Wer lieber Tee mag, 1-2 Tassen Tee erfüllen einen ähnlichen Zweck, sind aber nicht so potent wie Kaffee.
Indes: Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Wer auf Koffein verzichtet und entkoffeinierten Kaffee süffelt, der kann es auch lassen. Demenz wird davon nicht beeindruckt.
Eine Studie, die gerade bei JAMA, im Journal of the American Medical Association veröffentlicht wurde, ergibt auch unter Kontrolle einer Vielzahl von Variablen, von Ko-Morbiditäten bis zu Lebensgewohnheiten einen signifikanten Effekt: Wer täglich einen halben Liter und bis zu einem dreiviertel Liter Kaffee trinkt, der hat ein geringeres Risiko, Demenz zu entwickeln und eine höhere Wahrscheinlichkeit, kognitiv auf der Höhe zu bleiben.
Links der Zusammenhang zwischen dem Risiko, mit Demenz diagnostiziert zu werden und der Anzahl von Kaffeetassen, die man leert, rechts der Zusammenhang zwischen kognitiver Leistungsfähigkeit und der Anzahl geleerter Kaffeetassen. In beiden Fällen stellen sich die optimalen Werte bei 2-3 Tassen ein, worunter die Autoren 8oz verstehen, also rund 240 ml. Die entsprechende Menge Kaffee reduziert das Risiko, mit Demenz diagnostiziert zu werden, um 18%.
131.821 Briten, alle im Gesundheitswesen, also im NHS beschäftigt und von 1980 bis 2023 in zwei Kohorten über Zeit verfolgt, bilden die Grundlage der Analysen. 11.033 von ihnen wurden im Verlauf der 43 Jahre mit Demenz diagnostiziert. Das dargestellte Ergebnis kann – auf leicht geringerem Niveau – auch mit Tee erreicht werden, (zwei Tassen sind ausreichend), aber entkoffeinierter Kaffee hat keinerlei Effekt auf Demenz. Es muss schon „the real stuff“ sein.
Forschung wie diese zieht in der Regel Leute an, die versuchen, ein wenig Anteil am Ergebnis zu erlangen, in dem sie Einwände wie den von Hottinger et al. (2026) gemachten, vorbringen und die Autoren mehr oder minder der Nachlässigkeit bezichtigen. Für Leute, die sozial aktiver seien, so Hottinger et al., bei denen es sich offenkundig um Vertreter der Urhorden-Romantik handelt, die sozial aktiver, in soziale Netzwerke eingebunden seien und soziale Unterstützung erhielten, sei ein geringeres Risiko mit Demenz diagnostiziert zu werden, gefunden worden – eine dieser grausligen Forschungen, die ein Ergebnis verbreiten, das man nicht unabhängig gemessen hat, so dass nicht klar ist, ob die soziale Aktivität aus der nicht vorhandenen Demenz resultiert oder die nicht vorhandene Demenz aus der sozialen Aktivität… Es sei, so meinen Hottinger vor diesem Hintergrund, notwendig zu kontrollieren, ob soziale Einbindung und nicht etwa Kaffee, denn Kaffee wird öfter in geselliger Runde getrunken, wie die Hottingers denken, für den Zusammenhang verantwortlich sei:
„We, therefore, encourage additional secondary analyses in the NHS and HPFS cohorts to evaluate whether available indicators of social engagement mediate or confound the association between caffeinated coffee intake and dementia outcomes. Mediation models or marginal structural models could help quantify the proportion of the association between coffee and dementia explained by social participation vs direct biological effects of caffeine. …“
Article Information
Corresponding Author: Andreas F. Hottinger, MD, PhD, Lundin Family Brain Tumor Research Centre, Service of Neurology, Department of Clinical Neuroscience, Lausanne University Hospital, Rue du Bugnon 46, CH 1011 Lausanne, Switzerland.
Eine solche Unterstellung weckt bei jedem Wissenschaftler die Wut zum Widerstand. So auch bei Zhang et al. (2026), die mit einer angemessenen Breitseite reagieren: Man habe natürlich geprüft, ob soziale Einbindung / Aktivität einen Unterschied mache und könne die besorgten Lesern aus der Schweiz auf Basis dieser Ergebnisse beruhigen: Alles, was sozial ist, hat keinen Effekt auf den Effekt von Kaffee, der das Risiko von Demenz reduziert:
„Changing the baseline years allowed us to incorporate the Berkman-Syme Social Network Index (SNI) in our analysis. The Berkman-Syme SNI captures 4 domains of social connectedness: marital status, contacts with close friends and relatives, religious participation, and participation in nonreligious community groups. In the multivariable-adjusted model without the Berkman-Syme SNI, the HR was 0.82 (95% CI, 0.77-0.87) for dementia comparing the highest with the lowest quartile of caffeinated coffee intake, consistent with our original findings. After additionally adjusting for the Berkman-Syme SNI, the association remained virtually unchanged (HR, 0.82; 95% CI, 0.78-0.87), indicating that structural social connectedness did not meaningfully confound this association.“
So eine Antwort wirkt wie ein Bauchplatscher vom Zehnmeterbrett…
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Sehr schön wieder.
Ich komme so selten dazu, Ihnen zu danken, aber lese alle Ihre Artikel.
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Schön bestätigt zu finden, dass eine meiner liebsten Gewohnheiten auch noch solche positiven Effekte hat.