Nicht der Meeresspiegel steigt, das Küstenland sinkt: Neue Studie

Mittlerweile ist es soweit, dass man Studien generell zwischen den Zeilen lesen muss, um herauszufinden, was die Autoren tatsächlich gefunden zu haben glauben, sich in der Deutlichkeit ihrer Ergebnisse aber nicht zu schreiben trauen, denn würden sie es tun, ihre Chancen auf Veröffentlichung in einem Fachjournal wären gering, die auf Veröffentlichung in einem von Springer ideologisierten Fachjournal wie Nature schlicht nicht vorhanden.

Ergo muss man zunächst das herrschende Narrativ befriedigen, um überhaupt gedruckt zu werden, wie es Yuchen Lin et al. (2025) gerade getan haben:

Lin, Yucheng, Robert E. Kopp, Haixian Xiong, Fiona D. Hibbert, Zhuo Zheng, Fengling Yu, Praveen Kumar, Sönke Dangendorf, Hailin Yi, and Yaze Zhang (2025) Modern sea-level rise breaks 4,000-year stability in southeastern China. Nature: 1-9.

Lin et al. (2025) verwenden etliche Zeilen darauf, um die Zensoren, die früher Peer Reviewer waren, davon zu überzeugen, dass sie der Ideologie anhängen, nach der es menschlicher Einfluss ist, der dazu führt, dass die Meeresspiegel steigen (sofern sie steigen).

Sie rekonstruieren den Meeresspiegel im Holozän, errechnen, dass Eisschmelze und steigende Temperaturen vor zwischen 11700 und 8200 Jahren zu jährlich um 10,7 ± 3,1 mm Anstieg des Meeresspiegels geführt haben; ± 3,1 mm, ein Fehlerbereich von 29%, der zu erstem Stirnrunzeln bei denen führen muss, die sich mit Statistik beschäftigen.

Ab einem Zeitpunkt von irgendwo vor 3000 Jahren stabilisiert sich in den Modellenv on Lin et al. (2025) der Meeresspiegel, um dann im 19. Jahrhundert wieder anzusteigen, menschlicher Einfluss, was sonst.

Indes, lesen wir das, was Lin et al. (2025) schreiben, das, was in den Beiträgen, die nun erscheinen werden, mit der falschen Behauptung, eine Studie habe gezeigt, dass die Meeresspiegel seit Mitte des 19. Jahrhunderts in einer Geschwindigkeit steigen, wie in all den Jahren davor nicht, unterschlagen werden wird. Lin et al. (2025) haben wenig Vertrauen in ihre Simulation der Veränderung der Meeresspiegel seit 12000 vor heute. Denn sie entspricht nicht dem, was andere Forcher, mit einer Ausnahme, errechnet haben. Sie hat erhebliche Probleme, weil niemand in der Lage ist, den Einfluss der Antarktis auf den Meeresspiegel im Holozän auch nur ansatzweise zu schätzen:

„However, early Holocene GMSL [Global Mean Sea Level] reconstruction remains an open research question with substantial uncertainties across all approaches particularly about Antarctic Ice Shield contributions.“

Eine sehr umsichtige Weise festzustellen, dass alle Rekonstruktionen der Meeresspiegel falsch sind bzw. dass, falls eine davon richtig sein sollte, wir keine Möglichkeit haben, herauszufinden, welche es ist. Derzeit jedenfalls nicht, derzeit ist es, eine offene Forschungsfrage wie es Lin et al. formulieren.

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Vergessen wir das ganze Brimborium, es war nur notwendig, um die Zensoren bei Springer zur Veröffentlichung zu „überzeugen“ und außerdem, so Lin et al., interessiere sie die Entwicklung der globalen Meeresspiegel nur am Rande, um eine Art der Kalibrierung zu erhalten, die zeigt, wie weit die lokalen Wasserstände an der Chinesischen südostküste von dem, was „rekonstruiert“ wurde, abweichen. Ergo lassen sie die globalen Meeresspiegel globale Meeresspiegel sein und kümmern sich um ihre chinesischen, lokalen Meeresspiegel bei den Städten, die entlang der chinesisches Küste von Nord nach Süd zu finden sind: Changzhou (Jiangsu), Wuxi (Jiangsu), Suzhou (Jiangsu), Shanghai, Hangzhou (Zhejiang), Shaoxing (Zhejiang), Ningbo (Zhejiang), Wenzhou (Zhejiang), Fuzhou (Fujian), Xiamen (Fujian), Chaozhou (Guangdong), Shantou (Guangdong), Guangzhou (Guangdong), Foshan (Guangdong), Dongguan (Guangdong), Shenzhen (Guangdong), Zhongshan (Guangdong), Hong Kong, Haikou (Hainan) and Sanya (Hainan).

Und weil die Rekostruktion, die sie ab 12000 vorgenommen haben, so unsicher und offenkundig fehlerbehaftet ist, analysieren die Autoren lediglich den Zeitbereich, der sich durch Stabilität und später dann Anstieg des Meeresspiegels ab 1850+ auszeichnet:

Lin et al. (2025).

„Beyond the long-term linear trend, our regional nonlinear term reveals multicentennial-scale RSL [Relative Sea Level] fluctuations. The high uncertainty in early to middle Holocene sea-level data, combined with the overlapping influence of several physical processes (for example, tidal range variations, rapid sedimentation changes during fluvial-to-marine transitions and sediment alteration of land–ocean boundary; see Methods), complicates its interpretation for this period. Therefore, our analysis focuses on the past 5,000 years, a period when coastal environments stabilized and tidal ranges approximated present-day conditions.“

Was, um es noch einmal zu sagen, die Autoren um Lin interessiert, ist nicht der Klimawandel-Erzählung ein weiteres Opus anzufügen, sondern die Ursachen dafür zu finden, dass der Meeresspiegel in China rund um die Küstenstädte, die oben zusammengestellt wurden, zu steigen scheint. Anders als diejenigen, die ihre Forschung dafür finanziert bekommen, Ursachen zu ignorieren und lediglich Szenarien zu erstellen, die den Untergang der Zivilisation, wie wir sie kennen, im Klimawandel-Inferno, das St Antonio aus seiner UNzentrale beschwört, intonieren, sind Lin et al. (2025) an einer Erklärung steigender Meeresspiegel an der chinesischen Küste interessiert und steigende Meeresspiegel können entsprechend in ihrer Analysewelt von mehr Wasser in den Meeren oder von sinkenden Landmassen ausgelöst werden. Im ersten Fall steigen Meeresspiegel aufgrund von zunehmender Wassermasse, im zweiten Fall steigen die Meeresspiegel vor allem, weil das Land, an das sie schwappen, absinkt: Subsidence ist der englische Begriff dafür und VLT, die Vertical Land Metric, das Mittel, Subsidence oder „Uplift“, falls tektonische Aktivität Land anhebt, zu messen.

Ergo messen Lin et al. VLT und sie nutzen alle möglichen Datenquellen, von Satellitendaten bis zu Pegelmessungen, um einen Datensatz zu konstruieren, der Aufschluss darüber geben kann, was das relative Niveau des Meeresspiegels an Chinas Küsten beeinflusst.

Und siehe da, es sind menschliche Aktivitäten, die NICHT die Meeresspiegel steigen lassen, die das Land, das die Meere begrenzt ABSINKEN lassen, Aktivitäten wie Grundwasserentnahmen, Baumaßnahmen, Bodenversiegelung durch Sedimente und Boden in große Tiefen:

„Unlike geological VLM [Vertical Land Motion], which typically progresses steadily over long timescales, anthropogenic VLM—driven by activities such as urban construction, groundwater extraction and land reclamation—is mostly characterized by high-frequency variability that can exceed natural rates by orders of magnitude, yet its impacts could be substantially mitigated through effective adaptive management strategies (for example, enhancing groundwater regulation)“.

Die menschlichen Aktivitäten, Bauaktivitäten, das Absenken der Grundwasserspiegel um nicht nur bauen zu können, sondern Trink- und Nutzwasser für eine stetig steigende Nachfrage bereitzustellen, erklärt das Absinken der Chinesischen Städte entlang der Küste fast vollständig, zu 94%:

„Across all subsiding cities, anthropogenic subsidence accounts for at least 94% of the total subsidence (17 out of 19 cities exceed 98%), further highlighting the dominant role of anthropogenic factors in modern subsidence signals, as opposed to the geological factors that primarily influence uplift.“

Nun muss nur noch quantifiziert werden, wie sich das Absinken zum angeblichen Steigen des Meeresspiegels verhält und siehe da, mindestens 5% des Stadtgebiets in den oben genannten Städten sinkt deutlich mehr als der Meeresspiegel in der Rekonstruktion zweifelhafter Qualität (siehe oben) steigt.

„Urban activities such as road construction, underground development and building projects can exacerbate natural sediment compaction and consolidation when imposed on thick, loose Holocene deposits, making the subsiding areas identified by our linear term (Fig. 2a) particularly vulnerable to rapid anthropogenic subsidence. Incorporating anthropogenic VLM into the sea-level budget reveals a further departure against the geological baseline. Unlike geological sea-level budget variations dominated by GMSL or regional processes (Fig. 4b), it is virtually certain (P ≥ 0.995) that at least 5% of every city area measured by InSAR, …, exhibited local subsidence rates exceeding GMSL rise (4.06 ± 0.35 mm year−1) between 2015 and 2022.“

Wenn in einem statistischen Modell der Einfluss einer Variable X ein Vielfaches des Einflusses einer Variable Y ist, die beide eine dritte Variable Z erklären sollen, und wenn der Einfluss von X bereits ausreicht, um Z zu erklären, dann ist Y nicht mehr notwendig, vor allem, wenn man bedenkt, dass Y eine Rekonstruktion des Meeresspiegel ist, eine Rekonstruktion ideologisch beeinflusst und von zweifelhaftem Wert:

„Locally, extensive urbanization has triggered rapid subsidence that can exceed GMSL [Global Mean Sea Level] rise by orders of magnitude, with the highest population densities concentrated above depositional environments highly vulnerable to anthropogenic subsidence (for example, the YRD and PRD). These converging factors underscore the need for city-specific adaptive management strategies informed by local sea-level budgets to mitigate exposure risks along China’s densely populated coastline.“

Die Studie von Lin et al. (2025) umfasst zwei Ergebnisse, eines, das man als reliabel und valide ansehen muss und eines, das die Autoren selbst für zweifelhaft halten.

Das zweifelhafte Ergebnis lautet: Seit Mitte des 19. Jahrhunderts steigen die Meeresspiegel schneller an als zu jedem anderen Zeitpunkt im Verlauf der letzten 5.000 Jahre.

Das valide und reliable Ergebnis lautet: Das Absinken des Landes entlang der chinesischen Küste, das auf menschliche Aktivitäten zurückgeht, aber NICHTS mit einem Klimawandel zu tun hat, beträgt ein Vielfaches des angeblichen Anstiegs der Meeresspiegel, woraus man schließen muss, dass absinkende Landmassen, nicht steigende Meeresspiegel weitgehend für den RELATIVEN ANSTIEG des Meeresspiegels vor Chinas Küsten verantwortlich sind.

Was wird sich wohl in Medien finden?

Die besondere Sauerei, die in dieser Schlagzeile zum Ausdruck kommt, besteht darin, dass Lin et al. (2025) die 5000 Jahre, nicht 4000 Jahre, zur Grundlage ihrer Analyse genommen haben, die sich dadurch auszeichnen, dass Meeresspiegel weitgehend stabil geblieben sind…

Davon abgesehen: Sie haben es gewusst, oder?


 

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4Comments

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  1. 1
    Bill Miller

    Vor allem die Küsten um Nord- und Ostsee die nicht zu Skandinavien gehören sinken ab. Denn der skandinavische Schild steigt auf. Immer noch, seit die Gletscher schmolzen. Und wenn Wasserpegel der Anrainer zu einem Zeitpunkt X als Nullwerte genommen werden misst man ein Ansteigen des Wasserspiegels.
    Messen, auch korrekt messen ist eine Sache, verstehen was man misst eine andere.
    Selbst eine mehrfach verifizierte/replizierte Messung ist nicht zwingend valide.

  2. 2
    ben

    Nicht gewusst, aber gleich vermutet beim Auftauchen der ersten Überschriften. Die Wahrscheinlichkeit auf Betrug in den Mainstreammedien bei den Themen Klima, Migration, Trump, Putin, Ukraine, AfD usw. liegt aktuell bei glatten 100%.

  3. 3
    Dieter Göpfert

    Also nicht gewusst, aber vermutet.
    ! Ich habe ein paar Jahre in Jakarta gelebt und die Stadt sinkt seit Jahrzehnten aus genau den genannten Gründen ab. Zudem ist die Stadt, die man guten Gewissens als Moloch bezeichnen kann, auf einem sehr sumpfigen Boden gebaut, so dass die Wirkung der völlig unregulierten Wasserentnahme noch erheblich verstärkt wird. Das hat dazu geführt, dass es ernsthafte Bestrebungen gibt, auf Kalimantan, ehem. Borneo, ein neue Hauptstadt zu errichten.

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