Hausfrauenwissenschaft von Hausfrauenwissenschaftlern

Faktenfinder, die von sich denken, sie könnten verstehen und in einem Beitrag zusammenstellen, wofür andere Jahre studiert haben.

Angebliche Wissenschaftler, die in einem Satz darauf hinweisen, dass Männer als Gruppe zu heterogen sind, als dass man von „den Männern“ sprechen könne, um im nächsten Satz davon zu schwadronieren, dass etwas „die Frauen“ benachteiligen würde.

Angebliche Forscher, die noch nie etwas davon gehört haben, dass es eine „Methodologie der empirischen Sozialforschung“ gibt, dass sich Generationen von Wissenschaftlern mit der Frage, wie man Befragungen durchführt, welche Form der Befragung für welche Themen geeignet ist, wie man Fragen formuliert, wie man Interviewereffekte mimimiert, beschäftigt haben.

Professoren, die denken, ihre Position mache jeden Unsinn, den sie von sich geben, zur Wissenschaft, erlaube es ihnen, sich in Assoziationsketten zu verlieren und Unfug auf Blödsinn folgen zu lassen und dennoch zu reklamieren, das sei Wissenschaft, eben, weil sie eine Position in der institutionellen Wissenschaft besetzen.

Professoren, die noch nie davon gehört haben, dass Wissenschaft eine Methode ist. Dass Wissenschaft dem Ziel dient, Erkenntnis zu gewinnen. Dass man deshalb Aussagen aufstellen muss, die von anderen nachvollzogen, kritisiert und falsifiziert werden können, weil Wissenschaft ein kumulativer Prozess ist, an dem viele beteiligt sind und keine Form der Selbstverwirklichung für schräge Vögel mit schrägen Ideen.

Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem wir uns nicht über den Verfall der institutionellen Wissenschaft oder des Niveaus des öffentlichen Diskurses, soweit er in Mainstream-Medien stattfindet, unterhalten. Und gestern, beim Abendessen, da war einer der Momente, die in Erinnerung bleiben, einer dieser Aha-Momente, wenn man plötzlich einen Begriff findet, der all das, was man aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet hat, all die unterschiedlichen Aspekte der Entprofessionalisierung und des intellektuellen Verfalls, die oben beschrieben wurden, umfasst.

Dr. habil. Heike Diefenbach hat ihn geprägt, und er trifft den Nagel auf den Kopf:

Hausfrauenwissenschaft!

Um nicht falsch verstanden zu werden: Der Begriff richtet sich nicht gegen eine Hausfrau, die ihren Haushalt im Griff, das Kochen perfektioniert, das Putzen systematisiert hat. Der Begriff „Hausfrauenwissenschaft“ oder „Hausfrauen-Wissenschaftler“ richtet sich auf diejenigen, die ihre Hausfrauenmentalität auf Bereiche übertragen, in denen sie fehl am Platze ist.

Vor Jahren haben wir 30 Fragen aufgestellt und an Gender Studierte geschickt. Gender Studies wollen ein wissenschaftliches Fach sein, und auch wenn hier Liliputaner in Übergrößen schlüpfen wollen, soll man fair sein und ihnen eine Chance geben. Also haben wir den Gender Studierten 30 Fragen geschickt, die ein Wissenschaftler im Schlaf beantworten kann, weil er weiß, was er warum und wie erforscht. Gender Studierte können es nicht. Sie wurden von den 30 Fragen vollkommen kalt erwischt, denn sie sind keine Wissenschaftler, sie sind Hausfrauen, die ihrem Haushalt entflohen sind und nun versuchen, Sozialwissenschaft als Form von Kaffeegespräch zu praktizieren.

Nicht nur, sind sie mit ihrer Hausfrauenmentalität fehl am Platze, sie sind auch nicht in der Lage rudimentäre Hausfrauentätigkeiten auszuführen. Deshalb tischen sie kalten Kaffee auf. Entdecken Konzepte und bestaunen sie als ihre vermeintlich neue Erfindung, wie die Intersektionalität, obwohl Wissenschaftler schon vor Jahrhunderten entdeckt haben, dass schon zwei dichotome Variablen eine Vierfelder-Matrix beschreiben.

Sie bringen nicht nur nicht die Mentalität mit, die außerhalb ihres Haushalts nachgefragt wird, sie verhalten sich auch wie Mutationen von Kaspar Hauser, die Bestaunen, was für andere keiner Erwähnung mehr wert ist. Wissenschaft sei gar nicht objektiv, verkünden Queere oder andere, die eine Position an einer Hochschule zugestanden bekommen haben und meinen, sie hätten das, was die wissenschaftliche Welt im Innersten zusammenhält, erschüttert. Und Erschütterung lösen sie tatsächlich mit ihren Aussagen aus, Erschütterung darüber, dass man tatsächlich so dumm sein kann, anderen zu unterstellen, sie seien der Meinung, Wissenschaft sei ein objektives Unterfangen, in dem die Wahrheit gefunden werde. Erst die Queeren und anderen, die Foucault ständig im Munde führen, aber nie gelesen haben, hätten entdeckt, dass jeder Forscher und jeder Beforschte ein eigenes Subjekt sei und als solches seine Sicht an den Forschungsgegenstand herantrage. So ist das eben, wenn man keine Ahnung von Wissenschaft hat; noch nie etwas von Methoden und Verfahren gehört hat, die es erlauben, Subjektivität in intersubjektiven Grenzen zu halten. So ist das, wenn man Zahlen fürchtet und die Wissenschaft der weißen Männer ablehnt, weil man sie nicht versteht. So ist es, wenn man das eigene dumme Geschwätz zu Wissenschaft erklären will, obwohl man keine Idee davon hat, warum gerade das eigene dumme Geschwätz Wissenschaft sein soll.

Hausfrauenwissenschaftler eben, die versuchen, in einer Kapelle mitzuspielen, obwohl sie kein Instrument beherrschen.

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Kleidung diskriminiert: Die Kölner Uni im freien intellektuellen Fall

Mit der Wahrnehmung ist das so eine Sache.

Man nimmt nicht einfach wahr. Uns umgeben Unmengen von Reizen. Wer durch eine beliebige Straße geht, erhält eine Unzahl von Wahrnehmungsangeboten. Indes, niemand nimmt alles wahr. Wahrnehmung ist ein selektiver Prozess, einer, der durch Interesse und Aufmerksamkeit gesteuert wird. Wenn es hinter uns knallt, dann drehen wir uns automatisch um. Wenn uns eine beliebige Auslage in einem Schaufenster interessiert, dann betrachten wir sie, wenn nicht, dann gehen wir vorbei. Kurz: Es muss entweder ein Interesse bestehen, Dinge wahrzunehmen oder die Aufmerksamkeit durch einen Reiz erregt werden.

Stellen Sie sich vor, Sie laufen über den Campus der Universität Köln. Sie studieren an dieser Uni. Sie sind vielleicht auf dem Weg zu einer Veranstaltung, wahrscheinlicher auf dem Weg in die Mensa. Am Rand ihres Weges ist eine Baustelle. An der Uni Köln wird gebaut. Bauarbeiter gehen dort ihrer Arbeit nach. Wie wahrscheinlich ist es, dass sie die Marke des t-Shirts oder des Pullovers zweier beliebiger unter den Bauarbeitern wahrnehmen?

Es mag Studenten geben, die ein Forschungsprojekt durchführen, in dem die Kleidung von Bauarbeitern eine zentrale Rolle spielt. Obgleich, das ist unwahrscheinlich. Heutige Studenten interessieren sich nur noch für ihre Mitmenschen, wenn sie diese benutzen können, um sich selbst in irgendeiner Weise besser zu stellen.

Abgesehen von diesem sehr unwahrscheinlichen Typ von Student, gibt es kaum eine Begründung dafür, die Kleidung von Bauarbeitern zu inspizieren.

Noch eine Frage: Wer von Ihnen würde Kleidung von Thor Steinar erkennen? Wer weiß, dass „Landser“ nicht nur die Bezeichnung für einen normalen deutschen Soldaten im Ersten und mehr noch im Zweiten Weltkrieg ist, sondern auch der Name einer Neo-Nazi-Band, die es seit mehr als 15 Jahren nicht mehr gibt?`

Man muss schon sehr spezielles Wissen und eigenartige Interessen haben und beides mit einem unglaublichen, einem psychotischen Hang, andere zu überwachen, kombinieren, um zu bemerken, dass zwei Bauarbeiter, die auf dem Gelände der Universität Köln beschäftigt sind, Kleidung mit der Aufschrift “Landser” und von Thor Steinar tragen.

So unwahrscheinlich wie es klingt: In Köln gibt es die entsprechenden Exemplare, Studenten (hier die sozialpsychologische Erklärung:) die, weil sie keinerlei Leistung in ihren Leben erbracht haben, versuchen, sich ideologisch von denen zu differenzieren, die ganz offensichtlich eine Leistung erbringen, die eine Bauleistung erbringen, und die diese Differenzierung mit einer Hierarchisierung verbinden, in der sie oben zu finden sind. Diese Studenten, die offensichtlich nichts Besseres zu tun haben als über ihren Campus zu laufen und sich als Kleidungsblockwart zu fühlen, immer auf der Suche nach einem Verstoß gegen die Kleidungsordnng, die sie für die richtige halten, sie haben zwei Bauarbeiter erspäht, die ideologisch unzüchtige Kleidung tragen, aus der Sicht ihrer zur Religion verabsolutierten Ideologie versteht sich.

Und sie haben Alarm geschlagen; Darüber debattiert in ihrem Studentenparlament. Ganz viel Betroffenheit und Reaktanz ausgelöst. Sie haben sich die Köpfe über die beiden Bauarbeiter heiß geredet, sich echauffiert und die Universitätsleitung unter Druck gesetzt. Nur eines haben sie nicht getan: Sie haben nicht MIT den Bauarbeitern gesprochen, nicht untersucht, wie es sich für einen Studenten geziemen würde, ob die Bauarbeiter überhaupt wissen, was sie da anhaben, ob sie die hysterische Deutung, die die Studenten vornehmen, teilen, ob sie das mit ihrer Kleidung verbinden, was die Kölner Studenten offensichtlich damit verbinden. Die Kölner Studenten haben ÜBER die Bauarbeiter gesprochen, sie für ihre ideologischen Phantasien benutzt, weil sie offensichtlich zu feige sind, MIT den Bauarbeitern zu sprechen. Sie haben ihre Interpretation der Bedeutung der Kleidung verabsolutiert, so wie jedes Sektenmitglied die Bedeutungszuschreibung zu empirischen Dingen, die seine Religion vorschreibt, verabsolutiert. Und dann sind sie zum Pater Familias gelaufen und haben darum gebettelt, dass er die studentische Welt wieder heil macht.

Als Studenten sind sie durchgefallen. Als Priester ihrer eigenen Ideologie haben sie sich bewährt.

Es ist natürlich immer leichter, anderen die eigenen Deutungen unterzuschieben und nicht zu prüfen, ob diese Vorurteile auch empirisch zutreffen. Das macht den Unterschied zwischen legitimen Stereotypen und Vorurteilen und zwischen Menschen, die empirischen Daten zugänglich sind und denen, die es nicht sind. Die Kölner Studenten sind es nicht.

Sie haben auf dem Kölner Campus eine Kleiderordnung durchgesetzt, die, wie es der Uni-Sprecher Patrick Honecker formuliert hat, das „Neutralitätsgebot“ von Universitäten, also die Abwesenheit politischer Betätigung auf dem Campus, in Kraft und umgesetzt hat. Damit entfallen sicher auch alle Kleidungsstücke, die das Konterfei von Che Guevarra (marxistischer Serienkiller) und Fidel Castro (sozialistischer Massenmörder) zu Schau stellen oder auf denen Insignien zu sehen sind, die mit der Sowjetunion Stalins, dem China Maos, der DDR oder anderen Volksgefängnissen, in denen Folter, Terror und Mord an der Tagesordnung waren, in Zusammenhang gebracht werden können.

Die Uni Köln meint es sicher ernst mit dem Neutralitätsgebot.

Denn: Kleidung ist ein Diskriminierer. In den Verlautbarungen der Kölner Studenten findet sich regelmäßig das Motiv des „diskriminierungsfreien Orts“, der die Kölner Uni sein soll. Wenn Thor Steinar Kleidung und ein t-Shirt mit dem Aufdruck „Landser“ diesen diskriminierungsfreien Ort beseitigen, dann gilt dies, unsinnig wie es ist, auch für Insignien anderer politischer Provenienz, die nicht von jedem geteilt werden und somit diskriminierend sind. Der Verdacht genügt. Ob jemand weiß, dass sein roter Stern auf der Mütze aus dem russischen Bürgerkrieg stammt, ist belanglos. Wer ihn trägt, wird sanktioniert. Verdacht ist Verurteilung. Wir reden über, nicht mit Angeklagten.

Dass man es in Köln nicht mit einem normalen Vorgang, an dem normale Menschen beteiligt sind, sondern mit dem verzweifelten Versuch eines akademischen Prekariats zu tun hat, einen eigenen Wert unabhängig von Leistung zu etablieren, ist nach dem Berichteten bereits deutlich, Dass die Kölner tatsächlich unter einer Form der geistigen Umnachtung leiden, macht ein Zitat von Theodor Jost, dem Vorsitzenden des Kölner AStA in der WELT deutlich:

„Es ist nicht nur mir, sondern dem gesamten AStA ein persönliches Anliegen, dass die Universität ein diskriminierungsfreier Ort bleibt. Dazu gehört auch, dass wir es nicht tolerieren werden, wenn rechtsradikale Symbolik auf dem Campus getragen wird“.

Dass Jost den AStA zu einer Person erklärt und ihr eine Persönlichkeit zuschreibt, mag noch auf den Egozentrismus, der seine Aussage ziert, attribuiert werden. Dass er die Universität jedoch zum diskriminierungsfreien Ort erklärt und im gleichen Atemzug verkündet, dass man an diesem Ort heftig diskriminieren werde, wann immer man der Ansicht sei, es mit rechtsradikaler Symbolik zu tun zu haben, das lässt keine Chance auf eine eventuelle wissenschaftliche Karriere zu, diese setzt voraus, dass man Widersprüche erkennt.

Wissenschaft ist u.a. die Arbeit mit Konzepten. Diskriminierung ist ein solches Konzept. Es beschreibt, die positive oder negative Besserstellung oder Beschreibung oder Hervorhebung von bestimmten Objekten oder Personen. Wer nicht toleriert, der diskriminiert. Das ist nun einmal so, in einer normalen, einer logischen Welt, in der Sprache noch der Verständigung und nicht der Signalisierung eigener Gutheit dient.

In Köln ist das wohl anders.

Früher waren Universitäten Orte, an denen die intellektuelle Herausforderung, der abweichende Gedanke, die andere Idee Wertschätzung erfahren haben. Heute werden Universitäten immer mehr zu Orten, an denen sich ideologische Kleingeister vor der Welt abschotten und an denen sie versuchen, ihr kleines Ego dadurch zu pflegen, dass sie anderen vorschreiben wollen, was sie zu tun und neuerdings auch zu tragen haben.

Wie wäre es, wenn sich Bauarbeiter in Zukunft weigern würden, an Universitäten zu arbeiten, an denen linke Studenten den Müsiggang von den Steuern üben, die den Bauarbeitern abgezogen werden und sich ansonsten dadurch auszeichnen, dass sie die Zeit, in der sie von Steuerzahlern ausgehalten werden, nicht dazu nutzen, zu lernen, sondern dazu, zu schnüffeln, politisch zu predigen, Unsinn zu verbreiten, sich zum politischen Aktivisten schulen zu lassen uvm.? Sicher sind die heutigen Studenten bereit, selbst Hand am Bau ihrer Universität anzulegen. Im Sozialismus macht man das so.

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Studentenjob als Almosen: Gender-Lehrstuhl knüpft Jobvergabe an „soziale Lage“

Arbeiterkinder mit Migrationshintergrund, die nach Möglichkeit weiblich oder intersexuell oder was auch immer, nur nicht männlich sind, die am besten in Armut leben und vielleicht nur auf einem Bein oder mit einer sonstigen Behinderung werden gebeten, sich an der „Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, Lehrstuhl Dr. Christine Bauhardt, Fachgebiet „Gender und Globalisierung“, um einen studentischen Hilfsjob (41 Monatsstunden á 10,98 Euro pro Stunde) zu bewerben.

Am aussichtsreichsten sind mehrfach Behinderte und mehrfach diskrimierungsfähige Bewerber, die auf der Straße leben und dennoch für die Aufgaben qualifiziert sind. Die Aufgaben umfassen die Mitwirkung an Lehrveranstaltungen, was, wenn studentische Hilfskräfte an Lehrveranstaltungen mitwirken und gar Lehrmaterialien erstellen können, einen vielsagenden Einblick in das Niveau der entsprechenden Lehrveranstaltungen erlaubt.

Bewerber, behindert oder nicht, sollen zudem in Gender Studies eingeschrieben sein, was die Frage der Behinderung in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Wie dem auch sei: Wir ermuntern alle armen und behinderten männlichen Studenten mit Migrationshintergrund, sich auf die Stelle als studentische Hilfskraft zu bewerben, schon weil wir wissen wollen, was passiert, wenn sie in Konkurrenz zu einem weiblichen oder transsexuellen Bewerber ohne Migrationshintergrund aber aus der Mittelschicht treten, der im von Papa finanzierten Apartment residiert.

Wer natürlich als Student eine Würde sein eigen nennt und zu stolz ist, als dass er sich von einem eingebildeten Professor ob seiner „sozialen Lage“ von oben herab behandeln lassen will, weil dieser Professor irrtümlich meint, er habe als Professor eine statushöhere Position als Gender-Professo [!sic]r, der darf sich gar nicht erst bewerben.

Hier die Ausschreibung im Original:

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Philosophieprofessor: Vernünftige Menschen gendern nicht und sprechen wie Erwachsene

Arne Hoffmann, dem Unermüdlichen, sei Dank für den Hinweis darauf, dass sich wissenschaftlicher Widerstand gegen den Genderismus auch in Österreich regt.

Robert Pfaller, Professor für Philosophie und Kultur-Theorie an der Universität Linz, hat in einem Interview mit der Zeitung “Der Standard” über “den Verlust der Erwachsenensprache in Politik und Kultur, die nur noch sprachliche Sozialpolitik der “Pseudolinken” und die bloß symbolische “Volksnähe” der neuen Rechten” gesprochen.

STANDARD: Haben Sie Ihre Sprache im Lauf der jüngeren Zeit verändert? Gendern Sie? Schreiben Sie das Binnen-I? Gibt es Wörter, die Sie nicht mehr sagen, weil “man” sie heute nicht mehr sagt?

Pfaller: Natürlich versuche ich andere Menschen beim Sprechen nicht ungewollt zu kränken oder zu beleidigen. Das Beste, was man meiner Ansicht nach dazu tun kann, ist, wie ein vernünftiger Mensch zu ihnen zu sprechen. Eine Kunstsprache zu verwenden, also zu “gendern” oder ein Binnen-I einzufügen, scheint mir dabei eher hinderlich. Man klingt dabei schnell nicht mehr wie ein vernünftiger Mensch. Und man wirkt auf ungute Weise bemüht oder sogar ein wenig aggressiv – so, als ob man Peinlichkeit vermeiden müsste oder den anderen belehren wollte. Diese Sprachtricks dienen ja nicht so sehr dazu, Dritte zartfühlend zu benennen. Sie haben in erster Linie die Funktion, die Zweiten, also die, zu denen man spricht, sozial zu überbieten und sie pädagogisch zu unterwerfen.

Schlechte Nachrichten also für die Genderisten und ihren Versuch, Herrschaft über Sprache, ausgerechnet über Sprache, auszuüben. Nichts war’s. Nichts war’s nicht nur mit dem Gendersprech, auch die dazugehörende Infantilisierung durch eine politisch-korrekte Sprache, die zu den Themen gehört, die wir regelmäßig auf ScienceFiles behandeln, sie kommt im Interview mit Pfaller zur Sprache:

STANDARD: “Sie kritisieren die politisch korrekte Sprache als Symptom einer zunehmenden Infantilisierung der Gesellschaft. Warum?”

Pfaller: “Das Zartsprechen ist das kulturelle Symptom eines ökonomischen Politikversagens. Man hat Probleme, die in der Ökonomie zu erledigen gewesen wären, in die Kultur verlagert und sie dort zu behandeln versucht. Wenn man das aber tut, dann löst man die Probleme nicht nur nicht, sondern man produziert sogar neue. Nun werden die Menschen nämlich von ihren Interessen abgelenkt auf ihre Empfindlichkeiten. So werden sie unfähig, ihre wichtigsten Interessen wahrzunehmen und sich dafür mit anderen, ungeachtet von deren Identitäten oder Empfindlichkeiten, zusammenzuschließen. Die Propaganda der Empfindlichkeit entsolidarisiert. Und sie zerstört den öffentlichen Raum. Denn wo sie herrscht, kann niemand mehr mit anderen unter Absehung von der jeweiligen Person sprechen.”

Erwachsenensprache kommt für Pfaller übrigens in der Fähigkeit zum Ausdruck, unabhängig von eigenem Empfinden und Befindlichkeiten über Dinge zu sprechen und sich kompetent zu Sachfragen zu äußern, also darin, über Aussagen wie “das finde ich”, “das verletzt mich”, “das mag ich”, hinauszukommen. Noch ein Grund, warum Genderismus keine Zukunft hat, denn bislang ist es noch keinem Genderisten gelungen, von der Ebene persönlicher Empfindlichkeit auf die Ebene einer kompetenten und sachbezogenen Sprache, also auf das Niveau von Erwachsenen vorzudringen, die sich über etwas austauschen können, ohne dieses Etwas ständig wie kleine Kinder zu bewerten.

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Von wegen Säkularisierung: Muslimische Verbände bestimmen Studienangebot in Berlin

Angeblich ist Deutschland ein säkulares Land. Tatsächlich gibt es in Deutschland und im Gegensatz zum Beispiel zum Vereinigten Königreich, religiöse Feiertage, ein staatliches Eintreiben von Kirchensteuern, die staatliche Finanzierung des Klerus und etliches mehr.

Angeblich gilt an Universitäten, dass sie nur Forschung und Lehre verpflichtet sind und ihre Ziele und Prioritäten selbst und ohne Rücksicht auf die herrschende Ideologie oder staatliche Vorgaben bestimmen können.

Und damit verlassen wir die Märchenstunde.

Wir wenden uns der Humboldt-Universität Berlin zu. Dort wird mit der Einrichtung des Instituts für Islamische Theologie begonnen. Ein solches Institut ist nichts Besonderes. Professuren oder Institute für Islamische Theologie gibt es bereits in Tübingen, Münster, Osnabrück, Gießen und Frankfurt. Daran kann man Anstoß nehmen. Man kann wie wir der Ansicht sein, dass Theologie an einer Universität nichts zu suchen hat, aber man wird nicht umhinkommen, die weitere Ent-Säkularisierung Deutschlands zur Kenntnis zu nehmen.

Was jedoch neu ist und eine Travestie aus den oben berichteten hehren Werten der wissenschaftlichen Unabhängigkeit und Freiheit von Forschung und Lehre macht, sind die Umstände, unter denen das Institut für Islamische Theologie in Berlin gegründet wird. Die Initiative dazu geht von der Senatskanzlei „Wissenschaft und Forschung“ aus. Dort wurde 2016 ein Eckpunktepapier geschrieben und verabschiedet, das den entsprechenden Willen zum Ausdruck bringt und es in sich hat, denn: Was am Institut gelehrt werden kann oder darf, bedarf der Einwilligung eines Beirats, ist also genehmigungspflichtig. Das ist dann wohl die deutsche Variante der Freiheit von Forschung und Lehre: Die Lehrenden sind frei, aus dem Kanon dessen, was ihnen erlaubt ist, etwas auszusuchen.

Der Einfluss der Verbänden wie DITIB, Islamische Förderation von Berlin, Verband der Islamischen Kulturzentren, Zentralrat der Muslime in Deutschland und Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands in Berlin auf die Forschung und Lehre am neuen Institut eingeräumt wird, ist beträchtlich. Sie sind bei der Einrichtung der Studiengänge zu beteiligen, „bestätigen“, also genehmigen die Studien- und Prüfungsordnung, haben Einfluss auf „bekenntnisrelevante Organisationsentscheidungen, die das Institut für islamische Theologie betreffen“ und haben das letzte Wort bei Berufungen von Professoren an das Institut für Islamische Theologie.

Die muslimischen Verbänden sind somit die graue Eminenz im Hintergrund, die die Fäden am Institut für Islamische Theologie zieht. Das, so müssten wir eigentlich schreiben, konstituiert einen Präzedenzfall für den vollständigen Zu- bzw. Durchgriff religiöser, ideologischer und politischer Akteure, die an Universitäten nichts zu sagen haben dürfen, jedenfalls dann nicht, wenn man es mit der Freiheit von Forschung und Lehre Ernst meint. Aber das schreiben wir nicht. Die Normalität, mit der in Berlin in Eckpunkte-Programmen geschrieben wird, dass außeruniversitäre Akteure über das, was an Berliner Universitäten gelehrt und geforscht wird, bestimmen, kann man nur dahingehend deuten, dass entsprechende Ein- und Durchgriffe längst normal geworden sind, dass an Berliner Universitäten längst mehrheitlich Marionetten extra-universitärer, politischer, religiöser und ideologischer Interessen installiert sind.

Kein Wunder, dass aus Berlin keine Studenten kommen, die durch großes Wissen auffallen.

Hier der Text aus dem Eckpunktepapier im Original:

4.1. Theologischer Beirat

Dem Vorschlag des Wissenschaftsrates folgend, wird ein theologisch kompetenter Beirat eingerichtet werden.

4.1.1. Mitwirkung des Beirates

Die Einbeziehung des Beirates bei Entscheidungen der Hochschule, die das muslimische Bekenntnis betreffen, ist im verfassungsrechtlich gebotenen Umfang vorzusehen. Sie erstreckt sich auf eine Beteiligung bei

– der Einrichtung von Studiengängen in den Bereichen Islamische Theologie und Islamische Religionslehre,
– der Bestätigung von Studien- und Prüfungsordnungen in den Bereichen Islamische Theologie und Islamische Religionslehre durch die Hochschulleitung,
– bekenntnisrelevanten Organisationsentscheidungen, die das Institut für Islamische Theologie betreffen,
– der Berufung von Professorinnen bzw. Professoren sowie Juniorprofessorinnen bzw. Juniorprofessoren nach Abschluss des Auswahlverfahrens der Hochschule. Erforderliche Zustimmungen dürfen nur aus religiösen Gründen verweigert werden. Die Gründe sind der Hochschule schriftlich mitzuteilen.

4.1.2. Zusammensetzung des Beirates

Dem Beirat sollen fünf theologisch sachverständige Vertreterinnen und Vertreter muslimischer Verbände und vier externe Hochschullehrerinnen oder Hochschullehrer der Islamischen Theologie oder einer fachnahen Wissenschaft stimmberechtigt angehören, darüber hinaus mit beratender Stimme zwei Vertreterinnen oder Vertreter der Trägerhochschule (= 11 Personen).

Je ein Sitz entfällt auf die DITIB, die Islamische Föderation Berlin, den Verband der Islamischen Kulturzentren, den Zentralrat der Muslime in Deutschland und die Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands. Der Beirat kann aufgrund einstimmigen Beschlusses die Aufnahme einer Vertreterin bzw. eines Vertreters eines noch nicht im Beirat vertretenen Verbandes vorschlagen.

Die Mitglieder des Beirates wählen aus ihrer Mitte eine Vorsitzende oder einen Vorsitzenden. Die Trägerhochschule und die im Beirat vertretenen Verbände einigen sich einvernehmlich auf die in den Beirat zu berufenden Hochschullehrerinnen bzw. Hochschullehrer. Die Bestellung eines Beiratsmitgliedes erfolgt durch das für die Hochschulen zuständige Mitglied des Senates.


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