Politiker-Resozialisierung: Volker Beck predigt jetzt an der Ruhr-Universität

Da sagt man jungen Menschen sie sollen sich in die Spur setzen, an ihrer Karriere arbeiten, ein Abitur machen, Studieren, MINT, weil man mit anderen Fächern heutzutage nichts werden kann. Während des Studiums sollen sie Praktika leisten, um Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln und natürlich einen Teil des Studiums im Ausland absolvieren. Nach dem erfolgreichen Abschluss sind sie dann vermeintlich fit für den Arbeitsmarkt. Das sagt man jungen Menschen.

Denn: Wenn sie ein Studium ohne Abschluss beenden, wenn sie die Schule mit einem schlechten Zeugnis verlassen, dann können sie nichts werden in der Welt. Naja, fast nichts. Politiker geht immer. Politiker ist kein Ausbildungsberuf. Niemand muss eine besondere Fähigkeit nachweisen, um Politiker sein zu können. Politiker ist kein geschützter Begriff. Jeder kann von sich sagen, er sei Politiker. Politiker ist eine Position, in der kein Mehrwert geschaffen, nichts Produktives verrichtet wird. Vielmehr ist Politiker eine Position, die in ihrem Sadismus-Gehalt dem Zahnarztes, der freilich erst nach einem abgeschlossenen Studium auf die Zähne von Kassenpatienten losgelassen wird, vergleichbar ist. So wie Zahnärzte ungestraft Schmerzen zufügen und die körperliche Integrität zerstören können, so können Politiker mit nur wenigen Gesetzen ganze Existenzen vernichten, Produktivität durch Eingriffe in den Markt nach Herzenslust zerstören und vor allem können sie andere an ihrem Geldbeutel schädigen. Diese Mischung aus der Möglichkeit, Anderen zu schaden und dem völligen Fehlen von jeder Art von Qualifikation ist es wohl, die die Position des Politikers für manche attraktiv macht und dazu führt, dass alles, was man jungen Menschen über die Notwendigkeit von Bildung sagt, falsch ist.

Man kann Politiker werden, auch wenn man nichts kann und nichts weiß.

Nun sind Politiker nicht unbedingt angesehen. In der regelmäßigen Befragung von Allensbach, deren Ziel darin besteht, das Prestige zu messen, das Bürger bestimmten Berufen zuweisen, kommen Politiker regelmäßig am Ende der Skala an. 6% waren zuletzt noch der Ansicht, Politiker sei ein Beruf mit irgendeinem Prestige. Damit sind Politiker zwar noch vor Fernsehmoderatoren angesiedelt, denen 3% der Befragten ein Prestige zubilligen, bleiben aber weit hinter Rechtsanwälten zurück, denen 24% ein Prestige zuerkennen können, vermutlich weil sie denken, wofür man viel Geld bezahlen muss, das muss auch einen Zweck haben und was einen Zweck hat, das hat auch entsprechendes Prestige. Wie dem auch sei, unangefochten an der Spitze der Prestigeskala rangieren seit Jahren die Ärzte, denen keinerlei Skandal die Pole Position streitig machen kann.

Doch zurück zu den Politikern. Keine Ausbildung, keine Fähigkeiten, kein Ausbildungsberuf, keine Voraussetzungen, kein Eignungsnachweis, kein Intelligenztest, kein Leistungsnachweis, kein Ansehen in der Bevölkerung, selbst Einbrecher müssen zumindest die Fähigkeit haben, z.B. ein Auto aufzubrechen. Man kann also durchaus der Ansicht sein, Politiker seien die Paria der Gesellschaft, Personen, die aus Mangel an Verwendungszweck im Bereich der Politik geparkt werden, um dort unter öffentlicher Aufsicht den Schaden anzurichten, der oben beschrieben wurde. Die Kalkulation dahinter wäre die, dass die entsprechenden Personen als Politiker und unter öffentlicher Aufsicht einen geringeren Schaden anrichten als sie es in einer anderen Verwendungsform tun würden.

Somit stellt sich die Frage, was tut man, mit einem Politiker, der aus einem Parlament gewählt wurde oder es gar nicht mehr in ein Parlament geschafft hat? Was tut man mit einem Politiker, dessen Haltbarkeitsdatum überschritten und Verwendungszweck nicht mehr gegeben ist.

Dumme Frage!
Man recycled und resozialisiert ihn natürlich.

Wo?
Na an Universitäten.
Nachdem Universitäten zu den Orten geworden sind, an denen intellektuelle Leichtgewichte geparkt werden, um Studenten ein Lamento von Diskriminierung und Ungerechtigkeit vorzuklagen, ist es nicht verwunderlich, dass Universitäten auch als Resozialisierungsanstalten für gescheiterte Politiker bzw. für Politiker jenseits des Haltbarkeitsdatums werden.

Noch weniger ist es verwunderlich, dass die Ruhr-Universität in Bochum den Vorreiter mit einem gleich doppelten Resozialisierungsversuch macht, ist die Ruhr-Universität doch bereits zum Endlager für fünf Professuren der Gender Studies geworden. Da von derartigen Agglomerationen, wie die Forschung wieder und wieder gezeigt hat, Nachzugseffekte ausgehen (gleich und gleich gesellt sich gern), ist es nur folgerichtig, wenn die Ruhr-Universität auch den ersten Schritt in Richtung Resozialisierung von Politikern macht, und dies, wie gesagt, gleich doppelt:

Volker Beck wird Dozent an der Ruhr-Universität:

“Der Grünen-Politiker Volker Beck wechselt … in den Hörsaal. Nach 23 Jahren im Deutschen Bundestag wird er einen Lehrauftrag an der Ruhr-Universität in Bochum am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien annehmen. In seinem Seminar geht es um Religionspolitik in der Praxis”

Der Versuch der Resozialisierung erfolgt gleich in mehrfacher Hinsicht:

Volker Beck hat zwar Kunstgeschichte, Geschichte und Germanistik studiert, aber dennoch keinen Abschluss erreicht.
Volker Beck hat sein Haltbarkeitsdatum als Politiker überschritten, auch Crystal Meth hat wohl den notwendigen Kick nicht mehr verschaffen können.

So wie keine Fähigkeit zum Politiker qualifiziert, so qualifiziert in Bochum kein Hochschulabschluss dazu, als Dozent Studenten über Religionspolitik zu lehren. Verwundert das jemanden an einer Universität mit fünf Professuren für Gender Studies?

Warum gibt es eigentlich keine Putzfrau, die an der Ruhr-Universität über ihre Erfahrungen mit Diskriminierung durch Universitätsangestellte im Alltag ein Seminar abhält? Auch Putzfrauen haben in der Regel kein abgeschlossenes Studium und erfüllen somit die Voraussetzungen.

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„Haftanstalten sind Fachhochschulen für [islamistische] Terroristen“ – Uninformiertes Gutmenschen Geschwätz

Zwei Bedingungen vorweg: Sie dürfen keine Ahnung und keine Scheu davor haben, ihre Ahnungslosigkeit in die Welt zu posaunen.
Dann steht ihrer Karriere als Journalist scheinbar nichts mehr im Weg.

Die derzeit drängendste Frage, die u.a. beim Tagesspiegel und beim Deutschlandfunk diskutiert wird, lautet: Meinen islamistische Terroristen es ernst mit ihrer Ideologie oder bringen sie andere Menschen „nur“ deshalb um, weil sie gestörte Persönlichkeiten sind, die in eine Therapie gehören, nicht so sehr ins Gefängnis?

Beim Deutschlandfunk hat gerade Caroline Fetscher, von der wir nicht wissen, was, wenn es etwas gibt, sie dazu befähigt, Aussagen darüber zu machen, was man mit Straftätern (Terroristen zählen als solche) tun soll, ihre entsprechende Meinung kund getan und damit gezeigt, dass Sie nicht weiß, wovon sie spricht.

O-Ton Deutschlandfunk:

“Wenn man jetzt alle inhaftiert, hat man gemerkt, die Haftanstalten sind Fachhochschulen für Terroristen. Die kommen dann irgendwann raus und haben sich noch mehr radikalisiert.” Fetscher zufolge kann man zum Beispiel über Therapien in der Haft gegensteuern, indem man “anders arbeitet, anders nachfragt und die nach der Haftentlassung entstehende Phase dadurch deradikalisieren kann”.

Seit mehreren Jahrzehnten gibt es die Kriminologie als wissenschaftliches Fach. Warum eigentlich, wenn jeder Redakteur des Tagesspiegels meint, er könne einfach seinen uninformierten Senf zu Dingen verbreiten, von denen er keine Ahnung hat.

Zunächst einmal: Die Inhaftierung von Straftätern dient nicht in erster Linie dazu, ein Heer von sozialen Aktivisten auf die entsprechenden Straftäter loszulassen, um ihre Haftbedingungen erträglicher zu machen, sondern dazu, diejenigen, die nicht in Haftanstalten sind, vor denen, die drinnen sind, zu schützen. Bei Terroristen macht das einigen Sinn, da deren Bemühen darauf ausgerichtet ist, so viele Menschen wie nur möglich über den Jordan zu befördern. Sitzen Sie im Knast, können sie ihrer Mordlust nicht frönen. Man nennt das Spezialprävention.

Der Versuch Inhaftierte zu resozialisieren ist eine Zugabe, die man bei den Straftätern in Angriff nehmen kann, bei denen eine Aussicht auf Erfolg besteht (Das sind in der Regel Jugendliche, die ihren Schulabschluss nachholen und ggf. eine Berufsausbildung absolvieren, je nach Haftdauer). Resozialisierung setzt übrigens voraus, dass vor dem delinquenten Verhalten eine irgend geartete sozialverträgliche Form von Sozialisierung stattgefunden hat. Bei Terroristen muss man eine entsprechende, normale Form von Sozialisierung eher bezweifeln als annehmen.

Nun weiß niemand, ob bei islamistischen Terroristen überhaupt eine Chance besteht, sie zum mordlosen Leben zu bekehren. Und niemand weiß, ob sich Terroristen in Haft weiter radikalisieren, ob sie im Gefängnis zu noch besseren Terroristen werden als sie das außerhalb von Haftanstalten bislang waren. Dazu gibt es einfach keine Daten. Man fragt sich auch, worin die Veredelung terroristischer Kenntnisse besteht, die Fetscher für Terroristen in Haftanstalten vorschwebt, damit Letztere als „Fachhochschulen für Terroristen“ durchgehen können. Worin soll die zusätzliche Radikalisierung von Terroristen bestehen? Nehmen wir Anders Breivig, um nicht immer auf Islamisten herumzuhacken. Worin bestünde seine weitere Radikalisierung? Kann man sich eine Radikalisierung eines Massenmörders vorstellen?

Wir nicht.
Caroline Fetscher schon. Sie kann sich sogar vorstellen, dass man Terroristen therapieren kann. Es gibt nicht eine einzige Studie, die belegen würde, dass das funktioniert, aber Fetscher glaubt, dass das geht. Sie „findet“ es „völlig legitim“ bei islamistischen Terroristen, „nach psychischen Ursachen genauso wie nach ideologischen zu suchen“.

Manchmal weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll.
Wenn ein Bankräuber einen Bankangestellten erschießt, um schneller an das Geld, wegen dem er in erster Linie die Filiale aufgesucht hat, zu kommen, dann ist dies für ihn eine rationale Handlung, die man auch als Außenstehender rational erklären kann.

Wenn ein Islamist oder ein anderer Überzeugter zum – um einmal die ZEIT zu zitieren – fanatischen Lieferwagenfahrer wird und mehr als ein Dutzend Menschen tötet, dann ist das nichts, was man rational erklären kann. Ein solcher Mensch ist qua definitionem nicht normal und eine Gefahr für andere. Deshalb muss man ihn aus dem öffentlichen Leben entfernen. Die Frage, ob er psychisch oder ideologisch gestört ist, stellt sich entsprechend nicht, denn die Antwort ist offensichtlich. Wäre er es nicht, er hätte nicht mehr als ein Dutzend Menschen getötet. Und noch einmal, ein solcher Mensch ist eine Gefahr für andere Menschen. Entsprechend ist es das wichtigste, andere Menschen vor ihm zu schützen, im Zweifel durch Sicherheitsverwahrung im Anschluss an eine verbüßte Haftstrafe.

Solange kein Therapeut die Garantie dafür übernimmt, dass von ihm therapierte Terroristen zu Gesundheitsaktivisten geworden sind, so lange sollten die entsprechenden und für Steuerzahler sehr teuren Versuche, Islamisten auf die Couch zu legen und über die Erlebnisse ihrer Kindheit erzählen zu lassen, unterbleiben. Selbst Fetscher wird irgendwann einsehen müssen, dass man nicht jeden Menschen zum Guten bekehren kann, oder wie Fox Mulder sagt:

Some killers are products of society. Some act out past abuses. Boggs kills because he likes it.

Ob Caroline Fetscher auch dafür plädiert hätte, die psychischen und ideologischen Ursachen zu erkunden, die Heinrich Himmler oder Reinhard Heydrich zu Massenmördern haben werden lassen. Oder hätten die beiden die falsche Ideologie gehabt?

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Undifferenzierte Resozialisierung als Kern allen Übels: Anis Amri war ein bekannter Gewalttäter

Der Resozialisierungsgedanke in der Strafrechtspflege hat eine lange Tradition und hatte vermutlich nie einen so guten Stand wie heute. Er basiert auf der Annahme, dass jeder, der eine Straftat begangen hat, reformfähig ist, also wieder auf den Weg des straffreien Lebens zurückgebracht werden kann. Der Gedanke ist, so nobel er auch sein mag, ein Gedanke, der auch seine Risiken in sich trägt.

Cornish Clarke crimeWie wir vor einigen Tagen auf Basis der Daten der Göttinger Untersuchung zur Rückfälligkeit von Straftätern gezeigt haben, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Straftäter nach einer Verurteilung, weitere Straftaten begeht, sehr hoch und variiert je nach Straftat zwischen 18% und 52%. Wie eine Reihe von Untersuchungen zum Verhalten von Straftätern zeigen, gibt es kriminelle Biographien, d.h. Personen, die ihren Lebensunterhalt mit Straftaten bestreiten und ein Leben zwischen Freiheit und Inhaftierung führen, und es gibt kurze und heftige Karrieren als Gewaltstraftäter, die in der Regel mit dem vorzeitigen Tod des Straftäters enden.

Generell kann man feststellen, dass Personen, die einen Hang zur Gewalt haben, die Gewaltstraftaten begehen, sich als häufiger als resistent gegenüber Versuchen, sie zu resozialisieren, erweisen als Personen, die Straftaten als rationale Handlung ausführen, z.B. um an das Eigentum anderer zu kommen. Letztere kann man mit rationalen Argumenten und mit dem Aufzeigen von Alternativen erreichen, Erstere in der Regel nicht.

Dummerweise wird im Hinblick auf Resozialisierung zumeist nicht zwischen der Art von Straftäter, die man vor sich hat, unterschieden. So lange kein Richter einen Angeklagten als pathologischen Fall in die Sicherheitsverwahrung gesteckt hat, gilt jeder als resozialisierbar und Gegenstand der Bemühungen von Sozialdiensten und Sozialdienstleistern aller Art.

Das hat insofern Folgen, als mit dem Gedanken einer Resozialisierung der Glaube an das Gute im Menschen einhergeht, d.h. Sozialarbeiter und andere Sozialdienstleister sind in der Regel davon überzeugt, dass vor allem ein jugendlicher, aber häufig auch ein erwachsener Straftäter Opfer seiner Umstände ist, dass gesellschaftliche Nachteile oder nicht weiter spezifizierbare Strukturen den Straftäter zur Straftat veranlasst haben. Besonders pervertiert wurde dieser Gedanke in der falschen deutschen Adaption des Labeling Approachs, in der behauptet wird, es sei die gesellschaftliche Stigmatisierung, die einem Straftäter keine andere Wahl lasse als Straftaten zu begehen, da er als Krimineller keine Chance habe, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Outsiders BeckerWas die deutschen Anhänger dieser pervertierten Variante des Labeling Approach vergessen: Um als Krimineller stigmatisiert zu werden, muss man mindestens eine Straftat begangen und dafür verurteilt worden sein. Der vermeintlichen Stigmatisierung geht also ein Fehlverhalten voraus, eines, das die Mitglieder der Gesellschaft, die keine Straftaten begehen, vorsichtig werden und das Risiko, Opfer eines Straftäters zu werden, dadurch minimieren lässt, dass sie die Straftäter aus dem Weg gehen. Wie so oft in deutscher Sozialwissenschaft, wird eine Seite der Medaille schlicht unterschlagen.

Die Tatsache, dass Anis Ben-Mustafa Ben Outhman Amri den deutschen Verfolgungsbehörden entwischen konnte, obwohl er beobachtet wurde, obwohl er als Asylbeweber abgelehnt wurde und als Asylbewerber der örtlichen Bindung unterliegt, das ihm zugewiesene Asylbewerberheim und die zugehörige Gemeinde also nicht einfach verlassen kann, ist mit ein Ergebnis der undifferenzierten Anwendung des Resozialisierungsgedankens.

Anstatt sich zu versichern, mit wem man es zu tun hat, anstatt die Indikatoren, die dafür sprechen, dass Amri ein Gewalttäter ist, der nicht vorhat, seine kriminelle Karriere zu beenden, zu sammeln und entsprechende Konsequenzen zu ziehen, z.B. durch eine Überstellung von Amri in eine Vollzugsanstalt bis er abgeschoben werden kann, wird ihm das gleiche Wohlwollen und der gleiche Vorschuss entgegen gebracht, der einem Ladendieb, der Besserung gelobt hat, entgegen gebracht wird. So als gäbe es keinen Unterschied zwischen einem Brandstifter, der vier Jahre in einem italienischen Gefängnis gesessen hat und von dem bekannt ist, dass er gewaltbereit ist und einem richtigen Asylbewerber, wird Amri wie jeder andere Asylbewerber behandelt.

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Das Problem von Allaussagen besteht darin, dass ein widerstreitender Fall genügt, um sie komplett zu falsifizieren.

Mit dieser großen Gleichmacherei ist niemandem gedient. Asylbewerber, die sich in Deutschland eingliedern wollen und keinerlei Absicht haben, sich kriminell zu verhalten, werden mit Amri in einen Topf geworfen und durch die undifferenzierte Behandlung, die Informationen über das kriminelle Vorleben von Amri schlicht ignoriert, diesem gleichgestellt, und dies ausgerechnet von denen, die sich anschließend dagegen wehren, dass die Straftat eines Asylbewerbers generell allen Asylbewerbern angelastet wird. Hätten die guten Menschen in den sozialen Diensten mehr Alltagsverstand, würden sie die Menschen, die sie vor sich haben, aufgrund der vorhandenen Informationen und entsprechend des damit verbundenen menschlichen Wertes, der bei einem Brandstifter geringer ist als bei einem unbescholtenen Asylbewerber, beurteilen, sie müssten sich jetzt nicht hinstellen und vor einer Verallgemeinerung des Straftäters Amri warnen.

Gleichzeitig führt die Gleichbehandlung von Asylbewerbern mit krimineller Vorgeschichte und solchen, die sich nichts haben zu schulden kommen lassen, dazu, dass die öffentliche Sicherheit gefährdet wird, denn ein Amri kann sich in gleicher Weise und ohne Aufsicht innerhalb des ihm zugewiesenen Aufenthaltsgebiets bewegen wie jeder andere Asylbewerber.

Menschenfreundlichkeit zeichnet sich nicht dadurch aus, dass man allen mit gleicher Freundlichkeit und Naivität begegnet und nicht in Rechnung stellt, was man über sein Gegenüber weiß. Es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen einem Menschen, der sich immer korrekt und anständig verhalten hat und einem Gewalttäter der Schulen in Brand steckt, wie dies Anis Amri getan hat. Wer sich weigert diesen unterschiedlichen Wert unterschiedlicher Menschen in Rechnung zu stellen, der stellt nicht nur die anständigen Asylbewerber schlechter, wertet sie ab, er gefährdet auch die öffentliche Sicherheit, und zwar mit erheblichen Konsequenzen, wie der Fall Anis Amri zeigt.

Es ist entsprechend an der Zeit, den Menschen in Rechnung zu stellen, den man vor sich hat und die Wertigkeit des entsprechenden Menschen bei der Hilfe, die ihm gewährt wird, zu berücksichtigen. Derzeit wedelt in dieser Hinsicht der Schwanz mit dem Hund, denn Personen, die sich anständig und korrekt verhalten, die arbeiten und einem normalen Leben nachgehen, erhalten nicht nur weniger Hilfe als diejenigen, die sich kriminell verhalten, die gezeigt haben, dass sie weder Anstand noch Achtung vor Leib oder Leben oder Eigentum anderer haben, die nicht arbeiten und eben kein normales Leben führen, sie müssen auch für deren Unterhalt, die umfangreiche Hilfe, die ihnen gewährt wird, aufkommen. Es ist Zeit das zu ändern und deutlich zu machen, dass Straftäter keinen Anspruch auf Hilfe haben, wenn sie wieder in die Gesellschaft aufgenommen werden wollen, dass ihnen gegenüber vielmehr Misstrauen angebracht ist und dass sie sich bewähren müssen, wenn sie wieder Teil der Gesellschaft sein wollen. Und in Fällen wie dem von Anis Amri steht der Schutz der Allgemeinheit vor dem individuellen Interesse eines ehemaligen Straftäters.


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Die groben Unterschiede: Rechte und linke Re-Sozialisierung

Die Resozialisierung von Personen, die die Gesellschaft zu Randständigen erklärt oder die von Teilen der Gesellschaft ausgegrenzt wurden oder werden sollen, die Frage, wer legitimes Mitglied der Gesellschaft ist, und wer nicht, ist eine umstrittene Frage, die derzeit je nach politischer Gesinnung einmal Flüchtlinge und einmal Rechtsextreme zu unerwünschten Personen erklärt.

Daran wäre nichts zu kritisieren, würden die Kriterien, die angewendet werden, um Personen aus der Gesellschaft auszuschließen bzw. sie (wieder) aufzunehmen, konsistent gehandhabt, wären sie formale Kriterien und nicht inhaltliche Kriterien, die je nach politischer Ideologie oder Windrichtung festgesetzt werden können.

resozialisierungFormale Kriterien der Resozialisierung, die z.B. an Straftäter, die eine Haftstrafe abgesessen haben, herangetragen werden, sehen vor, dass die nämlichen Straftäter sich nichts mehr zu schulden kommen lassen. Die Prämisse, auf der diese Form der Resozialisierung stattfindet, sie lautet entsprechend: Kriminalität und Straftaten sind keine erblichen Qualitäten, keine unveränderlichen Merkmale einer Person, sondern Ergebnisse rationaler Entscheidungen, die aufgrund bestimmter Umstände getroffen wurden und die veränderlich sind, so dass ein Straftäter, der die Option hat, ein Leben ohne Straftat zu führen, diese Option auch nutzen wird, wenn sie ein besseres Leben verspricht als es mit Kriminalität für ihn zu erreichen ist.

Deshalb ist Kriminalität nichts Angeborenes, Unveränderliches, sondern etwas Situatives, das durch Modifikation der Handlungssituation beeinflusst werden kann.

Es gibt indes Merkmale, denen in Deutschland eine Qualität zugewiesen wird, die sie zu Bestandteilen der Person, zu Essenzen des Wesens der entsprechenden Person macht. Die politische Ideologie, der jemand anhängt, sie scheint für manche zu den unveränderlichen Merkmalen einer Person zu gehören. Entsprechend sind manche Träger einer politischen Ideologie wesenhaft gut, während andere wesenhaft schlecht sind. Beide genießen folglich nicht die Nachsicht, die reuige Straftäter genießen, denen zugestanden wird, dass sie ihre kriminellen Aktivitäten zu Gunsten eines braven bürgerlichen Daseins aufgegeben haben.

Nein, politische Ideologien, sie gelten manchen als Charaktermerkmal und eben nicht als Opportunitätsstruktur, die Zugang zu Steuertöpfen gewährt. Deshalb gilt es, die Träger der falschen politischen Ideologie, die nicht reformierbar, geschweige denn resozialisierbar sind, zu ächten und mit dem entsprechenden Hass zu verfolgen.

Etwa so:

Der sachsen-anhaltische AfD-Landtagsabgeordnete Jan Wenzel Schmidt stellt den früheren Bundestagskandidaten der rechtsextremen NPD Stefan Träger als Mitarbeiter in seinem Wahlkreisbüro an. Das bestätigte der parlamentarische Geschäftsführer Daniel Roi der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”.

Roi sagte, der 1988 geborene Träger habe die AfD schon seit längerer Zeit “sehr engagiert unterstützt”. Ihm sei “nichts Negatives zu Ohren bekommen.” Träger habe sich von der NPD distanziert. Träger hatte 2009 für die rechtsextreme Partei kandidiert.

Träger ist aufgrund seiner politischen Ideologie, der er einst anhing oder immer noch anhängt, unheilbar und aus Sicht linker Gutmenschen aus der Gesellschaft auszuschließen. Im gebührt nicht die Nachsicht, der Kriminelle sicher sein können. Kriminelle wie Christian Klar z.B., der Beschäftigung im Bundestag als Mitarbeiter von Diether Dehm, MdB, gefunden hat:

Buback mord„ZEIT: Wir meinten einen anderen: Sie beschäftigen schon als Bundestagsabgeordneter den ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar als persönlichen Mitarbeiter. Er kümmert sich um Ihre Website. Als das herauskam, hat es für viel Aufregung gesorgt. Herr Klar war wegen mehrfachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden.
Dehm: Christian Klar ist heute ein nachdenklicher, eher sanfter Mensch. Er ist das Gegenteil von einem radikalistischen Scharfmacher.
ZEIT: Haben Sie ein Vertrauensverhältnis?
Dehm: Ja, sicher. Es gab natürlich erst eine Einarbeitungszeit. Er hat sich mit allen gut verstanden. Natürlich hätte man auch vermuten können: Der zeigt nur seine Schokoladenseite. Aber ich habe als Unternehmer viele Einstellungsgespräche geführt. Und mich interessiert: Ist Klar ein anderer Mensch als der, von dem ich vor über 30 Jahren in den Zeitungen las? Und ich bin zu dem Schluss gekommen: Ja. Das scheint mir der Kern des Resozialisierungsgedankens zu sein.“

Es gibt eben grobe Unterschiede in der Behandlung von ehedem Randständigen. Manche werden wieder in die Gesellschaft aufgenommen und legen ihr einst mörderisches Verhalten zu Gunsten von Nachdenken und Sanftheit ab, andere bleiben ihr Leben lang essentiell schlecht, nicht, weil sie sich so verhalten hätten, z.B. dadurch, dass sie einen Generalbundesanwalt oder einen Vorstandssprecher der Dresdner Bank ermordet hätten, sondern weil sie falsch denken und das ist in Deutschland schlimmer als sich kriminell zu verhalten, wie es scheint.

 

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