Radio Bremen: Sprachrohr von Linksextremisten?!

Es werden immer mehr.

Die Beiträge, in denen wir berichten, wie politische Aktivisten ihre einseitige Sicht der Welt in öffentlich-rechtlichen Medien platzieren und als “journalistischen Beitrag” maskieren können, werden immer häufiger.

Gestern haben wir einmal mehr aufgezeigt, dass der ARD-Faktenfinder ein Verlautbarungs- und Manipulationsinstrument ist, das politische Aussagen der Amadeu-Antonio-Stiftung ungeprüft und ohne auch nur die Spur eines kritischen Tones lanciert, um die Öffentlichkeit zu manipulieren. Heute berichtet Dr. Dr. Marcus Ermler über einen Fall aus Bremen, bei dem Radio Bremen sich Aussagen und vermeintliche Recherchen des linksextremen AfD-Watch Bremen zu eigen macht und als journalistischen Beitrag präsentiert. Während Dr. Ermler in seinem Beitrag darauf eingeht, dass öffentlich-rechtliche Anstalten offensichtlich keine Skrupel haben, Material, das die Persönlichkeitsrechte von Menschen verletzt, zu veröffentlichen, so lange es sich gegen die AfD oder das richtet, was man in Bremen als Rechte ansieht, richtet und fordert, neben Informationen von AfD Watch, aus Gründen der Ausgewogenheit, und zu Letzterer sind öffentlich finanzierte Sender ja verpflichtet, auch Informationen von einem beliebigen Neo-Nazi-Blog zu beziehen, ist für uns die Normalität, mit der sich öffentlich-rechtliche Journalisten zu Sprachrohren politischer Interessen machen, der Punkt, den wir hervorheben wollen.

Öffentlich-rechtliche Journalisten werden nicht dafür bezahlt, dass sie eine bestimmte oder ihre politische Meinung als journalistischen Beitrag ausgeben, sondern dafür, der Öffentlichkeit Informationen bereit zu stellen. Die vielen Einzelfälle, über die wir in den letzten Wochen berichtet haben und die alle gemeinsam haben, dass keine Informationen, sondern Bewertungen und Diffamierungen transportiert werden, die alle aus der selben politischen Richtung, nämlich von links lanciert werden, zeigen, dass öffentlich-rechtliche Anstalten ihrem Informationsauftrag nicht mehr gerecht werden.

Ein jeder Mensch hat ein Recht auf Notwehr.

Aus diesem Recht lässt sich das Recht ableiten, nicht für Beiträge in öffentlich-rechtlichen Medien bezahlen zu müssen, die darauf ausgerichtet sind, die geistige Integrität des entsprechenden Menschen zu beschädigen, Beiträge, deren Ziel darin besteht, ihn zu manipulieren und zu indoktrinieren. Wenn Manipulation, politischer Aktivismus und der Versuch, öffentlich-rechtliche Medien zu Monokulturen der einen, wahren politischen Sichtweise zu machen, wie dies im 1000jährigen Reich der Fall war, überhand nehmen und zur Normalität geworden sind, dann ist es Zeit zivilen Ungehorsam zu üben.

 

Unlängst habe ich in einem Artikel für die Achse des Guten festgestellt, dass der Bremer Senat linksextreme Tugendwächter deckt und dies am Fall der Plattform „AfD Watch Bremen” veranschaulicht. Diese Plattform übt sich im Geiste einer „Stasi 2.0″ darin, einen öffentlichen Pranger für Mitglieder Bremer AfD zu implementieren. Hierbei werden nicht nur politische Aussagen der Mitglieder kritisch beleuchtet (was tatsächlich noch Journalismus wäre!), sondern private Details und das soziale Umfeld vor einer breiteren Öffentlichkeit genüßlich ausgebreitet. Nazi-Outings mit Bild und Adresse gehören bei dieser Plattform ebenfalls zum guten Ton.

Diese Plattform ist so entgegen ihrer eigenen Selbstdarstellung nicht journalistisch, sondern propagandistisch orientiert, um so die AfD als Wiedergeburt der NSDAP darzustellen und zu dämonisieren. Mit besonderen Befremden habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass nicht nur die Bremer Linkspartei die Arbeit dieses linksextreme Propagandawerkzeug goutiert, sondern auch taz, Weser-Kurier und seit neuestem auch buten un binnen, das Nachrichtenformat von Radio Bremen.

Auch für Bremer Presseerzeugnisse und Medien gilt die journalistische Sorgfaltspflicht. So müssen „alle Nachrichten vor ihrer Veröffentlichung auf Herkunft, Inhalt und Wahrheitsgehalt überprüft werden, müssen und [dürfen] nicht sinnverzerrt oder verfälscht dargestellt werden”. Weiterhin ist „die Kennzeichnung von Gerüchten, unbestätigten Meldungen und Symbolfotos […] verpflichtend”. Und schließlich geht die Sorgfaltspflicht mit „Wahrung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts” einher, das gegen die „Grundrechte der Meinungs- und Pressefreiheit sowie das Interesse der Öffentlichkeit” abgewogen werden muss.

Ein aktueller Bericht von buten un binnen, der im Wesentlichen die „Recherchen” von AfD Watch Bremen wiedergibt, ist eine so offensichtliche Verletzung dieser Sorgfaltspflicht, dass ich mich dazu entschied, eine Stellungnahme von Redaktion zu erbeten, was leider bislang ohne Antwort blieb.

Was war passiert?

AfD Watch Bremen behauptet in einem Artikel, dass der Bremer Bundestagsabgeordnete, ein Mitglied der Identitären Bewegung beschäftigen würde [Anmerkung der Redaktion: Was offensichtlich für Linke schlimmer wäre, selbst wenn es stimmen würde, als ein Bundestagsabgeordneter der LINKEN, der einen ehemaligen Terroristen (also einen Mörder) beschäftigt]. Belegen sollen dies Film- und Bildaufnahmen eines angeblichen Abgeordnetenbüros.

Das Brisantere hieran ist folgende Aussage im Text: „So arbeitet der IB Akteur Jonas Schick seit ein paar Monaten werktags zwischen 9.00 und 16.00 Uhr als Büroleiter gemeinsam mit dem Vorsitzenden der JA und zweiten stellv. Landesvorsitzenden Robert Teske”. Nun stellt sich mir die Frage, wie genau kann man feststellen, dass jemand „seit ein paar Monaten werktags zwischen 9.00 und 16.00″ arbeitet. Doch nur dann, wenn man ihn permanent observiert! Und wie kommt man zu den Videoaufnahmen und Fotos? Auch nur dann, wenn man permanent filmt und Fotos macht.

Da es sich bei den Mitarbeitern weder um „Personen der Zeitgeschichte” handelt (weder absolute noch relative) noch um eine „Bildberichterstattung über Prominente” haben wir es hier offenkundig mit einem Eingriff in die allgemeinen Persönlichkeitsrechte zu tun. Dies scheint buten un binnen jedoch nicht zu tangieren, vielmehr heißen sie die „journalistische” Arbeitsweise von AfD Watch Bremen gut, die mit ihrer Rund-um-die-Uhr-Überwachung bzw. dem Sammeln privaten Informationen von Bremer AfD-Mitgliedern eher an Stasi bzw. Gestapo erinneren.

Nun werden sich buten un binnen bzw. AfD Watch Bremen vermutlich damit retten wollen, dass das Interesse der Öffentlichkeit überwiege und es sich bei Herrn Magnitz um eine relative Person der Zeitgeschichte handle (was bei seinen observierten Mitarbeitern jedoch wohl nicht aufrecht zu erhalten ist). Gut, wenn beide „journalistische” Institutionen im Sinne des „Interesses der Öffentlichkeit” arbeiten und handeln, bleibt die Frage, warum man sich ausschließlich mit vermeintlichen Rechtsextremen beschäftigt und auf dem linken Auge blind ist!?

Entweder schaut man kritisch auf jede Art von Extremismus oder eben auf keinen. Selektiv und nach ideologischer Präferenz zu arbeiten, ist ein Hohn für den journalistischen Arbeitsethos und insbesondere eine Verachtung der von Hajo Friedrich postulierten Arbeitsanweisung an Journalisten: „Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten”.

Besonders deutlich wird dieser doppelte Standard daran, dass buten un binnen vor der Bundestagswahl nicht einen einzigen Bericht darüber lieferte, dass der Direktkandidat Sebastian Rave der Bremer Linkspartei ein offenkundiger Linksextremist war und ist.

Rave ist ein zentrales Mitglied der Bremer Linkspartei: neben der Direktkandidatur für den Wahlkreis 54 bei der letztjährigen Bundestagswahl war er seinerzeit auch Mitglied des Landesvorstandes als Sprecher für „Antifa, Antirassismus, Antimilitarismus, Internationales, Friedenspolitik”, ferner Mitglied im Bundesvorstand, der vom Verfassungsschutz (siehe hier, S. 140-141) beobachteten Sozialistischen Alternative (SAV) und Organisator des Bündnisses gegen Rechtspopulismus und Rassismus.

Noch schlimmer: Im Rahmen der medialen Berichterstattung von buten un binnen (sowie Weser-Kurier und taz) über eine Demo gegen das AfD-Büro in der Bremer Innenstadt wird Rave zum einfachen „Anwohner” gemacht, ohne seine hervorgehobene Stellung in der Bremer Linkspartei bzw. sein Verhältnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu erwähnen.

Auch Aussagen, die er im Vorfeld der Bundestagswahl von sich gab, wurden nirgends kritisch reflektiert. So schließt er seine Bewerbungsrede für die Wahl zum Direktkandidaten mit einem entlarvenden Abschluss “Danke, Rotfront” (hier ab 9:44) – „Rotfront” war die Grußform desRotfrontkämpferbundes, des paramilitärischen Kampfverbandes der KPD aus Zeiten der Weimarer Republik; ferner sieht er sich auch als „Straßenkämpfer” (im Video, ab 9:35).

Während der Demo Mitte Juni vor dem Büro der AfD sagt Herr Rave folgendes: „Gemeinsam vertreiben wir die AfD aus der Falkenstraße” (hier, ab 1:39). Und genau das wurde seinerzeit unternommen. Delikat ist auch folgende Äußerung auf seiner Homepage: “Seit Mitte 2012 mache ich hauptberuflich Propaganda: Für Linke und LINKE, für Bewegungen und Gewerkschaften”. Die letzten Politiker in Deutschland, die das Wort Propaganda noch wie eine Auszeichnung vor sich her trugen, waren die der roten und brauen Sozialisten.

Ich empfinde es in Bremen als rechtsstaatlichen und presserechtlichen Hohn, einerseits bei der Berichterstattung über die AfD auf offensichtlich linksextreme Propagandainstrumente zurückzugreifen, die ihre Informationen entgegen der journalistischen Sorgfaltspflicht beschaffen, und andererseits linksextreme Aktivitäten in Bremer Parteien völlig unter den Teppich zu kehren und so der journalistischen Sorgfaltspflicht einen zweiten Tittt zu verpassen.

Auch frage ich mich: wenn heute bereits die Observation rund-um-die-Uhr journalistischer Standard ist und nicht einmal vor dem privaten Umfeld von Poltikern halt gemacht wird, die dieses nicht freiwillig der Öffentlichkeit in BUNTE und Co. ausbreiten wollen wie so manch ehemaliger Vizekanzler, was ist der nächste Schritt? Neonazi-Blogs als Quelle über die politische Linke? Waterboarding als neue Informationsquelle?

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Mörder – Rechtextreme – Antifeministen: Wie man Anders Breivig mit Junger Freiheit und Ulrich Kutschera verbindet

Es gibt Beiträge, die Grenzen überschreiten. Im Blog des Göttinger Instituts für Demokratieforschung ist ein solcher Beitrag erschienen. Das Göttinger Institut für Demokratieforschung ist übrigens das Institut, das der Ostbeauftragten der Bundesregierung eine Junk Studie untergejubelt hat, die nicht einmal die ahnungslose Ostbeauftragte verteidigen konnte.

Nun also ist das Institut angetreten, seinen Blog zu nutzen, um Menschen mit abweichender Meinung zu diskreditieren und zu diffamieren, und zwar in einer Weise, die man nicht anders als infam und mies bezeichnen kann.

Aufhänger des Beitrags, den ein oder eine Urte Poppinga verfasst hat, ist ein Vortrag, den Urusla Birsl, die es auf eine Professur in Marburg und mit ausgerechnet der Denomination „Demokratieforschung“ geschafft hat, wohl in Göttingen gehalten hat. Der Vortrag beginnt mit der Feststellung, dass Anders Breivig, der 2011 in Norwegen 77 Menschen erschossen hat, ein Antifeminist gewesen sein soll.

Hat man Breivig erst einmal zum Antifeministen gemacht, dann kann man die Hülse problemlos benutzen, um alle, die sich kritisch mit der Unterwanderung von Hochschulen durch Genderismus beschäftigen, in einen Topf mit Breivig zu werfen. Bei Birsl geht das dem Beitrag von Poppinga zufolge wie folgt: Für Rechte ist die Familie ganz wichtig. Rechtsextreme „fokussieren sich auf den Dienst der Frau als Mutter“. Dieser Dienst werde als „natürliches Ungleichheitsverhältnis verstanden“. Damit bringen sich Rechtextreme in Gegensatz zum Feminismus, wie Birsl als Hohepriester des Genderismus weiß, und deshalb sind Rechtsextreme mit dem Anti-Feminismus verwoben, deshalb sind sie Antifeministen.

Bislang wurden Rechtextreme von Birsl über die Verbindung zu Breivig diskreditiert und zu potentiellen Mördern assoziiert. Und ist die wissenschaftliche Lauterkeit erst einmal zugunsten der Gender-Heilslehre aufgegeben, dann kann man wild um sich schlagen. Rechtextreme haben Verbindungen zu Rechten und zu Konservativen, und sie alle sind bekanntlich Antifeministen, die wiederum alle mit Breivig in einem Boot sitzen und somit potentielle Mörder sind, die jederzeit aufstehen und um sich schießen können. Das muss Birsl denken, ansonsten macht es keinen Sinn, Anders Breivig mit Antifeministen in einen Topf zu werfen.

Und wenn Birsl, in der Erzählung von Poppinga, schon einmal beim Diffamieren ist, gibt es kein Halten mehr: Die Junge Freiheit und ihre Gender-mich-nicht-voll- Kampagne, der Versuch, den „Gender-Wahnsinn“ zu stoppen, das ist Rechtspopulismus und Gedankengut von Breivig, Gendankengut von Mördern, Gedankengut, das es längst an Universitäten geschafft hat, wie Poppinga oder Birsl oder beide mit Bezug auf Ulrich Kutschera feststellen, den sie eben einmal auch in eine Linie mit Anders Breivig stellen.

Wer noch einen Beleg für die schmutzige Phantasie von Genderisten benötigt, wer sehen will, wie Genderisten diejenigen, die sie als Ungläubige, als Häretiker ansehen, behandeln, wie sie sie diffamieren und mit Mördern in eine Reihe stellen, dem sei der Beitrag aus Göttingen nahegelegt. Man hält es nicht für möglich, wenn man es nicht gelesen hat:

„Hier zeigt sich ein weiteres Charakteristikum des antifeministisch-(neu-)rechten Gedankenguts, auf das Prof. Birsl hinweist: Wir haben es auch in den Universitäten. Obwohl die Universität als Instanz des Bildungsparadigmas gilt, ziehen dort Antifeminismus und damit eng verwobene rechte Anschauungen ein – meist leise und unterschwellig, oft als sich intellektuell gebendes Gedankengut gut situierter und gebildeter Akademiker in höheren Ämtern, verstärkt durch die Berufung auf vermeintlich eindeutige Forschungsergebnisse und angeblich allgemeingültige Fakten. Bekannt von den Alt-Rechten sind die Wortwahl und das Naturalisierende, der Anspruch auf die absolute Wahrheit.“

Wären Universitäten Instanzen des Bildungsparadigma, Gender Studies hätten sich dort nie festsetzen können. Es ist geradezu perfide, wenn ausgerechnet Genderisten, die es bis heute nicht geschafft haben, die Grundlagen ihrer angeblichen Wissenschaft zu bestimmen, die keine Epistemologie, keinen theoretischen Korpus, keine eigenständige Fragestellung, keinerlei eigenständige Methode und keine eigenen Forschungsergebnisse vorzuweisen haben, deren Fach ein reines Mistelfach ist, das von den Leistungen anderer Fächer lebt und deren Vertreter seit nunmehr fünf Jahren nicht in der Lage sind, Fragen nach der wissenschaftlichen Grundlage ihres Faches zu beantworten, die ein Wissenschaftler im Schlaf beantworten kann, sich zu Anwälten der Wissenschaft machen wollen. Das ist, als wollte sich ein Mörder, um einmal im Bild zu bleiben, mit dem Birsl ihren Vortrag eingeleitet hat, mit Lebensversicherungen einen Zuverdienst verschaffen.

Genderisten, viele, alle sind unanständig, das kann man dem Beitrag aus Göttingen entnehmen. Sie schrecken nicht davor zurück, obwohl sie sich wie Birsl behauptet, in der Nachfolge der Aufklärung wähnen, diejenigen, die sie als ihre ideologischen Feinde ansehen, zu diffamieren und mit Mördern in eine Reihe zu stellen. Wer solche Aufklärer hat, der braucht keine Inquisitoren mehr. Wer solche Personen hat, die sich für Wissenschaftler halten, der braucht keine Faschisten mehr. Wer solche moralischen UBoote an Universitäten hat, der muss sich nicht wundern, wenn wissenschaftliche Lauterkeit, wissenschaftliche Methoden, Theorien und Ergebnisse keine Rolle mehr spielen. Wer Kultusministerien hat, die solche Personen an Hochschulen dulden, der muss sich nicht wundern, wenn sein Bildungssystem den Weg in die Gosse antritt und den Anschluss an China oder Indien längst verloren hat.

Wir dokumentieren den Beitrag aus dem Blog des Göttinger Instituts für Demokratieforschung an dieser Stelle im Wortlaut, schon um das Beweismaterial zu sichern, falls sich Ulrich Kutschera oder der Herausgeber der Jungen Freiheit entschließen sollte, strafrechtlich gegen Birsl und Poppinga und das Göttinger Institut für Demokratieforschung vorzugehen.

Der Blogbeitrag im Wortlaut

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Sozis als Gotteskrieger: Grenze zu religiösem Fundamentalismus bei SPD überschritten (in Frankfurt)

Gestern haben wir darüber berichtet, dass die Frankfurter SPD und ihr Stadtverordneter Thomas Bäppler Wolf auf Grundlage von Null-Information und – wie eine Pressemeldung der Universität Frankfurt nahelegt – ganz offensichtlich auf Basis von reinen Vermutungen, die in diskreditierender Absicht angestellt wurden, versucht, den wissenschaftlichen Kongress zum Thema „Partnerkonflikte gewaltfrei austragen“, der vom 13. bis zum 15. April in den Räumlichkeiten der Universität Frankfurt stattfinden soll, zu verhindern und Veranstalter und Teilnehmer gleich vorab als homophob zu diffamieren.

In einer Stellungnahme hat sich zwischenzeitlich die Universität Frankfurt von den wilden Spekulationen der SPD, in denen auch die Behauptung, der Veranstalter habe gegenüber der Universität Frankfurt falsche Angaben gemacht, erfunden wurde, distanziert und die folgende Pressemeldung veröffentlicht:

„Seit einigen Tagen wird im Hinblick auf den Kongress „Familienkonflikte gewaltfrei austragen“, der vom 13. bis 15. April 2018 auf dem Campus Westend der Goethe-Universität stattfinden soll, eine kontroverse öffentliche Debatte geführt und scharfe Kritik geübt. Das Präsidium nimmt dies zum Anlass, über den gegenwärtigen Sachstand zu informieren: Die AG Familienkonflikt hat vertreten durch Prof. Dr. Gerhard Amendt Veranstaltungsräume bei der CampuService GmbH angemietet.

Als Vermieterin von Veranstaltungsräumlichkeiten nimmt die CampuService GmbH, eine Tochter der Goethe-Universität, weder Einfluss auf die inhaltlichen Planungen von Veranstaltungen, die auf dem Gelände der Goethe-Universität stattfinden, noch macht sich die CampuService GmbH oder die Goethe-Universität deren Inhalte zu eigen. Vor Vertragsabschluss prüft die CampuService GmbH die Angaben und Veranstaltungsinformationen potentieller Mieter. Abgelehnt werden z.B. Anfragen verfassungsfeindlicher Organisationen sowie von Organisationen und Personen, die extremistisches Gedankengut vertreten. Abgelehnt werden auch Veranstaltungen, bei denen absehbar ist, dass durch sie der Lehr- und Forschungsbetrieb spürbar gestört wird.

Die Prüfung der Veranstaltungsanfrage „Familienkonflikte gewaltfrei austragen“ ergab im Vorfeld keine Hinweise, dass die beantragte Veranstaltung nicht den üblichen Grundsätzen der CampuService GmbH zur Raumvermietung entspricht. Derzeit ergibt sich keine juristische Begründung für eine außerordentliche Kündigung.

Im Sinne der Wissenschafts- und Meinungsfreiheit versteht sich die Goethe-Universität als Ort, an dem kontroverse Themen und polarisierende Positionen offen geäußert werden können. Dies bedeutet natürlich immer auch, dass Kritik, Widerspruch und Gegenrede notwendig, ja willkommen sind. Die Goethe-Universität bietet Raum für einen offenen Diskurs und steht, wie in ihrem Leitbild formuliert, für die Werte einer offenen, vielfältigen und demokratischen Gesellschaft.”

Vor allem der letzte Absatz macht die Unterschiede deutlich zwischen einer liberalen und aufgeklärten Welt und der fundamentalen und faschistischen Welt, die wohl der (Frankfurter) SPD als Ideal vorschwebt. Dass man bei der Frankfurter SPD nicht davor zurückschreckt, pauschale Verdächtigungen und Diffamierungen auszusprechen, wie wir gestern dargestellt haben, dass diese Verdächtigungen ausschließlich auf Grundlage der eigenen Ideologie also auf Grundlage der Tatsache, dass es Menschen gibt, die anderer Meinung sind, getroffen werden und dass diese Verdächtigungen somit in keinem Verhältnis zur Realität stehen, zeigt, dass zumindest Teile der Frankfurter SPD den Weg in den politischen Fundamentalismus gegangen sind. Die Art und Weise, in der Teile der Frankfurter SPD in der Öffentlichkeit agieren, weist dabei alle Eigenschaften auf, die Douglas Pratt als Eigenschaften eines religiösen Fundamentalismus‘ herausgearbeitet hat:

„religious fundamentalism is a deeply rooted phenomenon that can, and does, give rise to political acts. Religious fundamentalism can imply a narrow, strict, and limited metaphysics and a set of doctrines, which to a greater or lesser degree hardly impinge on the wider life of society; it can also mean a worldview perspective that engenders, if not demands, the advocacy of a socio-political ordering and action to achieve an intended outcome” (Pratt 2010: 441).

Das Merkmal eines politischen oder religiösen Fundamentalismus ist demnach, das seine Ideologie (limited metaphysics oder worldview perspective) verabsolutiert und zur Wahrheit erklärt wird. Wenn eine Ideologie zur Wahrheit erklärt wird, muss keinerlei Test an der Realität mehr durchgeführt werden, denn die Ideologie ist wahr, weicht die Realität ab, müssen finstere Mächte dafür verantwortlich sein, finstere Mächte, die z.B. andere Meinungen als im Rahmen der Ideologie zugelassen, haben. Abweichende Meinungen werden von religiösen und politischen Fundamentalisten generell als böse und falsch bewertet, weil sie der Wahrheit, die in der eigenen Ideologie ausgedrückt sein soll, widersprechen. Menschen anderer Meinung werden zu Häretikern und als solche sind sie zum verbalen Abschuss freigegeben, d.h. es gibt keinerlei Moral und keinerlei Gewissen, das interveniert, wenn den Häretikern willkürlich und ohne Grundlage Eigenschaften wie Homophobie zugeschrieben werden.

Für Pratt besteht die Gefahr, die von einem religiösen oder politischen Fundamentalismus ausgeht, darin, dass ein passiver Fundamentalismus, der die Wahrheit der eigenen Ideologie nur im kleinen Kreis der eigenen Sekte zelebriert, zu einem – wie er es nennt – impositionalen Fundamentalismus wird. Ein impositionaler Fundamentalismus zeichnet sich dadurch aus, dass die Wahrheit der eigenen Ideologie, von den politischen Gotteskriegern nunmehr denen aufgezwungen werden soll, die eine abweichende Meinung haben bzw. dadurch, dass diejenigen, die eine abweichende Meinung haben mundtot gemacht oder physisch getötet werden sollen. Die letzte Unterscheidung beschreibt dann den Rubikon zwischen impositionalem politischen Fundamentalismus und politischem Terrorismus.

Drei Schritte machen für Pratt aus einem passiven Fundamentalismus, der zuhause im stillen Kämmerlein oder wie man heute sagen wird, in der Echokammer gepflegt wird, einen impositionalen politischen Fundamentalismus, der die Hegemonie im öffentlichen Diskurs beansprucht und Menschen abweichender Meinung verfolgt. Wir haben die drei Schritte, die Pratt für den religiösen Fundamentalismus ausgearbeitet hat, für den von uns beschriebenen politischen Fundamentalismus angepasst:

• Absolutheit des eigenen Glaubens: Politische und religiöse Fundamentalisten gehen davon aus, dass ihr Glauben einen Wahrheitsanspruch mit sich bringt. Dadurch ist es möglich, die eigene Lehre in Gänze zu erfassen, was z.B. durch emsiges Studium der Bibel oder des Koran, der Lehren von Karl Marx oder des Parteiprogramms der SPD zu leisten ist.

• Politische Fundamentalisten sind davon abhängig, dass ihre soziale Bezugsgruppe ihre Aussagen und Handlungen positiv bewertet. Ähnlich der Hierarchisierung von Jugendbanden, wie sie Trasher (1936) oder Whyte (1943) beschrieben haben, so herrscht auch in Gruppen politischer Fundamentalisten ein bestimmter Kodex, der es ermöglicht Innergruppen-Status dadurch zu erreichen, dass man Menschen mit abweichender Meinung bekämpft. Während in Jugendbanden die körperliche Auseinandersetzung Grundlage von Statusgewinn ist, wird in den meisten Gruppen politischer Fundamentalisten (noch) die verbale Auseinandersetzung praktiziert, die darin besteht, denjenigen mit abweichender Meinung, verbal zu diskreditieren und in der Öffentlichkeit schlecht zu machen. Menge und Reichweite der Diskreditierungen sind die Grundlage, auf der innergruppen-Status zugewiesen wird.

• Politische Fundamentalisten zeichnen sich durch ein „closed mind“ (Rokeach 1980) aus. Eine Diskussion mit ihnen ist nicht möglich. Sie sind keinen Argumenten zugänglich. Das ist eine zwangsläufige Folge ihrer Überzeugung, sich im Besitz der Wahrheit zu befinden. Ein Akteur, der meint, er wisse schon alles, worüber soll ein solcher Akteur diskutieren?

Urteilen Sie selbst, ob die SPD in Frankfurt (und anderswo), den Weg in den politischen Fundamentalismus gefunden hat, ein Weg übrigens, der dann, wenn man Positionen des Genderismus‘ übernimmt, unabdingbar ist (aber das nur nebenbei).

Auf Genderama finden sich weitere Hintergründe zu den Versuchen der Frankfurter SPD die reale Welt ihrer Ideologie anzupassen und Kritik und andere Meinungen zu unterdrücken. Das Irre an dieser Form des politischen Fundamentalismus ist nun, dass das, was unterdrückt werden soll, sowieso eine Erfindung der SPD ist, deren Stadtverordnete versuchen, durch Unterstellungen einen Strohmann aufzubauen, den man bekämpfen kann. Zur Erinnerung, bei der Tagung geht es um das gewaltfreie Austragen von Famlienkonflikten. Homophobie ist offenkundig etwas, das die SPD Stadtverordneten so beschäftigt, dass sie mit dem Begriff, den sie als Kampfbegriff ansehen, wild um sich werfen. Es ist immer wieder erschreckend, dass sich manche nicht vorstellen können, dass andere nicht wie sie selbst von genau einem Hassobjekt dominiert werden, einem Hassobjekt, das das, was ihnen wie denken vorkommt, vom Aufstehen bis zum Schlafengehen durchzieht und an dem sie alles, was ihnen begegnet, in Verbindung bringen. Die Erklärung dieses Verhaltens über eine Projektion im Sinne von Freud liegt dabei nahe. Früher fand man solche psychisch Verstörten in spezialisierten Institutionen, heute sind sie scheinbar in der Politik tragbar.

Ebenfalls auf Genderama findet sich eine Stellungnahme der Veranstalter des Kongresses.

Literatur
Pratt, Douglas, 2014: From Religion to Terror: Christian Fundamentalism and Extremism. In: Payne, John David, Bowen, Donna Lee & Sherlock, Richard (eds.): Religion and Terrorism. Plymouth: Lexington Books, 119-152.

Pratt, Douglas, 2010: Religion and Terrorism: Christian Fundamentalism and Extremism. Terrorism and Political Violence 22, 3: 438-456.

Rokeach, Milton, 1980: The Open and the Closed Mind: Investigation into the Nature of Belief Systems and Personality Systems. New York: Basic Books.

Trasher, Frederic M. (1936). The Gang. Chicago: University of Chicago Press.

Whyte, William F. (1943). Street Corner Society. Chicago: University of Chicago Press.


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FAZ-Journalismus: Deavouieren als Schreibzweck – Von Arne Hoffmann und seinen Neidern

Qualitative Sozialforschung hat auch ihre guten Seiten. Einmal davon abgesehen, dass viele qualitative Sozialforscher den Inhalt vor lauter Worten nicht mehr sehen, wenn sie vor den vielen Seiten, auf denen transkribierte Interviews zu lesen sind, sitzen, hat genau diese Notlage einige von ihnen dazu geführt, sich Methoden auszudenken, um dem Kern des Gesagten auf die Spur zu kommen. Die wohl wichtigsten Methoden gehen auf Ralf Bohnsack, Philip Mayring, Barney Glaser und Anselm Strauss zurück. Sie tragen so spröde Namen wie „Dokumentenanalyse“ oder „qualitative Inhaltsanalyse“ oder so vielversprechende, die qualitative Sozialforschung fast schon zur Utopie weiterentwickeln, wie Grounded Theory.

Der Kern aller qualitativer Methoden besteht darin, zentrale Textstellen ausfindig zu machen, die es erlauben, auf die Motivation, die Überzeugung, die Einstellung, die Wertvorstellung uvm. dessen, der gerade interviewt wurde oder dessen, von dem man einen Text als qualitatives Material vorliegen hat, zu schließen.

Nehmen wir z.B. den Text von Sebastian Eder, „It’s a woman’s world“ in der FAZ vom 28. August, in dem es im weitesten Sinne um Arne Hoffmann geht. Dieser Text weist eine Vielzahl von Besonderheiten auf, die es erlauben, die Intention, Motivation und die Überzeugung von Sebastian Eder herauszuarbeiten; Letztlich so viel, dass der Text mehr über Sebastian Eder aussagt, als über Arne Hoffmann, der eigentlich Gegenstand des Textes ist.

Die zentrale Textstelle im mehrere Seiten umfassenden Elaborat von Eder findet sich im ersten Drittel. Sie lautet wie folgt:

„Es wäre insgesamt recht einfach, sich über Arne Hoffmann lustig zu machen: Er ist 48, lebt aber noch mit seinem Vater in seinem Elternhaus in einem 500-Seelen-Dorf im Taunus. Er hat keine Freundin, schreibt aber Sex-Ratgeber. Er liebt Fantasy-Geschichten und entspricht auch optisch dem Klischee eines Nerds, der sich vor allem hinter seinem Bildschirm stark fühlt – und er kämpft eben gegen die Unterdrückung der Männer, die doch immer noch fast überall in der Gesellschaft das Sagen haben.“

Hier spricht Eder direkt zu seinen Lesern. Hier zeigt er, welche Vorstellung einer gesellschaftlichen Normalität er hat, welche Überzeugung über das richtige soziale Leben ihn leitet. Hier zeigt er, dass er ein Spießer ist, dessen Ziel darin besteht, Arne Hoffmann aufgrund seines abweichenden Lebensstils zu diskreditieren. Insofern ist diese Textpassage ein Ankerbeispiel im Sinne Philip Mayrings, das wir der Kategorie „intolerante Sicht auf die Welt“ zuordnen. Die Textpassage basiert auf den folgenden Prämissen:

Wenn jemand 48 Jahre alt ist und auf dem Land bei seinem Vater lebt, wenn er keine Freundin hat, ABER Sex-Ratgeber schreibt, dann ist dieser jemand lächerlich.

Damit die Vorstellung von „Unnormalität“ für Sebastian Eder beschrieben, die Abweichung von dem, was Eder für gesellschaftlichen Standard hält. Dass Eder zudem denkt, Abweichungen von diesem gesellschaftlichen Standard seien lächerllich, zeigt, dass er intolerant anderen Lebensentwürfen gegenüber ist und entsprechend nicht in die pluralistische Moderne passt.

Besonders interessant ist seine Ansicht, dass das Schreiben von Sex-Ratgebern notwendig eine Freundin voraussetze. In Zeiten, in denen die Objektivierung von Frauen so gerne beklagt wird und die Normalität von Homosexualität so gerne betont wird, ist es erstaunlich, dass diese Ansicht, die mit der Normalität von Homosexualität nicht kompatibel ist nicht zu einem Aufschrei der üblichen Verdächtigen geführt hat. Vielleicht sind sie ja der Methoden der qualitativen Sozialforschung nicht mächtig.

Zudem ist die zitierte Stelle aussagekräftig im Hinblick auf die Motivation und die Intention, die hinter der Entscheidung Eders, einen Beitrag über Arne Hoffmann zu veröffentlichen, stehen: Die Intention besteht darin, Arne Hoffmann zu diskreditieren, die Motivation hinter derartigen Tätigkeiten wird gemeinhin als Hass oder Neid benannt.

Zunächst zur Intention:

Der Nerd hinter dem Bildschirm in Verbindung mit dem lächerlichen Lebensstil, den Eder Hoffmann zuschreibt, soll dazu dienen, dessen Kampf gegen „die Unterdrückung von Männern“ zu diskreditieren und Hoffmann lächerlich zu machen als gesellschaftliche Abnormalität, die ihre Unfähigkeit, das, was Eder für eine normale Beziehung hält, aufzubauen, dadurch kompensiert, dass sie sich hinter einem Bildschirm verschanzt, um für eine lächerliche Sache zu kämpfen, denn natürlich sind Männer in Deutschland nicht benachteiligt, werden sie nicht unterdrückt, so das Vorurteil Eders.

Die zweite Ebene der Lächerlichkeit, die Eder in seinem Beitrag nutzen will, zielt auf den Gegenstand der Arbeit von Hoffmann. Ist der Mann lächerlich gemacht, ist auch was er tut nichts anderes als lächerlich, fühlt er sich doch „hinter seinem Bildschirm stark“. Diese Behauptung ist jedoch ein zweischneidiges Schwert, denn sie trifft auch Sebastian Eder, der im Schutze seines Bildschirms verbal über einen Menschen herfällt, der nicht gegenwärtig ist und ihm entsprechend auch keine Faust ins Gesicht schlagen kann, um sein Missfallen kund zu tun. Auch Eder ist, gemäß seiner eigenen Logik, ein Nerd, der sich „hinter seinem Bildschirm stark fühlt“.

Im Gegensatz zu Arne Hoffmann ist Eder aber ein böswilliger Nerd, einer, dessen einziger Lebenssinn darin zu bestehen scheint, zu versuchen, andere zu diffamieren, sie schlecht zu schreiben und sich nebenbei bei dem anzudienen, was er für die herrschende Ideologie hält: Den Feminismus. Dass er dadurch Hoffmann, der die Unterdrückung von Männern bekämpft Recht gibt, scheint Eder nicht einmal aufzufallen. Das wiederum ist kein Wunder, denn Eder geht es in erster Linie darum, Hoffmann zu diskreditieren. Wir haben einmal die Ankerbeispiele im Text Eders zusammengetragen, die diese Intention, mit der der Text über Arne Hoffmann geschrieben wurde, belegen:

  • Arne Hoffmann wird von „Frauen oft etwas schräg angeschaut“.
  • Er gelte als „Vordenker der deutschen Männerrechtsbewegung“ (er „gilt“, nicht: er ist!).
  • Die Bücher Hoffmanns, in denen er Männerrechte thematisiert, seien schwer zu finden, man müsse sich durch einen Berg von Büchern mit Titeln wie „Sex für Fortgeschrittene“ oder „Onanieren für Profis“ hindurcharbeiten.
  • Hoffmann schieße „meilenweit über das Ziel hinaus“.
  • Hoffmann hat keinen (richtigen) Verleger für sein Buch „Sind Frauen die besseren Menschen“ gefunden. Nur ein Berliner Szeneverlag habe das Buch drucken wollen.
  • Hoffmann hat in der Mehrheitsgesellschaft nicht Fuß fassen können, weshalb er sich „eine Nische suchen“ musste.
  • Er „begann als klassischer Troll“.
  • Er wurde in Foren aktiv, „in denen sich wütende Männer austoben“.
  • Er äußert sich auf rechten Plattformen.
  • Er gibt dem Kopp-Verlag Interviews und schreibt für eigentümlich frei.

Die Meldung, die Eder seinen Lesern vermitteln will, ist ziemlich eindeutig: Hoffmann ist eine gescheiterte Existenz, die in der Gesellschaft nicht Fuß fassen kann, er führt einen aussichtslosen Kampf zu einem unsinnigen Thema und er ist ein rechter, ein rechter Männerrechtler, der im Internet andere trollt.

Diese Rolle des Trolls wird Hoffmann von Eder attestiert, nachdem Eder darauf hingewiesen hat, dass „[g]erade Feministinnen … sich im Internet nicht nur mit den Annäherungsversuchen wildfremder Männer herumschlagen [müssen] – sie werden oft auch massiv angefeindet und bedroht“.

Es wäre einfach, sich über die Welt, wie sie sich für Sebastian Eder darstellt, lustig zu machen, wäre er nicht eine so traurige Existenz, die einem Mitleid abringt. Dessen ungeachtet müssen die Grundpfeiler von Eders Welt hier offengelegt werden:

Es ist lauter, wenn ein Journalist, dem ein Verlag aufgrund welcher Überlegungen auch immer, eine Kolumne eingerichtet hat, diese nutzt, um Menschen zu desavouieren, die einen Lebensstil führen, den dieser Journalist nicht gut findet, gegen den er ansonsten aber nichts vorzubringen weiß. Denn Argumente gegen die Männerrechtsbewegung und die Relevanz dessen, was Hoffmann tut, finden sich im Text keine.

Weil er nichts gegen den anderen Lebensstil vorzubringen weiß, arbeitet Eder mit Anspielungen und Unterstellungen, mit der Waffe des feigen Journalisten, den „Anführungszeichen“, die es dem Autor ermöglichen, seine Diffamierung als Zitat auszugeben.
Eder konstruiert für Arne Hoffmann einen Rahmen des gesellschaftlichen Außenseiters, des deprivierten Nerds, der seine Deprivation in Sex-Ratgebern und im Kampf in der Sicherheit des Bildschirms gegen die guten Feministen richtet, die doch über jede Kritik erhaben sind.

Argumentationen Hoffmanns, die dessen Position stützen, ja nachvollziehbar machen würden, werden kurzerhand mit „“ vom Tisch gewischt und einem „Fachbuch“ zugeschrieben, von dem die „“ zeigen, dass Eder insinuieren will, es handle sich gar nicht um ein Fachbuch.

Wie gesagt, der Text von Eder sagt mehr über Eder selbst aus als über Arne Hoffmann, noch deutlicher wird dies, wenn man sich nach der Motivation fragt, die Eder haben könnte, eine einseitige, diffamierende und auf Desavouieren ausgerichtete Darstellung eines Menschen zu geben, dem doch angeblich „kaum jemand“ „zuhören will“? Warum also beschäftigt sich Eder so prominent und so ausführlich mit der angeblichen  Nischengestalt Hoffmann.

Drei Möglichkeiten:
Er wird dafür bezahlt, Hoffmann zu desavouieren, z.B. weil sich Hoffmann bei Amazon einen Namen damit gemacht hat, das, was man bei Genderisten in Anführungszeichen gesetzt vielleicht ein Buch nennen könnte, zu rezensieren und argumentativ zu zerlegen.

Hoffmann ist für ihn ein Symbol, ein Symbol für etwas, das ihm, also Eder, Angst macht, für einen Mann, der eine Überzeugung lebt und nicht täglich gezwungen ist, sich an den Zeitgeist anzupassen und bei seinen „Oberen“ anzubiedern.

Oder das Motiv ist schlicht Neid, Neid auf die Freiheit, die ein Nerd hinter seinem Bildschirm auf dem Land, der mit seinem Vater lebt, in seinem Leben hat, er, der nicht Kinder von A nach B kutschieren muss, wohl keine finanziellen Verpflichtungen hat, die sein Leben determinieren, keinen Anpassungsdruck an gesellschaftliche Vorgaben, sich einzuordnen, zu haben scheint, jemand, der anders ist, sich die Freiheit nimmt, anders zu sein, kurz das, was man eine Persönlichkeit nennt.

Ist Eder also der Softie, der vor lauter Verständnis und Anpassung an den Feminismus vergessen hat, was es bedeutet, ein Mann zu sein oder ist er der Typ verhinderter Mann, der vor lauter Feigheit nicht den Mut findet, aus dem gesellschaftlichen Käfig, in den er sich hat einsperren lassen, auszubrechen und deshalb allen, die nicht so anpassungsfähig wie er waren, ihr Rückgrat neidet?

Wir wissen es nicht.
Auch die qualitative Sozialforschung hat ihre Grenzen.

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Lü(g)(ck)enpresse Leipziger Volkszeitung: Geht es um Gender, dann haben Journalisten die Hosen voll

Ein paar Vorbemerkungen.

Die Leipziger Volkszeitung gehört zu großen Teilen der SPD.

LVZDie Zeitung behauptet dennoch von sich „überparteilich und unabhängig“ zu sein.
Wie überparteilich und unabhängig die Zeitung ist, zeigt der folgende Beitrag, der in der LVZ erschienen ist und den uns ein Leser extra eingescannt hat. In ihm geht es um das selbe Urteil, aus dem wir gerade umfassend berichtet haben – für alle diejenigen, die es nicht wiedererkennen.

Welche Tabus es in einer Gesellschaft gibt, das kann man daraus ersehen, worüber nicht berichtet wird.

Eines der größten Tabus, an das sich der neue deutsche Journalist nicht traut, es hat mit Genderismus zu tun, damit, dass Genderisten nicht die Krone der Schöpfung sind, eher das Gegenteil und damit, dass Genderisten offensichtlich auch nicht davor zurückschrecken, andere zu diffamieren und absichtlich zu schädigen, wenn es darum geht, die gute Sache der Frauenförderung voranzutreiben.

Dieses Tabu durchzieht den Beitrag, den Mario Beck für die LVZ und zum Urteil der 7. Kammer des Landgericht Leipzig geschrieben hat:

LVZ Lueckenpresse

Es wird im Beitrag der LVZ nicht darüber berichtet, dass die Bevorzugung der Zweitplatzierten im Rahmen der Frauenförderung erfolgt ist. Statt dessen ist von „sachfremden Erwägungen“ die Rede.

Es wird im Beitrag der LVZ von einem „verleumderischen Gerücht über Ghanbari“, also Dr. G. aus unserem Beitrag, gesprochen, aber das Gerücht nicht benannt. Es ist offenkundig, dass man Leipziger Lesern der Volkzeitung nicht berichten will, wie z.B. der Vorwurf sexueller Nötigung gegenüber Männern eingesetzt werden kann und offensichtlich auch wird, um deren Leumund zu vernichten.

Es findet sich im Beitrag ein Hinweis darauf, dass in der Beweisaufnahme gelogen wurde, aber kein Hinweis darauf, wer gelogen hat. 

Entsprechend findet sich natürlich auch keinerlei Hinweis darauf, dass der Ausgangspunkt des Gerüchts, Ghanbari habe sich der sexuellen Nötigung schuldig gemacht, nach Überzeugung der Richter der Rektor der Universität Leipzig, Beate Schücking, ist, der die drei Richter von der 7. Kammer attestieren, dass ihr „die Behauptung unwahrer Tatsachen zur Durchsetzung ihrer Interessen nicht wesensfremd ist“. Statt dessen heißt es im Artikel der LVZ: „Die Klage gegen Schücking wurde abgewiesen“.

Dass die Klage nur deshalb abgewiesen wurde, weil der Freistaat Sachsen das Pech hat, als Dienstherr für die Leipziger Rektorin einstehen zu müssen, darüber finden sich bei der LVZ kein Wort.

Der Schreiber, Mario Beck, er hat offensichtlich die Hosen voll und bringt es nicht über sich, die Tatsachen zu beschreiben, die da lauten: Der Rektor der Universität Leipzig, Beate Schücking, hat nach der Überzeugung der Leipziger Richter der 7. Kammer einen männlichen Bewerber durch eine Lüge zu diskreditieren versucht, um auf diese Weise einen weniger geeigneten und qualifizierten weiblichen Bewerber im Zuge dessen, was man wohl als Schückingsche Frauenförderung bezeichnen muss, auf die ausgeschriebene Stelle zu hieven.

Wenn Journalisten nicht mehr in der Lage sind, derartige Verfehlungen und Rechtsbrüche beim Namen zu nennen und ordentlich zu berichten, dann sollten sie ihren Hut nehmen – allerdings, was erwartet man von einem Blatt im Eigentum der SPD?

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