Equilibrium Climate Sensitivity – ECS – ist das zentrale Konzept, an dem die Frage, ob die derzeitige Erwärmung Ergebnis natürlicher Variation oder Ergebnis von “Menschen-machen-Klimawandel” ist, entschieden wird. ECS beschreibt im Wesentlichen die Empfindlichkeit des Klimas auf eine Veränderung der “Balance” im CO2-Haushalt der Erde durch menschliche Emissionen. Hohe Werte sprechen für einen menschlichen Einfluss, geringe Werte für natürliche Variation. Die Werte, die im Umlauf sind, variieren zwischen 1 (sehr geringer Wert) und 9 (sehr hoher Wert) und sind alle gleichermaßen gut oder schlecht durch Daten gestützt.
Wer mit CO2 als Stoff, aus dem das Klima ist, hantiert und notwendigerweise auf ECS in seiner Argumentation angewiesen ist, der kann auch gleich zum Katholizismus konvertieren, sofern er dort nicht schon ist, denn seine wissenschaftliche Forschung ist gerade zur Glaubensfrage geworden.
Man kann natürlich auch nach Alternativen suchen, nach Erklärungen suchen, die die derzeitige Erwärmung ganz unabhängig von CO2 und damit ohne die mit der CO2-Geschichte verbundenen Methoden der üppigen Selbstbereicherung, beschreiben.
Gestern haben wir eine Vorschau auf eine solche Erklärung gegeben. Zwei Abbildungen, die sehr deutlich zeigen, dass Temperatur und CO2 zwei voneinander unabhängige Existenzen führen, die sich insofern korrelativ verbinden lassen, als für die letzten 450 Millionen Erdenjahre steigende CO2 Werte mit einer planetaren Abkühlung einhergehen. Mehr CO2 steht mit kalten, nicht etwa mit warmen Temperaturen in Zusmmenhang.
Die Abbildungen, die wir gestern präsentiert haben, als Vorschau auf diesen Beitrag, stammen von Jackson W. Davis. Er hat sie 2017 erstmals veröffentlich, als Vorarbeit zu einem Beitrag, der dann 2020 veröffentlicht und 2025 erweitert wurde.
Wir beziehen uns in diesem Post auf die folgenden vier Arbeiten von Davis:
Roaring 40s.
Falls Sie denken, die Roaring 40s bezögen sich auf die Anfänge von Rock’n Roll oder dergleichen, dann haben Sie sich getäuscht, denn mit Roaring 40s sind starke Westwinde zwischen dem 40 und dem 50 südlichen Breitengrad bezeichnet.
Die Erklärung, die Davis für zyklisch Phasen der Erwärmung und Abkühlung gibt, sie beginnt in den “Roaring 40s” und mit den dort herrschenden Westwinden, die – wie so vieles auf dem Planeten – letztlich von der Sonne und vom Temperaturgradienten, der sich zwischen dem Äquator und den Roaring Forties ergibt, getrieben wird. Der Zyklus, der sich einstellt, sieht
starke Westwinde im Südpolarmeer über Aufwinde den CO2-Haushalt des Meeres dadurch aufwirbeln, dass warmes Wasser nach oben befördert wird und CO2, das sich in warmem Wasser häufiger findet als in kaltem Wasser in die Atmosphäre abgegeben wird.
Als Folge erwärmt sich das Südpolarmeer und die Antarktis und der Gradient zwischen dem Äquator und dem Südpolarmeer, der Temperaturunterschied von Wasser und Luft wird geringer.
Als Folge eines geringerer Temperaturunterschieds zwischen Äquator und Südpolarmeer werden die Westwinde schwächer, die Aufwinde geringer, der CO2-Eintrag in die Atmosphäre geringer, es in der Folge kälter, bis der ursprüngliche Gradient wiederhergestellt ist.
Die Ausprägung, die die Amplitude dieser Oszillation annimmt, hängt von externen Variablen, von Albedo, Rossby-Wellen und vielem mehr ab.
Davis (2017).
Dieser Prozess als Antarktische Oszillation (AAO) oder Southern Annular Mode (SAM) bezeichnet, wiederholt sich zyklisch und wird von Davis als Schrittmacher anderer periodischer Prozesse, wie der Pazifischen Dekaden-Oszillation (PDO) und der Atlantischen Multidekaden-Oszillation (AMO) bezeichnet, die beide einen erheblichen Einfluss auf das Klima der Erde haben. Über sie und über das, was Meteorologen aufgrund mangelnden Wissens als “Teleconnectedness” bezeichnen, also den Umstand, dass klimatische Veränderungen in X Effekte in Y nach sich ziehen können, beeinflusst die AAO Niederschläge in Ostasien, die Häufigkeit von Taifunen, von Waldbränden, Extremregen, von Dürren bis hin zu Dansgaard-Oeschger-Ereignissen, also abrupten klimatischen Veränderungen, wie sie alleine für Grönland in 25 Fällen nachgewiesen wurden. Wir haben vor nicht allzulanger Zeit über die nachgewiesenen klimatischen Veränderungen, die Temperaturerhöhungen von 10 Grad Celsius in wenigen Jahrzehnten umfassen, berichtet. Wer will, der kann es hier nachlesen.
Derzeit befinden wir uns kurz vor dem Höhepunkt eines AAO-Zyklus, d.h. in einer Phase der Erwärmung, der schon bald eine Phase der Abkühlung folgen wird. Es wird also absehbar kälter, nicht etwa wärmer.
Die Erklärung für die derzeitige Erwärmung, ein normaler Vorgang im Rahmen der AAO ist kein theoretisches Modell. Sie ist vielmehr auf Basis einer Vielzahl von Daten entwickelt worden und steht im Einklang mit diesen Daten:
die 226.000 Jahre, wie sie in unterschiedlichen Eisbohrkernen der Antarktis verewigt sind, umfassen (vor allem den Staub, der in dieser Zeit aufgewirbelt wurde);
Aufzeichnungen zu AAO/SAM von historischen Messdatenreihen bis zu Satellitendaten;
Daten, die in Paläoklima-Datenbanken gesammelt sind;
Eine Erklärung, die mit Beobachtungsdaten übereinstimmt, die die derzeitige Erwärmung erklären kann, die folgende Abkühlung vorhersagt und darüber hinaus mit historischen Daten übereinstimmt, man sollte meinen, die Wissenschaftler, die “etwas mit Klima” machen, würden sich auf diese Erklärung stürzen.
Antarctic Oscillation; Davis et al. (2018)
Indes, die Erklärung hat einen massiven Haken: Sie sieht die Verursachung der Zyklen letztlich bei der Sonne und nicht bei Menschen. Der Sonne kann man keine Steuern abpressen, um ein fiktives Klima zu regulieren.Ergo wird sich diese Erklärung nur unter Wissenschaftlern, nicht unter denen, die vom Klimawandel leben, deren intellektuelle Armut durch die „Wichtigkeit”, die sie sich als Klimawandel-Kämpfer selbst attestieren, überdeckt wird, durchsetzen.
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