Wissen Sie, was ein Schlengerbembel ist?
Für die, die es nicht wissen: Es ist eine Art „Reitschul“.
Pfälzisch ist einfach eine schöne Sprache…
Das Relevante an diesen Karussellen oder, wie es wohl heute heißt, Fahrgeschäften: Sie laufen im Kreis. Man ist am Ende da, wo man am Anfang war.
Die Briten haben für diese Art des Vergnügens den Begriff des Merry-Go-Round.
Das berühmteste Merry-Go-Round der Filmgeschichte findet sich in Alfred Hitchcocks Klassiker „Strangers on a Train“.
Das Merry-Go-Round war nicht so merry, after all…
Die Allegorie auf ein Karussell scheint mir den Zustand des „post-coming of Andy“ (Burnham), in dem sich die britische Politik befindet, am besten zu beschreiben. Noch sind die Passagiere auf der Vergnügungsfahrt fröhlich und voller Freude, aber das Ganze wird bereits in wenigen Tagen Fahrt aufnehmen und die Frage wird sein, wie lange sich Andy und sein „Kabinett“ werden im Sattel halten können.
Das Problem für Andy beginnt bereits damit, dass Keir, Sir Keir Starmer, der den gestrigen Tag in feuchtfröhlicher, alkoholisierter Weise in einem Biergarten verbracht hat, offenkundig zufrieden mit sich, nicht mit Andy kooperiert hat. Andy und sein „Team“, man hat heute immer ein Team, steht nie für sich, hatten sich das Ganze, ihren Coup, den wir hier beschrieben haben, so schön vorgestellt. Andy wird von der Labour Party als neuer PM nominiert, Keir bleibt bis September im Amt und verschafft Andy „und seinem Team“ die Zeit, einen Plan für die Zeit in No. 10 zu entwickeln. Andy: Keir hat Andy eines gepfiffen, wie man in der Pfalz sagt: „Du hast mich hinter meinem Rücken von meinem Amt entfernt. Du willst den Job, dann nimm‘ ihn“ und ist zurückgetreten.
Und nun ist Andy PM.
Viel zu früh für Andy und sein Team, die schon jetzt wirken, wie ein ahnungsloser Haufen, der versucht, mit kleinen, portionierten Happen, die man den Bürgern, die Andy und sein Team für ziemliche Deppen zu halten scheinen, offenkundig in einer Variante des individualistischen Fehlschlusses, der sie den Eindruck, den sie aus dem Kontakt mit Shitstream-Medialen gewinnen, auf die Gesamtbevölkerung übertragen lässt, zu fressen gibt, um die Illusion zu erwecken, Andy sei ein Mann der Tat, löse die „cost-of-living-crisis“ der Briten, die einen wesentlichen Anlass in Nut Zero, dem Irrsinn, der auch in Deutschland als „Energiewende“ betrieben wird, hat.
Ergo hat Andy heute morgen, um 6 UHR in der Frühe verkündet und verkünden lassen, dass er die Mehrwertsteuer auf den Strom privater Haushalte für ein Jahr und beginnend im Oktober streichen wird. Finanziert werde das Ganze, so hat er weiter verkünden lassen, mit dem Geld, das freigeworden ist, weil er das ID-Card Scheme seines Vorgängers gestrichen habe.
Schön!
Seichte Gemüter, wie man sie in Medien vermehrt zu finden scheint, werden sich jetzt freuen.
„Andy Burnham weiß, in welchem Bereich er schnell punkten muss.
Deswegen kündigt der neue britische Premierminister direkt bei seiner Antrittsrede an der Downing Street Nummer 10 an: „Ich will, dass die Menschen durchatmen können, vor allem in Bezug auf die Lebenshaltungskosten.“
Einen Tag später steht fest, wie er das machen will: Seine Regierung will die Mehrwertsteuer auf Stromrechnungen von Privathaushalten streichen. Die Maßnahme solle zum 1. Oktober in Kraft treten.“
Dieser kurze Snippet entstammt einer „Analyse von Lisa-Maria Röhling“. Analyse im Kontext von Tagesschau meint, dass eine Ahnungslose eine andere Ahnungslose nach ihrer Meinung befragt. Das hat mit Analyse so viel zu tun, wie kalter Kaffe mit verbrühen. Hätte Lisa-Maria Röhling ihre Arbeit als Journalist getan und recherchiert, sie wäre über kurz oder lang darüber gestolpert, dass der britische Regulierer des Strommarktes „OfGem“, die Preisgrenze für den Strom privater Haushalte gerade um 13% angehoben hat. Ab Mitte September wird der Strom für alle Briten um 13% teurer, eine Folge der idiotischen Nut Zero Politik von Mad Ed Miliband. Die Mehrwertsteuer, die Andy für ein Jahr streichen lässt, sie beläuft sich auf 5%. Ein durchschnittlicher britischer Haushalt hat rund 900 GBP Stromkosten pro Jahr.
Andy Burnham gibt Briten also 45 GBP der 117 GBP, die ihm Labour Politik zuvor gestohlen hat, wieder zurück. Ein nobler Dieb.
Nicht nur ein Dieb.
Ausgerechnet Darren Jones, rechte Hand von Keir Starmer, bevor er von Andy in die Wüste geschickt wurde, hat die journalistische Arbeit für diejenigen erledigt, die dazu nicht fähig sind und darauf hingewiesen, dass die Finanzierung, die Andy und sein Team behaupten, eine Luftnummer ist. Das ID-Card Scheme von Keir hatte nämlich keinerlei Geld, das dafür bereits zurückgestellt wurde. Und wo kein Geld vorhanden ist, kann man, wenn man es streicht, auch kein Geld freisetzen. Entweder Andy und sein Team und sein neuer Chancellor of the Exchequer haben keine Ahnung oder sie lügen. Ich diskutiere noch mit mir, was schlimmer ist.
1,6 Millionen Nutzer von x haben diese Kommentar gesehen, Lisa-Maria, deren Job es wäre, offenkundig nicht.
Das ist der zweite Rohrkrepierer, den Andy Burnham in seinen nicht ganz 24 Stunden als PM bereits losgelassen hat. Der erste kam gleich, nachdem „nicht mein PM bei nicht mein King“ Audience hatte und zum PM berufen wurde:
Er werde, so hat Andy auf der Straße vor No. 10 Downing Street verkündet, die Obdachlosigkeit, das Schlafen auf der Straße beenden. Rund 150 Millionen GBP, die sich im Verhältnis zu den 11 Milliarden GBP, die Andy MEHR für Entwicklungshilfe ausgeben will, offenkundig um seine Cronies, die nachdem Trump USAID geschlossen hat, einen Bedarf an öffentlichen Geldern haben, durchzufüttern, eher mickrig ausmachen. Aber sie müssen auch nicht mehr als mickrig sein, denn der Stunt mit der Obdachlosigkeit ist einer, den Andy Burnham nicht zum ersten Mal spielt.
Als Burnham 2017 sein Amt als Bürgermeister von Greater Manchester angetreten hat, hat er ebenfalls verkündet, er werde das „rough sleeping“, die Obdachlosigkeit beenden. Aus dem Ende der Obdachlosigkeit, das Burnham für Manchester verkündet hat, ist seit Jahren ein Anstieg geworden:
Andy Burnham reveals his ‚first instruction‘ inside Downing Street will be to end rough sleeping in Britain.
Und Piccadilly Gardens, einst das Vorzeigezentrum von Manchester hat sich unter Andy Burnhams Aufsicht in Crackadilly Gardens entwickelt, ein Ort, an dem man sich trifft, Drogen konsumiert, sich verhält wie ein Vandale und .. sehen sie selbst
Er wolle die Zeit zurückdrehen in die 1970er Jahre, so hat Andy in einer seiner seltenen Reden ausgeplaudert, in die Zeit nationalisierter Unternehmen, hoher Arbeitslosigkeit und explodierender Inflation – indes, eine Zeit, zu der Manchesters zentraler Platz ganz anders ausgesehen hat als er es unter Bürgermeister Andy Burnham tut / getan hat:
Manchester. Piccadilly Gardens, Manchester – Then:
A beautiful, thriving public space with lush gardens and real civic pride.
Piccadilly Gardens, Manchester – Now:
Concrete, decline, and disappointment.
This is what real urban decay looks like. Andy Burnham pic.twitter.com/Zi2B8Y7y3U
Wir haben im UK eine neue Regierung, eine weitere Labour Regierung OHNE PLAN, OHNE KOMPETENZ, eine Regierung, aus Personen zusammengesetzt, die das schlechteste symbolisieren, das Labour zu bieten hat.
Burnham hat den gestrigen Abend der Ernennung, für manche, die geschasst wurden, auch eine Nacht der langen Messer, damit begonnen, John Healey, den Verteidigungsminister von Starmer, der im Streit über die Finanzierung der Streitkräfte zurückgetreten ist, zum Chancellor of the Exchequer zu machen. Das war eine Überraschung, denn die Bookies hatten mit Shabana Mahmood oder – schlimmer noch – Mad Ed Miliband gerechnet. Mahmood bleibt im neuen Kabinett Innenminister und Mad Ed soll nun anstelle von Yvette Copper als Außenminister den Planeten bereisen. Der Telegraph hat eine schöne Aufstellung des gestrigen Merry-Go-Round, das im wesentlichen zeigt, wie unterirdisch die Qualität von Labour Abgeordneten sein muss, wenn diese Leute erste Wahl darstellen:
Rachel from Accounts und David Lammy gehörden zu denjenigen, die in die Wüste geschickt wurden. John Healey ist nun Chancellor of the Exchequer und Alex Norris anstelle von Lammy Justice Secretary, Justizminister. Wenn Sie den Mann „Norris“ nicht kennen, macht nichts. Wir auch nicht.
Die wichtige Position, des Chancellor of the Duchy of Lancaster hat Burnham an Louise Haigh vergeben, damit ist Haigh unter anderem für die Ethischen Standards, d.h. deren Einhaltung in der Regierung verantwortlich, dieselbe Haigh, die aus der Regierung von Keir Starmer entfernt wurde, weil sie vergessen hat, eine rechtskräftige Verurteilung wegen Betrugs aus dem Jahre 2014 zu erwähnen.
Ein Betrüger wacht nun über Ethik. Was kann schiefgehen?
Im Ministerium für Bauen und Wohnen findet sich wieder Angela Rayner ein, die aus demselben zurücktreten musste, weil sie „vergessen“ hat, Stamp Duty, eine Steuer, die beim Kauf von Häusern fällig wird, zu bezahlen.
Jonathan Reynolds ist von Burnham zum Wirtschaftsminster gemacht worden. Bleibt zu hoffen, dass sich Reynolds daran erinnert, dass er KEIN Anwalt ist, nie einer war und auch keiner sein kann, denn Reynolds hat in der Vergangenheit gerne behauptet, studierter Anwalt zu sein…
Das sind die Besten, die Labour zu bieten hat.
Ein schlechter Witz, der nur dadurch gesteigert wird, das Wes Streeting, der am National Health Service gescheiterte Gesundheitsminister unter Keir Starmer, der zurückgetreten ist, um Keir Starmer herauszufordern, dann seinen Schwanz zwischen die Beine geklemmt und sich vom Acker gemacht hat, nicht ohne sich zuvor bei Andy Burnham anzuschleimen, ins Kabinett zurückkehrt. Eine Aktion, die erfolgreich war, denn Streeting kann nach dem Scheitern seiner „Leadership Challenge“ nun als „Verteidigungsminister“ einen Neuanfang machen. Die Rochade der Minister und Besetzung wichtiger Ämter mit Leuten, die keinerlei Kompetenz mitbringen, zeigt einmal mehr, dass es in der Politik nicht darum geht, Politik zu machen, sondern darum, Schaden anzurichten und sich selbst zu bereichern.
Burnham ist hier keine Ausnahme.
Sein Kabinett ist die gleiche Horrorshow in Inkompetenz, die bereits unter Starmer gastiert hat. Die Mittel, mit denen Burnham die Öffentlichkeit in die Irre führen will, sind ebenfalls dieselben: Lug, Betrug, Täuschung und Ablenkung. Aber. Burnham soll ein besserer Kommunikator als Starmer sein…
Schaun wir mal.
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