Polit-Zombies: „Prädestiniert für totalitäre Lösungen“

Man soll es nicht glauben, was man in alten Büchern alles findet:

„Das potentiell gefährlichste Syndrom, den ‚Manipulativen‘ kennzeichnet extreme Stereotypie: starre Begriffe werden zu Zwecken statt Mitteln, und die ganze Welt ist in leere, schematische, administrative Felder eingeteilt. Objektkathexis und emotionelle Beziehungen fehlen fast ganz. Hat das Syndrom des „Spinners“ etwas Paranoides, so das des „Manipulativen“ etwas Schizophrenes. Jedoch resultiert der Bruch zwischen innerer und äußerer Welt in diesem Fall nicht in der üblichen „Introversion“, sondern eher im Gegenteil in einer Art zwanghaftem Überrealismus, der alles und jeden als Objekt betrachtet, das gehandhabt, manipuliert und nach eigenem theoretischen und praktischen Schablonen erfasst werden muss. Alles Technische, alle Dinge, die als ‚Werkzeug‘ benutzt werden können, sind mit Libido belastet…“

Das hat fast 75 Jahre auf dem Buckel und passt doch wie die Faust aufs Auge der Zeit, in der wir leben.

Aber es kommt noch besser, denn es folgt die Beschreibung deutscher Politiker:

„Ihre nüchterne Intelligenz und die fast komplette Absenz von Affekten macht sie wohl zu denen, die keine Gnade kennen. Da sie alles mit den Augen des Organisators sehen, sind sie prädisponiert für totalitäre Lösungen. Ihr Ziel ist eher die Konstruktion von Gaskammern als das Pogrom. Sie brauchen die Juden nicht einmal zu hassen, sie ‚erledigen‘ ihre Opfer auf administrativem Wege, ohne mit ihnen persönlich in Berührung zu kommen. … Ihr Zynismus ist nahezu perfekt; ‚die Judenfrage wird strikt legal gelöst‘, lautet ihre Version vom gnadenlosen Pogrom. Die Juden irritieren sie; denn deren angeblicher Individualismus fordert ihre Stereotypie heraus, und sie spüren bei den Juden eine neurotische Überbetonung eben der menschlichen Beziehungen, die ihnen selbst fehlen. Die Gegenüberstellung von Eigengruppe und Fremdgruppe wird zum Prinzip, nach dem sie die ganze Welt abstrakt ordnen.“

Wenn man den gut 75 Jahre alten Text etwas anpasst, die „nüchterne Intelligenz“ etwa durch absurde Einbildung über eigene Intelligenz, Juden mit Covidioten oder mit Menschen ersetzt, die denen, die heute ihre, von keinerlei menschlicher Empathie getragene ganz legale Lösung umsetzen wollen, ein Dorn im Auge sind, dann wirkt er sehr aktuell. Man denke nur an die Hatespeech-Frage oder die Versuche der Entfernung von politischen Oppositionellen aus der Gesellschaft, die  Instrumentalisierung von Gerichten im Rahmen der neuen „ganz legalen Lösungen“, um die Endlösung, die den derzeitigen Polit-Zombies vorschwebt, leichter durchführen zu können, und man muss feststellen, dass zwischen den heutigen Polit-Zombies und den oben beschriebenen, wenig Unterschied auffindbar ist.

Auch heutige Polit-Zombies sind vollkommen affektlos, verbinden keinerlei Empfinden mit ihrem Ruf nach mehr Waffen oder dem Zwang, mit dem sie individuelle Freiheitsgrenzen überschreiten wollen, um nicht Gefügige mit einem experimentelle Spritzmittel zu behandeln. Zu den oben beschriebenen, historischen „Politikern“ bestehen nur marginale Unterschiede im Denken, aber derzeit noch erhebliche Unterschiede im Handeln. „Noch“ ist das entscheidende Wort, denn da auch sie „alles mit den Augen des Organisators sehen“, in Mitmenschen bestenfalls Figuren, die man nach Belieben auf dem Spielbrett der Gesellschaft, schlechtestenfalls Hindernisse auf dem Weg zu ihrem je spezifischen kollektiven Heil erkennen können, „sind sie prädisponiert für totalitäre Lösungen“.

Diese Lösungen sind nur eine Frage der Zeit.
Wie immer, wenn sich Sozialisten in Regierungen einfinden.

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Und natürlich ist auch die Beschreibung der emotionalen Leere dieser Technokraten sehr aktuell, entspricht dem, was wir mit dem Begriff „Polit-Zombie“ zum Ausdruck bringen: Personen, die für ihre ideologischen Ziele jedes Handlungs-Maß verloren haben und über Leichen gehen, wenn es dem Erreichen des gloriosen und hoffnungslos verklärten Zieles, auf das sie ausgerichtet, wenn nicht programmiert wurden, nützlich ist.

Die zitierten Zeilen stammen übrigens von Theodor W. Adorno. Er hat sie im Kapitel „VI Typen und Syndrome“ in den von ihm herausgegebenen „Studien zum autoritären Charakter“ (Frankfurt: Suhrkamp) formuliert.


 

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8Comments

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  1. 1
    Michael

    Puh, danke für diese Darstellung. Interessant zu sehen, dass auch auf der reflektierenden Ebene Parallelen zwischen heute und damals gezogen werden können.

    Zu einem Aspekte hätte ich Diskussionsbedarf: Und zwar zum Begriff „Sozialisten“. Ich komme drauf, weil die angeführten Eigenschaften nach meiner Beobachtung auch auf etlichen Menschen passen, die sich selbst als eher konservativ, demokratisch, freiheitlich sehen würden. Und sich keinesfalls in einer linken Ecke verorten würden. Dieser Aspekt scheint mir für die Debatte insofern wichtig zu sein, damit diese Nicht-Sozialisten-Sozialisten nicht unter dem Radar fliegen.

    • 2
      konerad

      Mir fällt da schlagartig ein Satz von Norbert Bolz ein: „Das Gutmenschentum ist verrückt gewordenes Christentum“.
      Den Sozialismus sehe ich als menschenfeindliche Ideologie, die gut getarnt hinter dem Wort sozial agiert. Die Ziele sind immer gegen das menschliche Wesen, Moral, Ehe, Familie, Privateigentum. Er entweibt die Frauen und macht sie mental zu Arbeiterinnen. Er zerstört damit eine vernünftige Entwicklung der Völker, zerstört die Grundlagen der Renten-Umlage und hat mit der Durchsetzung der Abtreibung – 15 Millionen verhinderte Geburten – den jetzigen Personal- und Genie- und Umlagezahlermangel bewirkt.

      Xi Jinping muß man nicht mögen, aber er beklagt für China 400 Millionen fehlende Geburten. Weil dort wegen der Ein-Kind-Politik und der auch dort „grassierenden“ Vorliebe für einen Stammhalter ein „vorwitziges“ Mädchen eben abgetrieben wurde, gehe ich davon aus, daß 300 Millionen Mädchen abgetrieben worden sind. Jetzt fehlen 200 Million Frauen.
      Wie es zu einem Alten-Überhang kommt, läßt sich leicht darstellen.
      XY XY XY XY
      X Y X Y
      X Y
      X/Y
      Jedes Weib (jetzt Frau) muß 2,14 Kinder haben, um ein Volk stabil zu halten. Ein Drittel wird bei uns verhütet oder abgetrieben. Würde ein Monarch auch so eine Politik betreiben? Ich bin immer noch Demokrat.

  2. 3
    Martin M.

    Die Quintessenz bleibt, wir erleben nicht Unsere aller Wolken-Kuckucksheim ohne Hass und Ausgrenzung und alle Menschen werden in dieser Traumwelt Brüder und fliegen mit Flugtaxis, alles umsonst…
    Sondern weiter; “willst du nicht mein Bruder sein, schlag ich dir die Fresse ein” wie im Sozialismus übrig.
    Guten Sonntag

  3. 5
    ingres

    Das ist interessant. Ich hätte ja nicht gedacht, dass man etwas von Adorno verstehen könnte. Ich kenne aber auch nur 2 Sachen und die eine, nicht wirklich von ihm.
    Aber halt nein, ich kenne noch eine 3. Aber das hat er ja mit Horkheimer zusammen geschrieben, die „Dialektik der Aufklärung“. Und das habe ich schon verstanden (vor 45 Jahren immerhin) Aber da wurde er ja wohl duch Horkheimer diszipliniert.

    Das 1. , die „Negative Dialektik“ konnte ich nicht lesen (auch vor 45 Jahren). Ich habe einfach gedacht, dass es bedeutet, dass es eine Dialektik ist, die zu pessimistischen Erkenntnissen führt, aber ich weiß nicht, ob das stimmt. Vielleicht ist es aber eine Dialektik, die keine is. Nun ich brauchte es damals nicht zu verstehen. Es reichte, dass ich zusätzlich seine Ausführungen im Positivismusstreit verstand. Freilich schlug ich mich danals auf die Seite Poppers.

    Adorno selbst hat ja leider auch wieder totalitär gedacht, weil er die Totalität erfassen wollte, schlmmer aber, weil er glaubte, die Totalität erfassen zu können wenn man die richtige Einstellung hat. Wobei das alles ncht wirklich trifft. Adorno hatet eher die Einstellung, dass sich das Richtige, im richtigen Denken zeigen muß (das ist so ein wenig Wittgenstein) und dann wird die Welt von selbst richtig. Er läßt sich nicht auf Lösungne festlegen, weshalb er den praxisorientierten Popper mit seiner Stückwerkstechnologie wohl für einen Banausen hielt.
    Darin zeigt sich für mich tatsächlich etwas Richtiges.

    Aber bei Adorno wurde es aben doch wieder totalitär, da er implizit eine nicht explizierbare Methode für die Sozialwissenschaft (eben gegen Popper) postuliert. Man muß richtig denken, wobei ich das richtig nicht explizieren läßt. Aber das ist die marxistische These vom richtien Standpunkt (der Arbeiterklasse).

    Aber ich will das nicht weiter ausführen, auch wenn ich jetzt den Bogen zu Habermas und der 68-er Studentenbewegung schlagen könnte. Primitiv wie die Studenten, die konkrete Lösungen wollten war Adorno nicht. Dehalb ließ er ja mal räumen und Habermas (der zwielichtige Epigone) prägte den Begriff des „Linksfaschismus“. Aber damit genug zu Adorno.

    Jetzt zu Popper und das ist meine eigentliche Motivation, weshalb ich auf diesen Kommentar gekommen bin.

    Ich habe ja schon lange den Eindruck, dass die Wissenschaft stagniert. NIcht die Einzelerkenntnisse, die aber eher technischer Natur sind, die Technik stagniert eh nicht.

    Aber es gibt keine großen Würfe mehr (jedenfalls derzeit nicht). Dunkle Energie und Superstrings. Schön und gut, aber was ist das gegen die Durchbrüche von Galilei, Newton oder Einstein?

    Ja und so ist es auch in den Sozialwissenschaften. Die Klassiker sind die Giganten. Aristoteles, Platon, Macciavelli, Max Weber Gustave Le Bon, John Locke, die britischen Empiristen allgemein (Adam Smith, John Stuart Mill) usw. (für mich mittlerweile auch Alexis de Toqueville)

    In der Sozalwissenschaft kommt noch hinzu, dass seit Links nur noch die Ideologie regiert, obwohl die Klassiker auch hier unhintergehbare Wahrheiten geschaffen haben. So eben auch Adorno. Auch wenn ich Adorno (und damit die Frakfurter Schule) auch leider sehr kritisch sehen muß.

    PS: das mit dem Verlust neuer bahnbrechender Erkenntnisse in den Naturwisenschaften thematisiert auch ein gewisser John Horgan („An den Grenzen des Wissens“, 1996 im Original erschienen). Und genau das Buch habe ich vor mir liegen, weil ich das Interview mit Popper darin nochmal lesen will.

    Ich befasse mich damit, ob Popper wirklich koscher war oder ob er auch in die Vorbereitungen des Great Reset eingebunden war. Die London School of Economics spielt jedenfalls wohl eine Rolle darin. Und Popper hat die Utopie der (gezielten) Verbesserung der Welt (als Ex-Sozilalist) beibehalten. Ich hingegen war immer dafür, dass man es organisch laufen läßt, statt dem Reformismus zu huldigen. Vielleicht hat Popper aber auch nur (aus meiner Sicht) einen Fehelr gemacht.

    Ich habe bisher keine HInweise darauf, dass Popper etwas nit den Great Reset zu hat, wenn auch seine „Open Society“ dafür durch Soros mindestens mißbraucht wird. Aber ich bleibe am Ball.

    Bis jetzt aber ist Popper was seine Wissenschaftstheorie betrifft, ein wenig einer der Giganten, die nur noch schwer zu übertreffen sind. Und die für immer (die) Maßstäbe gesetzt haben.

    Deshalb, es geht nichts über die Klassiker, besonders in den Sozialwissenschaften. Und das insbesondere, weil diese fast vollständig primitivst und korrupt linksverseucht sind. Wobei sciencefiles in der Art die einzige Ausnahme ist, die ich kenne,

  4. 6
    monchichimitrosaschleife

    Es ist egal, ob der Täter, bzw. Cheftäter, der abstrakte, intelligente Sadist ist, den Adorno anhand einiger tatsächlicher Exemplare charakterisiert, oder ob es der grobschlächtig vorgehende, meist weniger intelligente Schläger und beiläufige Mörder ist, dessen gegenwärtig typischste Ausprägung der Antifant (also ein minimal umgekleideter SA-Mann und heute auch eine SA-Frau) ist und der als Expert*in für rechtsextreme Verschwörungsnarrative oder Ähnliches seine höchsten, intellektuellen Möglichkeiten entfaltet. Beide Typen, der auf „Sauberkeit“ bedachte Gaskammer-Entwerfer und der althergebrachte Pogromist, sind sadistisch veranlagt, werden aber unter modernen Bedingungen erst da wirklich gefährlich, wo sie ihre Qualifikationen einem totalitären Regime zur Verfügung stellen können. Dafür brauchen sie ein totalitäres Regime.

    Um ein solches Regime aufzubauen, scheint überraschend wenig an Verstand und Bildung nötig zu sein. Die Grüninskis und Grünilden machen fast sämtlich nicht den Eindruck, politisch auch nur von zwölf bis mittag denken zu können. Vor allem junge Grüne scheinen auch Produkte einer Bildungskatastrophe zu sein. Aber bitte, totalitär herrschen und im richtigen Moment die richtige, ideologische Begründung dafür ´raushauen, das können sie.

    Ein bisschen Zeitgeist, ein paar Propagandaschlagworte samt ihrer dürftigen, „intellektuellen“ Begründung (die z.B. das Bundesamt für Politische Bildung produziert), im Hintergrund einige Vordenker und Organisatoren, die wesentlich mehr als die sichtbaren Politiker dem von Adorno geschilderten Typus entsprechen, und schon ist das totalitäre System, in dem Soziopathen aufblühen, zumindest umrisshaft erstellt. Von da an kann es leicht bis in seine furchtbarsten Konsequenzen hinein umgesetzt werden.

  5. 7
    pantau

    Adorno hat mich immer fasziniert und abgestoßen, besonders fasziniert die minima moralia, deren Stil ich glaube von Walter Benjamin abgekupfert ist. Abgestoßen hat mich vor allem seine Hegel-Besessenheit. Nicht ohne Grund hat Schopenhauer geurteilt, Hegel-Lektüre würde das Denken und den Stil zerrütten.

  6. 8
    A.S.

    In dem Kontext wäre es auch interessant sich zu fragen, warum gerade (angeblich) hochgebildete Menschen so völlig unfähig zu dem Gedanken sind, dass die eigenen Machthaber vielleicht keine Freiheitskämpfer sein könnten.
    Während man beim „Kampf gegen Rechts“ noch etwas genauer hinschauen muss, war in der Coronazeit war die totalitäre Gesinnung so völlig offensichtlich, die Sprache ganz offen menschenverachtend und dass die Handlung Grenzen überschritten haben, bestreitet heute kaum noch jemand.
    Trotzdem führen die (angeblichen) Eliten keine Debatte über die Charaktere in der Politik, warum Politiker und ihre Medien so völlig kaltherzig und beratungresistent agiert haben.

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