Wollt Ihr den Totalen Grünen Staat?: Grüne verbreiten Lügen in Bundestags-Drucksache 18/12644

Theodor Adorno, dessen Name aufgrund historischer Zufälle ausgerechnet mit einer quantitativen Studie, deren Ziel die Erklärung der Unterstützung, wie sie extremistische Organisationen wie die NSDAP darstellen, verbunden ist, wird deshalb unweigerlich genannt, wenn es um die Autoritäre Persönlichkeit geht.

Studien AdornoDie Autoritäre Persönlichkeit, das ist eine defizitäre Persönlichkeit, deren Versuch, eine soziale Bindung zu finden und nach außen als Persönlichkeit zu erscheinen, regelmäßig in den Armen der Anbieter von Extremismus endet. Für Adorno, Frenkel-Brunswick, Levinson und Sanford waren diese Anbieter vornehmlich auf der rechten Seite des politischen Spektrums zu finden.

Eine falsche Überzeugung, wie sich in der Folge gezeigt hat (nicht nur durch die Untersuchungen von Milton Rokeach). Extremismus finden sich auf der linken Seite des politischen Spektrums mindestens so häufig wie auf der rechten Seite des politischen Spektrums, vermutlich findet er sich häufiger und daher kann man begründet annehmen, dass die Anzahl autoritärer Persönlichkeiten auf der linken Seite größer ist, als auf der rechten Seite.

Ein Aspekt, der autoritären Persönlichkeiten besonders auszeichnet, ist eine kognitive Störung, die man unter Rückgriff auf Festinger als Ausschlussverfahren für Informationen, die der eigenen Überzeugung widersprechen, bezeichnen kann. Das Alleinstellungsmerkmal, das nach unserer Ansicht in diesem Punkt Linke von Rechten trennt, besteht darin, dass Rechte Informationen passiv konsumieren und Informationen, die von ihrer Überzeugung abweichen, schlicht ignorieren, während Linke, ihrem intellektuellen Anspruch entsprechend, versuchen, abweichende Informationen zu beseitigen, entweder dadurch, dass sie die Verbreiter abweichender Informationen mundtot oder anderweitig sozial tot machen oder dadurch, dass sie ein gesellschaftliches Klima zu etablieren versuchen, in dem abweichende Informationen gar nicht erst auftauchen können.

Die Mittel der rekonstruktiven Sozialforschung, die Ralf Bohnsack in seinem kleinen Bändchen mit eben diesem Titel beschreibt, insbesondere seine dokumentarische Methode, sind geeignen, um darzustellen, wie die Grünen die Wahrheit unterdrücken, wie sie lügen, um ihre Überzeugung als einzig richtige Überzeugung hinstellen zu können.

logo_bundestagDie entsprechende Methode der grün autoritären Persönlichkeiten, wie man wohl feststellen muss, sind in der „Kleinen Anfrage der Abgeordneten Monika Lazar, Özcan Mutlu, Luise Amtsberg, Volker Beck (Köln), Katja Keul, Renate Künast, Irene Mihalic, Dr. Konstantin von Notz, Tabea Rößner, Elisabeth Scharfenberg, Ulle [kein Tippfehler] Schauws, Hans-Christian Ströbele und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN“ verewigt.

Die Anfrage ist ein Paradebeispiel dafür, wie linke autoritäre Persönlichkeiten versuchen, Informationen und Handlungen, die ihnen nicht gefallen, auszuschalten, um sich ihre eigene kleine faschistische Welt zu bauen, in der sich nur Klone von ihnen finden.

Die Anfrage hat „Mixed-Martial-Arts (MMA)“, also Kampfsport zum Gegenstand und somit etwas, was Grünen nicht passt. Wer sich die Grünen Abgeordneten zu Gemüt führt, hat sicher keine Probleme festzustellen, warum die entsprechenden Abgeordneten an dem Ausdruck, den Maskulinität und Körperbeherrschung in Mixed-Martial-Arts finden, keinen Gefallen finden können.

Nun belassen es linke autoritäre Persönlichkeiten nicht dabei festzustellen, dass Mixed-Martial-Arts eben nicht ihr Ding sind. Nein, linke autoritäre Persönlichkeiten wollen nicht, dass es etwas, was nicht ihr Ding ist, gibt. Entsprechend versuchen sie, die Mixed-Martial-Arts zu diskreditieren.

Wie tut man das heute?

ultimate fighting

Mixed-Martial Arts

Indem man behauptet oder besser: insinuiert, denn zu mehr reicht gewöhnlich der Mut nicht, dass Mixed-Martial-Arts vornehmlich, ausschließlich oder doch in weiten Teilen von Rechtsextremen betrieben werden.

Warum sollen ausgerechnet Rechtsextreme sich mit Kampfsport beschäftigen, der im fernen Asien entwickelt wurde, also durch und durch „undeutsch“ ist?

Die Antwort, abermals insinuiert, findet sich im Kleinen Antrag der Grünen in der Aussage, dass das „Ziel bei MMA ‚anders als in allen anderen Kampfsportarten, offen und ausschließlich die Verletzung des Gegners an Körper, Gesundheit und Leben“ sei.

Können Sie das autoritäre Gehirn bei der Arbeit sehen? Es darauf anzulegen, andere zu verletzten, Kampfsport, Ziel: Den Gegner zu schädigen. Das kann nur rechts sein. Denn Rechtsextreme wollen vor allem Menschen körperlich verletzten. Das ist das Narrativ, das Grüne gerne durchsetzen würden:

Mixed-Martial-Arts-Sportler sind Rechtsextreme, die ihren Kampfsport erlernen, um im Straßenkampf die Grünen und die anderen Linken zu verprügeln und an der Gesundheit zu schädigen. Und auch wenn ein einfacher Blick auf Grüne den Schluss zur Folge hat, dass man kaum Martial-Arts kundig sein muss, um Grüne zu verprügeln, hat dieses Narrativ, dass Rechte extra Kampfsport lernen, um Linke und Grüne zu verprügeln, etwas, was das Ego von Grünen Anfrageschreibern scheinbar wachsen lässt.

Wir halten fest: Die Kleine Anfrage beginnt damit, dass Grüne, wie sie die Welt so durchwühlen, auf etwas treffen, was ihnen nicht gefällt: Mix-Martial-Arts. Weil ihnen Mixed-Martial-Arts nicht gefallen (Stimulus), folgt die Feststellung (Reflex) auf dem Fuße, dass es sich bei Mixed-Martial-Arts um eine rechtsextreme Betätigung handeln müsse, insbesondere, weil Mixed-Martial Arts „anders als“ alle „anderen Kampfsportarten … offen und ausschließlich auf die Verletzung des Gegners an Körper, Gesundheit und Leben“ ausgerichtet seien.

Offensichtlich hängt das Grüne Weltbild daran, dass man Mixed-Martial-Arts Kämpfer als Rechtsextreme disqualifizieren kann. Und diese Disqualifikation bedarf der Feststellung, dass Mix-Martial-Arts „ausschließlich auf die Verletzung des Gegners an Körper, Gesundheit und Leben“ ausgerichtet sind, eine Behauptung, die die Grünen im Bundestag der Bundesärztekammer zuschreiben. 2010, so schreiben die Grünen, hätte die Bundesärztekammer diese Aussage getätigt, diese Aussage, die so gut zu den Vorurteilen passt, die die Grünen gerne in Mixed-Martial-Arts objektivieren würden.

Und so liest sich die Grüne Behauptung im Original:

„MMA ist umstritten. 2010 forderte die Bundesärztekammer ein Verbot aller „Ultimate Fighting“-Events (Kampfserie eines US-MMA-Verbandes) in Deutschland, da das Ziel bei MMA „anders als in allen anderen Kampfsportarten, offen und ausschließlich die Verletzung des Gegners an Körper, Gesundheit und Leben“ sei (vgl. www.welt.de/sport/article145458446/Nichts-fuer-Assis-die-Rentnerins-Koma-pruegeln.html). Die bayerische Landeszentrale für neue Medien verbot 2010 eine Übertragung im deutschen Fernsehen. Dieses Verbot wurde 2014 gerichtlich gekippt.”

Alles Lüge; wie ein wenig Recherche zu Tage fördert, denn die Bundesärztekammer war genötigt, die entsprechende Aussage zu widerrufen, öffentlich und mit der folgenden Stellungnahme:

Baerztekammer Unterlassungserklaerung“Auf den Internetseiten der Bundesärztekammer (www.bundesaerztekammer.de) unter der Rubrik „113. Deutscher Ärztetag“, im Beschlussprotokoll zum 113. Deutschen Ärztetag sowie im Rahmen einer Pressemitteilung vom 14. Mai 2010 fordert die Bundesärztekammer gestützt auf eine Entschließung des Deutschen Ärztetags im Rahmen des Antrags Drucksache V – 128 das „Verbot der „Ultimate Fighting“-Veranstaltungen und ihrer TV-Übertragung“.

In diesen Dokumenten sind die nachfolgenden Behauptungen enthalten, die hiermit als unwahr widerrufen werden. Zudem wird die Entschließung des 113. Deutschen Ärztetages zur Drucksache V 128 „Verbot der „Ultimate Fighting“-Veranstaltungen und ihrer TV-Übertragung“ insoweit aufgehoben.

Die unwahren Tatsachenbehauptungen sind im Einzelnen, dass:

• das Ziel von „Ultimate Fighting“ Veranstaltungen – anders als in allen Kampfsportarten – offen und ausschließlich die Verletzung des Gegners an Körper, Gesundheit und Leben ist;

• ein Kampf in der Regel solange weitergeführt wird, bis ein Kämpfer regungslos liegen bleibt;

• es sich bei UFC-Veranstaltungen um Kampfveranstaltungen handelt, bei denen es ausschließlich darum geht, dem Gegner Verletzungen an Körper, Gesundheit und Leben zuzufügen, bis er regungslos am Boden liegt;

• die Abgrenzung zu anderen Sportarten anhand der Frage, ob eine Betätigung auf die Körperverletzung abzielt, klar zu treffen ist;

• bei derartigen Veranstaltungen in der Regel schwere Verletzungen des Kopfes, innerer Organe und des Bewegungsapparates herbeigeführt werden;

• Todesfälle in der Folge derartiger Kämpfe vielfach aufgetreten sind;

• sich die Kämpfer in der Regel schwere Verletzungen des Kopfes, der inneren Organe und des Bewegungsapparates zufügen – oft auch bis zum Tod;

• es in Deutschland bislang nur vereinzelte Versuche, solche Veranstaltungen abzuhalten gegeben hat, die bis auf eine von den Ordnungsbehörden verhindert werden konnte;

• die Bayerische Landesmedienzentrale am 19.3.2010 dem Sender DSF die Genehmigung entzogen hat, weiter solche Veranstaltungen auszustrahlen;

• der Deutsche Ärztetag in derartigen Aufführungen die zielgerichtete und absichtliche Herbeiführung eines sog. Polytraumas sieht, die auch nicht durch eine zuvor erklärte Einwilligung des Verletzten in seine eventuelle Verletzung erlaubt sein kann; sowie

• gerade die in der Rechtssprechung zum ärztlichen Heileingriff entwickelten Anforderungen an die notwendige Aufklärung es ausschließen, dass den Kämpfern zuvor die möglichen Verletzungsfolgen (z. B. Blindheit, Querschnittslähmung) hinreichend deutlich gemacht worden sein können.”

Es ist schon erstaunlich, welche Lügenwerke auf Ärztetagen als Entschließung verabschiedet werden.

tennessee-williams-dramatist-the-only-thing-worse-than-a-liar-is-aWer die Unterlassungserklärung genau liest, stellt fest, dass alle zitierten Aussagen, die die oben genannten Grünen in der aktuellen Bundestagsdrucksache 18/12644 machen, falsch sind. Die Bundesärztekammer hat die von den Grünen als wahr zitierte Aussage öffentlich widerrufen und als unwahr gekennzeichnet und die Aussage, nach der die bayerische Landesmedienzentrale eine Übertragung von Mixed-Martial Arts im Deutschen Fernsehen verboten hat, ist ebenfalls eine Lüge.

Der Antrag der Grünen zum brennenden Thema der Mixed-Martial-Arts enthält somit zwei Lügen. Scheinbar heiligen Lügen als Mittel den Grünen Zweck.

Ganz nebenbei geben die Grünen noch einen tiefen Einblick, in ihren autoritär Persönlichkeitsabgrund. „Dieses Verbot wurde 2014 gerichtlich gekippt“, so lautet die verräterische Formulierung, in der alle grüne Verachtung für richterliche Entscheidungen, die den grünen Überzeugungen widersprechen, zum Ausdruck kommt.

Wer also bei der Bundestagswahl Grüne wählt, der kann sicher sein, dass kein Bereich seines Lebens mehr vor Grünen Übergriffen, die auch mit Lügen gerechtfertigt werden, sicher ist.

Wollt Ihr den Totalen Grünen Staat?


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Vergendereit noch Mal: Universität Graz im Sumpf politischer Korrektheit versunken

Ein ScienceFiles-Leser hat uns einen Aushang der Technischen Universität Graz zur Verfügung gestellt, mit dem wir unsere Leser in einen fröhlichen Feierabend entlassen wollen.

Der Aushang wurde rund 50 ausgesuchten Personen an deutschen und österreichischen Universitäten mit der Bitte übermittelt, ihn doch und ausschließlich an geeignete Bewerberinnen weiterzugeben oder wie es im Anschreiben heißt:

“Da die Technische Universität Graz eine Erhöhung des Frauenanteils insbesondere in Leitungsfunktionen und beim wissenschaftlichen Personal anstrebt, werden Sie höflich um Weitergabe an geeignete Bewerberinnen ersucht.”

Die politische Korrektheit, die die Stellenausschreibung durchzieht, sie fehlt im Anschreiben. Wenn sich Genderisten unter ihresgleichen wähnen, dann fällt die Maske der Vielfalt, dann weicht sie dem, worum es eigentlich geht, die Diskriminierung von Männern.

Gibt es eigentlich jemanden, außer Genderisten, der das nicht unmoralisch, widerlich und abstoßend findet?

Bewegen sich Genderisten in der Öffentlichkeit, dann sind sie so politisch korrekt, dass sie vor lauter politischer Korrektheit gar nicht mehr wissen, wo vorne und hinten ist, und so kommt es, dass sie nicht mehr wissen, wen sie wann wie nicht und wen wann und wo doch und dennoch nicht, oder so, diskriminieren wollen und dürfen oder nicht, vielleicht auch doch? Sie verfangen sich im Netz ihrer politischen Korrektheit und offenbaren dabei, worum es eigentlich geht: Die Diskriminierung von Männern.

Im Original:

Vergendereit noch mal“Die Technische Universität Graz bemüht sich aktiv um Vielfalt und Chancengleichheit. Insbesondere darf die Entscheidung bei Personalauswahlverfahren nicht zum Nachteil der Bewerberinnen und Bewerber auf Kriterien wie z.B. Lebensalter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Religion oder Weltanschauung, sexuelle Orientierung oder besondere Bedürfnisse aufgrund einer Behinderung gestützt werden.

Die Technische Universität Graz strebt eine Erhöhung des Frauenanteils, insbesondere in Leitungsfunktionen und beim wissenschaftlichen Personal an und lädt deshalb qualifizierte Frauen ausdrücklich zur Bewerbung ein. Bis zur Erreichung eines ausgewogenen Zahlenverhältnisses werden bei gleicher Qualifikation Frauen vorrangig aufgenommen.

Allgemeine Voraussetzungen:
Die Beherrschung der deutschen und englischen Sprache in Wort und Schrift in dem für die jeweilige Verwendung erforderlichen Ausmaß.

Reisekosten, die im Zusammenhang mit dem Auswahlverfahren entstehen, werden von der TU Graz nicht ersetzt.”

Oh, diese Grazer Universitäts-Korrekten, die vor lauter Nicht-Diskriminierungsbemühung diskriminieren, was das Zeug hält:

  • Bewerber, die nicht in Graz wohnen, werden benachteiligt. Ihnen entstehen Reisekosten. Und trägt  die “aktiv um Vielfalt und Chancengleichheit” bemühte Universität Graz die Reisekosten? Nein. Wie soll Vielfalt entstehen, wenn die Bewerber alle aus Graz stammen, weil die Reisekosten nicht erstattet werden?
  • Bewerber, die der deutschen und englischen Sprache nicht mächtig sind, die z.B. nur Deutsch und Niederbayerisch oder Englisch und Suaheli oder Suaheli und Deutsch oder Türkisch und Deutsch sprechen, werden benachteiligt. Die Universität Graz ist nicht an Sprach-Diversität interessiert. Nur Deutsch- und Englischssprecher erwünscht. Skandalös. Lasst das nicht den Herrn Hollande lesen!
  • Frauen werden “bis zur Erreichung eines ausgewogenen Zahlenverhältnisses” bevorzugt, was auch immer ein ausgewogenes Zahlenverhältnis ist. Wir, bei ScienceFiles, wir finden 5:1 ausgewogen. Bei Real Madrid ist man der Ansicht 1:2 sei gar nicht ausgewogen, und bei Abstimmungen innerhalb des Vorstands der GDL wird nur ein Zahlenverhältnis von alle für und niemand dagegen als ausgewogen angesehen. Wie dem auch sei. Das Zahlenverhältnis bei der Universität Graz hat zur Folge, dass Alter, ethnische Zugehörigkeit, Religion oder Weltanschauung, sexuelle Orientierung oder besondere Bedürfnisse hinter dem Geschlecht zurückstehen müssen.
  • Wir finden entsprechend eine klare Besetzungspräferenz für: alte, katholische, sozialistische, lesbische, behinderte Frauen mit Migrationshintergrund. Auf wen genau diese Diversität der Eigenschaften zutrifft, in Graz bewerben. Die Chancen stehen gut.
  • Die Chancen für Chancengleichheit stehen übrigens nicht gut, denn Chancengleichheit kann nur verwirklichen, wer auf keinerlei Eigenschaften, die in der Person der Bewerber begründet liegen, einen Bonus verteilt, also weder auf Alter, noch auf ethnische Zugehörigkeit, Religion, Weltanschauung, sexuelle Orientierung, besondere Bedürfnisse oder Geschlecht. Man kann, mit anderen Worten, Chancengleichheit nicht herstellen, indem man Bewerbern mit bestimmten Eigenschaften bessere Chancen einräumt als anderen – auch in Graz nicht.
  • Man kann indes nach einem willkürlichen Merkmal gleichstellen, auch so lange bis ein vermeintlich “ausgewogenes Zahlenverhältnis” hergestellt ist. Das ist dann aber das Gegenteil von Chancengleichheit, denn Chancengleichheit ist blind im Hinblick auf das Ergebnis, legt also gerade keinen Wert auf ein angeblich “ausgewogenes Zahlenverhältnis”, denn nur so können gleiche Chance gewahrt werden.
  • Daher muss man feststellen, dass die Ausschreibung der Universität Graz ein herausragendes Beispiel für politisch korrekten Unsinn ist, das in zukünftigen Generationen für erhebliche Heiterkeit sorgen wird, ob der Dummheit, die aus den Zeilen quillt.

Ach ja, bei all der politischen Korrektheit wäre es fast verloren gegangen: Gesucht wird ein Doktorand “zur Verstärkung des Teams ‘Embedded Automotive Systems’.

Lüge und Täuschung sind integrale Bestandteile des Sozialen

Einer der häufigsten Suchbegriffe, den wir in den letzten Wochen auf ScienceFiles täglich sehen, ist “Mensch als soziales Wesen” oder in Frageform: “Ist der Mensch ein soziales Wesen?”. Man muss daraus schließen, dass eine erhebliche Penetration vermutlich in Schulen erfolgt, deren Ziel darin besteht, Menschen als soziale Wesen Lemmingsauszuweisen, die nur in Gemeinschaft glücklich werden können und für die Gemeinschaft alle positiven Errungenschaften mit sich bringt, die man als Mensch so wollen kann, von der Geborgenheit bis zur Solidarität bis zur Liebe. Gemeinschaft, mit einem Wort, ist gut und Menschen sind Gemeinschafts-, sind soziale Wesen.

Dieser Herdentrieb zum kollektiven Glück in der Gemeinschaft war schon einmal Gegenstand auf ScienceFiles. Damals haben wir zum einen gezeigt, dass das Mystische des Sozialen, das in der Gemeinschaft seine zumindest verbal höchste Erfüllung erfährt, sich in einem Menschenbild niederschlägt, das den Menschen als jemanden beschreibt, der

  • die Gesellschaft anderer sucht,
  • mit diesen anderen eine Gemeinschaft der Offenen und Ehrlichen bildet, die sich selbstlos um sich kümmern, und
  • der erst durch dieses Kümmern um andere, überhaupt seine menschliche Weihe erhält.

Es ist dies ein Loblied auf den Kollektivismus, und es ist zudem ein Loblied, das falsch ist. Kein Mensch ist ein selbstloser Altruist. Soziale Unterstützung führt zuweilen zum Gegenteil dessen, was beabsichtigt wurde (Taylor et al, 2010) und die Anwesenheit anderer kann negative Wirkungen haben, selbst wenn sie noch so gut gemeint ist (Häusser et al., 2012). Dies alles ist eigentlich einfach einzusehen.

Menschen haben nicht die Fähigkeit, in die Zukunft zu sehen. Schlimmer noch: Wenn Sie eine Handlungsentscheidung treffen und eine Handlung ausführen, dann sind sie nicht Herr über all die Konsequenzen, die sie nicht bedacht haben. Wer ist nicht schon einmal das Opfer eines Mitmenschen geworden, der nur den Plan hatte, von A nach B zu fahren, dabei aber leider sein Opfer, das gerade von C nach D fahren wollte, übersehen hat? Jeder Unfall zeigt, dass Handlungen und Handlungsabsichten zuweilen unbeabsichtigte Folgen zeitigen. Jeder Jugendgerichtshelfer, der seinen Schützling vor der Haftstrafe bewahrt hat, kennt die unbeabsichtigten Folgen seiner guten Tat, die sich z.B. darin niederschlagen, dass der Schützling seine neue Freiheit begießt und anschließend seiner Angewohnheit nachgeht, andere in einer Weise zu verprügeln, die Staatsanwälte als Körperverletzung verfolgen. Das Problem mit menschlichen Handlungen ist schlicht, dass Handlungsergebnisse von der Handlung aus gesehen, in der Zukunft liegen, und deshalb hofft man mehr, als dass man weiß, was herauskommt. Um es noch einfacher zu formulieren, Menschen können nicht in die Zukunft sehen.

Social psych

Stichwort, z.B. social loafing

Dieses Problem, dass man eben nicht Hellsehen kann, hat u.a. Ökonomen und Sozialpsychologen dazu veranlasst, Informationsprobleme zu untersuchen, Probleme, die sich daraus ergeben, dass Handlungsentscheidungen ohne genaue Kenntnis der Folgen und oftmals ohne eine genaue Kenntnis der Randbedingungen getroffen werden. Diese Informationsprobleme werden noch gesteigert, wenn die Handlung Teil einer Interaktion ist. Nun ist die Unsicherheit nicht nur mit der eigenen Handlung, sondern auch mit der des Gegenüber assoziiert. Und die entsprechenden Informationsprobleme werden zu Informationsasymmetrien. Man geht in Vorlage bei einem Vertrag und muss darauf hoffen, dass das Gegenüber seine Verpflichtungen dennoch einhält. Man wählt Politiker, gibt ihnen sein Vertrauen und hofft, dass sie tun, was sie versprechen und wofür man sie gewählt hat. Man kauft ein Gerät zu einem günstigen Preis und hofft, dass es nicht bereits nach 14 Tagen seinen Geist aufgibt und der Verkäufer dann unauffindbar ist. Man zahlt seine Steuer an den Staat und hofft, dass er damit nicht eine Horde politischer Günstlinge finanziert uvm. Mit anderen Worten, mit jeder Interaktion oder besser: Kooperation, bei der zwei Akteure eine Interaktion zu einem gemeinsamen Ziel ausführen, ergibt sich die Gefahr, ausgenutzt, betrogen, belogen oder über den Tisch gezogen zu werden.

Man könnte sagen, dem Sozialen, der Gemeinschaft ist der Betrug, die Lüge, die Täuschung immanent. Sie alle gehören zur Gemeinschaft wie die Bohne zum Kaffee. Ohne das eine, ist das andere nicht zu haben. Und dass dem so ist, das haben Luke NcNally und Andrew L. Jackson in einem Beitrag für die Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences gerade gezeigt. Täuschung und Lügen, so haben sie erst aus einem Modell gefolgert und dann auf Grundlage einer Analyse des Verhaltens von Primaten gezeigt, entwickeln sich parallel zu menschlicher Kooperation. Dabei sprechen die Autoren von “tactical deception” und definieren dieselbe als “the misrepresentation of the state of the world to another individual” (McNally & Jackson, 2013, S.1). Der Zweck, der mit taktischer Täuschung verfolgt wird, besteht darin, das Gegenüber zu kooperativem Verhalten zu veranlassen, von dem wiederum der Täuscher etwas hat, der Kooperative jedoch nicht.

Taktische Täuschung liegt z.B. vor, wenn Organisationen behaupten, sie würden für die Gleichberechtigung von Frauen kämpfen und dafür Steuergelder und Unterstützung einwerben, obwohl sie nicht für die Gleichberechtigung von Frauen kämpfen, sondern für ihre eigene Vorteilsnahme und dafür, dass bestimmte Frauen bevorzugt werden. Taktische Täuschung liegt dann vor, wenn eine Regierung zum Hehler wird und einen Feldzug gegen Personen führt, die “dem Staat” Steuern vorenthalten, um die Mehrheit der eigenen Bürger im Kampf gegen die Feinde des Sozialen, der Gemeinschaft, zu einen und zu verschleiern, dass die vorenthaltenen Steuern nur “Peanuts” sind, wie ein ehemaliger SPD-Fraktionschef wohl sagen würde, wenn man sie mit den Unsummen vergleicht, die in staatlich geförderte Programme gesteckt werden, die die Finanzierung der Armee politischer Günstlinge versorgen und keinerlei Mehrwert für “die Gemeinschaft” bringen.

believeDie Kunst besteht immer darin, Kooperation einzuwerben, indem man sich als ehrlich, vertrauenswürdig oder als Kämpfer gegen die Feinde des Sozialen darstellt. Diese erfolgreichste Form der Täuschung, die Kooperation ohne Gegenleistung zum Ziel hat, ist ein Markenzeichen der Entwicklung von Gesellschaften: “Both our theoretical model and the results of our comparative analysis provide strong support for the hypothesis that the presence of conditional mechanisms to enforce cooperation provides a major selective benefit to tactical deception. The explanation for this benefit is simple: tactical deception can allow individuals to elicit cooperation … without paying the costs of cooperation. … our results suggest that, at least in humans, conditional cooperation may have driven the development of many of our other complex psychological abilities by creating selection pressures favouring tactical deception …” (McNally & Jackson, 2013; S.5).

Dementsprechend wären Täuschung und Lüge Praktiken, die sich mit der Kooperation, mit der Gemeinschaft, mit dem Sozialen entwickelt haben und in der Kooperation, in der Gemeinschaft, im Sozialen florieren, sie wären integrale Bestandteile des Sozialen und der Gemeinschaft. Seien Sie also das nächste Mal, wenn jemand an “das Soziale” appelliert und etwas von ihnen will, vorsichtig und fragen sie sich lieber einmal zu oft als einmal zu wenig, was derjenige, der das Soziale mit welchen Maßnahmen auch immer fördern will (für die Sie bezahlen sollen) selbst davon hat. Eine Antwort kann bereits vorweggenommen werden: Altruistisch ist er sicherlich nicht.

Häusser, Jan Alexander, Kattenstroth, Maren, van Dick, Rolf & Mojzisch, Andreas (2012). ‚We‘ are not Stressed: Social Identity in Groups Buffers Neuroendocrine Stress Reactions. Journal of Experimental Social Psychology (in press). Doi:10.1016/j.jesp.2012.02.020

McNally, Luke & Jackson, Andrew L. (2013). Cooperation Creates Selection for Tactical Deception. Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences

Taylor, Shelley E., Seeman, Teresa E., Eisenberger, Naomi, I., Kozanian, Tamar A., Moore, Amy N. & Moons, Wesley G. (2010). Effects of a Supportive or an Unsupportive Audience on Biological and Psychological Responses to Stress. Journal of Personality and Social Psychology 98(1): 47-56.

Je höher das Testosteron-Level, desto ehrlicher sind Männer

Testosteron ist ein schillerndes Hormon, ein Hormon, das “den Mann zum Mann macht”, wie Focus zu berichten weiß. Der NetDoktor kennt Testosteron weitgehend undramatisch als “wichtigstes männliches Geschlechtshormon”. Dramatisch wird es in der Welt, in der Testosteron seine eigentlichen Qualitäten verrät: “Testosteron als Katalysator sammelt verfügbare Aggressionen aus verschiedenen Lebensbereichen, und feuert sie dann gezielt auf den jeweiligen politischen Gegner”. Das weiss angeblich Katrin Kneissl zu berichten, aus einer Sicht, die man vielleicht als Testosteron-Neid bezeichnen könnte. Testosteron macht nicht nur bei Katrin Kneissl Politik, “Testosteron schreibt Männlichkeit früh ins Gesicht”, wie man bei der Presse weiß. Und: last but not least: Testosteron, das weiß die Berliner Morgenpost, ist ein Killer. Dass Männer fünf Jahre früher als Frauen sterben, so weiß das Blatt, ist Folge von Testosteron, eine Folge risikoreicheren Verhaltens “unter der Hormonwirkung”, also auf  Testosteron-Dope zurückzuführen – wenn man so will.

Die mysthischen Kräfte von Testosteron sind durch eine Studie, die in PLOSone veröffentlicht wurde, um eine weitere Kraft ergänzt worden: Männer mit mehr Testosteron lügen im Vergleich zu Männern mit weniger Testosteron seltener. Dieses Ergebnis steht am Ende eines zweitägigen Versuches, den Ökonomen (ja, Ökonomen!) von den Univsersitäten Bonn und Maastricht durchgeführt haben.

91 Männer, die sich bereit erklärt hatten, am Versuch teilzunehmen, wurden in zwei Gruppen geteilt. Die Mitglieder der einen Gruppe “T” (n = 46) erhielten Testogel®, um ihren Testosteron-Spiegel anzuheben, während die verbleibenden Mitglieder der zweiten Gruppe “P” (n = 45) mit einem Placebo abgespeist wurden. Wie nicht anders zu erwarten, wiesen die Mitglieder der Gruppe “T” signifikant höhere Testosteron-Werte auf als die Mitglieder der Gruppe “P”. Nachdem das Testosteron rund 24 Stunden hatte, um einzuwirken, wurde den 91 Männern eine Spielsituation präsentiert, an deren Ende sie mit einer Auszahlung in Höhe von x Euro belohnt wurden. Die Höhe der Auszahlung, die die 91 Männer erzielten, konnten sie durch Würfeln selbst beeinflussen (die Auszahlung wurde mit dem Würfelergebnis multipliziert, wobei mit Ausnahme einer “6” jeweils die Augenzahl als Multiplikator genommen wurde. Bei einer “6” wurde die Auszahlung mit “0” multipliziert”) und: Der Wurf wurde unbeobachtet ausgeführt, so dass es nicht möglich war zu kontrollieren, ob das berichtete Würfelergebnis wahr oder gelogen ist. Indes ist es möglich, die von beiden Gruppen von Männern berichtete Verteilung von Würfen mit der zu erwartenden Zufallsverteilung zu vergleichen und daraus Schlüsse zu ziehen. Und die Schlüsse sind eindeutig:

  • In beiden Gruppen wurde gelogen.
  • Die Mitglieder mit höherem Testosteronlevel (Gruppe “T”) logen deutlich weniger als die Mitglieder der Placebogruppe (Gruppe “P”).

Der Schluss daraus scheint einfach: steigende Testosteronlevel machen Lügen kurze Beine.

Die Ergebnisse sind zum einen ein Beleg dafür, dass Akteure opportunistische Strukturen ausnutzen, d.h. immer dann, wenn es durch z.B. Lügen möglich ist, sich unbemerkt einen Vorteil zu verschaffen, werden die meisten Akteure – ungeachtet aller gesellschaftlichen Normen und des 8ten Gebots – sich einen Vorteil durch Lügen verschaffen. Was die Ergebnisse darüber hinaus zeigen, ist schwierig zu bewerten. Denn es stellen sich zwei Frage: Warum soll sich Testosteron auf die Häufigkeit/Bereitschaft zu lügen auswirken? Und da die Forscher lediglich Männer untersucht haben, die schon markante Testosteron-Level mitbringen sollten, stellt sich weiter die Frage, wieviel zusätzliches Testosteron notwendig ist, um eine Reduktion der Bereitschaft, zu lügen, herbeizuführen.

Frage zwei, das kann ich vorwegnehmen, wird von den Autoren der Untersuchung nicht einmal gestellt. Entsprechend bin ich mit der Antwort hier schnell fertig: Es gibt keine. Frage eins hingegen erhält eine Antwort, eine Antwort, die interessant ist, denn sie beinhaltet etwas, das man heute kaum mehr offen in den Mund nehmen kann: Den Begriff “Stolz”. Wie die fünf Ökonomen aus Bonn und Maastricht ausführen, erhöht sich mit dem Testosteron-Level der Stolz auf die eigene Leistung, die eigene Person. Und mit dem Stolz geht einher, dass bestimmte Mittel nicht nutzbar sind, weil sie mit Stolz nicht vereinbar sind: Wer stolz ist, für den besteht keine Notwendigkeit, zu lügen, der hat so etwas nicht nötig.

Diese Argumentation gibt der in Deutschland und im Rahmen des Staatsfeminismus so populären Entwertung von Werten wie Stolz und Ehrgefühl oder Anstand einen ganz neuen Twist: denn wer Stolz als Ausdruck “männlicher Hegemonie” austreiben will, verbreitet damit Lügen. Wie diese, von den Bonner und Maastrichter Forschern angedachte Verbindung von Stolz und weniger lügen bei Jungen funktionieren und durch staatsfeministische Interventionen zerstört werden kann, zeigen z.B. die vielfältigen Versuche, Jungen in der Schule umzuerziehen. Ein erfolgreich umerzogener Junge ist dann regelmäßig ein Junge, der gelernt hat, sich so zu verstellen, dass es seinen zumeist Lehrerinnen gefällt, um auf diese Weise zu verhindern, dass ihm ein sozial-emotionaler Kompetenzmangel untergeschoben wird, der für ihn Sonderschule und eben nicht Gymnasium bedeuten würde. Mit anderen Worten, ein durch den Staatsfeminismus umerzogener Junge, ist ein Junge, der gelernt hat, zu lügen, der gelernt hat, sich zu verstellen, um negativen Konsequenzen zu entgehen. Da niemand, der sich verstellt, um gut durchzukommen und nirgends anzuecken, auf sich stolz sein kann, so jemand kein Ehrgefühl für sich entwickeln und empfinden kann, wirken staatsfeministische Erziehungsprogramme also im doppelten Sinne negativ auf die entsprechenden Jungen: Sie entwerten Werte wie Stolz und Ehrgefühl, und sie ermuntern zum Lügen.

Produktiv könnte man die Ergebnisse der Bonner und Maastrichter Forscher  nutzen, um die Ehrlichkeit durch einen Schuss Testosteron zu erhöhen. Die Möglichkeiten, der Nutzung sind unbegrenzt: Testosteron als Nahrungsmittelzusatz, Testosteron in Ehrlichkeits-Drinks, Testosteron-Ehrlichkeits-Joints, Testosteron-Kekse für unsere Kleinen und natürlich und nicht zu vergessen: Testosteron als tägliche Gabe an Politiker, am besten morgens, mittags und abends, um auf diese Weise einerseits zu verhindern, dass, wie einst in einem Pfälzer Wahlkampf beklagt, in der Politik weiter so gelogen wird und andererseits dem Staatsfeminismus den testosteronalen Garaus zu machen.

Wibral, Matthias, Dohmen, Thomas, Klingmüller, Dietrich, Weber, Bernd & Armin Falk (2012). Testosterone Administration Reduces Lying in Men. PLOS one 7(10).

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