Korruption als neue Menschlichkeit? ARD propagiert Neubewertung des Strafrechts

Ibn Khaldun hat eine zyklische Entwicklungstheorie menschlicher Gesellschaften entworfen. Menschliche Gesellschaften entstehen, blühen, erreichen ihren Höhepunkt, werden korrupt und dekadent und verschwinden, machen einer neuen Gesellschaft, die mit neuem Elan startet, Platz.

Das Ende von Gesellschaften wird in der Regel dadurch eingeleitet, dass Privilegien vergeben werden, Formen des Opportunismus wie z.B. Korruption gesellschaftsfähig werden, die politische Klasse ihre Ziele der Selbstbereicherung oder des moralischen Selbst-Aggrandisements unbehindert und gegen jede Vernunft verfolgen kann, dass die Auswahlprozesse in der Gesellschaft nicht mehr funktionieren, so dass (Führungs-)Positionen an Personen vergeben werden, die nicht die Fähigkeiten und Kompetenzen haben, um die entsprechenden Positionen zu füllen, dass die Regel und der Konsens, der einst unhintergehbare Gemeinsamkeit der Gesellschaft war, brüchig werden, bröckeln, auseinanderfallen.

Korruption, also z.B. die Möglichkeit, sich Vorteile durch die Bestechung von Beamten zu erkaufen, politische Gefallen als Gegenleistung für einen Jachturlaub einzufordern usw. ist das Thema, das Politikwissenschaftlern immer zuerst einfällt, wenn sie die Frage erörtern, warum bestimmte Gesellschaften scheitern. Korruption spielt im Rahmen von Failed States eine große Rolle: Staaten, die es nicht schaffen, zu prosperieren, weil die Gesellschaft von einer korrupten Funktionärsschicht durchzogen wird, die alle Aktivität im Keim erstickt und jede Initiative an die Zahlung von Bestechungsgeld oder sonstige Formen der Korruption knüpft.

Deshalb gilt in modernen Staaten der Kampf gegen Korruption als eine Notwendigkeit, um den entsprechenden Staat vor einem Niedergang zu bewahren, denn ist Korruption erst zur Normalität geworden, dann naht das Ende.

Bei der ARD kann man das nahende Ende in der ersten Reihe beobachten.

Es geht um Korruption in Bremen. Darum, dass eine Mitarbeiterin in der Außenstellen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mit Anwälten eine kriminelle Vereinigung gebildet haben soll, deren Ziel darin bestand, Asylbewerbern, die in Deutschland kein Anrecht auf Asyl haben, unter Bruch geltenden Rechts dasselbe zu verschaffen: Bandenmäßige Verleitung zur missbräuchlichen Asylantragstellung und Korruption“, lauten die Gegenstände des Ermittlungsverfahrens.

Man stelle sich vor, ein Baudezernent in einer Kommune habe seit Jahren mit Bauunternehmern gemeinsame Sache gemacht. Diese hätten ihm ihre Angebote vor einer Ausschreibung zugeleitet und er hätte die Ausschreibung so gestaltet, dass die Bauunternehmen den Zuschlag erhalten hätten. Damit ist eine andere Form der Korruption beschrieben, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Skandalaufmacher in der Tagesschau ihren Niederschlag gefunden hätte.

Man stelle sich vor, ein Mitarbeiter im Rechenzentrum des Kraftfahrtbundesamts Hätte Zugangsdaten an einen Kraftfahrzeugversicherer verkauft, so dass dieser komplette Informationen nicht nur über die in Deutschland registrierten Autos und Autohalter hat, sondern auch über das Fahrverhalten derer, die in Flensburg punkten. In welche Worte würden die Redakteure der Tagesschau wohl ihre Empörung über diese Form der Korruption packen.

Sie würden sich mit Sicherheit nicht fragen, ob es um Geld oder um Menschlichkeit gegangen sei, egal, ob die begünstigten Bauunternehmen durch den Sachbearbeiter vor dem sicheren Ruin gerettet und die dort Beschäftigten vor Arbeitslosigkeit bewahrt worden wären. Egal, ob der Mitarbeiter im Kraftfahrtbundesamt ein überzeugter Nudger gewesen wäre, der mit seiner Aktion dazu beitragen wollte, Kraftfahrern eine Versicherung bei dem von ihm für die beste Versicherung gehaltenen Unternehmen zu verschaffen.

Und doch, wenn es darum geht, dass in vermutlich mehr als 2000 Fällen Menschen, die in Deutschland kein Recht auf Asyl haben, rechtsmissbräuchlich und in voller Absicht mit demselben versorgt werden, wenn vorhandenes Recht systematisch umgangen und ausgehebelt wird, da fällt den Redakteuren der Tagesschau die Frage ein “Ging es um Geld oder um Menschlichkeit?“.

Allein diese Frage ist schon ein Alarmzeichen, das zeigt, wie normal Korruption manchen schon geworden ist. Aber nicht nur das, es ist auch ein Alarmzeichen für gutmenschliche Stupidität. Nur bei der Tagesschau kann man auf die Idee kommen, dass eine Mitarbeiterin des BAMF das Risiko einer Entdeckung und entsprechenden Verurteilung aus „Menschlichkeit“ eingeht. Dass mehrere Anwälte aus reiner Menschlichkeit eine kriminelle Vereinigung bilden, um aus reiner Menschlichkeit, vornehmlich Jesiden zu einem Aufenthaltsrecht zu verhelfen. Vermutlich denkt man in der ARD auch, die Schleuser in Lybien handelten aus reiner Menschlichkeit, weil sie denken, dass das Leben in Deutschland angenehmer sei als in Nordafrika…

So besehen, sind dann Mörder letztlich Menschenfreunde, die dafür sorgen wollen, dass das Leid, das menschliches Leben nun einmal bedeutet, schnell beendet wird. Unentgeltlich versteht sich.

Menschen handeln, um mit ihrem Handeln einen Nutzen zu erreichen. Dass es heute möglich geworden ist, egoistische Handlungsmotive als Nächstenliebe auszugeben, ändert nichts daran, dass die entsprechenden Handlungen ausgeführt werden, um sich einen Nutzen zu verschaffen.

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Studie belegt großes Misstrauen gegenüber öffentlich-rechtlichen Medien

Vor einiger Zeit haben wir von einer Junk-Studie berichtet, mit der Kim Otto von der Universität Würzburg versucht hat, Medien im Allgemeinen und die (öffentlich-rechtlichen) Medien im Besonderen als das darzustellen, was sie nach Ansicht derer, die von Lügenpresse reden, eben nicht sind: glaubwürdig. Das Vertrauen in Medien habe einen neuen Höchststand erreicht, so hat Otto aus Daten des Eurobarometers herausgelesen, etwa so, wie man aus dem Kaffeesatz die Zukunft herauslesen kann, denn Otto weiß so wenig wie alle anderen, die die entsprechenden Daten des Eurobarometer nutzen, was eigentlich gemessen wurde. (Wen unsere Besprechung der Legitimationsforschung aus Würzburg interessiert, der kann sie hier nachlesen).

Heute wird unsere damalige Kritik durch Ergebnisse, die YouGov veröffentlicht hat, bestätigt. 2000 Befragte haben Angaben zum Vertrauen in Institutionen, darunter öffentlich-rechtliche Medien gemacht. Das Ergebnis ist verheerend für öffentlich-rechtliche Medien: 28% der Befragten sind der Ansicht, dass öffentlich-rechtliche Medien sehr (4%) oder eher vertrauenswürdig (24%) sind, 31% der Befragten sind der Ansicht, dass öffentlich-rechtliche Medien eher nicht (19%) oder überhaupt nicht vertrauenswürdig sind (12%). Mehr Befragte sind also der Meinung, man könne der Berichterstattung wie sie in öffentlich-rechtlichen Medien erfolgt, nicht vertrauen als der Ansicht sind, man könne der Berichterstattung vertrauen und deutlich mehr Befragte beziehen hierbei die Extremposition „überhaupt nicht vertrauenswürdig“ (12%) als bereit sind, den öffentlich rechtlichen Medien zu attestieren, dass ihre Berichterstattung „sehr vertrauenswürdig“ sei (4%).

[Methodischer Einschub: 35% der 2000 von YouGov Befragten wollen sich weder für die eine noch die andere Seite entscheiden und antworten mit „teils, teils“. Teils/teils ist hier wohl als eher verunglückter Versuch eine Mittelkategorie einzuführen, zu werten; weder vertrauenswürdig noch nicht vertrauenswürdig wäre wohl die bessere Wahl gewesen, wenn man eine derart nichtssagende Kategorie einführen will, um Befragten die Möglichkeit zu geben, eine Frage zu beantworten, ohne eine relevante oder sinntragende Antwort zu geben.]

Dass man selbst derart miserable Ergebnisse für öffentlich-rechtliche Medien noch gutschreiben kann, beweisen die Mannen von Yougov mit dem Titel, den sie der Folie spendiert haben, die die Ergebnisse, die wir hier berichten, darstellt: „Öffentlich-rechtlichen Medien wird eher vertraut als der Bundesregierung“. So kann man ein Ergebnis auf den Kopf stellen und aus Misstrauen Vertrauen konstruieren. Tatsächlich vertrauen noch weniger Befragte der Bundesregierung (nämlich 5% sehr und 20% eher) als den öffentlich-rechtlichen Medien. Das ändert aber nichts daran, dass das Misstrauen gegenüber öffentlich-rechtlichen Medien überwiegt.

Mit einer weiteren Frage untersuchen die YouGover die Wahrnehmung der Berichterstattung von Medien, Hier erklären 30% der Befragten, dass sie der Aussage:

„Die klassischen Medien (z.B. Tageszeitungen, TV, Radio) berichten oft nicht über wichtige Ergebnisse, weil sie politisch korrekt sein wollen“

voll und ganz (11%) bzw. eher (19%) zustimmen, 18% stimmen der Aussage eher nicht zu und 5% stimmen ihr überhaupt nicht zu. 38% der Befragten, geben hier „teils/teils“ zur Antwort.

Da öffentlich-rechtliche Medien sich insbesondere durch politisch-korrekte Berichterstattung hervortun, mag das Misstrauen gegenüber öffentlich-rechtlichen Medien mit deren politischer Korrektheit zusammenhängen und damit, dass immer weniger Bürger von Medien belehrt, anstelle von informiert werden wollen.

Wer die Ergebnisse, die wir hier besprochen haben, nachvollziehen will, der muss das Material der entsprechenden YouGov-Umfrage hier anfordern.

“Rechtslastige Verschwörungstheorie”? Nicht Finis Germania, sondern Finis Ratio

Diskutieren wir doch alle einmal über ein Buch, das die wenigsten von uns gelesen haben.

Finis GermaniaWarum auch nicht? Schließlich wird das Buch „Finis Germania“ gerade von den kulturellen Leidmedien Deutschlands zerrissen. Warum? Weil es auf die von NDR und Süddeutsche herausgegebene Liste der Sachbücher des Monats, auf Platz 9 um genau zu sein, geraten ist. Die Liste wird nach Angaben des NDR von „einer unabhängigen Jury“, die aus „renommierten Wissenschaftlern sowie Autoren und Redakteuren großer deutscher Medienunternehmen“ besteht, zusammengestellt.

Die Unabhängigkeit hat jedoch da ihre Grenze, wo ein Buch auf die Liste kommt, das der Kulturredaktion beim NDR nicht passt, das von „rechtslastigen Ideen und Verschwörungstheorien“ getragen ist, wie es beim NDR heißt, und zwar in der Begründung dafür, dass der NDR die Zusammenarbeit mit der „unabhängigen Jury“ aussetzt. Wie kann man als diktatorischer Sender auch mit einer Jury zusammenarbeiten, die sich anmaßt, Bücher zu empfehlen, die dem Sender nicht gefallen?

Das geht schon deshalb nicht, weil der NDR der große Saubersender in Deutschland ist. Beim NDR gibt es keinen Xavier Naidoo und auch keinen Rolf Peter Sieferle. Sieferle ist der Autor von Finis Germania. Sieferle ist bzw. war bis zu seinem Selbstmord ein renommierter Wissenschaftler, ein Historiker mit einem Lehrstuhl für allgemeine Geschichte an der Universität St. Gallen. Aber Renommee ist schnell dahin in Deutschland, wenn man eine politische Ansicht äußert, die dem herrschenden Gesinnungsdiktat zuwiderläuft, die rechtslastig ist oder rechtslastig gemacht wird, von Journalisten, die das Buch, das bei Amazon mittlerweile auf Verkaufsrang 1 gelandet ist, madig machen wollen, obwohl die meisten von ihnen, es nie gelesen haben.

Die Anklageschrift beim NDR liest sich wie folgt:

“Der Deutsche”, heißt es da, ähnele dem “Teufel, dem gestürzten Engel, dessen Schuld niemals vergeben und der für alle Zeiten in der Finsternis verharren wird”. Von Auschwitz als dem “letzten Mythos einer durch und durch rationalisierten Welt” ist die Rede, von einer “neuen Staatsreligion”, deren “Erstes Gebot” laute: “Du sollst keinen Holocaust neben mir haben.” Und weiter: “Da der Holocaust keinem profanen, sondern einem auserwählten Volk widerfahren ist, wurde das Volk der Täter ebenfalls der profanen Geschichte entrückt und in den Status der Unvergänglichkeit erhoben.”

Das Patchwork aus dem Zusammenhang gerissener Zitate hat seinen Erregungs-Höhepunkt in der Bezeichnung von Auschwitz als dem „letzten Mythos einer durch und durch rationalisierten Welt“. Die Setzung der Hochkommata ist hier von besonderer Bedeutung, denn sie legt den Schluss nahe, Sieferle habe Auschwitz als Mythos, also als etwas bezeichnet, das es gar nie gegeben habe.

Eine Redaktion weiter, bei der ZEIT, hat man den selben Erregungs-Höhepunkt und schreibt:„Er schreibe außerdem von Auschwitz als einem „Mythos“, welcher „der Diskussion entzogen werden soll“. Das schreiben die ZEIT-Kollegen auf Grundlage des oben zitierten Textes des NDR, in dem nun wieder kein Bezug auf einen Auschwitz-Mythos zu finden ist, der der Diskussion entzogen werden soll, der vielmehr in die Diskussion gebracht wurde.

Gerade dann, wenn man Bücher nicht selbst gelesen hat, halten sich die affektiv ansprechenden Teile besonders hartnäckig, selbst dann, wenn sie falsch sind. Eine Redaktion weiter, bei der FAZ, liest sich der Holocaust-Aufreger wie folgt:

„’Der Nationalsozialismus, genauer Auschwitz, ist zum letzten Mythos einer durch und durch rationalisierten Welt geworden“, steht in diesem Buch. Antifaschismus sei Antigermanismus. Und: „Die Juden, denen ihr Gott selbst die Ewigkeit zugesichert hat, bauen heute ihren ermordeten Volksgenossen in aller Welt Gedenkstätten, in denen nicht nur den Opfern die Kraft der moralischen Überlegenheit, sondern auch den Tätern und ihren Symbolen die Kraft ewiger Verworfenheit zugeschrieben wird“, schreibt Rolf Peter Sieferle.“

Auch bei der FAZ herrscht die Überzeugung, Sieferle stelle Auschwitz durch dessen Bezeichnung als Mythos in Frage. Um dies zu untermauern wird eine Stelle wörtlich zitiert, „Der Nationalsozialismus, genauer Auschwitz, ist zum letzten Mythos einer durch und durch rationalisierten Welt geworden“. Das wurde dieses Mal etwas korrekter beim NDR abgeschrieben, bei dem es heißt: „Von Auschwitz als dem ‚letzten Mythos einer durch und durch rationalisierten Welt‘ ist die Rede.“

KZ Auschwitz, EinfahrtAlle Schreiber sind sich somit einig, dass Sieferle Auschwitz als Mythos bezeichnet. Ein Professor der Geschichte, der jahrelang an Hochschulen tätig gewesen ist und geforscht hat, soll so dumm sein, in Deutschland Auschwitz in Frage zu stellen und als Mythos zu bezeichnen?

Des Rätsels Lösung ergibt sich, wenn man die Stellung des Mythos im Verhältnis zu Auschwitz verändert und nicht mehr, wie die Schreiberlinge der Erregungsmedien oben, von Auschwitz-Mythos schreibt, sondern vom Mythos „Auschwitz“. Das macht einen erheblichen Unterschied. Und wie so oft in der Post-Moderne, sind die Leser von Zeitungen gebildeter als die Journalisten, bei denen die Ausdrucksformen Wissen und Fähigkeit komplett den Ausdruckformen Entrüstung und Erregung und die Technik der Recherche der Technik von Cut and Paste gewichen sind.

Wir zitieren aus einer Buchbesprechung bei Amazon, die Heino Bosselmann dort hinterlassen hat:

“Von besonderer Relevanz [ist] der dritte Teil, in dem Sieferle den „Mythos Auschwitz“ beschreibt und dessen konstituierende Funktion für die politische Gegenwart herzuleiten versucht: „Der Nationalsozialismus, genauer Auschwitz, ist zum letzten Mythos einer durch und durch rationalisierten Welt geworden.“ Nachgewiesen wird zunächst die Bedeutung des “Holocaust-Komplexes” für ein Schuldverständnis gänzlich neuen Typs, einer Kollektivschuld „von metaphysischer Dimension“, die so, wie sie verstanden und verinnerlicht werden soll, „der älteren Figur der Erbsünde“ gleicht, dies jedoch in negativem Vollzug: „Aus der Kollektivschuld der Deutschen, die auf ‚Auschwitz‘ zurückgeht, folgt ebenfalls der Aufruf zur permanenten Buße, doch fehlt dieser säkularisierten Form der Erbsünde das Element der Gnade und Liebe vollständig. Der Deutsche ähnelt daher nicht dem Menschen, dessen Schuld durch die Liebe Gottes zwar nicht revidiert, aber kompensiert wird, sondern dem Teufel, dem gestürzten Engel, dessen Schuld niemals vergeben und für alle Zeiten in Finsternis verharren wird. (…) Der Deutsche, oder zumindest der Nazi, ist der säkularisierte Teufel einer aufgeklärten Gegenwart.“

Sieferle deutet die Sonderrolle der jüdischen Schicksalsgemeinschaft einerseits und der Deutschen andererseits als komplementär: „Die Welt braucht offenbar Juden oder Deutsche, um sich ihrer moralischen Qualitäten sicher zu sein. Allerdings gibt es einen gewaltigen Unterschied. Die Juden teilten selbst nicht die Bewertung, die ihnen seitens der Christenheit widerfuhr, während die Deutschen die ersten sind, ihre unauflösliche Schuld zuzugeben.“ Um daraus, so der Autor, eine Art Staatsideologie zu entwickeln, von der das gewissermaßen negative Selbstverständnis einer Nation ausgeht, die eigentlich keine Nation mehr sein möchte, sondern nur mehr ein “Standort”, eine “Wertegemeinschaft” oder eben eine “bunte Republik”.

Wie funktioniert das? „Bei dem heute so populären Auschwitz-Komplex handelt es sich offenbar um den Versuch, innerhalb einer vollständig relativistischen Welt ein negatives Absolutum zu installieren, von dem neue Gewissheiten ausgehen können. ‚Auschwitz‘ bildet insofern einen Mythos, als es sich um eine Wahrheit handelt, die der Diskussion entzogen werden soll. Dieser Mythos hat allerdings einen wesentlich negativen Charakter, da dasjenige als Singularität fixiert werden soll, was nicht sein soll. Daher trägt die sich auf diesen Komplex stützende politische Bewegung auch einen negativen Namen: Antifaschismus.’“

Es ist erschreckend, wenn man konstatieren muss, dass deutsche Journalisten nicht mehr in der Lage oder Willens sind, den Unterschied zu erkennen zwischen der Aussage:

Auschwitz ist ein Mythos

und der von Sieferle begründeten Behauptung:

Auschwitz ist in Deutschland zu einem Mythos aufgebaut worden, der in derselben Weise als Herrschaftsmittel benutzt wird, wie die ewige Erbsünde. Die Behauptung einer immerwährenden Kollektivschuld der Deutschen wird von Sieferle als Mittel bewertet, das genutzt werde, um von der deutschen Nation Abstand zu nehmen und die Vorstellung einer „bunten Republik“ durchzusetzen.

Der Mythos der ewig währenden Kollektivschuld, die in Auschwitz begründet ist, ist für Sieferle also der neue und negative Schöpfungsmythos des antifaschistischen Deutschlands.

Zugegeben, die Argumentation von Sieferle verlangt es, zwei Gedanken zu verstehen und dann auch noch miteinander in Verbindung zu bringen. Dennoch ist es erschreckend festzustellen, dass deutsche Journalisten dazu nicht in der Lage sind. Wer anderen gerne vorwirft, sie würden mit der Komplexität der modernen Welt nicht zurechtkommen und deshalb einfache Antworten bevorzugen, der darf sich nicht als einer bloßstellen, der nicht in der Lage ist, über einfache Antworten, nach denen dummerweise niemand gefragt hat, hinaus denken zu können.

Das ist mehr als peinlich.


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Politische Korrumpierung der Wissenschaft: Wie Politiker sich Legitimation für ihre Spleens beschaffen: vom Klimawandel bis zu Gender Studies

Ministerien und Ämter, die sich genehme Studien an Hochschulen bestellen.
Ministerien, die ihnen genehme Studiengänge (wie die Gender Studies) an Hochschulen installieren und fördern.
Ministerien, die Programme auflegen, um die Vergabe von Positionen an Hochschulen nach ihrem Willen zu beeinflussen.
Internationale Organisationen, wie die Europäische Union, die ihre eigene Forschung an Hochschulen finanzieren.
Stiftungen, die von Ministerien finanziert werden und einen Teil dieser Finanzierung benutzen, um ihrerseits genehme Studien an Universitäten zu beauftragen.

Medien, die die produzierten Studien willig aufnehmen und als Wahrheit oder Stand der Forschung darstellen und verbreiten, ohne auch nur auf die Idee zu kommen, die Qualität der Auftragsforschung auch nur in Zweifel zu ziehen.

Im Gegenteil: Mutige Einzelkämpfer, Wissenschaftler, die die angeblichen wissenschaftlichen Ergebnisse in Frage stellen oder kritisieren, werden entweder in den Mainstream-Medien lächerlich gemacht, als Verschwörungstheoretiker oder Spinner hingestellt oder ihre kritischen Einwände werden gleich gar nicht erst berichtet.

Die Entwicklung ist erschreckend.

framingDie Politisierung der Wissenschaft hat dazu geführt, dass Wissenschaftler zu Vasallen der Politik verkommen sind, die in vorauseilendem Gehorsam den Klimawandel beschwören, die gegen Rechtsextremismus agitieren, die dem Sozialismus das Wort reden, die Studenten zu politischen Aktivisten und Claqueuren erziehen, die über keinerlei Urteilsvermögen mehr verfügen; ganz zu schweigen von den Methoden der wissenschaftlichen Erkenntnis und der Überprüfung der entsprechenden Erkenntnis.

Die Wissenschaft liegt danieder. Der Eindruck drängt sich auf.
Denn der Treibstoff von Wissenschaft ist Kritik, ist Widerspruch.
Aber Kritik und Widerspruch sind nicht erwünscht, werden von den Dogmatikern und religiösen Fanatikern, die sich an Hochschulen breit gemacht haben, rigoros bekämpft.

Wer Kritik an den Gender Studies übt, z.B. in dem er darauf hinweist, dass die Gender Studies nichts von dem haben, was ein wissenschaftliches Fach eigentlich auszeichnet, der ist ein Frauenfeind, ein Anti-Feminist oder ein Maskulist.

Wer Kritik an der hysterischen Geldverschwendung im Bereich des gegen Rechts gerichteten universitären Aktivismus übt, der wird als Rechtsextremist oder als Rechten-Versteher abgekanzelt.

Wer die herrschende Meinung in der Archäologie in Zweifel stellt und behauptet, die Sphinx sei deutlich älter als von Mainstream-Wissenschaftlern behauptet, der wird aus der Wissenschaft gemobbt und isoliert.

Wer es wagt, das Narrativ vom menschengemachten Klimawandel in Frage zu stellen, der wird öffentlich in einer Weise hingerichtet, die keinen Zweifel daran lässt, dass das, was als Wissenschaft verkauft werden soll, das, was Politiker benutzen, um ihre politische Agenda mit wissenschaftlicher Legitimation zu versehen, gar nichts mit Wissenschaft zu tun hat, denn: Wissenschaft lebt von Kritik und Widerspruch.

Ein Wissenschaftler, dessen Theorie über Klimawandel kritisiert wird, würde sich darüber freuen, denn sein Herz hängt nicht so sehr an seiner Theorie, als an der Erklärung des Phänomens. Deshalb hat er seine Theorie aufgestellt: Um ein Phänomen zu erklären. Kritik an seiner Theorie ist ihm also willkommen, kann er doch durch Kritik und nachfolgende Prüfung, entweder eine Schwachstelle seiner Theorie beseitigen oder seine Theorie gegen die Kritik verteidigen. In beiden Fällen geht seine Theorie gestärkt aus der Kritik hervor.

Das ist die Systematik von Wissenschaft, die Systematik, die von Politikern und ihren pseudo-wissenschaftlichen Helfershelfern unterdrückt werden soll, deren Ziel nicht darin besteht, ein Phänomen mit einer Theorie zu erklären, sondern sich einer Theorie zu bemächtigen, sie für wahr zu erklären und vor den Karren der eigenen Interessen zu spannen. Politik hat Wissenschaft als Legitimationsbeschaffer entdeckt. Kein politischer Spleen, für den sich nicht wissenschaftliche Legitimation beschaffen ließe, also Legitimation dadurch, dass man sich einen Wissenschaftler kauft, der die gewünschten Ergebnisse auch zusammenklaubt und bereit ist, sie zu präsentieren.

Wissenschaft wird von Politik korrumpiert.

Wie sehr Politiker auf die Wissenschaft zugreifen, zeigt sich nicht nur in der Vielzahl der Auftragsstudien, die zu gewünschten Ergebnissen kommen, wie dies z.B. bei der Junk Studie aus Göttingen der Fall war, die pflichtschuldig den Rechtsextremismus zum ostdeutschen Problem erklärt hat. Der Übergriff zeigt sich besonders deutlich im Bereich der Drittmittel. In der folgenden Abbildung haben wir die Entwicklung der Drittmittel, die von Bund, der EU oder Stiftungen aufgewendet werden, um Forschung an Hochschulen zu finanzieren und zu beeinflussen, dargestellt. Das Wachstum spricht für sich: Die Größenordnung der Mittel, mit denen Ministerien und andere Institutionen des Bundes (und der Länder) Auftragsforschung an Hochschulen finanzieren hat sich im Vergleich der Jahre 2002 und 2015 mehr als verdoppelt: Um 127% sind die Drittmittel, die von Bundesinstitutionen stammen, angewachsen: 822 Millionen Euro im Jahr 2002 stehet 1.857 Millionen Euro im Jahr 2015 gegenüber.

Einflussnahme auf Hochschulen Drittmittel

Auch die EU hat die Nützlichkeit von Hochschulen, wenn es darum geht, die eigene Politik mit pseudo-wissenschaftlicher Legitimation zu versehen, entdeckt. Die Mittel, die aus der EU an deutsche Hochschulen fließen, haben sich im Vergleich der Jahre 2002 und 2015 mehr als verdreifacht, von 222 Millionen Euro um Jahr 2002 auf 712 Millionen Euro im Jahr 2015. Auch Stiftungen, oft genug selbst aus öffentlichen Mitteln gefördert, Stiftungen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung, bezahlen Wissenschaftler dafür, Gutachten oder Expertisen zu erstellen, die sich nie dadurch auszeichnen, den Interessen und den verkündeten Wahrheiten der entsprechenden Stiftungen zu widersprechen. Von 220 Millionen Euro auf gut 470 Millionen Euro sind die Mittel angewachsen, die aus Stiftungen an Hochschulen fließen.

Das macht eindrücklich klar, warum die institutionalisierte Wissenschaft mehr und mehr zu einem Sprachrohr und Legitimationsbeschaffer der Politik geworden ist und warum die Forschung letztlich am Boden liegt.

Einer der Professoren, die diesem staatlichen Treiben nicht mehr länger zusehen wollen, ist der Professor für Meteorologie Richard Lindzen, der, wenn man so will, einer der führenden Klimawissenschaftler ist. Er war u.a. Sloan Professor of Meteorology am MIT (Massachusetts Institute of Technology) und ist heute Fellow bei CATO. Dort hat er auch eine Reihe von Vorträgen gehalten, in denen er beschreibt, wie die Politik die Wissenschaft korrumpiert hat, um den Mythos des menschengemachten Klimawandels zu befördern. Lindzen, der mit seiner Ansicht, dass Klimawandel nicht oder nicht nennenswert menschengemacht ist und auch nicht zum Ende des Planeten führen wird, beileibe nicht alleine steht, ist einerseits einer der Wissenschaftler, deren Ansicht, Kritik und Forschungsergebnisse in den wissenschaftsfeindlichen Mainstream-Medien unterdrückt werden. Andererseits ist er aufgrund seiner Prominenz einer der Wissenschaftler, die sich zunehmen Gehör verschaffen, und es auch finden.

Wir haben uns bei Lew Rockwell einen Hinweis auf zwei Beiträgen Lindzens ausgeliehen und geben beide Beiträge hier wieder.

Im ersten Beitrag, einem kuren Ausschnitt aus einem Interview mit Lindzen, berichtet er, wie politischer Druck die Klimaforschung zerstört und nach seiner Ansicht um einige Generationen zurückgeworfen hat, dadurch, dass Forschung unterdrückt wird und nur Forschung zugelassen wird, die im Einklang mit der Klimawandel-Religion steht.

Im zweiten Beitrag, einem Vortrag bei CATO, führt Lindzen die Mechanismen auf, die nach seiner Ansicht dazu geführt haben, dass die Wissenschaft korrupt geworden ist. Dabei spielt die Aufblähung der Verwaltungen eine wichtige Rolle, denn Administratoren entwickeln ein Interesse an der Sicherung ihres Arbeitsplatzes. Insofern muss man sich nicht wundern, wenn Verwaltungsbeamte, deren Arbeitsplatz davon abhängt, dass es einen menschengemachten Klimawandel gibt, alles tun, um Forschung, die das Gegenteil belegt, zu unterdrücke und aus dem öffentlichen Diskurs herauszuhalten.

Meinungsmache bei der ARD – Heute: BREXIT zurückdrehen

Journalismus besteht u.a. daraus, aus einer Flut von Informationen, diejenigen herauszufischen, die relevant, interessant und bedeutsam sind. Weil dem so ist, kann man anhand der Berichte, die sich in Medien finden, leicht feststellen, was den dort Arbeitenden relevant, interessant und bedeutsam vorkommt. Deshalb kann man auch feststellen, dass bei der ARD Journalisten beschäftigt sind, die eine geistige Fixierung aufweisen, wie man sie in Organisationen wie der Scientology Church oder in revolutionären Zellen vermutet.

Denn: Bei der ARD gibt es einige besonders eindimensionale Exemplare der Gattung Journalist; eine Art Realitätsverweigerer, Leute, die mit den Füßen aufstampfen, wenn etwas nicht nach ihrer Vorstellung geht und Leute, die vollkommen unfähig sind, zu lernen; Leute also, denen die Grundfähigkeiten, die den Menschen nach Ansicht von Immanuel Kant auszeichnen, fehlen: Empathie und Lernfähigkeit.

Und so stellt die ARD einmal wieder die Frage nach dem BREXIT.
Offensichtlich hängt das Herz der dortigen Redakteure ganz besonders daran, den BREXIT und somit die Entscheidung einer Mehrheit von Briten zurückzudrehen. So sehr hängt das Herz der ARD daran, dass sie im Meer der politischen Fische, die in Großbritannien nach der Wahl an den Scheiben der Fernseher vorbeischwimmen und „blubb“, machen, ausgerechnet die beiden kleinsten Fische heraussucht, die man finden kann:

GE2017 UK.jpg

Tim Farron, Chef der seit gestern Nick Clegglosen (Sie erinnern sich vielleicht an den ehemaligen Vize-Premierminister im ersten Kabinett von Dave, David Cameron – er hat den Wiedereinzug ins Parlament verpasst) Fraktion der Liberal-Democrats im britischen Unterhaus fordert, so weiß die ARD, die Verhandlungen für einen EU-Austritt auf Eis zu legen und will sogar ein neues BREXIT-Referendum abhalten. Farron ist ein Politiker, wie man ihn mag, bei der ARD. Er lässt sich perfekt nutzen, um den Konsumenten der ARD eine britische Welt vorzuführen, die es nur in Marginalien gibt.

Und weil ein Farron zu wenig ist, um den Konsumenten der ARD darüber hinweg zu täuschen, dass die Tories mit 318 Sitzen und 13,6 Millionen Wählerstimmen die stärkste Fraktion im Unterhaus stellen, es also kein In Frage stellen des BREXIT geben wird, deshalb wird ausgerechnet Nicola Sturgeon von der Scottisch Nationalist Party, die bei der gestrigen Wahl von 56 auf 35 Mandate geschrumpft wurden, als weiterer Unterstützer der Position, die die ARD gerne mehrheitsfähig machen will, dargestellt.

Sturgeon und Fallon können für ihre Positionen die Unterstützung von rund 10.4% der britischen Wähler reklamieren. Sie sind zwei Randfiguren, deren Stimme gerade noch vernommen, aber nicht gehört wird. Entsprechend wird sich die Hoffnung der ARD-Fixierten, auch dieses Mal nicht erfüllen. Es wird kein Zurück hinter den BREXIT geben, und es wird auch keinen soft-BREXIT geben, denn, was in Deutschland verschwiegen wird oder unbekannt ist, einer der offensivsten Vertreter und Befürworter eines harten BREXIT ist der von Teilen der deutschen Linken – vermutlich in einer Mischung aus Ignoranz und Ahnungslosigkeit – gefeierte Jeremy Corbyn – komischerweise ist das der ARD keine Meldung wert…

Die Situation im Britischen Unterhaus sieht also wie folgt aus:
Für BREXIT: 590
Gegen BREXIT: 48
Nicht zuordenbar: 12
Es scheint, als würde die ARD die falschen Prioritäten in ihrer Berichterstattung setzen.

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