Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum wissenschaftliche Artikel sich zunehmend dadurch auszeichnen, dass ganze Rudel von Autoren an ihnen geschrieben haben wollen?
Die Antwort für einen Teil der Rudel-Beträge. Es hat kein Rudel daran geschrieben.
Retraction watch berichtet von einer russischen Seiten, die die Autorenschaft an wissenschaftlichen Beiträgen verkauft. Bei 123mi.ru können Sie sich einen Traum erfüllen und auch einmal einen wissenschaftlichen Beitrag mit Ihrem Namen versehen sehen. Die Nachfrage nach den Leistungen von 123mi.ru floriert offensichtlich. Wie Retraction Watch berichtet, behauptet das russische Unternehmen in den letzten Jahren 10.000 Autorenschaften an 2.000 wissenschaftlichen Artikeln verkauft zu haben, nicht etwa in Russland, sondern in Westeuropa, Indien, Südamerika und den USA.
Das Geschäftsmodel baut auf Korruption, die von institutionalisierten Wissenschaftlern ausgeht. Da 123mi.ru verspricht, dass der Text, dessen Co-Autorenschaft man sich erkauft hat, zu 100% veröffentlicht wird, muss es sich bei den angebotenen Texten um solche handeln, die bereits zur Veröffentlichung angenommen wurden. Der oder die tatsächlichen Autoren bieten dann ihren Text bei 123mi.ru feil, um sich noch ein kleines Zubrot zu verdienen und begründen den oder die zusätzlichen Autoren damit, dass sie vergessen hätten, diese bei Einreichung des Manuskripts anzugeben. Das jedenfalls ist die Rekonstruktion von Rectraction Watch, die aus unserer Sicht in Teilen zutreffen mag, aber nicht zu erklären vermag, wieso bei manchen Artikeln bis zu 5 Ko-Autorenschaften verkauft werden.
Unter den Zeitschriften, in denen die wissenschaftlichen Texte veröffentlicht werden sollen, fällt eine Häufung von venezolanischen und indischen Zeitschriften auf, es finden sich aber auch holländische, US-amerikanische und britische Zeitschriften. Die Bereiche, in denen Ko-Autorenschaften verkauft werden, reichen von der Medizin und Tiermedizin, über die Sozialwissenschaften, Pädagogik und Ingenieurswissenschaften bis in die Landwirtschaft, die Informatik und besonders pikant: die Rechtswissenschaften.
Interessanter Weise finden sich eine Reihe von Angeboten aus dem Bereich der „Grievance Studies“, also der Jammerstudien, deren Mitglieder regelmäßig für sich eine Opferrolle reklamieren, in der sie sich zum einen einrichten, zum anderen auf ein hohes moralisches Ross setzen, um dann den Rest der Bevölkerung darüber zu belehren, wie man richtig lebt.
Cultural Studies und Gender Studies sind die Hauptaushängeschilder der Grievance-Studies und sie sind natürlich im Angebot bei 123mi.ru. Für 56.000 Rubel (792 Euro) bzw. 45.500 Rubel (636 Euro) gibt es eine Ko-Autorenschaft an erster Stelle für einen Beitrag aus dem Bereich der Cultural oder Gender Studies. Die höchsten Preise verlangt 123mi.ru für Beiträge aus den Ingenieurswissenschaften bzw. der Informatik: mindestens 66.000 Rubel (933 Euro) müssen Interessierte hinblättern.
Angeblich soll der Veröffentlichungsdruck, dem Jammer-Wissenschaftler nicht nur in den Jammer-Studien ausgesetzt sein wollen, dazu führen, dass derartige Angebote wie das von 123mi.ru florieren. Aber eine solche Erklärung vergisst die Angebotsseite, die Wissenschaftler, die eine Ko-Autorenschaft an ihren Beiträgen verkaufen, um Kasse zu machen. Hier wird kaum der Veröffentlichungsdruck Motiv sein, wohl eher Motive wie Macht und Bereicherung.
Ob durch diese Praxis ein großer Schaden entsteht, ist dagegen fraglich. Für den individuellen Möchtegern-Wissenschaftler, der sich eine Veröffentlichung erkaufen konnte, wird sich vielleicht ein kleiner Nutzen feststellen lassen, aber angesichts des Schadens, den die Wissenschaft durch Gender Studies und Klimahysterie genommen hat, fällt dieser Schaden nicht ins Gewicht; anders formuliert: in Sodom und Gomorrha fällt Unmoralität nicht wirklich auf, und Moral ist eher hinderlich.
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Es gab doch eine Doku. im GEZ Tv über die heutigen Wissenschaftsmagazine.
Es geht nur UMS GELD!Ich glaub man sagte das über 90% Müll ist.Man kann den grössten Mist einreiche,niemand überprüft es!NIEMAND!Es geht alleine darum damit man sagen kann das die Arbeit in einem Wissenschaftsmagazin veröffentlicht wurde.
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