftler, gelegentlich aber auch Narren und Betrüger aus und gebiert den weisen oder sittsamen Schein, bei dem man sowohl des Verstandes als der Rechtschaffenheit entbehren kann, wenn nur der schöne Schleier dichte genug gewebt ist, den die Anständigkeit über die geheime Gebrechen des Kopfes oder des Herzens ausbreitet.“ Immanuel Kant: Versuch über die Krankheiten des Kopfes

Es erreichen uns immer mehr Hinweise darauf, dass heute Equal Pay Day ist.

Nuts in BedlamEqual Pay Day, für alle, die sich bislang gegenüber den größten menschlichen Idiotien versperrt haben, ist die Bezeichnung für einen Zustand, in dem der vom Equal Pay Day Syndrom Befallene denkt, dass Frauen bis zum 19. März eines jeweiligen Jahres umsonst arbeiten, weil Frauen 21% oder 22% oder 22,9961% weniger verdienen würden als Männer.

Derartige Äußerungen eines gequälten Geistes haben uns dazu veranlasst, den heutigen Tag zum Tag des Jammers und des Mitleids zu erklären, denn was soll man sonst tun, angesichts von Personen, die doch tatsächlich denken, ein Unterschied im Stundenlohn spiegele ganz klar eine Benachteiligung wider.

  • Der Kanalarbeiter, der weniger verdient als ein Equal-Pay-Day Aktivist ist benachteiligt, wird diskriminiert.
  • Der Bergarbeiter, der weniger verdient als sein Bundestagsabgeordneter, ist benachteiligt, wird diskriminiert.
  • Der faule Strick, der es sich auf einer halben Stelle bequem gemacht hat und immer der erste ist, der geht, obwohl der letzte, der kommt, er, der weniger verdient als der Motivierte, der Überstunden sammelt, er ist benachteiligt, wird diskriminiert.
  • Bundeswehrsoldaten, die ihren Kopf hinhalten und dennoch deutlich weniger verdienen als die Funktionäre, die sich den Hintern in ihren Büros plattsitzen, sie sind benachteiligt, werden diskriminiert.

Angesichts solcher sozialistischer Geistesbenebelung ist uns wirklich nur ein Zitat aus Kants Versuch über die Krankheit des Kopfes eingefallen. Mehr haben wir zum Equal Pay Day nicht mehr zu sagen.

Ansonsten verweisen wir auf die Texte, die wir in den letzten Jahren zum Equal Pay Day verfasst haben:

2013: Funktionärsgebrabbel und Wirklichkeit

2014: Das Anstands-Gap: Lügen, Falschaussagen und Equal Pay

2015: March Fools Day: Wer fällt auf den 22%-Scherz herein?

Und, nein, es gibt auch kein Gender Pay Gap:

Ungleichheit ist nicht gleich Diskriminierung

Gender Pay Gap: Ideologie und Wirklichkeit

Nachtrag zum Gender Pay Gap

Ansonsten: Gender Pay Claptrap

 

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14 Responses to Equal Fools Day – Tag des Jammers und des Mitleids

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Equal Fools Day – Tag des Jammers und des Mitleids

  2. Pingback: Equal Fools Day – Tag des Jammers und des Mitleids | Grüsst mir die Sonne…

  3. Hosenmatz sagt:

    http://www.mrn-news.de/2016/03/18/ludwigshafen-spd-europaabgeordnete-jutta-steinruck-zum-equal-pay-day-246393/

    http://www.mrn-news.de/2016/03/15/mannheim-equal-pay-day-2016-cdu-und-cda-sind-dabei-245773/

    Und immer wieder ist nur von „gleichwertiger“ Arbeit die Rede. Die Lidl-Kassiererin soll genausoviel verdienen wie der BASF-Vorstand!!!

  4. Pingback: JAWO am Sonntag – KW 11/16 - Lohnlücken? - NICHT-Feminist

  5. Jürgen sagt:

    Bei diesen Artikeln fällt mir nicht nur Popper ein , sondern auch immer wieder Cicero (-63).Seine Beobachtung über Machthaber und solche die es werden wollen:

    Krankheiten der Gesinnung sind verderblicher
    und häufiger zu treffen als Krankheiten des Körpers.

    Wann werden diese real existierenden und die Allgemeinheit störenden Erkrankungen nach ICD-10-WHO klassifiziert? Eine Frage nie NICHT rhetorisch gemeint ist.

  6. Gernot Meyer sagt:

    Nobelpreis für alle!!

    Der große Gleichmachungs- und Einebnungswahn unserer Zeit.

  7. iustus amentia sagt:

    Dieser Tag des Jammerns wird uns noch eine Weile oder bis in alle Ewigkeit erhalten bleiben. Liegt in der Natur der Sache, wie die „Gender Wage Gap“ definiert ist.

    Vereinfacht ausgedrückt ist es der unerklärte Unterschied zwischen Löhnen.
    Wer sich die Fachlitratur aus dem Bereich „Labor Economics“ zum Thema anschaut und ein wenig Ökonometrie versteht, der sieht schnell, das Lohnunterschiede in erklärte Unterschiede und unerklärte Unterschiede aufgeteilt werden.
    Unter erklärte fallen Unterschiede, die man an Beruf, Branche, Angebot/Nachfrage-Zusammenhängen, Qualifikation, Alter, Bildung, Berufserfahrung und ähnlichen objektiv quantifizerbaren Eigenschaften festmachen kann.
    Bis zu 78% der existierenden Lohnunterschiede wird im Schnitt diesen Unterschieden zugerechnet. Der Rest, also 22% bleibt unerklärt (im Sinne von quantifizierbar).
    DAS ist der Unterschied der aus Diskriminierung resultieren soll.
    Und es basiert einzig auf der Annahme, dass lediglich die obigen Eigenschaften vergütet werden und Männer und Frauen prinzipiell gleich produktiv sind.
    Exakt genauso wird übrigens bei der Messung von Lohnunterschieden durch Diskriminierung von Schwarzen und Latinos in den USA vorgegangen.
    Man hat den erklärten Anteil an Lohnunterschieden sowie den unerklärten Anteil und den Unerklärten erklärt man sich mithilfe von Rassismus.

    Dieser Kram ist aber sehr leicht damit angreifbar, dass eben nicht nur die gemessenen Eigenschaften vergütet werden, sondern auch schwer bis gar nicht quantifizierbare Eigenschaften.
    Ich denke sogar Feministen werden mir zustimmen, dass Männer im Mittel aggressiver sind als Frauen, die im Mittel eher auf Ausgleich und Kooperation setzen. Oder anders formuliert: Männer verhalten sich auch in Vertragsverhandlungen asozialer als Frauen (im wertneutralen Sinne, man könnte ebensogut von konfrontativerem Verhalten sprechen). Eine Konsequenz davon ist, dass sich Männer schwerer herunterhandeln lassen als Frauen.
    Das ist eines von sehr vielen Beispielen (anhand einer Schlüsselqualifikation, die man als Durchsetzungsfähigkeit bezeichnen kann), die nicht wirklich messbar sind aber zu Lohnunterschieden führen.
    Dadurch, dass es in der Natur der Sache liegt, dass Männer und Frauen eben gerade nicht zu allem im Mittel gleich befähigt sind und man ebenfalls nicht alle Unterschiede messen kann, wird uns diese „Gender Wage Gap“ auf Ewig erhalten bleiben – samt seiner beknackten Blüten wie „Equal Fools Day“.

    • neonschein sagt:

      Betrachtet man die gefühlt relativ stabil bleibenden Lebensentwürfe der Mehrheitsgesellschaft, scheint es für mich nur schlüssig, wenn sich der/die/das [klingt wie Sesamstraße] Nebenerwerbstätige bei Gehaltsverhandlungen denkt: „Neee, echt jetzt?! Das Gehaltsverhandeln ist ja gar nicht nett, das ist ja richtig unangenehm, fast schon riskant. Da hab ich keine Lust drauf. Ist ja ohnehin nur zusätzlich. Mein Haupternährer.I.n kann das viel besser…!“
      MfG
      Tobias

    • rote_pille sagt:

      Glaube ich nicht. Ich denke, dass es eher um die erbrachte Leistung geht. Frauen sind generell weniger bei der Sache, sie widmen sich weniger der Arbeit. Können sie von mir aus ruhig machen, aber dann zu erwarten für nicht erbrachte Leistung bezahlt zu werden – nur weil ihr Bildungsstand vermuten lässt dass sie noch mehr Potenzial haben – ist äußerst dreist.

      • neonschein sagt:

        Passt doch wunderbar als dahinterliegendes (De-) Motivation: Wenn es keine monetäre Notwendigkeit gibt (Motiv) , dann bin ich weniger motiviert. Was nicht bedeutet, daß „die Frauen“ per se weniger motiviert sind, sondern der/die/das neben-/hinzu-/halligalliverdienende Part einer Arbeitsgemeinschaft. Ob Nebenverdienen signifikant mit Frausein korreliert, müßte man erst ermitteln. Dann wäre interessant, was die Gründe sind, warum die Option „Nebenverdienen“ gewählt wurde. Und hier ist der Knackpunkt: War es freiwillig gewählt oder fremdbestimmt erzwungen? War es freiwillig, müssen wir (Liberale) die freie Willenserklärung anerkennen und wertschätzen, denn dann erkennen wir den Menschen(swillen) an und wertschätzen das Individuum.
        War es fremdbestimmt erzwungen, ist zu prüfen, ob der Zwang verhältnismäßig ist.
        Allerdings ab hier wird es wieder kompliziert:
        Was ist „Zwang“ ? Was „verhältnismäßig“? Wer maßt sich an,“Verhältnismäßigkeit“ zu definieren?
        Eigentlich nur das betroffene Individuum!

        ….aber ich schweife ab!

        • rote_pille sagt:

          Zwang = „Androhung von Gewalt gegen die betreffende Person oder Androhung von Missachtung von deren Eigentum“
          freiwillig = „nicht unter Zwang stehend“
          Freiheit = „die Abwesenheit von Zwang“

          Natürlich entscheiden sich Frauen freiwillig dafür sich weniger auf den Beruf zu konzentrieren (niemand bedroht sie) und erhalten deswegen weniger Geld. Nicht umgekehrt.

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