Nanny-Republik: Die Sozial-Industrie wächst und wächst und wächst

Eine Pressemeldung des Statistischen Bundesamts ist Ausgangspunkt einer kleinen Recherche. Genauer die Aussage, dass „knapp ein Drittel des Zuwachses gegenüber 2015 auf zusätzliches Personal für soziale Leistungen bei den Kommunen (+ 6 700 oder + 31,0%), worunter beispielsweise Hilfen für Asylbewerber fallen“ zurückzuführen ist.

No nanny stateEs geht in der Pressmeldung um den Personalbestand des öffentlichen Dienstes, wie ihn sich Bund, Länder und Gemeinden leisten. Letzterer ist wieder angewachsen, nachdem er jahrelang zurückgegangen war. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit: Der Personalbestand des öffentlichen Dienstes hat sich strukturell verändert. Das kann man am Bereich „soziale Leistungen“ der Kommunen sehr deutlich machen.

Soziale Leistungen tauchen in den entsprechenden Statistiken gewöhnlich unter dem Posten „Soziales und Jugend“ (früher: Soziale Sicherung) auf, denn die Sozialhelfer richten ihr Augenmerk insbesondere auf die Behandlung des Nachwuchses, wie alle, die schon einmal Besuch von Jugendamt hatten, sicher wissen. Die Ankunft einer großen Zahl von Flüchtlingen hat nun dazu geführt, dass die Anzahl der Sozialhelfer geradezu explodiert ist.

Vergleich man die Jahre 2005 und 2016 miteinander, dann ist in diesem Zeitraum die Anzahl der öffentlich Beschäftigten um 393.165 Beschäftigte gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 8,5% im Vergleich der beiden Jahre. Nun kann man öffentliche Statistiken ja nicht lesen, ohne eine Aufschlüsselung nach Geschlecht unter die Nase gerieben zu bekommen. Also haben wir uns diese Aufschlüsselung ebenfalls zugemutet: Im Vergleich der Jahre 2005 und 2016 ist die Anzahl der weiblichen Bediensteten um 15.392 oder 0,6% zurückgegangen. Dabei wird der öffentliche Dienst zunehmend zum Refugium weiblicher Bediensteter: Ihr Anteil ist von 51,9% im Jahr 2005 auf 56,5% im Jahr 2016 gewachsen.

Mit dem Anteil weiblicher Bediensteter ist die Zahl der Sozialhelfer explodiert, wohlgemerkt in einem Zeitraum, in dem die Gesamtzahl der öffentlich Bediensteten gesunken ist.

Die Zahlen für Kommunen als diejenigen, die die Flut an weiblichen Sozialhelfern zu verantworten haben, sind erschreckend:
2005 genügten 254.203 öffentliche Bedienstete um die soziale Sicherung bzw. die soziale Hilfe für Jugendliche, Familien und Migranten zu gewährleisten. Schon damals waren 83,9% der Sozialhelfer weiblich (213.272). Im Jahr 2016 ist die Zahl der kommunalen Sozialhelfer auf 388.280 angeschwollen, ein Wachstum von 52,7% in einem Zeitraum, in dem die Gesamtzahl der öffentlich Bediensteten um 8,5% gesunken ist. Der Anteil weiblicher Sozialhelfer betrug im Jahr 2016 85,6%.

Es gibt somit ein wachsendes Heer weiblicher Sozialhelfer, die ihre Nase in die Angelegenheiten anderer Menschen stecken und diesen bei Erziehung, Lebensführung, Schulproblemen, Alkoholproblemen, Lebenskrisen, Straffälligkeit und zunehmend bei der Eingliederung oder Integration helfen, ob diese Menschen das nun wollen oder nicht. Dieser Trend zum Nanny-Staat ist erschreckend.

Und er ist teuer. Seltsamer Weise sind es die Kommunen, die kontinuierlich über finanzielle Engpässe klagen, die ihr Heer an Sozialhelfern aufgestockt haben. Rechnet man allein auf Grundlage eines durchschnittlichen Brutto-Monatsverdiensts, also ohne Berücksichtigung der Dienststufen und des Anstellungsverhältnisses, dann ergeben sich 2016 im Vergleich zu 2005 monatliche Mehrkosten von 380.778.680 Euro für die Kommunen. Auf ein Jahr hochgerechnet, kostet die Armee der Sozialhelfer 2016 4.569.344.160 Euro mehr als noch im Jahre 2005. Diese Zahl sollte man sich merken, für den Zeitpunkt, an dem Kommunen wieder einmal über ihre Finanzlage klagen.

Sozialhelfer Kosten

Die Infantilisierung der Gesellschaft lohnt sich somit in großen Umfang für diejenigen, die Fächer studieren und Berufe erlernen, deren Kern darin besteht, die eigene Nase in die Angelegenheiten anderer Menschen zu stecken, natürlich nur, um diesen zu helfen.


Hinweise für ScienceFiles?
Schreiben Sie uns.

Plagiarismus II: Der MDR schreibt auch bei uns ab – Genderkriminalität in Leipzig

Die Mühlen öffentlich-rechtlicher Sender mahlen langsam, sehr langsam. Das ist auch kein Wunder, schließlich sind die Sender, der MDR zum Beispiel, mit nur wenigen Journalisten ausgestattet, die zudem das Recherchieren weitgehend verlernt haben.

Deshalb müssen sie sich bei anderen bedienen.

Bei uns zum Beispiel.

Neben Hadmut Danisch sind wir die ersten gewesen, die über ein Urteil des Landgerichts Leipzig berichtet haben. Wir waren die einzigen, die dabei Ross und Reiter genannt haben und die Teile aus dem Urteil der 7. Kammer zitiert haben, aus denen hervorgeht, dass drei Richter des Landgerichts Leipzig nicht nur der Ansicht sind, von Beate Schücking, Rektor der Universität Leipzig, belogen worden zu sein, weshalb sie Schücking bestätigt haben, dass ihr „die Behauptung unwahrer Tatsachen zur Durchsetzung ihrer Interessen nicht wesensfremd ist“. Damit waren wir auch die ersten, die davon berichtet haben, dass die Leipziger Universität sich einen Rektor leistet, der nach Ansicht von 3 Richtern am Landgericht Leipzig Gerüchte über männliche Bewerber in die Welt setzt, um die entsprechenden Bewerber mit der Behauptung, sie hätten sich der sexuellen Nötigung schuldig gemacht, aus dem Weg zu räumen und denselben für das frei zu machen, was in Deutschland „Frauenförderung“ heißt.

Nun, 9 Tage später, ist die Geschichte auch beim MDR angekommen. Dort hat man sich wohl mehr oder weniger genötigt gesehen, ob der Verbreitung, die unser Beitrag zwischenzeitlich gefunden hat, zu reagieren und seinerseits einen Beitrag zu bringen. Weil beim MDR die Feigheit auch dann nicht überwunden werden kann, wenn in einem Urteil Klartext steht, den man kaum missverstehen kann, lautet die Überschrift: „Schücking: Dieses Urteil ist unverständlich“. Wohlgemerkt, Schücking behauptet nicht, das Urteil sei falsch, sie sagt nur, dass es ihr unverständlich sei.

Um so erstaunlicher ist es, dass sich unter der genannten Überschrift eine Passage aus dem Urteil des Landgerichts Leipzig findet, die sich genau so bei uns findet, nämlich die Folgende, die, ergänzt man sie darum, dass die drei Leipziger Landrichter nach 8 Stunden Beweisaufnahme nicht nur zu dem Schluss gekommen sind, dass Schücking der Ausgangspunkt des Gerüchtes von der sexuellen Nötigung ist, sondern auch zu dem Schluss, von Schücking belogen worden zu sein, weil letzterer das Lügen nicht „wesensfremd“ sei, ein Schlaglicht auf den Charakter des Leipziger Rektors wirft.

Unser Text Der Text des MDR
„Das unstreitig haltlose Gerücht diente ersichtlich dem Zweck, den Kläger gegenüber den an der Auswahlentscheidung beteiligten Gremien persönlich derart zu diskreditieren, dass dieser für eine Besetzung der Professur von vornherein nicht mehr in Frage kam und etwaiger fachlicher Kritik der Gremienmitglieder an der Richtigkeit der von der Beklagten zu 1 [Beate Schücking, Rektor der Universität Leipzig]. getroffenen Berufungsentscheidung der Boden entzogen war. Dass der thematisierte Vorwurf eine derartige Wirkung auf den Fakultätsrat bzw. die Berufungskommission, haben konnte, hat der Zeuge Prof. Dr. … glaubhaft bestätigt.“ „Das unstreitig haltlose Gerücht diente ersichtlich dem Zweck, den Kläger gegenüber den an der Auswahlentscheidung beteiligten Gremien persönlich derart zu diskreditieren, dass dieser für eine Besetzung der Professur von vornherein nicht mehr in Frage kam und etwaiger fachlicher Kritik der Gremienmitglieder an der Richtigkeit der von der Beklagten zu 1. [Anm. der Red.: Beate Schücking] getroffenen Berufungsentscheidung der Boden entzogen war.“

Normalerweise ist eine Person wie Schücking als Rektor einer Universität nicht tragbar.

Aber was ist in Deutschland  noch normal?

Organisierte Gender-Kriminalität: Leipziger Landgericht beendet Frauenförderung und stellt Rektorin der Universität Leipzig ein vernichtendes Charakterzeugnis aus

Das Kreuz mit der deutschen Gerichtsbarkeit besteht darin, dass selbst verurteilte Täter oder verurteilte Angestellte des Staates nicht namentlich benannt werden. Die entsprechenden Namen sind in den Urteilen geschwärzt.

landgericht-leipzigIndes, manche Urteile sind voller Hinweise darauf, wer sich hinter dem schwarzen Strich verbirgt, und in einem Fall wie dem des Urteils 7 O 3558/15 des Landgerichts Leipzig ist es von öffentlichem Interesse den Balken zu lüften und den Lesern mitzuteilen, wer hier sein Amt missbraucht hat, Verleumdungsversuche unternommen hat und letztlich die Verantwortung dafür trägt, dass der Freistaat Sachsen aus Steuermitteln Kosten in Höhe von 408.334,83 Euro an einen Kläger bezahlen muss, der vor dem Landgericht Leipzig Recht bekommen hat. Es wurde als Recht erkannt, dass dem Kläger mutwillig eine Berufung auf eine W3-Professur an der Universität Leipzig vorenthalten wurde, und zwar durch die Beklagte zu 1, wie es im Urteil heißt. Und die Beklagte zu 1, die durch einen schwarzen Balken vor öffentlicher Verantwortung geschützt werden soll, ist Beate Schücking, die amtierende Rektorin der Universität Leipzig.

Und nun lehnen Sie sich zurück.
Wir erzählen nunmehr einen Genderkrimi, eine Geschichte aus dem Bereich der organisierten Kriminalität und eine Geschichte, die wohl exemplarisch für das angesehen werden kann, was unter dem Stichwort „Frauenförderung“ in Deutschland täglich an Rechtsbrüchen erfolgt.

Wer schriftliche Gerichtsurteile kennt, weiß, dass Sie immer demselben Strickmuster folgen. Der Urteilstenor steht voran. Dann folgt die Schilderung des Sachverhalts, die Einlassungen von Kläger und Beklagten, die Entscheidung, die Entscheidungsgründe und die Entscheidungsfolgen.

Wir folgen dieser Einteilung weitgehend.

Der Sachverhalt ist schnell erzählt.
An der Fakultät für Erziehungswissenschaften der Universität Leipzig soll eine W3-Professur besetzt werden. Die Ausschreibung stammt aus dem Jahr 2009. Das Verfahren zieht sich hin. Schließlich einigt sich die Berufungskommission auf eine Liste, die Dr. G. anführt (wir nehmen es mit der Anonymität sehr ernst). Dr. G., ein männlicher Bewerber (wir leben in einer Zeit, in der das Geschlecht selbst an Hochschulen relevant ist), ist nach Ansicht der Berufungskommission der Bewerber der am besten geeignet ist, die ausgeschriebene Stelle zu besetzen. Er bringt die besten Qualifikationen, Kompetenzen und Erfahrungen mit. Diese Einschätzung der Berufungskommission wird von drei Gutachtern, die im Berufungsverfahren regelmäßig bestellt werden, um die Eignung von Bewerbern zu begutachten, geteilt. Dr. G. ist der beste der Bewerber.

Soweit, so gut.

Uni Leipyig Logo

Das Motto der Universität Leipzig lautet übersetzt: Aus Tradition Grenzen überschreiten.

Nun kommt Beate Schücking ins Spiel. Sie ist Rektor der Universität Leipzig und hat eigentlich nichts anderes zu tun, als die Berufung von Dr. G., auf den sich die Berufungskommission geeinigt hat, umzusetzen.

Doch Schücking hat offensichtlich andere Pläne, weshalb sie die Berufung nach den Feststellungen im Urteil des Landgericht Leipzigs hintertreibt. Was die drei Richter Ecker, Träger und Follner dazu genau geschrieben haben, dazu kommen wir noch.

Mit dem Entschluss, wie es im Vortrag des Anwalts von Schücking heißt, die zweitplatzierte Bewerberin dem erstplatzierten und qualifizierteren und fachlich besser geeigneten Dr. G. vorzuziehen, beginnt ein Stück Schmierentheater, mit dem sich eigentlich ein Staatsanwalt beschäftigen sollte: Falls Andreas Saalmann hier mitliest, das ist ein Fall für Dich!

Was nun kommt, liest sich im Vortrag des Klägers, Dr. G., wie folgt: Er sei vom Dekan der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät angerufen und gebeten worden, seine Stelle an der Universität Leipzig so schnell wie möglich anzutreten. Er habe daraufhin eine A15-Stelle, die für ihn geschaffen worden sei, ausgeschlagen und sich in Leipzig an seinem zukünftigen Arbeitsort vorgestellt. Dort ist ihm dann wohl zu Ohren gekommen, dass Rektor Beate Schücking nicht gedenkt, ihn zu berufen, sondern ihre Position zu missbrauchen und die Zweitplatzierte zu berufen. Dies, so schreibt der Anwalt von Schücking habe den Grund gehabt, dass man das „Anforderungsprofil um Genderforschung“ habe erweitern wollen und den „Aspekt der Frauenförderung als gesamtuniversitäres Interesse“ habe würdigen wollen. Die Zweitplatzierte, wie es der Zufall so will, hat – wie soll man es nennen – sich mit Genderforschung beschäftigt, und deshalb sollte sie dem geeigneteren Bewerber, Dr. G., vorgezogen werden.

Dummerweise gibt es in Deutschland den Artikel 33 Abs. 2 Grundgesetz, in dem das Leistungsprinzip vorbehaltslos als Kriterium für die Berufung öffentlicher Angestellter genannt wird. Kurz: Es muss der beste Bewerber berufen werden. Der beste Bewerber ist Dr. G.

tennessee-williams-dramatist-the-only-thing-worse-than-a-liar-is-aUm Dr. G. nicht berufen zu müssen, sei, so trägt dessen Anwalt vor, ein Gerücht über „angebliche sexuelle Verfehlungen .. in die Welt gesetzt worden“. Die Beklagte zu 1 sei Ausgangspunkt dieses Gerüchts, so trägt der Kläger vor. Die Beklagte zu 1 ist der Rektor der Universität Leipzig, Beate Schücking. Der Anwalt von Schücking weist diesen Vorwurf zurück und schreibt: „Die Beklagte zu 1.. habe vom Gerücht der sexuellen Nötigung erst anlässlich der hierzu eingeleiteten polizeilichen Ermittlungen erfahren“. Es hat also ein Ermittlungsverfahren gegen Dr. G. gegeben, was eine entsprechende Anzeige voraussetzt, die wiederum von jemandem getätigt worden sein muss, der ein Interesse daran hatte, Dr. G. zu diskreditieren. Der Vorwurf hat sich natürlich als frei erfunden herausgestellt. Aber von wem kommt das Gerücht?

Wir zitieren aus dem Urteil:

„Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme geht die Kammer davon aus, dass es die Beklagte zu 1. war, die das über den Kläger verbreitete Gerücht sexueller Belästigung initiiert und über den Dekan … verbreitet hat“. Die Beklagte zu 1 ist Beate Schücking, Rektor der Universität Leipzig.

Und weiter:

„Das unstreitig haltlose Gerücht diente ersichtlich dem Zweck, den Kläger gegenüber den an der Auswahlentscheidung beteiligten Gremien persönlich derart zu diskreditieren, dass dieser für eine Besetzung der Professur von vornherein nicht mehr in Frage kam und etwaiger fachlicher Kritik der Gremienmitglieder an der Richtigkeit der von der Beklagten zu 1 [Beate Schücking, Rektor der Universität Leipzig]. getroffenen Berufungsentscheidung der Boden entzogen war. Dass der thematisierte Vorwurf eine derartige Wirkung auf den Fakultätsrat bzw. die Berufungskommission, haben konnte, hat der Zeuge Prof. Dr. … glaubhaft bestätigt.“

Weil es noch nicht reicht:

„Die Kammer ist ferner davon überzeugt, dass der Zeuge Prof. Dr. … das Gerücht nicht aus eigenem Antrieb an den Zeugen Prof. Dr. … weitergegeben hat. Nach der zu diesem Zeitpunkt bestehenden Interessenlage aller an dem Berufungsverfahren Beteiligten geht die Kammer vielmehr davon aus, dass der gegen den Kläger gerichtete Vorwurf der sexuellen Belästigung zielgerichtet zur Absicherung der von der Beklagten zu 1. zuvor rechtswidrig getroffenen Berufungsentscheidung lanciert wurde. Die Beklagte zu 1. hatte, anders als der Zeuge Prof. Dr. …, der – wie die weitere Beweisaufnahme gezeigt hat – vor dem Abstimmungsgespräch mit der Beklagten zu 1. selbst noch von einer sicher bevorstehenden Berufung des Klägers ausgegangen war, das maßgebliche Interesse daran, die ihr genehme Bewerberin durchzusetzen. Wie oben ausgeführt, konnte der von den beteiligten Gremien zu erwartende Widerstand an ihrer Entscheidung, eine fachlich mindergeeignete Bewerberin vorzuziehen, von vornherein entkräftet werden, sofern der von diesen eindeutig favorisierte Bewerber aufgrund der seine Person betreffenden Vorwürfe nicht mehr ernsthaft in Erwägung zu ziehen war. Ein vergleichbares Interesse, die Berufung der Zweitplatzierten durchzusetzen, könnte allenfalls die Bewerberin selbst gehabt haben. Diese scheidet nach Ansicht der Kammer als Urheberin des Gerüchts aber offensichtlich aus, nachdem ihr – wie nachstehend näher auszuführen sein wird – von der Beklagten zu 1. bereits vorab mitgeteilt worden war, dass der Ruf ihr und nicht dem Kläger erteilt würde.“

So geht Frauenförderung (vermutlich nicht nur) an der Universität Leipzig:
Weil die Berufungskommission sich an fachliche Kriterien hält und den geeignedsten Bewerber auf Platz 1 der Berufungsliste setzt, verzögert Rektor Beate Schücking das Verfahren und versucht nach Überzeugung von drei Leipziger Richtern, die über 8 Stunden Beweisaufnahme durchgeführt haben, den Bewerber auf Platz 1 durch das Gerücht, er habe sich der sexuellen Nötigung schuldig gemacht, aus dem Weg zu räumen. Dass dabei der Leumund und Ruf von Dr. G. zerstört werden könnte, ist Schücking offensichtlich egal. Sie hat ein wichtigeres Ziel: Den „Aspekt der Frauenförderung als gesamuniversitäres Interesse“ durchzusetzen. Und wenn es um Frauenförderung geht, dann gelten Moral und Anstand offensichtlich nichts. Dann wird versucht, männliche Bewerber gezielt mit Gerüchten zu denunzieren und aus der Bewerberliste zu entfernen. Dass eine Person wie Schücking, der nach Feststellung der Richter am Landgericht Leipzig, „die Behauptung unwahrer Tatsachen zur Durchsetzung ihrer Interessen nicht wesensfremd ist“, Rektor einer deutschen Universität sein kann, ist bezeichnend für den moralischen und professionellen Zustand der Republik.

ProfessorrinnenprogrammDas Urteil des Landgerichts Leipzig wirft ein bezeichnendes Licht auf die moralische Verkommenheit dessen, was unter dem Stichwort „Frauenförderung“ in Deutschland betrieben wird. Wir weisen in unseren Beiträgen zum Professorinnenprogramm schon seit Jahren darauf hin, dass das Programm einzig dazu dient, männliche Bewerber zu diskriminieren und fachliche Eignung durch weibliches Geschlecht zu ersetzen. Dass dem so ist, kann auch einer Passage des Urteils des Landgericht Leipzigs entnommen werden. Darin heißt es:

„Bei dem von den Beklagten zur Begründung der Auswahlentscheidung herangezogenen Aspekt der Frauenförderung handelt es sich zwar um eine im Rahmen des § 60 Abs. 4 S. 5 bis 9 SächsHSFG grundsätzlich zulässige personalpolitische Erwägung. Eine personalpolitisch gewünschte Erhöhung der Frauenquote rechtfertigt aber, wie § 2 Abs. 1 des Sächsischen Frauenförderungsgesetzes ausdrücklich klarstellt, keine Abweichung von dem in Art. 33 Abs. 2 GG verankerten, vorbehaltlosen Leistungsprinzip. Ausschlaggebende Wirkung kann der Aspekt der Frauenförderung mithin nur in dem Fall haben, in dem mehrere nach den Kriterien des Art. 33 Abs. 2 GG gleich geeignete Bewerber zur Auswahl stehen. Eine solche Situation lag hier nicht vor. Unstreitig war der Kläger von allen beteiligten Gremien nach dem Maßstab der aus der Stellenausschreibung abzuleitenden Anforderungen als fachlich geeigneterer Bewerber beurteilt worden.“

Wenn das Leistungsprinzip Kriterium für die Auswahl von Kandidaten ist, dann gibt es keinerlei Rechtsgrundlage für ein Professorinnenprogramm im Speziellen oder Frauenförderung im Allgemein, denn eine Förderung weiblicher Bewerber ist dann nicht notwendig, wenn sie die fachlich geeignedsten Bewerber sind. Werden sie aber gefördert, weil sie nicht die Bewerber sind, die für eine Position am besten geeignet sind, dann liegt ein Verstoß gegen Art. 33 Abs. 2 des Grundgesetzes vor. Abermals ist es bezeichnend für den moralischen und professionellen Zustand Deutschlands, dass Ministerien von Bund und Ländern sich quasi bandenmäßig am Verfassungsbruch beteiligen.

Hadmut Danisch hat das Thema ebenfalls behandelt.
Und wer das Urteil gerne lesen will, der kann dies hier bei Hadmut Danisch tun.


Hinweise für ScienceFiles?
Schreiben Sie uns.

Mit Volldampf gegen die Wand: Professorinnenprogramm wird fortgesetzt

Das Professorinnenprogramm wird fortgesetzt. 300 Millionen Euro, die seit 2008 eingesetzt wurden, um 524 Professorinnen an Hochschulen zu berufen, haben nicht ausgereicht, um der Wissenschaft den Garaus zu machen. Entsprechend wird das Professorinnenprogramm fortgesetzt. Darauf hat sich die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz geeinigt.

GWG 2Die gemeinsame Wissenschaftskonferenz ist ein Gremium, in dem die Kultusminister der Länder gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung den neuesten Schlachtplan aushecken, um die Wahrscheinlichkeit, dass sich in Deutschland ein fähiger Wissenschaftler in die institutionelle Wissenschaft verirrt zu verringern oder zu beseitigen. Die gemeinsame Wissenschaftskonferenz ist ein Treffpunkt von geschlechterbewegten Politikern, die von Wissenschaft ungefähr so viel verstehen, wie eine Steckrübe vom 100 Meter Lauf. Der Zusatz „Wissenschaft“ hat kosmetische, er hat keine inhaltlichen Gründe.

Auch das Professorinnenprogramm hat kosmetische Gründe, denn die Politiker, die sich in der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz zusammenfinden, sie finden es gut, wenn der Anteil weiblicher Professoren erhöht wird. Warum? Wissenschaftliche oder gar Gründe, die auf Fähigkeit und Wissen basieren, können es nicht sein, denn Meritokratie spielt im Professorinnenprogramm gerade keine Rolle, kann sie auch nicht, denn die Berufungsverfahren orientieren sich weitgehend an meritokratischen Gesichtspunkten: weibliche Bewerber, die besser geeignet sind, um eine Professur zu besetzen als männliche Bewerber kommen somit ohne Professorinnenprogramm zum Zuge.

Daher dient das Professorinnenprogramm dazu, die weiblichen Bewerber, die nicht besser geeignet sich als männliche Bewerber, auf eine Position zu hieven, auf die sie ohne das Professorinnenprogramm nie gekommen wären. Und bei der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz macht man auch gar keinen Hehl mehr daraus, dass das Professorinnenprogramm dazu dient, die Auswahl nach Fähigkeit und Leistung durch die Bevorzugung weiblicher Bewerber aufzuheben.

So heißt es: „

Professorrinnenprogramm“Das Bund-Länder-Programm wirkt auf zwei Ebenen: Es erhöht die Anzahl der Professorinnen an deutschen Hochschulen und stärkt die Strukturen für die hochschulinterne Gleichstellung. Die Chancengerechtigkeit im Wissenschaftssystem wird dadurch nachhaltig verbessert.“

Die Ziele des Professorinnenprogramms sind also: Mehr weibliche Professoren und „stärkere Strukturen für hochschulinterne Gleichstellung“. Letzteres bedeutet, dass ein weiblicher Professor, der seine Berufung dem Professorinnenprogramm verdankt, verpflichtet ist oder wird, die Interessen seiner Klientel der weiblichen Bewerber, deren Fähigkeiten nicht ausreichen, um sich im freien und fairen Wettbewerb gegen männliche Konkurrenz durchzusetzen, zu vertreten. Die „Struktur für die hochschulinterne Gleichstellung“ wirkt sich dann vermutlich so aus, dass diejenigen, die sich bereits auf Lehrstühlen breit gemacht haben, keine Probleme damit haben, wenn männliche Bewerber auf ausgeschriebene Stellen getäuscht und dafür benutzt werden, den rechtlichen Schein aufrecht zu erhalten, schließlich sind Ausschreibungen, die sich nur an ein Geschlecht richten, im Antidiskriminierungsgesetz verboten. Dennoch werden sie getätigt und dennoch wurden 524 weibliche Bewerber über das Professorinnenprogramm berufen, in dessen Genuss ausschließlich weibliche Bewerber kommen, die „Struktur für hochschulinterne Gleichstellung“ hat wohl diesen moralischen Verfall und die Verbreitung von Betrug und Täuschung als normalem inneruniversitärem Umgang zur Folge.

Chancengerechtigkeit ist natürlich ein absoluter Blödsinn. Chancen kann man bestenfalls gleich verteilen. Wer versucht, Chancen, also Anrechte auf eine mögliche Entwicklung „gerecht“ zu verteilen, der müsste schon wissen, wer seine Chancen am besten zu nutzen im Stande ist, müsste entsprechend in die Zukunft schauen. Vielleicht bilden sich die Helden der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz ein, sie könnten in die Zukunft schauen, sie können es aber nicht. Vielleicht sind sie auch einfach nur eine Ansammlung von Schwätzern, die irgendetwas mit Gerechtigkeit und Chancen und so verbreiten will, irgendwas, das dem Publikum, das sie für dumm halten, zeigt, wie gut sie doch sind.

junk_scienceFür Letzteres spricht, dass mit dem Professorinnenprogramm Ergebnisgleichheit hergestellt wird, d.h. weibliche Bewerber werden unabhängig von ihrer Leistung männlichen Bewerbern vorgezogen, um letztlich eine gleiche Verteilung von Professuren nach Geschlecht herbeizuführen. Ergebnisgleichheit ist in diesem Fall das Gegenteil von Gerechtigkeit und hat auch mit Chancengleichheit nichts zu tun. Ergebnisgleichheit ist das Gegenteil von Gerechtigkeit, weil eine gerechte Stellenbesetzung nach Leistung und eben nicht nach Geschlecht erfolgen würde. Ergebnisgleichheit hat mit Chancengleichheit nichts zu tun, weil Chancengleichheit lediglich gewährleistet, dass alle Bewerber in einem Auswahlverfahren an denselben Kriterien (von Leistung usw.) gemessen werden.

Das kann man nicht oft genug feststellen.

Also werden die nächsten vier Jahre weitere 150 Millionen Euro aus dem Fenster geworfen, um einige 100 weibliche Bewerber auf Professorenstellen zu hieven, auf die sie in einem freien und fairen Wettbewerb nie gekommen wären, denn hätten sie sich auch über Kenntnisse und Fähigkeiten, über ihre Leistung durchgesetzt, sie hätten das Professorinnenprogramm nicht nur nicht gebraucht, sie hätten es sich verbeten, über das Professorinnenprogramm berufen zu werden.

Haben sie aber nicht. Entsprechend sitzen bereits 524 weibliche zumindest Minderwissenschaftler als Professoren an Hochschulen und tun ihr Möglichstes, um die deutsche Wissenschaft von innen zu zersetzen und die Produktion von Wissen gegen die Wand zu fahren. Es werden weitere 200+ in den nächsten vier Jahren folgen.

Männlichen Graduierten, die im Wissensbetrieb bleiben wollen, kann man vor diesem Hintergrund nur raten, sich entweder einen Job in der Privatwirtschaft zu suchen oder ins Ausland zu gehen. Die deutsche Wirtschaft wird feminisiert und wie alle Berufe, die in der Vergangenheit feminisiert wurden (Lehrer, Ärzte, Juristen) so wird es auch mit dem Beruf des Hochschullehrers weiter bergab gehen. Den Schülern, die keine deutsche Rechtschreibung mehr beherrschen, folgen die Studenten, die weder grundlegende fachliche noch methodische Kenntnisse aus ihrem Studium mitbringen. Schaun wir mal, wie lange es dauert, bis die deutsche Wissenschaft insgesamt gegen die Wand gefahren wurde. Die Sozialwissenschaften, jener Zweig der Wissenschaft, der den höchsten Anteil weiblicher Professoren aufzuweisen hat, dank dem Professorinnenprogramm, ist bereits in der Vorwissenschaft angekommen.

Die Nachricht, dass das Professorinnenprogramm fortgesetzt wird, wurde in der Redaktion von ScienceFiles mit einer Mischung aus Unverständnis, Belustigung und „No more Hope-Attitude“ aufgenommen. Dr. habil. Heike Diefenbach ist dazu übergegangen, den Song of Awakening zu hören. Die Hoffnung stirbt dann doch zuletzt.

Sozialwissenschaften am Ende – Professor schlägt Alarm

Als es noch möglich war, wissenschaftliche Themen um der Erkenntnis willen zu behandeln, hat Thomas Kuhn ein Buch veröffentlicht, das seinerzeit einige Wellen Kuhngeschlagen hat: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Darin beschreibt er einen Zyklus der wissenschaftlichen Entwicklung, der mit der vorwissenschaftlichen Phase beginnt, in der die wissenschaftliche Methode noch nicht ausgereift und der Wissenskern, den Kuhn Paradigma nennt, noch nicht bestimmt ist. In der Normalwissenschaft ist diese Bestimmung erfolgt und die Art und Weise, in der Erkenntnis produziert wird, die wissenschaftliche Methode, ist festgeschrieben. Entsprechend ist die Normalwissenschaft dadurch gekennzeichnet, dass nützliches Wissen und Erkenntnis produziert wird, dass Rätsel gelöst werden, wie Kuhn das nennt. Doch die Normalwissenschaft gerät über kurz oder lang in Schwierigkeiten. Anomalien, Beobachtungen, die auf Grundlage des vorhandenen theoretischen Wissens nicht gelöst werden können, häufen sich. Ist der Berg der Anomalien zu hoch, erfolgt eine Revolution und ein neues Paradigma ersetzt das alte. Eine neue Normalwissenschaft tritt an die die Stelle der alten Normalwissenschaft.

Und hier irrt Kuhn.
Thomas Kuhn ist davon ausgegangen, dass Wissenschaftler ein Erkenntnisinteresse teilen. Weil sie dieses Erkenntnisinteresse teilen, haben sie alle das gleiche Interesse daran, wissenschaftliche Methoden zu bestimmen, die die Erkenntnis der Wissenschaften über die Einsichten des Alltagsverstandes erhebt. Und weil Wissenschaftler ein gemeinsames Erkenntnisinteresse haben, werden sie versuchen, den theoretischen Korpus weiterzuentwickeln (am Paradigma arbeiten, wie Kuhn das nennt), um die Menge vorhandener Erkenntnis zu vergrößern.

Kuhn konnte sich nicht vorstellen, dass einige Jahrzehnte nach der Veröffentlichung seines Buches, vor allem die Sozialwissenschaften von Ideologen überschwemmt werden, deren Interesse eben nicht darin besteht, sich auf Methoden des Erkenntnisgewinns zu einigen, die intersubjektiv und nachvollziehbar sind und es damit erlauben, wissenschaftliche Ergebnisse zu prüfen. Er konnte sich nicht vorstellen, dass diese Ideologen, die nicht nach Erkenntnis suchen, weil sie sich im Besitz der Wahrheit wähnen, die Wissenschaft inkubieren und von innen heraus zersetzen, willkürlich und letztlich lächerlich machen. Kuhn konnte sich nicht vorstellen, dass Wissenschaftler zu politischen Aktivisten degenerieren, dass Studenten zu fanatisch-religiösen Anhängern von Heilsideologien werden. Und er konnte sich nicht vorstellen, dass Ideen, das Brot der Wissenschaft in erlaubte und verbotene getrennt werden. Kuhn hat im 20. Jahrhundert geschrieben und die Errungenschaften der Aufklärung, die Trennung von Wissenschaft und Kirche für unumkehrbar gehalten.

Er hat sich – wie gesagt – geirrt.
Und weil er sich geirrt hat, fehlt in seiner Darstellung die Möglichkeit, dass eine Wissenschaft, die es eigentlich in die Normalwissenschaft geschafft hat, die Methoden und Standards entwickelt hat, um den eigenen Gegenstandsbereich von Scharlatanerie und Willkür zu trennen, zurückfallen kann, in die vorwissenschaftliche Zeit, dass eine solche Wissenschaft beliebig werden kann, zum Sammelbecken für wissenschaftliche Imitatoren aller Art, die ihre Ideologen feilbieten, Sozialismus und Genderismus predigen und ihre sexuellen Störungen an Hochschulen ausleben.

Aber genau so weit ist es mit den deutschen Sozialwissenschaften gekommen. Standards empirischer Arbeit wurden aufgelöst und durch die Willkürlichkeit dessen ersetzt, was ein Wissenschaftler-Imitator gerade mag. Theorien will niemand mehr prüfen und erweitern, denn dazu wäre empirische Forschung notwendig und die betreibt kaum mehr jemand, um Hypothesen zu prüfen. Empirische Forschung findet weitgehend als Legitimationsforschung statt, die staatlichen Auftraggebern dazu dient, ihren neuesten Spleen mit vermeintlich wissenschaftlicher Forschung zu legitimieren. Die Sozialwissenschaften sind ein Sammelbecken für Unsinn aller Art geworden, ein Ort, an dem manche ihre psychische Störung ausleben, andere ihre wahre sexuelle Bestimmung finden und wieder andere gegen diejenigen agitieren, die angeblich dem falschen Glauben anhängen. Nur eines sind die Sozialwissenschaften nicht mehr: ein Ort, an dem Wissenschaft betrieben wird.

Park Junk ScienceDass dem so ist, dass dies so werden konnte, führt zu der Frage: Was haben die Professoren und Dozenten, denen etwas an ihrer Wissenschaft liegt, eigentlich während der letzten Jahre getan? Warum haben sie dabei zugesehen, dass Sozialwissenschaften mit Genderisten, Sozialisten und sexuell Deprivierten durchsetzt wurden, die ihren Glauben bzw. ihren Spleen als Wissenschaft verkaufen wollen? Warum haben sie geschwiegen, als staatliche Programme aufgelegt wurden, um Wissenschaft in Abhängigkeit von staatlichen Vorgaben zu bringen und Fakultäten mit weiblichen Professoren, die wegen ihres Geschlechts, nicht wegen ihrer Leistung über das so genannte Professorinnenprogramm berufen werden, zu durchsetzen? Warum schweigen sie so beredt, wenn Politiker sich wissenschaftlicher Themen annehmen, wenn Anhängsel von Ministerien wissenschaftliche Konzepte übernehmen und zur Unkenntlichkeit entstellen oder sich zu willfährigen Sprachrohren für die ideologische Nachricht machen, die Politiker gerade verbreiten wollen?

Warum schweigen Politikwissenschaftler, wenn im Namen des Kampfes gegen den Rassismus, die Demokratie beseitigt wird? Warum schweigen Soziologen, wenn die gesellschaftlichen Grundlagen, wie sie z.B. in einer unvoreingenommenen Kooperationsbereitschaft bestehen, von den Kämpfern für das Gute beseitigt werden? Warum schweigen Philosophen, wenn Konzepte wie Gerechtigkeit und Chancengleichheit in ihr Gegenteil verkehrt werden, um Ressourcen in die Taschen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen zu füllen? Warum schweigen Pädagogen, wenn Politiker und Landes-Kultus-Fürsten die Biographie von vornehmlich männlichen Schülern schon ab Schuleintritt zerstören? Warum schweigen Wissenschaftler, wenn sich ein gutmenschlicher Lynchmob aus politischen Kaderstudenten und außeruniversitären Parteiaktivisten am Leumund der wenigen Wissenschaftler vergeht, die es in Deutschland noch gibt?

Man könnte die Liste der Fragen noch über Seiten weiterführen und käme immer bei der generellen Frage an: Warum haben so wenige Wissenschaftler ein Rückgrat oder einen Arsch in der Hose?

Eine Antwort auf diese Frage hat Professor Dr. Martin Wagner zu geben versucht. Wagner ist Politikwissenschaftler und lehrt an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Haar, und Wagner hat sich in einem Leserbrief an die FAZ, den uns ein Leser zugeschickt hat, wie folgt geäußert:

Martin Wagner“Je größer der Nähe des Professors zu heiklen Themen ist, desto mehr Druck wird er aushalten müssen, wenn er sich öffentlich jenseits vom Mainstream akzeptierter Meinungen äußert. Nicht nur der Osteuropa-Historiker Jörg Barberowski hat dies erfahren. Der Druck kommt von allen Seiten: von unreifen Studenten, intoleranten Kollegen, sich verweigernden Fachzeitschriften, von auf das eigene Wohl bedachten Universitätsleitungen und sogar von Regierungsvertretern. Der angepasste Professor ist letztlich ein Spiegelbild bildungspolitischer Fehlentwicklungen und demokratischer Defizite der Gesellschaft“.

Wir begrüßen, dass ein Professor wie Wagner den Mut hat, sich öffentlich in der zitierten Weise zu äußern. Aber Wagner macht es sich zu leicht. Professoren wollen die Bildungselite eines Landes darstellen. Entsprechend muss man gerade von Professoren erwarten, dass sie Fehlentwicklungen öffentlich machen, beschreiben, sich gegen Einflussnahme von außen, wie sie Wagner darstellt, verwahren, dass sie ihren Mut zusammennehmen und für das kämpfen, was ihnen wichtig, was ihnen Berufung ist. Dass deutsche Professoren in der Mehrheit schweigen und dabei zusehen, wie die Liste der Kollegen, die von einem Studentenmob zum Schweigen gebracht werden soll, von Politikern angefeindet werden oder von den Gutmenschen, die sich besonders gut fühlen, wenn sie Eigentum, Leumund oder körperliche Unversehrtheit Dritter beschädigen können, zur Zielscheibe auserkoren werden, immer länger wird, stellt ein grundsätzliches Versagen der Sozialwissenschaften als Institution dar. Es zeigt, Sozialwissenschaftler sind nicht geschlossen, wenn es darum geht, ihre Wissenschaft zu verteidigen. Es zeigt, in sozialwissenschaftlichen Fakultäten finden sich viele Ideologen, Opportunisten oder schlicht Inkompetente. Es zeigt schließlich, dass der methodische und theoretische Konsens, der die Sozialwissenschaften vielleicht in der Mitte der 1980er Jahre in ihrer Mehrheit einmal ausgezeichnet hat, verschwunden ist.

Die Sozialwissenschaften sind wieder vor-Wissenschaft und entsprechend ist der Versuch, sie zur Normalwissenschaft zu entwickeln, bis auf weiteres gescheitert.

Fälschen und Diffamieren: Landgericht verurteilt AStA der Uni Bremen

Der Allgemeine Studentenausschuss (AStA) ist eigentlich eine studentische Institution, die Studenten Serviceleistungen rund um das Studium anbieten und die Interessen der Studenten bündeln und vertreten soll.

So war es gedacht unter der großspurigen Überschrift: Studentische Mitverwaltung.

marchingmorons

In Bremen not a question anymore.

Aus den ASten Deutschlands sind über die Jahre, schon weil sich normale Studenten nicht für den AStA, sondern für ihr Studium interessieren, politische Kaderschmieden geworden, in denen sich Parteigänger zusammenfinden, die sich nicht in erster Linie für ihr Studium interessieren. Sie interessieren sich statt dessen für politische Agitation.

Politische Agitation richtet sich spätestens seit Universitäten mit Genderismus überschwemmt wurden, gegen alles, was ideologisch nicht links ist. Entsprechend finden sich vermehrt Wissenschaftler im Fadenkreuz der AStA-Kader, die Thesen vertreten, die wiederum den politischen Aktivisten in den ASten nicht in den Kram passen: der Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt, der Historiker Jörg Barberowski, der Politikwissenschaftler Herfried Münkler, der Jurist Ralph Weber, der Historiker Martin van Crefeld, aber auch historische Personen wie Immanuel Kant oder die beiden Humboldts finden sich im Visier der politischen Aktivisten, und zwar deshalb, weil Letzteren die Inhalte, die Erstere vertreten, nicht gefallen.

Wären die Aktivisten in den ASten auch nur entfernt mit der wissenschaftlichen Methode vertraut, sie würden die Thesen der Benannten kritisieren, begründet kritisieren, sie würden das anwenden, was Wissenschaft ausmacht: die Methode der Kritik. Um dies zu tun, muss man jedoch eine entsprechende Ausbildung, die darin vermittelten Kenntnisse und Fähigkeiten sowie die Motivation mitbringen, sein Gegenüber fair zu behandeln. Nichts davon haben die meisten, die sich in ASten versammeln, vorzuweisen.

Sie können politisch agitieren und die, die sie als ihre Gegner ausgewählt haben, diffamieren.

Und das Landgericht Köln, genauer die drei Richter der 28. Zivilkammer haben dies gerade dem AStA in Bremen attestiert. Im Urteil vom 15. März 2017 wird der AStA Bremen zur Unterlassung von Aussagen verurteilt, die sich gegen den Historiker Jörg Barberowski richten. Die Aussagen, die der AStA Bremen Barberowski in den Mund lege, seien „aus dem Zusammenhang gerissen und damit sinnentstellt wiedergegeben“ und „in maßgeblicher Weise verfälscht“.

Die AStA-Mitglieder in Bremen haben sich Aussagen von Jörg Barberowski bedient, diese aus dem Zusammenhang gerissen und so editiert, dass sie in ihr Gegenteil verkehrt wurden. Um dies zu tun, benötigt man schon ein gerütteltes Maß an Boshaftigkeit und die Absicht, Barberowski diskreditieren, diffamieren, ihm in jedem Fall schaden zu wollen.

Genau haben die AStA-Mitglieder aus Bremen dem Professor von der Humboldt-Universität in Berlin die folgenden Aussagen unterschieben wollen.

ASta Bremen 2[Zitat der AStA-Verballhornung der Aussagen von Barberowski aus dem Urteil des Landgerichts Köln:]
„In einer Podiumsdiskussion zum Thema Interventionsmacht Deutschland am Deutschen Historischen Museum im Oktober 2014 sagt C [also Barberowski]: ‚Und wenn man nicht bereit ist, Geiseln zu nehmen, Dörfer niederzubrennen und Menschen aufzuhängen und Furcht und Schrecken zu verbreiten, wie es die Terroristen tun, wenn man dazu nicht bereit ist, wird man eine solche Auseinandersetzung nicht gewinnen.‘ … Das Niederbrennen eines Flüchtlingsheimes in Tröglitz und die zwei Tage andauernden Angriffe Rechtsextremer auf ein Wohnheim für Geflüchtete in Heidenau kommentierte C schließlich lapidar mit den Worten ‚Überall, wo Bürger nicht eingebunden sind, kommt es natürlich zu Aggression.‘ C erforscht die Gewalt nicht, sondern legitimiert sie und fordert sie geradezu ein. Seine Ansichten sind … Hetze, die das Anzünden und Belagern von Geflüchtetenunterkünften verharmlosend als natürliche Reaktion verärgerter Bürger*innen beschreibt.“

Den politischen Aktivisten, die von Studenten über ihre Beiträge zum Studentenwerk finanziert werden, geht es also darum, Barberowski als rechten Hetzer zu diskreditieren, der Brandstiftung an Asylbewerberheimen rechtfertigt und gutheißt. Um dieses Ziel der Zerstörung des Leumunds eines Wissenschaftlers zu erreichen, schrecken die Bremer Polit-Kader auch nicht davor zurück, die tatsächlichen Aussagen von Barberowski verfälscht wiederzugeben, wie das Landgericht Köln festgestellt hat, denn tatsächlich hat Barberowski gesagt:

“„Und wenn man nicht bereit ist, Geiseln zu nehmen, Dörfer niederzubrennen und Menschen aufzuhängen und Furcht und Schrecken zu verbreiten, wie es die Terroristen tun, wenn man dazu nicht bereit ist, wird man eine solche Auseinandersetzung nicht gewinnen. Dann sollte man die Finger davon lassen. Also auf der einen Seite ja, natürlich, Deutschland soll eine Funktion übernehmen und es ist wichtig, dass Deutschland Verantwortung übernimmt, vor allen Dingen in solchen Konflikten, die es selbst betreffen. Aber man sollte sich schon gut überlegen, für welchen Krieg man a) gerüstet ist und ob man ihn gewinnen kann. Und wenn man ihn nicht gewinnen kann, soll man es lassen. Das wäre meine Auffassung zu dem Thema.“

Während die Bremer ASta-Kader suggerieren wollen, Barberowski befürworte Brandstiftung und fordere regelrecht dazu auf, Asylbewerberheime anzuzünden, hat Barberowski in einem Vortrag, in dem es darum ging, ob Deutschland im Kampf gegen Terroristen mehr Verantwortung übernehmen solle, darauf hingewiesen, dass man sich überlegen müsse, welche Art der Verantwortung und welche Form der Kriegsführung man gegen Terroristen übernehmen bzw. einsetzen wolle. Seine Aussage hat demnach überhaupt nichts mit Asylbewerberheimen zu tun.

Die zweite Aussage stammt aus einem Interview, in dem es nicht, wie die AStA-Kader aus Bremen behaupten, um die Vorfälle in Tröglitz und Heidenau ging, denn auf diese konkreten Vorfälle ist Barberowski, wie das Landgericht Köln ausdrücklich feststellt, nie angesprochen worden. Vielmehr hat er in einem Interview gesagt:

[Auf die Frage: „Stichwort Gewalt gegen Asylanten und Flüchtlingsheime: Worin sehen Sie da die Wurzeln?“ „Na ja, also überall da, wo viele Menschen aus fremden Kontexten kommen und die Bevölkerung nicht eingebunden wird in die Regelung all dieser Probleme, da kommt es natürlich zu Aggression. Gott sei Dank ist in Deutschland noch niemand umgekommen. Zwar sind Asylbewerberheime angezündet worden. Alles schlimm genug. Aber soweit sind wir noch nicht. Ich glaube, angesichts der Probleme, die wir in Deutschland haben mit der Einwanderung, die jetzt gerade stattfindet, ist es ja noch eher harmlos, was wir haben…“

Barberowksi befürwortet also das Anzünden von Asylbewerberheimen und Gewalt gegen Asylbewerber nicht, wie die AStA-Kader aus Bremen behaupten, er tut das Gegenteil: er sagt, es habe in Deutschland Gott sei Dank noch keine Toten gegeben, wie es der Fall wäre., wenn „viele Menschen aus fremden Kontexten kommen und die Bevölkerung nicht eingebunden wird“.

kant-praktische-vernunftDie Politkader des Bremer AStA zimmern offensichtlich Aussagen zusammen, mit denen es ihnen möglich ist, einen Wissenschaftler, der im Gegensatz zu allen, die im Bremer AStA sitzen, auf eine Leistung verweisen kann und eine Reputation vorzuweisen hat, zu diskreditieren. Man muss wohl annehmen, dass sie die Äußerungen von Barberowski bewusst so editiert haben, dass sie zur Diffamierung des Professors genutzt werden können. Das verlangt eine ganze Menge krimineller Energie, und es zeigt abermals, dass diejenigen, die im Bremer AStA verantwortlich zeichnen, an der Universität nichts verloren haben.

Die Hauptarbeit eines Wissenschaftlers besteht darin, sich mit Arbeiten anderer Wissenschaftler auseinanderzusetzen und seine eigenen Ergebnisse in Beziehung zu den Ergebnissen anderer Wissenschaftler zu setzen. Dabei ist es wichtig, dass die Forschung und Veröffentlichungen anderer Wissenschaftler nicht sinnentstellt wiedergegeben werden. Nun haben die Bremer Studenten mit ihrer wohl in diffamierender Absicht vorgenommenen Edition der Aussagen von Barberowski gezeigt, dass sie keinerlei Interesse an getreuer Wiedergabe und fairer Behandlung Anderer haben. Ihnen geht es darum, die eigene Ideologie durchzusetzen und dazu schrecken sie auch nicht vor Diffamierung und Verfälschung zurück. Damit fehlt den verantwortlichen Mitgliedern des Bremer AStA jede Grundlage, um als Wissenschaftler tätig zu sein. Vor allem fehlt ihnen dazu die moralische Eignung und die Lauterkeit. Sie haben an einer Universität nichts zu suchen.

Der AStA-Bremen hat gemäß der Kostenentscheidung des Landgerichts Köln, Anwalts- und Gerichtskosten von mindestens 5.500 Euro produziert, Kosten, die vermutlich die Studenten der Universität über ihre Beiträge zum Studentenwerk oder die Steuerzahler über ihre Finanzierung der Universität Bremen tragen müssen. Das ist ein weiteres Unding, denn wer bereit ist, Andere zu diffamieren, um sich zu produzieren und seine eigene Ideologie durchzusetzen, der sollte auch bereit sein, die Kosten dafür zu tragen. Entsprechend sollte die Exmatrikulation der Verantwortlichen aus dem AStA Bremen mit der entsprechenden Kostennote begleitet werden, die notfalls auch gerichtlich durchgesetzt werden muss.

Noch ein Letztes: Ist Ihnen schon einmal die Doppeldeutigkeit von Ausschuss aufgefallen, einmal als ein Gremium, das gebildet wird, einmal als das, was nicht verwendbar ist und deshalb auf die Müllkippe geworfen wird? Es ist vor diesem Hintergrund geradezu eine Vorsehung der deutschen Sprache, ständige Ausschüsse im Deutschen Bundestag einzurichten und diejenigen, die sich nicht ihrem Studium, sondern politischer Agitation widmen wollen, als allgemeinen studentischen Ausschuss zu sammeln.

Land der Zugangslosen: Deutsche Wissenschaft von ausländischem Mitleid abhängig

Wissenschaft lebt von der Konkurrenz der Ideen, weil es ohne Konkurrenz der Ideen keinen Erkenntnisfortschritt gibt.

Damit Wissenschaftler ihre jeweiligen Ideen in Konkurrenz zu anderen Ideen stellen können, müssen sie (1) diese anderen Ideen kennen, (2) einen Ort zur Verfügung haben, an dem eigene Ideen und Berichte über Anderer Ideen publiziert werden können.

Internationale Fachzeitschriften haben sich als Orte der Publikation und der Diskussion neuer Ideen, als Orte des wissenschaftlichen Wettbewerbs etabliert. 

Ohne den Zugang zu internationalen Fachzeitschriften brät eine Wissenschaft im eigenen Saft und brennt über kurz oder lang ein, wird zu einem muffigen schwarzen Klumpen.

Damit dies nicht passiert, haben sich internationale Verlage wie Elsevier entschieden, der notleidenden deutschen Wissenschaft, die wieder einmal zum Spielball der politischen Interessen geworden ist, unter die Arme zu greifen und internationale Fachzeitschriten, quasi als Care-Paket für das Gender-Deutschland frei zur Verfügung zu stellen:

„Continued Elsevier Access in Support of German Science

At Elsevier serving research is our paramount goal. We have therefore chosen to continue providing access to Elsevier journals for dozens of German institutions, including your own, which cancelled their individual subscriptions at the end of 2016. They did so anticipating that a new Germany-wide license agreement would be in place by January this year, which we regret so far has not been achievable.

We strongly believe that access to high-quality research is important for German science. The continuing access will be in place while good faith discussions about a nation-wide contract carry-on. This reflects our support for German research and our expectation that an agreement can be reached.“

Wie so oft, wird in Deutschlands Wissenschaft wieder ums Geld gestritten. Nachdem die sogenannten DFG-Lizenzen, die Zugang zu Fachzeitschriten gewährt haben, 2011 in die Allianz-Lizenzen überführt wurden, die im Gegensatz zu den DFG-Lizenzen für die Universitätsbibliotheken nicht frei sind, sondern eine Kostenbeteiligung von 75% erfordern, hat sich ein Streit ums Geld entfacht, denn dasselbe reicht hinten und vorne nicht, schließlich müssen schon Genderlehrstühle finanziert werden.

 

Die ZEIT ist mit den Kleingeistigen

Manuel J. Hartung, den man schon aufgrund seines Vornamens in die Geburtsjahrgänge der ausgehenden 1970er und beginnenden 1980er Jahre einordnen kann, fordert eine Politisierung der Universitäten.

Wenn die Demokratie gefährdet ist, müssen die Universitäten viel politscher werden, so fordert er in der ZEIT.

BlumerNatürlich hat er keinen Zweifel daran, dass die Professoren, deren Einsatz er fordert, die Geistes- und Sozialwissenschaftler, die er als Fach anspricht, seine Sicht auf die Welt teilen, wie er der Ansicht sind, das, was es in Deutschland gibt, sei eine Demokratie, eine verteidigungswerte obendrein. Er hat keinen Zweifel daran, dass die Professoren und Studenten, wenn sie denn aus ihrer „Echokammer“ kommen, den Kampf gegen das aufnehmen, was Hartung für bekämpfenswert hält: Rechtspopulisten, Rechtspopulisten, die sich über „Experten lustig“ machen und „in den sozialen Medien … Tatsachen“ verdrehen.

Warum hat Hartung (sorry: J. Hartung) keinen Zweifel daran, dass die Professoren und ihre Studenten, hätten sie nur den Mut, gegen Rechtspopulisten und Tatsachenverdrehung in den sozialen Medien zu Felde ziehen würden, und nicht etwa gegen Falschmeldungen in den öffentlich-rechtlichen Medien und Tatsachenverdrehungen in der ZEIT? Er hat deshalb keinen Zweifel daran, weil er (1) denkt, die Klugen seien an Universitäten versammelt und (2) sich selbst für einen Klugen hält. Und er ist gegen Rechtspopulismus und sieht nur verdrehte Tatsachen in sozialen Netzwerken, also müssen auch die Klugen an den Universitäten sehen, was er sieht, wie er es sieht.

Die Kleingeistigkeit sie feiert fröhliche Feste in Deutschland. Als Herbert Blumer seine Idee des symbolischen Interaktionsmus in eine Theorie gegossen hat, da ist er doch tatsächlich davon ausgegangen, dass es Menschen möglich ist, Motive und Überlegungen ihrer Gegenüber zu rekonstruieren. Er hat tatsächlich gedacht, Menschen seien in der Lage, aufgrund von Randbedingungen Handlungssituationen anderer Menschen nach zu vollziehen.

Er hat Manuel J. Hartung nicht gekannt.

Denn Hartung (J. Hartung natürlich) hat den symbolischen Interaktionismus radikal vereinfacht und zur symbolischen Selbstprojektion gemacht. Alles, was Hartung denkt, Hartung, der sich für einen Klugen hält, müssen auch andere, die Hartung (J.) für Kluge hält, denken. Auf diese Weise schlägt Hartung (J.) gleich zwei Fehlschlüsse mit einer Klappe, nämlich den der Bejahung des Konsequens und den der falschen Verallgemeinerung.

Und obwohl wir schon öfter den Verdacht hatten, die Redakteure der ZEIT umkreisen die Realität in ihrem eigenen Orbit, sind wir doch überrascht vom Ausmaß an Realitätsverlust, der sich in den Redaktionsräumen der ZEIT eingestellt zu haben scheint: Welchen Planeten umkreisen die da eigentlich?

Es kann nicht die Erde sein.
Es muss ein anderes, ein „Neues Deutschland“ sein, das den ZEIT-Redakteuren im Orbit erscheint, eines, in dem es keine Studenten gibt, die wie ein linker Lynchmob versuchen, freie Meinungsäußerungen an Hochschulen zu unterbinden, die gegen Wissenschaftler protestieren, deren Aussagen sie bestenfalls vom Hörensagen kennen, die Einordnungen vornehmen, die vielleicht das sind, was Hartung als politische Stellungnahme vorschwebt, aber eben keine Wissenschaft, weil ihnen jede empirische Grundlage fehlt.

Hartung scheint auch noch nie etwas von Legitimationswissenschaftlern gehört zu haben, jenen Verrätern an der Wissenschaft, die für ein paar Silberlinge Gefälligkeitsgutachten und Expertisen für die steuerfinanzierten Ableger von Parteien, die man als Stiftungen verkaufen will, erstellen oder sich für Ministerien verdingen, um deren hanebüchene Programme zur Erziehung der Bevölkerung zu legitimieren – als angebliche wissenschaftliche Begleitforschende.

KuhnManuel J. (wichtig: J.) Hartung kann auch noch nie etwas von den Politkommissaren gehört haben, die an Hochschulen installiert wurden, um sicherzustellen, dass Sozialwissenschaften wie die Soziologie oder die Politikwissenschaft durch Gleichstellung nach Geschlecht und eben nicht nach Fähigkeit zerstört werden, was insbesondere im Falle der Soziologie ein Jammer ist, war das Fach doch kurz vor der Phase der Normalwissenschaft (in der Terminologie von Thomas Kuhn). Der Zustrom von weiblichen Quotenkräften hat dem Sprung in die Normalwissenschaft ein Ende bereitet und die Soziologie mit Hilfe von qualitativen oder gar keinen Methoden wie das in Gender Studies und anderen die Welt betrachtenden Ideologien die Regel ist, in die Zeit vor der Aufklärung zurückgeombt, im wahrsten Sinne des Wortes gebombt. Wer jemals die Intelligenzbomben erlebt hat, die sich auf Lehrstühlen suhlen und das Wort an ihre Studenten verbreiten, jenes Wort, das noch nicht Sinn geworden ist, der wird nicht anders können, als diese Metapher nicht als Metapher zu nehmen, sondern als passend.

Und natürlich hat Manuel J. (J. ist wichtig) Hartung, keinerlei Idee davon, was Wissenschaft eigentlich ist, nämlich das Gegenteil von Politik. Es geht in der Wissenschaft nicht darum, die eigene Bewertung davon, was gut, schön und richtig ist, absolut zu setzen und andere dazu zu zwingen, die eigene Bewertung als Allgemeingültig zu akzeptieren, wie das Manuel J. (!sic) Hartung fordert, nein, in der Wissenschaft geht es zunächst einmal darum, Fakten zu sammeln und Ereignisse zu erklären.

Ein solches Vorgehen hat notwendig Ergebnisse zur Folge, die Politikern, die Fakten und Ereignisse im Lichte der eigenen Ideologie interpretieren, nicht passen, nicht gefallen können, wie z.B. die Feststellung, dass Rechts- und Linkspopulismus auf demselben inhaltlichen und intoleranten Fundament basieren, oder dass es immer dieselben kognitiven Defekte sind, die Menschen anfällig machen, für Ideologien und dass seit Jahrzehnten von Politikern Falsches behauptet wird, zuletzt gerade wieder im Zusammenhang mit dem Equal Pay Day. Denn die 21% Gender Pay Gap, die immer wieder beschworen wurden, sie sind eine Lüge, so wie das ganze Gebilde des Genderismus auf Lügen gebaut ist, wie man schon daran erkennt, dass immer noch niemand eine Gleichstellung von Frauen bei Kanalarbeitern, Fernfahrern oder Bergarbeitern fordert. Derartige Auslassungen sind untrügliche Belege dafür, dass es nicht um die beschworenen Werte von Gerechtigkeit und Chancengleichheit geht, sondern darum, sich selbst einen Vorteil zu verschaffen, trotz weniger Leistung die gleichen Ergebnisse in Form von Geld zu erzielen. Manuel J. Hartung darf gerne die entsprechenden Forschungsergebnisse, die auf ScienceFiles leicht zu finden sind, zum Gegenstand eines entsprechenden Beitrages in der ZEIT machen. Und tatsächlich handelt es sich dabei um wissenschaftliche Ergebnisse, die politisch relevant sind und Genderisten dabei entlarvt, wie sie versuchen, sich auf anderer Kosten durchzuschlagen.

Aber vermutlich sind derartige wissenschaftliche Ergebnisse Herrn Hartung, J. Hartung, zu politisch. Da ist es schon einfacher, die eigene Kleingeistigkeit zu verallgemeinern und zu beklagen, dass Wissenschaftler nicht Mahnwachen vor den Parteizentralen der AfD abhalten. Ein letzter Grund, der die Abwesenheit der Wissenschaftler erklären könnte. Sie mögen die Idee hinter Demokratie verstanden haben, im Gegensatz zu Manuel J. Hartung.

“Deutschsprachige Länder” – Pädagogin will andere Bezeichnung

Deutschsprachige Länder, so haben wir bislang gedacht, sind Länder, in denen mehrheitlich deutsch gesprochen wird. Man geht zum Bäcker und bestellt Brötchen. In deutscher Sprache. Man geht ins Kino und schaut einen Film an. In deutscher Sprache. Man hört Nachrichten im Radio. In deutscher Sprache. Man liest die Tageszeitung. In deutscher Sprache. So ziemlich alles, was das tägliche Leben in Deutschland, Österreich und in Teilen der Schweiz ausmacht, es ereignet sich in deutscher Sprache: Deutsche Knöllchen fürs Falschparken, deutsche Flüche, deutsche Preisschilder, deutsche Verkehrskennzeichen, deutsche Fahrpläne an Bahnhöfen … So ist das eben, in deutschsprachigen Ländern.

Sehr zum Unmut von Inci Dirim, die – auch Österreicher haben letztlich, was sie verdienen – an der Universität Wien Deutsch als Fremdsprache lehren soll.

Da Lehre – wie wir nicht erst seit den Vorgängen an der Humboldt-Universität zu Berlin wissen – immer häufiger für Aktivismus und die Verbreitung eigener Heilsbotschaften missbraucht wird, sieht sich auch Dirim bemüßigt, ihren Teil zum ideologischen Aktivismus beizutragen und sich an der Neukonstruktion der Wirklichkeit zu beteiligen, wie sie Wirre aller sozialwissenschaftlichen Fächer in Sprache und normativer Beschreibung durchzusetzen versuchen.

Der Begriff der deutschsprachigen Länder hat das Missfallen von Dirim erregt, entsprechend soll er durch „amtlich deutschsprachiger Raum“ ersetzt werden. Warum? Darum:

“„Dieser Begriff wird als Ersatz für denscully facepalm Begriff ‚deutschsprachige Länder‘ verwendet, der zwar verbreitet, aber nicht zutreffend ist. Damit soll auf das Spannungsverhältnis zwischen amtlicher Einsprachigkeit im Deutschen und faktischer Mehrsprachigkeit des Alltags aufmerksam gemacht werden. Da allerdings die adressierten Staaten als Amtssprache nicht nur Deutsch haben, ist der Begriff ‚Land‘ durch ‚Region‘ ersetzt“ (Dirim 2015: 26).

Der Konstruktivismus geht bei manchen so weit, dass sie bereits der Überzeugung sind, das, was sie sich einbilden, sei Normalität. Der Alltag, der noch nie zu uns gesprochen hat, aber zu Dirim, er spricht gleich mehrsprachig und weil er mehrsprachig spricht, deshalb steht er für Dirim in krassem Gegensatz zur amtlichen Einsprachigkeit.

Offensichtlich hat Dirim Turmphantasien, Turm zu Babelphantasien, bei denen jede Kommunikation zwischen Unbekannten zu einem Spiel mit mindestens zwei Unbekannten wird. Ich spreche den Beamten in deutscher Sprache an. In welcher Sprache wird er mir wohl antworten? Die Errungenschaft einer einheitlichen Sprache, die im deutschsprachiger Raum darin besteht, dass man sich auf Deutsch verständigen kann, sie ist manchen Konstruktivisten ein Dorn im Auge. Offensichtlich haben sie die Subjektivität des radikalen Konstruktivismus zu Ende gedacht, und das Ende sieht vor, dass man sich nicht mehr verständigen kann. Warum nicht mehr? Subjektivismus. Selbst wenn sie sich mit ihrem Gesprächspartner auf eine gemeinsame Sprache einigen können, sie können nicht sicher sein, dass das, was sie sagen, das ist, worauf Ihr Gesprächspartner antwortet.

Der ganz alltägliche Wahnsinn, er kommt als „amtlich deutschsprachige Region“ daher. Region? Die für Dirim ehemalig deutschsprachigen Länder, Baden-Württemberg, Sachsen, ja selbst Berlin, sie haben als Amtssprache nicht nur Deutsch, so Dirim in klassischem Selbstwiderspruch zu der noch vor wenigen Worten von ihr behaupteten „amtlichen Einsprachigkeit“.

Haben Sie es gewusst? Dass die Amtssprache in deutschsprachigen Ländern nicht deutsch ist?

Nein?

Wir auch nicht.

Da sieht man, welche Erkenntnisse radikaler Subjektivismus ermöglicht.

Man erkennt selbst Dinge, die es nicht gibt.

Dirim, Inci (2015). Umgang mit migrationsbedingter Mehrsprachigkeit in der schulischen Bildung. In: Leiprecht, Rudolf & Stenbach, Anja (Hrsg.). Schule in der Migrationsgesellschaft. Ein Handbuch. Schwal[l]bach/Ts.: Debus, S.25-48.

Warum Journalismus in Deutschland so unterirdisch schlecht ist

Ein Erklärungsversuch.

Wir hatten gerade in der Redaktion eine kurze Diskussion, über deren Inhalt wir unsere Leser nicht in Unkenntnis lassen wollen.

Zusammenfassung in Form einer These:

Die Zunahme diffamatorischer und derogativer Beiträge in den Medien ist eine Folge der Entprofessionalisierung der Medien, die zunehmend zu dem werden, was man in der Ökonomie einen market for lemons nennt, eine Abraumhalde für diejenigen, deren Qualifikation nicht dazu reicht, einen guten Job auszuüben.

Dass dem so ist, ist – wie wir denken – eine Folge von drei Prozessen:

race-to-the-bottomIsomorphie
Irgendwie scheinen Journalisten alle dieselbe schlechte Ausbildung, die allein unter dem Motto „Frechheit siegt“, steht, zu erhalten. Die Gleichschaltung deutscher Mainstream-Medien, in denen man eine kritische oder auch nur eine abweichende Stimme vergeblich sucht, z.B. wenn es darum geht, die Einheitsfront der Trump-Hasser und –Diffamierer aufzubrechen, zeigt, dass Journalisten in einem Echo-Chamber sitzen, dessen Wände gegen jeden Einfluss von außen abgeschirmt sind.

Entprofessionalisierung
Die mangelhafte Ausbildung von Journalisten führt dazu, dass viele die Grundtechniken des Journalismus, Recherche, Abwägen von Fakten, korrekte Darstellung der Fakten, die keine Wertung und keine Suggestion enthält usw. nicht mehr beherrschen. Da sie die Techniken und Methoden des Journalismus nicht mehr beherrschen müssen sie sich mit Affekt und Emotionalität behelfen. Entsprechend berichten sie nicht, sie bewerten, sie stellen nicht dar, sie beschimpfen, sie recherchieren nicht, sie wissen schon. Entprofessionalisierung hat mit dem Absenken von Standards, z.B. in Schulen zu tun, denn mit dem Absenken von Standards steigt einerseits das Ausmaß der mangelhaft Gebildeten, die unfähig sind, sich ein eigenes Urteil zu bilden oder auch nur Fakten nach bestimmten Kriterien zu ordnen, andererseits die Wahrscheinlichkeit, dass nachhaltig Verblödete auf gesellschaftlichen Positionen landen.

Politische Korrektheit
Die Entprofessionalisierung wiederum ist das Ergebnis politischer Korrektheit. Politische Korrektheit verlangt nach Individuen, die nicht selbst denken, sondern sich das Denken vorgeben lassen. Journalisten, denen die Aufgabe zugewiesen ist, politische Korrektheit zu verbreiten, ein Eindruck, den man jeden Tag aufs Neue bestätigen kann, müssen entsprechend aus dem Teil der Bevölkerung rekrutiert werden, in dem man sich gerne sagen lässt, was richtig ist und Angst davor hat, ein eigenes Urteil zu bilden. Im Ergebnis ist die Rekrutierung von Journalisten ein Race to the Bottom, das immer häufiger unfähige Nachplapperer offizieller Verlautbarungen in Redaktionen ankommen sieht.

sciencefiles-rationaler-widerstand-vorlageMit dem Zustrom der Unterdurchschnittlichen sinkt das Image von und der Wert, der sich in Form von sozialem Status durch den Beruf „Journalist“ gewinnen lässt, weiter und die Wenigen, die Fähigkeit und Willigkeit zum Journalismus noch in ihrer Person vereinen, werden davon abgeschreckt, Journalismus zu betreiben. Übrig bleiben diejenigen, die selbst wenn sie zwei Leben zu leben hätten, nie in die Verlegenheit kämen, eine neue Idee zu denken und dafür die Verantwortung zu übernehmen. Übrig bleiben diejenigen, die Journalismus durch Zufall, nicht aus Berufung ergriffen haben. Übrig bleiben diejenigen, die ihren Mangel an Fähigkeit, Journalist zu sein, durch ein Mehr an Unterordnung unter die Fittiche der politisch korrekten Darstellung kompensieren wollen. Da man Unterordnung nicht mit dem, was Journalismus eigentlich ausmacht, in Einklang bringen kann, mit Recherche, mit Darstellung von Fakten und Präsentation von Neuem, bleibt ihnen nur, sich als 100%tige Anhänger der vorgegebenen Meinung und dadurch zu profilieren zu versuchen, dass sie diejenigen, die zu Feinden der politische korrekten Ansicht erklärt wurden, verbal bekämpfen, sie beleidigen, sie diffamieren, sich mit lauter und aufgeregter Stimme in den Chor derer einreihen, die nicht nur im Gleichklang marschieren, sondern auch schreien können.

Verantwortlich für diese Entwicklung sind Sozialismus und seine Spielart der Feminismus, die beide mit Entprofessionalisierung einhergehen und regelmäßig dazu führen, dass Unfähige in gesellschaftliche Positionen gelangen, die sie dann, aufgrund ihrer Unfähigkeit, nachhaltig zerstören.

Journalismus ist ein Beispiel dafür.
Politik ist ein anderes Beispiel.
Und die Wissenschaft, zumindest die Sozialwissenschaft, ist auf dem besten Weg, dem Beispiel der beiden Erstgenannten zu folgen.