Ob die Templer, die beginnend mit Freitag, dem 13. Oktober 1307 von König Philip IV zu Hunderten verhaftet, gefoltert und ermordet wurden, ihr Schicksal mit dem Freitag, dem 13. in Verbindung gebracht haben?
Eine der Frage, die die Geschichte vermutlich nicht stellt.
Eine andere betrifft Freitag, den 13. September 1940, der Tag, an dem die Deutsche Luftwaffe im Rahmen dessen, was im Vereinigten Königreich als „Blitz“ bekannt ist, den Buckingham Palace bombadiert hat, eine Aktion, bei der King George VI and Queen Elizabeth (die Mutter von Queen Elizabeth II) nur um Haaresbreite mit dem Leben davongekommen sind.
Ob beide dem Tag der Bombadierung, dem Freitag, dem 13. die Verantwortung zugesprochen haben?
„Friday, the 13th; I thought as much. If Bob has started, there will be hell, but I will see what I can do.“
So beginnt der Roman „Friday, the Thirteenth“ von Thomas W. Lawson. Ein Roman mit aktuellem Thema. Veröffentlicht im Jahre 1907 beschreibt er, wie ein Börsenhändler den Aberglauben seiner Mitmenschen ausnutzt, um die Wall Street in Panik zu versetzen. Es scheint, der Roman hat, obwohl weder COVID-19 Spritzbrühen noch westliche Werte rettende Kriege oder gar Planetenrettungen darin vorkommen, nichts an Aktualität verloren.
Lawson wird häufig als Urvater der Diskriminierung des 13. jeden Monats und der Mehrfach-Diskriminierung des 13., der auf einen Freitag fällt, bezichtigt. In jedem Fall hat er seinen Anteil am Aberglauben um Freitag, den 13., jenen Tag, an dem Jason Voorhees u.a. auf die Jagd nach Opfern geht.
Nicht nur, dass ein harmloser Freitag, der auf einen 13. fällt (oder umgekehrt), unter dem Aberglauben zu leiden hat, auch ganz normale Menschen, die das Schicksal des Freitags teilen und an einem ebensolchen, dem 13., geboren wurden, leiden unter dem Aberglauben. Das jedenfalls will der Aberglaube so, der entweder den am Freitag, den 13., Geborenen, oder denen, die die am Freitag, den 13., Geborene kennen, einredet, daran sei etwas Besonderes, etwas besonders Schlechtes oder Unglückliches.
Jan Fidrmuc und J. D. Tena, zwei unerschrockene Forscher von der Brunel University in London sind nunmehr angetreten, dem Aberglauben um Freitag, den 13., ein Ende zu bereiten – mit den Mitteln der quantitativen Datenanalyse sind sie dem Aberglauben zu Leibe gerückt.
geb. Freitag, 13. Oktober 1925
3,9 Millionen Informationen zu 60.000 Britischen Haushalten, darunter 122.833 Briten, die an einem 13. geboren wurden, und 18.032 Briten, die an einem Freitag, den 13., geboren wurden, haben Fidrmuc und Tena zusammengetragen, um dem Aberglauben ein für alle Mal den Garaus zu machen und Freitag, den 13., als vollberechtigten Tag in die Reihe der anderen Tage aufzunehmen.
Vermeintliche Unglücksraben, die an einem Freitag, den 13., geboren wurden, sollten sich von Inhabern glücklicherer Geburtstage dadurch unterscheiden, dass ihre Biographie in wichtigen Punkten suboptimal verlaufen ist. Fidrmuc und Tena zeigen sich hier als Optimisten, sind sie doch der Meinung, die Höhe des Stundenlohns und die Frage, ob ein Mensch eine Arbeit finde, wirke sich auf Lebenschancen aus, ja entscheide über dessen Lebenschancen (Sie leben offensichtlich noch in der Vor-Nanny-State-Zeit).
Wie dem auch sei, Fidrmuc und Tena rücken dem Aberglauben mit Regressionsanalysen zu Leibe und vernichten ihn vollständig: Weder haben Menschen, die am Freitag, den 13., geboren wurden, eine geringere Wahrscheinlichkeit, einen Arbeitsplatz zu finden noch erhalten sie geringere Löhne als Menschen, die nicht an einem 13. des Monats, der ein Freitag war, geboren wurden.
geb. Freitag, 13. August 1926
Außerdem haben Menschen, die am Freitag, den 13., geboren wurden, nur eine minimal geringere Wahrscheinlichkeit, single zu bleiben (also nicht zu heiraten), ein Ergebnis, das man so und so werten kann, oder: „we leave it up to the reader to decide whether staying single is good or bad luck“.
Ob Freitag, der 13. nun mit vollem Recht in die Riege der gewöhnlich mindestens 362 Tage eines Jahres aufgenommen werden wird, die nicht Freitag, der 13. sind?
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“…Ankomme Freitag, den 13. um 14 Uhr, Christine / La la la la la la…”. Der Reinhart Mey hat diesen liebgewordenen Aberglauben musikalisch allerliebst aufgespießt 🙂
“… und da fällt mein Blick auf den Kalender, und da trifft mich der Schlag- denn heut ist erst der 12. und Donnerstag”. Man kann also auch am Donnerstag den 12. Pech haben.
Ansonsten heisst der Sänger “Reinhard Mey” und nicht Reinhart Mey.
Übrigens ist zum Thema Krieg ein zweites Lied von Reinhard Mey hörenswert: Maskerade (1971). -Im Krieg sterben nicht nur Menschen, es sterben auch die Seelen der Überlebenden.
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“…Ankomme Freitag, den 13. um 14 Uhr, Christine / La la la la la la…”. Der Reinhart Mey hat diesen liebgewordenen Aberglauben musikalisch allerliebst aufgespießt 🙂
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Ansonsten heisst der Sänger “Reinhard Mey” und nicht Reinhart Mey.
Übrigens ist zum Thema Krieg ein zweites Lied von Reinhard Mey hörenswert: Maskerade (1971). -Im Krieg sterben nicht nur Menschen, es sterben auch die Seelen der Überlebenden.