Koalitionsvertrag [GrokoLores]: Der Wahnsinn schreibt mit

Ein Leser hat uns den Koalitionsvertrag, den CDU, CSU und SPD gerade geschrieben haben, zugeschickt: Stand 5.2, 11:30 Uhr. Wir haben die 167 Seiten nicht gelesen, schließlich wollen wir auch heute Abend noch bei Verstand sein. Uns hat es gereicht, den unglaublichen Unsinn, den diese Ansammlung von Personen, denen man keinen normalen Verstand mehr attestieren kann oder nur schwerlich, wenn man das Niveau entsprechend senkt, unter dem Punkt 3 „Gleichberechtigung von Frauen und Männern“ geschrieben hat, zu lesen.

Karl Raimund Popper hat einst den prätentiösen Unsinn, den Jürgen Habermas verzapft, in die völlig unprätentiösen Lehrformeln übersetzt, die er darstellt. Wir wollen es mit dem Koalitionsvertrag zur Karnevalszeit, der dennoch – so steht zu befürchten – ernst gemein ist, genauso tun.

Links in der Tabelle findet sich das, was die GroKoleten zusammengeschrieben haben, rechts davon unsere Anmerkungen.

 

Grokolores aus dem Koalitionsvertrag Unsere Anmerkungen
“3. Gleichberechtigung von Frauen und Männern
Gleichstellung von Frauen und Männern ist eine Frage der Gerechtigkeit. Sie ist Voraussetzung und Motor für nachhaltige Entwicklung und die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft, national und international.“
Logischer Fehler: Gleichstellung hat mit Gleichberechtigung nichts zu tun, und schon gar nichts mit Gerechtigkeit. Gleichstellung zielt darauf, unabhängig von Leistung und Kompetenz eine Gleichverteilung nach Geschlecht zu erreichen. Gerechtigkeit liegt dann vor, wenn unabhängig von Geschlecht nach Kompetenz und Fähigkeit verteilt wird. Unsinnige Behauptung: Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass eine Verteilung von Positionen nach Geschlecht und nicht nach Fähigkeit sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung und damit die Zukunftsfähigkeit eines Landes auswirkt. Es gibt keinen Grund und schon har keinen Beleg dafür, dass eine Gleichstellung nach Geschlecht sich irgendwie vorteilhaft auf Nachhaltigkeit oder Zukunftsfähigkeit auswirken könnte, weder national noch international.
“Wir haben in der vergangenen Wahlperiode viel erreicht. Daran knüpfen wir an. Wir wollen noch vorhandene strukturelle Hemmnisse abbauen und werden dazu eine ressortübergreifende Gleichstellungsstrategie entwickeln und mit einem Aktionsplan umsetzen.” Übersetzung: Wir werden etwas tun. Was genau, das wissen wir nicht. Aber es hat mit Gleichstellung zu tun.
“Frauen sind in Führungspositionen noch immer unterrepräsentiert. Mit dem Gesetz für mehr Frauen in Führungspositionen haben wir in der vergangenen Legislaturperiode einen Meilenstein gesetzt. Diesen Weg werden wir weitergehen und bei der regelmäßigen Berichterstattung der Bundesregierung ein besonderes Augenmerk auf Unternehmen ohne Frauen in Führungspositionen legen, die sich eine Zielgröße „Null“ geben. Wir wollen die Wirksamkeit des Gesetzes verbessern, indem wir die Nichteinhaltung der Meldepflicht für Zielvorgaben für Vorstände und Führungsebenen und die Begründungspflicht bei der Angabe Zielvorgabe „Null“ sanktionieren entsprechend den Bestimmungen des § 335 HGB.“ Übersetzung: Unternehmen, die keine Frauen in Führungspositionen setzen, werden gemäß § 335 HGB mit einem Ordnungsgeld von bis zu 10 Millionen Euro bzw. 5% des jährlichen Gesamtumsatzes belegt.
“Dem Öffentlichen Dienst kommt für die Gleichstellung von Frauen und Männern eine Vorbildfunktion zu. Wir wollen daher die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Leitungsfunktionen des Öffentlichen Dienstes bis 2025 erreichen. Dazu werden wir dieses Ziel für den Geltungsbereich des Bundesgleichstellungsgesetzes festschreiben. Im Bundesgremienbesetzungsgesetz werden wir regeln, dass der Bund bereits für Gremien, für die er lediglich zwei Mitglieder zu bestimmen hat, die geltende Quotierungsregelung beachten soll.” Logischer Fehler: Gleichstellung hat mit gleichberechtigter Teilhabe nichts zu tun, sie ist das Gegenteil einer gleichberechtigten Teilhabe, da sie sich auf das Ergebnis eines Prozesses und nicht auf die TEILHABE/TEILNAHME an einem Prozess bezieht. Die beabsichtigte Ergebnisgleichheit in Leitungsfunktionen des Öffentlichen Dienstes, die hier irreführender Weise als „gleichberechtigte Teilhabe“ bezeichnet wird, bedeutet effektiv einen Beförderungsstopp und somit eine Diskriminierung für männliche Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst. So ist das, wenn man nicht Leistung, sondern Geschlecht prämiert.
“Gleichzeitig werden wir die Teilzeittätigkeit in Führungspositionen stärker als bisher ermöglichen. Bei der Feststellung von Kompetenzen im Rahmen dienstlicher Beurteilungen sind Erfahrungen und Fähigkeiten aus Erziehung und Pflege zu berücksichtigen.“ Logische Konsequenz: Die Fähigkeit, verschnupften Kindern einen Tee zu kochen und den Arzt zu rufen, wird beförderungsrelevant. Wer Chef eines Bundesamts werden will, muss pflegen können oder als Tagesmutter gearbeitet haben. Fähigkeiten im Beruf sind zweitrangig.
“Wir wollen prüfen, wie eine Erweiterung des Geltungsbereichs des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im Öffentlichen Dienst auf Unternehmen mit wesentlicher Bundesbeteiligung und Körperschaften des Öffentlichen Rechts auf Bundesebene umgesetzt werden kann.” Logischer Fehler: Gleichberechtigte Teilhabe ist unabhängig von Ergebnisgleichheit. Hier wird Ergebnisgleichheit angestrebt und somit gerade keine gleichberechtigte Teilhabe gewünscht (siehe oben). Übersetzung: auch Privatunternehmen sollen gezwungen werden, nach Geschlecht und nicht nach Leistung zu befördern.
“Strukturelle Ungleichgewichte von Frauen auf dem Arbeitsmarkt, die zur Entgeltlücke wesentlich beitragen, wollen wir gezielt abbauen.“ Üersetzung: Frauen sollen auf die Berufe verteilt werden, in denen man Geld verdienen kann, also Ingenieursberufe und Berufe im Bereich IT. Kenntnisse werden dann wohl durch Geschlecht ersetzt. FAKE NEWS: Eine längst als nicht existent erwiesene Entgeltlücke wird hier behauptet und zur Grundlage von Bundespolitik gemacht.
“Auch nach 100 Jahren Frauenwahlrecht gibt es noch keine gleichberechtigte politische Teilhabe von Frauen. Aktuell ist der Anteil von Frauen im Deutschen Bundestag zurückgegangen. Wir wollen, dass Frauen und Männer auch in Parlamenten auf allen Ebenen gleichberechtigt beteiligt sind und deshalb verstärkt Frauen für die politische Beteiligung gewinnen. Um eine höhere Repräsentanz von Frauen in der Politik zu erreichen und mehr Frauen den Weg in die Politik zu ebnen, werden wir bewährte politische Programme – wie das Helene-Weber-Kolleg und den Helene-Weber- Preis – verstetigen. Wir wollen eine Bundesstiftung gründen, die sich wissenschaftlich fundiert insbesondere Fragen der gerechten Partizipation von Frauen in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft widmet“. Übersetzung: Auch 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts üben Wähler ein freies Wahlrecht aus und wählen nach Vorliebe und nicht nach Geschlecht. Die GroKos wollen das ändern, indem sie Parteivasallen dafür finanzieren, die Programme, die schon in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie an der freien Ausübung des Wahlrechts durch Wähler nichts ändern, weiter zu führen. Weil diese Form der Schädigung von Steuerzahlern nicht reicht, wird eine Bundesstiftung gegründet, die Steuereuros im großen Stil, wie es einer Großen Koalition geziemt, verschwendet. Logischer Fehler: Es geht nicht um eine gerechte Partizipation, sondern um das Gegenteil davon, eine gleiche Verteilung von Ämtern und Positionen, nach Geschlecht und nicht nach Einsatz, Motivation, Leistung, Können …
“Die gleichberechtigte Mitwirkung von Frauen bei der Prävention und Beilegung von Konflikten wird eine wichtige Rolle spielen.“ Übersetzungsversuch: Die Grokos wollen eine weibliche Miltär-Einheit aufstellen und in Krisengebiete schicken. Frauen sollen im Hinblick auf die Zahl der getöteten Soldaten gleichgestellt werden.
“Wir wollen die Teilhabe von Frauen im ländlichen Raum befördern und sie wirtschaftlich stärken. Dabei wollen wir auch kleinere Familienbetriebe in den Blick nehmen“. Übersetzung: Familienbetriebe müssen zu 50% Frauen in Leitungspositionen aufweisen.
Zeitgemäße Gleichstellungspolitik nimmt auch Jungen und Männer in den Blick. Auch sie müssen sich auf gesellschaftliche Entwicklungen und neue Anforderungen einstellen. Dies wollen wir politisch unterstützen:“ Übersetzung: Jungen und Männer müssen sich damit abfinden, dass sie benachteiligt werden.

Wer eine solche Regierung hat, der braucht keine Feinde mehr. Es ist also nur konsequent, der Bundeswehr einsatzfähige Waffen zu verweigern, denn die Zerstörung von allem, worauf eine Gesellschaft baut, Leistungswille, Goodwill und Kooperation, sie erfolgt von innen heraus, durch die Grokos.

Abgesehen davon muss man die CDU und die CSU, die diesen Koalitionsvertrag mittragen, nun endgültig als leistungsfeindliche Sozialisten und Genderisten ansehen. Zeit für Unternehmer und leistungswillige Männer, sich nach einem anderen Land umzusehen.

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26 Responses to Koalitionsvertrag [GrokoLores]: Der Wahnsinn schreibt mit

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  2. Der große böse Wolf says:

    Ich habe mir diese Helene-Weber-Website mal angesehen. So wie ich das sehe, geht es um einen Eingriff in das Wahlrecht bzw. dessen Abschaffung.
    http://frauen-macht-politik.de/aktuelles/schwerpunktthemaparitaet.html

  3. Gereon says:

    … und im Frühling haben wir dann Bürgerkrieg.

  4. xxx says:

    Den letzten Punkt würde ich wie folgt übersetzen:

    Auch Jungen und Männer sollen sich für Frauenberufe z.B. in der Alten- und Krankenpflege oder Erziehungswesen bewerben. Ob per Quote oder nicht, sei dahingestellt, eine Männerquote könnte die Betriebe aber vor das Problem stellen, vorhandene Bewerberinnen ablehnen zu müssen.

  5. corusalbusberlin says:

    Ich muss eingestehen, ich lese diesen Unsinn nicht mehr, abgesehen von hier unnd da eingestreuten Sätze wie in diesem Block.
    Ich habe mehrere E-mails an mehrere Politiker geschrieben, darunter auch an Jens Kühnert.

    Meine Voraussage ist: Die Merkel bindet dem Schulz die Unterhosen oder das Nachthemd – denn sie kriechen ja zusammen in die Kiste, über dem Kopf zusammen, ohne dass der Schulz das überhaupt mitbekommt. Aber zuvor wird er noch richtig durchgebummst.
    Wird das wahre Glücksgefühl für diesen “sinnlichen Lippentyp” sein.

  6. corusalbusberlin says:

    Von einem Kommentator zur Groko
    “Nahles lächelt zu allem, was Schulz sagt, entschlossen und heftig. Und sagt auf die Frage, was sie denn beseer könne als Schulz nur ein Wort: “Stricken.”

    Da soll mal einer sagen, die Frauen können nichts. Wer von den Politikern kann stricken?

    • Heinss says:

      Ich dachte immer schlimmer als Schulz geht nicht, habe dabei aber die Gleichstellung übersehen. Wäre allerdings ja schon was gewonnen wenn sie beim Stricken bliebe.

  7. dentix07 says:

    Bleibt nur die Hoffnung die SPD-Mitglieder sind klüger als die “Führung” der Partei und stimmen beim Mitgliederentscheid gegen die GroKo! (Was das politische Aus für Schulz, Gabriel, Nahles, etc. sein dürfte, und evtl. auch für Mutti samt Anhang!)
    Sollte die Abstimmung nur knapp für die GroKo ausgehen, wird man sehr genau nachsehen müssen – wenn man bedenkt wie die SPD mittels Steuergeldern Ideologieverbreiter sponsort (beinahe hätte ich geschrieben “einkauft”) – ob diese Entscheidung ohne offene Hände in denen Euronen landeten zustande kam!

    • oprantl says:

      “Bleibt nur die Hoffnung die SPD-Mitglieder sind klüger als die “Führung” der Partei und stimmen beim Mitgliederentscheid gegen die GroKo”

      Werter dentix07,
      was glauben Sie, warum bei Parteiabstimmungen die Stimmzähler immer schon vor deren Wahl fest stehen ?
      Wer schreibt, der bleibt
      Wer zählt, der bestimmt.
      Machen Sie die Anwesenheit von 2 Notaren bei Stimmauszählungen bei Parteieabstimmungen zur Pflicht, und sie werden feststellen, dass ab da die Ergebnisse nicht mit früheren Ergebnissen zu vergleichen sind. Und vor allem haben dann auch Gegenkandidaten wieder eine Chance.
      Die CSU hat sich vor Jahren geweigert, beim Zählvorgang einen Notar zuzulassen.

      Des Weiteren weise ich darauf hin (gelesen in der Achse), dass in der SPD sowohl Minderjährige, als auch Ausländer ohne deutsche Staatsbürgerschaft und ohne Wahlrecht mit abstimmen dürfen. Diese können bei knappem Ergebnis durchaus wahlentscheident sein.
      Mit Übersetzung (wie oben) heißt das, wir dürfen zwar wählen, aber zuletzt bestimmen Nicht-Wahlberechtigte, was dann aus dem Wahlergebnis wird. So “schützt” die SPD die Demokratie !

      Das angerufen Verfassungsgericht wird sich auch mit der Frage beschäftigen müssen, inwieweit Gegebenheiten der Parteien dem privaten oder dem öffentlichen Recht zuzuordnen sind, denn wenn Nicht-Wahlberechtigte durch die Hintertür mit faktischem Wahlrecht bei Parteiwahl ausgestattet werden, so ist das sicher nicht mehr im privaten Recht anzusiedeln.

      • Heinss says:

        Ich möchte dem noch nachtragen daß auch die rein formalen Abläufe bereits durch ihre Handhabung ergebnisbestimmend sind. Durch die rein organisatorischen Abläufe kann die Meinung der Abstimmenden auf bestimmte Verhältnisse “eingestellt” werden, so etwa über das Antrags- oder Redewesen. Das braucht nicht unbedingt ein Verfälschen mit Stift und Papier.

      • Sebastian says:

        Ist denn ein Mitgliederentscheid weniger demokratisch als ein Entscheid durch eine erlesene und durch langjährigen Parteidienst aufgestiegene Parteielite, die bereits ihre Seilschaften um sich geschart hat und in ihrer eigenen Welt lebt?
        (das ist eine rhetorische Frage)

    • St. Elmo says:

      Und ich hoffe das die Klagen gegen diesen Mitgliederentscheid vor dem BVerfG erfolgreich sind. Wir leben noch in einer parlamentarischen Demokratie und nicht in einem totalitären Parteienstaat.

      In meinen Augen verstößt dieser Mitgliederentscheid gegen GG Art. 38(1),und (eher theoretisch) gegen GG Art. 20(2).

      Begründung:

      laut GG Art. 38(1) Satz 2 sind die Bundestagsageordneten
      “… Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.”

      Ein Mitgliederentscheid würde die Abgeordneten aber zu Weisungsgebundenen Vertreter der SPD Mitglieder machen.

      In GG Art 20(2) steht
      “Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.”

      Mit “Volke” sind die deutschen (wahlberechtigten) Staatsbürger gemeint, aber SPD Mitglied können auch nicht deutsche werden und so könnten Bürger anderer Staaten Indirekt Einfluss auf den deutschen Bundestag und die deutsche Regierung ausüben, welcher ihnen laut GG nicht zusteht.
      Zwar dürfte dies Aufgrund des vergleichsweisen geringen Anteils nicht deutscher Mitglieder in den Parteien nur theoretisch gegeben sein. Aber in meinen Augen reicht diese theoretische Einflussnahme aus um hier gegen das GG zu verstoßen.

      Aber wenn der Herr Steinmeier etwas mehr Rückgrat hätte, dann müsste es dieses “Mitgliederentscheid” genannte Schmierentheater sowieso nicht geben.
      Dann hätte er bei der ersten Sitzung des Budestages einfach den aussichtsreichsten Kandidtaen zur Wahl des Bundeskanzler vorgeschlagen so wie es das GG in Art 63 vorsieht.

      Da hätten sich sicherlich genung Abgeordnete neben denen der CDU/CSU gefunden die Frau Merkel gewählt hätten.

  8. Tobias Hendry says:

    Mein Beileid! Deutschland, geachtet und missverstanden..unser grosser Kanton, es tut mir Leid, du bist am Ende! Infrastruktur am A, Bildung tiefste Provinz, Wissenschaft von Genderideologie entkernt, von illegalen Einwanderer überflutet, selbstbedienende Sesselkleber an der Macht. (Im Hintergrund läuft Wagner, etwas in Moll)

  9. Pingback: Grosse Koalition in Deutschland « maennergedanken

  10. eht says:

    Ach ja, es ist zum Weinen, dass Begriffe, wie auch in anderen Themenfeldern, munter durcheinander gewürfelt werden. Wenn schon Gleichstellung von männlich und weiblich (und bitte weiteren Geschlechtern???), sollte doch konsequent in allen Schulzweigen, einzelnen Berufen und auf einzelnen Qualifikationsstufen für eine 50-zu-50-Verteilung gesorgt werden. Also auch in Hauptschulen, bei Grundschullehrer/innen, Fertigungsmechaniker/innen und Maler/innen. Und bei der Feststellung von Kompetenzen künftiger Abteilungsleiter (männlich) sollten im Rahmen dienstlicher Beurteilungen a u c h Erfahrungen und Fähigkeiten aus Erziehung und Haushaltsführung (Staubsaugen, Kochen) berücksichtigt werden. Im Ernst: Natürlich werden in Erziehung und Pflege im Idealfall auch psychologische und pädagogische Kompetenzen ausgebildet. Die Frage ist eben nur, welches Gewicht sie im Vergleich zu fachlichen Kenntnissen und Erfahrungen haben sollen/dürfen. Da könnte es viel Interpretationsspielraum geben.

    • Heike Diefenbach says:

      Nein, es ist nicht “natürlich” so, dass in Erziehung und Pflege kompetenzen erworben werden, sondern bloß, wie Sie ja selbst schreiben “im Idealfall”. Kompetenzen fallen sozusagen manchmal bei manchen durch manches von allein an, gewöhnlich müssen sie aber systematisch aufgebaut und erworben werden (und damit meine nicht per se: durch Ausbildungswege, die mit irgendwelchen Papieren abgeschlossen werden!).

      Dessen ungeachtet ist die Frage, welche Tätigkeiten welche Kompetenzen erfordern. Pädagogische Kompetenzen z.B. braucht man, wenn man anderen etwas beibringen oder erklären soll. Bei sehr, sehr vielen Tätigkeiten ist das nicht der Fall bzw. nicht notwendig und insofern als Ressourcenverschwendung zu werten.

  11. Sebastian says:

    Erstmal vorab:
    Eine erneute GroKo ist Mist!

    Demzufolge begrüße ich jede berechtigte Kritik am Koalitionsvertrag.
    Dennoch sehe ich drei Punkte anders:
    1.: “Die Fähigkeit, verschnupften Kindern einen Tee zu kochen und den Arzt zu rufen, wird beförderungsrelevant. Wer Chef eines Bundesamts werden will, muss pflegen können oder als Tagesmutter gearbeitet haben. Fähigkeiten im Beruf sind zweitrangig.”

    Das ist so formuliert natürlich Unsinn. Erfahrungen sind “zu berücksichtigen”, steht im Vertrag. Entscheiden sollen und müssen die nicht. Dass soziale Kompetenzen (und nichts anderes ist Pflege und Kindererziehung) berücksichtigt werden, finde ich einen sehr interessanten Ansatz, zumindest in der Theorie. Vermutlich wird die GroKo daraus aber etwas machen, was mir am Ende zuwider läuft.

    2. “Auch 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts üben Wähler ein freies Wahlrecht aus und wählen nach Vorliebe und nicht nach Geschlecht.”

    Wenn es denn so wäre. Tatsache ist aber, dass Frauen von den Parteien seltener als Kandidaten aufgestellt werden und in den Listen weiter unten liegen. Die Ursache für den niedrigen Frauenanteil liegt nicht am vermeintlichen Wählerwillen, sondern an der Vorauswahl der Parteien – und das ist durchaus ein ändernswerter Missstand.
    Das kann man übrigens genau so auch für die Repräsentation von Berufsgruppen bzw. sozialen Schichten sagen. Aber diesbezüglich befindet sich die Repräsentation im Sinne eines Querschnitts der Bevölkerung leider seit Jahrzehnten auf dem Rückzug.

    3. “Fehler: Es geht nicht um eine gerechte Partizipation, sondern um das Gegenteil davon, eine gleiche Verteilung von Ämtern und Positionen, nach Geschlecht und nicht nach Einsatz, Motivation, Leistung, Können …”

    Das gibt der zitierte Vertragstext nicht her! Da steht was von einer verstärkten Förderung von Frauen für politische Ämter. Von Zwang und Quoten ist da keine Rede. Auch nicht davon, dass die bestehenden Parteiverfahren durch Vorschriften geändert werden sollen.
    Dass die GroKo ausgerechnet hier Ernst macht und Quoten vorschreibt, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen.


    Ansonsten sehe ich das Problem durchaus ähnlich:
    Bei aller gebotenen Förderung von Frauen, zur Not auch mit Zwang, wenn patriarchalische Einstellungen nicht anders zurückgedrängt werden können, kann man natürlich leicht über das Ziel hinausschießen. Für eine Frauenquote in egal welcher Höhe müssen sich auch geeignete Kandidaten finden. Das kann besonders auf “dem Land” bei Familienbetrieben problematisch werden.
    Auch der ganze Gender-Schwachsinn ist eher dazu geeignet, Ressentiments gegen die Gleichberechtigung zu schüren als Akzeptanz. Allein diese Sprachverhunzung mit *_/ und dergleichen geht vielen auf die Nerven.


    “FAKE NEWS: Eine längst als nicht existent erwiesene Entgeltlücke wird hier behauptet und zur Grundlage von Bundespolitik gemacht.”

    Die mir vorliegenden Informationen sprechen von einer Entgeltlücke von 6 – 7 %. Sollten das Fake News sein, würde ich mich über eine entsprechende Quelle freuen.

    • Tobias Hendry says:

      Suchen Sie in ScienceFiles nach gender pay gap, dort finden Sie alles darüber. MfG.

    • Tom G. says:

      “Die mir vorliegenden Informationen sprechen von einer Entgeltlücke von 6 – 7 %. Sollten das Fake News sein, würde ich mich über eine entsprechende Quelle freuen.”

      Es wird gerne “vergessen” das Statistische Bundesamt korrekt zu zitieren. Nach den 6 % geht es nämlich noch weiter, in der Pressemitteilung 094/17 v. 14.03.2017 heißt es z.B.:

      “Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass der bereinigte Gender Pay Gap möglicherweise geringer ausgefallen wäre, wenn weitere lohnrelevante Einflussfaktoren für die statistischen Analysen zur Verfügung gestanden hätten. So lagen beispielsweise zu den familienbedingten Erwerbsunterbrechungen keine Informationen vor.”

      Im Detail kann man das in entsprechenden Publikationen des Statistischen Bundesamtes natürlich auch nachlesen. Datengrundlage ist dabei die sog. Verdienststrukturerhebung, die die Einflussfaktoren tatsächlich nicht enthält.

      Berechnungen zum Gender Pay Gap wurden aber auch schon auf Basis des Sozioökonomischen Panels (SOEP) durchgeführt, in dem entsprechende Faktoren enthalten sind. Der bereinigte Gender Pay Gap reduziert sich dann auf etwa 2 %. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass es sich bei den 6 % oder 2 % um den unerklärten Rest handelt und nicht automatisch um eine geschlechtsspezifische Benachteiligung!

      Nachlesen kann man das z. B. bei

      Boll und Leppin (2015): Die geschlechtsspezifische Lohnlücke in Deutschland: Umfang, Ursachen und Interpretation. In: Wirtschaftsdienst 95 (4), S. 249–254.

      • Sebastian says:

        Vielen Dank für diese sehr wertvolle Quelle!

        Sie bietet eine deutlich besser differenzierte Auswertung als die kolpotierten 22 bzw. 6 % von destatis.

        ” dass es sich bei den 6 % oder 2 % um den unerklärten Rest handelt und nicht automatisch um eine geschlechtsspezifische Benachteiligung!”

        Das stimmt. Auf der anderen Seite schreiben Boll und Leppin aber auch, dass ein Teil der *erklärten* Lohnlücke auf Diskriminierung beruhen kann:

        “Zum einen kann sich auch in den Ausstattungsmerkmalen Diskriminierung verbergen. So können Frauen beim Zugang zu Führungspositionen behindert sein und profitieren dann nicht von den mit diesem Merkmal verbundenen Lohnprämien. Diese Tatsache führt tendenziell zu einer Unterschätzung von Diskriminierung.”

        Um eine Aussage über die Lohndiskriminierung zu treffen, muss man also 0 bis 2,3 % der unerklärten Lohnlücke und 0 bis 3,7 % aus der unterschiedlichen Stellung im Beruf addieren. Spielt die Berufserfahrung auch noch eine Rolle (Rollenbilder, die der Frau die Kindererziehung aufs Auge drücken, Ehegattensplitting, Bezahlung nach ‘Dienstjahren’), dann kommen noch einmal 0 bis 5,6 % hinzu.
        Die diskriminierungsbedingte Lohnlücke liegt demnach bei 0 bis 6 % bzw. bei 0 bis 11,6 %.

        Dass davon ausgerechnet die 0 % richtig sind (“nichtexistente Lohnlücke”), halte ich für extrem unwahrscheinlich.

        • KaRa says:

          @Sebastian:
          Wenn Frauen im Vergleich zu Männern für die gleiche Arbeit grundsätzlich schlechter bezahlt werden, müssten die Arbeitgeber dann nicht (gerade in der heutigen Zeit, in der Kostenersparnis solch eine große Rolle spielt und wo um jeden Prozentpunkt Lohnerhöhungen gekämpft wird ) nur noch Frauen einstellen?

          Warum sollten sie die teureren Männer einstellen, wenn sie doch die gleiche Leistung von billigeren Frauen haben könnten?
          Ein Unternehmer der dies erkannt hätte, könnte seine Waren/Dienstleistungen billiger anbieten, hätte mehr Gewinn und der Vorsprung vor der Konkurrenz wäre enorm.Die Unternehmer sind auf dem Gebiet der Gewinnmaximierung entweder plötzlich vollkommen blind, oder die Situation der Lohndiskriminierung besteht nicht.
          Ebenso müßten die Arbeitgerichte von Klagen der Betroffenen überhäuft werden.

          Außerdem:
          Wie viele Personen leben vom Einkommen eines Mannes
          und wie viele Personen leben vom Einkommen einer Frau?

        • Baalmcdohl says:

          Es kann sich um Diskriminierung handeln. Oder um den Einfluss von Marsmenschen. Es ist schwierig Dinge festzustellen, die man nicht gemessen hat. Was man zum Beispiel nicht gemessen hat ist Arbeitseinsatz und Leistung. Ich behaupte, die Lohnlücke beruht auf diesen Variablen, sie glauben an Diskriminierung. Was ist jetzt wahrer?

        • Heike Diefenbach says:

          Ja, sehr vieles KANN sein, und fast nichts ist unmöglich.

          Wenn in der Wissenschaft spekuliert wird, dann ist das aber kein Ersatz für eine Behauptung (darüber, dass das wohl auch so ist), sondern bestenfalls eine Aufforderung zu mehr und neuer Forschung (wenn es nicht ohnhin ein Andienen an den politischen Financier ist):

          es bedeutet, dass es eine Möglichkeit gibt, die bislang ungeprüft geblieben ist. Es bedeutet nicht, dass man die vorliegenden Ergebnisse getrost ignorieren oder bezweifeln darf.

          Und die Ergebnisse, die vorliegen, weisen eben nicht auf Diskriminierung hin.

          Darüber hinaus werden hier logische Fehler gemacht:

          “So können Frauen beim Zugang zu Führungspositionen behindert sein und profitieren dann nicht von den mit diesem Merkmal verbundenen Lohnprämien. Diese Tatsache führt tendenziell zu einer Unterschätzung von Diskriminierung.”

          Wenn eine angeblich vorhandene Diskriminierung einen bestimmten Effekt hat, dann hat sie diesen Effekt. Aber dadurch wird nicht die Diskriminierung größer. Sie ist und bleibt diejenige, die belegt werden kann; sie wird nicht dadurch irgendwie anders oder größer, dass sie ihrerseits Folgen zeitigt.

          Wäre dies so, so müsste man zumindest auch die prinzipiell möglichen positiven Folgen der angeblichen Diskriminierung (z.B. weniger psychische Belastung durch weniger Verantwortlichkeiten) berücksichtigen, und die müssten nach der verqueren Logik von Boll und Leppin dann die Diskriminierung VERRINGERN.

          Wie fänden Sie dieses Argument? Würden Sie ihm dann auch noch zustimmen? Oder sind Sie lediglich ideologisch bereit, dem Argument zuzustimmen, wenn es benutzt wird, um die angebliche Diskriminierung als (noch) größer darzustellen?!

          Und warum, bitte, sollten “Rollenbilder”, die ihre Effekte haben, als “Diskriminierung” angesehen werden? Weil bestimmte Leute die Rollenbilder nicht gut finden, weil sie Effekte haben, die diese Leute nicht gut finden? Was soll das denn?!

    • Heike Diefenbach says:

      @Sebastian

      Ihre Behauptungen sind sämtlich unbelegt, teilweise bereits widerlegt.

      Und Ihr persönlicher Geschmack (” Dass soziale Kompetenzen (und nichts anderes ist Pflege und Kindererziehung) berücksichtigt werden, finde ich einen sehr interessanten Ansatz, zumindest in der Theorie”) ist zu respektieren, aber mehr nicht. Ich z.B. weiß nicht, warum das ein “interessanter Ansatz” sein sollte.

      Und was, bitte, soll denn “soziale Kompetenz” mit Pflege oder Kindererziehung zu tun haben? Haben Sie ernsthaft den Eindruck, dass das derzeit beobachtbare Verhalten der Mehrheit von Kindern auf die Vermittlung von “soziale Kompetenz” oder auf das Vorhandensein “sozialer Kompetenz” bei den Eltern schließen lässt? Ich nicht.

      Aber das ist ja auch egal. “Soziale Kompetenz” kann man sicherlich überall erwerben, wo man es mit Menschen zu tun hat, es geht nämlich dabei einfach nur um Erfahrungen, die man im Umgang mit anderne Leuten macht. Diese macht man am Arbeitsplatz unweigerlich ….

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