Blacklist: Männerdiskriminierung an Hochschulen (#MenDiscrimination)

ProfessorrinnenprogrammWir haben wiederholt davon berichtet, dass männliche Bewerber auf Positionen an Universitäten derzeit offen diskriminiert werden. Die Diskriminierung ist dabei regelmäßig das Resultat eines Landesprogramms zur  Förderung von z.B. einer “geschlechtergerechten Hochschule” oder des vom BMBF koordinierten Professorinnenprogramms. In jedem Fall ist das Ergebnis der entsprechenden Programme eine offene Diskrminierung männlicher Bewerber, was bedeutet, dass z.B. das Landesprogramm “geschlechtergerechte Hochschule” des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW “Geschlechtergerechtigkeit” dann verwirklicht sieht, wenn männliche Bewerber auf Lehrstühle oder Mitarbeiterstellen offen diskriminiert werden.

Ausgewählte Beiträge zur Diskriminierung von Männern an deutschen Hochschulen:

Innovation in NRWWie man sieht, leben wir in einer Zeit hochgradiger geistiger Verwirrung, in der versucht wird, durch Ungerechtigkeit, Gerechtigkeit herzustellen. Dass diese geistige Verwirrung (auch) an Universitäten ausgelebt wird, ist nicht nur alarmierend und erschreckend, es gefährdet nicht nur die Grundlagen der Gewinnung von Erkenntnis und somit von Kreativität, Innovation, Fortschritt und letztlich Wohlstand, es ist auch ein Ausverkauf von Bildung und ein krasser Bruch mit dem meritokratischen Prinzips, das erst die Fortrschritte in Kenntnis und Technologie, wie sie die letzten Jahrtausende gesehen haben, möglich gemacht hat.

Die entsprechenden Programme und die Versuche, Universitäten zu Satelliten der staatsfeministischen Ideologie zu machen, sind eine Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden, sie torpedieren wirtschaftlichen Fortschritt, sie zerstören die Bildung, die den Wohlstand westlicher Staaten erst möglich gemacht hat, und sie diskriminieren Individuen aufgrund willkürlicher Merkmale, in diesem Fall aufgrund von “Geschlechtszugehörigkeit”, zerstören deren Motivation und Lebenschancen.

Decision makingIn einer Zivilgesellschaft ist es für Individuen wichtig, ihre Entscheidungen informiert zu treffen. Wer an einer Hochschule studieren will, muss wissen, ob er Wissen oder Ideologie vermittelt bekommt. Er muss wissen, ob die Lehrstühle an seiner Hochschule von Personen besetzt sind, die sich aktiv an der Diskriminierung von Individuen beteiligen und sich entsprechend als Feinde der Meritokratie zu erkennen geben. Dies ist wichtig, denn die entsprechenden Professoren werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Qualität der Leistung von Studenten, sondern die Konkruenz der erbrachten Leistung mit ihrer Ideologie bewerten. Sie sind Feinde des wissenschaftlichen Fortschritts. Wer sich nach Abschluss seines Studiums mit dem Gedanken trägt, an der Universität zu bleiben, muss seine Entscheidung, sich auf eine Stelle zu bewerben, informiert treffen und z.B. wissen, ob die Universität oder Hochschule, an der er sich bewerben will, nach Geschlecht diskriminiert. Hochschulen, die z.B. Bewerber wegen ihres Geschlechts diskriminieren, sind keine Stätten der Bildung und des Wissens, sie sind Stätten der Ideologie an denen keine autonomen Denker, sondern abhängige Vasallen der herrschenden Ideologie zu finden sind.

Die vorliegende Blacklist dient dazu, Informationen, die notwendig sind, um eine informierte Studier- und Bewerbungsentscheidung zu treffen, breitzustellen und die Universitäten, die Bewerber aufgrund ihres Geschlechts diskriminieren, zu nennen, die für die Diskriminierung Verantwortlichen anzugeben und die Folgen und Günstlinge der Diskriminierung zu berichten.

Um die Blacklist auf aktuellem Stand halten zu können, sind wir auf die Mithilfe der Leser dieses blogs angewiesen. Wenn Sie auf Ausschreibungen an Hochschulen stoßen, die offen gegen männliche Bewerber diskrminieren, schicken Sie uns eine Email mit einem Link, und wir nehmen die entsprechende Hochschule in unsere Liste auf. Die im folgenden genannten Hochschulen sind bereits das Ergebnis entsprechender Hinweise, für die wir uns an dieser Stelle bedanken.

Wir haben zudem einen Hashtag (#MenDiscrimination) eingerichtet. Alle die eine Ausschreibung finden, die Männer diskriminiert, können die Ausschreibung per Hashtag (#MenDiscrinimation) über Twitter verbreiten bzw. uns mitteilen.

Hochschule Ausgeschriebene Stelle Verantwortlicher Günstling
Beuth Hochschule für Technik Berlin Professur für Systemprogrammierung und Verteilte Systeme Eine Förderung aus dem Professorinnenprogramm ist scheinheilig “vorgesehen”, bei einer solchen Förderung sind Bewerbungen männlicher Aspiranten Makulatur. Prof. Dr. Heike Ripphausen-Lipa noch nicht besetzt
Beuth Hochschule für Technik Berlin Professur für Sanitärtechnik Eine Förderung aus dem Professorinnenprogramm ist scheinheilig “vorgesehen”, bei einer solchen Förderung sind Bewerbungen männlicher Aspiranten Makulatur. Prodekan Professor Thomas Kretschmer noch nicht besetzt
Universität Bielefeld W3-Professur für Allgemeine Literaturwissenschaft/Neuere Deutsche Literatur im transnationalen Kontext – Die Stelle ist als Förderprofessur im Rahmen des Professorinnenprogramm ausgeschrieben. Gefördert werden ausschließlich weibliche Professoren, entsprechend kann die Professur nicht an männliche Bewerber vergeben werden. Dekan der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, Prof. Dr. Kai Kaufmann derzeit noch unbesetzt
Universität Bielefeld W3-Professur für Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Frühen Neuzeit – Die Stelle ist als Förderprofessur im Rahmen des Professorinnenprogramm ausgeschrieben. Gefördert werden ausschließlich weibliche Professoren, entsprechend kann die Professur nicht an männliche Bewerber vergeben werden. Dekan der Fakultät für Geschichtswissenschaften, Philosophie und Theologie, Prof. Dr. Angelika Epple derzeit noch unbesetzt
Hochschule der Künste Bremen W3-Professur für Figurative Malerei (befristet auf 3 Jahre) – Auch an der Hochschule der Künste Bremen ist nicht Leistung, sondern Geschlecht entscheidend: “Die Hochschule für KÜnste … wird im Rahmen des vom BMBF ausgeschriebenen Professorinnenprogramms gefördert und fordert Künstlerinnen/Wissenschaftlerinnen nachdrücklich auf, sich zu bewerben.” “Dezernat Personal” – endlich einmal eine Hochschule, die zugibt, dass Personalentscheidungen in der Verwaltung und nicht im Fachbereich/der Fakultät getroffen werden. Ausschreibung aus Oktober 2012. Wir recherchieren derzeit den Günstling
Universität Bremen Professur für den Aufgabenbereich Computational Data Analysis – je nach Qualität der Bewerberin als W1, W2 oder W3-Professur ausgeschrieben (Man ist nicht wählerisch an der Universität Bremen). Die Ausschreibung lässt an Deutlichkeit nichts, wohl aber sprachlich viel zu wünschen übrig: “Mit der Maßnahme Professorinnenprogramm des Zukunftskonzepts werden Professuren aus Exzellenzmitteln finanziert, die mit Professorinnen besetzt werden. Prodekan des Fachbereichs 3, Prof. Dr. Alfred Schmidt Ende der Ausschreibung war der 18. Januar 2013 – wir recherchieren derzeit den Günstling
Hochschule Fulda – University of Applied Sciences W2-Professur für Diätetik – Die Stelle ist als Förderprofessur im Rahmen des Professorinnenprogramm ausgeschrieben. Gefördert werden ausschließlich weibliche Professoren, entsprechend kann die Professur nicht an männliche Bewerber vergeben werden Prof. Dr. Karim Khakzar Präsident der Hochschule Fulda derzeit noch unbesetzt
Medizinische Hochschule Hannover Ausgeschrieben sind: Universitätsprofessur für Psychosomatik mit Schwerpunkt Transplantationsmedizin und Onkologie, Universitätsprofessur für Infektionsbiologie des Gentransfers, Universitätsprofessur für funktionelle Genomik. Alle drei Stellen sind explizit im “Rahmen des Professorinnenprogramms II” ausgeschrieben. Obwohl die Stellen nur mit weiblichen Bewerbern besetzt werden können, richten sich die Ausschreibungen auch an männliche Bewerber. Männliche Bewerber werden arglistig getäuscht. Präsident der Medizinischen Hochschule Hannover: Dr. med. Christopher Baum derzeit nicht besetzt
Christian-Albrechts-Universität Kiel Ausgeschrieben ist eine Vorgriffsprofessur für Prävention und Versorgung in der Zahlheilkunde, die zusätzlich für eine bestehende Professur geschaffen wird und im Rahmen des Professorinnenprogramms ausschließlich an weibliche Bewerber vergeben wird. Dekan der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität Kiel, Prof. Dr. Ulrich Stephani noch nicht besetzt
Christian-Albrechts-Universität Kiel Ausgeschrieben ist eine Vorgriffsprofessur für Informationssysteme, also eine Doppelbesetzung einer bereits vorhandenen Professur, die durch das Professorinnenprogramm gefördert wird und entsprechend nur weiblichen Bewerbern zugänglich ist. Dekan der Technischen Fakultät, Prof. Dr. Wilhelm Hasselbrink derzeit noch unbesetzt
Hochschule Koblenz Ausgeschrieben ist eine W2-Professur für Mathematik und Physik für Ingenieure, die bereits durch das Professorinnenprogramm gefördert wird. Eine Berufung männlicher Bewerber auf diese Stelle ist somit ausgeschlossen. Der Vorsitzende der Berufungskommission der Hochschule Koblenz, Prof. Dr. Andreas Huster derzeit noch unbesetzt
Universität Mannheim W3-Professur für anglistische Literatur- und Kulturwissenschaft. Die Ausschreibung erfolgt unter der folgenden Maßgabe: “Eine Förderung aus Mitteln des Professorinnenprogramms ist angestrebt”. Zu Deutsch: die Stelle wird nur an weibliche Bewerber vergeben. Dekan der philosophischen Fakultät Prof. Dr. Matthias Kohring derzeit noch unbesetzt
Ludwig-Maximilians-Universität München Die LMU zahlt eine Kopfprämie von 25.000 Euro für die Berufung weiblicher Beweber auf W1, W2 und W3 Professuren. Ein so genannter Gleichstellungsausschuss unter Vorsitz des Präsidenten der LMU, Prof. Dr. Bernd Huber. 10. Senatsbericht, S.24 derzeit in Bearbeitung
Westfälische Wilhelms-Universität Münster W3-Professur für Sprachdidaktik/Sprachwissenschaft des Deutschen – Die Stelle ist als Förderprofessur im Rahmen des Professorinnenprogramm ausgeschrieben. Gefördert werden ausschließlich weibliche Professoren, entsprechend kann die Professur nicht an männliche Bewerber vergeben werden Prof. Dr. Christoph Strosetzki, Dekan des Fachbereichs 09 / Philologie derzeit nicht besetzt
Westfälische Wilhelms-Universität Münster Ausgeschrieben ist eine Vorgriffsprofessur für Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt “Moderne”. Geschaffen wird also eine doppelte Professur, die nur im Rahmen des Professorinnenprogramms möglich und entsprechend nur weiblichen Bewerbern zugänglich ist. Der Dekan des Fachbereichs 8 Geschichte/Philosophie, Prof. Dr. Jürgen Heidrich derzeit noch unbesetzt
Hochschule Ostwestfalen-Lippe W2-Professur für Crossmedia-Journalismus
– Die Ausschreibung erweckt den Eindruck, männliche Bewerber hätten eine faire Chance. Da jedoch “eine Finanzierung aus dem Professorinnenprogramm angestrebt” wird, dienen männliche Bewerber nur als Staffage.
Präsident der Hochschule, Dr. Oliver Herrmann derzeit noch unbesetzt
Hochschule Rhein-Waal Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Postdoc) Gender und Ökonomie – Die Stelle ist ausschließlich für weibliche Bewerber ausgeschrieben. Männliche Bewerber werden durch das Landesprogramm “geschlechtergerechte Hochschule” von einer Bewerbung ausgeschlossen. Prof. Dr. Carola Bauschke-Urban, Lehrstuhl für Gesellschaft und Ökonomie. derzeit noch unbesetzt
Universität Tübingen W3-Professur für Medienwissenschaft (Schwerpunkt Medien und Gesellschaft)
Die ausgeschriebene Stelle ist an eine Förderung aus dem Professorinnenprogramm gekoppelt, was eine Besetzung mit einem männlichen Bewerber faktisch ausschließt.
Dekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Jürgen Leonhardt derzeit noch nicht besetzt
Westsächsische Hochschule Zwickau “Professorin für Wirtschatsmathematik, Operations Research, W2. Männliche Bewerber sind von einer Bewerbung auf die entsprechende Stelle ausgeschlossen. Die Finanzierung erfolgt über das Professorinnenprogramm II Rektorat der Westsächsischen Hochschule in Zwickau derzeit noch nicht besetzt

Die Antidiskriminierungsstelle regt sich! Universität Bielefeld und BMBF müssen sich rechtfertigen

Am 22. Mai haben wir auf ScienceFiles die Frage gestellt:

Was macht eigentlich die Antidiskriminierungsstelle?

unibi_logoHintergrund der Frage sind zwei Stellenausschreibungen der Universität Bielefeld, in denen männliche Bewerber offen diskriminiert werden und die entsprechende Diskriminierung mit dem Professorinnenprogramm des BMBF und der Kultusministerien der Länder legitimiert wird.

Die entsprechenden Stellenausschreibungen finden sich hier und hier

Wir haben diesen offenen Bruch mit den Grundsatz der Gleichberechtigung, wie er im Grundgesetz (Artikel 3) formuliert ist, zum Anlass genommen, um an Dr. Alexander Sopp von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) zu schreiben und haben in diesem Schreiben Dr. Sopp und die ADS aufgefordert, tätig zu werden.

Und siehe da, die ADS regt sich, wie die folgende Antwort zeigt:

ADSSehr geehrter Herr Klein,

vielen Dank für Ihre Nachricht an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Wir haben Ihren Hinweis zum Anlass genommen, die Uni Bielefeld auf mögliche Verstöße gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz hinzuweisen und um Stellungnahme zu bitten. Allerdings gibt es keine Möglichkeit, gegen eine Stellenausschreibung vorzugehen. Eine diskriminierende Stellenausschreibung müsste von unterlegenen Bewerbenden in einem (gerichtlichen) Verfahren gerügt werden.

Des Weiteren haben wir das BMBF um Stellungnahme gebeten.

Über den Inhalt beider Stellungnahmen werden wir Sie baldmöglichst in Kenntnis setzen, sofern die Uni Bielefeld bzw. das BMBF einer Weiterleitung an Sie zustimmen.

Mit der Veröffentlichung des Schriftverkehrs mit Ihnen sind wir nicht einverstanden.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Dr. Sopp
Referent

Immerhin, die ADS ist aktiv geworden, und die Universität Bielefeld sowie das BMBF müssen sich zumindest erklären. Man darf gespannt sein, wie beide die offene Diskriminierung von männlichen Bewerbern rechtfertigen, vermutlich in der Weise, in der ein Fehde-Mörder seinen Mord damit rechtfertigt, dass man morden müsse, um zu sühnen und Recht wiederherzustellen. Wie dem auch sei, es tut sich was, wenngleich, wie man der Antwort von Dr. Sopp entnehmen kann, das, was sich tut, offensichtlich nicht öffentlich getan werden soll.

Wie dieses Post zeigt, habe ich mich nicht an das Veröffentlichungs-nicht-Einverständnis gehalten und dies Dr. Sopp auch, und zwar mit der folgenden Email, mitgeteilt. Die Frage, warum ein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) nicht-öffentlich behandelt werden soll, kann jeder für sich beantworten. Wir von ScienceFiles sind der Ansicht, dass es keine Rechtfertigung dafür gibt, Rechtsverstöße öffentlicher Institutionen, die aus Steuermitteln finanziert werden, unter Ausschluß der  Öffentlichkeit zu behandeln:

SciencefilesSehr geehrter Herr Dr. Sopp,

vielen Dank für ihr Antwortschreiben auf unsere Email, in der wir Sie auf einen Verstoß gegen das AGG durch die Universität Bielefeld aufmerksam gemacht haben.

Es freut uns zu sehen, dass Sie Ihren Auftrag Ernst nehmen und dass Sie die Universität Bielefeld und das BMBF aufgefordert haben, Stellung zu nehmen.

Ihren Wunsch, den Schriftverkehr nicht zu veröffentlichen, kann ich nicht nachvollziehen. Zum einen ist der Vorgang längst öffentlich, da wir unsere Email an Sie veröffentlicht haben, und ich denke, es ist auch in Ihrem Interesse, wenn die vielen Leser von ScienceFiles erfahren, dass die ADS ihren Auftrag Ernst nimmt – auch mit Blick auf die vielfältige Kritik an der ADS und vor dem Hintergrund, dass mir eine ganze Reihe von Schriftwechseln zwischen Lesern von ScienceFiles und der ADS vorliegen, die den positiven Eindruck, den ich bislang in unserem Schriftwechsel gewonnen habe, nicht unbedingt bestätigen.

Zudem ist mir kein Gesetz bekannt, das die Veröffentlichung nicht vertraulicher Schriftwechsel, deren Inhalt von öffentlichem Interesse ist, untersagt, im Gegenteil: die grundgesetzlich garantierte Meinungsfreiheit erfordert es gerade, die zwischen uns ausgetauschten Informationen einer breiten Öffentlichkeit in einer Zivilgesellschaft zugänglich zu machen, damit die Öffentlichkeit ihre zukünftigen Entscheidungen z.B. darüber, die ADS mit eigenen Anliegen zu betrauen, auf einer informierten Grundlage treffen kann.

Es ist im Übrigen sehr überraschend, dass Sie einen Briefwechsel, in dem es darum geht die Frage zu klären, ob öffentliche Ausschreibungen einer öffentlich-finanzierten Universität gegen ein Bundesgesetz verstoßen und ob ein Förderprogramm eines Bundesministeriums ebenfalls den Grundsätzen von Gerechtigkeit und Chancengleichheit nicht entspricht, vertraulich behandeln wollen. Auf diese Weise könnte die Öffentlichkeit den Eindruck gewinnen, dass hier etwas unter den Teppich gekehrt werden soll und gerade bei so sensiblen Gegenständen wie der Chancengleichheit wäre dies sicher nicht förderlich. Und sofern sich ein abgelehnter Bewerber auf eine der beiden Stellenausschreibungen der Universität Bielefeld zu einer Klage entschließt (eine nicht fernliegende Möglichkeit), wäre die fehlende Öffentlichkeit hier sicher ein Punkt, der vom Verwaltungsgericht in Bielefeld negativ gewertet werden würde. (Zudem gibt es ja noch die Möglichkeit an anderer Stelle als einem Verwaltungsgericht juristisch tätig zu werden.)

Schließlich ist es aus meiner Sicht wichtig, den Schriftwechsel öffentlich zu machen, da die Kontrollfunktion der Öffentlichkeit das einzige Instrument ist, mit dem man dem Eindruck von inter-admistrativem “Gemauschel”, der zum Beispiel dadurch entsteht, dass Sie der Universität Bielefeld und dem BMBF die Möglichkeit einräumen, ihre Stellungnahme vertraulich abzugeben, zuvorkommen und die Öffentlichkeit dahingehend versichern kann, dass ihre Institutionen nicht in nepotistischen Strukturen befangen sind.

Wenn die Universität Bielefeld in ihren Ausschreibungen männliche Bewerber diskriminiert und das BMBF die entsprechende Diskriminierung durch sein Professorinnenprogramm und durch partikulare und dem Gemeinwohl schädliche Interessen protegiert, ist die Kenntnis dieses Umstands im öffentlichen Interesse, und ich sehe daher keine Möglichkeit, von einer Veröffentlichung unseres Schriftwechsels abzusehen, vielmehr sehe ich die Notwendigkeit, ihn öffentlich zu machen.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Klein

ScienceFiles.org

Wie die Reaktion aus der ADS zeigt, lohnt es sich, öffentlich Druck zu machen. Deshalb wollen wir diesen Post dazu nutzen, all diejenigen aufzurufen, die zwar kopfschüttelnd am Rand stehen, es bislang aber noch nicht über sich gebracht haben, aktiv zu werden, sich als Unterstützer des Schreibens an die ADS zu melden. Je mehr Unterstützer sich melden, um so geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass hier etwas unter den Teppich gekehrt und “im nicht-öffentlichen Hinterzimmer” verhandelt wird.

Wer in die Liste der Unterstützer eingetragen werden will, möge uns eine Email schreiben.

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