Staatsbankrott gefolgt von Medienbankrott

tagesschau“Auch ein Staat kann nicht unbegrenzt haften”, so erregt sich Heinz-Roger Dohms in einem Kommentar zur Staatspleite von Argentinien, der zweiten innerhalb von nur 13 Jahren. Und dieser fast schon flehende Ausruf begrenzter staatlicher Haftung, ist Programm im Kommentar, den Dohms seinen Lesern auf Tagesschau.de präsentiert. Übrigens hat niemand gefordert, dass Staaten unbegrenzt haften sollen. Wie so oft, wenn das Wort Hedge-Fonds auftaucht, so geht auch im Fall der neuerlichen Staatspleite von Argentinien die Phantasie mit den Medienschaffenden durch, dann werden sie zu hemmungslosen Eiferern, die getriebenen von ihrer Gier danach, es in diesem Fall dem “hemmungslosen amerikanischen Hedgefonds-Manager”, Paul Singer, der wie Herr Dohms vermutlich durch ein Tiefeninterview mit Herrn Singer ergründet hat, “ein Getriebener seiner Gier” ist, so richtig zu geben.

Wer Journalisten hat wie Dohms, der braucht sich nicht zu fragen, was beim Psychiater geschieht, er sieht die Art von Krisenbewältigung, das nach außen Kehren des tiefsten innersten Resentiments live und sitzt sogar in der ersten Reihe.

Dort kann er zusehen, wie aus einem Investment-Fonds-Manager, ein Hedge-Fonds-Manager wird. Er kann beobachten, wie die Notation der Argentinischen Regierung, die aus naheliegenden Gründen die Fonds, die sich weigern, 75% ihres Kapitals als Schenkung an Argentinien abzutreten, zu “Vulture Fonds” (Geierfonds) umbenannt haben, also z.B. Singers NML (ein Investment-Fonds, der sich u.a. auf distressed debt spezialisiert hat und entsprechend hohe Risiken eingeht) übernommen wird, weil sie das Mütchen von Dohmer so genau trifft, und last but not least, kann der gebührenzahlende Leser des Online Angebots der ARD einen Unsinn lesen, der kaum zu toppen ist.

Beginnen wir beim “83jährigen” Richter, Judge Thomas P. Griesa, der sich – wie Dohms weiß – in der “Rolle des Anti-Salomo” gefällt und deshalb entschieden hat, dass Argentinien entweder alle seine Schuldner aus dem Jahre 2001 bezahlt oder keinen. Auf diesen Judge Griesa richtet sich die ganze Wut des aus Gebührengeldern finanzierten und bar jeglicher Recherchefähigkeit seienden Dohms. Griesa will er als senil darstellen, als jemand, der nicht einmal das US-Insolvenzrecht kenn. Der Hinweis auf die 83 Jahre des Richters macht nur vor diesem Hintergrund Sinn. Warum sonst sollte Dohms die Tatsache unterschlagen, dass der US-Supreme Court die Berufung Argentiniens gegen das Urteil von Griesa, die wiederum Griesa zugelassen hat, nicht einmal zur Verhandlung angenommen hat, sondern mit 7:1 Richterstimmen zurückgewiesen hat?

Argentina swap shopDiese Tatsache passt nicht so richtig ins Feindbild von Dohms. Ebenso wenig wie es seinen Standards zu entsprechen scheint, seine Leser mit zumindest rudimentären Informationen zu versorgen: Als Argentinien im Jahre 2001 erstmals insolvent wurde, standen 95 Milliarden US-Dollar zur Rückzahlung aus. Die Investoren, die diese 95 Milliarden US-Dollar abzüglich aufgelaufener Zinsen bereit gestellt hatten, gingen zunächst leer aus, später, in den Jahren 2005 und 2010 hat ihnen die argentinische Regierung angeboten, doch auf 75% des ihnen zustehenden Geldes zu verzichten und sich mit neuen Exchange Bonds, also neu aufgelegten argentinischen Schuldverschreibungen zum 75% tieferen Nennwert zufrieden zu geben.

Das haben die meisten Investoren gemacht, weil man als Investor gegenüber staatlicher Erpressung machtlos ist. Singer hat sich geweigert, seine ursprünglichen argentinischen Schuldverschreibungen, die er als hochriskante Papiere fraglichen Werts unter ihrem Nennwert erworben hatte, gegen neue und 75% geringer wertige Schuldverschreibungen zu tauschen. Er hat stattdessen geklagt, geklagt dagegen, dass die argentinische Regierung die braven Investoren, die auf 75% ihres Kapitals verzichten durch Zahlung belohnen will und die bösen Investoren wie Singer, die sich der staatlichen Erpressung nicht beugen, mit Nichtzahlung bestrafen will. Griesa hat dies unmöglich gemacht: Entweder die argentinische Regierung zahlt an alle Investoren, die ihre Staatsschulden finanzieren, oder an keinen.

Im Falle der Fonds, die noch ursprüngliche Schuldverschreibungen Argentiniens halten, geht es, wie Dohms schreibt, nur um “läppische 1,5 Milliarden US-Dollar”, aber an diese Dollars ist ein Prinzip geknüpft: Wo kämen wir denn hin, wenn sich Investoren weigerten, insolventen Staaten ihr Kapital zu schenken? Nicht auszudenken.

Nicht auszudenken auch die Folgen des Urteils: Ab sofort sind Staaten für ihre Schulden haftbar, können sie sich nicht einfach in die Insolvenz retten und hoffen, die Investoren, die das Pech haben, in ihre Staatsanleihen investiert zu haben, zu einem Abschlag von, sagen wir: 75% zu zwingen. Derartige “haircuts” dürften der Vergangenheit angehören, denn Singers Fall ist ein Präzendesfall. Als Konsequenz werden Staaten eine Haushaltsdisziplin halten müssen und sich nicht mehr über Gebühr verschulden können: Ein Unding für Herrn Dohms, das er unter dem Unsinn “unbegrenzter Haftung” anspricht und ein Segen für viele Ökonomen, die die Politik des billigen Geldes, die Staatsschulden in unglaublichem Tempo wachsen sieht, mit wachsender Sorge betrachten.

Aber, Texte wie der von jeglicher ökonomischen Kenntnis ungetrübte Text von Dohms haben auch ihre amüsanten Seiten:

drool“Noch unverständlicher allerdings ist, warum er [Griesa] darüber hinaus auch die Usancen “normaler” Insolvenzverfahren ignorierte. Seit dem 19. Jahrhundert existiert in der Unternehmenswelt das Prinzip der “beschränkten Haftung” (wie es sich bis heute im Begriff GmbH findet). Geht eine Firma pleite, dann muss deren verbleibendes Vermögen zwar aufgewendet werden, um die Gläubiger abzufinden – darüber hinaus haften die Inhaber allerdings nicht. Sie sollen büßen. Aber nicht bis aufs letzte Hemd. (Übrigens, im US-Insolvenzrecht, das Griesa kennen sollte, ist die Position des Gläubigers besonders schwach).”

Weiß der Mann, was er hier schreibt? Besonders in dem Teil: “Geht eine Firma pleite, dann muss deren verbleibendes Vermögen zwar aufgewendet werden, um die Gläubiger abzufinden – darüber hinaus haften die Inhaber allerdings nicht.”

Führen wir die Analogie zu Ende, dann bedeutet dies nun, nachdem Argentinien zum zweiten Mal in die Pleite geflüchtet ist, dass die Vermögenswerte Argentinien unter den Hammer kommen. Bestellen wir also einen Konkursverwalter, der die Kriegsmarine Argentiniens an die britischen Falkländer verkauft, die Gebäude, die sich im Besitz des Argentiniens befinden, versteigert. Die Hoheitsrechte Argentinien, z.B. Zoll- und Steuerrechte können, geht es nach Herrn Dohms, gepfändet werden und die Uniformen des Landes sind einzusammeln und werden von der Europäischen Union im Rahmen des Programms, Kleider für die Ukraine aufgekauft, was die EU nicht will geht an Rudi’s Resterampe.

Es ist schon erstaunlich, zu welchem Unsinn sich mancher Redakteur hinreißen lässt, wenn mit ihm seine Gier nach Anbiederung durchgeht, dann werden die öffentlich-rechtlichen Kommentarspalten zwar nicht zu Geierspalten, aber zu Geiferspalten.

 

Es ist schon ein seltsames Rechtsverständnis, wenn Gläubiger, die auf Rückzahlung des Kapitals, das sie geliehen haben, bestehen, als “Getriebene ihrer Gier” bezeichnet werden, und man kann im Versuch, Staaten, selbst den größten Verschwendern unter ihnen, eine Absolution zu erteilen, den Keim einer konzertierten Aktion erblicken, in deren Verlauf die Öffentlichkeit darauf vorbereitet werden soll, dass dann, wenn Staaten, also die Politiker, die sich und ihre Günstlinge im Namen des Volkes bereichern, beteiligt sind, Eigentumsrechte nichts mehr gelten. Also: besser das Ersparte in für Staaten und ihre Politiker unbrauchbarer Form anlegen.

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50 Responses to Staatsbankrott gefolgt von Medienbankrott

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  2. Martin says:

    Sehr schöner Beitrag und mir wie “aus der Seele gesprochen” 🙂 Vielen Dank!

  3. patzer says:




    Für bessere Laune zum Wochenende.

  4. Meier, Hans (Kempten) says:

    “Auch ein Staat kann nicht unbegrenzt haften”

    Man stelle sich vor, dieser Satz würde formuliert in einem der folgenden Kontexte:

    – Entschädigungsansprüche der Opfer staatlicher Menschenrechtsverletzungen – zu denen Opfer des NS-Terrors ebenso gehren wie Opfer juritischer oder polizeilicher Willkür wie Opfer staatlicher Enteignungsmaßnahmen, egal ob das 1933ff. enteignete Juden sind, enteignete “Kapitalisten” (zur Erinnerung: die Nazis kumulierten dies zum angeblich “jüdischen Kapital”) o.ä.

    – im Zusammenhang mit der Pflicht des Staates,m seinen Bürgern Rechtssicherheit vor ihm (dem Staat) selbst zu gewähren: Wenn der Staat ncht “unbegrenzt haften” muss, wer schützt uns dann noch vor unrechtmäßigen Maßnahmen des Staates. Wer bestimmt überhaupt, ab wann die grenze erreicht ist, ab der der Staat nicht mehr haften muss?

    Überhaupt: haften wofür? Soweit ich sehe, geht es hier um Haftung für vom Staat selbst aufgenommene Schulden. Wer sonst soll denn haften? Der Schuldner für das Geld, das er verleiht? (Tut er: durch sein Risiko.)

    Andersherum: Wer Argentinien noch Geld gibt, ist natürlich selber schuld. Tatsächlich spekulieren in diesem Fall Spekulant und argentinischer Staat gemeinsam gegeneinander – auf Kosten der argentinischen Bevölkerung. Der Spekulant muss uns nicht sympathisch sein, aber er tut, was bekanntermaßen sein Erwerb ist. Aber der Staat? wieso spekuliert der in solcher Form?

  5. A.L. says:

    In DE gilt bei der Privatinsolvenz folgendes, stimmt ein Gläubiger nicht zu oder enthält sich, wird gerichtlich entschieden, dass er sich der Mehrheit der Gläubiger zu unterwerfen hat!
    Analog zu Argentinien sollte sich der Fond mit der vereinbarten Reglung der Mehrheit zufrieden geben.

    • Tolle Lösung – nennt man in anderem Zusammenhang auch Diebstahl. Dazu muss man natürlich auch wissen, dass es im deutschen Insolvenzrecht eine Rangordnung unter Gläubigern gibt, die z.B. von Banken angeführt wird … und ganz am Ende die kleine Privatgläubiger sieht. Übrigens hat ein US-Richter im Widerspruch zum Privatinsolvenzrecht in DE (wieso übertragen Sie ein Privatinsolvenzrecht auf einen Staat?) entschieden, dass es in den USA, wo Argentinien nun einmal seine Staatsobligationen emittiert hat, anders ist. Und nun? Wollen wir die US-Richter nun verpflichten deutsches Insolvenzrecht anzuwenden…?

    • Abgesehen davon, was Michael Klein schon zu diesem Vorschlag geschrieben hat, berührt es mich ziemlich unangenehm, deutsche Regelungen, bei denen jemand etwas “zu … [tun] hat” (!), wenn es dem Kollektiv so gefällt, umstandslos als Lösung für internationales Finanzrecht zu präsentieren. Für Leute, die weniger dem Typus der autoritären Persönlichkeit entsprechen als der durchschnittliche Deutsche, würden die deutschen Regelungen zur Privatinsolvenz mit hoher Wahrscheinlichkeit das Gerechtigkeitsempfinden dieser Leute verletzen und hätte insofern schlechte Chancen, akzeptiert zu werden. Im übrigen wäre zu diskutieren, ob PRIVATinsolvenz-Regelungen eben ‘mal so auf Insolvenz von STAATEN übertragen werden kann, die eine sehr schwerwiegende Verpflichtung gegenüber ihren Bürgern haben, aber auch – angesichts der Tatsache, dass der Finanzmarkt ein internationaler ist – den Bürgern anderer Staaten haben.

      Hatten wir das nicht schon ‘mal: am deutschen Wesen soll die Welt genesen?! Ich möchte explizit keine Renaissance dieser Vorstellung sehen.

    • a.behrens says:

      Im Unterschied zu Herrn Klein stimme ich Ihnen zu. Das Privatinsolvenzrecht sollte analog auch für Staaten gelten.

      Angemessene Regelungen wären:

      – Ein Staat kann jederzeit Insolvenz anmelden.

      – Das gesamte Staatsvermögen (Grund und Boden, Rohstoffe, Patente, Kunstwerke, Steuereinnahmen) wird unter Aufsicht eines unabhängigen (hier: ausländischen) Insolvenzverwalters versteigert.

      – sind die Schulden noch nicht getilgt muss der Staat in seiner Gesamtheit während der Wohlverhaltensperiode von sieben Jahren auf Hartz IV-Leben. Frau Kirchner und alle Abgeordnete insgesamt dürfen sich dann 1000,- EUR pro Monat teilen. Der Rest wird gepfändet.

      – alle Beamte und Abgeordnete müssen sich einen Job in der Wirtschaft suchen.

      – weder während noch nach der Wohlverhaltensperiode gibt es neuen Kredit. Statt dessen gibt es einen Schufa-Eintrag, der auf Lebenszeit verhindert das die betreffende Person irgendwo irgendwie irgendwas ohne Hinterlegung von Sicherheiten bzw. Vorausbezahlung kaufen kann.

      – Während der Existenz eines Staates kann es nur genau einmal eine Privatinsolvenz geben.

      – Sämtliche Steuereinnahmen werden automatisch an den Insolvenzverwalter überwiesen.

      @Herr Klein und Frau Dr. Diefenbach: Eine solche Regelung wäre sinnvoll, etwa falls sich die Argentinier entscheiden sollten, ihre sozialistische Regierung zusammen mit dem sozialistischem “Wirtschafts”programm aufzugeben, um einen Neuanfang zu starten.

      @A.L. Das Privatinsolvenzrecht würde für Argentinien nicht greifen, da es bei den strittigen Forderungen um Schulden geht, die unter betrügerischen Umständen zustande gekommen sind. Argentinien hat die Schulden auf eigenen Wunsch und explizit deshalb in den USA aufgenommen, weil Argentinien bereits zuvor einen Zwangsschuldenschnitt gemacht hat und bei Aufnahme des Kredites erklärt hat, keinen neuen Schuldenschnitt durchzuführen. Argentinien ist ein Wiederholungstäter, ein Berufsgauner.

    • Rayson says:

      In DE gilt bei der Privatinsolvenz folgendes, stimmt ein Gläubiger nicht zu oder enthält sich, wird gerichtlich entschieden, dass er sich der Mehrheit der Gläubiger zu unterwerfen hat!
      Analog zu Argentinien sollte sich der Fond mit der vereinbarten Reglung der Mehrheit zufrieden geben.

      Man kann ein solches Reglement einführen. Vorher. Aber von den niedrigeren Zinsen unter einem strengeren Regelwerk profitieren und sich im Insolvenzfall nach einem anderen richten zu wollen – das würde man auch hierzulande keinem durchgehen lassen.

  6. mickeytp says:

    Gut, dass hier differenziert wird.

    Was ich jetzt aber nicht verstehe: wieso wird im Artikel nicht erwähnt, dass es sich bei der Rückforderung der $1.3 Mrd. um eine Rendite von 1680% handelt, also ein Profit von 1680 Prozent auf ihre ursprüngliche Investition? So etwas würde man Wucher nennen. Warum wird dieser Fakt hier ausgeblendet?

    • Ah, auf diesen Kommentar habe ich gewartet. Genau – das ist böse – oder was wollen Sie mit ihrem Beitrag sagen? Als Singer vor Jahren mit seinem distressed debt fund die Staatschulden Argentiniens gekauft hat, waren sich alle Analysten einig, der ist wahnsinnig, weil er sein Geld genauso gut verschenken könnte. Nun hat er Erfolg mit seiner High Risk Strategie und jetzt kommen die aus den Löchern, die sagen: das ist eine zu hohe Rendite. Wer viel wagt, der viel gewinnt. Wo ist ihr Problem?
      Uns Sie irren:
      Wucher würde man es nennen, wenn jemand 1680% Zinsen auf verliehenes Kapital erhebt. Das ist hier nicht so. Die 1680%, sofern Sie richtig gerechnet haben, sind eine Rendite, die dem Risiko entspricht, das Singer eingegangen ist, mit seinem va banque Spiel.

      Im Übrigen: Wie stehen Sie denn dazu, dass ein Staat von 100 Dollar, die er sich leiht, nur 25 zurückzuzahlen bereit ist. Ist das so richtig?

      • mickeytp says:

        Das Wort “böse” verwenden Sie, nicht ich.

        Bei dem New Yorker Hedgefonds Elliott handelt es sich um ein erfolgreiches Geschäftsmodell. Sie kaufen weltweit Anleihen von Pleitestaaten und verklagen die Länder auf vollständige Rückzahlung.

        Sie haben Recht mit Wucher in Bezug auf Kapital.

        Das Geschäftsmodell des Hedgefonts Elliot spielt mit der Armut anderer Länder (wie diese Zustande kam ist ein anderes Thema) und beutet die Not anderer Länder aus; zB haben sie in Peru 11,4 Millionen investiert um dann ca. 60 Millionen einzutreiben.

        http://www.welt.de/wirtschaft/article130762513/Der-Geierfonds-quaelt-auch-deutsche-Unternehmen.html

        Das kann man sehen wie man will, was mich wundert: Warum haben Sie die Rendite von 1680% nicht erwähnt? Diese Frage haben Sie nicht beantwortet.

        • Es hat niemand behauptet, dass “böse” von Ihnen ist.
          Um hinten anzufangen, die Höhe der Rendite halte ich für irrelevant, sie gibt nur an, wie hoch das Risiko war, das der jeweilige Investor eingegangen ist (Captital Asset Pricing Model, Sharpe, 1964).

          Und dieses arme Menschen Lamento ist so ausgelatscht, dass man es gar nicht mehr hören kann in seinen vielen Varianten, von den furchtbaren Spekulaten, die angeblich Commodity-Preise in die Höhe treiben (empirische Untersuchungen zeigen das Gegenteil) und jetzt diese schlimmen distressed debt funds, wie sie Singer betreibt, die unglaubliche Gewinne auf Kosten der armen Menschen erzielen. Das ist doch alles Unsinn. Niemand muss in Argentinien Hungers sterben, weil Singer sein Geld haben will, die läppischen 1,5 Milliarden, von denen Herr Dohms schreibt. Niemand hat dem argentinischen Staat gesagt, er muss sich über beide Ohren verschulden und die Gefahr einer Staatsinsolvenz heraufbeschwören.

          Ökonomisch betrachtet sind Herr Singer und Herr Griesa Helden, denn sie haben zum einen dafür gesorgt, dass Staaten nicht mehr nach Belieben Schulden machen können und sich dann in die Insolvenz flüchten können, sie haben auch dazu beigetragen, dass Staaten die sich in die Insolvenz flüchten, ihren Gläubigern nicht mehr die Bedingungen diktieren können, unter denen sie vielleicht bereit sind, einen kleinen Teil des Geldes, das sie schulden, zurückzuzahlen. Das ist ein hervorragendes Ergebnis und ein Meilenstein auf dem Weg, das unverantwortliche Umgehen mit Kapital, das Politiker in nahezu allen Staaten dieser Erde teilen, endlich zu beenden.

          Ich habe auch keinerlei Toleranz mehr für die Versuche, hier die Kausalität umzudrehen: Wenn jemand mehr ausgibt, als er einnimmt, dann sind daran nicht andere schuld, es ist alleine die Verantwortung dessen, der über seine Verhältnisse gelebt hat.

          • mickeytp says:

            OK. Danke für Ihre Zeit und Argumente. Ich denke drüber nach …

          • SH001 says:

            Die Höhe der erhaltenen Zinsen spiegelt das Risiko eines Forderungsausfalls.
            Wenn aber durch die Rechtsprechung dieses Risiko eliminiert wird, kann der Schadensfall ja nicht mehr eintreten und dadurch würde jede Form eines Risiko-Aufschlages obsolet.
            Von daher ist dies weniger eine High-Risk-Strategie als eine No-Risk-Strategie.

            Die einzige wirklich Lösung vor das Staatspleiten Problem wäre ein weltweites Verbot von Staatsschulden.

    • Nur zur Ergänzung: Es heißt im Text zu den von Singer gekauften argentinischen Staatsobligationen:

      “die er als hochriskante Papiere fraglichen Werts unter ihrem Nennwert erworben hatte”

      .

    • Anke Blessing says:

      Falls Singers Fonds dabei eine hohe Rendite erzielt, dann tangiert das allenfalls das Verhältnis zwischen ihm und denen, die ihm die Staatspapiere (mit Verlust) verkauft haben, aber nicht das zu Argentinien. Denn was Singer gewinnt, hat nicht Argentinien verloren, sondern die früheren Besitzer der Staatsanleihen. Die aber haben Singer die Anleihen in einem Geschäft unter Gleichen verkauft und beschweren sich nicht.

      In Summe haben der Singer-Fonds und die Anleihenverkäufer genau 100% der Kreditsumme aufgewendet, die Argentinien erhalten hat und nun an Singer zurückzahlen muss. Ich weiß nicht, wie Sie auf 1680% Rendite kommen. Der Fonds hat die Anleihen zu 25 Prozent des Nennwerts erworben und erhält nun 100 Prozent des Nennwerts. Das sind für mich 300% Gewinn.

  7. Dr. habil. Heike Diefenbach says:

    Noch eine Bemerkung zum sprachlichen Stil, den Heinz-Roger Dohms pflegt:

    Ich finde es sehr seltsam, wie groß die Erregung in Deutschland über Aussagen von Herrn Pirincci ist, die als Beschimpfungen gewertet werden, und wie großzügig über die Aussagen von Herrn Dohms hinweggesehen werden, die (auch) schwerlich als etwas anderes als Beschimpfungen und persönliche Verunglimpfungen betrachtet werden können – von wegen “Getriebener seiner Gier” und so. Und wenn man dann noch bedenkt, wie Dohms diese Bewertungen kombiniert mit Verweisen darauf, dass der schlimme Mensch Manager und Amerikaner ist (was davon ist für Dohms schlimmer?!?), dann fühlt man sich sehr, sehr unangenehm an den Stil erinnert, der im Stürmer gepflegt wurde. Ich finde es einfach beschämend, was in Deutschland neuerdings wieder als normal oder auch nur akzeptabel durchgeht – auch oder sogar besonders sprachlich.

    Um die Sache – als Soziologin – konstruktiv zu wenden:

    So viele Stiftungen und Staats-An-Institute geben so gerne Geld für diskursanalytische Studien aus, um Leute aufgrund ihrer Aussagen als Rechte oder sonst etwas zu identifizieren. Warum wird nicht einmal eine vergleichende Diskursanalyse durchgeführt, bei der die Art und Weise der Verunglimpfung von Personen und Personengruppen in öffentlichen – vor allem: öffentlich-rechtlichen ! – Medien mit der verglichen wird, die im Stürmer betrieben wurde?

    Ich finde, Parallelen sind sowohl stilistisch als auch inhaltlich unübersehbar. Und ist es nicht deutlich relevanter, wenn Journalisten in öffentlich-rechtlichen Medien und daher sozusagen mit staatlicher Segnung Verunglimpfung betreiben und Volkes Zorn schüren als wenn eine Person dies gegenüber einer anderen tut?

    Und wenn sich schon keine Stiftung und kein staatliches An-Institut findet, das Gelder hierfür bereitstellt, was sehr wahrscheinlich nicht der Fall sein wird, weil sich diese Institutionen ja gerade an der Verunglimpfung von Personen bzw. Personengruppen mit bestimmten Überzeugungen beteiligen, dann wartet hier doch ein Magisterarbeits- oder Dissertationsthema nur darauf, endlich bearbeitet zu werden!

    • Eine der seltenen diskursanalytischen Betrachtungen gibt es hier: http://www.medienverantwortung.de/wp-content/uploads/2009/07/2014-Zwingli_BA_Putin-Obama.pdf
      Tendenziöse Attributierung in deutschen Printmedien:
      Putin vs. Obama – eine linguistische Analyse

    • Uranus says:

      Daß die Parallelen in Stil und Inhalt des heutigen Journalismus mit dem eines Blattes wie dem Stürmer immer deutlicher hervortreten, aber selten thematisiert werden, mag auch daran liegen, daß kaum noch jemand lebt, der die Ähnlichkeiten überhaupt erkennen und sogar aus eigener Erfahrung bestätigen könnte. Und diejenigen, die noch leben, wie z.B. Altbundeskanzler Helmut Schmidt, sagen darüber nichts, bzw. es wird der Öffentlichkeit verschwiegen, falls sie doch einmal etwas darüber äußern sollten.

      Für umso wichtiger halte ich es deshalb, daß es blogs wie Sciencefiles gibt, die derartige Parallelen erkennen, benennen und der Öffentlichkeit zugänglich machen.

      • Danke! Wir tun diesbezüglich, was wir können, obwohl wir tatsächlich noch nicht so alt sind, wie Sie zu denken scheinen, d.h. wir den Stürmer dank der Gunst der spät(er)en Geburt auch nicht aus seiner Erscheinungszeit her kennen, was wiederum belegt, dass man diese Dinge nicht unbedingt aus eigener Erfahrung kennen muss, um Parallelen zwischen ihnen (als nunmehr historischen Phänomenen) und heutigen Phänomenen zu sehen.

        Und wo wir gerade bei solchen Parallelen sind:

        Eine andere lohnende Fragestellung für eine Diskursanalyse wäre sicherlich die nach den Ähnlichkeiten zwischen dem Konstrukt der jüdischen Wissenschaft im Dritten Reich und dem von Feministen entworfenen Konstrukt der auf Rationalität und Übereinstimmung mit der Realität beruhenden Wissenschaft als männlicher Wissenschaft.

        Oder:
        Wie verhält sich die Bereitstellung von Leistungen für alte Menschen (inklusive Pflegeversicherung und Heimunterbringung) und deren Lebensqualität zu Alltagstheorien über Lebensleistung oder die Würde auch oder gerade alter Menschen und die Funktionen von alten Menschen in und für die Gesellschaft? Man könnte auch schärfer formulieren: Wie verhält sich Genanntes zu Konstrukten von wertigerem und weniger wertigem Leben?

        Die interessanten Forschungsthemen liegen regelrecht auf der Straße – Soziologie muss nicht so furchtbar langweilig sein wie sie es zur Zeit ist!

        Und das ist der einzige Grund, warum ich es manchmal bedaure, der Uni den Rücken gekehrt zu haben: dass ich mich solchen Forschungsfragen nicht während meiner Arbeitszeit und drittmittelgefördert widmen kann – aber dann ist auch wieder zu bedenken, dass die Chancen dafür, dass solche Themen drittmittelgefördert werden, vermutlich nicht eben gut gestanden hätten….

        • Uranus says:

          Nein, nein, beim Verfassen meines Kommentars hatte ich nicht angenommen, daß Sie oder Herr Klein sich in etwa im Alter von Helmut Schmidt befinden, keineswegs. Ich ging schon davon aus, daß Sie aufgrund Ihrer bisherigen Leistungen und Erfahrungen Parallelen zwischen heutiger Zeit und mehr oder weniger vergangenen Zeitabschnitten zu identifizieren in der Lage sind. Die Zeit des nationalen Sozialismus kenne ich auch nicht aus eigener Erfahrung, trotzdem sehe ich z.B., daß die im EU-Vertrag von Lissabon wieder eingeführte Todesstrafe in einer besonders niederträchtigen Form eindeutige Parallelen zur Zeit des nationalen Sozialismus hat, bei der Menschen einfach als Terrorist, Widerstandskämpfer oder Aufständische eingestuft und somit auf der Stelle ohne Gerichtsverhandlung ermordet werden durften und dürfen. Ob innerhalb der EU von dieser Möglichkeit schon Gebrauch gemacht wurde, kann ich nicht sagen, aber allein die Tatsache, daß die rechtliche Möglichkeit dazu per EU-Vertrag festgeschrieben wurde, ist schon beängstigend.

          Im übrigen schätze ich das sciencefiles blog sehr, da Sie und Herr Klein Zusammenhänge in verständlicher Sprache deutlich machen und immer wieder den täglich zunehmenden Unsinn, Wahnsinn, Irrsinn, Schwachsinn und Blödsinn ins Blickfeld rücken, der unter verschiedenen Tarnnamen, wie z.B. „Bildung“ oder „Studie“, über die Menschen ausgegossen wird.
          Danke dafür!

  8. Chaeremon says:

    Einige der Kommentare waren ja in etwa zu erwarten: der Staatspleitegeier wurde ja schon schön ins angsthafte Bild gesetzt; dem angsthaften Michel drohte der IWF ja bereits mit Zwangsenteignung der Spaarvermögen (warum eigentlich? ach ja, die Provision der kommerziellen Renten”Versicherer” muss neu beängstigt werden); und zur juristische Kriegsmaschinerie der Hedgefonds-Manager passend und naheliegend: die deutschen Werte (was? soll? das? denn?) sollen ja wohl auch hinter der Kriegslinie im Feindesland verteidigt werden.

    Leute, hab ihr noch alle? nehmt dies: Staatskorruptionspropaganda (!)

  9. A.S. says:

    Es wäre schön, wenn im Falle einer Staatspleite automatisch als erstes die Ansprüche von Politikern (Pensionen) ersatzlos entfallen würden. Alleine das würde vmtl. die meisten Staatspleiten schon verhindern, wenn es auch durchgezogen wird.

  10. Besorgter says:

    Ich glaube nicht, dass man es bei dieser Sache so einfach machen kann. Ganz nach dem Motto, Verkäufer > Vertrag > Käufer. Hierzu könnte man locker ein Buch schreiben, warum es nicht ganz so einfach ist.

    In der Welt herrscht ein ausrufernder Finanzkrieg und man wird den Verdacht nicht los, dass die Hegemonialmacht (Wall Street, City of London) schwächere Länder geziehlt in die Schuldenfalle lockt, um danach abzusahnen. Auch Argentinien war wohl in der misslichen Lage, wenn sie in der Welt mitmischen und benötigte Dinge importieren will, sich Dollars zu beschaffen. Wer weiß schon was da so hinter den Kulissen politisch abläuft? Nötigung und Erpressung, vielleicht? Vielleicht haben die Kirchners jetzt eben den nötigen Arsch in der Hose, um zu sagen “es reicht”!

    Lustig finde ich es auch, wie immer gleich die Sozialismus Schellte kommt. Als wäre es so einfach. Länder die sich für diesen Weg entscheiden, sind sowieso immer direkter Ausgrenzung unterlegen. Und wie gut der westliche Kapitalismus funktioniert, sehen wir ja derzeit. Der kracht zusammen obwohl die restliche Welt als Blutspender fungiert hat. Davon abgesehen bin ich werder Soziallist noch Kapitalist. Beide Systeme wurden so installiert, dass sich die Oligarchie festigen und weiter stärken konnte.

    Jedes größere Land, das vielleicht sogar noch Bodenschätze oder dergleichen hat, sieht sich Angriffen ausgesetzt und wird dem “heilbringenden” alternativlosen Kapitalismus unterworfen. Wehe dem der versucht ein faireres System zu etablieren oder sich gegen den Dollar wendet. Aber das ist ja alles gerade im Wandel, wir werden sehen was kommt..

    Da ich dies gerade gelesen hab, ein aktuelles Kommentar von Willy Wimmer, das hiermit zu tun hat:
    http://www.larsschall.com/2014/08/01/tragoedien-als-moderne-sanktionsbeschleuniger/

    • Jetzt da wir alle Ihre Predigt gelesen haben, wollen wir zurückkehren auf den Boden der Realität und nach den Belegen fragen, welche Belege haben Sie für die von Ihnen erhobenen Behauptungen? Ich bin derzeit noch unschlüssig, ob mir die Verschwörungstheorie, die bösen Amis und Briten machen sich die Welt unertan, von NY und London aus, in dem sie arme Länder in finanzielle Abhängigkeit zwingen, am besten gefällt oder die herzhafte Entmündigung der “armen Länder”, in denen nach Ihrer Ansicht nur Trottel leben, die leicht dazu manipulieren kann, sich über alle Ohren bei westlichen finsteren Mächten zu verschulden.

      Wo kracht eigentlich der Kapitalismus zusammen? Das muss mir irgendwie entgangen sein und falls Sie auf die Finanzkrise anspielen, Krisen sind ein normales Geschehen im Rahmen des Kapitalismus und gäbe es nicht Politiker, die versuchen, in Märkte zu intervenieren, wären die Krisen schnell vorbei.

      Ansonsten fehlt bei Ihrem beitrag etwas: nämlich das Amen, ich aber sage Euch:, aber Ihre Heilsbotschaft kommt dan vermutlich unter dem Link …

      • Besorgter says:

        Na also, sie tuen ja gerade so als würde die USA ihre Vormachtstellung (militärisch und finanziell) nicht ausnützen. Aber da ich ja Verschwörungstheoretiker bin, haben sie ja das Totschlagargument auf ihrer Seite.
        Es gibt genug Berichte zu den Economic Hitmans, einschlägige Kommentare von Oligarchen (wie Warren Buffet, Rockefellers, Rothschilds und wie sie alle heißen), Belege für gemachte Revolutionen in Staaten die nicht so wollen wie die USA, ausländische Unterstützung von Oppositionen, Umsturzversuche, Korruption, die Agenda ala Zbigniew Brzeziński, usw.
        Aber ich weiß schon… alles Verschwörungstheorien. Die USA ist immer fair und hält sich an moralische Vertragsbildungen.
        Mit der Finanzkrise sollten sie sich vielleicht auch mal richtig auseinander setzen. Ich weiß nicht in welcher Welt sie leben? Ich zumindest in der Realität und diese ist nicht schwarz-weiß.

        Zitat: ” in denen nach Ihrer Ansicht nur Trottel leben, die leicht dazu manipulieren kann, sich über alle Ohren bei westlichen finsteren Mächten zu verschulden. ”

        Man sieht ihre Weltvorstellung ist recht einfach gestrickt.

        Amen

        • Zitat: ” in denen nach Ihrer Ansicht nur Trottel leben, die leicht dazu manipulieren kann, sich über alle Ohren bei westlichen finsteren Mächten zu verschulden. ”

          Man sieht ihre Weltvorstellung ist recht einfach gestrickt.

          Sie missverstehen das. Die zitierte Stelle ist die logische Folge Ihrer Weltvorstellung

          Ansosten fehlen auch in diesem Kommentar jegliche Belege und damit sind Sie angezählt. Die nächste Predigt geht direkt in die (Sin-)Bin.

    • @Besorgter

      Ich will Michael Kleins Kommentar zu Ihrem Kommentar noch zweierlei hinzufügen:

      Erstens scheinen Sie mir weltanschaulich in den 1970er-/80er-Jahren zu verharren. Wenn Sie Weltmächte und ihr sehr geschicktes Vorgehen in Sachen internationale Beziehungen zum Erhalt und zum Ausbau einer enorm einflussreichen Position in der Weltpolitik benennen wollen, dann sollten Sie den Blick in andere Richtungen wenden, insbesondere nach China. Aber da passt die ewig gleiche, alte Kapitalisten-Schelte traditionell nicht so recht oder erst seit ziemlich neuer Zeit. Naja, ich bin sicher, Sie können das im Rahmen Ihrer Verschwörungstheorie irgendwie passend machen. Anders als Sie wird man dies in den USA oder Russland oder Indien aufmerksam beobachten, und selbstverständlich wird man versuchen, nicht (weiter) ins Hintertreffen zu kommen – ganz genau wie Deutschland das mit seinen beschränkten Mitteln versucht, ist doch klar! Aber das Gesetz des Eigeninteresses ist ein allgemeines und gilt nicht nur für böse Kapitalisten, Es soll Sozialisten gegeben haben, die haben aus Interesse am Erhalt ihres morbiden Systems eine Mauer errichten müssen, damit ihnen die Leute nicht weglaufen ….
      Wenn Sie die Weltpolitik auf den einfachen Nenner “Böse Kapitalisten, gute alle Anderen” bringen wollen, dann bewegt sich das m.E. irgendwo zwischen lächerlich und unzureichend.

      Zweitens sollten Sie sich einmal vergegenwärtigen, wer oder was “der Kapitalismus” ist. Zu 50 Prozent sind das nämlich Produzenten und Anbieter von Gütern und zu 50 Prozent Konsumenten, die es aber gewöhnlich vorziehen, die Konsequenzen Ihres Verhaltens vollkommen außen vor zu lassen, wenn es um die tatsächlichen oder vermeintlichen Mißstände im Kapitalismus geht, mit denen man selbst natürlich überhaupt nichts zu tun hat und auf die man natürlich überhaupt keinen Einfluss hat und die man schon gar nicht durch sein tägliches Konsumverhalten unterstützt,, etc. etc. Wenn “der Kapitalismus” die Parodie eines Wirtschaftssystems wäre, als die Sie ihn offensichtlich auffassen, und nicht Millarden von Menschen so überaus gut mit und von ihm leben würden, dann würde er schwerlich noch existieren. Die Frage ist: warum tut er das (nach wie vor), wenn angeblich so viele Leute darunter leiden oder ihn verurteilen (auch, wenn sie nicht darunter leiden)? Erste Antworten hierauf lassen sich finden, wenn man sein eigenes tägliches Konsumverhalten einmal mit Abstand betrachtet.

      Wer um die Folgen des Kapitalismus auf der Erde besorgt ist, kann jederzeit anfangen, an dem, was er kritisiert, etwas zu verändern, indem er die Kooperation mit den kapitalistischen Strukturen aufkündigt. Nur – wie viele von denen, die den Kapitalismus schelten, können sich zu mehr aufraffen als zu Verbalverhalten? Und wie viele von denen, die den Kapitalismus schelten, haben irgendeine konstruktive Idee, wie es sonst möglich ist, einer Weltbevölkerung von 7 187 652 533 (am heutigen Tag) einen Lebensstandard zu ermöglichen, wie sie ihn derzeit genießt? Sicherlich keine sozialistische Planwirtschaft – das sollte doch wohl inzwischen anhand der historischen Ereginisse bis in die neuere Zeit hinein deutlich geworden sein und hat m.E. wirklich genug menschliche Opfer gekostet.

      In diesem Zusammenhang noch den Hinweis: “Länder” haben niemals einen sozialistischen Kurs eingeschlagen, sondern bestimmte Leute in politischer Verantwortung oder in Positionen, die ihnen die Möglichkeit gegeben haben, in solche zu kommen (sprich: Militärputsch), manchmal mit Unterstützung von Teilen der Bevölkerung eines Landes, gewöhnlich gegen die Mehrheit der Bevölkerung eines Landes.

      • A. Behrens says:

        Der Witz dabei ist ja, dass die bösen Kapitalisten es erlauben, dass die guten Sozialisten jederzeit sozialistisch leben können.

        Die Sozialisten können sich einfach ein paar Grundstücke kaufen (in Meck-Pomm gibt es die ganz billig und die Landschaft ist _wirklich_ schön) und anfangen sozialistisch zu leben und zu handeln. Also jeden ins Land (bzw. aufs Grundstück) lassen der will, jeden durchfüttern der faul ist, Dummen das gleiche Mitspracherecht bei Entscheidungen zu geben und knappe Ressourcen dem zu geben der am lautesten jammert.

        Aber nach meinen Beobachtungen wollen Sozialisten diese einfache Lösung gar nicht. Denn dann könnte sich Lothar Ernst (PDS) keinen Porsche mehr leisten und Sahra Wagenknecht keinen Frühstücks-Hummer. Schweine waren schon immer gleicher und Schafe haben schon immer geblökt.

    • Sven H. Schillings says:

      @ Besorgter

      Sie stellen in den Raum, ” dass die Hegemonialmacht USA bzw. GB schwächere Länder gezielt in die Schuldenfalle lockt, um danach abzusahnen. Auch Argentinien war in der misslichen Lage, sich Dollars zu beschaffen” .
      Die argentinische Regierung hat sich willentlich und bewusst Kredite beschafft, sie wurde nicht dazu gezwungen.
      Ich verweise hierzu auf die Situation in Südeuropa. Vor Einführung des Euro hatten auch viele europäische Staaten Risiko-Aufschläge auf Staatsanleihen zu zahlen. Mit Einführung des Euro konnte man beobachten, dass die Zinsen für Staatsanleihen fielen. Nun hätte man die Annuität gleich lassen können, und damit aufgrund der sinkenden Zinsen eine höhere Rückzahlung der Anleihen, mithin eine Senkung der Schulden erreichen können. Doch die meisten südeuropäischen Staaten gingen bewusst einen anderen Weg. Bei gleich bleibender Annuität haben Sie die Anleihen sogar erhöht, also auch die Schulden Last erhöht. Insbesondere bei Griechenland ist dies gut zu beobachten. Griechenlands Schuldenlast ist trotz eines Schuldenschnitts heute höher als vor 2008.
      Fazit: das Urteil des US Gerichtes ist absolut zu begrüßen. Wenn Politiker bewusst und willentlich Schulden aufnehmen, so sind sie ( bzw. die Staaten) alleinig für die Rückzahlung verantwortlich, und nicht der Gläubiger. In diesem Kontext ist es meines Erachtens wichtig, dass auch eine Haftung von Politikern beziehungsweise Amtsträgern eingeführt wird, wie sie bereits für Privatpersonen und Firmen gilt.

  11. David says:

    2 Dinge gehören hier mal festgestellt
    1) Der Fonds hat die Papiere (wie schon beschrieben) zu einem Bruchteil ihres Wertes von einem Dritten erworben. Argentinien hatte diese Pariere schon Jahre vorher am Markt verkauft.
    2) hat Argentinien die Anleihen nach US-Recht aufgelegt und nicht nach ihrem eigenen. Dies geschah, weil Argentinien unter seiner Rechtsprechung keine Investoren fand die relativ (zu den diskutierten) niedrige Zinsen akzeptiert hätten. Die Investoren wussten, dass Argentinien unter der eigenen Rechtsprechung einfach sagen könnte “wir bedienen die Anleihe nicht” und keiner hätte sich wehren können.

    Und jetzt nehmen wir die zwei Punkte mal zusammen: Argentinien war ‘gierig’ die Zinsen gering zu halten und hat sich entschlossen unter US Recht Anleihen zu begeben. Ein Investmentfonds hat diese Anleihen erworben und beruft sich nun auf genau dieses Recht, das Argentinien bewusst gewählt hat.

    Jetzt sollte jeder mal sein Rechtsverständnis überprüfen. Falls er zum Schluss kommt, dass Argentinien im Recht ist, schlage ich vor, sie nehmen sich einen Kredit bei der Bank, bedienen diesen nicht und bieten dann einen Vergleich über 25% des Wertes an. Mal sehen wie schnell sie vor Gericht sind und/oder gepfändet werden weil sie den Kreditvertrag brechen…

  12. Nathan mit Meise says:

    Wenn’s dann man immer so einfach wäre. Argentinische Staatsanleihen hatten immer eine eher hohe Verzinsung. Kurz vor der Pleite waren es 16%.

    Da ist das Ausfallrisiko mit drin und es war klar das nach einer Pleite umgeschuldet wird. Wenn jetzt ein Richter den damaligen usus einfach umdreht so mag das für den Neoliberalen Durchschnittsdenker eine klare und logische Folgerung aus seinem Eigentumsbegriff sein, es ist aber auch eine Aufhebung der Rechtssicherheit.

    Das Amerikaner Gewaltherrschaft einführen und unterstützen sollte bekannt sein. Outlaws die sich an s´nichts anders halten als Ihre Ganovenehre. Da Sie dann den Diktatoren Kredite geben die diese in die Schweiz transferieren und dieses ach so tolle US Rechtssystem anschließend die Länder plündert müsste auch jeder Wissen der sich von den Mainstreammedien nicht verblöden lässt.

    Bevor also hier rumgetönt wird wie toll doch dieser Eigentumsbegriff ist sollten meiner Meinung nach erstmal geprüft werden wem das Geld gegeben wurde und wohin es versickert ist.

    Die Pfändung von Staatseigentum, Infrastruktur oder z.B. der Wasserversorgung (ud die zwangsläufige Privatisierung) wäre darüber hinaus nichts anderes als Diebstahl am betroffenen Volk.

    MaW. Schuster bleib bei deinen leisten und mach wieder auf (Antigender) Soziologie.

    • Rayson says:

      Da ist das Ausfallrisiko mit drin und es war klar das nach einer Pleite umgeschuldet wird.

      Da war *ein* Ausfallrisiko mit drin, und zwar eins unter US-Recht.

      Unter der konsequenten Anwendung dieses Rechts statt eines quasi-erpresserischen Diktats durch den Schuldner kann dann wohl auch nur der vulgärlinke Durchschnittsdenker eine “Aufhebung der Rechtssicherheit” vermuten. Aber der schafft es ja auch, den Kreditgebern einen Vorwurf daraus zu basteln, dass sie eine Rückzahlung erwarten statt selbstlos Verschwendern ihr Vermögen zu übereignen.

      Da die Verschwender im übrigen ja so toll demokratisch legitimiert sind, also vom Volk gewollt, dürfte sich dieses dann eigentlich auch nicht wundern, wenn “Staatseigentum” zur Schuldentilgung herangezogen wird.

    • A. Behrens says:

      Ausfallrisiko meint hier: Das Risiko, dass nicht pünktlich bezahlt wird. Die Zinsen sind dann die Kosten für die Schuldeintreibung.

      Mit Ausfallrisiko ist nicht gemeint, dass sich der Schuldner nach Lust und Laune entscheiden kann, ob er zurückzahlt oder nicht. Können Sie einfach prüfen: Finden sie einen einzigen Menschen auf der Welt, der Geld verborgt wenn der Schuldner darüber entscheiden kann, ob er zurückzahlt oder nicht.

      Wenn Sie denjenigen gefunden haben: Ich hätte gern einen Kredit. Höhe beliebig zwischen 10.000 und 1 Milliarde. Zinssatz 16%. Oder auch in beliebiger anderer Höhe, ich kann ja entscheiden ob ich zurückzahle…

      • A.S. says:

        Sie müssen ein Staat sein, dann können Sie das. Wenn Sie dann Glück haben z.B. sozialistisch zu sein, dann dürfen Sie als Staat auch gerne mal die Gläubiger umbringen ohne dass es das westliche Friedenslager stört…….

        • mickeytp says:

          Sie müssen ein kapitalistischer Staat mit extremen Eigeninteressen wie die USA sein, dann können Sie tun was Sie wollen. Wenn Sie dann Glück haben z.B. die CIA zu haben, dann dürfen Sie als Staat auch gerne mal die gewählten Regierungshäupter wie Mohammad Mossadegh (Iran) stürzen, weil der die Ölvorkommen verstaatlichte oder zB eben mal in den Irak einmarschieren mit frei erfundenen Behauptungen von angeblichen Massenvernichtungswaffen, einen Rachefeldzug gegen Afghanistan starten (Bush sprach wörtlich von Rache) ohne dass es das westliche Friedenslager oder gar die UN oder deutsche Regierung wesentlich stört …

          Was ich damit sagen will: Sie blenden und werfen Nebelkerzen …

          • Was ich damit sagen will: Sie blenden und werfen Nebelkerzen

            Gut, dass Sie es ansprechen: Was hat das ganze mit Kapitalismus zu tun. Sind Bush jun. und sen. vom Kapitalismus gesteuert und wenn ja, wer hält die Zügel in der Hand? Derselbe, der die sozialistischen Zügel in der Hand hält, die z.B. die ehemalige UdSSR in allerlei Staaten hat einmarschieren sehen?

            • mickeytp says:

              Darum geht es mir doch gar nicht. Diese Pauschalisierungen sind doch idiotisch und wenig konstruktiv. Wenn man unbedingt will kann man auch Bush als Produkt des Kapitalismus sehen oder gibt es eher arme Menschen, die in den USA Präsident werden können wir bei uns Schröder?

              • Vielleicht kürzen wir das ganze ab und Sie sagen, worum es Ihnen geht, denn aus Ihrem letzten Beitrag muss man den Eindruck gewinnen, dass es Ihnen um Pauschalisierungen geht … Schröder, meinen Sie den mit den gefärbten Haaren, der pekuniären Angeboten aus Staatsbetrieben aufgeschlossen gegenüber steht, der sich im Gegensatz zu Bush verkaufen muss, während letzterer im Hinblick auf seinen finanziellen Ehrgeiz eher subsistent ist – nur was hat das ganze mit armen Menschen zu tun, die es sowieso nur noch in Asien oder Afrika oder im Gaza-Streifen oder an wenigen anderen Orten, aber sicher nicht in Deutschland gibt — ?

          • A. Behrens says:

            Zitat “Sie müssen ein kapitalistischer Staat […] wie die USA sein”

            Wo genau sehen Sie den Unterschied zwischen kapitalistischem und sozialistischem Staat? Wie sich ein Staat selbst bezeichnet (die DDR nannte sich zum Beispiel demokratisch) ist IMO irrelevant. Eine mögliche Unterscheidung wäre zum Beispiel die Frage, wofür ein Staat Steuereinnahmen verwendet. (Jesus hat mal gesagt “an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen”)

            Für ein kapitalistischen Staat würde ich zum Beispiel erwarten, dass ein Staat hauptsächlich Gelder ausgibt um etwaige Beeinflussungen der Politik durch die Wirtschaft zu verhindern (= Kartellamt) und ansonsten versucht sich selbst möglichst schlank zu machen, um dem freien Unternehmertum nicht im Weg zu stehen.

            Laut (*) hat die USA ein Jahresbudget von 2.9 Mrd Dollar. 1.9 Mrd (also rund 2/3) davon werden für Sozialleistungen ausgegeben. In meinen Augen ist die Haushaltspolitik der USA eindeutig sozialistisch.

            Für eindeutig sozialistisch halte ich außerdem die Militär- und Außenpolitik der USA. Statt dem freien Spiel der Kräfte bzw. Märkte zu vertrauen, ist die Militär und Außenpolitik in meinen Augen eindeutig protektionistisch und damit marktfeindlich.

            Ich halte weiterhin die Außenpolitik der USA für hochideologisch geprägt mit einer für Ideologien typischen Aufteilung der Welt in Gut und Böse. Kapitalismus ist in meiner Wahrnehmung dagegen vor allem vonder systematischen Suche nach Übereinstimmungen / Sympathien geprägt, da Sympathien die Grundlage von Zusammenarbeit und Handel ist.

            Daher: Die Aussage “kapitalistischer Staat […] wie die USA sein” ist damit für mich eine unbewiesene Behauptung.

            Das die europäischen Linke der USA ablehnend gegenübersteht, ist für mich kein Argument, sondern eher eines der typisch linken Grabenkämpfe “Volksfront von Judäa“ gegen “Judäischen Volksfront”.

            (*) http://de.wikipedia.org/wiki/Haushaltsplan_der_Vereinigten_Staaten

            • mickeytp says:

              Der Überlegung habe ich nichts entgegenzusetzen. Was Sie übersehen ist, dass ich als Antwort einfach die verallgemeinernde Behauptung von A.S. etwas umschrieb um damit deutlich zu machen, dass es sich um eine verallgemeindernde Behauptung handelt und man genau etwas Gegenteiliges ohne jede Substanz sagen kann. Was ich schrieb war also eher als Spiegel denn ernst gemeint. A.S. hatte geschrieben “Sie müssen ein Staat sein, dann können Sie das. Wenn Sie dann Glück haben z.B. sozialistisch zu sein, dann dürfen Sie als Staat auch gerne mal die Gläubiger umbringen ohne dass es das westliche Friedenslager stört…….” Bitte Hintergrund des Kommentars beachten.

          • A.S. says:

            „ohne dass es das westliche Friedenslager oder gar die UN oder deutsche Regierung wesentlich stört …
            Was ich damit sagen will: Sie blenden und werfen Nebelkerzen …“

            Was Sie sagen wollen interessiert mich weniger als das was Sie sagen. Und das ist Blödsinn. Die deutsche Regierung hat sich sehr wohl am Irakkrieg gestört. Und das, was in Dt. als Friedensbewegung gilt, demonstriert eigentlich ausschließlich gegen die USA, nahezu unabhängig davon was gerade passiert. Gegen das Treiben der ISIS im Irak z.B. gibt es keine großen Proteste. Die wird es erst geben wenn Obama nicht mehr bereit ist der Barbarei zuzuschauen. Dann wird demonstriert werden und zwar gegen die amerikanische Reaktion. Da halte ich jede Wette.

            Nebenbei, um an die Frage von Herrn Klein anzuknüpfen: Wieso kommen in dem Kontext auf Kapitalismus und die USA? Argentinien hat betrogen (Artikelthema), nicht die USA. Kann es sein, dass sie Ressentiments gegen die USA haben? Und von was lenkt mein Kommentar ab?

            • mickeytp says:

              “Die deutsche Regierung hat sich sehr wohl am Irakkrieg gestört.” Sie hat reagiert und den gegen das Völkerrecht geführten Angriffskrieg bei der UNO thematisiert?

              Allerdings stimme ich ihn zu, dass Betroffenheit sehr selektiv bei Demonstrationen ist. Aber das gilt auch für die Wahrnehmung von Krisen durch Politiker wie zB im Dafur-Konflikt. Wenn nicht unmittelbar wirtschaftliche Interessen, geopolitische Interessen oder am ehesten Öl-Interessen gefährdet sind erlahmt der “humanitäre Einsatz” von Regierungen (besonders USA) und Politikern zusehends.

              “Nebenbei, um an die Frage von Herrn Klein anzuknüpfen: Wieso kommen in dem Kontext auf Kapitalismus und die USA? Argentinien hat betrogen (Artikelthema), nicht die USA. Kann es sein, dass sie Ressentiments gegen die USA haben? Und von was lenkt mein Kommentar ab?”

              Die Frage beantworte ich gerne wenn Herr Klein meine wiederholt gestellte Frage beantwortet. Warum hat Herr Klein in seinem Artikel nicht erwähnt, dass es sich bei der Rückforderung der $1.3 Mrd. um eine Rendite von 1680% handelt, also ein Profit von 1680 Prozent auf ihre ursprüngliche Investition? (Im Gegensatz zu Ihnen spekuliere ich nicht über mögliche Ressentiments sonder erbat sehr weit oben eine Antwort auf diese Frage. Bisher Zero.)

              • Rayson says:

                Warum hat Herr Klein in seinem Artikel nicht erwähnt, dass es sich bei der Rückforderung der $1.3 Mrd. um eine Rendite von 1680% handelt, also ein Profit von 1680 Prozent auf ihre ursprüngliche Investition?

                Weil es irrelevant ist? Der Gewinn des Fonds ist der Verlust derer, die an ihn verkauft haben. Offensichtlich hatte der Fonds ein höheres Vertrauen in die Rechtsprechung als der Rest des Marktes. Solche Minderheitsmeinungen pflegen im Erfolgsfall immer sehr hoch honoriert zu werden. Was übrigens eine Stärke von Märkten ist.

  13. M says:

    Pacta sunt servanda – Verträge sind einzuhalten. Das alte Lied von der uralten, beharrlichen Unbeholfenheit in der Handhabung der Macht, Die Wichtigtuerei der Verteiler gegenüber den Erzeugern, ihren Anspruch auf den größten Teil, ihre Berufung, sie wären unentbeerlich. Die Menschheit muß doch langsam mal müde werden über dieses ständig wiederholende Gewäsch. Mehr gibt es dazu wirklich nicht zu sagen.

  14. a.behrens says:

    Ich erlaube mir mal einen Link(*) zu ergänzen, warum (Zitat Herr Klein) Herr Singer und Herr Griesa Helden sind. Nach dem Text auf Freie Welt ist die erneute Staatspleite unausweichlich gewesen und primär Folge einer über Jahrzehnte andauernde, ökonomisch wahnwitzige Wirtschaftspolitik.

    (*) http://www.freiewelt.net/argentinien-ein-staatsbankrott-mit-vorankuendigung-10038564/

  15. Pingback: Drittes Reich Slang: Gewerkschaftler von Sinnen | Kritische Wissenschaft - critical science

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