News vom Gesetz gegen FakeNews ist FakeNews

Wie der Spiegel und die ARD berichten, gehen Thomas Oppermann die Maßnahmen von Facebook gegen FakeNews nicht weit genug. Entsprechend wolle der SPD-König einen Gesetzentwurf einbringen, der gegen FakeNews gerichtet sei.

Diese News muss FakeNews sein, denn Thomas Oppermann, der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, der für den Bundestagswahlkreis 53 „Göttingen“ im Bundestag sitzt, würde sicher nicht Unsinn wie den folgenden erzählen:

““Wenn Facebook nach entsprechender Prüfung die betroffene Meldung nicht unverzüglich binnen 24 Stunden löscht, muss Facebook mit empfindlichen Bußgeldern bis zu 500.000 Euro rechnen“, so Oppermann. Zudem müsse es auf Wunsch der Betroffenen eine „Richtigstellung mit der gleichen Reichweite geben“.

oppermann-spd

Als FakeNews gekennzeichnete FakeNews der Fake-SPD

„Unverzüglich binnen 24 Stunden“, so einen Blödsinn sagt kein Oppermann aus Göttingen, aus Wahlkreis 53. Er sagt ja auch nicht „umfassend, in Teilen entfernen“ oder „vollberufstätige Halbtagskraft“ oder „intelligenter Vollidiot“.

Nein, der richtige Thomas Oppermann würde derartigen Blödsinn nicht erzählen. Die Meldung des Spiegels ist Fake, wie sich auch daran zeigt, dass Oppermann angeblich eine „Richtigstellung mit der gleichen Reichweite“ fordert.

Wenn also auf Facebook in einer geschlossenen Gruppe, die 20 Mitglieder hat, ein Mitglied vom anderen Mitglied fälschlicherweise behauptet, dass es gefärbte Haare habe, wo doch jeder weiß, dass sich nicht einmal Gerhard Schröder sich die Haare färben ließ, dann muss diese FakeNews innerhalb von unverzüglichen 24 Stunden gelöscht und mit gleicher Reichweite, also bei den restlichen 19 Mitgliedern der Gruppe berichtigt werden, sonst erhält Facebook eine Geldbuße von bis zu 500.000 Euro. Nein, so einen kleinkarierten Unsinn geringster Reichweite würde der richtige Thomas Oppermann nie behaupten.

So wie der richtige Thomas Oppermann, der SPD-Mann, nie in den Ruch kommen würde, mit seinem angekündigten Gesetz gegen FakeNews, Nazi-Gesetzgebung wiederzubeleben, nämlich die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes, vom 4. Februar 1933, in der die Regelung enthalten ist, dass offensichtlich unrichtige Nachrichten, die die Interessen des Staates gefährden, mit einem Verbot der entsprechenden Zeitung geahndet werden. Der SPD-Mann Oppermann würde sich nie in die Schuhe der Nazis stellen und ihres Weges laufen. Nie. Die Nachricht ist Fake.

Die Nachricht des Spiegels ist ein schmutziger Trick, mit dem die Mainstream-Presse, der die Leser davonlaufen, die lästige Konkurrenz im Internet beseitigen will. Wir sind uns da ganz sicher, denn Oppermann, der SPD-Mann aus dem Wahlkreis „Göttingen“ (53) steht weder in direkter Nachfolge zu Nazi-Gesetzgebung noch würde er Unsinn wie den oben zitierten verbreiten.

Oppermann ist nämlich schon seine eigene Fake-News-Agentur:

„Oppermann kritisierte den schmutzigen Wahlkampf von Trump: „Er hat ethnische Minderheiten verunglimpft und mit sexistischen Ausfällen Frauen herabgewürdigt.“

Fern-Sadismus: Die Lust, anderen zu schaden

Im letzten Post haben wir eine rationale Erklärung dafür angeboten, dass ein Marketing-Hensel aus Hamburg offensichtlichen Spaß daran hat, Dritten aus der Ferne zu schaden. Nun befassen sich die Sozialwissenschaften mit menschlichem Verhalten und menschliches Verhalten ist bekanntermaßen nicht immer rational. Folglich kann man das Zufügen eines Schadens aus der Ferne auch über die Lust, anderen zu schaden, erklären.

Sozialwissenschaftler sind mit gesellschaftlichen Phänomenen beschäftigt, und zwar damit, die entsprechenden Phänomene zu erklären. Eines der Phänomene, das in den letzten Jahrzehnten immer mehr zum Problem geworden ist, ist die Fern-Emotionalität. Fern-Emotionalität lässt Menschen behaupten, der Tod eines Dritten, den sie weder persönlich kannten, noch je in ihrem Leben tatsächlich gesehen haben, habe sie psychisch so leiden lassen, dass sie zu normalen Verrichtungen des Lebens nicht mehr fähig gewesen seien.

In seiner negativen Variante wird die Fern-Emotionalität zum Fern-Sadismus. Der vom Fern-Sadismus Befallene findet Gefallen daran, Dritten, die er weder persönlich kennt noch jemals persönlich gesehen hat, zu schaden. Dieser Fern-Sadismus hat Eingang in das DSM III-R gefunden, das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, und zwar als Sadistic Personality Disorder.

Eine Sadistische Persönlichkeit erfreut sich am Leid anderer und findet Befriedigung darin, anderen zu schaden. Dabei sieht die Definition nach DSM III-R vor, dass die sadistische Persönlichkeit ihren Opfern direktes Leid zufügt. Dazu ist jedoch Mut erforderlich und wenn die Moderne und ihre Tertiarisierung durch etwas ausgezeichnet ist, dann dadurch, dass Mut sich vielfach nur noch verbal, nicht mehr in Handlungen niederschlägt.

Entsprechend schlagen wir vor, die Sadistischen Persönlichkeitsstörung dadurch zu ergänzen, dass die Möglichkeit aufgenommen wird, dass ein Gestörter seine Befriedigung allein daraus gewinnt, dass er Dritten, die von ihm räumlich getrennt sind und deren Reaktion er sich nur einbilden, die er jedoch nicht beobachten kann, um sich daran zu weiden, aus der Ferne Leid zufügt.

dsm-iii-rWie bereits im DSM ausgeführt ist, ist die Sadistische Persönlichkeitsstörung eine der Störungen, die in der Regel mit einer Reihe von Ko-Morbiditäten einhergehen. Schizophrenie ist hier eine der häufigsten Ko-Morbiditäten. Schizophrenie, die sich im Zusammenhang mit einer Sadistischen Persönlichkeitsstörung als Dr. Jekyll and Mr. Hyde Syndrom äußert, führt dazu, dass der Gestörte der Ansicht ist, wenn er (Fern-)Leid zufüge, wenn er Dritten schade, dann werde er dadurch erhöht, transzendiere auf eine höhere moralische Stufe, werde quasi zum besonderen zum guten Menschen. Das Bild der Störung entspricht hier dem KZ-Wächter, der den Gashahn aufdreht und dabei denkt, er tue dem deutschen Volk einen Gefallen oder dem Inquisitor, der den Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrennt, um dessen Seele zu befreien.

Wie die Beispiele zeigen, ist die (Fern-)Sadistische Persönlichkeitsstörung in Verbindung mit einer Schizophrenie kein neues Krankheitsbild. Heute äußert sich das Krankheitsbild vor allem im Zusammenhang mit dem Syndrom der „Weltverbesserung“. In diesem Syndrom sind von der Störung Befallene der Ansicht, sie würden die Gesellschaft von Parasiten oder von schlechten Menschen, von Rechten oder Antifeministen oder von Antisemiten reinigen, purifizieren und sich auf diese Weise als besonderer Mensch verdient machen.

Auch moderne Formen der (Fern-)Sadistischen Persönlichkeitsstörung mit der Ko-Morbidität Schizophrenie zeichnen sich dadurch aus, dass sich für die Gestörten gemäß der von George C. Homans formulierten Deprivations-Sättigungs-Hypothese die Befriedigung, die sie daraus, dass sie Dritten Schaden zufügen, zu gewinnen im Stande sind, mit jedem Mal, mit dem sie Dritten einen Schaden zufügen, geringer wird. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, den Sadismus entweder immer häufiger oder immer intensiver auszuleben. So erklärt es sich, dass z.B. aus dem Verbot einer Gesinnung, der Internierung von Menschen mit dieser nunmehr falschen Gesinnung letztlich die Vernichtung der Menschen mit dieser falschen Gesinnung wird.

Insofern ist es an der Zeit, den Anfängen zu wehren und die Versuche, durch Schaden, der Dritten aus der Ferne zugefügt wird, Befriedigung zu gewinnen, im Keim zu ersticken.


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SozialNEIDpartei Deutschlands (SPD)

Wenn eine ehemalige Volkspartei auf die 15% zugeht, und zwar mit der Tendenz nach unten, dann dampfen die Köpfe der Parteistrategen. Immerhin geht es um eine ganze Menge Arbeitsplätze, denn: Wählerstimmen sind bares Geld und Regierungsbeteiligung ist die Voraussetzung dafür, seine Klientel und alle, die im Speckgürtel um Ministerien sitzen, aus Steuertöpfen versorgen zu können.

Rent Seeking Societz15%, Tendenz absteigend, sind insofern ein gefährlicher Trend, ein Trend, der umgekehrt werden muss, wenn man als Partei weiterhin Steuergelder verteilen will. Nun haben von Joseph Schumpeter über James Buchanan und Gordon Tullock bis zu Anthony Downs, Wissenschaftler immer wieder darauf hingewiesen, dass politische Anbieter, dann am besten fahren, wenn sie anbieten, was nachgefragt wird, weil auch auf einem politischen Markt ein Unternehmer, der einen Ladenhüter anbietet, über kurz oder lang Insolvenz anmelden muss (da sind sie wieder, die 15%).

Normale Unternehmen machen Marktstudien, versuchen herauszufinden, was ihre Kunden wünschen, welche Ansprüche und Erwartungen sie an bestimmte Produkte richten, was sie überhaupt nachfragen und berücksichtigen das, was sie über ihre Kunden oder ihre potentiellen Kunden zu wissen glauben, in ihrer Marktstrategie.

Gehen wir einmal davon aus, dass politische Unternehmer wie die SPD, ihre Unternehmensstrategie, mit der sie am politischen Markt um Unterstützung werben, ebenfalls auf eine Marktanalyse, eine Analyse der potentiellen Nachfrage der Deutschen basieren.

Dann sind die Deutschen ein Volk der Neidhammel, ein Volk, bei dem jeder eifersüchtig darüber wacht, dass sein Nebenmann nicht mehr auf dem Teller hat als er selbst. Mehr noch: Die Deutschen sind ein Volk domestizierter Dackel, das Männchen macht, wenn Politiker Entsprechendes fordern und nicht etwa Politiker, die sie nicht leiden können, ins Bein beißen und davon jagt.

Ob dies zutrifft, ob die SPD ihre Kundenanalyse richtig vorgenommen hat oder die Genossen einfach nichts anderes auf Lager haben, als an den Neid ihrer Mitmenschen zu appellieren, ist eine Frage, die wir derzeit nicht klären wollen, fest steht:

ayan-rand-socialism-communismDie SPD plant einen Neidwahlkampf, in dem die alte Mär der kleinen und mittleren Einkommen, denen gegeben wird und der Reichen, denen genommen wird, verbraten werden soll. Vor allem „die Steuerflucht“ ist der SPD dabei ein Dorn im Auge. Wohl gemerkt, die Steuerflucht, nicht die Steuerhinterziehung. Der Unterschied zwischen beidem ist einfach: Steuerflucht ist legal, Steuerhinterziehung nicht. Diesen Unterschied wollen die Genossen, mit dem Versprechen, die armen um satte 65 Euro bzw. 37 Euro im Jahr reicher zu machen, beseitigen. Dagegen wirken die 30 Silberlinge, die Judas erhalten hat, wie ein fürstliches Gehalt, mit dem man es fast rechtfertigen kann, Vertrauen zu brechen. Allerdings werden nur diejenigen von der SPD reicher gemacht, die auch dem Bild des korrekten Bürgers, das man bei der SPD hat, entsprechen, die sich brav fortpflanzen und irgendwie zusammenleben.

Wie gesagt, die Finanzierung der Wohltaten erfolgt über die Steuerflucht, von der suggeriert wird, sie sei der Steuerhinterziehung gleichzusetzen, was sie – weil legal – nicht ist. Zehn Milliarden Steuereuro will man bei der SPD dadurch erpressen, dass man legale Steuerflucht illegal macht, natürlich in der Hoffnung, die entsprechend Erpressten, blieben im Lande, um auch brav die Steuer zu bezahlen, die man bei der SPD in derselben Weise als Volkseigentum ansieht, wie dies in der DDR Fall war. Gleichzeitig suggeriert die Zahl von 10 Milliarden Euro, die derzeit, sofern die Zahl stimmt, auf legalem Wege vor dem deutschen Fiskus in Sicherheit gebracht werden, bei denen, die für Neid auf andere immer zugänglich sind, eine Kriminalität, die es gar nicht gibt, denn, abermals: Steuerflucht ist legal, ebenso wie Steuervermeidung legal ist. Nur diejenigen, die freudig Steuern zahlen, haben etwas an der Waffel.

Wenn es darum geht, Neid zu schüren, ist den Genossen jedes Mittel recht, schon weil die 15% drohen (Tendenz fallend).

Dass die Genossen darüber hinaus der totalitären Annahme sind, das, was Deutsche verdienen sei zunächst Staatseigentum, der Staat entscheide dann darüber, wie viel des Erarbeiteten, denen, die es erarbeitet haben, zustehe, macht wieder einmal Ralf Stegner deutlich, von dem wir keinerlei Zweifel haben, dass ihm sein Platz im Politbüro der SED sicher gewesen wäre.

Stegner ereifert sich über Mesut Özil, der – wie Stegner meint – sich einer „moralisch verwerflichen Steuertrickserei“ schuldig gemacht habe. Die Fans, so der rote Stegner aus dem hohen Norden, würden von ihren Idolen erwarten, dass sie sich auf Fußball konzentrieren, anstatt auf „illegitime Steuervermeidung zu Lasten der Allgemeinheit“. Wer noch einen Zweifel daran hatte, dass sein Einkommen unter SPD-Regime der Allgemeinheit zusteht und ihm das zugeteilt wird, von dem die Genossen denken, dass es ihm zusteht, der sollte jetzt alle Zweifel verloren haben, denn der Wahnsinn, der Stegner reitet, er hat Methode und zielt darauf, den Neid in Deutschland zur Grundlage der Wahlentscheidung zu machen: Wer denkt, dass er sich besser stellt, wenn er die SPD auf Menschen loslässt, die ihm nichts getan haben, aber angeblich Steuerflucht betreiben und ihr Geld, das doch der Allgemeinheit gehört, für sich verwenden wollen, der wähle SPD. Er wird anschließend bekommen, was er verdient, was er nach Ansicht der Genossen verdient, versteht sich.

Es sei nur am Rande darauf hingewiesen, dass Mesut Özil wie alle Fußballspieler natürlich einen Stab von Leuten finanziert, deren Aufgabe darin besteht, das Geld von Özil gut anzulegen, so anzulegen, dass es dem Zugriff der Stegners dieser Welt entzogen ist, die meinen, sie könnten durch das Schüren von Neid dem Schicksal aller Schrumpfparteien entgehen: Belanglos zu werden. Özil finanziert seinen Stab von Leuten nicht nur, damit sie ihm die Neidhammel der SPD vom Leibe halten, sondern auch, um sich auf sein Fußballspiel konzentrieren zu können.

Für eine Partei wie die SPD, die nicht nur einen eigenen Konzern unterhält, sondern auch eine Briefkastenfirma in Hong Kong, vor der Steuer in Deutschland zu fliehen, ist die Behauptung, man wolle gegen die Steuerflucht vorgehen, kein moralisches Problem, denn Neid und Heuchelei gehen oft Hand in Hand. Letztlich ist politischen Unternehmern wie der SPD nur die Macht, über Steuermittel zu verfügen, sich und die seinen aus Steuermitteln zu bedienen, wichtig. Moral und Anstand sind entsprechend hinderlich.


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Schaum vor dem Mund: Der stellvertretende Vorsitzende der SPD redet sich um Kopf und Kragen

Die alte Dame SPD ist zwischenzeitlich zur geifernden Göre geworden. Politische Auseinandersetzung findet fast nur noch in Schimpfworten statt. An die Stelle von Respekt und Achtung sind versuchte Häme, Diskreditierung und Diffamierung getreten. Das ist kein Wunder, denn fehlende kognitive Fähigkeiten müssen ja irgendwie ersetzt werden.

Ralf Stegner scheint sie durch affektives Tweeten zu ersetzen, eine neue Form der PseudoKommunikation und ein Beispiel für Hasskommentare in sozialen Netzwerken, bei dem es darum geht, jede Möglichkeit darauf zu beseitigen, einen normalen, anständigen und konstruktiven Diskurs zu führen. Statt dessen soll wohl der Boden für Feindlichkeit und Aversion bereitet werden.

Sprache ist nicht nur ein Kommunikationsmittel, sie ist auch verräterisch, denn in der Regel können auf Basis aktueller Äußerungen die Prämissen aufgezeigt werden, die dahinter stehen. Wendet man die Technik logischer Kommunikationsanalyse auf Ralf Stegner an, der doch angeblich vorzeigbarer Politiker sein will, der in öffentlicher Position den Nutzen des deutschen Volkes mehren will, dann kommt dabei Folgendes zum Vorschein:

  • Trump: Rechtspopulist
  • Trump: Hassprediger
  • suggestiv: Mehrheit US-Wähler von Vogelgrippe und Gefügelpest befallen.
  • Wahl Trumps ist politischer Wahnsinn, Wähler entsprechend wahnsinnige
  • Wähler sind abgehängt und frustriert
  • Trump: Lügner
  • Trump: Steuervermeider
  • Trump: Milliardär

Die Klassifikation (oder Denunziation) von Donald Trump wie sie Ralf Stegner vornimmt:

  • Rechtspopulist
  • Hassprediger
  • Lügner
  • Steuervemeider
  • Milliardär

Was folgt daraus für Ralf Stegner und die Prämissen, auf denen diese Beschimpfungen basieren: Fangen wir mit der letzten an: Milliardär ist offensichtlich ein Schimpfwort für Stegner, dem wohl Menschen suspekt sind, die aufgrund von Arbeit viel Geld verdienen. Das wird auch durch den Begriff „Steuervermeider“ deutlich, denn Stegner hat offensichtlich die Prämisse, es gäbe ein Recht des Staates auf Steuern in beliebiger Höhe, und Bürger hätten diese Steuern, aus denen dann die Stegners Deutschlands finanziert werden, freudig und bereitwillig zu entrichten und nicht zu versuchen, so viel wie nur möglich des Geldes, das sie erarbeitet haben, für sich zu behalten. Zur Erinnerung: Steuervermeidung ist Bürgerpflicht und nicht, wie Stegner insinuiert, etwas Verwerfliches. Verwerflich ist, vom Geld anderer zu leben und mit Steuergesetzgebung so viel wie nur möglich herauszupressen.

Die Behauptung, Trump sei ein Lügner, kann Stegner sicher belegen, schon um nicht selbst zum Lügner oder gar Verleumder zu werden. Hassprediger ist ein Begriff, der in der Regel auf Muslime angewendet wird, die zum Kampf gegen den Westen aufrufen. Dass ihn Stegner auf Donald Trump anwendet, ist wohl das Ergebnis einer tiefen affektiven Aufgewühltheit, die ihm das Denken erschwert. Rechtspopulist darf in diesem Zusammenhang nicht fehlen, denn das geschlossene Weltbild eines Ralf Stegner sieht reiche Rechtspopulisten Steuern vermeiden und mit ihrer Hasspredigt denjenigen, die auf Steuerzahlers kosten leben, die Wähler abspenstig machen. Eine schreckliche Vorstellung für Stegner. Am Ende droht noch Arbeit und Selbstunterhalt?

Die Wähler von Trump sind entsprechend für Stegner politisch Wahnsinnige, die abgehängt und frustriert sind, wie er meint. Das ist nun alles andere als richtig, denn die Exit-Poll-Befragungen zeigen: Die Wähler von Trump finden sich mehrheitlich unter den Besserverdienenden. Abgehängt und frustriert können sie entsprechend in dem Sinne, den Stegner suggerieren will, nicht sein und wären sie es je gewesen, sie wären es nicht mehr, denn sie haben sich mit ihrer Wahl durchgesetzt und entsprechend müssen Politiker, die von Steuergeldern abhängig sind, wie Ralf Stegner das ist, vorsichtig sein, dass nicht sie zu Abgehängten, zu Aussätzigen werden, wie Stegner das mit Blick auf die Wähler von Trump und die Nutzung der Begriffe Vogelgrippe und Geflügelpest insinuieren will.

In jedem Fall kommt in der Twitter-Tirade des Stegner eine Sicht auf Demokratie zum Ausdruck, wie man sie eher im Dunstkreis von Lenin erwarten würde, in dem Halbgebildete sich verbal zur Avantgarde der Arbeiterschaft selbst-hypnotisieren wollen als im Deutschland des 21. Jahrhunderts.

Klassifiziert sich Stegner eigentlich zum Hassprediger?


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AfD: Partei der Frauenmörder – Die SPD-Intelligentia in voller Fahrt

„G – what BS,“ das war unsere unmittelbare Reaktion auf den Hinweis, den wir der Muppet-Version von Jesus verdanken – einem treuen Leser von ScienceFiles. Eine Martina Tegtmeier, die irgendwo für die SPD kandidiert und für die SPD-Intelligentia (wir mögen den Begriff der Intelligentia, er erinnert so an [geistige] Incontinentia) repräsentativ ist, sie verlautbart das folgende:

tegtmeier

Zur AfD kommen wir gleich.

Halten wir uns zunächst mit der Behauptung auf, die Geschlechterforschung, also Gender Studies, hätte irgendetwas mit dem medizinischen Fortschritt auf dem Gebiet der Erforschung des Herzinfarktes zu tun, sei gar ursächlich für das Erkennen von Unterschieden in den Symptomen die Männer oder Frauen zeigen, wenn ein Herzinfarkt sich ankündigt.

Zunächst zu den Symptomen. Bereits im Jahre 1992 hat der Berliner Arzt, Stefan N. Willich, der zu diesem Zeitpunkt am Klinikum in Steglitz beschäftigt war, ein Buch mit dem Titel „Der Herzinfarkt“ veröffentlicht, in dem er auf Unterschiede in den Symptomen eines sich ankündigenden Herzinfarktes hinweist, die zwischen Männern und Frauen bestehen, z.B. auf Seite 32 seines Buches, auf deren Daten die folgende Abbildung basiert.

Infarkt Symptome.jpg

Frauen haben also häufiger Schmerzen in Hals und Schulter als Männer, häufiger Übelkeit, Erbrechen und Dyspnoe (Atemnot) im Vorfeld eines Herzinfarkts als Männer. Das sind die einzigen signifikanten Unterschiede in der Symptomatik zwischen den Geschlechtern, denn Frauen zeigen ansonsten alle Symptome, die Männer auch zeigen, wenn sich ein Herzinfarkt ankündigt. Da alle Symptome, die Frauen häufiger zeigen als Männer dennoch auch von Männern gezeigt werden, besteht einerseits keine Gefahr, dass ein Herzinfarkt von einem Arzt, der nicht so geschlechtsteilversessen ist wie Martina Tegtmeier, übersehen wird, andererseits spielt Geschlecht im Hinblick auf die Symptomatik schlicht keine Rolle, da es keine Symptome gibt, die nur Männer oder nur Frauen zeigen. Tegtmeier erzählt Unsinn.

facepalm-GodzillaAber sie erzählt nicht nur Unsinn erster Ordnung, wenn Sie behauptet, die Diagnose eines Herzinfarktes sei geschlechtsspezifisch unterschiedlich, sie erzählt auch Unsinn zweiter Ordnung, wenn sie behauptet, ausgerechnet die Gender Studies hätten etwas dazu beigetragen, die Symptomatik des Herzinfarkts bei Männern und Frauen herauszuarbeiten. Man hat den Eindruck, dass Genderista, ob der immer häufiger werdenden Fragen nach dem Nutzen von Gender Studies und nach dem gesellschaftlichen Mehrwert, der davon ausgeht, immer verzweifelter werden und entsprechend immer absurdere Behauptungen aufstellen. Zwischenzeitlich scheinen sie alle Unterschiede, die es zwischen den beiden Geschlechtern im Hinblick auf was auch immer gibt, als Ergebnis der Gender Studies zu reklamieren. Für einen Bereich der Pseudo-Wissenschaft, von dem wir bis heute noch eine wissenschaftlich fundierte empirische Studie zu sehen hätten, ist das mehr als dreist.

Tatsächlich sind die Unterschiede in der Häufigkeit der Symptome eines sich ankündigenden Herzinfarktes zwischen Männern und Frauen schon so lange Gemeingut, dass die Aussage von Frau Tegtmeier der Aussage gleichkommt, dass wir den Gender Studies die Erkenntnis verdanken, dass Männer mehr Muskelmasse im Körper haben als Frauen. Vielleicht sind Genderista ja wahrnehmungsgestört. Die ersten speziell gynäkologischen Behandlungsinstrumente kann man übrigens in Museen besichtigen. Sie stammen in der Regal aus dem Mittelalter und wurden von Männern entwickelt.

Doch zurück zu den Symptomen. Das bereits zitierte Buch von Stefan Willich, der schon aufgrund zeitlicher Diskrepanz in keiner Gefahr steht, als Genderist angesehen zu werden, stammt aus dem Jahr 1992, aus einer Zeit also, als die Gender Studies erst noch von Ministerien etabliert werden mussten. So wenig wie man Kinder für die Straftaten ihrer Eltern verurteilen kann, kann man den Gender Studies die Forschungsergebnisse zuschreiben, die lange vor ihrer Erfindung produziert wurden. Das genau ist übrigens der Grund dafür, dass Dr. habil. Heike Diefenbach argumentiert hat, dass wir Gender Studies nicht brauchen. Alles, was in Gender Studies von den dort beschäftigten Gendersita als Ergebnis ihrer Forschung behauptet wird, ist entweder schon seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten Gemeingut der Wissenschaft oder derart trivial, dass man es nur unter Anwendung massiver Dosen von Schamlosigkeit als wissenschaftliches Ergebnis verkaufen kann. Beides zeigt indes nur die Unbildung von Genderista, womit wir wieder bei Martina Tegtmeier und ihrer Behauptung, den Gender Studies sei die Kenntnis des (weitgehend irrelevanten) Geschlechtsunterschieds in der Symptomatik eines sich ankündigenden Herzinfarktes zu verdanken.

Diese Behauptung ist frei erfunden, wie schon der Verweis auf Stefan Willich zeigt. Aber damit wollen wir es nicht bewenden lassen. Wir finden den Hinweis auf die etwas unterschiedliche Symptomatik im Kongresszentralblatt für die gesamte Innere Medizin und ihre Grenzgebiete aus dem Jahre 1938, im Handwörterbuch der praktischen Medizin, mit besonderer Berücksichtigung der inneren Medizin der Kinderheilkunde und ihrer Grenzgebiete (Neue deutsche Klinik) aus dem Jahre 1931 sowie im Handbuch der Neurologie aus dem Jahre 1935.

Wenn Tegtmeier nicht auch behaupten will, dass die Gender Studies eine Erfindung der Nazis sind, wird sie wohl oder übel einsehen müssen, dass der Unsinn, den sie behauptet, eben Unsinn ist oder sie wird zugeben müssen, dass sie den Unsinn frei erfunden hat. Beides wirft ein Schlaglicht auf den Charakter von Tegtmeier.

Um diesen Charakter zu bewerten, ist es demnach gar nicht notwendig, die Frage zu Beginn des gesammelten Unsinns von Tegtmeier zu berücksichtigen. Tun wir es dennoch, dann um unseren Eindruck vom Charakter zu prüfen, so wie das Prüfen (anstelle des bloßen Behauptens) von Annahmen eben in der Wissenschaft üblich ist, es unterscheidet Wissenschaft von Ideologie.

„Sollen Frauen sterben, weil ihre Symptome einer Erkrankung nicht erkannt werden?“, so fragt Tegtmeier.

Wir denken, der Schluss auf das, was wir auch bei Frau Tegtmeier, Charakter nennen wollen, zumal „Charakter“ ja positive und negative Ausprägungen annehmen kann, ist damit bestätigt. Wir wollen deshalb nur auf die absurden Prämissen dieser Frage hinweisen. Hier die Kaskade des Tegtmeierschen Unsinns:

Nuts in BedlamPrämisse 1: Symptome unterteilen sich in männliche und weibliche Symptome. Prämisse 2: Werden die Symptome einer Krankheit untersucht, dann werden vornehmlich oder ausschließlich männliche Symptome gefunden. Prämisse 3: Frauen müssen entsprechend sterben, weil ihre Symptome nicht gefunden werden. Warum? Prämisse 4: Weil Frauen eine abweichende Spezies sind, die mit Männern nichts teilt, nicht einmal die Symptome des Herzinfarkts oder die Notwendigkeit, den eigenen Organismus mit Nahrung zu unterhalten. Prämisse 5: Erst die Erfindung der Gender Studies hat dazu geführt, dass auch weibliche Symptome entdeckt wurden. Prämisse 6: Seither überleben Frauen. Vorher sind sie gestorben. Prämisse 7: Werden Gender Studies abgeschafft, dann werden auch keine weiblichen Symptome mehr entdeckt und Frauen werden wieder sterben. Prämisse 8: Die AfD will Gender Studies abschaffen und ist deshalb eine Partei der Frauenmörder.

Wie sich die Tatsache, dass die meisten Ärzte heute weiblich sind, zu diesen Prämissen verhält, ist eine Frage, zu der wohl nur Tegtmeier etwas einfällt – wie zu befürchten steht. Und wie es sein kann, dass Frauen und Männer mit denselben Medikamenten und Verfahren gegen Herzinfarkt behandelt werden, wo sie doch so unterschiedlich sind, ist eine weitere Frage, die man nur in Einklang mit den Prämissen bringen kann, wenn man eine geistige Verfassung inne hat, wie Tegtmeier sie zu haben scheint.

Arbeitet die SPD eigentlich daran, die Bevölkerung in Deutschland zu verdummen? Oder soll hier eine intellektuelle Niveauabsenkung, der Bevölkerung auf das Niveau der SPD vorgenommen werden?

Und kennt jemand eine gute Klinik, in der derart anscheinend weibliche Symptome, wie sie Tegtmeier zeigt, behandelt oder doch zumindest beaufsichtigt werden können?

Willich, Stefan N. (1992). Der Herzinfarkt. Darmstadt: Steinkopff.


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Hinz und Kunz sitzen im Bundestag: Race to the bottom

„Übrigens“, sagte der Notarzt zum Umfallopfer, „ich bin gar kein Arzt, ich habe nur eine Lehre als Gärtner absolviert. Und wenn ich so darüber nachdenke, bin ich richtig bestürzt.“

Vor wenigen Tagen haben wir auf ein strukturelles Problem hingewiesen, das sich aus der Tatsache ergibt, dass Parteien immer weniger Mitglieder haben. Man kann dieses Problem wie folgt zusammenfassen:

  • race-to-the-bottomParteien bestimmen über ihre Listen, wer in Parlamente einzieht.
  • Die Besetzung von Wahllisten für z.B. Landes- oder Bundestagswahlen von Parteien wird in den Gliederungen der Parteien ausgekungelt.
  • Aufgrund der dramatisch zurückgehenden Mitgliederzahlen (CDU: -42,1% Verlust von 332.121 MItgliedern seit 1990; SPD: -51,3%, Verlust von 483.500 Mitgliedern seit 1990) werden Listen auf immer geringerer Basis von Humankapital gefüllt. Das hat notwendig zur Folge, dass Personen auf Listen gelangen, die dort nichts zu suchen haben und noch 1990 nicht einmal in die Nähe einer Liste gelangt wären.
  • Hinzu kommt, dass u.a. die SPD sich eine Quote gegeben hat, was die beschriebenen Probleme amplifiziert und im Ergebnis dazu führt, dass das race to the bottom, das durch die sinkende Mitgliederzahl ausgelöst wird, noch beschleunigt wird, denn Listen müssen nun nicht nur aus einer sinkenden Menge von Wahlmöglichkeiten besetzt werden, sondern aus einer Teilmenge dieses geringen Angebots.

Dass auf diese Weise eine Entwertung der Position des Bundestagsabgeordneten stattfindet, ist eine logische Konsequenz, die sich noch verstärkend auf das race to the bottom auswirkt, denn angesichts derjenigen, die als repräsentativ für Politiker anzusehen sind, wird der Anreiz für diejenigen, die aufgrund ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen geeignet wären, eine entsprechende Position anzustreben, erheblich reduziert, wenn nicht beseitigt.

Als Ergebnis sitzen Hinz und Kunz in Parlamenten.

Wir richtig wir mit unserer Argumentation liegen, hat sich gerade wieder gezeigt. Petra Hinz, die seit 2005, also mittlerweile 11 Jahre im Bundestag sitzt und zuvor 16 Jahre im Stadtrat der Stadt Essen verweilt hat, hat dies in beiden Fällen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen getan, denn: Sie hat ihren „Lebenslauf frisiert“, wie es bei heute.de heißt, bzw. Teile ihres Lebenslaufes erfunden, wie die Tagesschau die Tatsache umschreibt, dass Petra Hinz gelogen hat, öffentlich.

Sie hat sich zum Inhaber einer allgemeinen Hochschulreife erklärt, aber sie hat nie ein Abitur erworben.
Sie hat sich zum Studenten der Rechtswissenschaft erklärt und sich gleich noch einen Abschluss nebst den dazugehörigen Staatsexamen zugebilligt. Sie hat nichts davon geleistet.
Scheinbar hat es die Abgeordnete Hinz zu genau genommen, mit dem Konstruktivismus, der bei Genderisten so beliebt ist. Erfinden wir uns doch einen Lebenslauf.

Und nun, da die Erfindung öffentlich geworden ist, nun ist Petra Hinz plötzlich von Unverständnis geschlagen, weiß nicht mehr, warum sie gelogen hat. Das eigene Unverständnis geht offensichtlich mit Sprachlosigkeit einher, weshalb eine Rechtsanwaltskanzlei, die scheinbar anonym bleiben will, für Frau Hinz feststellt, dass der Lebenslauf frei erfunden ist:

picard facepalm„Frau Hinz hat im Jahr 1983 am heutigen Erich-Brost-Berufskolleg der Stadt Essen die Fachhochschulreife erworben. Sie hat jedoch keine allgemeine Hochschulreife erworben. Sie hat darüber hinaus kein Studium der Rechtswissenschaften absolviert und auch keine Juristischen Staatsexamina abgelegt.
In der Rückschau vermag Frau Hinz nicht zu erkennen, welche Gründe sie seinerzeit veranlasst haben, mit der falschen Angabe über ihren Schulabschluss den Grundstein zu legen für weitere unzutreffende Behauptungen über ihre juristische Ausbildung und Tätigkeit. Mitte der 1990er Jahre unternahm sie den Versuch, auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachzuholen und so zumindest einen Teil ihrer bio-grafischen Falschangaben zu heilen. Aufgrund ihrer zeitlichen Beanspruchung als Mitglied im Rat der Stadt Essen und ihre ehrenamtlichen politischen Engagements musste sie diesen Versuch jedoch bereits nach etwa einem Jahr wieder aufgeben.

Nun, die Sozialwissenschaften sind u.a. angetreten, um menschliches Verhalten zu erklären: Entsprechend sind wir in der Lage, vier Alternativen dafür anzubieten, dass Frau Hinz gelogen und ihren Lebenslauf frei erfunden hat:

  • Sie wollte sich mit ihren Lügen einen Vorteil verschaffen, offensichtlich auf Grundlage der Vermutung, dass eine behauptete Juristische Ausbildung ihre politische Karriere innerhalb der SPD befördern würde.
  • Sie hätte so gerne ein Jurastudium absolviert, dass der nicht erfüllte Wunsch eine eigene Existenz angenommen hat. Der Wunsch ist umgekehrt proportional zur Wahrnehmung der Realität immer größer geworden und schließlich in den entsprechenden Erfindungen, wie man sie von Kindern kennt, die sich in ihren Träumen als Robin Hood oder heute wohl eher als He-Man sehen, gemündet.
  • Sie stammt aus einem Milieu, in dem es ganz normal ist, sich eine Biographie nach Wunsch samt dazugehöriger Identität zu erfinden. Entsprechend subkulturelle Milieus bilden die Grundlage für die Theorie Differenzieller Assoziation wie sie Edwin K. Sutherland aufgestellt hat, um Kriminalität zu erklären.
  • Sie hat in dem Glauben gehandelt, Auserwählte der SPD zu sein und dazu bestimmt zu sein, Heil über die Menschheit zu bringen. Die kleine Lüge in der Biographie ist das Mittel zum Erreichen des höheren Zwecks.

Welche der vier Erklärungen auch immer zutreffen mag, in jedem Fall ist Petra Hinz als Bundestagsabgeordnete nicht mehr tragbar, auch wenn Hinz offensichtlich keinerlei Intention hat, zurückzutreten, denn, wie die anonyme Rechtsanwaltskanzlei erklärt:

“Das politische Engagement von Frau Hinz war und ist von Aufrichtigkeit und Integrität geprägt. Sie ist daher sehr bestürzt, nicht die Courage aufgebracht zu haben, für ihr Fehlverhalten geradezustehen.“

Die Aussage stellt so ziemlich alles auf den Kopf, was Persönlichkeitspsychologen über die letzten Jahrzehnte an wissenschaftlichen Ergebnissen zusammengetragen haben. Man kann es auf drei Aussagen zusammenfassen: Wer in einem Bereich lügt, um sich einen Vorteil zu verschaffen, der lügt auch in einem anderen Bereich. Wer dermaßen öffentlich lügt, wie dies Petra Hinz getan hat, der scheint die Schwelle zum notorischen Lügner, der die Kontrolle über seine Lügen verloren hat, genommen zu haben. Wer bestürzt über sein eigenes Verhalten ist, ist offensichtlich nicht zurechnungsfähig und muss schnellstens eingeliefert werden, vor allem dann wenn das Verhalten, das jetzt angeblich zu Bestürzung geführt haben soll, über Jahrzehnte angedauert hat.

Zwischenzeitlich wurde der erlogene Lebenslauf von Petra Hinz auf den Seiten von Bundestag.de durch den angeblich richtigen ersetzt- ohne jeglichen Hinweis – Beweisvernichtung in vollem Gang. Aber wir haben ein Gegenmittel:

Auch ein Grund, warum viele Politiker das Internet hassen.

Schließlich ist es bemerkenswert, dass man mit einem Lebenslauf, im dem ein abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaften sowie die dazugehörigen Staatsexamina, frei erfunden wurden, in der SPD bei keinem Genossen Dissonanzen auszulösen scheint. Das spricht entweder dafür, dass ein Studium der Rechtswissenschaften mit keinerlei Kompetenzen einhergeht, die den Absolventen des Studiums vom Genossen Arbeiter unterscheidbar machen oder es spricht dafür, dass man innerhalb der SPD, der Essener SPD, in vollkommener Unkenntnis darüber ist, welche Kompetenzen mit einem Studium der Rechtswissenschaft verbunden sein könnten.

Schocking!


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Gute Gründe für ein SPD Verbot

Für die öffentliche Meinungsbildung ist, wie das Bundesverfassungsgericht mehrfacht festgestellt hat, ein vielfältiges Angebot an Presseerzeugnissen ebenso wichtig wie die Pressefreiheit, die in Artikel 5 Abs. 1 Satz 2 des Grundgesetzes festgeschrieben ist. Die Aufrechterhaltung eines breiten (und natürlich vielfältigen) Angebots ist ein zentrales Motiv in vielen Urteilen des Bundesverfassungsgerichts, in denen u.a. die Rundfunkgebühren mit dem Verweis auf den entsprechenden Informations- und Bildungsauftrag öffentlicher Medien legitimiert werden. Dass auch private Medien, Zeitungen und Verlage, für die Aufrechterhaltung der Vielfalt, die für die Erzählung von der deutschen Demokratie so wichtig ist, von Bedeutung sind, ist eine Reaktion auf den Medienmogul …, nein, nicht Rupert Murdoch, sondern Alfred Hugenberg, dem vorgeworfen wird, mit seinem Medienimperium viele Deutsche so indoktriniert zu haben, dass sie zu Wählern von Hitler geworden sind.

BananenrepublikDiese Macht soll in Deutschland niemand mehr haben, so haben sich die Väter des Grundgesetzes gedacht. Deshalb haben sie die Freiheit der Presse in besonderer Form gewürdigt. Aus dem unscheinbaren Artikel 5, Absatz 1: „Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet“, ist zwischenzeitlich ein weitverzweigtes Regelungsimperium geworden, zu dem z.B. die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich gehört. Es ist hier, dass wir die SPD zum ersten Mal treffen, denn die SPD hat eine große Zahl von Medien in ihrem (Mit-)Eigentum. Tatsächlich finden sich viel mehr Medienunternehmen im (Mit-(Eigentum der SPD als Alfred Hugenberg und sein Konzern zu konzentrieren in der Lage waren. Wenn Hugenberg eine Gefahr für die Demokratie war, dann ist es die SPD mit ihrer Konzentration von Unternehmen im Medienbereich erst recht. Ein Grund, die SPD als Partei zu verbieten.

Artikel 21 des Grundgesetzes weist den Parteien eine Mitwirkung an der Meinungsbildung der Bevölkerung zu. Im Parteiengesetz (§1 Abs. 2), das die Vertreter der Parteien in eigener Sache beschlossen haben, ist aus der Mitwirkung bereits ein Einflussnehmen auf die öffentliche Meinung geworden:

“(2) Die Parteien wirken an der Bildung des politischen Willens des Volkes auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens mit, indem sie insbesondere auf die Gestaltung der öffentlichen Meinung Einfluß nehmen, die politische Bildung anregen und vertiefen …“ [der letzte Halbsatz ist übrigens die Begründung der Notwendigkeit politischer Vereine, Stiftungen genannt. Recht subtil – wenn es darum geht, die eigenen Interessen zu befördern, sind Parteienvertreter wirklich findig …]

Trotz allen Einflusses, den die Parteien auf die Meinungsbildung der Bevölkerung nach Ansicht der Parteienvertreter, die das Parteiengesetz ausgearbeitet und verabschiedet haben, nehmen sollen, steht im Parteiengesetz nichts davon, dass Parteien über Zeitungen, die auf ihrem Deckblatt den Begriff „überparteilich“ führen, den Versuch unternehmen sollen, die Leser der entsprechenden Zeitung über deren Parteilichkeit zu täuschen und in die Zustimmung zu bestimmten politischen Themen bzw. zur Wahl bestimmter Verhaltensweisen zu manipulieren.

Nebenbei bemerkt ist es ein Unding in einer Demokratie, in der angeblich alle Macht vom Volke ausgeht, eine Kaste von Parteiideologen zu installieren, deren Qualifikation keinerlei Kontrolle unterliegt und ihr die Aufgabe zuzuweisen, den Souverän, von dem alle Macht ausgeht, zu manipulieren.

Ungeachtet der Tatsache, dass selbst im Parteiengesetz kein Wort davon steht, dass Parteien Konsumenten von Medien über deren scheinbare Überparteilichkeit täuschen und zu bestimmten Einstellungen und Verhaltensweisen manipulieren sollen, geht die SPD diesen Weg. Als (Mit-)Eigentümer einer Vielzahl von Medientiteln in Rundfunk und Printmedien versucht die SPD, Einfluss auf die Einstellung und das Verhalten von Bürgern zu nehmen, ohne dass die entsprechenden Bürger das merken – wozu sonst sollte eine politische Partei Zeitungen, Radio- und Fernsehsender besitzen wollen? Das ist mit dem Grundgesetz, in dem großen Wert darauf legt, dass Bürger nicht manipuliert werden und sich eine freie Meinung bilden können, nicht zu vereinbaren. Ein weiterer Grund, die SPD zu verbieten.

Schließlich soll in Demokratien Gewaltenteilung herrschen, d.h. diejenigen, die Gesetze erlassen, sollen von denen, die Gesetze ausführen, getrennt sein. Dazu kommt, dass die Initiierung von Gesetzen nicht von denen vorgenommen werden darf, die letztlich Nutznießer von Gesetzen sind. Damit sollen mafiöse Strukturen verhindert werden, wie sie etwa darin bestehen, dass eine mächtige gesellschaftliche Gruppe, den eigenen Einfluss nutzt, um Gesetze zum eigenen Vorteil auf den Weg zu bringen, die den Rest der Gesellschaft schädigen, so wie dies z.B. beim Erneuerbaren Energiengesetz der Fall ist.

Rent Seeking SocietzGestern haben wir darüber berichtet, dass die Bund-Länder Kommission zur Medienkonvergenz, die sich am 25. März 2016 konstituiert hat und bei der es sich um ein Schattengremium handelt, von dem nur bekannt ist, dass „die Koordinierung auf Seiten des Bundes … bei Kultur- und Medienstaatsministerin Monika Grütters (CDU) liegt“, während die „rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) die Federführung für die Länder übernommen hat“.

Welche Personen mit welcher Qualifikation sich sonst noch in der Kommission finden, ist ein Geheimnis, das bislang noch der Lüftung harrt. Wie in Bananenrepubliken üblich, entscheidet ein graues Gremium über relevante Dinge des täglichen Lebens, wie z.B. das „Kartellrecht und die Vielfaltsicherung“ (übrigens unter Vorsitz des BMWi und Baden-Württembergs). Hinter beiden Begriffen versteckt sich abermals die angebliche Sorge um die Meinungsvielfalt in Deutschland, die man trefflich benutzen kann, um bestimmte gesellschaftliche Gruppen auf Kosten aller anderen zu bevorzugen.

Diesem Ziel dient derzeit die Prüfung, ob Ad-Blocker verboten werden sollen, weil das Geschäftsmodell von Verlagshäusern wie Springer oder Burda dadurch angeblich gefährdet ist. Komischerweise hat niemand nach einer staatlichen Regelung geschrien, als das Geschäftsmodell des Tante-Emma-Ladens durch Discounter und Supermärkte auf der grünen Wiese beseitigt wurde. Bei großen Verlagen ist das anders, was die oben dargelegte Bedeutung des Nepotismus und der Netzwerke zwischen in diesem Fall Politikern und Verlagsvertretern deutlich macht.

Nun will es der Zufall, dass sich viele der Medienunternehmen, die so sehr darunter leiden, dass Internetnutzer ihre Werbung nicht sehen wollen, im (Mit-)Eigentum der SPD befinden, so dass es zu der kuriosen Situation kommt, dass SPD-Vertreter in der Bund-Länder Kommission zur Medienkonvergenz darüber befinden, ob SPD-Unternehmen ein Marktvorteil dadurch verschafft werden soll, dass sie gegen Wettbewerber, die ihr Geschäftsmodell gefährden, geschützt werden. Da der Kollateralschaden eines Verbots von Ad-Blockern zum Schutz von SPD-Unternehmen darin besteht, Internetnutzern die Freiheit zu nehmen, darüber zu entscheiden, was sie auf ihrem Monitor sehen wollen und was nicht, ihnen also die persönliche Freiheit zu beschränken, zeigt sich die SPD nicht nur als Ansammlung von Opportunisten, die auf Kosten der Allgemeinheit eigene Vorteile verfolgen, sondern auch als Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung, in der die persönliche Freiheit ein besonderes Gut darstellt. Ein weiterer Grund, die SPD zu verbieten, oder wie es in Artikel 21 des Grundgesetzes heißt:

“ 2) Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig“.


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Die große Anomie: Etablierte Parteienkaninchen und die AfD-Schlange

Robert K. Merton ist u.a. für seine Anomietheorie berühmt geworden. Und wie so viele Theorien, die in die Hände von Wissenschaftlern aus der Mittelschicht gefallen sind, wird sie seither vornehmlich auf die Arbeiter- und Unterschicht angewendet, auf diejenigen, die den Mittelschichtlern fremd sind, auf Deviante, Delinquente oder in der Erweiterung durch Agnew auf Menschen, deren Versuch, im Leben Fuß zu fassen, an einer Reihe unterschiedlicher Stressoren gescheitert ist.

Es ist uns kein Ansatz bekannt, in dem die Wissenschaftler aus der Mittelschicht, seien sie Soziologen oder Politikwissenschaftler, versuchen, Merton‘s Theorie auf sich selbst und Akteure in Institutionen anzuwenden. Dabei liegt die entsprechende Nutzung der Anomietheorie so nahe, wie sie nur nahe liegen kann.

Betrachtet man z.B. den Chor der Aufgeregten, die sich mit der AfD beschäftigen, dann zeigt sich ein klassischer Anwendungsfall der Anomietheorie, denn die Vertreter etablierter Parteien, deren Abhängige bei den Medien und die sonstigen Kostgänger des etablierten Parteiensystems, sie sind anomisch, so anomisch wie das sprichwörtliche Kaninchen vor der Schlange.

culture_more than sheepMit der AfD ist die politische Welt, wie sie die Etablierten kannten, verschwunden. Dabei hatten sie sich gerade so nett darin eingerichtet. Und dann kommt die AfD, und bringt alles durcheinander. Die ganze selbstgefällige Welt des Berliner Parteiensystems, sie ist dahin. Alles steht auf einmal zur Disposition: die nepotistischen Strukturen, die man heute Netzwerke nennt, die Selbstbedienung etablierter Parteien, die man Parteienfinanzierung nennt, die selbstverliebte Ignoranz und die paternalistische Selbstherrlichkeit gegenüber den Wählern, die man glaubt, belehren zu können, ganz so, als könnte ein Politiker mit abgebrochenem Studium einen Unternehmer, einem Selbständigen, einem Handwerker oder einem Arbeiter etwas sagen, was der nicht selbst viel besser weiß. All das ist zu ende. Die Gesellschaft wandelt sich.

Wandel erfordert Anpassung, erfordert neue Ideen, neue Techniken, neue Strategien. Die etablierten Parteien, sie haben weder neue Ideen noch neue Techniken, geschweige denn neue Strategien. Sie sind Modernisierungsverlierer:

Die SPD versucht das Gespenst der AfD dadurch zu bannen, dass gesellschaftlicher Neid geschürt wird. Dabei sollen die Armen instrumentalisiert und gegen die Reichen, die steuerflüchtigen Reichen in Stellung gebracht werden. Das besonders Pikante daran: Die SPD scheint selbst zu den Steuerflüchtigen zu gehören, sie nutzt Steuerlücken, um die Gewinne ihres Firmenimperiums nicht im Rechenschaftsbericht der Partei auftauchen zu lassen und betreibt scheinbar eine Briefkastenfirma in Hong Kong.

Die CDU und die CSU versuchen sich als starke Männer aufzubauen, als harte Kerle, die hohe Integrationshürden errichten, um sicherzustellen, dass sich die vielen Flüchtlinge auch so in die deutsche Gesellschaft integrieren, dass man sie nicht mehr sieht. Erinnern Sie sich noch an die letzte Asyldebatte in den 1990er Jahren, als die Zahl der Asylbewerber, die nach Deutschland kamen, sehr hoch war: Andere Zeit, selbe Politik. Die CDU und die CSU, sie erweisen sich als ideen-, saft- und kraftlos.

Die Grünen, die Grünen sind das, was man als den Prototyp faschistischer Parteien ansehen kann. Ihre Reaktion auf neue Herausforderungen besteht darin, sich an das Gegebene zu klammern, jeden Wandel zu verweigern und die neue Herausforderung als faschistisch, extremistisch und in jedem Fall bösartig zu bezeichnen, immer in der Hoffnung, die Herausforderung, im vorliegenden Fall die AfD, ließe sich dadurch beseitigen. Die Grünen, sie glauben offensichtlich an die Macht apotropäischer Wortmagie, wie Dr. habil. Heike Diefenbach regelmäßig feststellt. Es gibt wenig Belege dafür, dass die entsprechende Wortmagie z.B. außerhalb der Gesellschaft der australischen Aborigines Wirkung zeigt, aber die Grünen glauben ja auch an die heilende Kraft des Windes und der Sonne. Wir sagen nur: Sturmtief Elvira!

Die LINKE hat mit der AfD vielleicht die geringsten Probleme, was eine Folge davon sein kann, dass die LINKE vornehmlich mit sich selbst beschäftigt ist.

Alle etablierten Parteien sind mit einer neuen Situation konfrontiert, die die Erreichung ihrer jeweiligen Ziele gefährdet. Entsprechend müssen sie reagieren und in der Theorie von Merton sind fünf Möglichkeiten der Reaktion vorgesehen. Merton nennt sie Anpassungstypen, um deutlich zu machen, dass die Erreichung von Zielen die Anpassung der eigenen Mittel voraussetzt.

Konformität, Ritualismus, Apathie, Innovation und Rebellion, das sind die fünf Anpassungstypen. Konformität wäre schlichte Resignation angesichts der Tatsache, dass es nunmehr mit der AfD eine neue Partei gibt. Konformität scheidet aus. Innovation würde neue Ideen und neue Technologien und neue Strategien voraussetzen, die genutzt werden, um der Herausforderung durch die AfD zu begegnen. Neue Ideen? Neue Technologie? Neue Strategien? Bei etablierten Parteien? Fehlanzeige. Innovation scheidet aus. Rebellion ebenso, denn Rebellion setzt ein Aufbegehren gehen die herrschenden Verhältnisse voraus. Etablierte Parteien haben sich die herrschenden Verhältnissen gerade so schön eingerichtet. Sie und ihre Kostgänger profitieren davon. Also auch keine Rebellion.

10 down.jpgEs bleiben Apathie und Ritualismus. Letzteren findet man bei der SPD, die wieder die Neidkarte auspackt und versucht, die Gesellschaft in Neider und Beneidete zu spalten. Man findet ihn bei der CDU/CSU, deren Vertreter immer noch glauben, es gäbe in Deutschland jemanden, der ihnen abnimmt, sie hätten die Flüchtlingskrise im Griff. Apathie findet man bei den Grünen, die angesichts der neuen Herausforderung durch die AfD nichts anderes als Reaktionsmuster haben, als Beschimpfung und Verweigerung des Dialogs und somit interessanterweise dieselben Reaktionsmuster, die große Teile der institutionalisierten Sozialwissenschaft auszeichnen. Einzig die LINKE entzieht sich einer Einordnung in die Mertonschen Anpassungstypen. Hier muss man wohl warten, bis die innerparteilichen Nicklichkeiten ein Ende gefunden haben.

In jedem Fall lässt sich feststellen, dass keine der etablierten Parteien bislang eine Antwort auf die Herausforderung gefunden hat, die die AfD darstellt. Entsprechend stehen sie in der Gefahr, aus dem politischen Leben zu verschwinden, mit ihren Wählern auszusterben. Das Projekt 10%, das die SPD derzeit verfolgt, ist dafür ebenso ein Beleg wie das Projekt, weniger als 30%, an dem die CDU/CSU arbeitet. Und so richtig sieht man nicht, woher die Ideen kommen sollen, die die etablierten Parteien aus dem Schlamassel, in das sie mit dem Auftauchen der AfD geraten sind, zu befreien. Das eben ist das Problem von Netzwerken: Isomorphie. DiMaggio und Powell (1983) haben sie ausführlich beschrieben: In Netzwerken wird dasselbe gedacht, es gelten dieselben Normen, die Leute werden sich immer ähnlicher, tragen dieselben Klamotten, äußern die selben Gedanken, imitieren diejenigen, die scheinbar erfolgreich sind und arbeiten auf diese Weise emsig am gemeinsamen Projekt: Bedeutungslosigkeit. Neue Ideen kommen unter mimetisch Konvergenten nicht vor. Es ist geradezu das Markenzeichen einer Isomorphie, die die Netzwerke der etablierten Parteien zur geballten Ladung Langeweile der Nachplapperer hat werden lassen, dass die Netzwerker genau eines nicht haben: Ideen. Ideen, Innovationen, Neuerungen, sie sind ihnen so fremd, wie dem Uranus das flüssige Wasser. Und so kommt es, dass etablierte Parteien, das, was sie am nötigsten brauchen, schon deshalb nicht haben, weil die Nachzugseffekte der Mittelmäßigkeit dazu geführt haben, dass sie genau das ausgeschlossen haben: neue Ideen!


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SPD will Ariernachweis für Vermögen

Derzeit kann man am Beispiel von Venezuela beobachten, wie Sozialisten versuchen, sich mit mehr Druck, Gewalt, Kontrolle und Verboten gegen eine wirtschaftliche Katastrophe zu stemmen, die dadurch entstanden ist, dass die nämlichen Sozialisten mit damals noch etwas weniger Druck, Gewalt, Kontrolle und Verboten versucht haben, das, was sie für eine gute Gesellschaft halten, durchzusetzen. Das Beispiel von Venezuela zeigt, dass Sozialismus nur ein Ergebnis hat: die totale Gesellschaft, den Totalitarismus in totaler Armut.

Venezuela socialismScheinbar ist das Beispiel Venezuelas so anziehend, dass die SPD versucht, das Modell auf Deutschland zu übertragen. In Deutschland haben Sozialisten nämlich auch ein Problem. Menschen sind der Meinung, das Geld, das sie mit ihrer Arbeit verdienen, gehöre ihnen und nicht dem Staat. Und weil dem so ist, und der deutsche Staat seinen Bürgern von einem Euro so wenig lässt, wie kaum ein anderer Staat auf diesem Planeten, deshalb arbeiten Bürger am Staat vorbei, deshalb erfinden sie den Tauschhandel neu und deshalb bringen sie ihr Eigentum, ihr Geld vor dem Staat in Sicherheit. Das wiederum passt der SPD nicht, denn die Genossen sind, wie alle Sozialisten der Ansicht, privates Eigentum sei nur so lange privat, so lange es die Sozialisten nicht für sich und zur Verteilung beanspruchen.

Und das tun sie jetzt, wie die FAZ berichtet hat und die ARD heute berichtet. Vermögen, das Deutsche auf Konten im In- und Ausland haben, Vermögen, das aufgrund der Politik der Europäischen Zentralbank täglich weniger wird, soll an eine Nachweispflicht gekoppelt werden: Die Herkunft der 10.000 Euro, die Opa Eugen auf seinem Sparkonto hat, sie ist lückenlos aufzuklären, wenn es nach den Genossen geht, die ein Zehn-Punkte-Papier verbrochen haben, das als Initiativantrag gedacht ist. Wenn Opa Eugen den, wie man sagen könnte: Ariernachweis für sein Geld nicht führen kann, dann ist er es los. Wenn er also partout der Ansicht ist, es ginge die SPD nichts an, wo die 10.000 Euro herkommen, dann ist er schon enteignet, denn, wie gesagt: Dass er denkt, die 10.000 Euro seien sein Eigentum ist ein Irrtum. Sie sind derzeit sein Eigentum und auch nur vorbehaltlich der Geltendmachung der sozialistischen Eigentumsrechte durch die SPD.

Was also tun, wenn man den Ariernachweis für das eigene Geld nicht führen will? Nun, auch hier weiß die SPD Rat. Gründen Sie ein Unternehmen in Hongkong, so wie es die Genossen über ihr Satellitenunternehmen ddvg in Voraussicht ihres geplanten Ariernachweises getan haben, namentlich die Cavete Global Limited, und schieben Sie ihr Geld nach Hongkong, dort muss man keine Ariernachweise für Geld führe. Die Genossen wissen das.


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Daimler spendet je 100.000 Euro für CDU und SPD: Warum?

Ökonomen und nicht nur sie haben die Angewohnheit, ökonomisches Verhalten rational zu erklären, also mit einem Grund. Jeder, der etwas tut, der tut dies, weil er einen Grund dafür hat: Wer bestimmte Waren kauft, tut dies, weil er eine Verwendung für die entsprechenden Waren hat. Wer an Börsen spekuliert, tut dies, weil er sich einen Profit davon verspricht. Wer einen Bewerber einstellt, tut dies, weil er denkt, der Bewerber ist der beste aus einem Pool von Bewerbern und der mit der höchsten Wahrscheinlichkeit, für das Unternehmen produktiv zu sein usw.

Aber warum spenden Unternehmen politischen Parteien 100.000 Euro? Warum z.B. spendet die Daimler AG in Stuttgart je 100.000 Euro an die CDU und die SPD?

Daimler SpendeWenn man davon ausgeht, dass die Verantwortlichen bei der Daimler AG rationale Akteure sind, die das Geld ihres Unternehmens nicht nach Lust und Laune aus dem Fenster werfen, dann bleiben, um mit Max Weber zu sprechen, zwei Möglichkeiten: die 100.000 Euro haben eine wertrationale oder eine zweckrationale Begründung.

“Rein wertrational handelt, wer ohne Rücksicht auf die vorauszusehenden Folgen handelt, im Dienst seiner Überzeugung von dem, was Pflicht, Würde, Schönheit, religiöse Weisung, Pietät oder die Wichtigkeit einer ‚Sache‘ gleichviel welcher Art ihm zu gebieten scheinen. Stets ist (…) wertrationales Handeln ein Handeln nach den ‚Geboten‘ oder gemäß ‚Forderungen‘, die der Handelnde an sich gestellt glaubt“. (Weber, 1988: 566).

Wir gehen einmal davon aus, dass es weder ein Gebot „Du sollst der CDU und der SPD 100.000 Euro spenden“ noch eine entsprechende Forderung gibt und nehmen zudem an, dass es bei der Daimler AG auch niemanden gibt, der sich einbildet, es gäbe dieses Gebot bzw. diese Forderung und er würde entsprechend auf höhere Weisung spenden.

Somit bleibt die Spende als zweckrationale Handlung, mit der ein Zweck verfolgt wird:

“Zweckrational handel, wer sein Handeln nach Zweck, Mittel und Nebenfolgen orientiert und dabei sowohl die Mittel gegen den Zweck, wie die Zwecke gegen die Nebenfolgen, wie endlich auch die verschiedenen möglichen Zwecke gegeneinander rational  a b w ä g t.“ (Weber, 1988: 566)

Somit wäre mit den 100.000 Euro ein Zweck verbunden, der in seinem Wert für die Daimler AG alle anderen Zwecke, die man mit 100.000 Euro erreichen kann, übersteigt, und es wäre ein Zweck, der der Daimler AG einen Nutzen erbringt, denn ansonsten wären die 100.000 Euro aus dem Fenster geworfen, und da es sich bei der Daimler AG um eine Aktiengesellschaft handelt, müsste man davon ausgehen, dass die 100.000 Euro aus dem Kapital der Daimler AG veruntreut wurden.

Weber WissenschaftslehreDa die Vorstände und der CEO der Daimler AG aber vor der Aktionärsversammlung über die Verwendung des Unternehmenskapitals und darüber, welche Rendite die Verwendung erbracht hat, Rechenschaft ablegen müssen, bleibt nur die Möglichkeit, dass mit den 100.000 Euro ein politischer Gefallen eingekauft wurde, schon weil mit den 100.000 Euro kein Imagegewinn verbunden ist, wie er z.B. im Rahmen von Corporate Social Responsibility zu erreichen wäre, z.B.: wenn die Daimler AG dem Bund für Naturschutz 100.000 Euro spendet, um einen naturschutzbundeigenen Spielplatz zu bauen. Das, so denken Marketers in Deutschland, fördert das Unternehmensimage. Parteienspenden tun das nicht. Spenden an Parteien tun das Gegenteil: Sie schaden dem Image des Unternehmens.

Warum?

Nun, weil die einzige Möglichkeit, die am Ende dieser Argumentation durch Ausschluss nicht zutreffender Alternativen übrig bleibt, die ist, dass die Daimler AG sich mit den 100.000 Euro einen politischen Gefallen kauft. Dann machen auch die gleichzeitigen Spenden an CDU und SPD Sinn, denn beide agieren ja gemeinsam in einer großen Koalition (gemessen an den Umfragewerten eher eine schrumpfende Koalition).

Die Frage: Warum spendet die Daimler AG je 100.000 Euro an CDU und SPD kann also damit beantwortet werden, dass man sich bei der Daimler AG damit einen politischen Gefallen einkaufen will, der sich dadurch auszeichnet, dass CDU und SPD ihn nur zusammen gewähren können. Das ist natürlich keine Bestechung. Im Zusammenhang mit Parteien gelten die normalen Regeln des Strafgesetzbuches nicht. Es ist auch keine Korruption, es ist einfach nur die Unterstützung der Parteien bei ihrer grundgesetzlich festgeschriebenen Aufgabe, die Willensbildung des Volkes anzuschieben. Und wenn man schieben will, dann stellt sich immer die Frage, in welche Richtung? Zum Glück gibt es Unternehmen wie die Daimler AG, die den Parteien die Richtung vorgeben, sie in die richtige Richtung schubsen, per Spende.

Und das muss man regelmäßig tun, wie ein Blick durch die Geschichte der Spenden der Daimler AG an CDU und SPD zeigt. Offensichtlich gibt es einen Dauer-Spendenauftrag, denn die Daimler AG hat

  • im Mai 2015 an CDU und SPD je 100.000 Euro gespendet,
  • im April 2014 an CDU und SPD je 100.000 Euro gespendet,
  • im April 2013 an CDU und SPD je 100.000 Euro gespendet,
  • im Mai 2012 an CDU und SPD je 150.000 Euro gespendet,
  • im August 2011 an CDU und SPD je 150.000 Euro gespendet,
  • im Mai 2010 an CDU und SPD je 150.000 Euro gespendet,
  • im Juni 2009 an die CDU 200.000 Euro an die SPD 150.000 Euro gespendet,
  • im Juni 2008 an CDU und SPD je 150.000 Euro gespendet,
  • im März 2007 an CDU und SPD je 150.000 Euro gespendet,
  • usw.

2.65 Millionen Euro hat die Daimler AG seit 2007 an CDU und SPD gespendet. Worin die konkreten politischen Gefallen bestehen, die dafür eingekauft wurden, darf sich jeder selbst überlegen. In jedem Fall ist es sicher nicht falsch festzustellen, dass die Daimler AG ein Groß-Aushälter von CDU und SPD ist, der dafür sorgt, dass die Schatzmeister beider Parteien mit fixen Einnahmen von mindestens 100.000 Euro pro Jahr rechnen können.


Wenn Sie jetzt vor lauter Spenden nicht mehr wissen, wohin mit Ihrem Geld, dann spenden Sie doch einfach an ScienceFiles. Bei uns bekommen Sie zwar keine politischen Gefallen, aber wissenschaftliche Aufklärung u.a. darüber, wo man politische Gefallen zu welchem Preis kaufen kann.

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