Nanny-Republik: Die Sozial-Industrie wächst und wächst und wächst

Eine Pressemeldung des Statistischen Bundesamts ist Ausgangspunkt einer kleinen Recherche. Genauer die Aussage, dass „knapp ein Drittel des Zuwachses gegenüber 2015 auf zusätzliches Personal für soziale Leistungen bei den Kommunen (+ 6 700 oder + 31,0%), worunter beispielsweise Hilfen für Asylbewerber fallen“ zurückzuführen ist.

No nanny stateEs geht in der Pressmeldung um den Personalbestand des öffentlichen Dienstes, wie ihn sich Bund, Länder und Gemeinden leisten. Letzterer ist wieder angewachsen, nachdem er jahrelang zurückgegangen war. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit: Der Personalbestand des öffentlichen Dienstes hat sich strukturell verändert. Das kann man am Bereich „soziale Leistungen“ der Kommunen sehr deutlich machen.

Soziale Leistungen tauchen in den entsprechenden Statistiken gewöhnlich unter dem Posten „Soziales und Jugend“ (früher: Soziale Sicherung) auf, denn die Sozialhelfer richten ihr Augenmerk insbesondere auf die Behandlung des Nachwuchses, wie alle, die schon einmal Besuch von Jugendamt hatten, sicher wissen. Die Ankunft einer großen Zahl von Flüchtlingen hat nun dazu geführt, dass die Anzahl der Sozialhelfer geradezu explodiert ist.

Vergleich man die Jahre 2005 und 2016 miteinander, dann ist in diesem Zeitraum die Anzahl der öffentlich Beschäftigten um 393.165 Beschäftigte gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 8,5% im Vergleich der beiden Jahre. Nun kann man öffentliche Statistiken ja nicht lesen, ohne eine Aufschlüsselung nach Geschlecht unter die Nase gerieben zu bekommen. Also haben wir uns diese Aufschlüsselung ebenfalls zugemutet: Im Vergleich der Jahre 2005 und 2016 ist die Anzahl der weiblichen Bediensteten um 15.392 oder 0,6% zurückgegangen. Dabei wird der öffentliche Dienst zunehmend zum Refugium weiblicher Bediensteter: Ihr Anteil ist von 51,9% im Jahr 2005 auf 56,5% im Jahr 2016 gewachsen.

Mit dem Anteil weiblicher Bediensteter ist die Zahl der Sozialhelfer explodiert, wohlgemerkt in einem Zeitraum, in dem die Gesamtzahl der öffentlich Bediensteten gesunken ist.

Die Zahlen für Kommunen als diejenigen, die die Flut an weiblichen Sozialhelfern zu verantworten haben, sind erschreckend:
2005 genügten 254.203 öffentliche Bedienstete um die soziale Sicherung bzw. die soziale Hilfe für Jugendliche, Familien und Migranten zu gewährleisten. Schon damals waren 83,9% der Sozialhelfer weiblich (213.272). Im Jahr 2016 ist die Zahl der kommunalen Sozialhelfer auf 388.280 angeschwollen, ein Wachstum von 52,7% in einem Zeitraum, in dem die Gesamtzahl der öffentlich Bediensteten um 8,5% gesunken ist. Der Anteil weiblicher Sozialhelfer betrug im Jahr 2016 85,6%.

Es gibt somit ein wachsendes Heer weiblicher Sozialhelfer, die ihre Nase in die Angelegenheiten anderer Menschen stecken und diesen bei Erziehung, Lebensführung, Schulproblemen, Alkoholproblemen, Lebenskrisen, Straffälligkeit und zunehmend bei der Eingliederung oder Integration helfen, ob diese Menschen das nun wollen oder nicht. Dieser Trend zum Nanny-Staat ist erschreckend.

Und er ist teuer. Seltsamer Weise sind es die Kommunen, die kontinuierlich über finanzielle Engpässe klagen, die ihr Heer an Sozialhelfern aufgestockt haben. Rechnet man allein auf Grundlage eines durchschnittlichen Brutto-Monatsverdiensts, also ohne Berücksichtigung der Dienststufen und des Anstellungsverhältnisses, dann ergeben sich 2016 im Vergleich zu 2005 monatliche Mehrkosten von 380.778.680 Euro für die Kommunen. Auf ein Jahr hochgerechnet, kostet die Armee der Sozialhelfer 2016 4.569.344.160 Euro mehr als noch im Jahre 2005. Diese Zahl sollte man sich merken, für den Zeitpunkt, an dem Kommunen wieder einmal über ihre Finanzlage klagen.

Sozialhelfer Kosten

Die Infantilisierung der Gesellschaft lohnt sich somit in großen Umfang für diejenigen, die Fächer studieren und Berufe erlernen, deren Kern darin besteht, die eigene Nase in die Angelegenheiten anderer Menschen zu stecken, natürlich nur, um diesen zu helfen.


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6 Responses to Nanny-Republik: Die Sozial-Industrie wächst und wächst und wächst

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  3. Gereon says:

    Tja, wo soll man denn sonst die ganzen unnützen Gender und Schwafololgieabsolventen unterbringen, die quasi nichts gelernt haben als linke Rabulistik und Beissreflexe?
    Denen ist doch noch nicht mal klar, dass sie von Umverteilung leben. Die meinen wirklich, die ‘verdienen’ Geld.
    Ich sag immer : Hartz4 Empfänger erster und zweiter Klasse. Die erste KLasse hat halt einen Schreibtisch im Jobcenter, bekommt etwa das 3fache und darf dafür ein bischen Gott spielen.
    Effektiv erwirtschaften wohl noch 20% der Bevölkerung etwas, je zur Hälfte akademisch oder händisch. Der Rest lebt von Umverteilung.
    Das Ganze wird am Leben gehalten mit einer riesigen Geldmengenaufblähung und Vernichtung realer Werte. Und das lässt sich auch mt der Abschaffung von Bargeld und Minuszinsen nur noch ein paar Jahre aufhalten, wenn überhaupt.
    Hyperinflation und Bürgerkrieg sind schon vorprogrammiert.
    Denn wenn einen Tag die Sozialleistungen ausbleiben, werden sich die ach so friedlichen, lauteren, des Kämpfens und der Aggression lange entwöhnten , wertvollen Gäste bei den Nachbarn holen, was se brauchen. Wer die erste Welle überlebt, wird sich wehren lernen.
    Denkt immer daran: Supermärkte sind nach 2 Tagen leer.
    Danach seit ihr auf das gestellt, was ihr habt und produzieren könnt.
    Die Decke der Zivilisation ist dünn geworden.

    • Fiete says:

      @Gereon:
      Ich stimme Dir ja selten zu, aber hier hast Du dden Nagel perfekt auf den Kopf getroffen. Bei dem Blogpost als Steilvorlage ist das aber auch quasi ein zwangsläufiges Ergebnis. Sauber, kurz und knackig formuliert, exakt getroffen. Respekt!

      • Gereon says:

        Blumen werden dankend entgegengenommen.
        Meine sonstigen Überlegungen reflektieren den Versuch, zu einem schlüssigen Weltbild in einer funktionierenden Umgebung zu kommen. Wenn manches abwegig erscheint, bitte ich um Nachfragen, wie ich zu der ein oder anderen Erkenntnis gekommen bin.

  4. Ich glaube auch an den Osterhasen says:

    Das ist eine Entwicklung, die ich selbst auch schon vermutet hatte. Wenn ich mir die Damen in meiner Nachbarschaft anschaue, die “Sozialarbeit” machen, kann ich nur sagen, dieser ganze Aufwand wird fast ausschließlich dafür betrieben, um Frauen und dem ein oder anderen Birkenstockträger eine Erwerbsquelle zu geben, da sie ansonsten mangels anderer Qualifikationen zu Hause sitzen müssten. Das mag für die Nutznießer schön sein, für alle anderen, die produktiv erwerbstätig sind, ist es leider eine unnötige Belastung.

    Außerdem, wenn man feststellt, dass eine Gesellschaft so kaputt ist, dass man ein Heer von Sozialarbeitern benötigt, um den Menschen die grundlegenden Dinge des Zusammenlebens zu erklären, und wenn man weiß, dass dies früher nicht so war, weil diese Regeln vom Elternhaus vorgelebt wurden, sollte sich ein Gemeinwesen fragen, ob es nicht besser wäre, den Reset-Knopf zu drücken und die Ursachen der Fehlentwicklung zu bekämpfen und nicht die Symptome.

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