Die erfasste Kriminalität in Deutschland fällt nicht: Sie steigt.

Die Diskussion darüber, wer denn nun im Hinblick auf das „wahre Ausmaß“ an Kriminalität in Deutschland Recht hat und wer nicht, ist müßig, wie die folgenden Darstellungen zeigen, die wir aus den Zeitreihen des Bundeskriminalamts zusammengestellt haben. Die Abbildungen machen deutlich, dass die erfasste Kriminalität in Deutschland seit 1987 sprunghaft gestiegen ist. Selbst wenn man einrechnet, dass nach dem Anschluss der BRD an die DDR ein mehr an Kriminalität durch ein mehr an Bevölkerung bedingt ist, ist dies nur ein Teil der Erklärung für den Anstieg, der in den folgenden Abbildungen dargestellt ist.

Wir haben die Anstiege auf Grundlage der erfassten Straftaten für die Jahre 1990 (als erstem Vereinigungsjahr) und 2017 in Prozentwerten erfasst. Das Ergebnis ist … nun ja, heftig:

  • Straftaten gegen das Leben: +5,8%
  • Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung: +49,1%
  • Rohheitsdelikte: +152,0%
  • …Darunter:
  • …Raub: +10,6%
  • …Körperverletzung insgesamt: +161,6%
  •     Schwere Körperverletzung: +166,3%
  • … Straftaten gegen die persönliche Freiheit: 195,4%
  • Diebstahl:
  • …einfacher Diebstahl: +0,8%
  • …schwerer Diebstahl: -39,4%
  • Vermögens-/Fälschungsdelikte: +137,2%
  • …Darunter
  • …Betrug: +150,2%
  • …Erschleichen von Leistungen: +246,0%
  • Sonstige Straftatbestände: +60,0%
  • …Darunter:
  • …Beleidigung: +171,9%
  • …Sachbeschädigung: +46,1%
  • Strafrechtliche Nebengesetze: +140,0%

Wer vor diesem Hintergrund von einem Rückgang der Kriminalität in Deutschland spricht, der hat ein Wahrnehmungsproblem oder er hat die Absicht, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen.

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13 Responses to Die erfasste Kriminalität in Deutschland fällt nicht: Sie steigt.

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  2. Karl says:

    Hierzu ist das Video von Red Pill Germany zusätzlich relevant: https://www.youtube.com/watch?v=WWNGIk0JVtg&feature=em-uploademail

  3. A. Behrens says:

    Hallo,

    könnten Sie noch einen gestapelten Chart machen? Dabei ließen sich die unterschiedlichen Mengen besser vergleichen.

    Ansonsten: Gab es zwischen 2004-2008 eine wichtige gesellschaftliche Veränderung? Seit dieser Zeit scheint die Entwicklung vieler Kriminalitätsbereiche zu stagnieren(*).

    Was aber schon deutlich wird: Die PKS ist offensichtlich Murks. Es werden absolute Zahlen aufgeführt, relevant ist aber eigentlich die relative Häufigkeit pro 100.000 Einwohner. Dann gäbe es vermutlich auch Beitritts-Sprung nach oben, sondern die Kriminalität würde durch den Beitritt eventuell zunächst sinken und dann auf BRD-Normalniveau zurückkehren.

    Viele Grüße

    (*) Gibt es ein besseres Wort wenn etwas schlechtes langsamer schlechter wird?

    • Michael Klein says:

      Es gibt in der PKS auch die sogenannten Häufigkeitszahlen. Von denen berichten wir das nächste Mal.

  4. Klingler says:

    Da man immer annehmen muss, dass die Politiker immer zu ihren Zweck Lügen verbreiten, muss davon ausgegangen werden, dass sie die Wahrheit sagen. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass wir von unseren allseits geliebten Politikern belogen werden. Es ist immer eine Betrachtungsweise. Und deren Betrachtungsweise, die immer ihren Interessen dient, ist immer richtig.

  5. allah ma lache says:

    Alles das geht dem Michel, der kaum noch bis 3 zählen kann ( sehe ich mir heutige “Abitur-Aufgabenstellungen an ” ) am Allerwertetsen vorbei. Mit Überschallgeschwindigkeit. Er müßte ob solcher Erkenntnisse ja anfangen zu denken. Das verursacht Kopfschmerzen. Die hat er schon vom Bier und den vielen Kippen beim Fussball.
    Also, weiter so.

    • Klingler says:

      Langsam habe ich den Eindruck, dass es sich manifestiert, alle die Fußball schauen, insbesondere die WM, sind desinteressiert am gesamten politischen Geschehen im Land. Fußball steht für Ignoranz und “Ich und meine Vierwände-tum”. Das finde ich wirklich Schade, denn so ist es bei vielen Nicht.

  6. Ben Palmer says:

    Bin gespannt, wie diese Statistik in Bezug auf die Gesamtbevölkerungszahlen aussieht.

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  8. Jakob Sparrov says:

    Da fehlen doch ein paar Delikte!
    Drogenhandel und Missbrauch!
    Das versaut jede Statistik!
    🙂

  9. Martin says:

    Ein Teil des Rückgangs des schweren Diebstahls 2017 wäre vielleicht hiermit erklärbar:

    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/bandenkriminalitaet-muenchner-polizei-deckt-europaweit-agierende-einbrecherbande-auf-1.3516785

    Wenn der Clan, wie beschrieben im Zeitraum eines Jahres (Sommer 2016 bis Mai 2017) für ein fünftel *aller* Wohnungseinbrüche (fällt unter schwerer Diebstahl) verantwortlich ist, dann dürften die Verhaftungen und Ermittlungen das Maß der Einbrüche im Rest 2017 tatsächlich deutlich verringert haben.

  10. diehassrede says:

    Man sollte dazu anmerken, dass es im Zeitraum 90,91,92 zahlreiche Unter bzw. Nacherfassungen gegeben hat. Daher der enorme Anstieg 92.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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