Es ist natürlich so, dass es bis heute keine wirkliche Umsetzung des Sozialismus gegeben hat. Alle Versuch, das Paradies auf Erden zu verwirklichen, die Sowjetunion, die DDR, China, Kambodscha, Mosambik, Angola, Kuba sind an der mangelhaften Ausführung der großartigen Idee gescheitert. Weil die vergangenen sozialistischen Versuche ausnahmslos im Ruin des vom (falschen) Sozialismus befallenen Landes oder mit der Flucht der Bürger aus dem sozialistischen Paradies geendet hat, weil Terrorherrschaft und Armut immer am Ende dessen gestanden haben, was als sozialistisches Heil begonnen hat, deshalb ist für die LINKE in Deutschland und anderswo, Venezuela so wichtig.
Für die Linken, die sich für moderne Linke halten, die mit der sozialistischen Vergangenheit nichts zu tun haben wollen, weil das angeblich kein „richtiger Sozialismus“ gewesen sein soll, für sie ist Venezuela sehr wichtig. Denn Venezuela sollte eigentlich der Beweis dafür sein, dass Sozialismus umsetzbar ist, also der richtige Sozialismus. Chavez stand für den richtigen, den modernen Sozialismus. Doch wie alle sozialistischen Versuche, so ist auch der angeblich „neue Sozialismus“ gescheitert. Venezuela ist nach nur zwei Jahrzehnten ruiniert, die Euphorie der Anfangsphase ist der Brutalität sozialistischer Diktatur unter Maduro gewichen. Die Honeymoon-Phase, wie Kristian Niemietz die ersten Jahre sozialistischer Herrschaft nennt, jene Phase, in der noch ein großer Grundstock an Wohlstand aus der kapitalistischen Vorgängergesellschaft vorhanden ist und noch nicht genug Zeit vergangen ist, um sozialistische Misswirtschaft voll zum Tragen zu bringen, sie ist längst vorbei. Der Honeymoon-Phase folgt nach nur kurzer Zeit die Realität des wirtschaftlichen Niedergangs. 20 Jahre hat es in Venezuela gedauert, dem Land, das auf mehr Erdöl sitzt als die Saudis und dennoch mit den Ärmsten unter den Ländern darum konkurriert, wer den größeren Bevölkerungsanteil unter die Armutsgrenze befördern kann, zu ruinieren.
Sozialismus schafft optimale Verhältnisse für Korruption, Planwirtschaft bläht die Verwaltung auf ein Maß, das jede Initiative erstickt, und außerdem ist es nicht möglich, die Zukunft zu planen, nach wie vor nicht, auch in Venezuela nicht.
Auch der nächste Versuch, Sozialismus zu leben, ist damit gescheitert, übrigens ganz ohne das Zutun der USA, denn deren Sanktionen sind nicht schuld daran, dass Venezuela vom reichen, zum bettelarmen Land geworden ist. Dass Linke es behaupten ist einfach dem psychologischen Bemühen geschuldet, die Schuld vor der Tür eines anderen abzuladen, jedenfalls nicht dort, wo sie hingehört, vor der des Sozialismus.
Der Text von Kristian Niemietz: Socialism’s Endless Refrain: This Time, Things Will Be Different, kann bei Quillette gelesen werden. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann auch das Buch „Socialism: The Failed Idea That Never Dies“ von Niemietz lesen.
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