Kann man Unsinn steigern? Man kann: 253.000 Euro für die Erforschung von Unsinn

Die Internetsucht, als Witz des US-amerikanischen Psychiaters Ivan P. Goldberg gestartet, hat es mittlerweile zur Einnahmequelle für Psychiater, Psychologen und Sozialforscher geschafft. Offensichtlich ist kein Unsinn groß genug, als dass er nicht herhalten könnte, um ein eigenes Auskommen zu erzielen. Jeodch gibt es nach wie vor weder eine gesicherte Diagnostik für Internetsucht (auch die Aufnahme von Internetsucht als Störung in das DSM V hat daran nichts geändert) noch gibt es Befunde, die es rechtfertigen würden, Internetsucht als existent anzunehmen und schon gar nicht gibt es geteilte Kriterien, die genutzt werden können, um Internetsucht, so es sie denn gibt, zu messen. Versuche, Internetsucht zu quantifizieren, enden regelmäßig mit hoch ambivalenten Ergebnissen und erklären zwischen 0.8% (Poli & Agrime, 2012) und 15,1% (Sasmaz et al., 2013) der jeweiligen Bevölkerung zu Internetsüchtigen.

iNTERNETSUCHTOb der Begriff der Internetsucht irgend eine Widerspiegelung in krankhaftem Verhalten innerhalb der Bevölkerung findet, ist also höchst fraglich. Zumal: Die Diagnose oder Messung von Internetsucht, z.B. über die Compulusive Internet Use Scale (CIUS) ist nicht gerade das, was man als methodisch valide und reliabel bezeichnen würde. Die Messung der Sucht erfolgt über eine Reihe von Items (siehe Abbildung), die alle auf einer Skala von 0 “nie” bis 4 “sehr häufig” von den Befragten zu beantworten sind. Die Skala der Internetsucht umfasst 14 Items, so dass jeder, der die Fragen beantwortet hat, rein rechnerisch und dann, wenn er immer 4 “sehr häufig” gesagt hat, auf 56 Punkte kommen kann. Die Frage, die sich nunmehr mit der Skala verbindet, ab wievielen Punkten ist ein Befragter krank, nein süchtig?

Dies ist eigentlich eine absurde Frage, denn zunächst wäre natürlich zu klären, ob die Skala überhaupt eine Krankheit oder Sucht misst, aber wenn es darum geht, sich selbst ein Auskommen zu verschaffen und Dritten eine Krankheit einzureden, dann sind solche Fragen belanglos und können übergangen werden. Folgilch hat das Bundesministerium für Gesundheit 252.960 Euro aus Steuermitteln verschwendet, damit Wissenschaftler an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität zu Lübeck nicht nur von September 2011 bis März 2013 ein erkleckliches Einkommen hatten, sondern die Universität auch mit eingeworbenen Drittmitteln prahlen konnte.

Genutzt wurden die 252.960 Euro dazu, Internetsucht per Telefon zu erfragen. Die Frage, ob zu langes Telefonieren süchtig machen kann, hat im Projekt offensichtlich keine Rolle gespielt. 15.024 Personen im Alter zwischen 14 und 64 Jahren wurden in der ersten PINTA Studie zur Erfassung von Internetsucht telefonisch und zuweilen an ihrem Handy befragt. Herausgekommen ist, dass hochgerechnet angeblich 560.000 Personen in Deutschland internetsüchtig sein sollen und dass die Zeit, die am Computer verbracht wird, und zwar mit Online-Computerspielen oder mit Aktivitäten in sozialen Netzwerken hauptverantwortlich für Internetsucht ist.

internet-addictionWer geglaubt hat, diesen Unsinn könne man nicht mehr steigern, der sieht sich getäuscht. In PINTA-DIARI, der Folgeuntersuchung zu PINTA I wurden nun 160 Personen intensiv befragt und untersucht und herausgekommen ist, dass 560.000 Personen in Deutschland internetsüchtig sein sollen und dass die Zeit, die am Computer verbracht wird, und zwar mit Online-Computerspielen oder mit Aktivitäten in sozialen Netzwerken hauptverantwortlich für Internetsucht ist. Ja. Und außerdem haben die Wissenschaftler festgestellt, dass man die Werte der CIUS (Sie erinnern sich, maximal waren 56 Punkte zu erreichen) am besten in zwei “cut-off points” unterteilt und sagt: Für den “Zweck der Fallfindung” sind 24 Punkte sinnvoll (warum auch nicht), für epidemiologische Zwecke … wird ein Cut-off von 30 [Punkten] empfohlen” (warum auch nicht).

Wollen Sie wissen, ob Sie internetsüchtig sind? Nnn, dann beantworten Sie die Fragen in der Skala und addieren Sie die jeweilige Punktzahl pro Frage. Die Summe sagt Ihnen dann, ob sie zum Psychologen gehen sollte, um ihm Ihr Leid zu klagen (aber bitte nicht Psychologengesprächssüchtig werden), das ist von 24 bis 29 Punkten der Fall oder ob Sie sich besser in eine psychiatrische Klinik zum Entzug einliefern (ab 30 Punkte). Ich habe natürlich ein “wichtiges” Ergebnis vergessen, das PINTA-DIARI erbracht hat:

Geld aus dem Fenster werfenWer Internetsüchtig ist, der zeigt Beeinträchtigungen z.B. im Sozialleben und bei der Arbeit im Haushalt. Nun ist dieses Ergebnis nicht verwunderlich, denn die CIUS, deren Items die Lübecker Forscher hier offensichtlich vergessen haben (vermutlich weil Sie die Telefoninterviews nicht selbst durchgeführt haben), fragt u.a.: Wie häufig bevorzugen Sie das Internet, statt Zeit mit anderen zu verbringen, z.B. mit ihrem Partner, Kindern, Eltern, Freunden? Die vermeintliche Beeinträchtigung ist also bereits Teil der abhängigen Variable, dass eine unabhängige Variable “Beeinträchtigung des Soziallebens”, dann mit der abhängigen Variablen korreliert, ist beruhigend, denn wenn man etwas mit sich selbst korreliert und es kommt kein Zusammenhang heraus, dann wäre etwas hochgradig faul.

Wie gesagt 252.960 Euro wurden für diesen Unsinn ausgegeben, um der Gilde der Psychologen und Psychiater eine neue Einnahmequelle zu schaffen und natürlich um politisches Kapital daraus zu schlagen. Und wie immer, wenn es um Sucht geht, darf Mechthild Dyckmans vor die Presse und ich frage mich zunehmend, welche Qualifikation Dyckmans eigentlich den Posten als Drogenbeauftragte eingebracht hat, denn zuweilen lesen sich ihre Statements wie Aussagen, die unter Drogeneinfluss abgegeben wurden. So weiß sie zu PINTA-DIARI das Folgende zu sagen:

“Die Studie bestätigt, dass die auf Computerspieler zugeschnittenen Präventions- und Therapieangebote ausgebaut und weiter entwickelt werden müssen. Die Hilfsangebote müssen außerdem um spezielle Angebote für weibliche Internetabhängige und Nutzer von sozialen Netzwerken ergänzt werden. Die Gefahr, bei der Nutzung von Sozialen Netzwerken ein exzessives und abhängiges Verhalten zu etwickeln, muss künftig besser ins Blickfeld genommen werden.”

Ich stimme völlig mit Dyckmans überein. Die Gefahr, die von der Nutzung von sozialen Netzwerken ausgeht und die sich in exzessivem und abhängigem Verhalten äußert, ist nicht zu unterschätzen. So bewegt sich Dyckmans täglich im Netzwerk der Beschäftigten ihrer Drogenbeauftragten-Administration, Sie hat vermutlich täglich Kontakt mit ihrem politischen Netzwerk, den Parteifreunden, Anhängern und Gleichgesinnten, wird regelmäßig von Vertretern besorgter Interessenverbände, z.B. arbeitsloser Psychiater und unterbeschäftigter Psychologen zu sozialen Netzwerktätigkeiten wie Essen und Vortrag halten eingeladen und dann hat sie vermutlich noch Familie und das ergibt dann einen sozialen Overload. Nur so ist das reflexhaft exzessive Rufen nach Therapieangeboten, nach Hilfsangeboten und nach speziellen Angeboten für, na wen wohl, natürlich: für weibliche Internetabhängige zu erklären.

Noch einmal zur Erinnerung: Ob es Internetsucht gibt, ist mehr als strittig. Was mit Skalen wie der Compulsive Internet Use Scale eigentlich gemessen wird, weiß so richtig niemand. Der Cut-off Point, ab dem die Internetsucht festgestellt wird, ist beliebig und sollte nach meiner Ansicht bei 55 liegen und schließlich und zum Genießen, eine Passage aus dem Kompaktbericht (PINTA-DIARI):

“Während in älteren Studien deutlich mehr männliche Befragte eine Internetsucht aufwiesen, gab es in der PINTA-Studie insgesamt eher geringe und nicht signifikante Unterschiede zwischen Männern (1,2%) und Frauen (0,8%) …Frauen zeigten eine stärkere Gefährdung durch Soziale Netzwerke, männliche Teilnehmer eher durch Computerspiele” (2-8).

Wer also eine Idee für eine unsinnige Forschung hat, jetzt ist der Zeitpunkt, sie bei der Drogenbeauftragten als Antrag einzureichen.

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23 Responses to Kann man Unsinn steigern? Man kann: 253.000 Euro für die Erforschung von Unsinn

  1. a.behrens says:

    Ich bin eindeutig schlafsüchtig und brauche wohl eine Therapie.

    Zum Beispiel dritte Frage, bei der meine Umwelt versucht mich von meinem Tun abzuhalten. Meine Frau sagt regelmäßig “Aufstehen! Frühstück ist fertig!”. Oder die neunte Frage: Ich versuche jeden Abend ohne Schlaf auszukommen. Klappt aber nie. Oder die letzte Frage: Ja, wenn ich meinen Schlaf nicht bekomme dann bin ich unruhig, frustriert und gereizt.

    @Sciencefiles: Jetzt fühle ich mich endlich verstanden und weiß was mit mir los ist.

    @All: Falls noch jemand betroffen ist: Wir könnten uns im Rahmen einer Selbsthilfegruppe zusammentun und gucken ob wir irgendwo ne Viertel Million zusammenschnorren…

  2. Es wäre einfach nur lächerlich, wenn nicht an anderer Stelle Geld fehlen würde. Anstatt immer weitere, nichtstoffliche Suchterkrankungen zu kreieren, sollte, nein müsste man längst in die Erforschung neuer Therapiemethoden bei stoffbezogener Sucht investieren. Untragbar hohe Rückfallquoten im Bereich Alkoholentwöhnung werden seit Jahrzehnten ignoriert. Auf dem Weg zu Mechthild Dyckmanns wird das vorgewaschene Zahlenmaterial weichgespült und so lange gewaschen, bis es für den jährlichen Suchtbericht vorzeigbar scheint. Dabei scheint es niemanden zu stören, dass es in Deutschland bis heute einen einzigen Lehrstuhl für Suchtforschung gibt. Der steht seit 1999 in Mannheim und erfüllt im wesentlichen, eine für den Inhaber und Mechthild Dyckmanns, komfortable und kostengünstige Alibifunktion. Bis auf die revolutionäre Aussage, „Sucht ist mehrdimensional“, kein signifikanter Erkenntnisgewinn.

  3. A.S. says:

    Ich bin eindeutig Geldsüchtig. Um diesen Stoff zu bekommen vernachlässige ich mein soziales Umfeld fast jede Tag für viele Stunden. Tatsächlich dominiert der Beschaffungsaufwand den Großteil meines Lebens. Alles leidet darunter, Hobbys, Essverhalten, jeden Morgen muss ich unausgeschlafen aus dem Bett, selbst die Gesundheit, schließlich muss ich auch bei schlechtem Wetter außer Haus gehen.
    Aber da hätte ich eine Therapie: Einfach jeden Monat 5000Eur verschreiben lassen, dann wär ich sofort suchtfrei.

  4. heureka47 says:

    ALLES und JEDES kann Gegenstand von Sucht werden in einer nicht wahrhaft gesunden Gesellschaft, in der das Sucht-Potenzial, die Anfälligkeit für Sucht bzw. Abhängigkeit normal – mehrheitsnormal – ist.

    Der typische zivilisierte Mensch ist ENTFREMDET, wie wir wissen, und zwar in der Hauptsache SELBST-entfremdet, also entfremdet von sich selbst, von seinem “wahren Selbst”, von seinem “Wesenskern”, seiner Seele, von seiner wahren Identität, von seinem wahren Sein. Das ist auch der Grund dafür, daß so viele “erwachsene” Menschen den “Sinn des Lebens” nicht erkannt haben bzw. noch suchen bzw. innerlich gespalten / im Zweifel sind. “Sinn-Krise” oder “midlife-crisis” oder ähnliche Dinge sind also nur zu gut verständlich.

    Der (selbst-)entfremdete Mensch der zivilisierten Gesellschaft lebt nicht im inneren Frieden, nicht in “Zufriedenheit”, lebt nicht im Bewußtsein der wahren Liebe (fühlt sich nicht wirklich, nicht bedingungslos geliebt / angenommen usw.) und ist folglich ständig auf der Suche nach Befriedigung dieses Bedürfnisses / Behebung des Mangels. Daraus speist sich das Potenzial für alle Arten von Sucht und Abhängigkeit(en). Wie auch Lechler schrieb: “Nicht die Droge ist’s, sondern der Mensch”. Aber eben nicht “der Mensch” generell, sondern nur der gestörte / kranke, nicht mit sich selbst verbundene, Mensch. Wie man die Störung / Krankheit nennen will, ist dabei eine sekundäre Frage. Ich nenne sie – in Anlehnung an die in der Soziologie bekannte “Kollektive Neurose” die “Kollektive ZIVILISATIONS-Neurose”.

    Ich schreibe darüber seit 1992 und greife dabei nicht nur auf vorgefundene Literatur zurück, sondern auch auf meine eigenen praktischen Erfahrungen am eigenen Leibe und in meinem Umfeld. Durch meine schwere Krise 1987 (mit 40) mit Suizidabsicht, durch die zwei Suizide meiner jüngeren Brüder und durch meine eigene Heilungsgeschichte seitdem sowie durch meine Erfahrungen als ehrenamtlich Engagierter / Aktiver in der Selbsthilfebewegung Psychiatrie-Erfahrener habe ich zu meinen heutigen Erkenntnissen gefunden.

    “Internet-Sucht” muß folglich überhaupt nicht als “Witz” aufgefaßt oder kritisiert werden. Wer von der Kollektiven Neurose befallen und beeingträchtigt ist – und wer in der zivilisierten Gesellschaft wäre das nicht (außer den sehr wenigen konkret Geheilten!) – ist auch mehr oder weniger anfällig für Sucht bzw. Abhängigkeit. Wobei auch “Wissenschaft” der Gegenstand von Sucht / Abhängigkeit sein kann – und es wohl oft auch ist.

  5. awmrkl says:

    Hey A.S.

    wahrscheinlich bin ich co-abhängig, jedenfalls geht es mir *exakt* genauso wie Dir.

    Und ja, auch für mich wäre die Verschreibung von ca. 5000€/Monat (eher großzügig mehr!) eine große Entlastung, wenn nicht gar der Abschied von meiner Beschaffungskriminalität

    Wer verschreibt mir das? Und möglichst langfristig? Und wenns geht, bis zu meinem Lebensende?

    • A.S. says:

      Wir müssten einen Interessensverein der Geldsüchtigen gründen und staatliche Hilfe fordern. Schließlich ist die Gesellschaft schuld an unserer Sucht, wir sind Opfer.
      Vieleicht helfen ja die Linken:)

      • heureka47 says:

        Da ist wohl was wahres dran.
        Aber jeder hat auch die Möglichkeit der grundlegenden Heilung incl. des Aufstiegs zu seiner höheren Bewußtseins-Ebene und des dortigen bedingungslosen Glücklichseins.

        Und diese – wahre – Heilung (etwas grundlegend anderes als die Psychiatrie versteht) braucht keine Medikamente oder Operationen, braucht überhaupt keine (“Schul”-)Medizin oder Wissenschaft, kostet überhaupt kein Geld, sondern nur das Loslassen der Unwahrheit und das Annehmen der Wahrheit; das Loslassen der Angst und das Annehmen der höheren Kraft / Qualität, die jede Angst auflöst und entbehrlich macht, das Loslassen der kindestypischen Identitätsvorstellung und das Annehmen der WAHREN Identität, der nicht primär materiellen (“grobstofflichen”) Identität, sondern FEINstofflichen, geist-energetischen.

        Die bekannte “Entfremdung” des modernen / zivilisierten Menschen besteht wesentlich darin, daß ihm seine wahre Identität fremd geworden ist – und im Falle unserer Vorfahren, der Germanen / Teutonen usw., durch die Römer fremd GEMACHT worden ist. Indem man ihnen ihre Gottes- und Identitätsvorstellung(en) mit Gewalt austrieb und eine andere überstülpte und die gesamte Bevölkerung in ein Dauerbad von Angst und Unsicherheit tunkte. Und in dieser Tunke marinieren wir immer noch. Wir sind schon so mürbe, daß wir schon zerfallen…

        • A.S. says:

          Ich frage mich gerade ob das eine Satire sein soll wie die Beiträge von awmrkl und mir?
          Der Glaube an „wahre Heilung“ durch „das Annehmen der höheren Kraft/Qualität„ sind Dekadenzerscheinungen einer Überflussgesellschaft in der existenzielle Probleme fehlen. Es gibt in jeder Gesellschaft eine Teilmenge die
          a) ihre Existenz nicht selber bestreiten muss,
          b) offene Fragen nicht aushält und daher ohne Glauben nicht auskommt und
          c) (aus a) folgend) keine Aufgabe hat, aber die Sinnlosigkeit der eigenen Existenz nicht aushält.
          d) Keinerlei Kenntnis von Wissenschaft hat und daher nicht weiß, dass Natur nicht Leben, sondern (meist grausamer) Tod bedeutet. Wissenschaft und Technik ist für diese Antiintellektuellen nur noch als potentielle Gefahr, als Entfremdung vom Reinen denkbar.
          Dass wir keine Alterspyramide mehr haben, dass der Tod eines Kindes noch vor 100 Jahren Normalität war und erst seit kurzem Familientragödie ist, dass wir immer länger leben usw. nehmen diese Menschen als selbstverständlich hin und begreifen nicht wem sie das zu verdanken haben. Im Gegenteil!
          Wenn diese Menschen sich als aufgeklärt empfinden und daher die etablierten Religionen ablehnen landen sie in der Esoterik und glauben an den oben genannten Blödsinn.

          Ich hoffe das ist Satire und meine Antwort sinnlos.

  6. Besorgter says:

    Manche scheinen hier konsenssüchtig zu sein, um eine soziale Gruppenzugehörigkeit zu generieren. Wie immer wird hier die veranschlagte These vorbehaltlos übernommen, denn wir sind ja auf sciencefils.org.

    Dass die Zahl und Schwere der Internetsüchtigen wohl übertieben dargestellt wird, darüber kann man reden. Aber per se die Internetsucht zu leugnen ist, meiner Erfahrung nach, nonsens. Da ich selbst mit dem PC, im gesunden Verhältnis, groß geworden bin, kenne ich die Gamerszene und weiß dass es mit Sicherheit Süchtige gibt. Am deutlichsten konnte man dies bei WOW (World of Warcraft) beobachten. Da gibt es Leute die nicht mehr Campen gehen wollten, weil sie dort keine Möglichkeit hatten zu zocken. Leute die tagelang unausstehlich waren und/oder nicht mehr schlafen konnten, weil ihnen der Account gesperrt wurde. Leute die deswegen den Schulunterricht schwänzten. In China ist ein Jungendlicher mal gestorben weil er 4 Tage ununterbrochen in einem Internetcafe saß und dehydriert ist – Herzversagen.

    Somit stimme ich mit heureka47 vollkommen überein, dass Sucht wohl nur andere Probleme kompensieren soll. Nur bei diesem Ausspruch muss man noch auf eine andere Art differenzieren: “Nicht die Droge ist’s, sondern der Mensch”. Oft gilt das bei bestimmten Drogen nur für den Einstieg, denn irgendwann, wenn die körperliche Abhängigkeit kritische Ausmaße annimmt und das Hirn Matsch ist, übernimmt die Droge (Heroin) die Oberhand.

    • Wenn, das, was im letzten Absatz steht, stimmt, dann folgt daraus, dass es keine Internetsucht gibt, weil Internetsucht ein eigenständiges und kein moderierendes Phänomen ist (logisch ne, ja, wir sind auf ScienceFiles…). Und wenn ich das mal weiterswebe, dann stelle ich fest, dass es auch eine “an Begriffe glauben Sucht” gibt. Da kommt jemand und wirft den Begriff “Internetsucht” in den öffentlichen Raum, ein anderer behauptet, er habe Internetsucht gemessen und schon gibt es eine Zahl von Leuten, die das glauben und in ihrer näheren Umgebung auch noch Beispiele finden, die das angeblich belegen. Dass ein Fernbleiben von der Schule auch andere Gründe haben kann, dass man vielleicht lieber im Internet surft, weil es einfach interessanter ist, als in der Schule ideologisch abgefüttert zu werden, derartige Störerklärungen kommen dem Befürworter der neuen Begriffsucht gar nicht in den Sinn. Er ist unimodal und eindimensional auf dem neuen Begriff unterwegs – ein Begriffssüchtiger. Bei der Frage, wie man Internetsucht unabhängig von “so kommt mir das vor” diagnostiziert, ist damit noch nicht einmal angekratzt.

      • Besorgter says:

        “Da kommt jemand und wirft den Begriff “Internetsucht” in den öffentlichen Raum, ein anderer behauptet, er habe Internetsucht gemessen und schon gibt es eine Zahl von Leuten, die das glauben und in ihrer näheren Umgebung auch noch Beispiele finden, die das angeblich belegen.”

        Was heißt denn da angeblich? Was bedeutet denn Sucht? Jemand kann von etwas nicht ablassen, obwohl er wissen sollte, dass es besser wäre. Wie würdest du dann das Verhalten der Leute beschreiben die ich geschildert habe? Leute die alles vernachlässigen wegen einer bestimmten Sache? Sorry, aber ich kann dir da echt nicht folgen.

        “Dass ein Fernbleiben von der Schule auch andere Gründe haben kann, dass man vielleicht lieber im Internet surft, weil es einfach interessanter ist, als in der Schule ideologisch abgefüttert zu werden, derartige Störerklärungen kommen dem Befürworter der neuen Begriffsucht gar nicht in den Sinn.”

        Und was soll denn das wieder für ein Beleg sein? Klar, manche gehen auch nicht in die Schule weil sie gehänselt werden. Es gibt tausend Gründe, aber ich dachte eigentlich wir würden von einer bestimmten Sache reden. In diesem Fall eben von Sucht. Das von dir ergibt doch gar keinen Sinn.

        Begriffssüchtigter? Häh…

        Du diskretditierts echt jeden und nimmst niemanden ernst, der nicht in deiner geschwollen wissenschaftlichen Sprache redet, auch wenn es einen Sinn ergibt. Einfach nur arrogant. Mein Gebiet sind zwar die Zahlen und Naturwissenschaft, das heißt aber nicht dass meine Lebenserfahrung und Verständis, mich nicht dazu bemächtigt, zu anderen Dingen bezug zu nehmen.

        • Dabei habe ich versucht, gerade nicht wissenschaftlich zu schreiben, denn dann hätte ich von “unabhängiger Prüfung” und von Bewährungsgrad und von Theorie schreiben müssen. Aber gut. Normalerweise beginnt man eine Forschung mit einer Beobachtung, die einem zu denken gibt. Aber das reicht nicht aus. Um z.B. die Frage, ob jemand der 20 Stunden pro Tag vor dem Computer sitzt, tatsächlich körperlich abhängig vom Internet ist und Entzugserscheinungen zeigt, wenn er nicht im Internet sein kann, das ist, was man eigentlich unter Sucht versteht, nebenbei bemerkt, als internetsüchtig zu bezeichnen ist, braucht man zunächst eine Theorie darüber, warum das Internet süchtig machen soll. Kennen Sie eine? Ich kenne keine. Deshalb ist Internetsucht für mich ein Fetisch, den man wedelt, wenn man sich als Psychiater oder Sozialforscher ein neues Feld bezahlen lassen will.

          Wenn man nun eine Theorie über die süchtig machende Qualität, die nur das Internet auszeichnet, denn wir reden von Internetsucht, hätte, dann wäre die nächste Stufe die Ableitung von prüfbaren Hypothesen und deren Test, um zu schauen, ob die Theorie auch eine Entsprechung in der Realität hat. Auch davon ist im Feld der Internetsucht nichts zu finden, nicht einmal der Versuch einer theoretischen Fundierung und deren Prüfung ist vorhanden. Dafür wimmelt es von “wie es mir vorkommt” Schließern, die in ihrer Verwandtschaft jemanden haben oder schon mal von jemandem gehört haben, der angeblich nicht anders kann, als vor dem Computer zu sitzen und im Internet zu surfen. Das ist keine Wissenschaft, sondern Plausibilitäts-Fetischismus. Jeder von uns hat Erfahrungen und Beobachtungen, damit daraus aber wissenschaftliche Erkenntnis wird, braucht es die Anwendung der von mir gerade beschriebenen wissenschaftlichen Methode. Und die unabhängige Prüfung ist von besonderer Wichtigkeit, also die Messung von Internetsucht unabhängig von Annahmen, die zu ihrer Beschreibung geführt haben. Wenn es ein Bestandteil von Internetsucht sein soll, dass Menschen lange vor Computern sitzen, dann kann es nicht sein, dass ich Internetsucht damit zu belegen versuche, dass ich die Zeit messe, die Menschen vor dem Computer sitzen. Man erklärt in der Wissenschaft nicht etwas mit sich selbst.

          Den letzten Absatz lass’ ich besser unkommentiert, das einzige, was mir dazu einfällt ist: Du bist ganz schön arrogant, andere als arrogant zu bezeichnen…

          Im übrigen tut es mir leid, dass Du den Eindruck hast, ich hätte Dich diskreditiert. Glaub’ mir, wenn ich Dich diskreditieren wollte, das sähe anders aus. Ich mag es, Dinge auf den Punkt zu bringen. Dass das bei denen, die es trifft, Abstand voraussetzt, der zuweilen nicht vorhanden ist, ist letztlich nicht mein Problem, aber es tut mir dennoch leid, wenn der Abstand nicht vorhanden ist, so dass es nahezu unmöglich wird, den kognitiven Gehalt von Aussagen zu sehen, weil alles mit affektiver Empfindlichkeit überschwemmt wird.

          • Besorgter says:

            >>Um z.B. die Frage, ob jemand der 20 Stunden pro Tag vor dem Computer sitzt, tatsächlich körperlich abhängig vom Internet ist und Entzugserscheinungen zeigt, wenn er nicht im Internet sein kann, das ist, was man eigentlich unter Sucht versteht<> Sucht ist der umgangssprachliche Begriff für verschiedene medizinisch-psychologische Krankheitsbilder. In der Fachwelt ist er ersetzt worden durch die Begriffe:
            – Abhängigkeitssyndrom für substanzgebundene Abhängigkeiten und
            – Impulskontrollstörung, Zwangsstörung oder Verhaltenssucht für nicht-substanzgebundene Abhängigkeiten <<

            Ich weiß nicht, was da noch wissenschaft bewiesen werden muss, aber das trifft genau auf das Verhalten dieser Leute zu. Nach ihrer Definition, gibt es dann auch keine Sexsucht, Kaffeesucht usw.
            Viele Süchte sind eben auch, schlicht und einfach, Zwangsneurosen. Bei Kiffern, die z.B. über ein Jahrzehnt gekifft haben, kann man das sehr schön sehen. Wenn sie keine Lust mehr haben matt und schlap durch das Leben zu streifen und versuchen das Kiffen zu beenden, gehen viele hin und rauchen nur noch reinen Tabak mit der Bong. Somit können sie ihr konditioniertes Zwangsverhalten nachahmen, das macht es einfacher. Cannabis an sich "macht nicht wirklich" körperlich abhängig.

            Dass Maßstäbe wie die gemessene Zeit vor dem PC nicht greifen, sollte klar sein. Wenn ich mich 20 Stunden am Tag mit, z.B. lernerischen, arbeitstechnischen, wissenschaftlichen Dingen oder wie auch immer beschäftige, ist das etwas anderes als mit plumpen Sachen wie Spielen oder Social Media, welche nur niedere Befriedigungsimpluse stillen sollen. Grob gesagt! Denn wie schon heureka47 sagte, ist auch das möglich: " Wobei auch “Wissenschaft” der Gegenstand von Sucht / Abhängigkeit sein kann – und es wohl oft auch ist."
            Sucht kann sich in allem manifestieren.

            • Dadurch, dass man einen Begriff mit einem anderen Ersetzt und ein Syndrom aus einer Sucht kreiert, schafft man keinen Beleg für die Existenz, lediglich einen für die Findigkeit beim Rent Seeling. Um es einmal deutlich auf den Punkt zu bringen: Keine der von Ihnen genannten Süchte ist wissenschaftlich belegt. Ich warte immer noch auf den Internetsüchtigen, der – wenn man ihm seinen Computer entzieht – körperliche Entzugserscheinungen zeigt und gegen die Tür seiner Zelle haut, weil er unbedingt einen Computer benötigt … Ich halte die angeblichen nicht substanzgebundenen Abhängigkeiten für eine schöne Erfindung, die Psychologen und Psychiatern ein Auskommen berschert, aber es ist sicher kein Zufall, dass man für nicht eine davon bislang einen klinischen Beleg erbringen konnte.

              Woher wissen Sie, dass die Kiffer deshalb schlapp und matt durch Ihr Leben gehen, weil Sie gekifft haben? Vielleicht haben Sie angefangen zu kiffen, weil sie schlapp und matt waren und sich ein bischen “Pushen” wollten? Alle ihre Beispiele entbehren der wissenschaftlichen Fundierung, entweder indem man untersucht, ob Schlaffies häufiger unter Kiffern zu finden sind oder unter Nicht-Kiffern oder indem man zeigt, dass nicht-substanzgebundene Abhängigkeiten tatsächlich Abhängigkeiten sind und ich fürcht, dazu benötigt man handfeste Kriterien und keine methodisch unsauberen und miserablen standardisierten Befragungen.

              • Besorgter says:

                Nun gut, dann können wir es hierbei belassen. Ihre wissenschaftliche Erhabenheit spricht dem Menschen das Vorhandensein einer geistigen und seelischen Ebene ab, welche noch nicht wissenschaftlich spezifiziert worden konnte. Wobei man sicherlich bei Internetsüchtigen bei Entzug die innerliche Unruhe nachweisen könnte.

                Bezüglich Kiffen haben sie auch, augenscheinlich, keine Ahnung. Da reden sie über etwas das sie absolut nicht nachvollziehen können. Kiffen pusht nicht. Sportler, Gelehrte, Schlaffis oder was auch immer wurden schon zu Kiffern. Auch mal nach den Gelehrten in der Vergangenheit schauen, in Bezug auf Opium.

                Sucht als ein Phänomen zu definieren, welches nur rein körperlich medizinisch gedeutet werden kann, ist nicht wissenschaftlich. Wobei ich selbst das nicht ganz verstehe, denn es gibt doch Gehirnuntersuchungen wo man Veränderungen feststellen konnte, bei nicht substanzgebundenen Süchten?!

                ” Ich warte immer noch auf den Internetsüchtigen, der – wenn man ihm seinen Computer entzieht – körperliche Entzugserscheinungen zeigt und gegen die Tür seiner Zelle haut, weil er unbedingt einen Computer benötigt ”

                Ich weiß, nach ihrer Meinung sicher alles gestellt oder nur ein Ausdruck anderer Unzulänglichkeiten:





                Es gibt noch eine Welt über dem Tellerrand.

                • Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell Kommentatoren bereit sind, mir eine intellektuelle Überlegenheit zu attestieren. Vielen Dank jedenfalls. Ansonsten müssen Sie sich nicht krämen, wenn Sie etwas nicht verstehen. Verständnis kommt mit der Zeit, wenn man sich zum Beispiel wissenschaftlich mit Gegenständen auseinandersetzt. So kommt es auch mit Alter und Erfahrung, dass man Widersrprüche leichter erkennt, wie z.B. den, den Sie machen, wenn sie einerseits bedauern, dass etwas, das man wissenschaftliche nicht spezifizieren lässt, schlicht derzeit nicht zur Wissenschaft gezählt wird, andererseits es als nicht wissenschaftlich bezeichnen, weil man es nicht körperlich medizinisch fassen kann. Sie müssen sich schon entscheiden: Wollen Sie Wissenschaft oder Esoterik. Wissenschaft hat mit Erfahrungen und entsprechend mit ERFAHRBARKEIT zu tun und eben nicht mit idiosynkratischen Zuständen, die Ihnen oder wem auch immer so oder anders vorkommen. Aber warum sind Sie darüber beleidigt? Warum wollen Sie unbedingt den Mantel der Wissenschaft um etwas hängen, das darin verschwindet? Internetsucht ist eben das Spielzeug von manchen Psychiatern und Psychologen, die sich gerne mit Dingen beschäftigen, die man zwar begrifflich bezeichnen, aber nicht empirisch fassen kann, die man sich zwar einbilden, aber anderen nicht nachpfrübar oder intersubjektiv erfahrbar machen kann. Wozu benötigen Sie den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit? Tarotleger und Astrologen benötigen das auch nicht…. und das ist dann in etwa die Ebene, auf der sich die “Internetsucht” befindet.

                  Noch was zum Aufrichten, weil es so vieles gibt, was wir nicht verstehen:

                  • Besorgter says:

                    Meiner Meinung nach erlernt man mit Alter und Erfahrung, dass der Mensch wissenschaftlich am Anfang steht und nicht die Erhabenheit erreicht hat, um Dinge zu tabuisieren.
                    Ihre wissenschaftliche Vorgehensweise, bei allen Themen die Sie behandeln, läuft nach dem Schema F ab. Eine Art mathematische Formel und allem was dieser Formel nicht entspricht, wird diskreditiert, egal ob gegebene Beobachtungen für die These sprechen oder nicht.

                    Was Sie letztendlich gerade tun, ist den Menschen auf eine Ebene zu bringen, die nur mechanisch- biochemischer Natur ist, nach derzeitigem Wissensstand. Solange der Mensch den Makro- und Mikrokosmos nicht komplett beschrieben kann, darf nichts Tabu sein. Wenn man sich mit dem Gehirn und Neutronen befasst und Theorien wie Quantenmechanik, Strings, Mehrdimensoinalität und Äther berücksichtigt, kann man vieles nicht ausschließen, wie die Seele oder Gott. Was sich letztendlich hinter den Begriffen Gott und Seele verbirgt sei dahin gestellt. Da aber z.B. unser Gehirn Bilder in einer nicht nachvollziehbaren Weise abspeichert, nicht in der Art 0 und 1 äquivalent zu den Neuronen, muss man von Mehrdimensionalität ausgehen, eine nach außen nicht wahrnehmbare Ebene. Selbst die bessten Wissenschaftler dieser Zeit kommen zu diesem Ergebnis, nur Sie nicht, da für sie nur das Schema F für eine belegbare wissenschaftliche Dissertation in Frage kommt. Sie belegen anhand von derzeit gegebenen unvollständigen Wahrheiten bestimmte Dinge und geben diese als Vollendet wieder. Das nennt man: Auf der Stelle treten.

                    Ich weiß, da habe ich weit ausgeholt, aber mit Esoterik und dergleichen brauchen sie mir nicht zu kommen. Ich denke dass ich ganz gut dargelegt habe, dass es sehrwohl um eine Sucht handeln kann bei nicht substanzgebunden Abhängigkeiten. Was sie letztendlich betreiben ist Wortklauberei, sie bringen keine Gegenbeispiele oder dergleichen, ihre einzige Waffe ist Wort und Begriff.

                    ” Internetsucht ist eben das Spielzeug von manchen Psychiatern und Psychologen, die sich gerne mit Dingen beschäftigen, die man zwar begrifflich bezeichnen, aber nicht empirisch fassen kann”

                    Sie sprechen von empirisch? Auch wenn ich ihre Genderkritik teile, ist da doch auch nichts wirklich empirisch! Nach ihrem Verständnis eigentlich nicht existent.

                    • Ich glaube nicht, dass diese “Diskussion” noch zu etwas führen wird. Sie sind offensichtlich in der Schmollphase angekommen und nicht bereit, auch nur einen Moment nachzudenken, warum Sie denn so versessen darauf sind, für nicht wissenschaftliche Gegenstände, also für Forschung, die schlicht und ergreifend den methodischen Standards von Wissenschaft, wie wir sie verstehen und in unserem Grundsatzprogramm dargelegt haben, nicht entspricht, Wissenschaftlichkeit einzufordern. Wenn Sie der Überzeugung gibt, dass es eine Sucht gibt, die man zwar nicht nachweisen und für Menschen wie mich nicht nachvollziehbar machen kann, gibt, die man aber erfühlen und mitfühlen kann, dann ist das doch ok, dann können Sie mitfühlen und erfühlen was und so lange sie wollen, nur eines können Sie nicht, dafür Wissenschaftlichkeit reklammieren. Und ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob es mich freut oder ärgert, dass Sie meine Genderkritik teilen, denn verstanden haben Sie sie offensichtlich nicht. Wir kritisieren Genderismus aus genau denselben Gründen aus denen wir Internetsucht kritisieren. Beides hat keinerlei wissenschaftliche Basis, beides erfüllt nicht einmal rudimentärste Anforderungen an eine wissenschaftliche Methode und beides ist einzig und allein dazu geeignet, sich selbst zu bereichern und Menschen in Unfreiheit zu halten, in dem man ihnen wahlweise einredet, sie seien ob ihres Geschlechts benachteiligt und bedürften der kostenpflichtigen Hilfe anderer oder sie seien Internetsüchtig und bedürften der kostenpflichtigen Hilfe anderer. Ich verachte das eine so sehr wie das andere und vor diesem Hintergrund wäre es mir eigentlich lieber, Sie würden meine Genderkritik nicht teilen, denn Sie unterscheiden sich nur inhaltlich von dem, was Genderisten machen. Ansonsten sind Sie doch einer Meinung mit Genderisten und ebenso bereit, Maßstäbe von Wissenschaftlichkeit dann über Bord zu werfen, wenn es Ihnen passt.

    • gruenpost says:

      Spielsucht bitte nicht mit Internetsucht in einen Topf werfen. Spielsucht ist unbestritten pathologisch ab einem gewissen Level. Dabei spielt es keine Rolle an welchem Ort gespielt werden muss. Die vollendeten Suizide nach dem „rien ne va plus“ im Kasino sind evident. Könntest Du das Beispiel aus China belegen – es sollen da ja gelegentlich auch „Säcke mit Reis umgefallen sein“.

      • Besorgter says:

        Ja stimmt schon, hier sollte man wirklich zwischen Spiel- und Internetsucht unterscheiden. Es kenne auch süchtige Consolen-Spieler. Es wurde eben wohl auch in der Studie und dem Artikel hier zusammengefasst, dehalb in ich auch so darauf eingegangen. Wobei Social Media wohl auf die gleichen Gehirnregionen wirkt, Befriedigung, Erfolgserlebnis und Bestätigung. Besser wärs aber schon hier zu differentieren.

        Diese Medung war damals in aller Munde (in der Szene):
        http://www.computerbase.de/news/2005-08/suedkoreaner-stirbt-nach-spiele-marathon/
        Mit ein bisschen googeln findet man sicher noch faktenreichere Artikel dazu.

      • Da says:

        Exakt dies.

        “Internetsucht” ist schon ist schon als Begriff reichlich dämlich. Auf dem Niveau einer Oma in den 90er Jahren (“Ach. Das ist also dieses Internet?!”)

        Bestenfalls ist man nach bestimmten Diensten süchtig. Daß es sich dabei nicht um körperliche Abhängigkeiten handelt ist klar.

        Man kann das dann Sucht nennen oder andere feine Begriffe finden – auf der Baustelle bin ich leider inkompetent – aber wenn überhaupt, dann kann man jemandem der seine Spiele bloß online spielt nicht “Internetsucht” attestieren, geradeso als würde er zittern und verzweifeln, wenn der ftp-Server mal einen Tag ausfällt.

        Ansonsten bin ich überzeugt davon, daß sich all diese “Teilsüchte” auf schon bekannte Süchte und Diagnosen zurückführen lassen, wie schon genannt die gute alte Spielsucht, ggf. mit ergänzenden Differenzierungen.

        “Internetsucht”…

  7. DIETMAR HODANN says:

    Die Sozialindustrie ist nimmermüde unsere Steuergelder sinnlos zu verprassen.

    • A.S. says:

      Man wäre sicher eher gewillt Geld in den immer offenen Sozialtopf zu werfen wenn es wenigstens ein Gebiet gäbe auf dem Erfolge zu erkennen sind. Statt dessen läuft die Argumentation in etwas so: “Wir sind nicht erfolgreich, also brauchen wir mehr Geld!”
      Was soll besser werden wenn man immer mehr Geld für einen therapeutistischen Sozialansatz ausgibt, der schon bei den einfachsten Fällen (z.B. Umgang mit ADS in der Schule) versagt?

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