Sinnlose Zerstörung: Mit dem Staatsfeminismus in die Armut

Das Heil der Welt, es liegt in der Gleichstellung von Frauen (und LGBusw). Das erzählen die Ministerien, die Milliarden Steuergelder dafür verschwenden, eine Frauenförderung zu finanzieren, die sich, wie wir vor einiger Zeit in einem Post gezeigt haben, gesellschaftlich nicht lohnt. Sie schadet vielmehr allen, weil die Opportunitätskosten den Nutzen der Frauenförderung übersteigen.

Die Schäden, die von einer Frauenförderung ausgehen, sind jedoch nicht nur finanzieller Natur, sie sind auch physischer und immaterieller Natur.

Seit wir im Jahre 2002 unseren Beitrag „Bringing Boys Back In“ veröffentlicht haben, ist in Deutschland bekannt und seither kann niemand, der noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, bestreiten, dass die Mädchenförderung dazu geführt hat, dass Jungen erhebliche Nachteile bei der allgemeinen Schulbildung aufweisen (oder Mädchenförderung nie notwendig war). Jungen werden später eingeschult, bleiben häufiger sitzen, landen häufiger auf Sonderschulen, bleiben häufiger ohne Schulabschluss oder Abitur als Mädchen und sind mittlerweile unter den Studenten in der Minderheit.

Dass diese Nachteile auch auf aktive Benachteiligung durch Lehrer zurückzuführen sind, dafür sprechen Analysen, die zeigen, dass Jungen bessere Leistungen erbringen müssen als Mädchen, um dieselben Noten oder dieselben Grundschulempfehlungen zu erhalten.

Dass diese Benachteiligung u.a. auf Lehrer zurückgeführt werden muss, die sich in einem allgemeinen jungenfeindlichen Schulklima dem Klima gemäß verhalten, ist ein mehr als naheliegender Schluss, schon weil Schulnoten so wenig wie Schulempfehlungen vom Himmel fallen.

Dass die Mehrzahl der deutschen Lehrer weiblich ist  und wir einen Zusammenhang nachgewiesen haben, der zeigt, dass Jungen umso schlechter abschneiden, je höher der Anteil weiblicher Grundschullehrer ist, ist ebenfalls lange bekannt.

Dennoch hat sich an der Mädchen- und Frauenförderung nichts geändert. Was sich geändert hat, das ist die öffentliche Wahrnehmung. So berichtet Hadmut Danisch heute von einem Beitrag in den Stuttgarter Nachrichten, in dem beklagt wird, dass der Frauenanteil unter den Lehrern mittlerweile bei über 90 Prozent an Grundschulen liege und dass viele dieser Lehrer in Teilzeit arbeiten würden. Hadmut nennt dies das Veterinärsyndrom. Dazu kommen wir noch.

Die Ideologie des Staatsfeminismus macht nämlich nicht da halt, wo die Biographien von unzähligen Jungen zerstört werden. Staatsfeminismus zerstört auch Arbeits- und Leistungsbereitschaft, die Qualität von Servicen und letztlich ganze Berufszweige und das, was in ihnen einmal geleistet wurde.

Dies geschieht über den Irrsinn der Work-Life-Balance, der dazu geführt hat, dass die Anzahl derer, die in Teilzeit arbeiten, stetig gewachsen ist. So kommt es, wie wir bereits 2016 in einem Beitrag berichtet haben, dass im Jahre 2015 rund 82.000 mehr Ärzte als 1992 insgesamt weniger Arbeitsstunden arbeiten als es weniger Ärzte 1992 getan haben. Die Erklärung ist einfach. Frauen arbeiten lieber Teil- als Vollzeit. In der Ärzteschaft ist der Anteil von Frauen gestiegen. Man braucht also mehr Ärzte, um letztlich dasselbe Arbeitsvolumen zu erreichen, das man zuvor mit weniger Ärzten erreicht hat. Teilzeitarbeit ist vor allem in Krankenhäusern attraktiv und in Landarztpraxen eher nicht durchzusetzen. Deshalb gibt es ein Überangebot von Ärzten in Städten und einen Mangel an eben diesen auf dem Land. Schließlich gibt es, trotz aller Versuche des Staatsfeminismus, etwas anderes in weibliche Gehirne zu hämmern, immer noch Frauen, die ein Studium als Einstieg in den Heiratsmarkt oder Fortpflanzungs-Partnermarkt betreiben. Sie studieren, um einen attraktiven Heiratspartner zu finden, beenden in der Regel ihr Studium, heiraten und werden auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr gesehen. So steigt der Anteil der nicht praktizierenden Ärzte mit dem Anteil der weiblichen Ärzte seit Jahren an. Im Ergebnis wird viel Steuergeld in die Ausbildung weiblicher Ärzte investiert, die nie praktizieren. Ökonomen sprechen in diesen Fällen von sunk cost, also von Geld, das aus dem Fenster geworfen wurde.

Die für Ärzte dargestellte Entwicklung findet sich auch für Veterinärmediziner. Sie stellt sich über kurz oder lang in all den Berufen der Mittelschicht ein, die durch einen Zustrom von Frauen und einen Rückzug von Männern gekennzeichnet sind.

Nicht nur für die Humanmedizin führt dies zu einem Race to the bottom:

Immer mehr weibliche Ärzte, die immer weniger arbeiten. Immer weniger männliche Ärzte, deren Motivation, mehr zu arbeiten, angesichts der immer mehr weiblichen Ärzte, die weniger arbeiten, sinkt, immer mehr weibliche Studenten der Humanmedizin, die nicht vorhaben, Humanmedizin jemals auszuüben und ein Anstieg von 152 Millionen Fällen allein bei der ambulanten Behandlung in Krankenhäusern zwischen 2004 und 2014. Das sind die Zutaten einer hausgemachten Katastrophe…

Es sind die Zutaten, die vorhersehbar dazu führen, dass auch die Qualität des Services leidet. Ärzte, die weniger Arbeitserfahrung sammeln, weil sie Teilzeit arbeiten, haben ein höheres Risiko, einen Kunstfehler zu begehen. Man kann also vorhersagen, dass die Anzahl der Kunstfehler an deutschen Krankenhäusern steigen wird, denn die Qualität der erbrachten Leistungen sinkt.

Bei Lehrern ist dieser Prozess weiter fortgeschritten als bei Ärzten. Die Qualität des Schulunterrichts hat über die letzten Jahrzehnte massiv gelitten. Die Motivation unter den Lehrern, die sich in Vollzeit-Pädagogen und Teilzeit-Schülerbetreuer gliedern, hat gelitten. Lehrer, ein Beruf, der einst von Studenten häufig nachgefragt wurde, er ist zu einem Ladenhüter unter denen geworden, die gute Lehrer wären. Lehrer ist weitgehend ein Beruf für diejenigen geworden, die in Teilzeit Familie und Arbeit in genau der Reihenfolge unter einen Hut bringen wollen. Und nun, da das Kind in den Brunnen gefallen ist, der Beruf „Lehrer“ für Männer weitgehend unattraktiv geworden ist, der Anteil weiblicher Lehrer über 70% gestiegen ist, nun entdeckt ausgerechnet die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), dass die Doktrin, nach der man Frauen immer mit bezeichnen müssen, indem man ein Innen anhängt, verzichtbar ist. Wann ist diese Doktrin verzichtbar? Wenn man die vorhandene Katastrophe, die nahezu vollständig durch den Staatsfeminismus zu verantworten ist, nicht mehr länger unter den Teppich kehren kann und sich mit Fragen danach konfrontiert sieht, wie der vorhandene Scherbenhaufen der Bildung nicht nur zu erklären ist, sondern beseitigt werden kann.

Abermals hat Hadmut Danisch ein bemerkernswert ungegendertes Dokument der GEW ausgegraben, in dem weibliche Lehrer um den wichtigen Anteil, den sie daran hatten, den Bildungskarren in den Dreck zu fahren, betrogen werden und auch der Staatsfeminismus nicht in den Genuss der Folgen und Schäden kommt, die er so freudig und vorhersehbar angerichtet hat.

Wir empfehlen unseren Lesern dieses bemerkenswerte Machwerk öffentlich-rechtlicher Propaganda, das im SWR erschienen ist, bei Hadmut Danisch nachzulesen.

Was den Staatsfeminismus angeht, so können wir feststellen, dass seine Vertreter zwar nicht davor zurückschrecken, mit irren und in ihren Auswirkungen vorhersehbar katastrophalen Entscheidungen, den Karren in den Dreck zu fahren, aber erhebliche Probleme damit haben, für diese Folge der eigenen Entscheidung auch die Verantwortung zu übernehmen. Deshalb muss man Staatsfeministen daran erinnern, dass sie es waren, die dafür gesorgt haben, dass die Bildung in Deutschland zur Brache wurde, dass sie für Ärztemangel, mangelhafte Servicequalität und all die der anderen Folgen verantwortlich sind, die sich einstellen, wenn man nicht einsehen will, dass eine erfolgreiche Wirtschaft auf denen basiert, die bereit sind, Leistung zu bringen, nicht auf denen, die versuchen, von der Leistung anderer zu leben.

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Hilferuf: Frauenquote für Lkw-Fahrer dringend erforderlich

Es ist ein typischer Care-Beruf, in dem sich überraschender Weise kaum Frauen, denen doch von Genderisten so große Verdienste bei der Sorge um den Nächsten zugeschrieben werden, finden: Der Beruf des Berufskraftfahrers, des Lkw-Fahrers.

Niemand sorgt sich wie Berufskraftfahrer um seine Nächsten.

  • Sie sorgen für Grundnahrungsmittel. Ohne sie, wären die Regale im Supermarkt leer.
  • Sie sorgen für Materialsicherheit. Ohne sie stünden Produktionsanlagen still.
  • Sie sorgen für die medizinische Versorgung. Ohne sie müssten neue Behandlungsmethoden, die ohne Arzneimittel und ohne technische Geräte auskommen, erfunden werden.
  • Sie sorgen für Bildung, denn ohne sie gelangen viele Schüler nicht in die Schule und viele Studenten nicht an die Hochschule.
  • Sie transportieren Kranke und Verletze, retten Leben und Gesundheit.
  • Sie sind unerlässlich, wenn es um Ernährung, Wohlbefinden und Sicherheit in einer Gesellschaft geht.

Und sie sind vom Aussterben bedroht.

Der DSLV, der Deutsche Speditions- und Logistikverband warnt davor, dass es schon bald zu Engpässen in der Versorgung kommen könnte, weil bereits heute ein akuter Fahrermangel herrsche. Mathias Krage, Präsident des DSLV spricht bereits von einem Markt, der wie leergefegt sei. Betroffen seien vor allem Stückgut, Teilladungs- und Ladungsmarkt. Mit anderen Worten, wenn nicht bald etwas geschieht, geht es den vollen Regalen in Supermärkten an den Kragen. Wenn sich nicht bald mehr Berufskraftfahrer finden, dann stellen sich Venezuelanische Verhältnisse in Deutschland ein.

Ursächlich für das nicht vorhandene Angebot an Lkw-Fahrern sind laut der Pressemeldung des DSLV staatliche Regelungen, schlechte Arbeitsbedingungen und die immer höheren Anforderungen, die an die Fahrer gestellt werden. Der Beruf des Lkw-Fahrers und mit ihm unsere liebsten Gewohnheiten: Einfach einkaufen gehen und sich darauf verlassen, dass der Lkw-Fahrer mit dem Nachschub schon da war, sind davon bedroht. Versorgungsengpässe drohen, so Krage.

Aber was tun?
Wir haben uns den Kopf zerbrochen und sind mit der Lösung für das Kraftfahrgewerbe gekommen, die so nahe liegt, dass man sich fragt, warum sie nicht all den Feministen und Genderisten längst eingefallen ist.

Ein Blick in die Zahlen offenbart eine erschreckende Unterrepräsentation von Frauen, in diesen klassischsten aller Sorgeberufe: 85% der 80.933 bundesweit gemeldeten Berufskraftfahrer im Personentransport sind männlich. Gar 98% der 555.505 im Güterverkehr Tätigen Lkw-Fahrer sind männlich. 88% der Fahrer von Bussen und Straßenbahnen sind männlich (Die Zahlen entstammen der Erwerbstätigenstatistik der Bundesagentur für Arbeit).

Das sind klare Belege für die Nachteile von Frauen. Letztere sind von der Erfüllung der elementarsten Funktionen von Sorgearbeit ausgeschlossen und weder die Friedrich-Ebert noch die Heinrich-Böll-Stiftung haben es jemals zum Anlass genommen, um die Gleichstellung von Frauen in der Sorge um das Wohlergehen von uns allen, unsere Bildung, Gesundheit und Versorgung zu fordern.

Ein Skandal.
Als Ergebnis sehen wir eine Versorgungskrise aufziehen.
Aber es bleibt noch Zeit, die bevorstehende Krise abzuwenden.

Folgendes ist notwendig:

  • Ein Programm, das Mädchen schon in Schulen für den Sorgeberuf „Lkw-Fahrer“ begeistern soll.
  • Ein Mentorenprogramm, das Mädchen in eigens konzipierten Lkw-Schulen für den Sorgeberuf „Lkw-Fahrer“ fit machen soll.
  • Ein Schwerpunkt „Lkw-Fahrer“ bei zukünftigen Girls-Days.
  • Ein Bundesprogramm, das die Berufung von weiblichen Lkw-Fahrern auf offene Stellen mit einem Zuschuss von 25.000 Euro pro Stelle befördert.

Zur Finanzierung der Programme wird das Professorinnenprogramm beendet.
Lkw-Fahrer sind wichtiger als weibliche Professoren. Weibliche Professoren füllen Papier, Lkw-Fahrer füllen Regale. Papier kann man nicht essen.

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Studie zeigt: Work-Life-Balance ist ein Hirngespinst

Kinder sind ein öffentliches Gut geworden. Staaten kümmern sich darum, dass die private Entscheidung, ein Kind in die Welt zu setzen, von allen finanziert wird. Familienleben ist eine staatsbürgerliche Pflicht geworden. Staaten kümmern sich darum, dass Eltern ein ausgewogenes Dasein führen, ein Dasein im Gleichgewicht zwischen Arbeit und Familie. Arbeitsplätze sind zur Verfügungsmasse politischer Eingriffe geworden. Staaten intervenieren in Arbeitsabläufe und zwingen Unternehmen, Arbeitsplätze auf Eltern auszurichten und nicht etwa auf die vielen unverheirateten und kinderfreien Arbeitnehmer, die Unternehmen bevölkern. Kurz: Die Durchsetzung der staatsfeministischen Agenda, nach der sich uniforme Wesen an Arbeitsplatz und Kinderbett die Tür in die Hand geben und in exakt fifty-fifty geteilten Zuständigkeiten interagieren, ist in vollem Gange.

getting-your-work-life-balanceEines der Instrumente, die diese Dystopie herbeiführen sollen, verbirgt sich hinter dem englischen Begriff “Work-Life-Balance” und seiner deutschen Entsprechung “Vereinbarkeit von Beruf und Familie”. Der Vereinbarkeitsreligion werden jährlich Milliarden Euro geopfert. Gerade erst hat der Deutsche Bundestag 580,5 Millionen Euro für eine “[b]essere Vereinbarkeit von Familie und Beruf”, für den Ausbau von Krippenplätzen bereitgestellt. Nicht genug, wie die DGB Frauen finden, die ansonsten wissen, dass “[j]unge Frauen und Männer … Erwerbsarbeit und Familie vereinbaren wollen”, eine Kenntnis, die in erheblichem Widerspruch zur Geburtenrate steht, die mit gerundet 1400 Kindern auf 1000 Frauen nicht erst seit kurzem zu den niedrigsten Geburtenraten in Europa zählt. Ganz offensichtlich wollen nicht alle jungen Menschen, wie die DGB Frauen dies beschwören, Beruf und Familie vereinbaren.

Diese Realität hindert die Generalsekretärin der SPD, Andrea Nahles, nicht daran, die 30-Stunden-Woche für Eltern zu fordern, denn, wie die Generalsekretärin aus nicht benannten Quellen weiß: “Einerseits gibt es viele Frauen, die stärker aus ihrem Beruf rausgehen müssen, als sie es wollen. Und wir haben auf der anderen Seite Männer, die gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen würden.”

Wie gesagt, ich weiß nicht, woher Frau Nahles ihre Informationen bezieht. Ich will auch nicht ausschließen, dass es den Papa gibt, der gerne weniger arbeiten will und die Mama, die gerne mehr arbeiten will, irgendwo wird es die beiden schon geben, die Frage ist indes, gibt es mehr von den beiden und wenn ja, wieviele, und vor allem: ist es zu rechtfertigen, Eingriffe in unternehmerische und individuelle Freiheiten vorzunehmen, nur weil man ein eigenes Hirngespinst, das bei Frau Nahles die Form der Behauptung annimmt, Eltern wollten weniger arbeiten und die freiwerdende Zeit mit den Kindern verbringen, eben einmal generalisiert, um ihm  Folgen für andere folgen zu lassen [Eine Form der Selbstwirksamkeit für Wortakkrobaten.].

Zertifikat-audit-berufundfamilieWie üblich gleicht die Forschungslandschaft in Deutschland, dann, wenn es darum geht, empirisch zu untersuchen, ob das, was Politiker behaupten, auch zutrifft, einer Brache. Abgesehen von Auftragsforschung, die von den Institutionen (Ministerien und Organisationen) finanziert wird, die eine Agenda verfolgen, die zufälliger Weise den Hirngespinsten, wie sie z.B. Frau Nahles in die Welt redet, entspricht und nicht als wissenschaftliche Forschung durchgeht, gibt es in Deutschland kaum etwas, was man als Forschung ernstnehmen könnte. Das ist in den USA anders. Die USA sind nicht nur ein El Dorado der Datensätze, sondern auch eine Fundgrube für empirische Untersuchungen, die sich mit den Lieblingsthemen deutscher Staatsfeministen auseinandersetzen.

Nun sind manche der US-Forscher nicht unbedingt frei vom staatsfeministischen Virus, der sich regelmäßig in versteckten Prämissen zeigt. Aber in den USA gibt es im Gegensatz zu Deutschland noch eine funktionierende wissenschaftliche Öffentlichkeit, so dass man es sich nicht leisten kann, Datensätze unter Verschluss zu halten, Ergebnisse zu unterdrücken oder z.B. durch Auslassung zu manipulieren. Entsprechend kommen zuweilen Beiträge wie der im folgenden besprochene zustande, bei dem die Autoren Ergebnisse präsentieren müssen, die ihnen ganz offensichtlich nicht behagen, weil sie einem Grundaxiom des Staatsfeminismus widersprechen.

Und so ist es mir eine Freude, die Ergebnisse der gerade erst veröffentlichten Untersuchung mit dem Titel “Relieving the Time Squeeze? Effects of a White-Collar Workplace Change on Parents”, die von Rachelle Hill, Eric Tranby, Erin Kelly und Phyllis Moen durchgeführt wurde, zu präsentieren.

Die Ergebnisse kann man auf den folgenden Nenner bringen: Eltern, vor allem Mütter, nutzen durch flexible Arbeitsarrangements neugewonnene Zeit nicht dazu, um mehr Zeit mit Kindern zu verbringen.

Man erinnere sich: das heilige Mantra der Staatsfeministen, immer dann, wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht, lautet: Frauen und Männer wollen mehr Zeit mit Kindern verbringen, und die starren Regime am Arbeitsplatz erlauben dies nicht. Deshalb fordert Frau Nahles die 30 Stunden Woche, um es den Eltern zu ermöglichen, sich mehr um ihre Kinder zu kümmern. Deshalb werden Arbeitgeber zu Ausgaben gezwungen, um elterngerechte Arbeitsplätze etwa in der Weise bereitzustellen, wie sie in den 1970er und 1980er Jahren behindertengerechte Arbeitsplätze bereitstellen mussten. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass als nächstens Homosexuellen-gerechte Arbeitsplätze bereit gestellt werden müssen.

Doch nun zur Untersuchung. Die Untersuchung nimmt ihren Ausgangspunkt bei dem, was man in den USA als Time Squeeze bezeichnet, der Beobachtung, dass viele Eltern angeben, sie würden gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, was sie aber aufgrund ihrer Arbeitverpflichtungen nicht können. Das interessante am Time Squeeze ist nun, dass er im Zeitverlauf erhalten geblieben ist, obwohl Eltern nach eigenen Angaben immer mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Wer eine Ausbildung in Methoden der empirischen Sozialforschung hinter sich gebracht hat, nimmt hier zum ersten Mal den unverkennbaren Geruch einer sozialen Erwünschtheit auf. [Soziale Erwünschtheit bezeichnet ein Antwortverhalten, bei dem Befragte antworten, was sie glauben, dass von ihnen als Antwort erwartet wird. Wenn eine Kultur Eltern damit überfordert, dass sie 24/7 für Ihre Kinder verfügbar sein sollen, dann ist es kein Wunder, wenn Eltern regelmäßig sagen, sie hätten gerne mehr Zeit für ihre Kinder, um quasi zu entschuldigen, dass sie nicht 24/7 für ihre Kinder verfügbar sind.]

KuckuckAber gut. Die vier Autoren riechen nichts entsprechendes und messen munter drauf los. Letzteres kann man verstehen, denn sie haben wirklich gute Daten. Ein US-amerikanisches Unternehmen, dessen Namen die Autoren nicht verraten, hat nämlich beschlossen, einem Teil seiner Belegschaft die freie Einteilung der Arbeitszeit zu ermöglichen. Diese Möglichkeit besteht natürlich nur für Angestellte mit Tätigkeiten, die für das Unternehmen nicht lebenswichtig sind. Techniker, Hausmeister oder Handwerker, die da sein müssen, wenn sie gebraucht werden, sind natürlich davon ausgenommen, wie die gesamte Work-Life-Balance natürlich nicht für Müllfahrer gilt oder für Fernfahrer oder für Schiffskapitäne oder für Berufssoldaten. Nein, Work-Life-Balance, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist nur eine Option für verzichtbare Mitarbeiter, im Fall des US-Unternehmens für Verwaltungsangestellte, Marketeers und Manager.

225 (118 Väter und 107 Mütter) der Arbeitnehmer, die die neue Arbeitsplatzfreiheit genossen haben, eine Freiheit, die es ihnen erlaubt hat, ihre Arbeitszeit frei einzuteilen und zu entscheiden, ob sie zuhause oder im Büro arbeiten wollen, haben an der Untersuchung der vier Autoren teilgenommen. Sie wurden u.a. die folgenden vier Fragen zu zweit Zeitpunkten (ein Monat vor der Arbeitszeitflexibilisierung und 4 Monate danach) gefragt:

  • Wie würden Sie die Zeit einschätzen, die sie mit ihren Kindern verbringen? (0 überhaupt nicht ausreichend bis 10 fast immer ausreichend),
  • Wie würden Sie die Zeit, in der die Familie zusammen sein kann, einschätzen? (0 überhaupt nicht ausreichend bis 10 fast immer ausreichend),
  • Wie viele Stunden verbringen Sie im Durschnitt in einer Woche damit, sich um ihr/e Kind/er zu kümmern?
  • Wie viele gemeinsame Abendessen nehmen sie im Durchschnitt im Verlauf einer Woche mit ihrem/n Kind/ern ein?

Zwei Fragen messen eine subjektive Einschätzung durch Eltern, und zwei Fragen versuchen, eine objektive Tätigkeit von Eltern zu messen. Alle vier Fragen wurden an Eltern gestellt bevor und nachdem die oben beschriebene neue Flexibilität am Arbeitsplatz eingeführt wurde. Hier die wichtigsten Ergebnisse aus dem Vergleich beider Befragungszeitpunkte:

  • Für Mütter zeigt sich ein deutlicher Effekt in der subjektiven Einschätzung der Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringen. Mütter sind zufriedener und beurteilen die Zeit, die sie mit Kindern verbringen als adäquater nachdem die Flexibilität am Arbeitsplatz eingeführt wurde. Für Väter zeigt sich keine Veränderung
  • Obwohl Mütter die Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringen, nach der Flexibilisierung der Arbeitszeit als adäquater einschätzen, ergibt sich keinerlei Zugewinn an Zeit, die die Mütter mit ihren Kindern verbringen. Vor und nach der Flexibilisierung berichten Mütter nahezu identische Zeiten, die sie mit ihren Kindern verbringen. Für Väter ergibt sich auch hier kein Unterschied.

Mit anderen Worten: Die Flexibilisierung von Arbeitszeit hat eine psychologische Wirkung auf Mütter, die sich nach eigener Ansicht adäquater um ihre Kinder kümmern können, wobei die Betonung auf “können” liegt, denn sie tun es nicht. Dieses Ergebnis, das wieder einmal einen zentralen Bestandteil der staatsfeministischen Religion, die ja Mütter als instinktgeleitete Herdentiere ansieht, die es in jeder freien Sekunde zum eigenen Nachwuchs zieht, als den Unsinn entlarvt, der er nun einmal ist, liegt den vier Autoren schwer im Magen. Vermutlich sehen sie sich schon mit Horden aufgebrachter Staatsfeministen konfrontiert, die sie beschimpfen, ob des begangenen Daten-Sakrilegs und des damit verbundenen Einbruchs der Realität in die heile Welt der Ideologie. Entsprechend winden sich die Autoren, versuchen Sie, den nicht vorhandenen Zugewinn, also das, was sie gemessen haben, durch etwas, was sie nicht gemessen haben, zu relativieren, nämlich die Behauptung, dass Mütter ja vielleicht qualitativ höherwertige Zeit statt mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen oder ihre Kinder dann sehen, wenn sie es wollen und nicht, wenn die Zeit es erlaubt und so weiter

(Hier rächt es sich, dass die Autoren die Prämisse der Staatsfeministen, nach der Frauen sich um ihre Kinder in jedem Fall mehr kümmern wollen, geschluckt und sich um keine theoretischen Unterfütterung ihrer Untersuchung bemüht haben. Und so wie sie nicht sagen können, warum man annehmen sollte, dass Mütter freiwerdende Arbeitszeit automatisch mit Kinderbetreuung füllen, so können sie auch nicht sagen, warum der angenommene und nicht begründete Automatismus sich als nicht extistent herausstellt.)

Eigentlich machen sie mit ihren seichten Versuchen, ein Ergebnis, das sie produziert haben, wegzureden, alles nur noch schlimmer, denn sie ersetzen das weibliche, sorgende Herdentier der Staatsfeministen durch einen egoistischen Planer, der sich kümmert, wenn es ihm passt.

bigfoot-chasing-shadowsIn jedem Fall kann an dieser Stelle abermals festgehalten werden, was schon mehrfach festgehalten wurde: Menschen, weibliche Menschen in diesem Fall, passen in der Regel nicht in die einfachen Schablonen, die ihnen Staatsfeministen zudenken. Wie Staatsfeministen nun, da sie mit individuellen Wahlen konfrontiert sind, die nicht zu ihrem Bild des weiblichen, sorgenden Herdentiers passen, reagieren werden, ist derzeit noch eine offene Frage. Mein Tipp wäre: Sie versuchen die Realität weiterhin zu ignorieren, und entsprechend wird Frau Nahles auch im Jahr 2040 noch glauben und natürlich behaupten, dass Frauen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen.

Hille, Rachelle, Tranby, Eric, Kelly, Erin & Moen, Phyllis (2013). Relieving the Time Squeeze? Effects of a White-Collar Workplace Change on Parents. Journal of Marriage and Family 75(August 2013): 1014-1029 (online first).

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