Die groben Unterschiede: Rechte und linke Re-Sozialisierung

Die Resozialisierung von Personen, die die Gesellschaft zu Randständigen erklärt oder die von Teilen der Gesellschaft ausgegrenzt wurden oder werden sollen, die Frage, wer legitimes Mitglied der Gesellschaft ist, und wer nicht, ist eine umstrittene Frage, die derzeit je nach politischer Gesinnung einmal Flüchtlinge und einmal Rechtsextreme zu unerwünschten Personen erklärt.

Daran wäre nichts zu kritisieren, würden die Kriterien, die angewendet werden, um Personen aus der Gesellschaft auszuschließen bzw. sie (wieder) aufzunehmen, konsistent gehandhabt, wären sie formale Kriterien und nicht inhaltliche Kriterien, die je nach politischer Ideologie oder Windrichtung festgesetzt werden können.

resozialisierungFormale Kriterien der Resozialisierung, die z.B. an Straftäter, die eine Haftstrafe abgesessen haben, herangetragen werden, sehen vor, dass die nämlichen Straftäter sich nichts mehr zu schulden kommen lassen. Die Prämisse, auf der diese Form der Resozialisierung stattfindet, sie lautet entsprechend: Kriminalität und Straftaten sind keine erblichen Qualitäten, keine unveränderlichen Merkmale einer Person, sondern Ergebnisse rationaler Entscheidungen, die aufgrund bestimmter Umstände getroffen wurden und die veränderlich sind, so dass ein Straftäter, der die Option hat, ein Leben ohne Straftat zu führen, diese Option auch nutzen wird, wenn sie ein besseres Leben verspricht als es mit Kriminalität für ihn zu erreichen ist.

Deshalb ist Kriminalität nichts Angeborenes, Unveränderliches, sondern etwas Situatives, das durch Modifikation der Handlungssituation beeinflusst werden kann.

Es gibt indes Merkmale, denen in Deutschland eine Qualität zugewiesen wird, die sie zu Bestandteilen der Person, zu Essenzen des Wesens der entsprechenden Person macht. Die politische Ideologie, der jemand anhängt, sie scheint für manche zu den unveränderlichen Merkmalen einer Person zu gehören. Entsprechend sind manche Träger einer politischen Ideologie wesenhaft gut, während andere wesenhaft schlecht sind. Beide genießen folglich nicht die Nachsicht, die reuige Straftäter genießen, denen zugestanden wird, dass sie ihre kriminellen Aktivitäten zu Gunsten eines braven bürgerlichen Daseins aufgegeben haben.

Nein, politische Ideologien, sie gelten manchen als Charaktermerkmal und eben nicht als Opportunitätsstruktur, die Zugang zu Steuertöpfen gewährt. Deshalb gilt es, die Träger der falschen politischen Ideologie, die nicht reformierbar, geschweige denn resozialisierbar sind, zu ächten und mit dem entsprechenden Hass zu verfolgen.

Etwa so:

Der sachsen-anhaltische AfD-Landtagsabgeordnete Jan Wenzel Schmidt stellt den früheren Bundestagskandidaten der rechtsextremen NPD Stefan Träger als Mitarbeiter in seinem Wahlkreisbüro an. Das bestätigte der parlamentarische Geschäftsführer Daniel Roi der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”.

Roi sagte, der 1988 geborene Träger habe die AfD schon seit längerer Zeit “sehr engagiert unterstützt”. Ihm sei “nichts Negatives zu Ohren bekommen.” Träger habe sich von der NPD distanziert. Träger hatte 2009 für die rechtsextreme Partei kandidiert.

Träger ist aufgrund seiner politischen Ideologie, der er einst anhing oder immer noch anhängt, unheilbar und aus Sicht linker Gutmenschen aus der Gesellschaft auszuschließen. Im gebührt nicht die Nachsicht, der Kriminelle sicher sein können. Kriminelle wie Christian Klar z.B., der Beschäftigung im Bundestag als Mitarbeiter von Diether Dehm, MdB, gefunden hat:

Buback mord„ZEIT: Wir meinten einen anderen: Sie beschäftigen schon als Bundestagsabgeordneter den ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar als persönlichen Mitarbeiter. Er kümmert sich um Ihre Website. Als das herauskam, hat es für viel Aufregung gesorgt. Herr Klar war wegen mehrfachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden.
Dehm: Christian Klar ist heute ein nachdenklicher, eher sanfter Mensch. Er ist das Gegenteil von einem radikalistischen Scharfmacher.
ZEIT: Haben Sie ein Vertrauensverhältnis?
Dehm: Ja, sicher. Es gab natürlich erst eine Einarbeitungszeit. Er hat sich mit allen gut verstanden. Natürlich hätte man auch vermuten können: Der zeigt nur seine Schokoladenseite. Aber ich habe als Unternehmer viele Einstellungsgespräche geführt. Und mich interessiert: Ist Klar ein anderer Mensch als der, von dem ich vor über 30 Jahren in den Zeitungen las? Und ich bin zu dem Schluss gekommen: Ja. Das scheint mir der Kern des Resozialisierungsgedankens zu sein.“

Es gibt eben grobe Unterschiede in der Behandlung von ehedem Randständigen. Manche werden wieder in die Gesellschaft aufgenommen und legen ihr einst mörderisches Verhalten zu Gunsten von Nachdenken und Sanftheit ab, andere bleiben ihr Leben lang essentiell schlecht, nicht, weil sie sich so verhalten hätten, z.B. dadurch, dass sie einen Generalbundesanwalt oder einen Vorstandssprecher der Dresdner Bank ermordet hätten, sondern weil sie falsch denken und das ist in Deutschland schlimmer als sich kriminell zu verhalten, wie es scheint.

 

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