2018 hat GoldmanSachs Research einen Bericht mit dem Titel „Profiles in Innovation: The Genome Revolution“ veröffentlicht, in dem der Marktwert und das Marktpotential von Gentherapien, die in der Medizin Einsatz finden, analysiert wird. Der Bericht ist mit unterschiedlichem Echo durch die Presse in den USA gegangen, weil er ein Problem zum Gegenstand hat, das mit Gentherapien, die erfolgreich eingesetzt werden, auftaucht: Die Patienten werden geheilt, sie werden nicht zum lebenslangen chronischen Abnehmer eines Medikaments, mit denen man wiederkehrend Profit machen kann.
Anhand der Argumentation im Bericht von Salveen Richter et al. (2018) kann man sehr schön mit der Vorstellung von manchen Leuten aufräumen, die tatsächlich der Ansicht sein sollen, dass es bei Big Pharma darum gehe, Menschen zu heilen. Eine für naive Menschen nachvollziehbare Hoffnung, die indes nicht weiter von dem entfernt sein könnte, worum es bei Pharma geht, denn Medikamente sind kein ZIEL, sie sind Mittel zum ZIEL und das ZIEL lautet: Profit. Profit ist nicht nur der Erfolgsnachweise für den CEO, weshalb er alles tun wird, um Profit zu erreichen, zur Not auch Kosten bei Sicherheitsprüfungen sparen wird. Profit ist auch das, was Investoren sehen wollen, diejenigen, die mit ihrem Geld den Pharma-Laden am Laufen halten, sei es über die Aktien, die sie halten, sei es über die Investitionen, die sie über Unternehmens-Bonds (Schulverschreibungen) vornehmen.
Im besten Fall muss man also feststellen, dass Pharmaunternehmen einen schmalen Grad zwischen Heilung „der Menschen“ und Profit entlangwandeln müssen. Im schlimmsten Fall muss man sich damit abfinden, dass Pharmafia in erster Linie an der Maximierung des eigenen Profits interessiert ist, nicht an der Heilung von Patienten.
Letzteres wäre kein Problem, gäbe es ein funktionierendes Zuordnungssystem, in dem Rechenschaft und Verantwortung gehandelt wird, mit dem Unternehmen, die zu sehr auf Profit und zu wenig auf Heilung schielen, bestraft werden, etwa dann, wenn ihre Produkte Schaden anrichten oder nutzlos sind. Ein funktionierender Markt setzt eine entsprechende Zuordnung voraus, eine Zuordnung verursachter Kosten und Nutzen zu den Verursachern. Einer der Gründe, warum es so katastrophal ist, dass Zulassungsbehörden und politische Institutionen wie die EU-Korruptokratie auf den Gehaltslisten von Pharmafia stehen.
Und weil dem so ist, geht die Instrumentalisierung von Patienten als „Profit-Bringer“, als Mittel zum Profit, ungehindert und vor allem ohne jede Zügel voran, schalten und walten Pharmafia-Unternehmen nach Belieben auf dem Rücken von Patienten, um sie auf die ein oder andere Weise zu chronischen Nachfragern der Pharmafia-Leistungen zu machen. Denn, das bringt uns zurück zum Bericht von GoldmanSachs, Therapien, die heilen, sind nicht gewünscht, denn der mit ihnen realisierbare Gewinn bleibt hinter dem, was möglich wäre, zurück.
Im Bericht liest sich das dann wie folgt:
„The potential to deliver “one shot cures” is one of the most attractive aspects of gene therapy, genetically-engineered cell therapy and gene editing. However, such treatments offer a very different outlook with regard to recurring revenue versus chronic therapies, particularly in certain diseases where it is possible to cure a large proportion of the prevalent patient pool (or at least prevent an additional dose from being required for an extended period).
While this proposition carries tremendous value for patients and society, it could represent a challenge for genome medicine developers looking for sustained cash flow.
Im Beitrag geht es um Gentherapien. Der Bericht stammt aus dem Jahre 2018. Damals wusste man noch, dass Therapien, die mit gentechnisch veränderten Stoffen hantieren und lipide Nanopartikel als Transportplattform benutzen, Gentherapien und nicht etwa „Impfstoffe“ sind, ein Wissen, dass dann, als es gerade bequem war, schnell vergessen wurde.
Einige dieser Gentherapien kommen mit der Aussicht auf vollständige Heilung. Ein Problem, weil ein geheilter Patient nur einmal Geld bringt, eine „lump sum“ zu Beginn der Therapie und nach Heilung zwangsläufig nichts mehr. Schlimmer noch: In manchen Fällen von erfolgreicher Gentherapie wird der Pool derjenigen, die z.B. eine Krankheit wie Hepatitis C verbreiten können, reduziert und damit die Möglichkeit für Pharmafia zu verdienen. Drei Lösungen schlagen die Autoren von GoldmanSachs im Bericht für dieses Problem vor:
(1) Gentherapien für große Märkte entwickeln, die nicht schnell austrocknen, (2) Gentherapien für Erkrankungen mit weiter Verbreitung entwickeln und (3) ständige Innovation und neue Produkte für die vielen Erkrankungen, die es z.B. im Bereich erworbener Augenkrankheiten gibt.
All die Lösungen sind darauf gerichtet, Profit zu erhalten und nach Möglichkeit zu steigern, denn: obschon eine vollständige Heilung für Patienten und die Gesellschaft eine schöne Sache sei, ist sie für Pharmafia eine Herausforderung, denn die Einkünfte werden davon negativ beeinflusst. Eines der Beispiele im Bericht ist Sovaldi/Harvoni von GILD eine sehr wirksame Gentherapie gegen Hepatitis C, die mit der Heilung der Patienten endet und dazu geführt hat, dass der anfänglich hohe Profit, den GILD mit dem Medikament eingefahren hat, plateaut hat und seither geringer wird.
Denn: Die Menge der behandelbaren Patienten ist stetig geringer geworden:
„GILD is a case in point, where the success of its hepatitis C franchise has gradually exhausted the available pool of treatable patients.
[…]
Following FDA approvals of Sovaldi in December 2013 and Harvoni in April 2014, GILD reported >$10bn in net sales in 2014, making it one of the most successful drug launches in history. However, Sovaldi/Harvoni eliminate the underlying cause of HCV and thus cure patients.
Nach den FDA-Zulassungen für Sovaldi im Dezember 2013 und Harvoni im April 2014 verzeichnete GILD im Jahr 2014 einen Nettoumsatz von über 10 Mrd. US-Dollar, was diese Produkte zu einer der erfolgreichsten Arzneimitteleinführungen der Geschichte machte. Sovaldi/Harvoni beseitigen jedoch die zugrunde liegende Ursache der HCV-Infektion, heilen also die Patienten.
Unlike chronic therapies such as hemophilia where there is a recurring revenue stream, Sovaldi/Harvoni are one-time treatment regimens that result in a lump sum payment. Revenue from GILD’s US HCV franchise peaked at $12.5bn in 2015 and has been declining as the pool of prevalent and addressable HCV patients continues to decline, with screening and identification of new patients sustaining new scripts.
Im Gegensatz zu chronischen Therapien wie der Behandlung von Hämophilie, bei denen eine wiederkehrende Einnahmequelle besteht, handelt es sich bei Sovaldi/Harvoni um einmalige Behandlungsschemata, die zu einer Einmalzahlung führen. Die Einnahmen aus dem US-HCV-Geschäft von GILD erreichten 2015 mit 12,5 Mrd. US-Dollar ihren Höchststand und sind seitdem rückläufig, da die Zahl der betroffenen und ansprechbaren HCV-Patienten weiter abnimmt, wobei die Vorsorgeuntersuchungen und die Identifizierung neuer Patienten für neue Verschreibungen sorgen.
GILD’s rapid rise and fall of its hepatitis C franchise highlights one of the dynamics of an effective drug that permanently cures a disease, resulting in a gradual exhaustion of the prevalent pool of patients. In the
case of infectious diseases such as hepatitis C, curing existing patients also decreases the number of carriers able to transmit the virus to new patients, thus the incident pool also declines.“
Der rasante Aufstieg und Niedergang des Hepatitis-C-Geschäftsbereichs von GILD verdeutlicht eine der Dynamiken eines wirksamen Medikaments, das eine Krankheit dauerhaft heilt, was zu einer allmählichen Erschöpfung des Patientenbestands führt. Bei Infektionskrankheiten wie Hepatitis C verringert die Heilung bestehender Patienten auch die Anzahl der Träger, die das Virus auf neue Patienten übertragen können, wodurch auch der Bestand an Neuinfizierten zurückgeht.“
Aus der Rückschau auf die Plandemie kann man ein weiteres Beispiel ergänzen, das indes nicht durch Wirksamkeit, sondern durch Unwirksamkeit, seine Profitabilität verloren hat: COVID-19 Spritzbrühen. Das Zeug, das milliardenfach in Oberarme gespritzt wurde, wäre nie zu einem erfolgreichen Profitbringer geworden, wenn nicht korrupte Politiker, die ihren Narzissmus ausleben wollten, den Weg geebnet hätten, um mit einer experimentelle Brühe eine der größten Umverteilungen aus den Taschen von vielen Steuerzahlern in die Taschen von Wenigen Konzernen zu bewerkstelligen, die die Geschichte je gesehen hat.
Das Beispiel der weitgehend wirkungslosen, vor allem schädlichen COVID-19 Spritzbrühen macht sehr deutlich, wo die Prioritäten nicht nur von Pharmafia, sondern auch von anderen, die sich in Politik und Gesundheitsbranche herumtreiben, liegen. Sie liegen nicht bei der Gesundheit von Bürgern. Das kann man wohl feststellen. Denn Bürger sind nur das Mittel, das man BEnutzt, um sich und seine Cronies zu bereichern.
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Leider etwas oberflächlich. Die klassischen Gentherapien, bei denen zB ein fehlendes Gen eines Patienten eingeschleust wird, um Hämophilie dauerhaft zu heilen, haben ja komplett andere Bezahlmodelle, teilweise kosten diese Therapien 4 Mio.€ pro Behandlung, die nur bezahlt werden, wenn es funktioniert hat. Auch gibt es erbl. Krankheiten (Duchenne-Muskeldystrophie, Metachromatische Leukodystrophie), die sich nur mit Gentherapie effektiv heilen lassen. Auf das hätte man schon etwas eingehen können. Pharma ist vielfach böse, keine Frage. Aber bei Ihrem offensichtlichen Hass gegen alles, was mit Pharma zu tun hat, übersehen Sie Nuancen, und das schadet der Wissenschaftlichkeit.
Geplante Obsoleszenz, nicht nur bei Metallscheren mit angeflanschten Plastikgriffen, LiIon-Akkus(ich habe einen von 1995, der ist immer noch i.O.), sich zersetzende schmierende Gummidichtungen in „Cnotax“- Kameras (früher nahm man dazu Samt), schmierende Gummibeschichtngen auf Fotoobjektiven und -kameras, Delamination von Mikroskopobjektiven und -okularen, Bruch nach Garantieablauf (in Stuttgart fing man bereits 1920 damit an), die „Updates“, nach deren Installation plötzlich alles anders ist: Und dann soll noch möglichst wenig Abfall entstehen (siehe Rotorblätterentsorgung vom „Windspargel“), Kriege und Waffenindustrie, die uns „Frieden“, „Sicherheit“, eine „saubere Umwelt“ und hilfsbedürftige Krüppel bescheren..
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Leider etwas oberflächlich. Die klassischen Gentherapien, bei denen zB ein fehlendes Gen eines Patienten eingeschleust wird, um Hämophilie dauerhaft zu heilen, haben ja komplett andere Bezahlmodelle, teilweise kosten diese Therapien 4 Mio.€ pro Behandlung, die nur bezahlt werden, wenn es funktioniert hat. Auch gibt es erbl. Krankheiten (Duchenne-Muskeldystrophie, Metachromatische Leukodystrophie), die sich nur mit Gentherapie effektiv heilen lassen. Auf das hätte man schon etwas eingehen können. Pharma ist vielfach böse, keine Frage. Aber bei Ihrem offensichtlichen Hass gegen alles, was mit Pharma zu tun hat, übersehen Sie Nuancen, und das schadet der Wissenschaftlichkeit.