“Sie wurde von der Zivilbevölkerung von hinten erdolcht.”
Das ist einer der folgenschwersten Sätze, die im 20. Jahrhundert gesprochen wurden. Mit einem Schönheitsfehler: Er wurde nicht gesprochen. Er wurde am 17. Dezember 1918 in der Neuen Züricher Zeitung veröffentlicht und dem britischen General Sir Frederick Maurice in den Mund gelegt, der ihn NIE gesagt hat.
Fake News in der heutigen Terminologie.
Fake News, die sich Paul von Hindenburg rund ein Jahr später am 18. November 1919 vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss der Weimarer Nationalversammlung zueigen machte:
“Ein englischer General sagte mit Recht: “Die deutsche Armee ist von hinten erdolcht worden”. Den Kern des Heeres trifft keine Schuld.”
Gegenstand des Untersuchungsausschusses war es, die Ursachen für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges und vor allem die Verursacher zu erforschen. Zu welchem Ergebnis auch immer die Abgeordneten gekommen sind, es ist irrelevant vor dem Hintergrund der Dolchstoß-Legende, die aus den Worten von Paul von Hindenburg entstanden und sich zu einer, wenn nicht der schwersten Hypothek des ersten deutschen demokratischen Versuches entwickelt hat.
Das “unbesiegt im Feld” und von deutschen “Zivilisten” (eine Formel für Sozialisten, Kommunisten, Juden und Liberale zugleich) hinterrücks erstochen Motiv, entwickelte sich zu einem Anti-Gründungsmythos für die Weimarer Republik, war Anlass für politische Attentate, denen unter anderem Matthias Erzberger und Walther Rathenau zum Opfer fielen und Fanal, um das herum sich die Feinde der Weimarer Republik sammelten.
Gleichzeitig fiel das Zitat nicht dem “Korrespondenten der NZZ in London” ein, der den Text 1918 geschrieben hat, er hat vielmehr aufgenommen, wurde vielleicht auch dafür bezahlt, was Erich Ludendorff schon im Oktober 1918 als die Strategie entwickelt hat, mit der sich die Oberste Heeresleitung von aller Schuld für die “Niederlage im Felde” reinwaschen wollte. Man wolle, so Ludendorff, “die Mehrheitsparteien” in Stellung bringen, damit sie “die Suppe essen, die sie uns eingebrockt haben”. Die Operation “Schuld für die Kapitulation-Abwälzen”, war gestartet.
Und sie war erfolgreich. So erfolgreich, dass ich den Eindruck habe, sie wird derzeit wieder kopiert.
Dieser Text, der offenkundig Starshield und Starlink, vermutlich absichtlich, vermengt/verwechselt, ist heute in der ARD-Tagesschau erschienen. Das ist insofern bemerkenswert, als die Meldung eine olle Kamelle ist, alt, seit Tagen durch die MS-Medien getrieben wird, ohne dabei einen Unterschied zwischen Starshield, dem Satelittennetzwerk von Musk, das vom Department of Defence der USA verantwortet wird und der zivilen Nutzung von Starlink, die davon getrennt ist, zu unterscheiden. Starshield wird auch von der Ukrainischen Armee genutzt und ist zentral, wenn es darum geht, ukrainische Drohnen tief in Russland Ziele treffen zu lassen. Starlink hat mit diesen Aktivitäten nichts zu tun. Musk hat sicherlich Einfluss auf Starlink, er hat kaum bis sehr begrenzten Einfluss auf Starshield, kann sicherlich keine Abschaltung von Signalen ab 160 km Entfernung vom Abflugort veranlassen.
Selbst Zelenskij und sein Umfeld haben bestätigt, dass die Einschränkung der Reichweite ukrainischer Drohnen Starshield, nicht Starlink betrifft. Und um noch einmal Elon Musk zu zitieren:
„Starshield systems are owned and controlled by the US government. Any limits on speed or usage are decided by the US military and ultimately POTUS.“
Warum also macht der Schmierfink der ARD, der wie der Autor des NZZ-Beitrag von 1918 heute unbekannt ist, Elon Musk für etwas verantwortlich, warum verbreitet er bewusst eine alte Meldung, die nachweislich Blödsinn umfasst, Fake News?
Die Antwort findet sich in der Ukraine.
Dort bewegt sich im Wesentlichen nicht viel. Russische Truppen sind seit Beginn des Jahres ein paar 100 Quadratkilometer vorgerückt. Geländegewinne sind schwer erkämpft und mit viel Verlusten verbunden. Ukrainische Truppen haben mit Gegenoffensiven einigen verlorenen Boden zurückgewonnen, ebenfalls unter hohen Verlusten. Die Situation erinnert an den Stellungskrieg im Ersten Weltkrieg, in dem Geländegewinne von wenigen 100 Metern unter großen Opfern erzielt wurden, nur um bei der nächsten Gegenoffensive wieder verloren zu gehen. Millionen Soldaten haben im Westen auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs ihr Leben verloren, ohne dass damit etwas erreicht worden wäre.
In der Ukraine sieht es ähnlich aus, mit einem entscheidenden Unterschied: Die Materialschlacht führt ein vom Westen aufgeblasener David gegen einen Goliath, der ihm in allem überlegen ist, von der Manpower angefangen, über die Ressourcen (der durch westliche Regierungen in die Höhe getriebene Ölpreis garantiert Russland Rekordeinnahmen) bis hin zur Fertigung von Drohnen und Raketen und anderem militärischen Material en masse. Man fühlt sich an den Zweiten Weltkrieg erinnert, als sich deutsche Truppen in den Weiten von Russland totgelaufen und von einem ihnen in Material und Truppenstärke weit überlegenen Gegner vertrieben wurden.
Soweit ist es in der Ukraine noch nicht.
Indes ist es eine Frage der Zeit, bis die russische Überlegenheit die entsprechenden Früchte trägt. Und das ist vermutlich der Hintergrund, dass in englischsprachigen Zeitungen, im Spectator, bei Unherd, in der Washington Post in den letzten Tagen Beiträge erschienen sind, in denen nicht mehr nur argumentiert wird, dass der Krieg in der Ukraine für den Westen nicht zu gewinnen, sondern VERLOREN ist.
Vor allem Wolfgang Münchau hat in den letzten Monaten und zuletzt am 10. Oktober 2026 Beiträge veröffentlicht, in denen er argumentiert, dass der Krieg in der Ukraine für den Westen verloren ist, denselben Westen, der seit 2022 rund 500 Milliarden Euro in der Ukraine vergraben hat. Gerade hat die EU angekündigt, 2027 weitere 90 Milliarden Euro in der Ukraine versenken zu wollen, für einen Krieg, der nicht zu gewinnen ist. Und man soll die Hoffnung nicht aufgeben, dass selbst die leicht zu manipulierenden und weitgehend zahmen Europäer an irgendeinem Punkt in der kommenden Zeitrechnung die Frage stellen werden, WOFÜR mehr als eine halbe Billion Euro in der Ukraine verschwendet wurden, wofür die Menschenopfer in der Ukraine gebracht wurden, wenn damit keinerlei militärischer Erfolg verbunden ist. Und deshalb wird derzeit nach meiner Ansicht eine Antwort vorbereitet, die der Dolchstoß-Legende nachempfunden ist, und die Schuld für die “Niederlage”, die hätte vermieden werden können, bei Leuten wie Elon Musk abladen will.
Ich habe keinen Zweifel, dass die Shitstream-Medien bereits eine Dolchstoß-Legende II in der Schublade haben, mit der Europäischen Steuerzahlern, die ausgenommen wurden bis auf die Knochen, erklärt werden soll, warum das ganze Geld, das ihnen entwendet wurde, so überhaupt keine erkennbare Wirkung entfaltet hat.
Die Gründe für das Scheitern der Ukraine sind indes andere.
Es sind militärische Gründe, die Russland in Manpower und Produktion überlegen sehen und die PR-Stunts mit den ukrainischen Drohnen, die keinerlei Einfluss auf den Frontverlauf haben, als ebensolche Stunts offenbaren;
Es sind strategische Gründe, die auf vollkommen unrealistischen Kriegszielen aufbauen, wie der vollen territorialen Herstellung der Ukraine. Es liegt an Ressourcen, denn die großmäuligen Europäer können zwar verbal, aber nicht, wenn es um Ressourcen und vor allem “Intelligence” geht, mit den USA mithalten. Der Rückzug von Trumps Regierung aus der Ukraine und seine Absicht, den Krieg zu beenden, sind Gift für die westlichen Kriegstreiber, ein Friedensschluss, der territoriale Zugeständnisse der Ukraine umfassen wird, ist weit wahrscheinlicher als ein Sieg der Ukraine.
Kurz: Der Friedensschluss ist unausweichlich. Alle, die Augen im Kopf haben und Verstand im Hirn wissen, dass er kommen wird und dass an seinem Ende keine territoriale Wiederherstellung der Ukraine und keine Mitgliedschaft der Ukraine in NATO oder EU stehen wird. All die Maximalziele, die Maulhelden aus europäischen Regierungen ausposaunt haben, werden verfehlt. Die entsprechenden Fragen, wohin z.B. die halbe Billion Euro verschwunden ist, gestellt werden. Die Tatsache, dass der Krieg in der Ukraine letztlich damit beginnt, dass sich NATO und westliche Alliierte nicht an die geopolitischen Absprachen gehalten haben, die mit der Sowjetunion getroffen wurden, wird wieder in Erinnerung kommen.
Kurz: Man benötigt eine Geschichte, die die öffentliche Empörung kanalisiert und davon ablenkt, dass europäische Polit-Darsteller über Jahre Steuergelder verschwendet haben, um ihre Spleens auszuleben und für ihre Spleens Millionen Leben zu opfern. Die Geschichte muss affektiv geladen sein, vorhandenen Hass aufnehmen und für die eigenen Zwecke instrumentalisieren und den Ärger in eine politische Richtung lenken, die man für sich selbst ausnutzen kann.
Elon Musk, von Linken ob seines Erfolgs und seines Geldes gehasst, von Linken gehasst, weil er unter Meinungsfreiheit Meinungsfreiheit und nicht wie sie “kontrollierte Kommunikation” versteht, von Linken gehasst, weil er im Gegensatz zu ihnen in der Lage ist, über die eigene Nasenspitze hinauszusehen, bietet sich als Sündenbock an. Deshalb ist nach meiner Ansicht der Schmutzartikel in der ARD lanciert worden. Deshalb werden wir in den nächsten Wochen weitere Schmutzartikel vorgesetzt bekommen. Die Täter versuchen, sich vom Acker zu machen und sind dabei, Strohmänner zu errichten, denen sie die eigene Schuld zuschieben.

