„Gewaltbilligende“ AfD-Wähler: Die Uni Bielefeld als Wahlkampfhelfer

Andreas Zick macht Wahlkampf.
Und das nicht erst seit gestern.
Andreas Zick, der eine Professur für „Sozialisation“ an der Universität Bielefeld innehat, an der dortigen Fakultät für Erziehungswissenschaften, fungiert zudem als wissenschaftlicher Direktor des Instituts für interdisziplinäre Gewalt- und Konfliktforschung (IGK) und vermutlich, wenn Sie schon einmal etwas von Zick gehört haben, ist er Ihnen über diese Schiene bekannt gemacht oder zugemutet worden.

Das  IGK wurde 1996 explizit mit der Absicht gegründet, vermeintlich wissenschaftliche Ergebnisse einem breiten Publikum nahezubringen, nicht um diesem Publikum die Möglichkeit zu geben, sich ein eigenes Urteil zu bilden, sondern um diesem Publikum das richtige Urteil vorgeben zu können. Das ist natürlich unsere Interpretation, aber das, was aus dem IGK kommt, die Art und Weise, wie es aus dem IGK kommt und die Tatsache, dass Wilhelm Heitmeyer erster Direktor des IGK und maßgeblich an seiner Gründung beteiligt war, spricht für diese Interpretation. Schon Heitmeyer war mit dem, was er seine „Studien zum Rechtsextremismus“ genannt hat, der Stichwortgeber der politischen Linken, und Andreas Zick hat diese Funktion noch ausgebaut.

Er lässt seine „Forschung“ gleich von politischen Stiftungen wie der Friedrich-Ebert-Stiftung finanzieren, die von Zick Ergebnisse unter der Bezeichnung „Mitte-Studie“ geliefert bekommt, die sich wiederum hervorragend einsetzen lassen, um den politischen Gegner zu bekämpfen. Beim IGK läuft dies unter Drittmittelförderung. Tatsächlich sind es Steuergelder, die die politischen Parteien ihren politischen Vereinen, die zu Täuschungszwecken als „Stiftung“ bezeichnet werden, zuschanzen, damit diese politischen Vereine mit den Steuergeldern willfährige Akademiker wie Zick und seinen IGK-Mob dafür finanzieren, dass sie angebliche Forschung produzieren, die unter Vorgaukelung von Wissenschaftlichkeit benutzt werden kann, um – wie oben bereits gesagt – den politischen Gegner zu bekämpfen.

Das hat natürlich mit Lauterkeit und Wissenschaft nichts zu tun, ist vielmehr eine Form der politischen Prostitution. Aber jeder trifft eben die Wahlen, die er trifft.

Und in seiner Funktion als Wahlkampfhelfer für vornehmlich die SPD, denn die SPD zweckentfremdet über die Friedrich-Ebert-Stiftung Steuermittel für die Mitte-Studien, hat Andreas Zick gemeinsam mit Marco Eden, der beim IGK als „wissenschaftliche Hilfskraft“ geführt wird, sein Studium also noch nicht abgeschlossen hat, ein zehnseiten Papier produziert, das schon sprachlich seinen Ursprung bei Personen, die ihren Kampf mit der deutschen Sprache noch nicht erfolgreich beendet haben, offenbart. Aber nichts ist schlecht genug, als dass es nicht von den Journalistituierten aufgenommen wird, die auf der Suche nach Material gegen die AfD und die, die sie als „rechtsextrem“ bezeichnen, also alle, die nicht 100% so denken wie sie, jeden Mist aufgreifen und publizieren.

Quelle: IGK

Die Qualität der wissenschaftlichen Mitarbeiter an der Universität Bielefeld ist so, dass es keinen Unterschied macht, ob ein Professor oder eine wissenschaftliche Hilfskraft Autorenschaft reklammiert. Besser kann man den Verlust wissenschaftlicher Standards nicht mehr dokumentieren. Und natürlich muss man feststellen, dass die wissenschaftlichen Hilfskräfte immer älter werden und in ihrem Äußeren an die gute als Stamokap-Zeit, als die Liebknecht-Bärte so weit verbreitet waren, erinnern.

Jeder muss halt mit dem Vorlieb nehmen, was er zur Verfügung hat, und die Personalsituation am IGK und in den Erziehungswissenschaften ist so angespannt, dass letztlich jeder, der es schafft, das Studium abzusitzen, als potentieller Professor in Frage kommt. Manche Hochschulen sind schon so verzweifelt, dass sie Magister zu „Verwaltungs-Professoren“ machen.

Doch zurück zu Herrn Zick, dem Professor aus den Erziehungswissenschaften, der wie so viele Erziehungswissenschaftler dem Irrtum aufsitzt, er könne empirische Sozialforschung betreiben. Im Fall von Zick wurde der Konflikt, zwischen Junk und Forschung deshalb nie aufgelöst, weil er nicht in der Lage ist, zwischen KONZEPT, OPERATIONALISIERUNG und MESSUNG zu unterscheiden. Das ist tragisch, denn die gesamte empirische Sozialforschung basiert auf dieser Unterscheidung. Wer sie nicht versteht, kann zwangsläufig keine empirische Sozialforschung betreiben.

Das ganze Problem, das hier in drei Begriffen zusammengefasst ist, beginnt damit, dass die meisten Konzepte, die in den Sozialwissenschaften herumgereicht werden, Abstrakta sind, die es in der Realität NICHT GIBT. Es gibt keinen Rassismus, es gibt keinen Rechtsextremismus, und es gibt keine Gewaltbilligung. Nichts davon kann man direkt messen. Nichts davon kann man beobachten. Was man beobachten kann ist menschliches Verhalten. A nimmt die Geldbörse von B. Erst durch eine Reihe von Zuordnungen, wird aus dieser Beobachtung ein Diebstahl, denn A hat B die Geldbörse ohne dessen Wissen und Billigung entwendet. Währen man bei diesem Beispiel noch durch Befragung von B der richtigen Interpretation auf die Spur kommen kann, ist dies bei reinen sprachlichen Entitäten wie z.B. Gewaltbilligung nicht möglich. Gewaltbilligung ist ein doppeltes Abstraktum, denn es beschreibt eine psychologische Disposition, die sich NICHT in Verhalten niederschlägt. Sie sehen, dass A auf B einschlägt und C dabeisteht. Billigt C die Gewalt? Offenkundig ist die Zuschreibung einer „Gewaltbilligung“ eine Frage der Interpretation, eine, die man, solange man den Kopf von C nicht aufbohren kann oder einen verlässlichen Lügendetektortest entwickelt hat, nicht abschließend beantworten kann.

Es sei denn, man ist Andreas Zick.
Andreas Zick handelt mit Gewissheiten in seinen Arbeiten, Gewissheiten, die er zu Gewissheiten macht, Gewissheiten, die auf Abstrakta abzielen; auf Dinge wie „Gewaltbilligung.“ Und hier kommt wieder die empirische Sozialforschung ins Spiel. Denn Soziologen, es waren Soziologen und von dort, von Leuten wie Paul Lazarsfeld ist es dann in andere Fachbereiche diffundiert, haben eine Möglichkeit gefunden, sich dem Abstrakta, das sie gerade erfunden haben, um etwas zu beschreiben, von dem sie denken, dass es mit diesem Abstrakta beschrieben werden kann, per Messung zu NÄHERN.

Z.B. das Konzept der „Gewaltbilligung“ wird dazu operationalisiert, um es messbar zu machen.

Der Operationalisierung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Sie besteht darin, Aussagen zu formulieren, mit denen einerseits Befragte etwas anfangen können und die andererseits eineindeutig dem Konzept, das man gerade messen will, zugeordnet werden können.

Empirische Sozialforschung, sofern sie Konzepte wie Rechtsextremismus oder Gewaltbilligung zum Ausgangspunkt nimmt, besteht also darin, messbare Aussagen zu formulieren, von denen man annimmt, dass sie einerseits das Konzept, das man messen will, tragen, zum Ausdruck bringen und andererseits von denen, denen sie vorgelegt werden, in GENAU DER WEISE verstanden werden, wie sie von den Forschern intendiert ist. Ein offenkundig optimistisches Unterfangen, das in mehr Fehlschlägen als Erfolgen gemündet ist, bis, ja bis Leute wie Andreas Zick des Weges kamen, Leute, die von all dem nichts wissen, die vielmehr der Ansicht sind, dass dann, wenn sie ein paar Aussagen formuliert haben, die nach ihrer Überzeugung das Konzept, das sie messen wollen, zum Ausdruck bringen, dass dann denjenigen, denen man diese Aussagen vorlegt, Einblicke in ihre Motivstruktur entlockt werden können, dass die Messung letztlich das Konzept ergibt. Eine Travestie auf Sozialforschung, die Zick zum Dauerauftragnehmer der Friedrich-Ebert-Stiftung und zum politischen Wahlkämpfer für die SPD und gegen die AfD gemacht hat.

Zicks vermeintliche Forschung hat dann regelmäßig solche Schlagzeilen zur Folge:

Quelle: Spiegel

Nach dieser „Überschrift“ heißt es weiter:

„Demnach billigt fast ein Viertel der befragten AfD-Wählenden politische Gewalt, über die (a) Hälfte der Anhängerschaft sieht sie als Grauzone oder akzeptiert politische Gewalt zumindest. Die Ergebnisse verdeutlichen laut den Forschenden eine gefährliche (b) Radikalisierung innerhalb der Partei und ihrer Basis. Als Grundlage der Studie dienten Daten aus der (c) bevölkerungsrepräsentativen Mitte-Studie vom Frühjahr 2023.“

Vier Behauptungen, alle falsch:

  • Es geht nicht um Gewaltbereitschaft, sondern um Gewaltbilligung. Zwar sind beides sprachliche Konzepte, die in der Realität keinen Niederschlag finden, aber es ist doch etwas anderes, ob man zur Gewalt bereit ist oder Gewalt nur „billigt“. Im übrigen ist die Behauptung, dass AfD-Wähler generell zur Gewalt bereit wären, eine der üblichen Spiegel-Lügen im Relotius-Blatt.
  • (a) Der Begriff der Grauzone ist eine Irreführung, die von Andreas Zick, dem Verantwortlichen für diese „Studie“ eingeführt wurde. Es ist mitnichten so, dass die Hälfte der Anhängerschaft der AfD Gewalt als „Grauzone“ betrachtet.
  • (b) Um „Radikalisierung“ messen zu können, beschrieben ist ein Prozess, sind mindestens zwei Zeitpunkte notwendig. Zick und sein Hiwi haben nur EINEN Zeitpunkt.
  • (c) Die Mitte-Studien sind, wie nahezu alle Umfragen nicht repräsentativ. Aber selbst wenn sie es wären, könnte daraus die Repräsentativität von Ergebnissen, die auf einer Sub-Population beruhen [z.B. AfD-Wähler] nicht geschlossen werden.

Beim Spiegel ist die ideologische Verblödung weit fortgeschritten, fast so weit wie das Bemühen, politisch Andersdenkenden durch konsistentes Lügen zu schaden.

Beginnen wir mit dem, was Zick und seine wissenschaftliche Hilfskraft unter der Überschrift „Gewaltbilligung“ servieren, damit journalistische NitWits, wie es sie beim Spiegel im Überfluss gibt, es ohne Eigenleistung weiterverbreiten können:

Quelle. Zick & Eden (2024), S.8

Was Sie hier sehen, ist quasi bereits das Ende, der unsägliche Zustand, der am Ende einer noch unsäglicheren vermeintlichen Forschung steht, es ist das Ende, das letztlich von Nitwits in Redaktionen aufgenommen und verbreitet wird. Es ist das Ende eines Prozesses, in dessen Verlauf sich Leute wie Zick und seine wissenschaftliche Hilfskraft davon überzeugen, dass das, was sie sich gerade ausgedacht haben, das Konzept der „Gewaltbilligung“, das sie in mehr oder minder hanebüchene Aussagen übertragen zu haben glauben, genau das ist, was sie schließlich bei den Befragten, die natürlich genau die Vorurteile teilen, die Zick und seine Hilfskraft in Aussagen gepackt haben, messen. Witzigerweise müssen Zick und seine wissenschaftliche Hilfskraft dieselben Vorurteile haben, die auch Wähler der AfD mit sich herumtragen, wenn das Instrument zur Messung von „Gewaltbilligung“ misst, was es zu messen vorgibt. Man könnte also formulieren: Gewaltbilligende aus dem IGK messen Gewaltbilligung bei anderen…

Aber es ist mehr als das, es ist eine Form von Wissenschaftsbetrug, die in den letzten Jahren so Überhand genommen hat, dass man sie fast als normal ansehen muss, als das, was den Verfall der deutschen „Wissenschaft“ am besten dokumentiert, einen Verfall, der auf Basis von Dummheit und ideologischer Boshaftigkeit vonstatten geht.

Um das zu zeigen, müssen wir die Tabelle zu ihrem Ausgangspunkt zurückverfolgen.

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Vielleicht haben Sie sich bereits gefragt, was „Gewaltbilligung“ eigentlich sein soll, wie man „Gewaltbilligung“ misst. Nun, Zick und die Seinen messen sie so:

Quelle: Zick et al. (2023). Die distanzierte Mitte. [herausgegeben von der Friedrich-Ebert-Stiftung], S.86.
Quelle: Zick et al. (2023). Die distanzierte Mitte. [herausgegeben von der Friedrich-Ebert-Stiftung], S.87
Das ist der letzten Mitte-Studie entnommen, die Zick et al. für die Friedrich-Ebert-Stiftung erstellt haben, unter Zweckentfremdung von Steuergeldern. Diesen drei Aussagen wird eine gemeinsame Skala „Gewaltbilligung“ unterstellt. Leute wie Zick sind der Ansicht, Gewaltbilligung sei das, was alle drei Aussagen gemeinsam haben.

Indes, das Problem beginnt schon mit dem ungeklärten Status von Gewalt, ungeklärt im Hinblick auf den, der sie anwenden soll und das, was Gewalt umfassen soll. „Wenn sich andere bei uns breitmachen“ – muss dann der Staat (auch) unter Anwendung von Gewalt zeigen, wer Herr im Haus ist, oder der Befragte oder wer? Was mit dieser Aussage gemessen wird, ist ebenso unklar wie unklar ist, was die Frage „Gewalt ist zur Erreichung politischer Ziele moralisch gerechtfertigt“, eigentlich misst. Wenn Zick und sein Mob die moralische Rechtfertigung von Gewalt zur Erreichung politischer Ziele in Frage stellen wollen, dann müssen sie sich gegen Stauffenberg, Treskow, Molte und all die anderen stellen, die die Ermordnung von Hitler als moralisch gerechtfertigt angesehen haben, um ihre politischen Ziele zu verfolgen. Die blödsinnige viel zu allgemeine Formulierung der Aussage einer moralischen Rechtfertigung von Gewalt mag dazu führen, dass die Zustimmung in die Höhe getrieben wird, offenkundig etwas, was Zick und sein Mob wollen, sie führt aber auch dazu, dass nicht klar ist, was damit eigentlich gemessen wird. Misst diese Aussage „Gewaltbilligung“, wenn ja, dann folgt abermals die Frage: Bei wem diese „Gewaltbilligung“ greift.

Besonders abstrus ist die letzte Aussage:

„Einige Politiker haben es verdient, wenn die Wut gegen sie auch schon mal in Gewalt umschlägt.“

War bei der letzten Aussage die generelle Formulierung das Problem, so ist es nun die Einschränkung „Einige“. Denn es gibt: korrupte Politiker, es gibt kriminelle Politiker, es gibt gewalttätige Politiker, und das sind nur einige der Gründe, die dazu führen können, dass sie sich am anderen Ende von Gewalt sehen. Es soll sogar Politiker geben, die sich in Parlamenten prügeln… Kurz: So mancher Befragte mag den ein oder anderen kriminellen oder selbst gewalttätigen Politiker kennen, schon von ihm gehört haben, so dass der Gedanke, er erntet, was er sät, nicht fern liegt. Was indes ein Kapitalverbrechen der empirischen Sozialforschung ist, ist die Suggestion, dass bereits vorhandene Wut in Gewalt umschlägt. Das mag dem ein oder anderen nicht einleuchten, indes: hier wird suggeriert, dass eine Art Reiz-Reaktions-Beziehung zwischen Politikern und Bürgern besteht. Erstere existieren, letztere sind wütend, letztere werden ersteren gegenüber gewalttätig. Das ist ein schäbiger Trick, dessen Wirkung darauf basiert, dass Politiker quasi aus der Gleichung genommen und auf ein moralisches Podest gestellt werden, denn sie können weder etwas für die Wut, die es ihnen gegenüber gibt noch sind sie für gewalttätige Reaktionen verantwortlich. Letztlich unterliegt der Aussage die Überzeugung, dass Politiker von Bürgern grundlos zum Objekt ihrer Wut und Gewalt gemacht werden.

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Und diese drei Variablen werden dann miteinander verwurstet und ergeben „Gewaltbilligung“ und mithin etwas, das keinerlei Effekt in der Realität hat. Ob ich Gewalt billige oder nicht, hat keinen Effekt auf den Krieg in der Ukraine. Ob ich Gewalt gegen Herrn Zick billige oder nicht, hat keinen Effekt auf sein Anstellungsverhältnis oder sein Leben. Ob irgendwer Gewalt billigt oder nicht hat so lange keinerlei Effekt, so lange daraus kein VERHALTEN resultiert. Mit anderen Worten, das was Zick und seine wissenschaftliche Hilfskraft hier „erforschen“, ist vollkommen irrelevant. Es findet in der realen Welt keinen Niederschlag. Aber natürlich ist es eine Waffe in den ideologischen Wolkenkuckucksheimen, in denen Leute wie Zick residieren und von denen aus sie verbale Schlachten mit Konzepten ohne Realität schlagen, immer in der Hoffnung, Dumme zu finden, die ihre BS aufnehmen.

Aber damit sind wir noch nicht am Ende.

Bislang wurde nur gezeigt, dass die Aussagen, die etwas messen sollen, das es nur im Kopf von Zick und den Seinen gibt, abstrus sind und den Standards empirischer Sozialforschung nicht entsprechen. Wenden wir uns nun der Frage zu, wie diese Aussagen den „messen sollen“, welche Antwortvorgaben den Befragten gemacht werden, eine Frage, die man im Werk, das Zick und seine wissenschaftliche Hilfskraft verfasst haben, nicht beantworten kann. Es gibt zwar den ein oder anderen Hinweis, den man indes nur dann mit Sinn füllen kann, wenn man die Aussagen aus den anderen Zickschen-Machwerken kennt. Machen wir es kurz:

Jeder Befragte hat fünf Kategorien, die er zur Beantwortung dieser Frage verwenden kann:

  • stimme voll und ganz zu
  • stimme eher zu
  • teils/teils
  • stimme eher nicht zu
  • stimme überhaupt nicht zu

Schon diese fünf Antwort-Kategorien machen den akademischen Betrugsversuch deutlich. Wir haben uns schon vor einiger Zeit mit diesem Unfug und offenkundigen Bruch mit den Standards empirischer Sozialforschung befasst. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass Antwortvorgaben mit Blick auf die Analysestrategie vorgegeben werden, wobei das, was als Skalenniveau bekannt ist, eine wichtige Rolle spielt. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, für die sinnvolle Auswertung von Antworten, denen eine, wie Zick und seine Mitarbeiter glauben, Likert-Skala zugrunde liegt, ist es notwendig, dass die „semantischen Abstände“ zwischen den Antwortalternativen gleich sind. Stellen Sie sich vor, sie wollen die Antwortvorgaben in eine Rangfolge bringen, so dass von unten nach oben die Zustimmung in gleichen Abständen steigt. Egal, wie oft wir das tun, immer bleiben wir bei „teils/teils“ hängen. „teils/teils“ ist also mehr Zustimmung als „stimme eher nicht zu“ aber weniger als „stimme eher zu“. Was soll das sein? Stimme teils eher nicht ganz und teils eher nicht auch nicht ganz zu? Es ist offenkundiger Blödsinn, der normalerweise jeder Auswertung ein Ende bereitet.

Nur bei Zick nicht.
Hier wird munter ein Index aus den drei Aussagen gebaut, der „Gewaltbilligung“ messen soll und dabei notwendig zu Problemen gelangt wie Leuten, die Gewalt eher zustimmen, wenn andere sich breit machen, Gewalt eher nicht zustimmen, wenn Politiker betroffen sind und ansonsten voll und ganz moralische Gründe für politische Gewalt sehen. Billigt dieser Befragte Gewalt nun mehr oder weniger als der Befragte, der Politiker voll und ganz zum Objekt von „Wut, die sich in Gewalt entlädt“ machen will, aber sowohl die Gewalt gegen diejenigen, die sich breit machen als auch deren moralische Berechtigung voll und ganz ablehnt? Wie gewichtet man diese unterschiedlichen Antworten, die es mit Sicherheit gegeben hat?

Nun, die herkömmliche Art, mit derartigen Problemen umzugehen, ist sie zu ignorieren, sofern man sich ihrer überhaupt gewahr ist. Die meisten Datenhuber, die sich in empirischer Sozialforschung breit gemacht haben, berechnen ihren Index und interpretieren, so als gäbe es all diese Probleme nicht. Indes, Zick und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter gehen noch weiter: Sie schaffen einen „Graubereich“.

Für den Duden ist ein Graubereich ein Bereich, der ungeregelt ist, über den keine klare Kenntnis vorhanden ist, ein Bereich, der nicht klar zugeordnet werden kann. Indes: Zick und sein Hilfswissenschafter tun genau das: Sie ordnen den Graubereich zu. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, diesen Graubereich im Kontext der Aussagen und zugehöriger Antwortkategorien zuzuordnen, man kann ihn auf die Seite der Zustimmung und auf die Seite der Ablehnung schlagen. Für Zick und Eden stellt sich diese Frage natürlich nicht: Sie wollen ein gesellschaftliches Problem aus ihrem Hirngespinst der Gewaltbilligung machen und deshalb ist klar, die Zuordnung muss auf der Seite der Zustimmung erfolgen. Ein Vorgehen, das an der Grenze zum Wissenschaftsbetrug entlang schreitet und diese Grenze da überschreitet, wo man sich vergegenwärtigt, dass die Leute im „Graubereich“ diejenigen sind, die in der Regel „teils/teils“ zur Antwort gegeben haben, also KEINERLEI inhaltliche Zuordnung vorgenommen haben. Vielleicht hat der ein oder andere das „teils/teils“ mit einem „eher“ ergänzt, in jedem Fall geben diese Befragten keinerlei Hinweis darauf, dass sie das Hirngespinst von Zick und seinem Hilfswissenschaftler teilen. Dessen ungeachtet werden sie vergewaltigt und zu Leuten erklärt, die in Gefahr stehen, Gewalt zu billigen, und somit etwas zu tun, was Leute wie Zick als „furchtbar“ vermarkten, obschon es keinerlei Niederschlag in der Realität hat.

Es gäbe noch vieles zu diesem Mist, für den Steuergelder verschwendet werden, zu sagen, aber es dürfte bereits jetzt hinlänglich klar geworden sein, dass das, was aus dem IGK in Bielefeld kommt, mit Forschung nichts zu tun hat. Es ist politischer Aktivismus, dem eine wissenschaftliche Mimikry verpasst wird, etwa in der Weise, in der Genforschung als Impfstoff ausgegeben wird, um mehr Legitimität für den eigenen Shit zu erheischen.

Aber Sie müssen uns nicht glauben, dass Zick und seine wissenschaftliche Hilfskraft politische Aktivisten sind. Sie können es direkt bei beiden lesen:

„In der Mitte-Studie, der die Daten zugrunde liegen, meinen 48 Prozent der hier untersuchten AfD-Anhängerschaft, ihre politische Position entspräche „genau der Mitte“; 46 Prozent meinen „eher rechts“ (40 Prozent) oder „rechts“ (6 Prozent) und 6 Prozent meinen „eher links“ (4 Prozent) oder „links“ (2 Prozent).

Die Mitte ist also damit konfrontiert, in ihren Reihen rechtsextrem und rechtsradikal orientierte Menschen zu haben, die ihre Orientierungen weniger als politisch radikal denn als normal verstehen. Das ist für eine Gesellschaft, die den Anspruch einer hohen Toleranz für andere Meinungen und Orientierungen hat- auf die sich evtl. rechtsextrem orientierte Menschen und Gruppen berufen – eine besondere Herausforderung. Auch Parteien und Institutionen müssen sich zu diesem Befund dazu verhalten, wenn sie die Mitte ansprechen, oder vorgeben, diese zu repräsentieren. „

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Das ist magischer Glaube, wie ihn nur politische Ideologen haben können. Ein Wissenschaftler, der in seinen Daten auf das Ergebnis stößt, dass bestimmte Inhalte, die er für „rechtsextrem“ hält, von einer Mehrheit der Befragten geteilt werden, von Befragten, die sich in der politischen Mitte einordnen, der wird zu dem Schluss kommen, dass sein Messinstrument nicht mehr adäquat ist, um die Realität zu beschreiben, denn offensichtlich ist das, was er für rechtsextrem hält, entweder etwas, das er fälschlicherweise die ganze Zeit für rechtsextrem gehalten hat, obschon es das gar nicht ist, oder es ist etwas, das diesen – für Zick ist es ein Makel, für einen Wissenschaftler ein – Status abgelegt hat und sich nun in der Mehrheitsbevölkerung findet, so wie es einst mit dem Frauenwahlrecht war, das vielen Zeitgenossen im 19. Jahrhundert als monströser Unfug erschienen ist, darunter nicht wenige Frauen. Die entsprechende Einstellung wäre von Zick und den Seinen, hätten sie schon damals käufliche „Wissenschaft“ feilgeboten, vermutlich als „linksextrem“ diskreditiert worden, und doch ist sie mittlerweile in den Mainstream gewandert – eben weil sich die Welt außerhalb ideologischer Gefängnisse verändert. Nur Leute, die das Denken eingestellt und mit Ideologie ersetzt haben, weigern sich, die Veränderungen der Zeit mitzumachen.

Bleibt noch nachzutragen, dass selbst dann, wenn „Gewaltbilligung“ etwas messen würde, daraus keinerlei Konsequenz folgen würde, denn: Die Gedanken sind frei. In diesem Fall sind die Gedanken „Einstellungen“, ein Konzept, das wiederum mit einer langen sozialwissenschaftlichen Geschichte versehen ist, vor allem deshalb, weil das, was man als Einstellung misst, in der Regel kein enstprechendes Verhalten nach sich zieht. Marketeers können ein Lied davon singen. Sie umwerben ihre Befragten, differenzieren sie in solche, die eine Bindung zu einem Produkt aufweisen und solche, die sich loyal zu einem Unternehmen zeigen. All das erheben sie über Einstellungen, mit denen sie Absatzzahlen vorhersagen wollen. Und was passiert: Der als loyaler Kunde aufgrund seiner Einstellungen identifizierte VW-Käufer, fährt seit neuestem einen BMW. Die Literatur zum Thema „Einstellung und Verhalten“ ist umfangreich, sie reicht von Ajzen bis Zajonc und sie hat kontinuierlich dasselbe zum Ergebnis: Einstellung hat mit Verhalten nur unter bestimmten Umständen etwas zu tun.

Zick und die Seinen messen Luftnummern, um sie gegen politisch Andersdenkende instrumentalisieren zu können. Das hat mit Wissenschaft ÜBERHAUPT nichts zu tun. Es ist politischer Aktivismus.


Zick, Andreas & Eden, Marco (2024). Mitte, rechtsaußen oder rechtsdraußen? Bericht zu den Einstellungen der AfDAnhängerschaft in der Mitte-Studie 2022/23 Universität Bielefeld: Institut für Konflikt- und Gewaltforschung. Working Paper 6.24.

Zick, Andreas, Küpper, Beate & Mokros, Nico (Hrsg.)(2023). Die distanzierte Mitte. Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland 2022/23. Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung [finanziert und lanciert von der SPD]

 

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12Comments

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  1. 1
    dopaa

    Zick ist übrigens Experte für die folgenden Themen:
    „Konflikt,Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Rechtsextremismus, Integration und Migration,Sozialisation, Gewalt, Sozialpsychologie, Vorurteile und Rassismus
    Rechtspopulismus und Fußball-EM 2024 – Fußball und Konfliktneigung“.

    https://ekvv.uni-bielefeld.de/pers_publ/publ/PersonDetail.jsp?personId=112507

    EM 24 und …. hat Zukunft ! Unglaublich was da an Universitäten als Wissenschaft durchgeht.

  2. 2
    in Glock we trust

    Man muss doch nur den Realitäts-Check machen, um zu sehen, dass es gerade umgekehrt ist: Linke und Grüne sind doch bei Gewalttaten und Zitaten, mit denen sie Gewalt „billigen“ ganz vorne dabei.

  3. 3
    beneDetto

    „Wenn sich andere bei uns breit machen“, ja wie sollen denn da die Linksgrünen überhaupt aggressiv werden. Ist ja wie bei der Ausländerkriminalität, die nur Ausländer begehen können, Verstoss gegen Aufenthaltsrecht etc., das darf man ja auch nicht mitrechnen

  4. 4
    user0815

    Der Herr Zick hätte seine Forschung viel einfacher haben können- einfach die Vorgänge rund um den AfD Parteitag verfolgen:
    1. Wer Gewalt tatsächlich ausübt
    2. Wer sie billigt

  5. 5
    eht

    Immerhin lässt das Working Paper von Herrn Zick ja keinen Zweifel an der Absicht. Könnte man sich vorstellen, dass er auch eine Untersuchung zu den Anhängern der anderen Parteien durchführte: „SPD, Grüne, die Linke: Mitte, linksaußen oder linksdraußen?“ Oder die Gewaltbilligung durch Migranten erhebt?

    Das ganze Konzept der Mitte/Autoritarismus-Studien/Erhebung des Rechtsextremismus und der sogenannten Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit beruht ja darauf, dass – zum Teil – Statements vorgegeben werden, die die Forscher auf eine bestimmte Art interpretieren. Man denkt sich manchmal als Befragter nichts Böses – und ist dann plötzlich Rechtsextremist, etwa weil man ein „starkes Nationalgefühl“ befürwortet. Leider hat auch die laufende Polizeistudie MEGAVO, die demnächst wohl mal als Abschlussbericht erscheinen dürfte, das Konzept der Menschenfeindlichkeit übernommen, das sich überall in der Forschungslandschaft etabliert.

    Zur „Gewaltbereitschaft“ ist ja schon alles gesagt. Besonders hinterlistig ist es, wenn „teils/teils“ offenbar als Zustimmung gewertet wird. Ich nehme eher an, so mancher Befragte hält die vorgegebenen Aussagen einfach für äußerst irritierend. Wer kennt in seinem Bekanntenkreis eine Person, die sagen würde, Politiker hätten „Gewalt verdient“? Bei den Mitte-Studien wurde m. W. schon in der Vergangenheit ein „teils/teils“ gern als: Befragter traut sich nur nicht zuzustimmen! interpretiert. [Mitte-Studie 2014, Uni Leipzig Pressemitteilung 04.06.: „Hoher Anteil Unentschiedener bei allen rechtsextremen Aussagen. Es gibt weiterhin eine hohe Zustimmung in der Kategorie ‚teils/teils‘ (zwischen 12 und 31 Prozent). ‚Das weist auf die latente Bereitschaft vieler Menschen hin, rechtsextremen Aussagen zuzustimmen‘, betont der Mitherausgeber der Studie, Prof. Dr. Elmar Brähler. Der Inhalt der Aussagen wird geteilt, doch die Antwort-Skalierung gestattet es, sich abgeschwächt zu äußern.“ Das ist Gedankenlesen.]

    Bei den im fraglichen Paper aufgelisteten Einstellungsunterschieden zwischen der Anhängerschaft der AfD und anderer Parteien werden – in strikter Anlehnung an die Mitte-Studie – Haltungen wie „Chauvinismus“ oder „Fremdenfeindlichkeit“ mit Ablehnungs- und Zustimmungswerten abgebildet und „rechtsextreme Einstellungen“ bzw. das „Misstrauen gegenüber Institutionen und Verschwörungsglaube“ in ihren erhobenen Werten verglichen. Es bleibt der oben schon genannte Einwand. Aussagen können sehr unterschiedlich verstanden und interpretiert werden. Ist es wirklich komplett irrationaler „Verschwörungsglauben“, wenn man die von den Forschern vorformulierte extreme Aussage “Politiker und andere Führungspersönlichkeiten sind nur Marionetten der dahinterstehenden Mächte” für nicht hundertprozentig abwegig hält? Nicht jeder Bürger kann bei allen politischen Entscheidungen zumal auf übernationaler Ebene das konkrete Zustandekommen und Verantwortlichkeiten nachvollziehen.

    Gut, überraschend ist aber schon, dass die Statements zur angeblichen
    „Gewaltbilligung“ von den anderen Parteien deutlich stärker abgelehnt werden (wobei ja auch die Rest-Parteien deutliche Zustimmungswerte verbuchen). Dabei werden hier ja wohlbemerkt die Wähler der Parteien befragt, nicht die, wie es immer so schön heißt, politischen Aktivisten bestimmter Richtungen. Andreas Zick jedenfalls weiß, warum er das Paper geschrieben hat. S.10, letzter Absatz: Die Anhängerschaft der AfD wisse, „wie extremistisch sie in Teilen ist. In der Mitte hat sich eine politische Parallelgesellschaft gebildet. Jenseits aller behördlichen und verfassungs- wie strafrechtlichen Richtlinien basiert die Demokratie auf einer demokratischen Kultur, die in die Zerreißprobe gezogen wird, wenn sich mitten in der Mitte Radikalisierungen einnisten. Dabei bemisst sich die Demokratiefestigkeit einer Mitte nicht allein an dem Gefährdungspotenzial durch Zustimmungen oder Graubereiche für die berichteten Einstellungen, sondern an ihrer Kompetenz, extremistische und menschenfeindliche Einstellungen klar abzulehnen.“ Letzterem ist grundsätzlich zuzustimmen – vorausgesetzt, man kann sich darauf einigen, was der Bürger in der Demokratie meinen und tun sollte und wie Extremismus sich äußert. Ob alle Beobachter hier die Mitte-Studie ganz überzeugend finden, ist fraglich.

  6. 6
    Dr. habil. Heike Diefenbach

    Zick ist mit Sozialforschung ebenso unvereinbar wie (über sehr weite Strecken hinweg) Bielefeld mit Sozialforschung. Wie gewöhnlich, wenn Zick zu forschen versucht – von Wissenschaft-Betreiben wollen wir gar nicht erst reden – weiß man nicht, wo man anfangen soll, bei all dem Unsinn, den Fehlern, den Verletzungen der Grundregeln empirischer Sozialforschung.

    Z.B. dieser: dass man seine Fallzahlen für ALLE Auswertungen angibt, weil bereits bei einer einfachen Kreuztabelle, die nur zwei Variablen umfasst, die Fallzahlen sehr deutlich unter der Zahl der Befragten liegen können und es in der Regel auch tun. Die Fallzahlen in den Subgruppen sind dann oft lächerlich niedrig. Leute, denen ihre Fallzahlen in den Subgruppen peinlich sein müssen, greifen dann auf den Prozentwerte-Trick zurück, so dass für den Leser nicht nachvollziehbar ist, auf wie vielen Personen das erzielte Ergebnis überhaupt beruht. Und – ebenfalls wie gewöhnlich – gehen die Leute in den MSM, die in der Regel dort gelandet sind, wo sie gelandet sind, weil sie Mathe schon in der Sekundarstufe so weit wie irgend möglich umgangen haben, dem plumpen Trick auf den Leim; eigentlich unglaublich, dass man dermaßen einfältig sein kann!

    Und wenn man einen „Graubereich“ für seine Ergebnisse formulieren muss, dann bedeutet das nichts anderes als dass man Schrott gemessen hat bzw. die Messung nicht reliabel und valide ist. Warum holt sich Zick nicht Rat bei jemandem, der etwas von empirischer Sozialforschung versteht? Vermutlich, weil er dann nicht die „Ergebnisse“ erzielen kann, die ihm aufgetragen sind, zu finden.

    Aber mit dem Denken haben es die als Sozialforscher getarnten Polit-Aktivisten es auch nicht so. Ein Beispiel: Wie kann man unterstellen, dass AfD-Wähler „gewaltbilligend“ seien, also persönlich zum Einsatz von Gewalt (durch sich selbst) bereit seien, wenn es doch AfD-Wähler sind, also gerade Leute, die offensichtlich meinen, dass Mißständen durch politische Vertretung im Parlament Abhilfe geschaffen werden sollte?!? „Gewaltbilligung“ wäre (wenn überhaupt) doch wohl eher bei Leuten zu suchen, die sich von der Abhilfe von Mißständen durch die Politik gar nichts (mehr) versprechen, also z.B. bei der Antifa. Und warum ist die „Gewaltbilligung“ unter den Wählern anderer Parteien wie z.B. der FDP für Zick kein Problem?

    Und das mit der „Mitte“ ist einfach unsäglich. Wie und wie oft soll man es noch erklären?! Die Mitte ist statistisch definiert. Alles was nicht in einer Verteilung die Mitte ist, ist eben keine Mitte, ganz so, wie man nicht die kleinere Hälfte einer Scheibe Brot haben kann; meine Güte, ist das so schwierig zu verstehen?! Der nun schon alte und langweilige Versuch, das politische Spektrum nach Kräften dahin zu verschieben, dass die „Mitte“ irgendwie „rechts“ sei, während Linksextreme als „Mitte“ oder fast „Mitte“ gelten sollen, ist primitiv und zeugt gleichermaßen von der Unkenntnis mathematischer/statistischer Konzepte und einem grundlegenden Scheitern an der deutschen Sprache.

    Kurz: Wieder einmal geht es in Zicks Welt darum, AfD-Wähler auf Teufel komm raus zu diskreditieren, auch, wenn das weder methodisch noch theoretisch irgendeine Grundlage hat.

  7. 7
    Dr. habil. Heike Diefenbach

    Wie eht das Zick’sche Machwerk zitiert hat:

    „… wenn sich mitten in der Mitte Radikalisierungen einnisten.“

    „Radikalisierungen“ in der Mitte! Das sagt alles. In einer Verteilung sind die „Radikalen“ die Extrempunkte an der rechten und linken Seite der Verteilung, aber per definitionem kann die Mitte nicht radikal(isiert) sein, eben weil die Mitte die MITTE ist, auch dann, wenn einem die Einstellungen der Mitte nicht gefallen mögen, und ja, klar, Linksextremen gefallen diese Einstellungen nicht. Und? Vielleicht sollten sich Linksextreme fragen, was mit ihnen los ist, dass sie so weit weg von der demokratischen Mitte sind! Und warum sie eine abwertende Sprache pflegen wie z.B. dann, wenn sie von „einnisten“ schreiben. Das erinnert fatal an die Sprache der Nazis, aber ja, die waren ja auch Sozialisten.

  8. 8
    gmccar

    Der Herr Zick ist mir nur bewußt als Zuarbeiter zur Amadeu Antonio Stiftung dieser Stasi.-Kahane. Damit ist er bei mir unten durch. Drittmittel-Forschung, finanziert von Nancy oder Annalena. Noch Fragen, Kienzle ?

  9. 9
    alacran

    Wie bitte soll denn ein willkommenskonditionierter Sympathisant der Grünrotgelben, der Blutroten, oder der vermerkelten CDU die Aussage: “Wenn sich andere bei uns breit machen…” usw. anders einordnen als „trifft überhaupt nicht zu“?
    Was wiederum soll ein der AfD zugeneigter Wähler unter „andere“, was unter „breit machen“, was unter „zeigen wer Herr im Haus ist“ und nicht zuletzt, was „unter Anwendung von Gewalt“ verstehen?
    Sind mit „andere“ z.B. alle Ausländer oder nur bestimmte Gruppen gemeint? Sind mit die, „die sich breit machen“, z.B. Messerfachkräfte, Clan-Kriminelle, Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt, oder wiederum alle Migranten gemeint?
    Ist mit „zeigen wer Herr im Haus ist“ z.B. die nachdrückliche Aufforderung zur Einhaltung deutscher Gesetze und Verordnungen gemeint oder das fehlerfreie Rezitierenkönnen der Nationalhymne?
    Und bezieht sich: „unter Anwendung von Gewalt“ auf Anwendung unmittelbaren Zwangs durch die Polizei, oder was schwebt Zick e.a. alternativ vor? Antifa? Rotfront? Braunhemdzombies? Terror?
    Man erkennt die Absicht und ist verstimmt!
    Schon bei der Bewrtung dieser Aussage wird deutlich, dass Zick e.a. nur politisch motivierten Tendenzmüll produzieren können und wollen!

    • 10
      eht

      @alacran: Sie haben an einem Beispiel schon klargemacht, dass viele Statements nicht eindeutig sind. Wirklich problematisch ist allerdings, wie ich oben bereits angedeutet habe, dass eine ganze große „Forscher-Community“ die Methode quasi als Bibel ansieht und auch wissenschaftlich vorgebildete Menschen offenbar keine Lust haben, mal darüber nachzudenken, ob eine bestimmte etablierte Aussage fraglos misst, was sie messen sollte, und ob sie wirklich von allen Befragten gleich verstanden wird, nämlich so, wie die Forscher sie interpretieren. Frei nach dem Motto. Na, andere Studien sind doch auch so vorgegangen, also muss es richtig sein. In die Öffentlichkeit gelangen per Pressemeldung ja ohnehin nur plakative Befunde.

      Das, was die Befragten konkret assoziieren können, wenn der Interviewer am Telefon ihnen ein (in Extremen formuliertes) Statement vorliest und sie ja schnell reagieren müssen, ist unterschiedlich, wie Sie gerade verdeutlicht haben. Zum Teil, wie gesagt, interpretieren sie etwas evtl. anders als die zuständigen Forscher. Welcher Wissenschaftler kann in Zeiten, in denen es viele Femizide gibt und Angriffe auf Frauen, ernsthaft einen Bürger oder Polizisten (Polizeistudie) als „sexistisch“ (!) =menschenfeindlich (!) brandmarken, nur weil derjenige sagt: „Für eine Frau sollte es wichtiger sein, ihrem Mann bei seiner Karriere zu helfen, als selbst Karriere zu machen.“ Genau das passiert aber.

      Vor allem: Bei Aussagen, mit denen Befragte eigentlich „nicht so viel anfangen können“, d.h. deren Sinn sich ihnen nicht sofort erschließt, die sie merkwürdig finden, ist m. E. offen, wie sie reagieren. Ich nehme ja stark an (nicht bewiesene These), man gibt dann manchmal spontan „irgendeine“ Antwort, im Bewusstsein, dass es ja eine anonyme Umfrage ist, was soll’s also. Rechtsextremismus-Studien arbeiten z. B. gern mit der Aussage „Was Deutschland jetzt braucht, ist eine einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert“ (unter der Überschrift „Befürwortung einer rechtsgerichteten Diktatur“), um Rechtsextreme unter den Bürgern dingfest zu machen. Ob alle Befragten wirklich die Zeit und Muße haben, sich in der fraglichen Minute zu überlegen, was der tiefe Sinn dieser abstrakten Aussage ist, bleibt offen. Eigentlich steckt aber auch in der gegenwärtigen Einheitsfront der sich so verstehenden „Demokraten“ von der Linken bis CSU ein Hauch von „eine einzige starke Partei“, die die Demokratie rettet.

  10. 11
    Frank

    Legendär, noch immer online und unvergessen:
    h**ps://rp-online.de/politik/die-deutsche-angst-vor-dem-islam_aid-9194171

    „Es gibt nach wie vor viele Deutsche, die diese Religion mit Terror, der Scharia und einer fremden Welt, die nicht zu Deutschland passt, verbinden. Solange diese Vorurteile existieren, wird die Integration in unserem Land ausgebremst“, sagt Andreas Zick.“

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