Babys zu verkaufen: 5.000 Euro für die Commodity

Manche Meldungen eignen sich bestens, um wissenschaftliche Methoden und Theorien vorzustellen, z.B. die Methode des Erschütterungsexperiments – u.a. von Harold Garfinkel entwickelt, um tiefsitzende kulturelle Selbstverständlichkeiten offen zu legen, Einstellungen, Werte und Überzeugungen, die so selbstverständlich sind, dass man sie kaum mehr bemerkt, es sei denn: sie werden in Frage gestellt.

5.000 Euro und dieses 40 Tage alte Baby ist ihres!

Das ist eine Meldung, die kulturelle Überzeugungen in Frage stellt. Es ist nicht gut angesehen, Babys zu verkaufen, selbst dann nicht, wenn man nichts mit ihnen anfangen kann. Babys sind keine Commodity. Sie sind Lebewesen und genießen deshalb und im Gegensatz zu Kälbern kulturellen Schutz. Wenn man sie verkauft, dann besser unter der Hand.

Andererseits bezahlt Deutschland pro Kind und Monat 190 Euro, d.h. Ausgaben in Höhe von 5.000 Euro zum Kauf eines Kindes, haben sich bereits nach 27 Monaten amortisiert. Die Nutzungsdauer der Commodity „Kind“ beträgt jedoch 324 Monate, so dass die Anschaffung für 5.000 Euro eine Anschaffung ist, die sich zu lohnen scheint. Wenn also Eltern ihre Kinder verkaufen, für 5000 Euro und bereits nach 40 Tagen, also nach dem Bezug von nur 190 Euro Kindergeld und damit die Aussicht auf 61.370 weitere Euros gegen die sofortige Zahlung von 5.000 Euro eintauschen, dann ist dies ein klassisches Beispiel für Menschen, die Belohnungen nicht aufschieben können.

Sie ziehen die kurzfristige Befriedigung ihrer materiellen Bedürfnisse der langfristigen rentablen Anlage (rentabel z.B. dahingehend, dass ein Kind genutzt werden kann, um Sonderabgaben wegen Kinderfreiheit zu vermeiden und im Alter einen Anspruch auf Unterstützung gegenüber den Kindern durchzusetzen) vor und damit den Kürzeren.

nyse

Sind Sie jetzt erregt und verärgert, ob dieser pietätlosen Darstellung von Kindern als Commodity, dann sind sie auch jemand, der sich von kulturellen Überzeugungen steuern lässt, die so mit Werten aufgeladen sind, dass man die Realität nicht einmal ein wenig anders als von Ihnen erwartet darstellen kann, ohne bei Ihnen auf Widerstand zu stoßen.

Anders formuliert: Sie können nicht zwischen Form und Inhalt trennen. Könnten Sie es, Sie würden den Wert von Babys und Kindern als Commodity erkennen, den Wert für Jugendämter, für die Hersteller von Spielzeug, Kleidung, von Beratungsbüchern und Nahrungsmittel …statt dessen regen Sie sich über Flüchtlinge auf, die ihr Kind verkaufen wollen, um finanziell unabhängig von den Transferzahlungen des deutschen Staates zu werden und nicht über homosexuelle Eltern, die Kinder bei Dritten bestellen oder Eltern, die ihre Kinder in vitro Fertilisation designen lassen… und behaupten, Kinder seien keine Commodity …

Sachen gibt’s.


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