„Ich muss das zurückweisen, denn wir sind ein reiches Land. Und zu sagen, wir müssen die soziale Sicherung streichen, ist falsch. Wir müssen gemeinsam für mehr Wachstum arbeiten, das ist der richtige Weg.“
Was hier zurückgewiesen wird, sind Kürzungen an Sozialleistungen.
Zurückweisende ist Bärbel Bas, SPD, eine jener farblosen Gestalten, deren derzeitige Position ich keine Lust habe, zu eruieren.
„Deutschland ist ein reiches Land“, so hat Volker Wissing 2021 auf dem Parteitag der FDP verkündet.
Die Floskel vom wohlhabenden oder vom reichen Land, sie findet sich regelmäßig in Polit-Darsteller-Geschwätz, gemeinhin dann, wenn exzessive Ausgaben oder freie Kost, Logis und freier Lebensunterhalt, für erst kurz hier Lebende, legitimiert werden soll. Der Verweis auf den „Reichtum der Deutschen“, er taucht auf, wenn Linke ihren Neid per neuer Steuer befrieden wollen, er findet sich, wenn ein Bild von einem global player Deutschland gezeichnet werden soll, das nicht einmal mehr in Ansätzen akkurat ist.
Der neue „Global Wealth Report“ von UBS stellt die Daten bereit, auf deren Grundlage man sehr deutlich zeigen kann, wie arm die Deutschen tatsächlich sind, und wie sehr die Besteuerung zu ihrer Armut beiträgt. Betrachtet man das durchschnittliche Lohneinkommen, dann liegt Deutschland im oberen Mittelfeld:
Es sollte auf dieser Grundlage unter normalen Umständen für einen Durchschnittsverdiener kein Problem sein, anzusparen, sich auf den Weg zu Reichtum in Einlagen oder Assets zu machen. Dass es in Deutschland dennoch ein Problem ist, das liegt an der Steuerlast: vom Einkommen eines Single ohne Kinder werden 47,9% weggesteuert. Damit muss sich Deutschland in der Steuerlast nur Belgien geschlagen geben. Mit 47,9% liegt die Steuerlast in Deutschland deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 35,1%. Deutschland ist das, was man einen gierigen sozialistischen Staat nennt.
Das Ergebnis dieser staatlichen Gier wird im neuen „Wealth Report“ von UBS sehr deutlich, und zwar dann, wenn man nicht einfach die Zahlen übernimmt, die UBS präsentiert, sondern mit diesen Zahlen arbeitet.
Alle statistische Arbeit fängt mit der Definition der Daten an, damit man weiß, womit man arbeitet. Wenn im Folgenden von Reichtum die Rede ist, dann umfasst dieser den Wert aller finanziellen Einlagen zuzüglich Besitz an Haus und Boden, die sich im Besitz eines Einzelnen befinden:
„Net worth or “wealth” is defined as the value of financial assets and real assets (principally housing) owned by private individuals, less their debts. Private pension fund assets are included, but not entitlements to state pensions unless they are fully funded. Human capital is excluded altogether, along with assets and debts owned by the state (which cannot easily be assigned to individuals).“
Die Daten, die auf Basis dieser Definition von UBS ermittelt wurden, wurden für 30 Länder anhand zweier statistischer Maßa aufbereitet: Mittelwert und Median. Ein Mittelwert nimmt keinerlei Rücksicht auf die Verteilung, er mittelt die Summe aller Assets, die als Reichtum gezählt werden. Dass sich unter denen, die auf diese Weise einen Durchschnitts-Reichtum von 345.613 Euro zugerechnet bekommen, viele Leute befinden, die nicht einmal ansatzweise in die Nähe dieses „Durchschnitts-Reichtums“ gelangen, wird ebenso eingeebnet wie die Tatsache, dass sich wenige Milliardäre unter den Bewohnern eines Landes befinden, die den „Durchschnittsreichtum“ der armen Schlucker massiv aufwerten. Mit dem Mittelwert kann man einen Eindruck vom generellen Reichtum erhalten, der in einem Land vorhanden ist. Ein Maß, das man im internationalen Vergleich nutzen kann. Und dabei kommt dann die folgende Verteilung heraus (Die Abbildung wurde von uns auf Basis der Daten von UBS (2026. 14) erstellt:
Nun zeigt diese Abbildung nicht wirklich etwas, über die Bedingungen, die in Deutschland herrschen, sagt nichts über die Verteilung des Reichtums. Sie zeigt lediglich, dass Deutschland im Konzert der 28 ansonsten noch von uns berücksichtigten Industrienationen einen Rang im oberen Mittelfeld einnimmt.
Im Gegensatz zum Mittelwert zerlegt der Median eine Verteilung in zwei gleichgroße Teile, so dass die eine Hälfte all diejenigen umfasst, die weniger als den Medianwert, in diesem Fall des Reichtums besitzen, während die andere diejenigen umfasst, die mehr als den Medianwert besitzen. Die Höhe des Medianwerts gibt somit einen Einblick in das Ausmaß an Reichtum, der Abstand zum Mittelwert einen Einblick in das Ausmaß ungleicher Verteilung, der Vergleich mit anderen Ländern einen Überblick über den „Reichtum“ der großen Masse der Bevölkerung.
Für Deutschland ergibt sich das unter 29 Ländern denkbar schlechteste Ergebnis:
In Deutschland gibt es also genug Reiche, um das Land im Hinblick auf den vorhandenen Reichtum im Mittelfeld zu platzieren. Ändert man die Perspektive und betrachtet die Verteilung von Reichtum, dann zeigt sich, dass 50% der Deutschen ärmer, deutlich ärmer sind als die unter dem Median Besitzenden in anderen Ländern. Dass der Abstand zwischen einem mediokren Durchschnitts-Reichtum und dem Median dennoch sehr groß ist, zeigt, dass in Deutschland vor allem diejenigen, die keinen Reichtum besitzen per Steuerlast daran gehindert werden, „Reichtum“ zu erarbeiten. Wie drastisch die staatliche Verarmung in Deutschland, in der angeblich „reichen Gesellschaft“ betrieben wird, das kann man dadurch abbilden, dass man ein einfaches Verhältnis zwischen Durchschnitts- und Medianreichtum herstellt: Je höher der dabei errechnete Wert, um massiver werden Bürger verarmt bzw. daran gehindert, reich zu werden, von ihrem Staat daran gehindert.
Die USA spielen insofern in einer anderen Klasse als rund doppelt so viel Durchschnittseinkommen vorhanden ist, die Schere zwischen den Reichen und den Armen in den USA also nominal weiter klafft als in Deutschland, aber selbst hier noch auf einem höheren Niveau mit Blick auf das Medianeinkommen. Das relativ mediokre, was in Deutschland an Reichtum vorhanden ist, ist so ungleich verteilt, wie (abgesehen von den USA) in keinem anderen Land.
Die Erzählung vom „reichen Land“ ist mindestens so falsch, wie die Erzählung der Gesellschaft der Gleichen, denn Regierung um Regierung hat mit irren Ausgaben und mindestens so irren Steuern den Großteil der Bevölkerung nicht nur um das erarbeitete Geld beraubt, sondern vor allem um die Chance, Reichtum zu erwirtschaften.
Das ist der Ausgangspunkt, auf dem Lars Klingbeil, der zum Finanzminister gekommen ist, wie der Legastheniker zum Vorlesewettbewerb, Steuern erhöhen will.
Man wundert sich täglich, was sich Deutsche alles bieten lassen… oder was sich Briten alles bieten lassen …
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Aber natürlich ist D ein „reiches“ Land: Mit über einer Billion (10 hoch 12) „Sonderschulden“; fragt sich nur, wer die Gläubiger, und wer die Schuldner sind, die Zins und Zinseszins abstottern werden, und wer die tatsächlichen Nutznießer sind.
Vor allem reich an Schwachsinn & retardierten Vollidioten, siehe Schwachkopf professional.
Gibt grad fleissig kickback VON blackrock, siehe Dänemark…
Wohingegen Pinocchio kickback AN blackrock veranlasst, siehe Senegal…
Es wäre interessant zu analysieren, warum trotz noch höherer Steuerbelastung die Belgier ganz oben im Vermögen mitspielen. Ähnliche Schere zu Deutschland wie dort übrigens auch im betrachteten Quotienten aus Mittelwert und Median. Liegt es daran?
[…] 8.7.26 SciFi: Nicht wohlhabend, sondern staatlich verarmt: Der neue Global Wealth Report zeigt, wie arm Deutsche tatsächlich sind – „„Ich muss das zurückweisen, denn wir sind ein reiches Land. Und zu sagen, wir müssen die soziale…“ […]
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Show CommentsWenn man jetzt noch die Kaufkraft ins Spiel bringt …
Herr Klonovsky hatte vor einigen Tagen auch eine interessante Zahlenreihe zum Thema „Deutschland ist (k)ein reiches Land“ gebracht. https://www.klonovsky.de/2026/06/30-juni-2026/
Die kannte ich noch nicht und fand sie sehr aufschlussreich.
Aber natürlich ist D ein „reiches“ Land: Mit über einer Billion (10 hoch 12) „Sonderschulden“; fragt sich nur, wer die Gläubiger, und wer die Schuldner sind, die Zins und Zinseszins abstottern werden, und wer die tatsächlichen Nutznießer sind.
Vor allem reich an Schwachsinn & retardierten Vollidioten, siehe Schwachkopf professional.
Gibt grad fleissig kickback VON blackrock, siehe Dänemark…
Wohingegen Pinocchio kickback AN blackrock veranlasst, siehe Senegal…
Es wäre interessant zu analysieren, warum trotz noch höherer Steuerbelastung die Belgier ganz oben im Vermögen mitspielen. Ähnliche Schere zu Deutschland wie dort übrigens auch im betrachteten Quotienten aus Mittelwert und Median. Liegt es daran?
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