Deutschland rüstet auf

Die Bundeswehr rüstet auf. Ungeachtet aller Probleme, die das G36, mit dem man wohl um die Ecke schießen kann, umgeben und im Einklang mit der Vorliebe, die Verteidigungsminister von der Leyen für kampffähige Drohnen entwickelt hat, sind im Zuge der NSA Überwachungsaffäre, in die auch das britische GCHQ verstrickt ist, neue Informationen über Rüstungsvorhaben der Bundeswehr an die Öffentlichkeit gelangt.

droneOb der Zeitpunkt des leaks zufällig ist, da die Mehrzahl der Deutschen derzeit abwesend und in Autokorsos unterwegs ist, mag einmal dahin gestellt bleiben. Fest steht, die Informationen sind nur wenige Stunden, nachdem Queen Elizabeth II den neuesten und größten Flugzeugträger auf ihren Namen getauft hat, den die Royal Navy des Vereinigten Königreiches je besessen hat, geleakt worden.

Der neue Flugzeugträger des Vereinigten Königreichs hat 1.600 Mann Personal, ist 280 Meter lang und mit einer Höhe von 39 Metern über der Wasserlinie ein beeindruckendes Schiff. Der Flugzeugträger verfügt über zwei Start-/Landebahnen und kann mit bis zu 50 Flugzeugen und Hubschraubern bestückt werden. Die HMS Queen Elizabeth II ist der erste von zwei gleichen Flugzeugträgern, die das Vereinigte Königreich bis 2020 in Dienst stellen will.

Wie nun bekannt wurde, hat auch die Bundeswehr Pläne für einen eigenen Flugzeugträger in der Schublade. Die Planungen sind bereits fortgeschritten. Deutschland müsse sich neu in der Welt positionieren, so heißt es in dem internen Papier, das an die Öffentlichkeit gelangt ist. Die NSA und GCHQ Affäre habe gezeigt, dass die Verbündeten Deutschland nicht trauen würden. Die Enttäuschung darüber, dass die Verbündeten dem, was deutsche Politiker sagen, nicht trauen und lieber durch ihre Geheimdienste prüfen, ob sie nicht vielleicht doch angelogen werden, hat die Pläne, Deutschland wieder zu einer führenden Macht auf den Weltmeeren zu entwickeln, befördert.

Die Pläne, die mit “Kaiser Wilhelm II Pläne” überschrieben sind, sehen den Bau von zunächst einem Flugzeugträger vor. Der neue Flugzeugträger, so heißt es, müsse den Vorsprung durch Technik, den Deutschland vor allem bei den erneuerbaren Energien habe, wiederspiegeln und deutlich machen, dass mit Deutschland nicht nur in Technik, sondern auch in Militärtechnik auf den Weltmeeren wieder zu rechnen sei.

HMS Queen Elizabeth IIDer Flugzeugträger “Maria Goeppert” wird den deutschen Anspruch, führende Technologienation zu sein, aller Welt vor Augen führen. So ist geplant, das Schiff mit den neusten erneuerbaren Energien anzutreiben, nicht nur, um den Vorsprung in diesen Technologien auszunutzen, sondern auch um sicherzustellen, dass das Schiff unabhängig von Treibstoffversorgung von Land für Jahre auf See bleiben kann.

Die Verwendung erneuerbarer Energieformen ist explizit als Alternative zur Kernenergie, wie sie auf US-amerikanischen Flugzeugträgern eingesetzt wird, vorgesehen, um der Welt zu zeigen, dass man auch ohne Kernenergie destruktiv sein kann.

Nachhaltig ist die Versorgung an Bord. Dafür sorgen mehrere Anbaufelder unter Deck, in denen organische Nahrungsmittel erzeugt werden, von organischen Tomaten bis zur organischen Kaffeebohne. Die Besatzung  wird weitgehend vegetarisch leben, da Pläne, eine eigene Tierzucht nebst Schlachterei zu installieren, daran gescheitert sind, dass den Besatzungsmitgliedern dadurch täglich vor Augen geführt würde, was es bedeute, Fleisch zu essen, was sie nachhaltig emotional und in ihrer Pflichterfüllung beeinträchtigen könnte.

Ziel ist es, die Maria Goeppert in sozialmoralischen und Fragen der Versorgung autark zu machen und sie von jeder Notwendigkeit, Häfen anzulaufen, weitgehend zu befreien. Auf diese Weise soll größtmögliche Flexibilität im Einsatz gewonnen werden und das Schiff im Notfall genutzt werden können, um die Regierungsmitglieder zu evakuieren.

Auch in den Quartieren an Bord der Maria Goeppert ist an die Nachhaltigkeit und alle Dinge gedacht, die in modernen Gesellschaften selbstverständlich sind. Duschen, Toiletten und Unterkünfte sind nach sexueller Orientierung getrennt, ein Kindergarten sorgt dafür, dass Beruf und Familie für die Besatzung vereinbar ist. Beim Bau der Maria Goeppert sollen ausschließlich Materialien verwendet werden, die die Umwelt nicht belasten und biologisch abbaubar sind.

“Wir müssen der Welt zeigen”, so heißt es in einem Grusswort von der Leyens, das den geleakten Plänen vorangestellt ist, “dass nur der deutsche Sonderweg zum Platz an der Sonne führt”. Deutschland sei keine verspätete Nation und entsprechend mit allen Rechten und Ehren und Privilegien auszustatten, wie sie Großmächte, die USA, China oder Russland längst besitzen würden.

Es ist uns gelungen, an ein Photo der neuen Maria Goeppert zu kommen, auf dem deutlich zu sehen ist, dass die Pläne, die hier verbal und auszugsweise dargelegt wurden, tatsächlich in die Tat umgesetzt werden sollen.

Das Bild des ersten deutschen Flugzeugträgers “Maria Goeppert”.

 

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12 Responses to Deutschland rüstet auf

  1. A.S. says:

    Klasse, einfach klasse.
    Eigentlich fehlt nur noch die Floskel “Nachhaltiges und natürliches Töten” in dem Text. Und selbstverständlich eine Frauenquote bei den Weichzielen.

  2. Pingback: Deutschland rüstet auf | Journalistenwatch.com

  3. karstenmende says:

    Deutscher Flugzeugträger? Hö, hö. Darauf genemige ich mir jetzt einen. 😀 .

    Die “zukunftsweisenden” Pläne der Bundeswehr sehen ein wenig anders aus…

    http://karstenmende.wordpress.com/2014/07/05/teilzeitjob-bundeswehr-die-abschaffung-der-landesverteidigung-teil-2/

    • Meier, Hans (Kempten) says:

      Sie missverstehen das. Die Regierung strebt einer Veränderung des Kriegsordnungsregularienvollzugsgesetzbuches (KRGB) an und will (§ 1,2) Krieg nur noch innerhalb bestimmter Bürozeiten genehmigen. Handlungen außerhalb dieser Zeiten werden nicht als Kriegshandlungen akzeptiert und nicht bearbeitet.

      • karstenmende says:

        Darauf genehmige ich mir noch einen. 😀
        Das ist ja wie Karneval heute.

        “Mögen Frau Ministerin doch bitte die Taleban anweisen, die Stillzeiten zu respektieren!”

    • AgeSeptimum says:

      Das ist nur konsequent.
      Warum sollte man BRDLand verteidigen wollen?

      • karstenmende says:

        Wenn sich die Frage auf meinen Artikel bezieht, wäre es besser auf “die Kehrseite” zu kommentieren und nicht auf “sciencefiles”. 😉

        Hier geraten wir off topic, weil dieser Artikel hier Satire ist, und meiner leider nicht.

  4. anonym says:

    Ihr seid gemein, Sie meint es doch nur gut mit uns Deutschen

  5. Chaeremon says:

    Köstlich, das Bild vom ersten deutschen “Fluzeugträger”, wurde auch mal in Flying Clipper umgetauft und scheint momentan unter der politisch korrekten EU Finanzkatastrophe in Griechenland zu leiden:
    http://www.clydesite.co.uk/clydebuilt/viewship.asp?id=11529
    http://www.tallship-fan.de/cgi-bin/tallship_d.pl?ACTION=DISPLAY&SCHIFFSID=923

    Das Schiff wurde als Sunbeam gebaut (meinen Historiker resp. datenwütige Sammler), eine Yacht um den elitären Müssiggang ertragen zu können.

    S u n b e a m als erster deutscher “Fluzeugträger”. Köstlich 😀

  6. Caless says:

    Habe am 4. Juli hier in den Staaten einen Navy Soldaten kennegelernt. Er ist auf einen US Zerstörer stationiert. Navy bedeutet einen Einsatz für einige Monate auf See (3 bis 10 Monate). Da ist nix mit Geburtstag oder 10. Hochzeitstag. Am Abend kann man zur Belohnung ins Gym gehen. Das wars. Habe ihm von der Diskussion in DE erzählt. Er hat mich ausgelacht.

  7. Pingback: Mit vielen Frauen kommt die Unprofessionalität (und der Niedergang) | Kritische Wissenschaft - critical science

  8. Thomas says:

    Einfach super

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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