Der nächste Rezessions-Indikator: Auch DIW-Konjunkturbarometer bricht eingesponsert von Dipl. Ing. Lutz Ungermann 

Die Liste der Indizien dafür, dass die deutsche Wirtschaft in eine Rezession gerät, wird länger. Nach dem ifo-Index und dem IAB-Arbeitsmarktbarometer zeigt auch der DIW-Konjunkturbarometer eine deutliche Abwärtsbewegung.

„Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) sinkt im Juli weiter spürbar, auf nunmehr nur noch 90 Punkte – den tiefsten Stand seit gut sechseinhalb Jahren. Für das laufende dritte Quartal ist demnach ein Rückgang der hiesigen Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent zu erwarten. Das Konjunkturbarometer spiegelt damit wider, dass sich die Flaute in der Industrie zusehends festsetzt und mittlerweile gar auf die gesamte deutsche Wirtschaft ausstrahlt. „Die Auftragslage verschlechtert sich, die … Verbraucher werden skeptischer und selbst der bislang so robuste Arbeitsmarkt verliert an Fahrt – keine guten Aussichten für das laufende Quartal“, konstatiert DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen.“

Das DIW-Konjunkturbarometer ist der härtesten der drei genannten Indikatoren, denn seine Berechnung basiert auf der Schätzung wirtschaftlicher Entwicklung in unterschiedlichen Branchen auf der Grundlage vorhandener Daten für das jeweils vorausgehende Quartal. Die Datengrundlage ist relativ umfangreich und umfasst, die folgenden Indikatoren:

Produktionsindizes

  • Verarbeitendes Gewerbe
  • Energieversorgung
  • Bergbau, Steine Erden
  • Bauhauptgewerbe

Umsatzindizes

  • Ausbaugewerbe (vierteljährlich)
  • Reale Einzelhandelsumsätze
  • Großhandelsumsatz
  • Realer Umsatz im Gastgewerbe
  • Investitionsgütergewerbe, Umsatz Inland




Auftragseingänge

  • Verarbeitendes Gewerbe
  • Investitionsgütergewerbe

Andere Indikatoren

  • Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen
  • Großhandelspreise
  • ifo-Variable Geschäftserwartungen
  • Kassenmäßige Einnahmen bei der Mineralöl- und Umsatzsteuer

Der Absturz des DIW-Konjunkturindex ist bemerkenswert, wie die folgende Abbildung, die wir auf Grundlage der Daten des DIW erstellt haben, ausweist. Wie beim ifo-Index zeigt sich eine der Finanzkrise vergleichbare Entwicklung, die den DIW-Konjunkturindex seit dem vierten Quartal 2017 sinken sieht.

Deutlicher wird die Entwicklung, wenn man die Werte des DIW-Konjunkturbarometers für die jeweils aufeinanderfolgenden Quartale vergleicht. In der folgenden Abbildung haben wir das getan. Sie zeigt deutlich, dass sich der DIW-Konjunkturindex seit dem vierten Quartal 2017 kontinuierlich verschlechtert hat, zuletzt um jeweils mehr als 4 Index-Punkte.

Nun ist das DIW in den letzten Jahren stetig politisiert wurden und zwischenzeitlich zu einem domestizierten Bundes-Dackel geworden, der in jeder Hinsicht Männchen zu politischen Kommandos macht. Folglich finden sich in der Presseerklärung des DIW zwei Ursachen für den kontinuierlichen Rückgang des DIW-Konjunkturindex: Brexit und Trump, die beiden Lieblingsfeinde und Schuldigen für alles, was in Deutschland schiefläuft.

Dass der Rückgang mit deutschen Politiken, mit einer Energiewende zu tun haben könnte, die sich als Fass ohne Boden darstellt, die Konsumenten und Unternehmen in einer Weise belastet, die sich auf Investitionen und Kaufverhalten in gleicher Weise negativ auswirkt, davon hat man beim DIW offensichtlich noch nie gehört. Dass Nachfrage z.B. nach deutschen Finanzprodukten von anhaltenden Diskussionen um Verstaatlichung sicher nicht befördert wird, kommt den Verantwortlichen beim DIW eben sowenig in den Sinn wie sie es schaffen einen Zusammenhang zwischen zurückhaltender Auftragserteilung durch Unternehmen und der durch von Steuerzahlern finanzierte NGOs wie die Deutsche Umwelthilfe und ihrem politischen Arm der Grünen verursachten Unsicherheit, die sich mit dem Standort Deutschland und damit mit entsprechender Nachfrage verbindet, herzustellen.

Deutschland meandert immer tiefer in die Krise und hinterher wird wieder jeder behaupten, nicht zu wissen, what hit them.

Hätte der Brexit auch nur entfernt etwas mit den schlechten Konjunkturaussichten Deutschlands zu tun, die Bundesregierung wäre in vorderster Front, um das Problem „Backstop“ zu lösen und einen fairen Vertrag mit dem Vereinigten Königreich auszuhandeln  – oder? Und wenn die Handelspolitik von Donald Trump sich so negativ auf die deutsche Wirtschaft auswirken würde, wie es das DIW behauptet, dann würde sich die deutsche Bundesregierung doch mit Sicherheit um eine Verbesserung der deutsch-amerikanischen Beziehungen bemühen – oder … oder sollte man annehmen, dass die deutsche Bundesregierung eine Kamikaze-Strategie verfolgt, den wirtschaftlichen Selbstmord eines Landes plant?


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