Anti-diverse Naivität: Sie sind so beschränkt im Denken, dass es weh tut, die Ergebnisse davon zu lesen

Ein Leser schreibt:

“Guten Tag, könnten Sie bitte mal die in diesem XING-Beitrag verlinkten “Studien” unter die Lupe nehmen?

https://www.xing.com/news/insiders/articles/diversity-day-warum-alte-deutsche-haudegen-und-die-generation-woke-ofter-mal-zusammen-filterkaffee-trinken-sollten-4012036

Freundliche Grüße

Hinweise, Bitten, oder ist es eine Aufforderung, wie dieser erreichen uns stetig. Allen gehen wir nach, aus etlichen davon machen wir Texte auf ScienceFiles, so wie aus diesem Hinweis oder war es eine Aufforderung?

Der Link führt zu einem an Naivität und vermutlich auch Dummheit kaum zu überbietenden Text, den “Astrid Maier, Insider for Internet & Technology, Job & Karriere” verfasst und mit “Diversity Day: Warum alte deutsche Haudegen und die “Generation Woke” öfter mal zusammen Filterkaffee trinken sollten” überschrieben hat. Die Überschrift ist so bescheuert, wie der nachfolgende Text, dessen Inhalt schnell zusammengefasst ist: Diversität ist gut.

Unter Diversität versteht Maier, dass jeder, der sich in irgend eine Gruppe einordnen lässt, die ihr gerade einfällt, seinen Senf zu Themen geben kann, von denen die meisten nichts verstehen werden. Betrachten wir zunächst, was Maier unter “Diversität” versteht, also welche Gruppen ihr dazu einfallen:

  • Soziologen,
  • Eltern und Kinder,
  • Arbeitgeber,
  • Lehrerinnen,
  • Intensivmediziner,
  • ein paar Mütter,
  • SoziologInnen,
  • hungernde Künstler,
  • Männer und Frauen,
  • Junge und Alte,
  • Arme und Reiche
  • Zugezogene und Einheimische,
  • Heteros und LGBTIQ-Community,
  • Politiker,
  • Priesterinnen,
  • Juristen

Nicht zur Diversität, wie Maier sie kennt, gehören Populisten und Demagogen, obschon sie unweigerlich dazu beitragen, dass Vielfalt besteht, z.B. wenn es darum geht, die monotone Erzählung vom menschengemachten Klimawandel, der sich in seiner Facette der globalen Erwärmung einfach nicht einstellen will, wie die Modelle des IPCC das vorhersagen, zu diversifizieren. Aber genau das will Maier nicht, denn wenn Demagogen und Populisten beteiligt werden dann “können wir die Welt [nicht] retten”. Kleiner hat sie es nicht, wie so viele, die ähnlich denkbehindert sind, wie Maier. Denkbehindert ist übrigens keine Beleidigung, sondern eine Deskription, die sich aus der Beobachtung ergibt, dass Maier nicht in der Lage ist, Transferaufgaben zu lösen, etwas, was sie in einem Bereich in einem apodiktischen Ausmaß behauptet, das Milton Rokeach entzückt hätte (vielleicht auch nicht), das sie im anderen Bereich aber nicht zulassen will.

Diversität rettet die Welt, so behauptet Müller.

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Diversität, so erzählt sie in hausbackener Hausfräulichkeit, entstehe dadurch, dass “Männer und Frauen gleichberechtigt” seien, “dass Junge und Alte zum Zuge kommen”, dass “Arm und Reich gefragt sind”, dass, in unseren Worten, sie sich alle bei den Händen fassen und Ringelreihen tanzen, ohne sich zuvor über die Richtung auszutauschen. Leute wie Maier, die offenkundig nur dazu in der Lage sind, in krudesten Kategorien zu denken und die es schaffen, sich davon zu überzeugen, dass eine Klassenbezeichnung wie “Alte” oder “Junge”, wie “Männer” oder “Frauen”, wie “Hetero” oder “LGBTIQ-Community” auch nur annähernd so etwas abbilden würde, wie “Diversity”, sind denkbehindert. Wie jeder Statistiker weiß, der in seinem Leben schon einmal eine Verteilung gesehen hat und wie jeder Mensch, der mit normalen Menschenverstand ausgestattet ist, aus eigener Anschauung wissen kann, sind die Unterschiede innerhalb von Gruppen IMMER größer als die Unterschiede zwischen Gruppen. Es mag trendy sein, Alte gegen Junge ausspielen zu wollen. Aber die Gruppe der Jungen ist mitnichten homogen. Es gibt viel mehr Verbindungen zwischen EINZELNEN Mitgliedern derjenigen, die Maier in die Gruppe der Alten sperren will, mit EINZELNEN in der Gruppe, die Maier in der Gruppe der Jungen kaserniert, um eine Homogenierung von Interessen vorzunehmen, weil sie schlicht nicht in der Lage ist, mit der tatsächlichen Diversität fertigzuwerden, als zwischen beiden Gruppen.

Deshalb muss ALLEN Jungen unterstellt werden, sie hätten gleiche Interessen und allen Männern muss unterstellt werden, sie seien alle gleich und deshalb muss auf Ebene der Gruppen nach Gleichberechtigung gerufen werden, eine Form von Dummheit oder Wahnsinn Sondersgleichen, denn Gerechtigkeit ist ein INDIVIDUELLES Konzept. Es gibt keine Gruppengerechtigkeit. Es gibt nur Gerechtigkeit für Individuen. Wenn A mehr leistet als B, dann muss A auch mehr Auszahlung für seine Leistung erhalten als B. Das ist Gerechtigkeit in a nutshell. Gruppengerechtigkeit kann es schon deshalb nicht geben, weil Gruppen als solche nicht existent sind. Es gibt sie nur als sprachliche Agglomeration der unterschiedlichsten Individuen, nicht als Gruppe an sich. Zu Gruppen werden sie nur von Ideologen stilisiert, die sich weigern, der Diversität der Welt auch nur ansatzweise Rechnung zu tragen, die das gar nicht können, weil ihre Ideologie zu rudimentär, zu primitiv ist, als dass es ihr möglich wäre, den Reichtum individuellen Lebens auch nur annähernd zu erfassen. 

Aber damit nicht genug, ereifert sich Maier doch, dass Populisten und Demagogen der “Vielfalt ein Ende bereiten” wollten. Warum? Weil sie der Einheitsrede vom Klimawandel, deren monologes Apodiktum alles, nur keine Diversität, alles, nur keine Wissenschaft ist, nicht zustimmen. Und wer dieser Anti-Diversität der Meinung, der Maier unbeirrt in ihrer Lobhudelei auf Diversität huldigt, nicht huldigt, der ist falsch, ist Demagoge ist Populist, ist Ausdruck gelebter Meinungsdiversität. Aber schlichte Gemüter sind mit dieser einfachen Wahrheit natürlich überfordert. 

Das bringt uns zurück zu der Zusammenstellung der Diversität, wie sie im Kopf von Maier vorkommt. Die Liste ist eine Vollerhebung der Beispiele von Diversität, die Maier nennt. Was fällt auf? Die Diversität ist doch arg borniert. Es gibt keine Polizisten, keine Soldaten, keine Lieferanten, keine Kassierer, keine Bankangestellten, keine Dachdecker, keine Elektriker, keine Maurer, all diese seltsamen Menschen, die mit ihren Händen arbeiten und deren Existenz Mitglieder der prekären Mittelschicht, die sich lieber im Zimmer einschließen, als dass sie mit einem Kumpel, der von der Schicht zurückkommt, ein Bier trinken würden, leugnen, sie kommen in der Diversität der Einheitsmeinenden nicht vor. Die Welt, die Maier retten will, sie ist offenkundig nicht die Welt von Gärtner Pöschke, Bäcker Bachtler oder Winzer Anselmann. Es ist die Traumwelt, in die sich die Prekären, diejenigen, die ob fehlendem Nachweis der Sinnhaftigkeit eigener Tätigkeit verzweifelt sind, flüchten, um von dort aus und um sich selbst von ihrer Existenz zu überzeugen, das zu predigen, was alle predigen, den Stumpfsinn zu verbreiten, den die meisten in ihrem geteilten Echozimmer verbreiten, das nachzuplappern, was andere vorplappern, nur nicht außer der Reihe denken, denn wer anders denkt, wer die Einheitsmeinung und die politisch korrekte Vorgabe verlässt, darauf pfeifft, der ist ein Demagoge, ein Verschwörungstheoretiker, ein Populist, einer, dessen diverse Gedanken diese armen Würmer nicht ertragen können.

Der Begriff “Populist” kommt in solchen Kontexten unabwendbar vor. Er beschreibt die große Angst derer, die ihn verwenden, eine Angst, die aus der Gewissheit gespeist wird, sich mit den eigenen abstrusen Ideen und Überzeugungen in der Minderheit zu befinden, denn populistisch kann eine Idee nur sein, wenn sie viele Anhänger findet, Populist kann nur sein, wer nicht bei Xing armselige Beiträge absondern muss, in denen er das zum Besten gibt, was ein beliebig anderer Austauschbarer aus der prekären Mittelschicht auch von sich gegeben hätte. 

Maier beklagt sich zum Ende ihres Beitrags, dass Leute die “Vielfalt der Gedanken” nicht zulassen würden. Dieselbe Maier, die Angst vor der Vielfalt der Gedanken, wie sie von denen geäußert werden, die sie zu Populisten und Demagogen etikettiert, hat. Und sie merkt nichts dabei.

Deshalb unsere Feststellung von oben: denkbehindert!

Noch ein Wort zu den von unserem Leser angesprochenen “Studien”, wir konnten im ganzen Text von Maier weder Ergebnisse von Studien noch Hinweise auf solche finden. Was wir gefunden haben, sind zwei Links, einer zu einem Online Test, mit dem “implizite Annahmen” erkundet werden sollen, also Annahmen, von denen Sie zwar nicht wissen, dass Sie sie haben, von denen sich aber diejenigen, die diesen “Test” entwickelt haben, überzeugt haben, dass sie (a) vorhanden sind und (b) durch ihren blödsinnigen standardisierten Fragebogen erkannt werden können. Das ist so etwas wie Voodoo an Hochschulen und hat viel mit treudoofem Glauben und nichts mit Wissenschaft zu tun. Was wir zudem gefunden haben, ist das Buch “Think Again” von Adam Grant, eine Art Lebenshilfe für Linksintellektuelle, die mit demselben nicht zurecht kommen. Nichts, was man gelesen haben muss und sicherlich nichts, aus dem man einen nachhaltigen (!sic) Nutzen ziehen kann. Eher etwas, aus dem Grant einen kurzfristigen (finanziellen) Nutzen per Ausnutzung der Naivität anderer ziehen kann.

Alles andere hätte uns auch, ehrlich gesagt, gewundert. Dass wir uns mit einem solchen Blödsinn überhaupt befassen, das ist unser Zugeständnis an die “Diversität der Gedanken”. Letztere sind bekanntlich frei, dass sie auch intelligent oder gar sinnvoll oder gar eigenständig erdacht sind, das hat niemand gesagt.



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