Münsteraner Parodie auf Ethik: „Nationale Egoismen in der Flüchtlingskrise aufgeben“

Nationale Egoismen in der Flüchtlingskrise aufgeben„, das fordert die „Sozialethikerin und katholische Theologin Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins vom Exzellenzcluster ‚Religion und Politik‘ der Uni Münster“.

Vom Exzellenzcluster! Wir hoffen, Sie sind hinreichend beeindruckt, denn Exzellenzcluster, das meint Exzellenz, Exzellenz in was auch immer, vielleicht Exzellenz in Weltfremdheit?

Spaemann_moralische GrundbegriffeBevor wir diese Frage beantworten, ist es notwendig darauf hinzuweisen, dass wir durch die intensive Lektüre von Rpbert Spaemann, die Dr. habil. Heike Diefenbach derzeit vornimmt und in der letzten Zeit vorgenommen hat, einen gewissen Standard von Ethik und Argumentation gewohnt sind, einen Standard, wie man ihn bei Spaemann (über den wir nun regelmäßig diskutieren) findet, einen hohen Standard von Denken, logischer Schlussfähigkeit, Urteilskraft und Abstraktionsvermögen.

Ausgehend von diesem Standard waren wir natürlich gespannt auf die Einlassungen zur Flüchtlingskrise, die die „katholische Theologin Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins vom Exzellenzcluster ‚Religion und Politik‘ der Uni Münster“ von sich gegeben hat.

Und ausgehend vom Spaemannschen Standard sind wir sehr stark enttäuscht worden.

Es beginnt damit, dass die Sozialethik von Heimbach-Steins Begriffe enthält wie, „niederschmetternd“, „verheerend“, „perfide“, „anhaltende humanitäre Katastrophe“. Wenn man eine Ethik begründen will, also eine Anleitung zum richtigen Handeln, dann ist es problematisch, Handlungen, die als ethisch gut bewertet werden sollen, ihrerseits durch Bewertungen zu begründen. Man begibt sich damit in einen infiniten Regress, in dem eine Bewertung die nächste ersetzt. Von einem Sozialethiker, der sein Geld wert ist, erwartet man, dass ihm dieses Problem der Begründung bewusst ist. Wenn es ihm bewusst ist, dann verzichtet er auf Begriffe wie „niederschmetternd“, „perfide“, „verheerend“ oder „anhaltende humanitäre Katastrophe“ um damit seine Ansicht der richtigen Handlung zu begründen.

Ein Sozialethiker, der sich überlegt hat, was er schriftlich an andere richtet, der vermeidet auch Sätze wie die folgenden:

„Jeder Schutzsuchende habe einen menschenrechtlichen Anspruch auf Hilfe“, so sagt Heimbach-Steins und ergänzt: „Das gemeinsame Menschsein wiegt schwerer als politische Grenzen“.

Vielleicht gibt es für derartige Aussagen Browniepoints im Himmel der Gutmenschen, in der Realität kann man über diese Sätze nur den Kopf schütteln. Gerade einem angeblichen Sozialethiker sollte die Schwierigkeit ethisches Verhalten zu begründen, die sich aus der Begrenztheit von Ressourcen ableiten lässt, bekannt sein. Wenn man aber weiß, dass Ressourcen begrenzt sind, dass es keinen Free Lunch gibt, wie Milton Friedman gesagt hat, denn das, was A gegeben wird, das steht für B nicht mehr zur Verfügung oder muss von B (zusätzlich) aufgebracht werden, dann kann man deratige Sätze nicht von sich geben. Das ist elementare Sozialphilosophie. Ein Sozialethiker, der meint, andere zur Aufgabe nationaler Egoismen anhalten zu müssen, sollte das wissen.

Hat man die Begrenztheit von Ressourcen erst einmal akzeptiert, dann muss man nicht lange weiterdenken, um zu dem Schluss zu kommen, dass die Aussage „Jeder Schutzsuchende habe einen menschenrechtlichen Anspruch auf Hilfe“, ausgemachter Unsinn ist, denn wenn Jeder den entsprechenden Anspruch hat, dann ist es eine Frage der Zeit, dass der menschenrechtliche Anspruch auf Hilfe mit dem menschenrechtlichen Anspruch auf ein gutes Leben derjenigen in Konflikt gerät, die die Hilfe geben sollen. Ressourcen sind nun einmal begrenzt. Daran ändern auch vielleicht gut gemeinte, aber unsinnige Sätze, wie der von Heimbach-Steins nichts.

Folglich kommt man zu dem Schluss, dass nicht „jeder“ einen Anspruch auf Hilfe haben kann, sondern nur manche, was zunächst die Tragweite des Anspruch modifiziert und zu einer freiwilligen Hilfeleistung derer, die Hilfe gewähren, verändert, zum anderen die Frage aufwirft, wie die Manchen, denen Hilfe gewährt werden soll, ausgewählt werden. Diese Frage müsste man öffentlich diskutieren. Absurde Proklamationen wie die eines menschenrechtlichen Anspruchs auf Hilfe für jeden, machen dies unmöglich.

Entsprechende Forderungen sind schon deshalb absurd, weil Menschen doch alle gleich sind – oder? Und wenn alle Menschen gleich sind, wie kann es dann sein, dass manche Menschen Rechte für andere formulieren, sich also über diese anderen erhöhen. Und wie kann es sein, wenn alle Menschen gleich sind und die Ressourcen begrenzt sind, dass einige nicht nur anderen Rechte einräumen, sondern wieder andere dazu bestimmen, die Kosten der eingeräumten Rechte zu tragen?

Ein Sozialethiker, der über Zusammenhänge nachgedacht hat, sollte von selbst zu solchen Einsichten gelangen und nicht Unsinn verbreiten wie: „Jeder Schutzsuchende habe einen menschenrechtlichen Anspruch auf Hilfe“.

Aber Heimbach-Steins hat wohl nicht nachgedacht, sondern ihr Buch, das in einer Pressemitteilung beim idw beworben werden soll, vermutlich weil jeder Autor einen menschenrechtlichen Anspruch auf Tantiemen hat, vielmehr dazu genutzt, um politisch-korrekten Unsinn von sich zu geben, der dem Zeitgeist entsprechend bei manchen, die gerne ohne an sich zu arbeiten, ohne nachzudenken und ohne Aufwand gleichwelcher Art, gut sein wollen, auf fruchtbaren Boden fällt, der aber nichts anderes als politisch-korrekter und anbiedernder Unsinn ist, wie man einige Absätze weiter unten in der Pressemitteilung feststellen kann:

Overcrowded beach„Wer jedoch pauschal darauf pocht, dass die Grenzen der Aufnahmefähigkeit erreicht seien, betreibt einen Alarmismus, der Ängste erst schürt“, so Heimann-Steins. „Rechte politische Kräfte betrieben ein ‚perfides Spiel mit der Unsicherheit in Teilen der Bevölkerung‘.“

Was für eine armselige Sozialethik das, was Heimann-Steins uns hier verkaufen will, doch ist. Wer aufgrund der Begrenztheit von Ressourcen darüber diskutieren will, ob Grenzen der Aufnahmefähigkeit erreicht sind, betreibt Alarmismus und schürt Ängste, denn in der sozialethischen Parodie von Heimann-Steins schürt man Ängste mit Feststellungen.

Und dann erinnern wir uns an das „gemeinsame Menschsein“, von dem Heimann-Steins noch zu Beginn der Pressemitteilung der Ansicht war, es wiege schwerer als politische Grenzen. Das tut es offensichtlich nur, wenn die politischen Grenzen nicht zwischen links und rechts verlaufen, denn rechts steht der Feind, den die angebliche Sozialethikerin in ihrem armseligen Versuch, Sozialethik zu betreiben, ausgemacht hat. Entsprechend erstreckt sich das gemeinsame Menschsein weder auf die „rechten politischen Kräfte“ noch auf die Unsicheren „in Teilen der Bevölkerung“. Erstere sind zum Verstummen zu bringen und Letzteren ist die Unsicherheit z.B. durch staatliche Enteignung zu nehmen, denn wer sein Eigentum erst verloren hat, der muss weder Angst davor haben, es zu verlieren, noch unsicher in seine Zukunft schauen.

Nun schaut die Sozialethik auf eine lange Tradition zurück. Und jedes der philosophischen Werke, die Sozialethik zum Gegenstand haben, ist lesenswerter als das, was im Exzellenzcluster in Münster fabriziert worden ist. Sozialethik ist nämlich etwas anderes als die Äußerung einer unbegründeten Meinung, durch ein Mitglied in einem Ezellenzcluster für was auch immer. Letztlich will Sozialethik Anleitung zum richtigen Leben geben und wenn Heimann-Steins so betroffen vom Alarmismus und von den perfiden Rechten ist, warum spendet sie dann nicht ihr komplettes Gehalt, verkauft ihr Eigentum und spendet den Erlös der Flüchtlingshilfe, um zu demonstrieren, dass Jeder ein Menschenrecht auf Hilfe hat, koste es, was es wolle (oder wie man im Vereinigten Königreich sagt: Put your money were your mouth is!).

Spaemann ist übrigens der Ansicht, dass die Voraussetzung eines gelungen Lebens darin besteht, sein Handel, auch das verbale Handeln am Respekt für andere und der Bedeutung, die Handlungen und Aussagen für andere haben können, auszurichten, kurz: (verbales) Handeln soll sich durch Sorgsamkeit für die Empfindungen und Interessen anderer auszeichnen. Insofern Heimann-Steins meint, Rechte als perfide und ängstlich und in jedem Fall falsch ausgrenzen und denunzieren zu müssen, lässt sie jede Form von Sorgfalt für die Interessen und Bedürfnisse der entsprechenden Menschen, denen sie konsequenterweise auch ihr Menschsein absprechen muss, schon um ihnen kein Menschenrecht auf eigene Interessen zugestehen zu müssen, vermissen. Insofern liefert sie ein Armutszeugnis für einen angeblichen Sozialethiker.

Damit in dieser Zeit, in der angebliche Sozialethiker sich als eine Art Super-Human inszenieren, der über andere richten und bestimmen darf, ein wenig Realität einzieht, hier ein kurzer Abschnitt aus Thomas Hobbes‘ Leviathan:

Leviathan.hobbes„Und weil sich die Menschen, wie im vorhergehenden Kapitel dargelegt, im Zustand des Krieges eines jeden gegen jeden befinden, was bedeutet, dass jedermann von seiner eigenen Vernunft angeleitet wird, und weil es nichts gibt, das er nicht möglicherweise zum Schutze seines Lebens gegen seine Feinde verwenden könnte, so folgt daraus, dass in einem solchen Zustand jedermann ein Recht auf alles hat, selbst auf den Körper des anderen. Und deshalb kann niemand sicher sein, solange dieses Recht eines jeden auf alles besteht, die Zeit über zu leben, die die Natur dem Menschen gewöhnlich einräumt, wie stark und klug er auch sein mag. Folglich ist dies eine Vorschrift oder allgemeine Regel der Vernunft: „Jedermann hat sich um Frieden zu bemühen, solange dazu Hoffnung besteht. Kann er ihn nicht herstellen, darf er sich alle Hilfsmittel des Kriegs verschaffen und sie benützen“. Der erste Teil dieser Regel enthält das erste und grundlegende Gesetz der Natur: Suche Frieden und halte ihn ein. Der zweite Teil enthält den obersten Grundsatz des natürlichen Rechts: Wir sind befugt, uns mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen“.

Wer Rechte für Menschen begründen will, der muss dies in einer Form tun, die auf alle Menschen in gleicher Weise zutrifft. Das schließt die Gewährung von Rechten für Menschen durch Menschen aus und hat zur Konsequenz, dass es nur gleiche Individualrechte geben kann.

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13 Responses to Münsteraner Parodie auf Ethik: „Nationale Egoismen in der Flüchtlingskrise aufgeben“

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  2. Exzellenzcluster? Da passt der militärische Terminus „clusterfuck“ dazu, fürchte ich.

  3. Mika sagt:

    So also denkt eine hochdotierte Beamtin, die auf meine Kosten lebt. Als Teil der wertschaffenden Minderheit in diesem Land wird mir übel, wenn ich solches Geschwurbel lese. Wo leben solche Leute und was glauben die wo all das Geld herkommt? Langsam habe ich es satt. Machen diese Leute sich denn nicht klar, das sie verhungern würden, wenn man Ihresgleichen auf einer Insel aussetzen würde? Oder provozieren die eine Revolution, die wir in D leider noch nicht hatten. Bei unserer deutschen Gründlichkeit befürchte ich einen enormen Bedarf an Fallbeilen.

    • corvusalbusberlin sagt:

      Es gibt so einige hochdatierte Beamte,die dafür bezahlt werden, Propaganda für die jeweilige Regierung zu betreiben. Auf allen Gebieten!
      Bevor dieses System nicht in sich zusammenkracht, wird sich daran auch nichts ändern.

  4. Gernot Meyer sagt:

    Die erste Frage ist wie bzw ob sie überhaupt den Begriff der Schutzsuchenden definiert hat. Man muß sich nur vor Augen halten, daß unsere Grenzen offen sind und der Innenminister nicht sagen kann wer zu uns kommt , ja nicht einmal wieviele. Und erklären sollte die Dame bitteschön vielleicht auch, warum „Schutzsuchende“ zu einem großen Teil sichere Länder auf dem Weg nach Deutschland ignorieren.

    Wie kann man unter diesen Umständen pauschal von Schutzsuchenden sprechen?

    D.h. solange der Begriff nicht exakt definiert ist, kann man sich im Grunde eine Argumentation schenken.
    Es kann sich dann nur um eine Fiktion der Dame handeln oder , weniger gutwillig, Propaganda für das herrschende Regime.
    Letzteres ist der Kirche bekanntlich vor gut siebzig Jahren schon einmal gut gelungen.

  5. BeFree sagt:

    Ich habe den Eindruck, dass hier ein per se bereits unangreifbares Exzellenzcluster mit einer logischen Begründung auf philosophischer Basis angegriffen werden soll. Es legt sich jedoch bereits durch seine eigene Namensgebung den Gottes- und damit den Unfehlbarkeitsmantel um. Jedwede Kritik erübrigt sich somit a priori.
    Was mich allerdings zu der dringenden Empfehlung alleine dieses wundervollen Begriffes und Instrumentes an die amtierend, dilettierende Bundeskanzlerin geradezu treibt. Auch ihr bereits für Alltagssorgen unerreichbares Amt könnte durch die Schaffung eines solchen völlig unantastbaren Raumes um sich und die umgebenden Speichellecker und Kriecher einen wunderschönen Cordon sanitaire schaffen.
    Man stelle sich vor, statt eines blassen Flüchtlingskoordinators im Bundeskanzleramt erschiene der Hochkommissar des Exzellenzclusters ‚Liebe deinen Flüchtling wie dich selbst‘ im Tagesschauder. Dazu die Eröffnungsfanfare des Wehrmachtsberichtes und dann die sonore Stimme aus dem Off ‚das Exzellenzcluster Flüchtlingsliebe (Kurzform) beim Bundeskanzleramt gibt bekannt: Heute haben erfreulicherweise erneut 4000 unregistrierte Schutzsuchende aus dem Vielvölkerreich die ehemalige deutsche Grenze zwischen ehemals Österreich und ehemals Bayern überschritten und machen sich nun daran, das dahinterliegende unbevölkerte Niemandsland zwischen Donau und Rhein zu besiedeln, um es endlich mit der mitgebrachten Fremdkultur zu düngen und urbar zu machen‘. Welch ein Jubel – Heil, Heil, Heil – bräche allabendlich vor den Tagesschauderbildschirmen aus. Und erst später in der Nacht, wenn die Fenster unter der Hebelwirkung der Einbruchswerkzeuge ächzen……neuer Jubel? Oder doch der Ruf Un…Heil, Un…Heil, Un…Heil? Niemals. Stattdessen: Wollemerse eroilasse? Eroimitt’n …….. Narhallamarsch. Deutschland im Frühjahr 2016, Narrenland in Narrenhand.

    • Gernot Meyer sagt:

      @BeeFree
      Also, ich bin ja der Auffassung, daß die Kirche bis heute nicht kapiert hat, daß der Spruch von Jesus höchst ironisch gemeint war, weil die Menschen zu seiner Zeit sich selbst noch weniger gemocht haben als die Masse der Menschen es heute tut.

      Also wäre ein Aufruf zur praktischen Nächstenliebe an Migranten in gewissen Fällen, wie z.B. Köln ja gar nicht so verkehrt.
      Honni soit qui mal y pense.

  6. Roland sagt:

    Ich finde diesen Artikel etwas verworren. Die Frau ist ja nicht nur Sozialethikerin sondern auch katholische Theologin. Ich denke man muss das ganze Geschwafel schon aus dem christlichen Glaubenskontext bewerten. Wäre es neutral formuliert, dann wäre es philosophische Ethik. Es ist aber christliche Ethik, die von den bisschen Theologie was ich in meinem Studium mitnahm doch sehr verschieden ist, in den Begründungsverfahren als philosophische Ethik.

    Siehe dazu auch das Zitat auf der Seite: „Die humanitäre und wirtschaftliche Lage in den Herkunftsregionen ist verheerend.“ Eine Migrationspolitik, die christlich-sozialethischen Kriterien folge, dürfe nicht von den Fluchtauslösern wie den Krisen in Nahost und Afrika absehen.

    Thomas Hobbs hat halt sein Urzustand und die Christen haben halt ihre Dogmen. Der Exzelenzcluster heißt ja schließlich auch Religion und Politik. Worüber regen sie sich auf? Darf es ihrer Meinung nach keine christliche Sozialethik geben? oder darf eine christliche Sozialethik kein Inhalt eines eigenen Forschungsbereichs sein? (letzteres würde ich übrigens so sehen, ersteres jedoch nicht)

    • Ich finde den Kommentar etwas verworren.
      Was ändert sich, wenn man in Rechnung stellt, dass „die Frau ja nicht nur Sozialethikerin[,] sondern auch katholische Theologin ist“?
      Thomas Hobbes war übrigens auch ein sehr gläubiger Sozialethiker – und jetzt?

    • @Roland

      Wenn Sie im Theologie-Studium den Eindruck gewonnen haben, dass christliche Ethik sehr verschieden sei „in den Begründungsverfahren“ der philosophischen Ethik, dann lässt das nur den Schluss zu, dass die christliche Ethik, die Sie in Ihrem Studium kennengelernt haben, eine sehr anspruchslose Version christlicher Ethik gewesen sein muss (oder die Lehre Ihrer Dozenten grandios schlecht).

      Spaemann ist ebenfalls Theologe (und Philosoph), und er kennt seine christliche Theologie und Ethik zweifellos sehr, sehr gut, und er nimmt auf die christliche Ethik in seinem Buch „Glück und Wohlwollen“ auch Bezug, und wenn Sie das Buch lesen, werden Sie schnell feststellen, dass christliche Ethik auf sehr hohem Argumentationsniveau vorgestellt, diskutiert und kritisiert werden kann, ohne dass man sie schlicht verwerfen muss, wenn man die Begründungsverfahren verwendet, die Sie der philosophischen Ethik zuordnen.

      Es gibt nämlich nicht nennenswert viele verschiedene Begründungsverfahren, jedenfalls dann nicht, wenn sie als solche überzeugend sein sollen.

      Und dementsprechend haben sich auch Generationen von Theologen im Bewusstsein des Letztbegründungsproblems und unter Akzeptanz metaphysischer Annahmen als Axiome um eine argumentative korrekte bzw. logisch einwandfreie Grundlegung christlicher Theologie und Ethik bemüht (z.B. Thomas von Aquin). Spaemann steht diesbezüglich in guter Tradition, und zwar als philosophischer und christlicher Ethiker.

      Von dieser Tradition (logisch korrekten Argumentierens) ist Frau Heimbach-Stein so weit entfernt wie mein Koffer auf dem Dachboden von der space station.

      Sie müssen Sie mir nicht glauben; lesen Sie einfach Spaemann, und der himmelweite Unterschied wird Ihnen deutlich erkennbar!

  7. rote_pille sagt:

    Niemand hat einen Anspruch auf irgendwas. Ich würde mein Eigentum lieber zerstören als es denen zu geben.

  8. Welehamm sagt:

    Chapeau, die Dame wurde herrlich seziert – teils mit Skalpell, teils mit dem Holzhammer. Einfach grandios zu lesen. Ich frage mich allerdings, wer diesen Mist lesen will, oder wird die Auflage verschenkt und landet dann für 1ct bei Amazon?

    • Welehamm sagt:

      Zu schnell weggeschickt: Es muss natürlich heißen: Ich frage mich allerdings, wer den Mist von Frau Heimbach-Dings lesen will, oder wird die Auflage verschenkt und landet dann für 1ct bei Amazon?

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