Wir haben die Dynamik der atmospärischen Zirkulation vernachlässigt.
Nicht wir, diejenigen, die Klima so genau vorhersagen können.
Und obschon Rossby-Wellen seit langem bekannt sind, kommen sie nicht in der prominenten Weise in Klimamodellen vor, wie es ihnen zukommt, denn Rossby Wellen haben dann, wenn sie sich als blockierendes Hochdruckgebiet einnisten, oft wochenlang schönes, heißes Wetter zur Folge, während sie als Tiefdruckgebiet die Erde in einen Sumpf verwandeln helfen.
Rossby-Wellen (auch planetarische Wellen genannt) sind riesige, wellenförmige „Schlangenlinien“ in der oberen Atmosphäre – sozusagen die großen Kurven des Jetstreams. Der Jetstream fließt nicht geradeaus, sondern mäandert stark – mal nach Norden, mal nach Süden. Diese Mäander werden als Rossby-Wellen bezeichnet, die oft Hunderte bis Tausende Kilometer breit sind. Sie bewegen sich langsam oder bleiben sogar fast stehen („quasi-stationär“) und verursachen blockierende Wetterlagen. Wenn eine Welle einen „Rücken“ (Hochdruck) über Europa macht, gibt’s oft wochenlang schönes, heißes Sommerwetter oder eine Hitzewelle. Wenn ein „Trog“ (Tiefdruck) kommt, regnet es tagelang oder es wird stürmisch.
Wer Hitzewellen erklären will, muss sich mit atmosphärischer Zirkulation befassen und spezifische Rossby-Wellen erklären. Und genau das haben Roldán‐Gómez et al. (2026) getan.
Die Autoren untersuchen, warum sich die Sommertemperaturen in Europa seit den 1980er-Jahren deutlich stärker erwärmt haben als der Rest der extratropischen nördlichen Hemisphäre und analysieren den Zusammenhang mit Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation – insbesondere quasi-stationären Rossby-Wellen (QSW): Ausgangspunkt bilden 9 handelsübliche Klimamodelle, auf deren Grundlage 392 historische Simulationen (mit allen bekannten Einflussfaktoren), 196 historische Simulationen nur mit Aerosolen und 256 historische Simulationen nur mit Treibhausgasen gerechnet werden, mit dem Ziel, die Hitzewellen in Europa, in West- und Mitteleuropa zu erklären. Zielvariable ist der QSW-Index, die meridionale Windgeschwindigkeit (V250) in bestimmten Längengrad-Bändern (Zentral-/Westeuropa minus Nordatlantik und Osteuropa).
Die Autoren zeigen in ihren Modellen Folgendes:
Seit ca. 1980 erwärmt sich Westeuropa im Sommer stärker als der Rest der extratropischen nördlichen Hemisphere. Der Unterschied beträgt rund ~1 °C und ~0,5 °C je nach genutztem Modell.
Als Ursache dieser Über-Erwärmung von Westeuropa machen die Autoren quasi-stationäre Rossby-Wellen (QSW) dingfest, die blockierende Hochdrucklagen über Europa fördern, woraus klarer Himmel und mehr Sonneneinstrahlung, persistente Hitze machen.
Quasi-stationäre Rossby-Wellen, die im Sommer Hitzewellen verursachen, werden durch den Rückgang der Sulfat-Aerosol-Emissionen über Europa ab ~1980 wahrscheinlicher. Der Rückgang erzeugt eine longitudinale Temperatur-Asymmetrie, veränderrt damit die atmosphärische Zirkulation und verstärkt quasi-stationäre Rossby Wellen.
Bis in die 1980 Jahre zeigen die Modelle bei steigendem Aerosol-Gehalt in der Luft eine Abkühlung, danach, bei sinkendem Aerosol-Gehalt eine Erwärmung.
Während die Modelle, die ausschießlich auf dem veränderten Gehalt von Aerosolen basieren, die Erwärmung ab 1980 recht gut abbilden, versagen die Modelle, in denen nur Treibhausgase berücksichtigt werden: Es gibt kaum ein klares forciertes Signal für die Zunahme der Rossby-Wellen und die beschleunigte europäische Sommererwärmung. Treibhausgase sind nicht der HauptAntrieb für die zusätzliche regionale Beschleunigung und die Zirkulationsänderung über Europa seit 1980. Diese wird von Aerosolen im Wesentlichen dem Rückgang der Sulfate erklärt.
Nicht Klimawandel, sondern reine Luft ist für die Hitzewellen verantwortlich: Die beschleunigte europäische Sommererwärmung und die Zunahme blockierender Wetterlagen sind zu einem großen Teil eine Folge der Luftreinhaltepolitik (weniger Aerosole) und nicht der Treibhausgaszunahme.
Man kann nicht stark genug betonen, dass dieses Ergebnis, das die Irrelevanz von Treibhausgasen für die Erklärung von Hitzewellen zeigt, auf Basis von Klimamodellen, die gemeinhin benutzt werden, um Klimawadel durch Treibhausgase zu beschreiben, zustande gekommen ist. Es ist quasi ein Auswärtssieg für die Aerosole. Wenn der nächste Klimawandel-Fanatiker die Sommerhitze auf „Klimawandel“ attribuieren will, kontern Sie mit Roldán‐Gómez et al., den Autoren, die gezeigt haben, dass die Hitze manmade ist, aber nicht per Klimawandel, sondern per Umweltpolitik:
Wir befinden uns im Europa der späten 1970er-Jahren. Der damalige Aufreger, der die guten damals noch Umweltretter in Wallung gebracht hat, das war: Saurer Regen, und sein Niederschlag in Waldsterben und einer Übersäuerung von Seen. Sie erinnern sich vielleicht: Das führte 1979 zur Unterzeichnung der „Convention on Long-Range Transboundary Air Pollution (CLRTAP)“ unter dem Dach der Genfer Luftreinhaltekonvention, einem Ableger der UN. Die Konvention trat 1983 in Kraft und gab den internationalen Rahmen für grenzüberschreitende Luftverschmutzung [!sic]. vor.
1980 kam die Erste EU-Ambient-Air-Quality-Richtlinie, die sich stark auf Schwefeldioxid (SO₂) und Schwebstaub konzentrierte hinzu, erweitert 1985 um das Helsinki-Protokoll zur CLRTAP: Eine Verpflichtung zur Reduktion der Schwefelemissionen um mindestens 30 % bis 1993 (bezogen auf 1980).
Mit dem Oslo-Protokoll von 1994 wurde die SO₂-Reduktion weiter verschärft und 1999 bzw. 2001 unter dem Göteborg-Protokoll und der EU-National-Emission-Ceilings-Directive (NECD) erweiterte Ziele für SO₂, NOx und Ammoniak festgelegt.
Seit 1975 wurde all das in nationale Gesetze überführt, vom Katalysator am Auspuff bis zur Rauchgasentschwefelung in Kraftwerken, von schwefelärmeren Brennstoffen zu einer Umstellung von Kohle auf Gas.
Als Folge sanken Europäische SO₂-Emissionen die noch in den 1970er-Jahre stark angestiegen waren, ab Anfang der 1980er Jahre. Der Beginn eines kontinuierlichen und deutlichen Rückgangs. Bis 2010 waren die Emissionen in vielen Ländern um 70–80% oder mehr reduziert und mit der Reduktion von vornehmlich SO2-Emissionen wurden vor allem Sulfate als Aerosol in der Atmosphäre erheblich seltener, was misslich ist, denn Sulfate wirken kühlend auf den Planeten, gibt es weniger von ihnen, steigen die Temperaturen und wie Roldán‐Gómez et al. (2026) gerade gezeigt haben, werden Hitzewellen wahrscheinlicher. Primär Sulfat-Aerosole (SO₄²⁻): entstehen aus Schwefeldioxid (SO₂) aus Kohle- und Ölverbrennung und Industrie.
Wieder einmal zeigt sich, dass menschliche Eingriffe in die Umwelt Effekte haben, solche, die man vorhersehen kann und solche, die man nicht vorhersehen kann oder will. Das Dilemma der Gutmenschen: Heute fühlen sie sich noch wie Helden, weil sie die Welt besser gemacht haben wollen. Morgen trifft sie die unbeabsichtigte Folge ihrer Gutheit …
Dummerweise trifft sie nicht nur die hybrisierenden Gutmenschen, sondern uns alle.
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Will sagen, es müßte dann Aufzeichnungen dazu geben.
Ansonsten ergänze ich noch um die Sonnenzyklen, die stehen auf Abkühlung und während solcher Phasen soll es im Sommer dann regelmäßig kurze, heiße Phasen gegeben haben, laut Wetterdaten / Rekonstruktion von vor Jahrhunderten.
[…] 24.7.26 SciFi: Hitzewellen in Europa sind Ergebnis der Reine-Luft-Politik der 1970er Jahre nicht von „Klimawandel“ [Neue Studie] – „Rossby-Wellen (auch planetarische Wellen genannt) sind riesige, wellenförmige „Schlangenlinien“…“ […]
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Wenn es an der wieder sauberen Luft liegt, dann muß es diese „Wellen“ vor der Industrialisierung gegeben haben.
Ergänzung
Will sagen, es müßte dann Aufzeichnungen dazu geben.
Ansonsten ergänze ich noch um die Sonnenzyklen, die stehen auf Abkühlung und während solcher Phasen soll es im Sommer dann regelmäßig kurze, heiße Phasen gegeben haben, laut Wetterdaten / Rekonstruktion von vor Jahrhunderten.
[…] 24.7.26 SciFi: Hitzewellen in Europa sind Ergebnis der Reine-Luft-Politik der 1970er Jahre nicht von „Klimawandel“ [Neue Studie] – „Rossby-Wellen (auch planetarische Wellen genannt) sind riesige, wellenförmige „Schlangenlinien“…“ […]
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