Erzliberal und individualistisch – Die WELT wird modern

Jetzt gibt es ein Novum auf ScienceFiles.

Wir weisen auf einen Beitrag in einem deutschen Printmedium hin.

Das haben wir schon öfter getan?

Stimmt.

Die WeltAber dieses Mal – und das ist neu – weisen wir nicht darauf hin, um auf  haarsträubende Fehler oder eklatante Verstöße gegen Logik, journalistischen Ethos oder auch nur die Regeln der deutschen Sprache hinzuweisen, dieses Mail empfehlen wir den Lesern von ScienceFiles einen Beitrag von Ulf Poschardt, der mit dem Titel, “Die Briten sind das Gegengift zum EU-Sozialismus” überschrieben ist.

Bewegt sich am Ende etwas in Deutschland? Man könnte es fast denke.

Und weil man es fast denken könnte, wollen wir die Teile des Beitrags von Poschardt, in denen die Engländer mit den Briten gleichgesetzt werden, Waliser, die wir nun einmal sind, nur nebenbei erwähnen und unsere Irritation darüber, dass Poschardt, George Osborne und Wolfgang Schäuble “parallel schwingen” sieht, nur zum Ausdurck bringen.

Der Rest ist lesenswert und eine wohltuend nüchterne Darstellung dessen, was die Briten auszeichnet: Individualismus, Marktwirtschaft, individuelle Freiheit, Leistung, Eigenverantwortung, all das, wovor sich Sozialisten fürchten wie der Teufel vor dem Weihwasser.

Und warum fürchten sich die Sozialisten davor? Weil sie geradezu Panikattacken bei der Vorstellung bekommen, sie müssten auf Grundlage ihrer eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen, auf Grundlage ihres Nutzens für die Gesellschaft mit anderen konkurrieren und erhielten am Ende die Auszahlung, die ihren Fähigkeiten und Kompetenzen tatsächlich entspricht.

Um den Appetit unserer Leser anzuregen, hier ein Ausschnitt aus dem Beitrag von Poschhardt:

“Doch es geht um mehr. Mit den Tories hat eine Partei gesiegt, deren Kern neben einigen angestaubten Traditionalismen und einer elitären Elitenbildung jener schamlose, großartige, bewundernswerte Individualismus ausmacht, wie er so nur in England gepflegt wird.

Die EU-Allergie der Tories wird durch Gleichschaltungen, Regulierungen und Egalitarismen ausgelöst. Der Thatcherismus war eine Modernisierungsidee, deren kulturelle Versprechen erst New Labour unter Tony Blair einlösen konnte. Heute haben die Tory-Frontrunner wie David Cameron und Boris Johnson keinerlei Berührungsängste mit der Gegenwart.

Sie verkörpern den Zeitgeist eines fortschrittlichen, aufgeklärten, erzliberalen Europa besser als die Rebellions-Epigonen in Athen oder die Umverteilungsfanklubs in Paris, Rom oder Berlin. Eine gute Wahl für Europa.”

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3 Responses to Erzliberal und individualistisch – Die WELT wird modern

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  2. hope says:

    Gebt mir zwei Postings. Im zweiten geht’s um Philosophie und deutsche Kultur: Was ist typisch deutsch?

    Im ersten möchte ich kurz auf die Behauptung eingehen, es handele sich bei der EU um Sozialismus. Der Beweis, daß es nicht so ist, läßt sich anhand eines Bildes dokumentieren:

    http://p5.focus.de/img/fotos/crop3974454/120701839-cv16_9-w630-h355-oc-q75-p5/die-10-maechtigsten-lebensmittelkonzerne.png?iact=rc&uact=3&dur=971&page=1&start=0&ndsp=17&ved=0CCcQrQMwAg

    Man erkennt leicht die Verstrickungen der Konzerne untereinander. Wir haben es daher mit einem ausgeprägten Kartell zu tun.
    Die EU-kommision hat Anfang des 21. Jhds. die Richtlinie zur Verschmelzung von Kapitalgesellschaften auf den Weg gebracht. Das geschah fern der öffentlichen Wahrnehmung!

    Das Wirtschaftssystem ist der Corporatismus! Das Kartell ist der Staat im Staate!

    Es gibt keine Konkurrenz mehr. Sprachlich ist der Konkurrent ausgemerzt und ersetzt worden durch den Mitwettbewerber! Mitwettbewerber helfen einander! Schließlich arbeiten alle für dasselbe Kartell.

    Der Corporatismus ist das Gegenstück zum Kommunismus. Im Kommunismus arbeiten alle für den Staat, im Corporatismus für eine dünne Hegemonialmacht, den Oligarchen. Auch das ist Planwirtschaft.

    Die Ideologie der Linken – Gender, Multikulti – ist mit dem Kapitalismus der Rechten eine Allianz eingegangen. Die Großraumwirtschaft erstreckt sich über den gesamten Planeten. Der letzte Schritt zur Angleichung ist folglich TTIP.

    Die EU ist das neue Imperium Romana. Das war der dichtbesiedeltste Erdteil seinerzeit. Der Koloß sprengte die Grenzen und ging in die Breite, nicht in die Tiefe! (ich weiß, das ist eine Tautolgie; das ist nur wegen der Dramatik)

  3. hope says:

    Worum kämpfen wir eigentlich?

    Es ist eine bizarre Tatsache, daß die Physik der alten Griechen den Gebrauch der Uhr nicht kennt. Ihre Physik war statisch, im Gegensatz zur Dynamik, die mit Tausendsteln von Sekunde rechnet. Die alten Griechen kämpften um etwas, das sein Ziel in sich selbst hat. Aristoteles Begriff der Enelechie ist der einzige zeitlose – ahistorische – Entwicklungsbegriff, den es gibt.

    Wir Menschen mit unserem historischen Sinn sind eine Ausnahme und nicht die Regel, “Weltgeschichte” ist unser Weltbild, nicht das “der Menschen”. Für den indischen und antiken Menschen gab es kein Bild der werdenden Welt und vielleicht wird es, wenn die Zivilisation des Abendlandes einmal erloschen ist, nie wieder eine und also einen menschlichen Typus geben, für den “Weltgeschichte” eine so mächtige Form des Wachseins ist.
    Wir Deutschen sind eben gerade jener Typus Mensch, der seinen Sinn in einer werdenden Welt sieht. Was uns ängstigt, ist die Statik, die plötzlich mit den Facharbeitern in unser Land drängt. Sie drängen das Werdende zurück, zurück in die Antike, Rom, das nur den Augenblick kannte.

    Oswald Spengler sagte den Untergang der Kultur des Abendlandes voraus. Und er sagte ihn für das Jahr 2000 voraus – ausgelöst vom Überdruß, der sich schon Ende des 19. Jhds. bemerktbar gemacht hat. Ohne mich rühmen zu wollen, dieser Punkt ist bis dato nicht in der Literatur bemerkt worden. Noch immer belächeln die “Entscheider” die Angst vorm Untergang des Abendlandes. Aber das ist längt tot.

    Betrachtet man nun die jetzige Generation – und die Facharbeiter – , so scheinen die alle entwurzelt zu sein von der Geschichte? Museen, Theater und Kulturschauplätze veröden; die Facharbeiter haben keine Kultur, keine Tradition, wie wir sie kennen. Auch für sie steht der Genuß am ersten Platz. Einklaufen. Wirtschaften.

    “Unsere” Geschichte geht zuende, die Geschichte der Zeit geht zu Ende! Die Weltgeschichte, wie wir Deutschen sie kennen, wird gerade eben vergessen, schnell. Wir sind die letzten Dinosaurier!
    Nur wir können uns in den Köngreichen wiederkennen! Nur wir fanden darüber zu unserer “Identität”!

    Aber! Sollten wir nicht dankbar sein? Denn vor 2000 Jahren hat uns das Schicksal einen Mann geschenkt, der uns die deutsche Freiheit gab! Im Morast des Teutoburger Waldes ist Varus stecken geblieben. Hermann, der edle Recke, siegte in diesem Drecke! (Frei nach Heinrich Heine)
    Wenn Hermann nicht die Schlacht gewonnen hätte, so wären wir römisch geworden – und geblieben! Römer! Und sprächen heute Latein!

    Ein letzter Rest deutscher Identität ist noch übrig geblieben. Das ist die Ordnung, die AfD.
    Doch Ordnung und Disziplin, die deutschen Tugenden, können sich kaum durchsetzen. Die Führung, namentlich Bernd Lucke, wird von vermeintlicher Fischschwarmintelligenz attackiert. Der Schwarm weiß alles besser und marodiert die Partei in die Bedeutungslosigkeit. Blablabla…

    Sollten wir noch mal das Schicksal wenden? Oder sollten wir ein Reservat fordern?

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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