Im Rahmen der Geschichten aus 1000 und einem Klimamodell ist die Gletscherschmelze eine wiederkehrende Erzählung, die gemeinhin zun Besten gegeben wird, wenn die Hitzewellen-Hysterie abgeklungen oder noch nicht angeklungen ist.
Meldungen wie die gerade präsentierte, die eine Pressemeldung der World Meteorological Organization aufgreift, die gemessen haben wollen, dass Gletscher, also alle, weltweit, immer schneller schmelzen [als irgendwann], sind schon aufgrund der Nichtmessbarkeit der darin aufgestellten Behauptungen eine Desinformation. Wir haben in einem anderen Beitrag die Fragwürdigkeiten, die sich mit der Bestimmung der Oberfläche und des Volumens eines Gletschers und deren Umrechnung in “Masse” verbinden, zusammengestellt. Wer nachlesen will, kann das hier tun.
Solche Meldungen sind auch aus anderen Gründen Desinformation, Gründen, die wir in diesem Post darlegen.
Alles, was in den Meldungen, die Klimahysteriker so gerne verbreiten, ausgelassen wird, lässt sich in der folgenden Weise auf den Punkt bringen:
Ein Gletscher wächst, wenn im Akkumulationsgebiet mehr Schnee/Eis bleibt, als in der Ablationszone verloren geht. Eis “unten” ist gemeinhin „altes“ Eis, das von oben nachgeschoben wurde. Weniger Nachschub oben führt zum Rückzug unten – quasi als Nachschubproblem und nicht als Ergebnis von Gletscher, die wie Lagnese-Eis in der Sonne schmelzen.
Der Kilimandscharo/Kilimanjaro verliert seit Ende des 19. Jahrhunderts große Mengen Eis. Die Eisfelder des Kilimanjaro schmelzen. Das ist insofern erstaunlich, als die Temperaturen im Jahresmittel deutlich unter 0 Grad Celsius liegen, also unterhalb des Gefrierpunktes. Die Erklärung für den unter Null Grad Celsius schmelzenden Gletscher trägt den Namen “Sublimation”. Damit ist der direkte Übergang von Eis in Wasserdampf beschrieben, bei dem “die Flüssigphase“ ausgelassen wird. Sublimation führt zum Verlust von Eis und tut dies bei Temperaturen unter Null Grad. Der Gletscher schwindet, obschon die Temperaturen eigentlich für Eis vorteilhaft sind. Grund dafür ist hohe Energie, die per Sonneneinstrahlung mehr zugeführt wird und Folgen von weniger Niederschlag amplifiziert, weniger Bewölkung ausnutzt und Sublimation befördert.
Mölg et al. (2009) gehören zu denen, die gezeigt haben, dass die Eisfelder am Kilimanjaro schrumpfen, seit Ende des 19. Jahrhunderts schrumpfen, erheblich schrumpfen, ohne dass Klimawandel aus Menschenhand dabei auch nur entfernt einen Anteil hätte. Es gibt weniger Niederschlag, mehr Sonneneinstrahlung – das reicht.
In den McMurdo Dry Valleys variiert die durchschnittliche Jahrestemperatur zwischen -15 Grad Celsius und -30 Grad Celsius. Saukault – in einem Wort und dennoch schrumpfen die Eisfelder. Seit Jahren führt Absorption von Sonnenstrahlung knapp unter der Eisfläche dazu, zu einem erheblichen Masseverlust im Gletscher. Hoffman et al. (2014) haben den Prozess eingehend beschrieben.
Das bringt uns zurück zum Eingangs formulierten Grundsatz, dass die Masse eines Gletschers von dem, was jährlich dazukommt und dem, was jährlich verschwindet, bestimmt wird. Ersteres bezieht sich auf die Akkumulationszone eines Gletschers, seines oberen Teils, in dem Schneefall, Reif, Lawinen oder Windverfrachtung die Supply Chain des Gletschers beginnen, der Ort, von dem Eis talwärts fließt, bis es in der Ablationszone ankommt, dem unteren Teil eines Gletschers, in dem sich Masseverlust durch Schmelze, Sublimation, Kalben, Verdunstung usw. einstellt. Hier spielt die Musik, der Klimawandel-Erzähler und in ihrer Erzählung vergessen sie in der Regel die ganze Lieferkette, die letztlich das Angebot, das ein Gletscher in der Ablationszone zur Schmelze machen kann, bedingt.
Sublimation (Schmelze bei Minusgraden) ist ein erheblicher Faktor, wenn es um Gletscherschmelze geht.
Einer der am besten “vermessenen” Gletscher befindet sich im Lantang-Gebirge in Nepal, also genau dort, wo sich gerade eine Flutkatastrophe ereignet hat, nachdem ein Teil eines überhängenden Gletschers ins Tal gestürzt ist, weil das Gestein unter ihm nachgegeben hat. Der Yala-Gletscher, ein relativ kleiner, überschaubarer Gletscher in 5.120 Metern bis 5.750 Metern Höhe wurde von unterschiedlichen Forschern im Hinblick auf den Masseverlust durch Sublimation “Schmelze bei Minusgraden” analysiert. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass bis zu 21% des jährlichen Schneefalls per Sublimation verloren geht. Eine Menge, die in etwa 0,81 w m.e. (Meter pro Wasseräquivalent) rund 810 Kilogramm Wassermasse pro Quadratmeter, entspricht.
Die zierte Messung zur Sublimation haben Stigler et al. vorgenommen.
Dass das, was oben ankommt, erheblichen Einfluss auf die Masse eines Gletschers hat, wird im Himalaya besonders deutlich. Dort verlieren viele Gletscher an Masse, weil der Niederschlag in der Akkumulationszone geringer wird, also weniger Schnee abgeladen wird, der zu Firn und schließlich Eis verdichtet und in die Ablationszone geliefert werden kann.
Klimawandel – ganz eindeutig oder: Was sonst könnte weniger Niederschlag zur Folge haben?
Indes: Salerno et al. (siehe unten) haben in einer Reihe von Arbeiten nicht nur gezeigt, dass nicht Schmelze, der eigentliche Täter, wenn es nach Klimawandel-Erzählern geht, den Masseverlust der Gletscher im Himalaya verursacht (um es noch einmal zu sagen: Der Masseverlust ergibt sich aus dem Verhältnis von Zugang in der Akkumulationszone und dem Verlust in der Ablationszone, kommt weniger hinzu verliert ein Gletscher auch bei gleichbleibender Ablation an Masse), sondern geringerer Niederschlag in der Akkumulationszone, sie haben auch (Saleron et al. 2023) gezeigt, dass sich dieser Prozess zeitgleich mit einer lokalen ABKÜHLUNG direkt an Himalaya-Gletschern einstellt. Abkühlung, nicht Erwärmung!
Und dann ist da noch die Karakorum-Anomalie.
Die Karakorum-Gletscher verlieren – im Gegensatz zu anderen Gletschern im Himalaya nicht an Masse, sie bleiben stabil oder werden größer. Westwinde scheinen hier den Ausschlag zu geben. Sie bringen im Sommer UND Winter mehr Niederschlag in das Karakorum Gebirge und sorgen auf diese Weise oben für mehr Nachschub, so dass die Lieferkette von Eis nach unten, ins Ablationsgebiet immer üppig ausfällt, mehr kommt, als wegschmelzen kann.
Bei alle dem spielt “Menschen machen Klimawandel” keine Rolle. Der Kilimajaro verliert seit mehr als einem Jahrhundert an Eismasse, die McMurdo Valleys verlieren an Eismasse, obschon Temperaturen von minus 15 bis minus 30 Grad Celsius im Jahresmittel eher einen Zugewinn nahelegen würden, im Himalaya verlieren manche Gletscher an Masse, aber nicht alle, manche gewinnen hinzu und in allen Fällen ist die Ursache dieselbe: Mehr Niederschlag in der Akkumulationszone, mehr Nachschub für die Ablationszone, und nicht etwa eine in einem Humbug-Maß aus fragmentierten Messungen zusammengeschusterte globale Erwärmung…
Die Welt ist einfach komplexer, als es ein Klimawandel-Erzähler wahrhaben will (oder kann).
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