Volksverräter und Kartoffelkäfer: Von der Relevanz des Irrelevanten

Es ist wissenschaftlich wirklich interessant. Jährlich seit 1991 trifft sich ein Häuflein von angeblichen Sprachwissenschaftlern, nennt sich Jury und kürt das Unwort des Jahres. Und jährlich wiederholt sich der Auftrieb in den Medien. Kein Medium, das sich nicht mit den in Darmstadt ansässigen Unwort-Umtriebigen gemein macht und deren Mahnung über der Deutschen Wortgebrauch an die versammelte Lesegemeinde und zumeist ohne redaktionelle Mehrarbeit weitergibt.

Welche Theorie man bemühen muss, um zu erklären, wie ein kleines Häuflein von Sprachwissenschaftlern, das sich Jury nennt, es jedes Jahr aufs Neue in die Medien schafft, ist eine Frage, die man nicht einfach beantworten kann. Zunächst fällt uns dazu die alte Theorie des Gatekeepings ein, deren Vertreter der Ansicht sind, Medien hätten eine Auswahlfunktion, d.h. sie würden aus dem Meer der Meldungen, das ihnen täglich auf den Tisch kommt, diejenigen auswählen, von denen sie annehmen, sie würden die Mehrheit der Leser/Seher interessieren.

Das ist eine sehr naive Theorie nimmt sie doch an, Medienvertreter hätten keine eigenen Interessen, die sie bevorzugt Meldungen verbreiten lässt, die diesen eigenen Interessen dienlich sind.

Der Agenda Setting Ansatz, der auf McCombs und Shaw zurückgeht und letztlich je nach Vertreter mehr oder weniger deutlich besagt, dass Medien aus Informationen auswählen und den ausgewählten Informationen durch die Auswahl Aufmerksamkeit und Bedeutung, also Salience zuweisen, scheint hier etwas passender, jedenfalls dann, wenn man annimmt, dass die Auswahl der Informationen durch Medienvertreter auf Basis des Interesses der entsprechenden Medienvertreter getroffen wird.

potthoff-medienwirkungsforschungNehmen wir daher an, dass Interesse und Motivation, die die Unwort-Jury treiben, mit denen der Medienschaffenden übereinstimmen, dass also beide: „sprachkritisch“ sein wollen, allerdings nur gegenüber „Pegida, AfD oder ähnlichen Initiativen“, wie es dieses Jahr in der Unwort-Wahlbegründung der Jury heißt. Ein Blick auf die Unworte der Jahre seit 1991 zeigt, dass die Feinde der Sprachkritik auf drei Begriffe gebracht werden können: Kapitalismus, Rechte und Eigentümer.

Kurz: Die Agenda, die die Jury mit ihrer Unwortwahl setzen will, ist eine sozialistische Agenda. Hier treffen sich die Unwort-Setzer wohl mit den Medienvertretern, deren Agenda eine ähnlich sozialistische zu sein scheint. Zudem wollen die Unwort-Juroren die „Grenzen des öffentlich Sagbaren“ anmahnen. Sie wollen nicht zensieren, nein, nur mahnen und dafür sorgen, dass bestimmte Begriffe nicht mehr verwendet werden oder ein öffentliches Klima schaffen, das die Nutzung der entsprechenden Begriffe nicht mehr erlaubt. Das ist natürlich keine Zensur, eher Sprachdiktatur. Auch hier treffen sich die Unwort-Geber mit den Unwort-Nehmern in den Mainstream Medien, die mit dem Advent des Internets ihre Deutungshoheit haben dahinschwinden sehen und sich mittlerweile mit so garstigen Dingen wie Kritik an ihrer Berichterstattung und Richtigstellung von öffentlich-rechtlichen Falschmeldungen, ganz zu schweigen von Begriffen wie Lügenpresse konfrontiert sehen. Wie gut, dass man mit Hilfe der Unwort-Geber einen Moment der moralischen Hoheit wiedererlangen und sich zum Opfer rechter Gesinnung stilisieren kann. Auch hier treffen die Unwort-Juroren mit ihrer Motivation den Kern dessen, was Medienschaffende zu motivieren scheint.

Und natürlich stehen Medienvertreter immer in der ersten Reihe, wenn es darum geht, „faschistischen und fremdenfeindlichen Hintergrund”, wie er sich z.B. in der Geschichte der deutschen Autobahnen, die Aufmarschrouten für den Zweiten Weltkrieg waren, darstellt, aufzuzeigen. Und so bekommen wir dieses Jahr das Wort „Volksverräter“ aufgetischt, ein wahrhaft faschistisches und fremdenfeindliches Wort, wenn man der essentialistischen Ansicht ist, der sich die Unwort-Jury angeschlossen hat, dass das Wort Volk nur Blutsverwandte und seit der Schlacht im Teutoburger Wald auch keinerlei Neuankömmlinge mehr umfasst und umfassen kann, dass Volk einmal und immer dasselbe Volk bezeichnet und deshalb alle, die nicht in 10ter Generation einen reindeutschen Vorfahren haben, ausschließt.

Es ist schon erstaunlich, welche Nachwirkungen die Nürnberger Rassengesetze in den Köpfen mancher auch noch im Jahre 2017 haben.

Volksverräter ist also das Unwort des Jahres 2016.

Wir haben es in der Redaktion vernommen und uns zunächst einmal betroffen angeblickt. Denn: In welchen Teilen der Unterwelt sind die Unwort-Geber nur unterwegs, um ausgerechnet auf den Begriff des Volksverräters zu kommen? Um die Irrelevanz des zum Unwort aufgebauschten Begriffs, der im Darmstädter Unwort-Echozimmer wohl hallt und hallt und hallt, aber außerhalb halt nicht, einmal deutlich zu machen, haben wir auf Google Trends nach der Häufigkeit von Suchen nach „Volksverräter“ (blau) gesucht und die entsprechende Häufigkeit mit der Häufigkeit von Suchen nach „Kartoffelkäfer“ (rot) verglichen.

kartoffelkafer

Das Ergebnis ist eindeutig und zeigt: Die Unwort-Geber zeichnen sich durch eine ungesunde Fixierung auf Begriffe aus, die außer ihnen kaum jemand zu benutzen scheint. Insofern sich die Medienschaffenden der öffentlich-rechtlichen und privaten Mainstream-Medien brav in den Dienst der unguten Unwort-Sache gestellt haben, haben sie dazu beigetragen, dass ein Begriff aus den verstaubten Archiven des tausendjährigen Reiches, der ansonsten nur im Echozimmer der Unwort-Geber hallt, eine bundesweite Verbreitung und entsprechende Normalisierung gefunden hat. Wenn es das Ziel war, den Begriff „Volksverräter“ wieder salonfähig zu machen, dann haben die Unwort-Juroren dieses Ziel mit Bravour erreicht.

Die Russen wollen die deutschen Medien diskreditieren

Es ist noch gar nicht lange her, da haben wir über Verschwörungstheorien geschrieben, also jenen Begriff, der in der Regel in derogativer Weise auf eine Behauptung angewendet wird, die einem nicht in den Kram passt. Dabei sind Verschwörungstheorien ganz normale Theorien, die man prüfen kann oder könnte, wenn man es wollte. Will man aber meist nicht, weil es sowieso unsinnig wäre, wie diejenigen wissen, die es noch nie versucht haben:

“Anders als in der Wissenschaft lässt sich ein Verschwörungstheoretiker mit Argumenten und Fakten nicht vom Gegenteil überzeugen. Hat sich jemand eine Theorie zurechtgelegt, ändert sie sich im Kern erst einmal nicht mehr. Im Gegenteil: Meist wird sie mit der Zeit immer verwobener, alles wird mit allem verknüpft. Das macht den medialen Umgang mit dem Thema auch so schwierig.”

So steht es in einem Artikel über Verschwörungstheorien zu lesen, der in der Rheinischen Post erschienen ist und sich dort in weiten Teilen mit dem Kopp-Verlag und mit Udo Ulfkotte beschäftigt, die beide wiederum der Mainstreampresse kritisch gegenüberstehen. Und weil Sie der Mainstream-Presse kritisch gegenüber stehen, weil Ulfkotte gar von Lügenpresse spricht, deshalb ist er ein Vertreter von Verschwörungstheorien, was im Sinne des Verfassers des Beitrags in der Rheinischen Post bedeutet: Ulfkotte verkauft unhaltbaren und falschen Unsinn an leichtgläubige Deppen, die wiederum nur darauf gewartet haben, dass ihnen jemand ihre wirren Ideen über Weltbeherrschung und Manipulation der Öffentlichkeit bestätigt.

Denn merke: Die deutsche Presse ist nicht manipulativ, nicht gesteuert und in keiner Weise eine Lügenpresse. Wer es behauptet, der ist ein Verschwörungstheoretiker, ein Verbreiter von Verschwörungstheorien, ein gefährlicher Zeitgenosse, wie nun in einem eigens eingerichteten Forschungsnetzwerk belegt werden soll. Und es ist hoch wahrscheinlich, dass dieses Forschungsnetzwerk auch genau zu diesem Ergebnis kommt, denn:

“‘Verschwörungstheorien können zur Radikalisierung von Extremisten beitragen, Spannungen zwischen Nationen befeuern und das Vertrauen in demokratische Institutionen und Medien unterlaufen’, sagt Butter. Und gerade in Zeiten des Internets verbreiten sie sich rasend schnell.”

Wir fassen bis hierhin den offiziellen Stand zu Verschwörungstheorien zusammen, wie er in Mainstreammedien, die sich mit dem Vorwurf “Lügenpresse” zu sein, konfrontiert sehen, Verwendung findet:

Verschwörungstheorien sind abwegige Behauptungen von Manipulateuren, die darauf zielen, dogmatische und in jedem Fall leichtgläubige und fremdhörige Jünger zu verführen, die nur darauf gewartet haben, einem verschwörungskundigen Heiland zu folgen und gegen die Weltkonspiration und die Lügenmedien vorzugehen.

Und jetzt wenden wir uns der Berichterstattung in Mainstreammedien wie der Wirtschaftswoche zu, in der unlängst ein Interview mit “Mr. Tagesthemen Ulrich Wickert” abgedruckt war, das eine bemerkenswerte Passage enthält:

Wickert Luegenpresse“In Deutschland ist es soweit gekommen, dass manche Gruppen von „Lügenpresse“ sprechen. Woher kommt dieses Misstrauen?”

Wickert: “Die deutsche Presse wird gezielt diskreditiert, das kommt nicht nur aus unserer Gesellschaft, sondern auch von außen. Wir erleben aktuell, dass der russische Staat Propaganda gegen deutsche Journalisten macht, um ihr Vertrauen zu erschüttern. Ich persönlich halte es nicht für ausgeschlossen, dass der russische Geheimdienst den Begriff „Lügenpresse“ in Deutschland verbreitet hat.”

Geheime Mächte diskreditieren die deutsche Presse gezielt und untergraben ihre Glaubwürdigkeit systematisch von innen und von außen. Es gibt eine richtige Weltverschwörung gegen die deutsche Presse. Und wer steckt dahinter? Die Bilderberger? Nein. Der CIA? Nein. Der Geist von Osama Bin Laden? Nein. Die Russen sind es. Die Russen und ihr Muskelmann, der Putin, dieser Macho im Anzug.

Die Luft in den Redaktionen deutscher Medien muss dünn sein, wenn sie schon auf das zurückgreifen, was sie bei anderen mit spitzen Fingern und geringelter Nase goutieren: Verschwörungstheorien!

Aber ist es auch eine?

“Das klingt für mich nach einer Verschwörungstheorie. Haben Sie Belege dafür, dass der russische Geheimdienst Pegida unterstützt?”

Wickert: “Nein. Keineswegs. Ich sage nicht, dass es so ist. Aber wir müssen darüber nachdenken! Und wenn wir uns anschauen, wie sich die russischen Medien mit deutscher Berichterstattung auseinandersetzen, müssen wir sagen: Hier gibt es Versuche der russischen Propaganda, Dinge in Deutschland zu bewegen.”

Wenn jemand eine Aussage über die Realität aufstellt, die er für so wichtig und richtig hält, dass er sie nicht nur aufstellt, sondern auch weitererzählt, dann hat er damit eine Theorie über Zusammenhänge in der Realität zum Besten gegeben. Dass er keine Belege für seine Theorie anfügen kann, ändert nichts daran, dass er eine Theorie aufgestellt hat. Und so sehr sich der Herr Wickert auch winden mag, er hat eine Verschwörungstheorie aufgestellt. Er behauptet eine Verschwörung der Russen, deren Ziel darin besteht, deutsche Medien in Misskredit zu bringen – als wäre dazu eine Verschwörung notwendig.

Nicht nur das, er führt auch Indizien an, die nach seiner Ansicht für seine Verschwörungstheorie sprechen:

“Das ist mir neu, war es doch die Pegida-Bewegung, die dieses Wort [Lügenpresse] gebraucht hat?”

“Ja, aber wie kam die Idee dort auf? Fakt ist, dass der russische Staat ausländerfeindliche Bewegungen in Europa unterstützt, zum Beispiel den Front National in Frankreich. Der hat zugegeben, mehrere Millionen Euro aus Moskau erhalten zu haben. Und wenn ich jetzt KGB-Chef wäre, was würde ich in Deutschland tun? Die Presse diskreditieren, indem ich ein Wort wie „Lügenpresse“ lanciere.”

conspiracy-theoryDas ist nicht nur eine Verschwörungstheorie, das ist eine 1a-Verschwörungstheorie. Da gibt es die deutsche Presse, jene Ansammlung hingebungsvoller, rechtsschaffender und vor allem ehrlicher Menschen, deren Ziel allein darin besteht, die deutsche Medienöffentlichkeit mit der ungeschminkten Wahrheit zu beglücken und deren Mitglieder deshalb bemüht sind, stets alles, ohne Auslassungen und Wertungen zu berichten, wie es sich zugetragen hat. Und da gibt es den Russen und seinen KGB, jene Ansammlung der Bösen, wo man die glückliche heile Welt der hervorragenden Berichterstattung deutscher Medien und der ihr bedingungslos ergebenen Rezipienten nicht mitansehen kann und deshalb Unfrieden stiften will.

Was tun? Den Begriff “Lügenpress” lancieren. Überraschenderweise findet dieser Begriff bei Tausenden und Abertausenden ja bei Millionen deutscher Bürger Anklang, was aufgrund der Ergebenheit, mit der die Bürger den täglichen Wahrheitsberichten des Wahrheitsfunks lauschen, so nicht zu erwarten war und zeigt, wie gefährlich der Russe und seine fiesen Methoden der Massenbeeinflussung doch wirklich sind. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich der Begriff der Lügenpresse unter den Leichtgläubigen, leicht Beeinflussbaren, die nicht mehr sehen, was ist, die die tägliche Wahrheitsberichterstattung nun, unter russischem Einfluss, mit Lügenpresse verwechseln. Die deutsche Wahrheitspresse ist diskreditiert. Der Russe ist schuld, und Ulrich Wickert hat es entdeckt!

Wenn das keine Verschwörungstheorie ist!

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Wikipedia ist hauptsächlich ein Todesanzeiger

Das PewResearchCenter hat gerade die Liste der jeweils 10 am häufigsten gelesenen Artikel auf Wikipedia veröffentlicht, und zwar nach Sprachen getrennt.

Auszählungen zum Leseverhalten sind immer aufschlussreich, lassen sie doch Schlüsse über die Wahrnehmung von Informationsquellen und über die Interessen derjenigen, die die entsprechenden Informationsquellen nachfragen, zu.

WischopediaUnd entsprechend wissen wir, dass Wikipedia für 20.264.610 englischsprachige, 5.694.946 deutschsprachige und 2.514.702 russischsprachige Nutzer ein Todesanzeiger ist. Sie lesen den Nekrolog für 2015 bzw. die Liste der Toten pro Jahr, interessieren sich also in erster Linie für Todesanzeigen. Entsprechend muss man schließen, dass für viele Wikipedia so etwas wie ein Zentralanzeiger der Verstorbenen ist, ein Ort, ein virtueller Friedhof, auf dem man zwar keine Grabsteine betrachten, aber doch die Namen der Toten bestaunen oder bewundern kann.

Ob sich die Online-Enzyklopädie ob dieser Entwicklung auch offiziell ein neues Image, sagen wir ein morbides oder nekrophiles Image gibt, wird abzuwarten bleiben.

Ein Blick auf die sonstigen Suchbegriffe bzw. die Kategorien, denen die einzelnen Artikel zugerechnet werden können, hat – unterschieden nach Sprachen, folgendes Aussehen:

  • Englischsprachige Leser:
    • Todesanzeigen
    • Film und Fernsehen
    • Soziale Medien
    • Islamischer Staat
    • Landeskunde
  • Spanischsprachige Leser:
    • Sport
    • Weltkriege
    • Chemie
    • Landeskunde
    • Film und Fernsehen
  • Deutschsprachige Leser:
    • Todesanzeigen
    • Landeskunde
    • Film und Fernsehen
    • Islamischer Staat
    • Computer IT
  • Russischsprachige Leser:
    • Soziale Netzwerke
    • Landeskunde
    • Todesanzeigen
    • Politik
    • Film und Fernsehen
  • Französischsprachige Leser:
    • Islamischer Staat
    • Soziale Medien
    • Film und Fernsehen
    • Französische Autoren
    • Landeskunde
  • Italienischsprachige Leser:
    • Film- und Fernsehen
    • Landeskunde
    • Politik
    • Islamischer Staat
    • Astronomie

Wikipedia ist neben Todesanzeiger also noch ein Blatt für Fernseh- und Filmnachrichten. Wissenschaftliche Themen schaffen es in den wenigsten Sprachen in die Top-10 der Beiträge, Themen der Politik ebenso selten. Lediglich der Islamische Staat hat es geschafft, intensiv genug auf sich aufmerksam zu machen, so dass er in die Phalanx aus Todesanzeigen, Film- und Fernsehnachrichten, die die Leser von Wikipedia dort nachfragen, einbrechen konnte.

Irgendwie stellt man sich unter einer Enzyklopädie etwas anderes als einen Todesanzeiger und ein Programmheft für Film- und Fernsehen vor…

Die Mutation einer Nachricht oder öffentlich-rechtliche Meinungsmache

Medienwirkungstheorien weisen Medien in der Regel Effekte auf den öffentlichen Diskurs zu. Medien strukturieren den öffentlichen Diskurs, in dem sie eine Agenda setzen ( die sie, nolens volens aus der Agenda des öffentlichen Diskurses entnommen haben). Medien geben bestimmten Themen Prominenz oder “Sichtbarkeit” (Salience), sie betonen bestimmte Themen vor anderen (Priming) und haben eine Gatekeeping-Funktion. Besonders die Gatekeeping-Funktion ist sehr interessant, denn die Forschung, Jaeckeldie sich dahiner versteckt, fragt danach, wie bestimmte Themen in die Medien kommen, genauer: Wie Redakteure in Medienanstalten (Anstalten!) aus der Flut der Informationen diejenigen aussortieren, die sie für berichtenswert halten. Untersuchungen in diesem Bereich, die in den USA eine lange Tradition haben, erbrachten dabei regelmäßig Ergebnisse, die die Hoffnung auf “objektive Medien” oder den Glauben an “objektive Medien” heftig erschüttert haben, in dem sie die Auswahl der Themen als Ergebnis von Vorlieben eines bestimmten Redakteurs, Weisungen, von Vorurteilen und Stereotypen, die besonders bei Medienschaffenden in endemischem Ausmaß vorhanden zu sein scheinen, ausgewiesen haben (dazu gibt es gute Abhandlungen in Kepplinger, 1989, S.9-15 und in Jäckel, 2005, S.185-210). Diese Ergebnisse bitte ich die Leser bei der nun folgenden Reise, deren Ziel darin besteht, die Mutation einer Nachricht nachzuvollziehen, im Kopf zu behalten (Übrigens gehen alle angesprochenen Theorien davon aus, dass die Nachricht, die von Medien veröffentlicht wird, irgendwie mit der Realität, über die berichtet wird, übereinstimmt. Eine Annahme, die nicht immer zutreffen muss, wie sich gleich zeigen wird.)

Ausgangsmeldung

Die Reise beginnt mit einem Informationsblatt für Medienvertreter, das auf den Seiten der “Drogenbeauftragten der Bundesregierung” zu finden ist, und mit hoher Wahrscheinlichkeit (es kommen Zahlen darin vor) von Mitarbeitern des Bundeskriminalamts erstellt wurde. Darin finden sich unter “Zahl der Drogentoten”, die folgenden Angaben:

  • Im Jahr 2012 sank die Zahl der drogenbedingten Todesfälle auf 944 (minus 4 Prozent gegenüber 2011 mit 986) und damit auf den niedrigsten Stand seit 1988 (1988: 670).
  • Haupttodesursache: Überdosis von Heroin/Morphin in Verbindung mit anderen Substanzen.
  • Der männliche Anteil der Drogentoten betrug 81 Prozent.
  • Der Altersdurchschnitt der Drogentoten lag mit über 37 Jahren leicht über dem des Vorjahres.

Mutation 1

politiciansWie immer wenn Zahlen, die etwas über einen Ausschnitt der Realität in Deutschland aussagen, veröffentlicht werden, müssen sich “Beauftragte” oder Politiker zu Wort melden, die die Daten mit ihrer jeweiligen Ideologie mischen, um die daraus entstehende Pampe “den Bürgern” servieren zu können. Im vorliegenden Fall hat sich Mechthild Dyckmans, die Rechtswissenschaft studiert hat und von der deshalb niemand erwartet, dass sie mit Zahlen oder mit Realität umzugehen vermag, an den oben dargestellten Informationen, dem darin enthaltenen Datenmaterial, versucht. Das Ergebnis steht in einer “Gemeinsamen Presseerklärung” und lautet:

“Es ist erfreulich, dass immer weniger Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums sterben. Das zeigt, dass unsere Beratungs- und Hilfsangebote sowie die zur Verfügung stehenden Angebote wirken. Aber jeder Drogentote ist einer zu viel. Deshalb müssen wir alles tun, damit diese Angebote erhalten bleiben und noch besser auf Risikogruppen zugeschnitten werden. Besonders über die Gefahren des Mischkonsums muss noch besser aufgeklärt werden. Sorge bereitet mir, dass die Zahl der verstorbenen Frauen angestiegen ist”.

Mutation 1 enthält zunächst einmal einen Fehlschluss, denn ob der Rückgang der Drogentoten etwas mit den Hilfsangeboten zu tun hat, wäre zu klären. Auf Grundlage der zur Verfügung stehenden Daten könnte man auch davon ausgehen, dass die Zahl der Drogentoten trotz der Hilfsangebote zurückgegangen ist. Über die Wirkung von Hilfsangeboten sagen die vorhandenen Daten nämlich schlicht nichts aus. Aber der Drogenbeauftragten ist diese Wertung besonders wichtig, haben doch soziale Probleme, die geringer werden, die unangenehme Konsequenz, dass die Steuermittel, die zur Beseitigung der nämlichen sozialen Probleme eingesetzt werden, reduziert werden könnten. Und die Angst, dass die finanziellen Mittel für die eigene Organisation reduziert werden könnten, hat noch jeden Funktionär auf die Beine gebracht und seiner Phantasie Flügel verliehen. Entsprechend fliegt Dyckmans auf die Erhaltung der Angebote auch bei geringerer Nachfrage und, ja, eigentlich sind trotz Rückgang mehr Mittel notwendig, denn die Angebote müssen noch besser auf Risikogruppen zugeschnitten werden.

Schon komisch, dass dann, wen offensichtlich nicht gut zugeschnitte “Angebote” zu einem Rückgang von Drogentoten führen, die entsprechenden Angebote noch besser zugeschnitten werden müssen. Das ist zumindest legitimationsbedürftig, und was wäre besser, um Ausgaben im heutigen Klima zu legitimieren als Frauen zu instrumentalisierung und einmal mehr zu viktimisieren? Folgerichtig machen Frauen der Drogenbeauftragten Sorgen (den Anlass zur Sorge hat Ihr offensichtlich ein williger Referent aus einer Tabelle, die dem Informationsblatt für Medienvertreter angehängt ist, beschafft) und nicht etwa die 944 Drogentoten, ja nicht einmal die 177 weiblichen Drogentoten machen Frau Dyckman Sorge, sondern der Anstieg um 33 weibliche Drogentote macht ihr Sorgen. Gerechnet auf die Anzahl aller Drogentoten ist dies ein Anstieg um rund 4%, ein Anstieg, den man nicht groß genug reden kann und neben dem die Tatsache, dass 81% der Drogentoten im Jahre 2012 männlich sind, natürlich verblasst und keinerlei Anlass zur “Sorge” bereitet.

Mutation 2

Media distortionMedien, einst von Politikwissenschaftlern als vierte Gewalt aufgebaut und zum Kontrollorgan von politischen Parteien und Herrschaftssystem stilisiert, haben seither regelmäßig und in deutlicher Weise gezeigt, dass sie nichts von beidem sind. Weder kontrollieren Medien noch sind sie eine vierte Gewalt, bestenfalls eine vierte Kolonne. Dafür können Medien jedoch nichts, denn Medien sind einfach nur Begriffshüllen, die von Medienschaffenden bewohnt werden. Und unter diese Medienschaffende verirren sich ganz offensichtlich kaum mehr kritische Geister oder Personen, die versuchen, Nachrichten an die Öffentlichkeit zu vermitteln. Die meisten Medienschaffenden scheinen ihre Aufgabe nicht in der Information, sondern in der Desinformation zu sehen, in der Vermittlung um ideologische Bewertungen angereicherter und sinnentstellter “Inhalte”. Entsprechend dieser “Agenda” ist bei der ARD aus der hier berichteten Meldung, Folgendes geworden:

Mehr Frauen sterben an Drogen. … Dramatisch allerdings ist die Situation bei den Frauen. Im vergangenen Jahr starben 177 und damit 33 mehr als im Jahr zuvor. Drogenbeauftragte Dyckmans (FDP) äußerte sich besorgt: “Hier müssen wir sehen, ob die Angebote nicht ausreichend sind.”

Ich bin mittlerweile zu der Ansicht gelangt, dass Genderismus ein Krankheitsbild darstellt. Personen, die mit Genderismus infiziert sind, zeichnen sich durch eine psychopathologische Fixierung auf das weibliche Geschlecht aus, sehen in Veränderungen von 4% dramatische Situationen und sind permanent im sozialtechnologischen Hilfemodus unterwegs. Ich habe bereits über das Frauenbild dieser selbsternannten Gutmenschen geschrieben und will mich hier nicht wiederholen. Allerdings kann ich es mir nicht verkneifen, einmal mehr darauf hinzuweisen, dass derartige Formen von Wahnsinn, wie sie der Genderismus hervorbringt, früher zur Institutionalisierung oder doch zumindest zur Ruhigstellung der Befallenen geführt haben, während sie heute munter in öffentlich-rechtlichen Sendern herumzuspringen scheinen. Der von mir so gerne zitierte Bertrand Russell hat es einst furchtbar gefunden, dass die einzige Möglichkeit, den Irren, der sich für ein Rührei hält, als irr beurteilen zu können, sich daraus ergeben könnte, dass er sich in der Minderheit befindet. Was er wohl sagen würde, wäre er heute und nur für kurze Zeit deutschen öffentlich-rechtlichen Medien ausgesetzt? – Kaum vorstellbar.

Literatur

Jäckel, Michael (2005). Medienwirkungen. Ein Studienbuch zur Einführung. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften.

Kepplinger, Hans Mathias (1989). Theorien der Nachrichtenauswahl als Theorien der Realität. Aus Politik und Zeitgeschichte B15: 3-16.

Es geht ein Ergebnis auf Medienreise

Wie kommen Themen in die Medien? Anders gefragt, nach welchen Kriterien wählen Medienschaffende die Themen ihrer Beiträge aus? Noch anders gefragt, anhand welcher Kriterien durchsuchen sie die tägliche Flut von mehr oder weniger belangloser Information nach dem, was sie für die  “Nuggets” halten? Eine Antwort auf diese Frage hat Niklas Luhmann in der ihm eigenen kaum verständlichen Sprache gegeben (das “kaum” macht hier den Unterschied).

In meiner, zugegebenermaßen prosaischen Sprache kann man Luhmanns “Theorie” als Konzept der im eigenen Saft bratenden  Medienschaffenden bezeichnen: Redakteuer A geht mit Redakteur B zum Essen, und weil es der Anstand will, dass man miteinander redet, fängt A von einem Thema an, von dem er denkt, dass B und nicht nur B es für relevant hält obwohl er selbst der Meinung ist, es sei eher uninteressant. B hält das Thema zwar für einen absoluten Langweiler, will aber nicht unhöflich sein und ist sowieso der Überzeugung, er sei der einzige, der zu der Einsicht fähig sei, dieses Thema sei ein Langweiler, also unterhalten sich beide angeregt über ein Thema, das keinen der beiden so richtig interessiert, und gehen nach dem Essen auseinander in der festen Überzeugung, dass das Thema relevant sei, wie das Gespräch mit A respektive B unwiderlegbar gezeigt habe. So gestärkt gehen beide mit dem nunmehr für relevant gehaltenen Thema auf die Medienkonsumenten los.

Diese “Theorie” halte ich für falsch, denn sie geht davon aus, dass Medienschaffende aktive Nachrichtenmacher sind. Das sind sie aber nicht, denn Medienschaffende sind  Gegenstand ideologischer Beeinflussungen, die ihre Quellen intern im Sender oder extern in der PR-Abteilung der Bundesregierung, IG-Metall oder von Greenpeace haben. Und um nun zur oben mehrfach gestellten Frage zurückzukommen, zwei Variablen sind es, die die Auswahl von Inhalten durch Medeinschaffende zu erklären vermögen: Opportunismus und Ideologie. Medienschaffende vom Typ “Opportunismus” übernehmen Meldungen von dpa oder aus den Pressestellen, von denen sie denken, sie seien dem innerbetrieblichen Status und Aufstieg förderlich. Medienschaffende vom Typ “Ideologie” übernehmen Meldungen von dpa oder aus Pressestellen, von denen sie denken, sie seien dem  eigenen ideologischen Kreuzzug förderlich. Das ist, wenn man so will, mein Transfer der ökonomischen Theorie der Demokratie von Anthony Downs auf den Bereich der Medien. (Eine Reihe Hinweise auf Studien, die belegen, dass die Arbeit von Journalisten vornehmlich im News-Management besteht, d.h. darin, aus dem, was Presseabteilungen täglich bei ihnen abladen, nach bestimmten Kriterien zu wählen, und dass die Wahl dabei in den seltensten Fällen vom Motiv einer möglichst neutralen Berichterstattung getragen ist, finden sich bei: Balcytiene & Vinciuniene, 2010).

Dieses duale System der Medieninhalts-Erklärung hat einiges für sich, denn auf diese Weise kann man z.B. erklären, warum die ARD alles schlecht redet, was mit dem Vereinigten  Königreich zu tun hat (bis hin zu Schmäh-Beiträgen zu Robert Huth, der es wagt, in Stoke-on-Trent Fussball zu spielen und deshalb natürlich keine Chance hat, jemals wieder in der Nationalmannschaft zu kicken). Es erklärt, warum Kommentare, die auf Unterlassungen bzw. falsche Darstellungen hinweisen, bei tagesschau.de weg-zensiert werden, und es erklärt die manische Weise, in der Medienschaffende ihre Konsumenten mit bestimmten Themen verfolgen: die schreckliche alles zerstörende Kraft der Atomkraft ist ein Beispiel, die furchtbare Benachteiligung von Frauen in der deutschen Gesellschaft ein weiteres und der endemische sexuelle Missbrauch von Kindern in allen Bereichen der Gesellschaft, aber vornehmlich in Schulen, ein letztes. Schließlich kann diese Erklärung genutzt werden, um zu erklären, wie es dazu kam, dass nahezu alle deutschen Tageszeitungen am 5. Januar gemeldet haben, was die Berliner Zeitung mit Verweis auf eine Pressemeldung der IG-Metall und dpa mit Verweis auf die Berliner Zeitung am 5. Januar 2012 verbreitet haben: “Junge Frauen profitieren laut IG Metall nicht vom Aufschwung” (Berliner Zeitung) bzw. “Aufschwung am Ausbildungsmarkt geht an Frauen vorbei” (dpa).

Diese bereits in den Titeln abweichenden und nur darin übereinstimmenden Meldungen, dass junge Frauen bzw. Frauen als solche, Frauen halt (wozu jenseits des Geschlechtsteils differenzieren?), von einem allgemeinen (Berliner Zeitung) bzw. speziellen (dpa) Aufschwung nicht profitieren (Berliner Zeitung) bzw. gemieden werden (dpa), basiert auf einer Analyse der IG Metall, die sich wiederum auf den Ausbildungsmarkt des Jahres 2011 bezieht. Der Aufschwung, von dem die Berliner Zeitung fabuliert, und der wie die dpa weiss an Frauen vorbei geht, besteht darin, dass im Jahr 2011 12.900 Ausbildungsverträge mehr abgeschlossen werden konnten als im Jahr davor ( = 2010 ).  Dass “junge Frauen” nicht von diesem “Aufschwung” profitieren, bzw. “Frauen” vom “Aufschwung am Ausbildungsmarkt” gemieden werden, ergibt sich daraus, dass im Jahresvergleich die Anzahl der mit weiblichen Auszubildenden geschlossenen Ausbildungsverträge um 2.700 zurück gegangen ist. Dieser Rückgang, der ausgereicht hat, um in der deutschen Presselandschaft den nationalen Notstand auszurufen, wird von den Autoren der IG-Metall Studie u.a. damit erklärt, dass weibliche Auszubildende in wenigen frauentypischen Ausbildungsberufen klumpen und trotz aller Girls Day und sonstiger Versuche, sie für Männerberufe (und die dazu gehörenden Aufsichtsratspöstchen) zu begeistern, die notwendige Flexibilität vermissen lassen. Dies führt dazu, dass die IG-Metall in mehrern Berufen Nachwuchssorgen ausgemacht hat. So blieben zwischen 15% und 26% der Ausbildungsplätze als “Restaurantfachmann/-frau, Fachmann/-frau für Systemgastronomie, Klempner/-in, Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk, Fleischer/-in und Gebäudereiniger/-in” unbesetzt.

Müsste vor diesem Hintergrund die Schlagzeile, wenn man schon seine Geschlechtsteilfixierung anderen in schwarzen Lettern zumuten will, nicht lauten: Junge Frauen wollen nicht Fleischerin werden! oder “Auch in Zukunft ist die Klempnerin die Ausnahme” oder so ähnlich? Ich meine, eine solche Schlagzeile hätte doch auch etwas für sich. Die ganzen Diversity-Hanseln könnten sich sofort ans Schreiben von Anträgen machen, die von ESF und BMFSFJ finanzierte Projekte zur Förderung weiblicher Fleischer und Klempner z.B. unter dem Motto  “Matthias findet Erfüllung als Erzieher in der Kindertagesstätte, Powergirl Isabell bringt Schwung in den Abfluss” oder ähnlich kreativen Überschriften zum Gegenstand haben, die sich wegen Diversity natürlich an beide Geschlechter richten müssen. Aber nein, eine phantasielose Übernahme des ersten Punkts der Pressmeldung der IG-Metall ist alles, was den Redakteuren in Berliner Zeitung und dpa einfällt. Und diese Phantasielosigkeit kann man dieses Mal nicht einmal der IG Metall anlasten, denn die weiteren Punkte der Pressemeldung, die man auch hätte wählen können, lauten:

  1. “Der Ausbildungsmarkt hat sich 2011 berappelt”
  2. “Unbesetzte Plätze, ungenutzte Potentiale”
  3. “Demographie-Effekt: Bewerber Potential schmilzt”
  4. “Berufe mit Looser-Image”
  5. “Zahl der Jugendlichen im Übergangsbereich geht endlich zurück”
  6. “Migrant ist nicht Migrant”

Angesichts der Liste der Möglichkeiten, die der Berliner Zeitung und dpa auf der Grundlage derselben IG-Metall Pressemeldung zur Verfügung standen, um ihrerseite eine Meldung zu schreiben, ist es kaum mehr jenseits der Psychiatrie zu erklären, dass ausgerechnet oder ausschliesslich, “Junge Frauen ziehen den Kürzeren” es in das Bewusstsein der jeweilgen Redakteure geschafft hat. Oder man erklärt mit meiner dualen Erklärung: Opportunismus: Die IG-Metall Pressemeldung beginnt mit dem angeblichen Leid der jungen Frauen. Was oben steht, muss wichtig sein. Also übernehmen wir die erste Meldung der sowieso zu langen Pressemitteilung. Ideologie: “Man kann es dem dummen Volk da draußen nicht oft genug einhämmern, dass Frauen in dieser Gesellschaft benachteiligt sind, ich bin eine, ich muss es wissen”. Eine andere Erklärung, die das Explanandum im normalen Leben und nicht im Sanatorium “Geistesruh” verortet, fällt mir, wie gesagt, nicht ein.

Balcytiene, Ankse & Vinciuniene, Ausra (2010). Assessing Conditi0ns for the Homogenisation of the European Public Sphere: How Journalists Report, and Could Report, on Europe. In: Bee, Christiano & Bozzini, Emanuela (eds.). Mapping the European Public Sphere. Institutions, Media and Civil Society. Farnham: Ashgate, pp.141-158.

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